Womo

David war da!

Hallo ihr Lieben,

Sorry, ich habe solange nichts geschrieben. Das lag zum einem daran, dass mein Sohn David da war und ich demzufolge nachts nichts schreiben konnte (Erklärung dazu von mir: David schläft im Gästehubbett und Ines wollte, um ihn nicht zu wecken, dann nicht in unserem Wohnzimmer am PC arbeiten) , zum anderen , dass die Tage irgendwie zu kurz waren und zum dritten an meiner Faulheit. Mit dritten ist jetzt Schluss und ich versuche mal die vergangenen Tage zu rekonstruieren.

David kam todmüde am 05.11. gegen Mittag auf der Finka von Alex und Sarah an, wo wir immer noch waren. Sein Flug, von Düsseldorf, ging schon schon um 5 Uhr 30 und er musste ersteinmal von Hamburg dorthin gelangen. Von Düsseldorf hatte ich gebucht, weil ursprünglich auch Bennet mitkommen wollte, der nicht allzu weit von Düsseldorf entfernt wohnt. Bennet, die alte Schnarchnase, hat seinen Urlaub, den er den ganzen November hätte nehmen können, erst 3 Wochen  n a c h Buchung eingereicht ( ganz typisch für ihn, egal was Bernd hier jetzt in blauer Schrift schreibt!!!). In der Zwischenzeit hatte ein Kollege von ihm die Abteilung verlassen und Bennet (mein großartiger Sohn, Ausnahmeschlagzeuger, Multimusiktalent, Segelflugzeugpilot, Zauberer und Verantwortungsträger in einem Pharmabetrieb, etc. 🙂  ), der nun allein für diese verantwortlich ist, bekam nun natürlich keinen Urlaub mehr genehmigt und so flog David allein. Da er schon 2 Stunden vor Abflug dort sein musste, hatte er die Nacht vorher durchgemacht und war dementsprechend müde. Allerdings brachte er die Sonne mit, denn kurz vor seinem Eintreffen riss der Himmel auf und endlich hörte es auch auf zu regnen. Wir freuten uns total ihn zu sehen und tranken ersteinmal Tee im parkähnlichen Garten und erzählten uns gegenseitig, wie es uns so ergangen war.
Davids Gesundheit war mal wieder sehr angeschlagen. Gerade hatte er eine Grippe mit hohem Fieber hinter sich gebracht und fühlte sich noch etwas schlapp. Wir verfrachteten ihn kurze Zeit später ins Bett, wo er 4 Stunden schlief. Seine Grippe hatte außer Fieber und Gliederschmerzen keine weiteren Symtome gehabt. Diese kamen dann im Laufe der Woche bei uns. Am zweiten Tag bekam er Schnupfen und ab Tag 3 gesellte sich auch noch ein hartnäckiger Reizhusten hinzu, der ihm besonders Nachts zu schaffen machte. Die Krönung kam dann an Tag sechs. Er war der Meinung, sein Auge wäre dick. Bernd und ich konnten allerdings nichts sehen und mir kam mein Sohn schon etwas hypochondrisch vor. Am nächsten Morgen wurden wir dann eines besseren belehrt. David konnte sein Auge kaum öffnen, zudem tränte es zu allem Überfluss auch noch wie Hulle. Es nützte aber nichts, er musste gegen 5 Uhr morgens los um seinen Flieger zu bekommen. Er tat mir echt leid. Davids Immunsystem ist wirklich grottenschlecht, was vielleicht daran liegt, dass er seitdem er 12 Tage alt ist, nur eine Niere hat, die leider auch nicht so ganz richtig funktioniert. Ich bin nur froh, dass er bei der Telekom arbeitet, denn bei seinen ganzen Fehltagen, wäre er vermutlich bei jeder anderen Firma längst rausgeflogen. David´s Körper nimmt wirklich alles mit, was so an Bakterien und Viren unterwegs ist und das ist allerhand.

An Tag 2 verließen wir Alex und Sarah, denn wir wollten David unbedingt unseren Traumplatz in Roche zeigen. Das Wetter zeigte sich von seiner allerbesten Seite und wir hatten dort einen tollen Tag.

Lecker wraps von Mama. mmh !!!

David hatte zudem seine Drohne mitgenommen und machte fantastische Fotos und Filme.

Unser Stellplatz in Roche mal aus der Luft … einfach toll! Danke David. (Wir stehen ganz oben am Wasser)


Am nächsten und übernächsten Tag regnete es und wir fuhren zu Toni nach Conil. Der hatte sich auch schon beschwert, dass wir ihn noch nicht besucht hatten und so nutzten wir die Gelegenheit.

Bei Toni gab es dann auch Neuigkeiten. Seit kurzem hat er eine Freundin, die aus Lateinamerika kommt und total nett ist. Sie hat auch richtig Feuer im Hintern und sorgt dafür, dass Tonis Haus jetzt mindestens einmal am Tag wie geleckt aussieht. Bernd und Toni spielten die ganze Zeit Gitarre, denn in den vergangenenen Monaten, hatte Toni sich jede Menge neu beigebracht und spielte jetzt extrem besser als bei unserem letzten Treffen.

Am Folgetag ging es wieder nach Roche. Zwar regnete es noch immer, aber David und ich brachten Bernd Skat bei und das spielten wir dann stundenlang.

3 Buben, aber nur mit 1 spiel 2 und sonst nicht viel auf der Hand; für`n Grand reicht es auch nicht… Scheiß Spiel!

Wir hatten irre Spass und so verging auch dieser Tag. In einer Regenpause machten David und ich dann sogar einen Spaziergang, bei dem ich auf dem matschigen Lehmboden ausrutschte und der Länge nach hinfiel. Ich sah aus wie ein Schwein und meine Dusche vom Vortag war komplett hinfällig. David amüsierte sich königlich.

Am nächsten Tag hatten wir endlich einmal wieder Traumwetter und wir verbrachten den Tag bis 14 Uhr am Strand. Dann kam Jürg, ein Schweitzer, den wir hier letztes Jahr auch kennengelernt hatten. Er hatte jede Menge Grillgut dabei und nun wollte er uns abholen, um auf der Finka bei Alex und Sarah zu grillen. Daraus wurde erstmal nichts, denn kurze Zeit später kamen Alex und Sarah ebenfalls mit den Zwillingen nach Roche. Wir verbrachten einen herrlichen Nachmittag zusammen und schafften es sogar Doppelkopf zu spielen. Die Kinder wanderten von einem Arm zum anderen und waren ausgesprochen zufrieden.

Ja auch die beiden Süssen lieben den Komfort unseres Concordes und sind friedlich in unserem Bett eingeschlafen!

Erst gegen Abend fuhren wir dann zur Finka und Jürg schmiss sofort den Grill an. Schnell wurde der Tisch gedeckt und schon ging es ans Essen. Wow, war das lecker. Jürg hatte keine Kosten und Mühen gescheut und es gab außer fett gemästeten Hähnchen, roße Chuletas de Cerdo und Wildschweinwürste.

Da lachte unser Herz und sogar der Bernd wurde papp-satt 🙂

Außerdem hatte Jürg noch frisches Baguette eingekauft und einen Bohnen- Bulgur- Salat gemacht. Vor der Abfahrt hatte ich noch schnell einen Thunfischsalat zubereitet und das alles ließen wir uns nun schmecken.

Danke lieber Jürg (es el hombre a la izquierda)

Jetzt wo ich dieses schreibe, läuft mir nur von der Erinnerung schon wieder das Wasser im Munde zusammen. Nach dem Essen zogen sich Alex und Sarah zurück, denn die Kinder forderten ihr Recht, mussten gestillt und gewickelt werden. Wir saßen noch ewig lange dort und beratschlagten, was es Weihnachten zu essen geben sollte,denn wir hatten beschlossen alle zusammen zu feiern. Das Ergenis war dann Raclette. Erst spät am Abend fuhr uns Jürg wieder zum Wohnmobil. Was war das doch für ein schöner Tag!! Vielen lieben Dank noch mal an dich, Jürg!!!

David fühlte sich auch wohl zwischen unseren Freunden und wollte eigentlich gar nicht wieder weg. Die Woche war aber fast rum und ihm blieb nur ein letzter schöner Tag, den wir abwechseld am Strand und mit Skatspielen verbrachten. Gegen 23 Uhr ging es dann ins Bett. Die Nacht war für David dann schon um 4 Uhr zuende, denn dann klingelte sein Wecker. Ich machte ihm noch ein Fresspaket für unterwegs und einen Kaffee und dann ging es ans Verabschieden. Ich war richtig traurig, denn wir hatten viel Spass mit ihm gehabt. Auch David fand es klasse und er kommt sicher bald mal wieder. Dann aber auf eigene Reise-Kosten!!!.-)

Bernd und ich gingen anschließend wieder ins Bett und schliefen bis 9 Uhr. Das Wetter war gruselig und es schüttete wie aus Eimern. Kaum hatten wir gefrühstückt, kam Jürg unverhofft. Er wollte zum Baumarkt und da er wusste, dass Bernd noch einige Sachen von eben diesen benötigte, verfrachtete er uns in seinen großen Wagen (Dodge RAM 1500) und nahm uns kurzerhand mit. Als ob das nicht schon genug gewesen wäre, lud er uns danach noch zum besten Burger in Town ein. Fragt bloß nicht nach meiner Diät!!! Anschließend fuhren wir zu dem Campingplatz, auf dem Jürgs Trailler stand und besahen uns diesen nun zum erstenmal. Ein tolles Geschoss!!! Wir duschten dann sogar im Duschhaus des Campingplatzes und fuhren nach einer weiteren gemütlichen Stunde zurück.

Anscheinend hatte Jürg uns jetzt sehr in sein Herz geschlossen, denn am nächsten Tag kam er wieder zu uns und zauberte ein tolles Miesmuschelgericht, welches wir uns sofort einverleibten. Super, superlecker!!! Das wird nun in unseren Speiseplan aufgenommen!!! Auch dafür vielen Dank, lieber Jürg!!!

Vor dem Essen gabs erst einmal einen Sekt, den Jürg natürlich auch mitgebracht hatte. Da Ines Sekt kaum verträgt, war sie nach Verzehr dieses kleinen Gläschens schon wieder fein gestellt.

In Roche lernten wir dann noch Manuel kennen, einen Gymnasiallehrer, der sich für ein Jahr eine Auszeit genommen hatte und nun für diese Zeit in seinem Bus lebt. Gerade hat er sich von uns verabschiedet und wir hoffen sehr, ihn noch einmal wieder zu sehen, weil die Chemie einfach stimmte.

Ebenfalls lernten wir hier ein junges nettes Pärchen kennen, die sich einen Camper geliehen hatten, direkt hinter uns standen und imense Stromprobleme hatten. (nicht nur das! Der gemietete Camper von Indi-Campers war/ist der letzte Schr…  , da war so einiges defekt und gruselig –  z.B. der Wassertank unter der Sitzbank direkt neben der Aufbaubatterie … da stand das blanke Wasser drauf … Wasser und Strom = ???  ja, Momente mit Spannung) Wir schmissen für die beiden extra für knapp 2 Stunden unseren Strom-Generator an, aber irgendwie kam bei dieser Karre nichts an Strom an.

Die Stromversorgung ist verlegt und unser Kraftwerk läuft.

Auch gaben wir ihnen mein übrig gebliebenes Gekochtes, welches wir nicht aufbekommen hatten, weil uns Jürg ständig eingeladen hatte. Den beiden schmeckte es super und sie bedankten sich mit zwei Fläschen irgendeines Getränks, welches das Imunsystem stärken soll (also etwas für David) und ganz schrecklich schmeckte.

Schmeckte grässlich, soll aber gesund sein ! Bringt das nächste Mal doch bitte lieber kleine Probefläschen von Jack-Daniels & Co. mit !!! 🙂

Nun wo ich dies schreibe, sind alle gerade abgreist und endlich komme ich zum Blogschreiben. Heute scheint die Sonne. Es ist aber sehr windig. Bernd und ich müssen uns nun unbedingt einmal wieder um die liegengebliegenen Sachen kümmern, das Wohnmobil aufräumen und spanisch lernen.  Eine gute Gelegenheit, denn jetzt stehen wir hier ganz alleine.

Euch einen tollen Tag!! Lasst doch mal einen Kommentar da!!

Womo

Auf der Finka bei Sahra und Alex – 19.10.2018 bis 04.11.2018

El Soto ein kleines Dorf in Andalusien

Nachdem es gestern wirklich den ganzen Tag geregnet hatte und wir das Wohnmobil nicht ein einziges Mal verlassen hattten, beschlossen wir nach El Soto zur Finka von Alex und Sahra zu fahren. Die 40 Kilometer waren schnell geschafft und kurz vor der Ankunft, riefen wir bei Alex an, der uns dann das große Tor öffnete, welches extra verbreitert worden war, damit selbst wir mit unserem Saloon, hindurch passen.

Das neue elektrische Tor wurde „extra“ für unseren „Saloon“ verbreitert errichtet 🙂

Die Zwillinge waren noch immer nicht da und Sahra ist mittlerweile in der 37 zigsten Woche. Sie hatte sich kurz hingelegt und so wurde erst einmal Alex mit den Worten: Wir sind die mobile Entbindungsstation ! begrüßt. Alex hatte wie immer supergute Laune und wir machten zuallererst eine Grundstücksbegehung. Hach, war das hier alles schön geworden. Sie hatten einen richtigen Wohnmobilstellplatz auf dem riesigen Grundstück errichtet, der keine Wünsche offen ließ. So gab es hier einen Wasseranschluss und sogar eine Bodenluke für die Ver- und Entsorgung.

Platz für ca. 4-5 WoMos; natürlich nicht, wenn die alle so lang/groß sind wie unseres.

Wir waren schwer begeistert und als Alex uns den Rest zeigte, bekamen wir vor Staunen den Mund gar nicht wieder zu. Sie hatten in den vergangenen 7 Monaten wahre Wunder vollbracht. Das ganze Anwesen erinnerte sehr stark an eine 5 Sterne Ferienanlage. 2 der drei Gästehäuser waren schon komplett renoviert und  geschmack- und liebevoll eingerichtet worden. Ein weiteres war als Anbau für Familienbesuche an dem Haupthaus, in welchen die beiden nun wohnen, neu errichtet woren. Alex hatte in Eigenarbeit die komplette Terasse um den Pool herum errichtet, wo jetzt diverse Liegen zum Sonnenbaden einluden.

Für die Leute, die mehr auf Aktivitäten standen, hatten die beiden auch gesogt. Es gab einen Baskettballplatz, einen Boxsack, eine Tischtennisplatte und selbst ein Tor für die Fussballspieler unter den Gästen. Mit anderen Worten, es war einfach traumhaft hier!!!
Nun war auch Sarah erwacht und wir begrüßten sie ebenfalls herzlich. Wenn es überhaupt noch möglich war, war ihr Bauch noch gewaltiger geworden, aber sie sah nach wie vor toll aus. Die Kinder liegen in einer Traumposition, berichtete sie uns und so steht einer natürlichen Entbindung nichts mehr im Wege. Die Arme weiß ja gar nicht, was auf sie zukommt und hat schon jetzt mein allertiefstes Mitgefühl. Bei meinen 3 Geburten, hätte ich mich, wenn ich einen Revolver dabei gehabt hätte, jedesmal erschossen und Sarah muss dies nun zwei Mal hinter einander durchstehen. Puuuhhhhh!!! Natürlich sage ich ihr nichts davon und halte meine Klappe. Gemeinsam mit Sarah geht die Begehung nun weiter und wir können gar nicht anders, als in den Begeisterungsmodus zu verfallen. Zum Schluss zeigt sie nun noch das Haupthaus, welches in neuem Glanz erstrahlt und ebenfalls sehr geschmackvoll und gemütlich eingerichtet worden ist.
Stolz präsentiert sie zum Schluss noch die Babykleidung, die sie bisher erworben hat. Auf einem Blick wird mir klar, dass diese maximal 2 Tage reichen wird. Gott sei Dank, kommt aber im November Sarahs Mutter, die noch allerhand aus Deutschland mitbringt. Nun werden Alex Eltern begrüßt, die hier eine Woche Urlaub gemacht haben, in der Hoffnung, dass die Kinder kommen. Das war aber nichts und übermorgen geht es für die beiden wieder nach Hause. Der nächste Besuch wird aber schon nächsten Monat sein.

Nachdem wir alles besichtigt hatten, spielten wir Tischtennis. Das hatten wir mittlerweile 3 Jahre nicht mehr getan und so schlug Alex uns, ohne das wir auch nur den Hauch einer Chance hatten. Er war allerdings in Übung, denn er hatte wochenlang mit den Handwerkern gespielt, die dafür immer schon 10 Minuten eher Feierabend bekommen hatten und dann via Tischtennis noch unbezahlte Überstunden machten. Immerhin gewann ich aber die ersten 2 Spiele gegen Bernd. Selbst Sarah spielte mit uns, wenn auch das Bücken schwer fiel. Es war unglaublich idyllisch hier und während wir spielten, kreisten tatsächlich drei Störche und 2 Geier über uns in der Luft. Wo gab es sowas schon? Bei der Anzahl von Störchen hier, ist es wahrlich kein Wunder, dass Sarah gleich Zwillinge bekommt, zumal sogar in deren Garten ein gigantisches Nest in dem Baumwipfel zu sehen ist.

Papa-Storch hockt auf dem Strommast und bewacht von dort das Nest im benachbarten Baum.

Nachdem wir uns sportlich so verausgabt hatten, schmiss Alex den Grill an und gemütlich saßen wir dann in dem neu errichteten Wintergarten und schlugen uns den Bauch voll. Alex ist der absolute Grillmeister und hat mittlerweile die Gabe entwickelt, das Fleisch genau auf dem richtigen Punkt vom Grill zu nehmen und so schmeckt es fantastisch. Anschließend kamen die Karten auf den Tisch und es wurde Doppelkopf gespielt. Bernd hatte gestern dafür extra ein Computer-Programm runtergeladen, mit dem er schon gestern geübt hatte. Er ist ja noch immer Neuling und hat mich gestern mit seinen Fragen, schier zur Raserei gebracht. Ich ihn mit meinen Antworten allerdings auch! Irgendwie hat es (das Programm und der Text mit den Regeln … nicht Ines Antworten) aber doch etwas gebracht, denn Bernd spielte gar nicht mal so übel und belegte sogar den zweiten Platz!!! Ich verlor!  Gegen 11 Uhr gingen wir dann ins Bett und ließen noch einen Film flattern. Jetzt ist es gleich halb 10. Ich bin seit 5 Uhr wach und langsam erwacht auch Bernd wieder zum Leben. Heute wollen wir Alex und Sarah tatkräftig unterstützen, so das auch wirklich alles fertig ist, wenn die Kinder kommen. Ich werde Fenster putzen, denn das liebe ich ja so und besonders gut geht es unter Druck. Da Bernd mich heute schon gedrückt hat, steht einem Erfolg nichts mehr im Wege. Bernd will sich die Garage vornehmen und diese aufräumen. Das Wetter ist noch immer nicht gut und so sind wir froh, etwas zu tun zu haben.
Euch einen ganz tollen Tag!!

Wenn ihr mal einen schönen ruhigen Urlaub in tollem Ambiente verbringen wollt, aber auch, wenn ihr einen bisher unerfüllten Kinderwunsch habt, kann ich euch  El Soto nur  wärmstens ans Herz legen. Ein Ferienhaus mit Pool, Garten und sämtlichen Sportgeräten, kostet zwischen 700 und 1000 Euro die Woche und man kann es bis zu 5 Personen belegen. Jedes Häuschen hat eine Terasse, auf der man frühstücken kann, eine Küche und sogar eine Waschmaschine. Alles ist auf dem neuesten Stand und wunderschön. El Soto ist ein kleines Dorf, von welchem man tolle Wanderungen unternehmen kann.  Zu unserem Traumstrand nach Roche sind es 15- 20 Minuten mit dem Auto. Auch Hunde sind hier herzlich willkommen. Schreibt uns einfach eine Mail und wir geben das dann weiter. Auch die Wohnmobilisten unter euch werden sich hier sauwohl fühlen.

24.10.2018

Nun sind wir schon einige Tage hier und wir fühlen uns sauwohl. Die Babys allerdings sind noch immer nicht da und Sarahs Rückenschmerzen werden nicht weniger. Nachts schlafen kann sie auch schon lange nicht mehr richtig, aber sonst ist sie topfit. Jeden Nachmittag spielen wir Doppelkopf und haben mächtig Spass dabei. Bernd schlägt sich tapfer und so langsam findet er Gefallen daran. Unser Tagesablauf hier hat schon eine gewisse Routine entwickelt. So wird erst einmal etwas gearbeitet. Das gefällt Alex meist nicht so, denn er steht auf dem Standpunkt, zuviel Arbeit macht krank. Trotzdem haben wir schon viel geschafft. So sind die unzähligen Fenster geputzt, das Haus tippitoppi, die terassenförmig angelegten Beete vor dem Haus vom Unkraut befreit, die Garage aufgeräumt, das benutze Apartement grundgereinigt und der Schuppen gestrichen.

Na, was sieht man hier?? a) Ines hat sich eine Pause verdient oder b) Ines bei der Arbeit ??

Bei letzterem gab es viel zu lachen, denn weil es so heiß war und Bernd seine Klamotten nicht mit Farbe einsauen wollte, entledigte er sich dieser und arbeitete in Unterhose.

Spanische Arbeitskleidung für den Notfall 🙂 Malermeister Alex mit seinem Gehilfen.

Das war auch gut so, denn nach getaner Arbeit war er über und über mit Farbspritzern bedeckt. Inspiriert von Alex Inschrift, welche er auf dem Weg zwischen den Beeten eingearbeitet hatte und“ Te quiero „lautete, was spanisch ist und zu Deutsch, ich liebe dich heißt, schrieb Bernd, Ich liebe Ines, mit großen Lettern auf den Schuppen und malte zusätzlich ein Herzchen. Lieb oder?

Sarah überwacht „alle“ Arbeiten; sie soll jetzt kurz vor der Geburt möglichst wenig tun … und daher unterstützen wir Sarah & Alex hier sehr gerne, wo es eben geht. PS: leider hat Ines die Sarah nicht von der Seite fotographiert…  dann könntet ihr die gewaltige „Zwillingskugel“sehen 🙂

Natürlich wurde es dann übergestrichen. Wenn wir so 3-4 Stunden gearbeitet haben, setzten wir uns immer in den Wintergarten und während wir Karten dreschen, snacken (=Knabbereien vertilgen) wir so allerhand. Sarah ist ganz begeistert, dass wir Flips aus Deutschland mitgebracht haben und auch noch ein paar Chips an Board hatten, denn sie hat oft Heißhunger auf etwas salziges. Auch die obligatorischen Gurken finden den Weg in ihren Magen, meist gleich nach der Schokolade oder der Pizza, die wir uns teilen. Am späteren Nachmittag gibt es dann Mittag für uns alle. Gestern hatte Alex gekocht. Irgendwas arabisches, was sehr lecker war. Vorgestern hatte Sarah ausgezeichnete Pfannekuchen gemacht und davor ich meinen neu entdeckten Hühnereintopf, der 2 Tage gereicht hat. Heute ist Bernd dran. Es gibt panierte Schnitzel mit Kartoffeln, Soße, Erbsen und Wurzeln. Das Wetter heute ist herrlich.
Gestern allerdings hatte es morgens geregnet und entgegen der sonnigen Ansage war es den ganzen Tag bedeckt. Bernd hat so gut er konnte, die Scheibe abgedichtet, denn es regnet schon wieder bei uns rein und genau wie vergangenes Jahr müssen wir Angst haben, dass wir die Frontscheibe unterwegs verlieren.

Es ist zum Kot… !! Die Menschheit kann bald zum Mars fliegen, aber trotz bisher 4 Terminen in diversen „Fachglaswerkstätten in Germany“ ist das Problem „immer noch nicht“ behoben.

Noch kann das aber nicht passieren, denn  Sarah hat uns gefragt, ob wir noch bis zur Geburt der Zwillinge bleiben können, was wir natürlich gerne machen. Die beiden haben nämlich vor, mit dem Wohnmobil zur Entbindung nach Cadiz (ca. 65 km entfernt) zu fahren. Dann kann Alex immer bei Sarah sein und im eigenen Wohnmobil übernachten, denn Cadiz ist eine Stunde Autofahrt von hier entfernt. Die 3 Hunde wollten sie ursprünglich mitnehmen, was Sarah aber etwas nervös machte, denn sie hat die Angst, dass gerade dann, wenn Alex mit den Dreien Gassi geht, die Kinder kommen. Außerdem wird es im Mobil auch schnell zu warm für die Hunde und so ist es beschlossene Sache, dass wir uns um die drei kümmern , die sieben Katzen versorgen und auf die Finca aufpassen. Jetzt gibt es noch die versprochenen Fotos und ich melde mich wieder, wenn die Babys da sind!

Der Pool; links hinten ein kleines Gästehaus (wird noch erweitert); rechts hinten das Gästehaus mit 2 Appartments.
Na liebe Erika Voss… alles Anfi !!! oder ? 🙂
Der Blick auf den „Wintergarten“ vom Haupthaus der bals 4-köpfigen Familie.
Total gemütlich!! Die natur-überdachte Terasse vor den Gästeappartments.
Die Terasse des am Haupthaus angebauten „Familiengäste-Appartments“
Auch nicht schlecht, oder ?? Der Blick von der/den Terassen ins Hinterland von El Soto. Wow!

Diese urrige Strohhütte wurde erhalten und nun soll/muss überlegt werden, wie dieses genutzt und ins Konzept der Anlage eingebunden werden kann! Ideen sind willkommen !!!

Liebe Grüße an euch alle!!!

25.10.2018   Die Babys werden geholt …

Gestern hatte Sarah dolle Rückenschmerzen und konnte vor Schmerzen kaum laufen. Sitzen ging auch nicht so gut und so fiel das Doppelkopf-Spielen aus. Sarah sollte liegen und gnadenlos jagte ich sie zurück zum Sofa, als sie mir beim Wäscheaufhängen helfen wollte. Fast den ganzen Tag machte ich das noch nicht renovierte Apartement sauber, welches bis dato nur von Freunden frequentiert geworden war. Anlässlich der Geburt der Zwillinge hatte sich aber viel verwandschaftlicher Besuch angemeldet und dieser sollte es natürlich  sauber haben. Bernd und Alex spielten Tischtennis. Kurz sah ich den beiden zu und konnte nicht umhin festzustellen, dass es aussah, wie bei Profispielern. Bernd hatte sich nun eingespielt und gewann tatsächlich gegen Alex, wenn auch immer nur knapp. Damit Sarah möglichst wenig zu tun hat, wusch ich noch allerhand Wäsche.  Zur Geburt sollte alles fertig sein.
Gegen 17 Uhr fuhren Alex und Sahra zum Arzt zur Schwangerschaftsuntersuchung. Bernd hatte sich angeboten zu kochen und machte sich dann in deren Küche ans Werk. Blöderweise war aber das Handy im Saloon geblieben und so hörten wir nicht, dass die beiden auf dem Rückweg waren. Essen sollte es nämlich direkt bei deren Ankunft geben. Nun verschob es sich nach hinten und kurz bevor Bernd die Schnitzel und alles andere fertig hatte, musste Alex zum Fussballtraining, so das wir 3 dann alleine aßen. Es schmeckte ganz wunderbar. Während des Essens erzählte us Sarah von den Untersuchungsergebnissen. Diese waren nicht so gut ausgefallen, denn Sarah hatte viel zu hohen Blutdruck und eine Schwangerschaftsvergiftung. Die Babys waren seit der letzten Untersuchung deshalb nicht mehr gewachsen. Nun sollte sie zwei mal täglich den Blutdruck messen und nächste Woche wieder beim Arzt vorstellig werden. Falls der Blutdruck dann immer noch so hoch wäre, würde dann die Geburt eingeleitet werden. Gleich nach dem Essen googelte ich dann erst einmal alles, was ich über Schwangerschaftsvergiftung rausfinden konnte und war ganz erschrocken. Bernd machte derweil die Küche wieder sauber, wobei es sich Sarah nicht nehmen ließ, ihm etwas zu helfen. Bewaffnet mit meinen Kompressionsstrümpfen ging ich dann wieder zu Sarah. Diese hatte enorm viel Wasser in den Beinen, welches Mitverursacher des zu hohen Blutdrucks war. Sarah bekam sie aber nicht an und später, wenn Alex wieder da war, sollte er ihr helfen. Ich hatte gelesen, dass wenn zu diesem Zeitpunkt eine Schwangerschaftsvergiftung diagnostiziert wurde (37ste Woche), die Kinder üblicherweise geholt werden. Das teilte ich dann auch Sarah mit. Das ansonsten Gefahr für das Leben der Mutter bestand, sagte ich aber nicht und fragte sie nur, ob sie dem Arzt vertraute und das es mir persönlich lieber wäre, wenn sie die Baby heute schon bekäme. Gegen 20 Uhr 30 ging ich dann zurück zum Saloon, wo Bernd und ich noch etwas fernsahen.
Gegen 22 Uhr rief dann ein aufgeregter Alex bei uns an. Der Arzt hatte sich noch einmal gemeldet und als er hörte, dass der Blutdruck immer noch viel zu hoch war, sollte Sarah nun sofort ins Krankenhaus kommen.
Dort ging dann alles ganz schnell. Obwohl die Kinder ideal für eine natürliche Geburt lagen, war dieses aufgrund des Blutdrucks zu gefährlich und so wurde ein Kaiserschnitt eingeleitet und nach 30 Minuten waren dann Tiago und Emilio auf der Welt. Die beiden wogen 2550 und 2600 Gramm und kamen sogleich ins Wärmebettchen. Alex rief uns gegen 24 Uhr an und berichtete Mutter und Kinder seinen Wohlauf.

Hola Tiago & Emilio … willkommen auf unserer schönen Welt!

Gott sei Dank!!!!! Überschwenglich gratulierten wir. Meine Frage, ob die Kinder denn Haare hätten, konnte Alex nicht beantworten, denn als er sie sah, hatten sie schon Mützen auf.

Der stolze Vater nach der Geburt mit einem der beiden Zwillinge …who is who ??

Die Ärzte hatten ihm abgeraten bei der Geburt dabei zu sein und so wartete er in einem anderen Zimmer, bis alles vorrüber war. Der Arme!!! Anscheinend war er so nervös, dass es sich bei uns auf die Hunde übertrug, denn die bellten hier die ganze Nacht und sind der Grund dafür, dass ihr schon jetzt informiert seid, grins. 🙂
Es ist erst 4 Uhr in der Früh und ich werde gleich noch einmal versuchen zu schlafen. Euch wünsche ich einen schönen Tag!!

27.10.2018

Leider hat in den letzten Tagen mein PC aus unerfindlichen Gründen nicht funktioniert, deshalb konnte ich nichts schreiben. Bernd das Supertalent hat es aber wieder hinbekommen. Ja, was gibt es zu berichten? Sarah ist noch immer im Krankenhaus, mittlerweile aber von der Intensivstation, auf der sie wegen des hohen Blutdrucks lag, wieder runter. Alex ist Tag und Nacht bei ihr und war vor 2 Tagen nur mal kurz  hier reingeschneit, um zu duschen und etwas zu schlafen. Aus letzterem wurde nichts, weil ich ihn so zugetextet hatte. Die Babys sind soooo süß, haben aber noch keinen Tag- Nachtrythmus und so sind Alex und Sarah permanent todmüde. Sarah kann sich wegen des Kaiserschnitts kaum rühren und hat ordentliche Schmerzen. Zum Glück ist aber Alex da und kann sich um die Kinder kümmern. In dem Krankenhaus hat jede frischgebackene Mutter ein eigenes Zimmer in dem auch ein Sofa steht, auf dem der Ehemann schlafen kann. Toll, oder? Ich habe seiner Zeit mit noch 3 Müttern auf einem Zimmer gelegen und das empfand ich als ganz schrecklich, denn den ganzen Tag gab sich der Besuch die Klinke in die Hand und man kam nie zur Ruhe. Mittlerweile ist auch Sarahs Mutter im Krankenhaus eingetroffen mit jeder Menge Säuglingskleidung im Gepäck. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es diese nämlich nicht im spanischen Krankenhaus . Sarah hatte natürlich im Vorweg auch etwas gekauft, wie ich aber fand, viel zu wenig. Sarahs Mutter ist nun zum ersten Mal Oma geworden und das gleich zweifach!!! Herzlichen Glückwunsch!!!

Am Nachmittag hatte ich die Idee ein Lied für die beiden zu dichten, zu welchem Bernd dann eine Melodie machen sollte. Er war tatsächlich einverstanden und so reimte ich, was das Zeug hielt. Das Resultat nach 10Minuten setzte Bernd dann sofort in ein Lied um und es klang irre gut. Während ich den Zettel mit dem Text hochhielt, damit Bernd es beim Gitarrespielen lesen konnte, filmte ich gleichzeitig. Den Film schickten wir dann zu Sarah und Alex, die sich beide super darüber gefreut haben.
(Leider ist das Video vom Datenvolumen zu groß um es hier im blog hochladen zu können; vielleicht???  poste ich es bei youtube – obwohl es dafür von der gesamten künstlerischen Qualität zu schlecht ist … sollte ja auch nur spontan für Alex und Sarah sein!  Wenn, dann nenne ich es dort: Hallo Alex & Sarah – welcome babys )

Bernd und ich haben hier ordentlich gearbeitet. So haben wir gemeinsam das noch unrenovierte Ferienhäuschen sauber gemacht. Das hat wirklich ewig gedauert und ist jetzt blitzeblank. Beim Hervorziehen eines Schrankes sprang mir ein Gecko entgegen. Man habe ich geschrien!! Ich hatte mich wirklich total erschrocken und Bernd kam sogleich angerannt.
Im Haupthaus findet man nun auch keinen Staubkrümel mehr und ich habe mindestestens 5 Mal gewischt, weil andauernd einer der drei Hunde verbotenenweise reinkam und Dreck mitbrachte. Der Kühlschrank ist nun sauber und ebenso sämtliche Wäsche. Wir kamen zu dem Schluss, dass wir nun genug getan hätten und spielten Tischtennis. Anschließend spielten wir endlich einmal wieder Scrabble, lernten in der Sonne spanisch und ließen den lieben Gott einen guten Mann sein. Bernd ging noch einmal mit den Hunden und am Abend setzten wir uns unter die Lampions im Garten und genossen die Romantik.

28.10.2018

Wir schliefen wunderbar bis halb 9. Beim Verlassen des Wohnmobils sah ich, dass die Hunde miteinenander tobten, wie die Bescheuerten. Auch die Katzen wurden gejagt. Alle hatten anscheinend richtig Spass. Naja, die Katzen vielleicht weniger. Beim Näherkommen sah ich dann, dass die drei ein Schaumstoffkissen zerfetzt hatten und diese nun in Tausend Einzelteilen im Garten verstreut herumlagen. Tolle Wurst!! Da wusste man ja gleich was man zu tun hatte.

Wir schickten einen kurzen Film von den tobenden Hunden zu Alex und Sarah. Darauf hin rief Alex an und teilte uns mit, dass sie schon heute nachmittag nach Hause kämen. Wahnsinn!!! Schliesslich war die Geburt doch erst 3 Tage her. Anscheinend wurde aber  jedes Bett benötigt. Wir freuten uns total, aber waren jetzt auch mächtig im Stress, denn Bernd wollte die Babywippen aufbauen und ebenso die dazugehörigen Trip- Trapstühle.

Achtung Baustelle !! Das tolle an Zwillingen ist, dass alles doppelt aufgebaut werden muß und man(n) beim jeweils zweiten Möbelstück dann schon viel schneller beim Aufbau ist. Nach mehr als 3 Stunden war alles fertig.

 

Fertig ! So, nun noch schnell ein „Probesitzen“ mit „meinem“ Teddy Franz … auch wenn dieser schon fast 50 Jahre alt ist 🙂

Ich wollte für alle kochen und dem Haus den letzten Schliff geben.
Kurz gesagt, wir wurden so gerade mit unseren Aufgaben fertig, da kam die frischgebackene Familie auch schon. Mit dabei, Sarahs Mutter, die stolze Oma. Nun wurde noch einmal gratuliert und natürlich die Babys bewundert. (das wenige, was man da von den kleinen Mäuschen im Maxi-Cosi so sehen konnte – niedliche Gesichter mit großen Mützchen auf 🙂 )  Mein Gott, waren die klein und soooo süß.

Ich nenne sie nun einfach mal Nr. 1 und Nr. 2 , denn ich weiß bzw erkenne noch nicht, wer Tiago oder Emilio ist !


Sarah quälte sich mit schmerzverzerrtem Gesicht aus dem Auto. Sie konnte kaum laufen, soviele Schmerzen hatte sie. Sie sah wirklich nicht gut aus und die letzten schlaflosen Nächte hatten ihr übriges dazu beigetragen. Nachdem die Kinder in ihren Maxicosis abgestellt wurden tischten Bernd und ich das Essen auf. Es gab ein Samelsurium aus allem was unser und Sarahs Kühlschrank hergab. Das war Gehacktes mit Nudeln, Bratkartoffeln, Bratwurst und jeder Menge gedünstetes Gemüse. Bernd half mir beim Tischdecken und es wurde serviert. Keine Ahnung, ob es schmeckte, aber es beschwerte sich keiner. Morgen müssen wir unbedingt einkaufen, denn wir haben jetzt fast nichts mehr im Kühlschrank. Nach dem Essen machte ich noch fix die Küche wieder sauber und Alex präsentierte den Hunden den Familienzuwachs.

Sarah hatten wir mit den Kindern ins Bett geschickt, denn sie konnte sich kaum noch auf den Beinen halten. Nun ließen wir die junge Familie alleine. Die beiden hatten jetzt genug mit den Kindern zu tun und wer weiß? Vielleicht können sie jetzt auch mal ein Stündchen schlafen. Bernd und ich verzogen uns ins Wohnmobil.
Es dauerte nicht lange und alle 3 Hunde kamen zu unserem Wohnmobil. Sie forderten ihren Spaziergang und da Alex anscheinend nicht greifbar war, musste Bernd mal wieder ran. Dieser tat das gern und nach einer guten halben Stunde waren alle 4 wieder da.
Zeit Blog zu schreiben und euch auf dem neuesten Stand zu bringen!

31.10.2018

Seit zwei Tagen regnet es hier ohne Unterlass und gestern waren wir fast den ganzen Tag im Wohnmobil.

Alles unter Wasser und der schöne neue Stellplatz schwimmt.
Bei dem Wetter musste sogar Bernd ne? Zigarette ausnahmsweise aus dem Fenster heraus rauchen.

Erst gegen 16 Uhr ging ich zur Finka rüber, um zu kochen. Es sollte Wraps geben. Dafür machte ich ein Kilo ungarischen Gulasch und im Backofen ein ganzes Hähnchen. Dann wurde jede Menge Salat, Tomaten Paprika, Zwiebeln und Lauch geschnitten. Schliesslich waren wir 6 Leute, die alle satt werden wollten. Gestern war nämlich auch Miriam angereist, die wir ebenfalls im letzten Jahr in Roche kennengelernt hatten. Blöderweise schnitt ich mir so richtig tief in den Finger, aber Indianerherz kennt ja keinen Schmerz und mit zusammengebissenen Zähnen ignorierte ich das Brennen. Das Essen war pünktlich auf die Minute um 18 Uhr fertig und ich rollte einen Wrap nach dem anderen. Bernd servierte dann. Allen schmeckte es prima und mir fiel ein Stein vom Herzen.

2 Frauen irren mit dem Auto durch Barbate und lassen einen Mann hilflos zurück!

Tags zuvor hatte Sarahs Mutter leckere Schweinemedaillons mit Bohnen und Kartoffeln gemacht.

Jo Alex, da wirst Du in Zukunft wohl noch oft mit einer Hand essen müssen… klappt aber schon ganz gut.

Zuvor musste sie einkaufen und netterweise nahm sie uns mit. Es war kurz vor 14 Uhr und wir baten sie, doch eben beim Zigarettenladen zu halten, da wir unbedingt Hülsen brauchten. Das Halten war kein Problem und schnell sprang Bernd aus dem Auto, um diese zu besorgen. Leider gab es keinen Parkplatz und so fuhren wir die nächste Strasse rechts rein. Unser Plan war es, einfach einmal im Carree zu fahren und Bernd dann wieder aufzugabeln. Das gestaltete sich dann aber mehr als schwierig, denn sämtliche Querstrassen, in die wir nun rechts abfahren wollten, waren Einbahnstrassen. Zudem waren die Strassen mehr als eng und überall war rechts vor links, was Sarahs Mutter jedesmal zu einer kleinen Vollbremsung veranlasste. Irgendwie entfernten wir uns immer weiter von Bernd und hatten schon nach relativ kurzer Zeit völlig die Orientierung verloren. Ich hätte mir mein Monogramm in den Hintern beißen können, dass nicht ich in den Laden gegangen war, denn Bernds Orientierungssinn ist wesentlich besser als meiner (Danke Ines!) und mit seiner Hilfe, hätte Sarahs Mutter den Laden sofort wieder gefunden. So gurkten wir dann tatsächlich 30 Minuten durch die ganze Stadt, bevor ich auf die Idee kam, mir das Handy von Sarahs Mutter auszuleihen( ich hab ja keins) und bei Bernd anzurufen. Der war aber gerade nicht erreichbar. Stattdessen rief nun Alex an. Bernd hatte ihn kontaktiert, damit er uns ausrichtete, dass er nun zu Fuß zum Lidl gehe und uns da treffen wollte. Super, dann mussten wir nun nur noch den Lidl finden. Wieder tuckelten wir kreuz und quer durch die Stadt und fragten unterwegs 3 verschiedene Leute. Ein Polizist war auch darunter. Genützt hat es wenig bis gar nichts, aber Gott sei Dank kam Sarahs Mutter nun auf die Idee, Google zu befragen. Das war eine großartige Idee und tatsächlich dauerte es nun nur noch 7 Minuten, bis wir schweißgebadet vor dem Laden einparkten. Bernd war natürlich schon Ewigkeiten dort und seine Laune war nicht die Allerbeste. Sarahs Mutter ging nun in den gegenüberliegenden Aldi und wir als eingefleischte Lidl-Fans natürlich in den Lidl. Dort bemerkten wir, dass mein Portemonai nicht mehr in meiner Tasche war. Es konnte nur auf dem Rücksitz vom Wagen liegengeblieben sein und so schickte ich Bernd los. Wenn überhaupt möglich, wurde seine Laune noch schlechter. Ich kümmerte mich aber nicht drum und ging schon mal in den Laden. Bernd musste nun zuerst einmal den ganzen Aldi abklappern, um Sarahs Mutter zu finden, die ja den Autoschlüssel bei sich trug. Tatsächlich lag das Portemonai auf dem Rücksitz und widerum musste Bernd durch den ganzen Aldi marschieren, um den Autoschlüssel wieder abzugeben. Tja,es gibt so Tage….. (und orientierungslose Frauen)… Irgendwann hatten wir aber alle Einkäufe beisammen und es ging zurück.

Sarahs Mutter begann sofort mit den Kochen und später aßen wir alle zusammen. Bernd und Miriam machten anschließend die Küche wieder sauber und dann ging es zurück ins Wohnmobil, wo wir uns noch einen Film ansahen.

Auch jetzt kommen wir gerade vom Essen. Es gab Spaghetti Bolonese. Dieses hatten Alex und Jörg zubereitet. Jörg, ein Schweizer, den wir ebenfalls letztes Jahr in Roche kennengelernt hatten, hatte nun auch den Weg zu Alex und Sarah gefunden und unterstützte Alex tatkräftig beim Küchendienst.
Heute hatte ich den halben Tag bei Sarah verbracht, weil es den ganzen Tag wie aus Kübeln gegossen hatte und mir echt langweilig war. Bei Sarah durfte ich mich jedenfalls um die Wäsche kümmern und etwas putzen. Herrlich!!! Danach durfte ich mich sogar um die Babys kümmern. Abwechselnd trug ich sie durch die Gegend, während einer immer an Sarahs Brust hing. Wickeln ging auch noch prima und ich bin ganz vernarrt in die beiden.
Später am Nachmittag spielten wir (hier meint Ines nun uns 4 Erwachsene) eine Runde Doppelkopf. Sarah geht es nun schon viel besser, wobei sie aber noch immer starke Schmerzen hat und sich im Bett am wohlsten fühlt. Kein Wunder, denn die Geburt ist ja erst 6 Tage her.

03.11.2018

Nachdem Bernd und ich schon früh am Morgen die Ferienwohnungen gesäubert hatten, sind wir gestern über Feldwege nach Vejer gelaufen. Der Weg war dermaßen matschig, dass meine Schuhe wohl auf ewig versaut sind.

Richtig fiese Lehmmatsche. Zuerst war das Wetter noch ganz gut, dann bezog es sich und es wurde richtig kalt. Natürlich war ich nur mit einem T.Shirt bekleidet. Frieren tat ich trotzdem nicht, denn nachdem wir den Matschweg hinter uns gelassen hatten ging es über eine verlassene Straße immer aufwärts.

Vejer ist eine wunderschöne kleine Stadt mit einer grandiosen Aussicht, da sie auf einem Berg liegt. Die alte Straße, die dort hinaufführt hatte permanent eine Steigung von mindestens 22 Prozent und trotz meiner leichten Bekleidung lief mir der Schweß im Ströhmen übers Gesicht. Bernd lief leichtfüßig vor mir her. Kein Wunder, denn er hat ja sein Idealgewicht. Dieses hatte er mir heute Morgen, nach dem Gang auf die Waage stolz mitgeteilt und im Laufe des Tages dann noch zusätzlich mehrere Male. Ich war schon fast soweit schlechte Laune zu bekommen, beherrschte mich dann aber doch.

Was steht denn da plötzlich mitten im Wald? Ein Einhorn?
Nein, aber ein schöner Schimmel.

Endlich waren wir oben angekommen

und steuerten auf die wunderschöne Plaza zu in deren Mitte ein großer Brunnen vor sich hinplätscherte.

Rundherum waren Bänke und auf einer ließen wir uns fallen und lauschten dem Gitarrenspieler, der hier wunderbar Flamenco-Gitarre (ohne Gesang) spielte.

In seinem Hut befanden sich schon mehrere Euros und ich dachte so bei mir, dass Bernd der faule Sack, sich von ihm ruhig eine Scheibe abschneiden könnte. Um die Harmonie nicht zu gefährden behielt ich das aber klugerweise für mich. Nachdem auch Bernd einen Euro in den Hut geschmissen hatten, machten wir uns auch schon auf den Rückweg, denn ich fing nun an zu frieren, zumal meine Füße auch klitschenass waren. Der Abstieg war auch nicht ohne und ich musste mich ständig an Bernd festhalten um abzubremsen (wenn Ines weiterhin so böse über mich schreibst, kann sie sich in Zukunft einen anderen Bergesel suchen, der sie die Bergsteigungen raufzieht oder als Bremsbock beim Abstieg fungiert!!!  🙂   Von „Abstieg“ kann man auch nicht reden… waren halt nur sehr steile Teerwege.)

Unten angekommen fanden wir ein kleines Lokal und dort bestellten wir dann das Menü des Tages. Ein Drei-Gänge Menü. Vorweg gab es sogar noch zusätzlich einen Thunfischsalat. Dazu trank ich eine Cola und Bernd ein kleines Bier. Es schmeckte ganz prima und es kostete zusammen gerade mal 16 Euro. Pappsatt gingen wir dann zum Taxistand, welcher sich unmittelbar vor dem Restaurant befand und ließen uns zurück nach El Soto bringen. Wir hatten beide keine Lust nocheinmal durch die Matschepampe zu gehen.

Zuhause angekommen schnappte ich mir mein Buch und las ein wenig im Garten. Kurz darauf kam Alex Kinderwagenschiebenderweise bei mir vorbei. Er musste noch nach Cadiz und ich bot ihm an, die Kinder im Wagen noch solange zu schaukeln, bis der Hunger seinen Tribut fordern würde. So konnte Sarah, die sich hingelegt hatte, noch ein wenig länger schlafen, denn das war letzte Nacht wieder einmal viel zu kurz gekommen.
Nach 30 Minuten wurde der erste Zwilling quakig und ich brachte ihn zu Sarah an die Milchbar. Der zweite Zwilling hielt noch 20 Minuten länger durch und wurde dann auch zu Sarah gebracht. Sie gab mir den ersten und nachdem dieser sein Bäuerchen gemacht hatte, wickelte ich ihn. Dann die gleiche Prozedur mit Nummer 2 und schon schliefen die Süßen wieder friedlich ein. Sind halt eher die Nachtaktiven!! Ich legte noch etwas Wäsche zusammen und begab mich wieder zum Wohnmobil, wo ich dann versuchte meine Schuhe zu säubern und anschließend herrlich warm duschte. Bernd hatte sich schon hingelegt, da er heute etwas groggy war. Wir ließen dann noch die Glotze flattern und schliefen früh ein.

Ja und nun sitze ich hier bereits seit 4 Uhr topfit und schreibe Blog und studiere ein ums andere Mal den Wetterbericht, denn übermorgen kommt David für eine Woche zu uns.

Heute Nacht war die Ines wieder ein paar Stinden wach und hat dabei einige Zigaretten !!!! aus dem Fenster geraucht … wie man auf dem nächsten Aschenbecher-Foto sehen kann. Wieviele Kippen zählt Ihr ??? _______

Die Aussichten werden aber von Tag zu Tag schlechter. Ist das nicht gemein?? Da hilft nur noch eine Bestellung im Universum.

Wie versprochen nun brandneue Fotos von Tiago und Emilio!!!

Sind sie nicht süß ????

Womo

15.10.-16.10.2018 Punta Paloma und Playa Pedro Valiente

15.10.2018

Gegen Abend kamen wir dann in Punta Paloma an. Da es schon dunkel war und sehr windig blieben wir aber im Wohnmobil, zumal es nun auch anfing zu regnen. Es dauerte gar nicht lange und wir standen komplett in einem See. Das merkte ich, als ich beim Verlassen des Wohnmobils plötzlich knöcheltief im Wasser stand. Nun ja, ich habe ja mehr als ein paar Schuhe und Socken mit und somit war es nicht der Rede wert.

Am nächsten Tag war schlechtes Wetter angesagt, aber das schlechte Wasser war irgendwohin verschwunden und schon um 10 Uhr kam die Sonne raus. Wir schleppten die Campingmöbel in die Dünen, wo es etwas windstiller war und scrabbleten mit Carina 2 Runden.

Das Wetter war nun richtig herrlich, aber noch lange nicht so gut, wie in Deutschland. Die hatten doch tatsächlich heute 25 Grad bei wolkenlosen Himmel. Wir hatten ein paar Wolken und nur 22 Grad. Aber egal, uns reichte es.

Carina fing sich sogar einen kleinen Sonnenbrand auf ihrer zugegebenermaßen großen Stirn ein. Die hat sich auf jeden Fall von Bernd geerbt. Am Abend machten Vater und Tochter noch eine Spritz- und Klettertour durch die Berge.

Tochter und Vater beim „Free-climbing“ !

16.10.2018

Da wir Carina etwas bieten wollten und ihre Zeit hier bei uns sehr begrentzt war, fuhren wir am nächsten Tag noch ein Stückchen weiter  zum Playa nach Pedro Valiente. 5 Kilometer vor Tarifa Dort stand zwar ein großes Schild, dass Wohnmobile verboten waren, aber durch die App wusste ich, dass hier anscheinend nichts geahndet wurde, zumindest nicht um diese Jahreszeit. Und wirklich!!! Als wir die schmale Straße zu dem Platz hochfuhren, standen dort bereits an die 50 Wohnmobile aus allen Herren Länder.

Sieht doch imposant aus … ein Omnibus, schwarz foliert als WoMo.

Wie groß war unsere Freude, als wir sofort das Wohnmobil von Alex und Julia entdeckten, die wir ja vor ein paar Tagen in Roche kennengelernt hatten. Wie es der Zufall wollte, fanden wir direkt neben ihnen einen Platz und parkten ein. Die beiden hatten sich hier mit Freunden getroffen, die wir nun auch kennenlernten. Ein ebenfalls sehr nettes Pärchen, Cris und Julia, mit ihrem 11 Monate alten süßen Sohn Till, den alle nur das „Baby“ nannten.

Eine echt tolle „junge“ Familie: Julia, Cris und Till

Auf Anhieb verstanden wir uns großartig und schon nach 5 Minuten war es beschlossene Sache, gemeinsam am Abend zu essen. Ich bot mich freiwillig an, das Kochen zu übernehmen und fuhr dann mit Carina zum nächsten Lidl um die Zutaten einzukaufen. Es sollte Curryhunhn mit Kartoffeln und jeder Menge Gemüse geben und gleich nach dem Einkaufen machte ich mich ans Werk. Ein Hoch auf meinen Schnellkochtopf!!!!! Der hält lange warm und irgendwie schmeckt dass darin Gekochte immer besser als im herrkömmlichen Topf. Den ganzen Nachmittag amüsierten wir uns prächtig. Bernd spielte Gitarre und wir unterhielten uns non stop. Die 4 hatten aber auch wirklich allerhand Interessantes zu berichten und total coole Jobs, die sie fast alle irgendwie von unterwegs ausüben konnten. Cris hatte zudem noch eine Drohne und zeigte uns atemberaubende Filme, die er mit dieser gemacht hatte. Einfach irre. So hatte er z.B. die Drohne, hinter seinem Bulli her fliegen lassen, während sie selbst darin saßen und fuhren. Die Landschaft Andalusiens war aus dieser Perspektive noch schöner und beeindruckender, als sowieso schon. Selbst über den Wolken hatte er sie fliegen lassen. Dann gab es noch ein bezauberndes Familienvideo, welches fast zu Tränen rührte. Mit anderen Worten: Der Nachmittag und auch der Abend verging superschnell bei bestem Gesprächen und einem guten Tröpfchen. Irgendwie tickten wir alle ähnlich und das machte die Sache so harmonisch. Als dann auch noch mein Essen schmeckte, war ich rundherum happy und schnell war klar, dass wir den Folgetag ebenso miteinander verbringen wollten. Alex und Silvia1 wollten eigentlich zu einem Campingplatz fahren, weil sie ein Stromproblem hatten. Da wir Strom satt hatten, klemmten wir sie an unsere Aussensteckdose, schmissen den Generator an und luden ihr Auto so wieder voll. Das „Baby“ war nur lieb und pflegeleicht und so war alles perfekt.

Sowas hatte ich noch nie gesehen! Ein Kite-board (Name vergessen), bei dem der Kiter mit dem Brett quasi „über dem Wasser“ schwebt, da nur die unteren Kufen unter Wasser sind. Nur was für echte Kite-Profis !!
Na, da ist ja noch ein „wenig“ Platz am Himmel zwischen den ganzen Kitern …und ich kann dort vielleicht meinen“Drachen“ fliegen lassen 🙂

Nur Carina musste uns heute verlassen, denn sie wollte den letzten Tag ihrer Spanienreise in Malaga bei einer Freundin verbringen. Wir ließen sie schweren Herzens ziehen und hatten nun das Mobil wieder für uns allein.

Daddy & daughter in love ! Komm uns bald wieder besuchen mein Schatz!

Den ganzen Tag lang war das Wetter wie im Bilderbuch, selbst der Wind war kaum wahrnehmbar. Am Abend kochten dann Alex und Silvia. Es gab erst  Spaghetti Bolognese, welches saugut schmeckte und anschließend Tiramisu mit einem kleinen Milchkaffee.

Super lecker!! Den kaufe ich mir auch beim nächsten shopping in einem Mercadona

Beides ebenfalls sehr lecker. Wir verbrachten wiederum einen tollen Abend mit den vieren und dem Baby und fielen irgendwann alle todmüde ins Bett!

18.10. 2018
Gewitter und jede Menge Wasser in der Nacht und Abschied von unseren lieben Freunden …  see you again !!

In der Nacht ist dann ein Gewitter über uns hergezogen und hat jede Menge Wasser „abgeworfen“. Und na klar, bei unserer unpassenden Frontscheibe ist trotz Abklebmaßnahmen wieder etwas Wasser eingedrungen man könnte ein kleines Papierschiffchen auf der Ablage schwimmen lassen. 🙁
Unsere lieben WoMO-Freunde verlassen uns und den überfluteten Platz heute, um auf einem Campingplatz Strom aufzunehmen und sich ne`ordentliche Dusche zu gönnen.

Cris Transporter als Amphibienfahrzeug 🙂

……

Womo

11.10.2018 -14.10.2018 Roche

Wir sind wieder an unserem Traumstand in Roche!!
Ein Gefühl von zuhause macht sich hier breit und es ist ein absoluter Traum. Seit vorgestern nun ist Carina hier und gerade tobt sie mit Bernds Bodyboard durch die Wellen. Sie hat sichtlich Riesenspass!!!

Vorgestern morgen hatte es ja plötzlich kurzzeitig gewaltig gestürmt. Ich hörte noch, dass Bernd gegen halb 7 Uhr das Seitenfenster zumachte und ging logischerweise davon aus, dass er mit dem Dachfenster ebenso verfuhr. Leider war dem nicht so, was zur Folge hatte, dass der Wind dieses komplett herausriss. Ratet mal, wer die Schuld bekam? Richtig!!! Natürlich ich!!! Dabei war ich nicht einmal im selben Raum (eben, sie war draussen und hat am eigenen Leib gespürt, wie stürmisch es ist)  und ich hatte das Fenster natürlich auch nicht geöffnet. Na ja, nun hatte Bernd den halben Tag etwas zu tun. Da es regnete musste Bernd sofort aufs Dach. Zuvor wurden dicke Steine gesammelt. Die wurden dann aufs Autodach geschleppt und zusammen mit einer Platiktischdecke aufs kaputte Fenster gelegt.

(am Vormittag als es hell wurde, habe ich das Dachfenster -Heki- wieder provisorisch geklebt und alles mit Panzertape auf dem Dach befestigt … und die Steine mit hohem Bogen vom Dach geworfen)

Dies ist natürlich nur eine vorrübergehende Lösung, denn fahren können wir so nicht. Bernd rief also bei einer Werkstatt an und schaffte es tatsächlich auf spanisch, sein Problem dar zu legen. Wie wir feststellten, war hier morgen ein Feiertag, was die Firma zum Anlass nahm, gleich die ganze Woche zu schließen. Nun ja, wir wollen eh länger hier stehen.

Carina kam nachts um 4 Uhr endlich bei uns an und wir standen draußen, quasi als Empfangskommitee. Die Freude war groß, aber wegen der Uhrzeit verschoben wir das Reden auf morgen und gingen allesamt ins Bett.

Der nächste Tag begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein und ab ging es zum Strand. Zuvor verabschiedeten wir noch Julia und Alex.

Ein wahnsinnig nettes Pärchen aus dem süddeutschen Erding, mit denen wir den gestrigen Abend verbracht hatten und die mit ihrem Mobil sechs Monate auf Mallorca gestanden hatten. Auch sie hatten eine kaputte Scheibe und mussten nun zwecks Auswechslung nach Tarifa. Hierher wollen sie aber unbedingt wiederkommen und so werden wir uns bestimmt noch einmal sehen. Kaum waren die 2 fort, zog es uns wieder an den Strand.

Carina im „Whirlpool“ mit dem Bodyboard

Das Wetter war aber auch zu herrlich.

Sieht zwar idylisch aus, aber heute Nacht sind wieder Flüchtlinge unter Einsatz ihres Lebens mit diesem Boot wohl von Marokko an den Strand von Roche angelandet.

Nachdem Bernd und Carina so ihren Spass mit dem Bodyboard in den 2m-hohen Wellen hatten, wollte ich mein Glück jetzt auch einmal probieren. Die Wellen hatten es wirklich in sich, aber manchmal schaffte ich es tatsächlich mich auf dem Board zu halten. Zwar nicht so gut wie Carina, aber immerhin. Plötzlich haute mich eine riesige Welle um und ich wurde so richtig durchgespült. Beim Aufrichten hatte ich sofort das Gefühl, dass etwas fehlte. Und tatsächlich war meine Bikinihose nicht mehr da. Hektisch sah ich mich um. Dort hinten schwamm sie, aber schon kam die nächste Welle, die mich abermals umhaute und nun war auch die Bikinihose nicht mehr zu sehen. Verzweifelt sah ich zum Strand zu Bernd und Carina. Verfluchte Scheiße, gerade in diesem Moment kamen Alex und Sahra. Das Brett vor mich haltent, stakste ich aus dem Wasser (leider hatte ich das iphone nicht dabei und konnte kein Foto machen 🙂 )   Der Strand war wegen des Feiertages mehr als gut gefüllt und von hinten muss es ein Bild für die Götter gewesen sein. Nun kam ich zu unserem Platz und sofort stürtzte Alex auf mich zu, um mich zu begrüßen. Verschämt sagte ich, ich habe meine Hose verloren. Dabei hielt ich krampfhaft das Brett vor mir und vermied es mich umzudrehen. Blöderweise hatte ich auch rein gar nichts an Klamotten mitgenommen zum Strand. Nicht einmal ein Handtuch!! Carina und Bernd lachten sich fast tot und waren wirklich keine Hilfe. Nun wurde auch noch Sahra begrüßt und endlich endlich bekam ich ein Handtuch von Alex überreicht. Das werde ich ihm nie vergessen, denn es war echt furchtbar, so hinten ohne rumzustehen!!! Jetzt konnte ich die beiden abermals begrüßen und diesmal auch mit Freude und nicht mit Verzweiflung.
Sahra sah super aus mit ihrem gigantischen Schwangerschaftsbauch. Die Zwillinge wiegen nun schon 2,5 Kilo. Wohlgemerkt, jeder!!! Für so ein zierliches Persönchen wie Sahra echt allerhand. Eigentlich dauert es bis zur Geburt noch 4 Wochen, aber daran glaubt nicht einmal ihr Arzt. Bernd sprintete sofort los und holte ihr aus unserem WoMo einen Stuhl. Wir freuten uns tierisch die beiden wiederzusehen und noch mehr als wir hörten, dass sie ebenfalls mit dem Wohnmobil hier waren und 2 Tage bleiben wollten.

Es gab ja soviel zu erzählen und so gingen wir, nachdem Alex gesurft hatte und wir alle noch einmal im Wasser waren hinauf zu unseren Womos. Dort machte ich für alle Spaghetti Bolognese, was eher eine Mischung aus Bolognese und Chili con carne wurde und verdammt scharf war. Letzteres lag daran, dass mir das Gewürzglas mit dem Paprikapulver in den Topf gefallen war. Naja, der Hunger trieb es rein und ganz ehrlich? So schlecht schmeckte es eigentlich gar nicht. (Es schmeckte super — war aber wahrscheinlich einmalig!?) Nur die Lippen brannten wie Feuer. Wir machten uns einen chilligen Abend und hatten viel Spass.

Den kompletten folgenden Tag verbrachten wir 5 zusammen. Alex und Carina gingen mit ihren Brettern abermals ins Wasser. Carina konnte es jetzt noch besser als gestern und hat im Gegensatz zu uns überhaupt keine Angst.

Das erste Werbefoto des Body-board-Stars für ihren Sponsor 🙂

Nachdem hervorragenden Curryhuhn, welches Sahra für uns gezaubert hatte, erfuhren wir durch Sahras Windapp, dass im Atlantik ein Hurricane namens „Leslie“ auf Portugal und Spanien zu kommen sollte. Wir beratschlagten hin und her, was zu tun sei. Sollten wir mit den beiden zu ihrer Finca ins Landesinnere fahren, oder doch hierbleiben?? Wir besahen uns danach in kurzen Abständen die Wettervorhersagen und stellten fest, dass der Hurricane eher auf Portugal treffen würde, wir aber eventuell mit einem heftigen Sturm-Ausläufer zu rechnen hätten. Noch war davon allerdings rein gar nichts zu spüren und so beschlossen wir auf unserem Stellplatz nur höher zu fahren und weiter weg vom Wasser. Alex und Sahra taten dasselbe. Die ganze Nacht warteten wir dann auf den Sturm. Bis auf ein paar Regentropfen und etwas Wind wurden wir aber zum Glück verschont.
Ab 10 Uhr hatten wir dann sogar wieder Sonnenschein und Carina machte ganz allein eine ausgedehnte Radtour mit Bernds Mountainbike.

Bernd und ich nutzten dann die Zeit und scrabbleten und schmissen für 1 Stunde unsere Waschmaschine an. Später bekochte uns dann Carina ganz lecker mit einem vegetarischen Gemüsecurry. Bei Tisch unterhielten wir uns natürlich über das Leben im Allgemeinen und unsere Leben im Besonderen.

Nun wurde abgewaschen und der Saloon abfahrbereit gemacht, denn wir wollten heute noch nach Punta Paloma fahren, damit Carina auch einmal etwas anderes sieht. Auf dem Weg dorthin tankten wir noch Wasser an einer Tankstelle und sind jetzt unterwegs.

Ines ist mit Ihrem E-bike mit 60 km/h hinter dem Saloon hinterher gefahren, damit es auch einmal so ein Foto vom WoMo gibt 🙂 Ne, Ne, dieses Foto hat Carina aus Ihrem Leihwagen gemacht.

Hoffentlich finden wir dort ein Plätzchen. Es wird schon dunkel und morgen soll leider das Wetter ab Mittags schlecht sein. Aber was soll´s? Wir werden den Tag schon rumkriegen. …

Liebe Leser! Leider hat Ines in diesem Bericht ausnahmsweise einmal nicht über ihre Essgewohnheiten geschrieben. Aber seid versichert, sie hat sich auch diese Tage täglich bestimmt 2-mal gewogen 🙂

Womo

Carina kommt

Heute kommt meine Stieftochter Carina, darauf freuen wir uns schon sehr. Das letzte Mal hatte sie uns im Februar besucht und damals hatte es nur geschüttet. Entsprechend groß war unsere Angst, dass es dieses Mal genau so ist. Seit 2 Wochen sehen wir mehrmals täglich auf die Wetterapp und was sich da vor 2 Wochen aufzeigte, war mehr als besorgniserregend. Schlimmer noch, die Vorhersage wurde von Tag zu Tag schlechter und kurz überlegten wir, sie zu bitten, den Urlaub zu verschieben. Doch das verwarfen wir dann wieder, denn sie hatte ihren Urlaub ja eingereicht und wer weiss, ob es beim nächsten Mal nicht ebenso schlecht aussehen würde. Es war doch wirklich zum Mäuse melken. Da haben wir wochenlang nur das allerbeste Wetter und das sollte sich gerade nun ändern?? Bernd betete ein ums andere Mal. Da dieses letztes Mal aber auch rein gar nichts genützt hatte, zwang ich ihn dazu, es im Universum zu bestellen. Ich hatte das auch schon gemacht, war aber der Meinung, doppelt bewirkt mehr. Und tatsächlich scheint es zu funktionieren. Die Aussichten haben sich wieder verbessert und wir sind bester Dinge. Momentan tobt hier allerdings ein Sturm und regnen soll es auch. Da Carina aber erst Nachts hier ankommt, ist uns das egal.Hauptsache morgen ist es gut und das soll es laut Wetterapp werden! Juchhu!!

Gerade musste ich mal wieder an ihren 18ten Geburtstag denken. Den hatte ich komplett ruiniert. Dabei fing alles so gut an. Carina wollte mit 2 Freundinnen 2 Wochen später ganz groß feiern. Wir dachten aber, es wäre doch eine schöne Idee, zusätzlich an ihrem Ehrentag ebenfalls  zu feiern. Carina fand die Idee super und so schmückten wir den Garten. Es war der 06.September und in diesem Jahr ungewöhnlich warm. Also genau das richtige Wetter für eine Gartenparty in kleinem Kreis. Nach und nach trudelten die Gäste ein. Wenn ich mich richtig erinnere waren es ca. 16. Es gab Pizzaschnitten von Dr. Oetker und auch an alkoholischen Getränken herrschte kein Mangel. 2 ihrer Freunde fuhren nach dem Essen dann noch einmal kurz weg und zwar eben rüber nach Holland. Das war von Lingen aus quasi um die Ecke. Es dauerte auch gar nicht lange und sie waren wieder da. Im Gepäck zwei Joints, die sie jetzt kreisen ließen. 20 Jahre hatte ich keinen Joint mehr angefasst. Das letzte Mal mit meiner Schwester, die schier an mir verzweifelt war, weil ich einen regelrechten Horrortrip hatte, aber das ist eine andere Geschichte. Meiner Schwester ist sie allerdings noch so präsent, als wäre es gestern gewesen. Anlässlich des Geburtstages meinte ich nun, ich könne es mal wieder versuchen und so nahm ich ein paar Züge. Kurz darauf begann mein Herz zu rasen und ich bat Bernd meinen Puls zu fühlen. Auf meine Frage wie hoch er wäre, meinte Bernd sehr hoch. Genaue Zahl verlangte ich, aber Bernd konnte gar nicht so schnell mitzählen. Nun bekam ich echte Panik und zwar von der Musik. Techno!! Es wurde so schlimm, dass Bernd Carina bat, diese auszustellen. Tolle Party, so ohne Musik. Mir war jetzt kotzübel und als ich dies Bernd mitteilte, legte er beruhigend seine Hand auf mein Knie. Das hätte er mal lieber gelassen, denn plötzlich musste ich kotzen. Ratet mal wohin? Man war das peinlich!!! Obwohl ich nur auf die Erde guckte, war mir klar, dass alle mich ansahen. Keiner unterhielt sich mehr und nur meine Würggeräusche waren zu hören. Die hatten es allerdings in sich, denn keiner kotzt so laut wie ich. Seit dem Tag mag ich auch keine Dr. Oetker Baguettepizzaschnitten mehr.Die Stimmung war natürlich im Keller und Bernd spendierte Taxen in die nächste Disco. Kurz darauf saßen wir allein im Garten und ich hatte das nächste Problem. Durchfall bahnte sich an und ich konnte nicht laufen. Bernd bot sich in völliger Verkennung meines Gewichtes an, mich zum Klo zu tragen. Das schlug ich aus, denn das wäre eh nichts geworden. Ich ließ mich also vom Stuhl sinken und kroch durch den Garten zur Toilette. Dort verweilte ich dann 2 Stunden. Leider hatte ich keinen Eimer mitgenommen und so blieb mir nichts anderes übrig, als vor meine Füße zu kotzen, denn mit dem Hintern saß ich ja auf dem Klo. Idiotischerweise war ich davon überzeugt, dass Brnd mich durchs Fenster beobachtete und schimpfte lautstark mit ihm. Wie sich später rausstellte, räumte er aber in der Zeit den ganzen Garten auf. Endlich konnte ich das Klo verlassen, kam aber nur bis zur gegenüberliegenden Treppe und ließ mich auf die Stufe sinken. Nun kam Bernd, besah sich die Schweinerei auf der Toilette und verschwand in der Küche. Ich hörte Plastik rascheln und war überzeugt, dass er mich nun ersticken wollte. Ich war der Meinung, dass könne man ihm auch nicht verdenken. Nun kam Bernd mit 2 Plastiktüten aus der Küche und ich, überzeugt davon, mein letztes Stündlein hätte geschlagen, schloss die Augen und ergab mich meinem Schicksal. Bernd lief aber an mir vorbei, die 2 Tüten um seine Hände gewickelt, direkt ins Bad und machte alles sauber. So einen Mann muss man erst einmal finden!!! Carinas Freunden bin ich so in unvergesslicher Erinnerung und Carina denkt auch immer an mich, wenn sie an ihre Volljährigkeit denkt. Merkwürdigerweise war sie gar nicht böse und wie sie mir noch letztens berichtete, war es wohl auch in der Disco super. Ja und seitdem bin ich mehr oder weniger abstinent.

Womo

Bernd und ich !!! Aus dem Nähkästchen geplaudert.

 

11.10.2018 Rückblick

Es ist erst 4 Uhr und ich bin schon wieder wach. Da hier alles beim alten ist, dachte ich mir, ich schreib mal etwas über uns. Wer den Blog von Anfang an verfolgt hat, der weiss ja, dass ich Bernd im Internet gefunden habe und zwar an dem Tag, als meine Ehe in die Brüche ging.  Mein Exmann hatte mich nun genug geärgert und ich fragte mich, ob ich das wirklich bis zum Sankt Nimmerleinstag weiter durchstehen wollte und kam zu der Erkenntnis genug ist genug. Zudem stellte er mich an diesem Tag vor die Wahl, Auszeit oder aus und da wählte ich aus!! Das war die beste Entscheidung meines Lebens. Natürlich hatte mein Exmann auch ein paar gute Seiten, aber sagen wir mal so: Wenn er brennen würde und ich hätte Wasser, würde ich es trinken. (Dabei verabscheue ich Wasser.) Aus meiner heutigen Sicht muss ich sagen, er war einfach jemand, der die Gabe hatte, nur durch Verlassen eines Raumes, diesen zu verschönern. Trotzdem hatte ich ihn über zig Jahre abgöttisch geliebt. Er mich angeblich auch, verbrachte aber seine Zeit lieber im Internet, als mit mir. Da saß er dann täglich ohne Ausnahme, stundenlang vor seinem PC (ich übertreibe nicht) und besah sich Bildchen an und es waren keine Autos oder ähnliches. Wenn ich regelmäßig alle 3 Monate ausrastete, stellte er das Reden ein und sprach wochenlang kein Wort mit mir, bis ich mich tausendfach entschuldigte und er mich in Gnaden wieder aufnahm. Davon hatte ich an diesem besagtem Tag die Schnautze echt voll, zumal ich mittlerweile 40 geworden war und die Objekte auf seinen Bildchen selten älter als 18, dabei war er 57. Ich fühlte mich steinalt und hässlich, obwohl ich damals Idealgewicht hatte. Man mag es kaum glauben, aber es war tatsächlich so. Mit einem Satz, meine mentale Lage war besäufniserregegend. Alkohol vertrag ich aber nicht so gut und so bat ich dann meine jüngste Tochter mir zu erklären wie das mit dem Internet  funktioniert. Bis dato hatte ich davon nämlich keinen blassen Schimmer. Sie meldete mich bei der Partnerbörse ilove an und zusammen erstellten wir dann mein Profil. Nun noch 2 Fotos gemacht und hochgeladen und schwupps war ich drin und fand Bernd sofort und dass, obwohl er 150 Kilometer weit weg wohnte und ich beim Suchprogramm maximal 50 Kilometer eingegeben hatte. Klassischer Fall von Computerfehler!! Trotzdem gefiel er mir, denn er hatte außerordentlich witzig geschrieben und so schrieb ich ihm. Am selben Abend telefonierten wir stundenlang und lachten uns dabei fast tot. Am darauf folgenden Samstag trafen wir uns dann in Leer in einem Kaffee und weil wir uns so toll verstanden und so mächtig viel Spass hatten, gingen wir abends noch gemeinsam essen. Danach ging jeder brav wieder nach Hause. Das wiederholte sich dann die nächsten 6 Wochen. Danach meinten wir, dass es toll wäre auch mal etwas zusammen zu trinken. Wegen der Fahrerei ging das ja zuvor nicht und so lud Bernd mich für den kommenden Samstag zum Frühstück ein. Es war ein heißer Tag und obwohl ich damals noch kein Navi hatte, verfuhr ich mich nur 2 Mal und kam fast pünktlich in Lingen an. Der Frühstückstisch war schon gedeckt und wir ließen es uns schmecken. Anschließend wollte ich in der Küche den Abwasch erledigen. Das ging aber nicht, weil Bernd dort kein Waschbecken hatte. Er wusch immer in der Badewanne ab. Das fand ich ziemlich individuell. Danach machten wir uns es auf seinem kleinen Balkon gemütlich. Bernd hatte eine Flasche Sekt kalt gestellt, die wir nun lehrten. Unseren ersten Kuss gab es beim Brüderschaftstrinken.  Der Gesprächsstoff ging uns nicht aus und pausenlos mussten wir lachen. Das Wetter war einfach herrlich und als die Flasche leer war, war ich sturzbesoffen, was ich Bernd auch mitteilte. Daraufhin meinte er, wir könnten essen gehen. Darauf meinte ich: Super, dann bin ich auch gleich wieder nüchtern. Das veranlasste Bernd zu dem Kommentar: Och, dann lassen wir das mit dem Essen. Man was haben wir gelacht. Später schlug Bernd dann vor schwimmen zu gehen. Ich hatte aber kein Schwimmzeug dabei. Kein Problem, meinte Bernd, ich habe einen nagelneuen Tankini im Schrank. Das fand ich nun aber doch etwas befremdlich. Trotzdem nahm ich sein Angebot an. Der Tankini in Größe 36!!!! passte (lang ist es her) und wir fuhren zum See. Bernd kannte sich in Lingen noch nicht so gut aus und war noch nie zuvor an diesem See gewesen. Er war wirklich toll, aber merkwürdigerweise war ich dort die einzige Frau. Später stellte sich raus, dass es ein Schwulentreffpunkt war. Uns war es eh egal, denn wir hatten nur Augen füreinander. Bernd lag die ganze Zeit auf einer Seite und stütze seinen Kopf mit seiner Hand. Da wir Stunden dort verbrachten, holte er sich einen mächtigen Sonnenbrand. Am Abend gingen wir dann essen und mehr wird nicht erzählt!

Das ist jetzt über 12 Jahre her. Ich bin zu Bernd nach Lingen gezogen. Wir haben uns in einer Doppelhaushälfte mit Supernachbarn eingemietet. Ich wurde Finanzmanergerin beim BHW. 1,5 Jahre später kauften wir uns ein Häuschen und wiederum 6 Monate später heirateten wir. Das bedurfte etliche Überredungskünste meinerseits. Der steuerliche Aspekt war dann ausschlaggebend. Nun haben wir im nächsten Jahr schon hölzerne Hochzeit und ich habe keinen einziegen Tag bereut. Bernd ist klasse, wenn auch manchmal ein Korinthenkacker und ich liebe ihn über alles!!!! Wir können streiten wie die Kesselflicker, aber uns nie ernsthaft böse sein. Das Leben mit ihm ist toll!!!!! Meistens! Unseren Plan auszusteigen hatten wir schon recht schnell und daran arbeiteten wir unermüdlich. Wir ackerten meist 12 Stunden am Tag und Bernd machte an vielen Wochenenden noch Musik. Wir lebten auserordentlich sparsam und bildeten Rücklagen. Meine betrugen an die 25 Kilo. Vor ziemlich genau 1,5 Jahren war es dann soweit. Wir hatten es geschafft, kündigten unsere Arbeit und fahren seitdem durch die Weltgeschichte. Und ich muss sagen, es ist noch schöner, als wir es uns vorgestellt hatten.

Womo

Almogarve 04.10 – 08.10.2018

03.10.2018 Abfahrt

Wir verbrachten noch einen herrlichen Tag am Strand von Sao Martinho do Porto, bevor wir gegen 19 Uhr unser Wohnmobil flottmachten und losrauschten. Eigentlich viel zu spät, denn es wurde schnell dunkel und das liebt der Bernd nicht gerade (wg. der oft schlechten Strassenverhältnisse in Portugal verbunden mit der bescheidenen Scheinwerferkraft unseres Mobils). Er fing an rumzumucken. Anscheinend war es ihm ganz neu, dass abends die Sonne untergeht. Ich machte ihm den Vorschlag nicht zu unserem Etappenziel, welches ein 200 Kilometer entfernter gemischter Parkplatz mit Ver- und Entsorgung zu fahren, sondern eher eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen. Er war einverstanden und via App fand ich auch eine, die ebenfalls Wasser und Entsorgung hatte. Das war nötig, denn wir mussten unbedingt mal wieder waschen. Blöderweise fanden aber unsere beiden Navis diesen Stellplatz nicht (bzw. sollten wir durch eine ca. 3m breite Strasse fahren, in der seitlich auch noch Autos parkten 🙁  ) und so gurkten wir durch die Dunkelheit weiter.
Gott sei Dank waren die Straßen dann ausnahmsweise einmal recht gut. Jedenfalls streckenweise und viel Verkehr herrschte nun auch nicht mehr. So fuhren wir nun doch durch, bis kurz vor Sines. Dort gab esauch einen großen Parkplatz mit Ver-/Entsorgung. Auf diesem Platz standen über Nacht jede Menge LKW´s, die Benzin etc. geladen hatten und wir trauten uns kaum zu rauchen.

04.10.2018 Häusliche Pflichten

Am nächsten Tag war Bernd schon vor mir wach und hatte bereits entsorgt, als ich aufstand. Nun ging es richtig an die Arbeit. Die Betten wurden abgezogen, die dreckige Wäsche zusammengesammelt und die Waschmaschine in Gang geschmissen. Während diese vor sich hin nudelte, räumte ich komplett alle Schubladen und Fächer aus und machte diese sauber. Anschließend wurde Staub gewischt und Bernd saugte. Unsere Teppiche knüpfte ich mir dann auch noch vor und unter fließend Wasser schrubbte ich sie so lange, bis auch der letzte Fleck verschwunden war und die Läufer nur so tropften. Wie gut, dass mal wieder die Sonne schien. Nun war auch die Wäsche fertig und während Bernd sie aufhing, wusch ich unseren Saloon von außen. Das alles dauerte seine Zeit und als wir endlich fertig mit unserer Putzaktion waren, war auch die Wäsche trocken. Bernd kaufte noch schnell ein paar Lebensmittel ein und dann waren wir startklar.

Unsere Fahrt ging weiter. Mittlerweile war es tatsächlich nachmittags geworden und allzu lange wollten wir nun nicht mehr im Auto sitzen. Nach bereits 70 Kilometern fanden wir dann einen Traumstellplatz am Strand von Almogarve.

Zur Zeit ist Ebbe und man kann nun die Felsen sehen, die bei Flut vom kristallklaren Wasser überschwemmt sind.

Der lag ganz herrlich an einer Bucht und wir hatten das Glück, dass gerade als wir kamen, der beste Platz frei wurde. Mit uns standen hier noch 6 Mobile und unter denen kamen sogar 3 aus Deutschland. Neben unserem Wohnmobil, quasi auf der Steilküste war eine kleine Naturplattform. Dorthin stellte Bernd unseren Tisch und die Stühle und wir scrabbleten eine Runde.

Dieses einzige Gebäude in dieser Bucht war „wahrscheinlich“ in den Sommermonaten ein kleines „Lokal“. Ein Blick durch die Fenster verhieß aber nichts Gutes 🙂 Dort lag noch alles rum, so auch Kisten mit Kartoffeln etc., aber die Spinngewebe haben hier schon Einzug gehalten.

Ach, war es hier herrlich. Hier könnte ich ewig stehenbleiben, teilte ich Bernd mit. Daraufhin wurden all unsere Pläne erst mal wieder umgeschmissen. Wir wollten eigentlich nun so schnell wie möglich nach Spanien, um schon einen schönen Platz gefunden zu haben, wenn Carina am 11. Oktober käme. Nun aber waren wir so begeistert, dass wir uns einig waren, vorerst hier zu bleiben und dannn halt mehr Kilometer zu machen, damit wir pünktlich in Spanien ankommen würden. Der Platz war aber auch wirklich der Hammer!!! Mitten in der Natur, umgeben von Bergen und Dünen. Eine Treppe führte hinunter zum Strand und es gab sogar eine Quelle hier, bei der täglich die Einheimischen Unmengen von Wasser in Gallonen abfüllten.

Hier wurden an diesem Tag bestimmt „Hunderte von Gallonen“ abgefüllt.

Wie sie uns sagten sei das Wasser fantastisch. Überhaupt waren alle sehr sehr freundlich hier und wir fühlten uns einfach nur sauwohl. Wenn ich dachte, unser letzter Platz war der Schönste, muss ich das nun revidieren. Dieser war noch viel schöner. Hier gab es sogar Ebbe und Flut, welche sicher 20 Meter ausmachten. Die Wellen waren auch hier eher klein und somit würden wir hier super schwimmen können. Ich freu mich schon auf morgen!

05.10.2018  Im Paradies

Am morgen wachte ich früh auf und konnte mich an der fantastischen Aussicht gar nicht satt sehen. Nun kam auch schon Bernd und stellte fest, dass unser „neuer“ Kühlschrank abgetaut war. Der Fisch im Gefriefach war aufgetaut und das eingefrorene Brot schwamm im Tauwasser. Schöne Scheiße!!! Während ich die Gelegenheit nutze und den Kühlschrank säuberte, rief Bernd erstmal bei der Werkstatt an, die ihn eingebaut hatte und als er dort nicht weiterkam, beim Dometic Kundendienst. So richtig konnte uns keiner weiterhelfen, denn der Kühlschrank lief, die Flamme war an, aber er kühlte einfach nicht. Nachdem Bernd seine ellenlangen Telefonate und technischen Problemdiskussionen beendet hatte, war auch ich fertig und räumte alles wieder ein. Bernd hatte derweilen unseren Saloon mit den Hubstützen waagerecht gestellt, denn eine Ursache für die schlechte Kühlleistung konnte darin liegen, dass das WoMo und damit auch der Kühlschrank schräg stand. Nun startete ich das Ding erneut und plötzlich ging er wieder. Fragt sich nur wie lange. Dann wurde gefrühstückt.

Währenddessen füllte sich der Parkplatz mit lauter Einheimischen. Es wurde voll und voller. Vier Männer versuchten ein Schlauchboot aufzupumpen, allerdings ohne Pumpe und als Bernd dieses sah, gab er ihnen unsere von unserem Kajak. Nun ging es ruck zuck und es dauerte nicht lange und das Boot war startklar. Kurz überlegten wir unser Boot ebenfalls aufzubauen, verwarfen es dann aber, weil wir halt Schisser sind und wir immer noch keine Schwimmwesten haben. Ohne trauen wir uns nur 5 Meter rein und das ist dann doch etwas lächerlich. (Die anderen benutzten ihr Boot auch nur als Spass-Objekt und es lag meistens am Strand … dafür lohnt sich nicht die ganze „Arbeit“ das Kajak für einen Tag auf-und abzubauen) Vieleicht finden wir ja mal einen Fluss ohne Gezeiten und ohne Ströhmung 😉 Wir beschlossen aber ebenfalls zum Strand zu gehen, denn der war durch die ganzen Leute zum Leben erweckt worden. Soviele Leute am Strand hatten wir ewig nicht gesehen, denn die Saison ist ja jedesmal, wenn wir im Süden sind, vorbei.  Den Grund dass hier heute soviel quirliges Leben herrschte war, wie wir später erfuhren, dass heute Republikgründungstag war, also ein großer Feiertag in Portugal.

Am Strand war es himmlisch. Es gab richtig viel zu gucken und Bernd, der als erstes ins Wasser ging war total begeistert, denn das Wasser war überhaupt nicht kalt. Das musste ich nun auch testen und tatsächlich hatte es an die 25 Grad. Herrlich!!! Ich schwamm bestimmt 20 Minuten. Die Wellen waren hier sehr verhalten und ich traute mich weit raus zu schwimmen (zwischendurch konnte Ines sich immer wieder auf die unter ihr befindlichen Felsen stellen, die später bei Ebbe aus dem Wasser ragten).  Anschließend ließen wir uns in der Sonne trocknen und ich las Bernd wieder aus meinem Lieblingsbuch vor. Mehrere Stunden verbrachten wir am Strand, gingen mehrmals ins Wasser und freuten uns unseres Lebens. Danach duschten wir uns den Sand vom Körper und scrabbleten wieder auf unserer Plattform mit dem tollsten Blick auf die Küste. Im Himmel kann es nicht schöner sein, waren wir uns einig. Danach wuren die aufgetauten Fische gebraten und ohne Beilagen verzehrt. Die waren uns nämlich ausgegangen. Bernd hatte allerdings noch seinen Rest der Nudelpfanne von vor 3 Tagen. Es war ein wirklich einmalig schöner Tag.

06.10.2018

Bernd schlief heute bis halb 10  und ich war froh, als er endlich aufstand, denn nun konnte ich laut sein und abwaschen usw, was ich auch sofort in Angriff nahm. Heute ist es etwas windiger als gestern, aber genau so sonnig bei 24 Grad. Alle anderen Wohnmobile sind heute morgen abgereist und wir hier nun ganz alleine. Bernd hatte gerade überlegt, das Auto umzustellen, zwar wäre der Blick dann ein anderer, aber wir könnten im Windschatten des Wohnmobils sitzen.

Da wir nun noch 2 Tage hier bleiben wollen haben wir umgeparkt, da wir so nicht mitten im Trubel stehen und alle um unser Mobil herumlaufen (müssen) und wir abends die Sonne vorm Saloon geniessen können.

Gesagt getan und nun werden die Stühle rausgestellt und ich habe Feierabend. Bernd´s Arbeit beginnt jetzt erst, denn er muss nun die Fotos reinsetzten, damit ihr auch etwas zu sehen habt. Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Wochenende!

Wir haben noch einmal den ganzen Tag am Strand verbracht und sind viel geschwommen. Bernd hat sogar sein Bodyboard geholt und versucht dort die Ballance zu halten. Im Liegen versteht sich ;-). (Na, wie sonst? Im Stehen wäre es ja Surfen oder Stand-up-paddeln 🙂 Nachdem mich zum Schluß 2 Wellen von hinten von den Füssen gehauen haben, habe ich erst einmal für den Tag Schluß gemacht. Es ist noch kein „alter“ Meister vom Himmel gefallen!  Deswegen haben wir davon wohl auch noch keine Fotos gemacht ?!)  Ach ja, die übrige Zeit habe ich Bernd beim Sonnen, aus meinem Lieblingsbuch vorgelesen, welches übrigens 2 Frauen heißt. Mittlerweile war ich dort angekommen, wo eine der beiden stirbt und das zog sich über dreißig Seiten hin. Stellenweise konnte ich gar nicht weiterlesen, so sehr musste ich heulen. Immer wieder wurden Schluchzpausen eingelegt, in denen Bernd beruhigend meinen Arm streichelte, bis ich mich wieder gefangen hatte. Dann las ich kurz weiter, um sofort wieder in den Tränen auszubrechen. Auch unter Bernds Sonnenbrille bahnten sich die Tränen ihren Weg und schluchzend lagen wir uns in den Armen. Mannomann. Wie gut, dass das Buch bald zuende ist. Völlig verheult gingen wir zum Womo zurück und duschten uns die Tränen und den Sand ab.

Und mal wieder wird ein sagenhaft schöner Sonnenuntergang besungen … sie ist aber trotzdem schnell hinterm Horizont verschwunden!

07.09.2018 Kleine Wanderung

Heute konnte man nicht am Strand liegen. Es war zwar sonnig und auch warm, aber windig. Der Wind drückte das Wasser auf den gesammten Strand, so dass keine Liegefläche übrig blieb. Uns war das egal, denn wir wollten heute sowieso etwas wandern. Wie üblich ging ich vorraus und Bernd hatte mich nach 20 Minuten eingeholt. Früher ging das wesentlich schneller, aber mit meinen Orthesen bin ich ziemlich flott unterwegs. Zuerst ging es durch den kleinen Ort, der recht hübsch war.

Dieser Häuserreihe ist niedlich und das liegt vor allem an der sehr geringen Höhe der Reihenhäuser … wie man auf dem nächsten Bild anhand meiner Größe (1,96m) erkennt.

Na Ines, da haben wir s mit unserer Luxuswaschmaschine AEG-Lavamat an Board doch echt besser, oder ? Obwohl aus meinem „alten“ Musikerequipment haben wir auch ein original Waschbrett an Bord!!

Dann fanden wir einen kleinen Pfad, der widerrum direkt ans Meer, zu einer kleinen einsamen Bucht führte.

Man kann die Farbe des „Wassers“ hier nicht gut erkennen, aber hier seht ihr ein Belüftungsbecken, als Teil des örtlichen Klärwerkes. Man konnte am Geruch erkennen, dass es sich bierbei nicht um ein Freibad mit auf dem Kopf gelandeten Flug-Drohnen handelt 🙂

Dort machten wir eine kurze Trinkpause. Anschließend ging es daran, ein Stück die Steilküste hinaufzuklettern. Puh, das war gar nicht so einfach und Bernd reichte mir mehr als einmal die Hand und zog mich mit voller Kraft hoch.

Ines, unsere Klettermaus ! So sweet!

 

Er schaffte es so gerade und konnte sich den Kommentar:“ Wie gut, dass ich noch ein paar Kilo mehr wiege!.“  anscheinend nicht verkneifen. Blödmann!!!! Oben angekommen hatte man einen erhabenen Blick. Der Weg, der von hier aus wieder in die Stadt führte, war nervigerweise sehr sehr sandig und das Laufen war wirklich anstrengend. Das sah man dann am Abend meinen Fußknöcheln an. Die waren mal wieder ordentlich angeschwollen.

Zurück beim Dorf wollten wir uns eine Kleinigkeit zu essen gönnen. Ein Lokal hatte ich schon ausgeguckt, aber alle Tische im Außenbereich waren belegt und drinnen wollte ich partout nicht sitzen. So inspizierten wir die anderen drei. Irgenwie war mir aber keins recht und so gingen wir zurück zum ersten. Dort war mittlerweile ein Sofa frei geworden. Wir ließen uns drauf plumpsen und fanden es sofort gemütlich. Am Nachbartisch saßen 4 Mädels und hatten so eine Art einheimischen Eintopf vor sich stehen. Den wollte auch Bernd

So lecker !!!!! Auf dieses Nationalgericht habe ich mich in Portugal schon lange gefreut.

und ich entschied mich für Chocos fritas. Der Wirt war sehr nett, erzählte uns von seinem Problem Personal zu bekommen und noch so einiges aus seinem Leben. So macht auch er Musik und liebt Frank Sinatra. Wegen seines Personalmangels hat er aber keine Zeit dazu und deshalb gab er Bernd seine Visitenkarte.

Die „Musik-Ecke“ des Wirtes mit etwas verstaubten LP`s an der Wand … von Rod Steward, Franki-boy bis Abba 🙂

Vielleicht könne er ja im nächsten Jahr dort spielen. Das Essen war lecker und wir wieder so richtig begeistert. Die Portionen waren riesig und der ganze Spass kostete 18 Euro 50 mit Getränken. Weil es dort zusätzlich freies Wifi gab, wurden etliche Filmchen und Fotos versand. Dann ging es zurück.

Jetzt wollten wir eigentlich spanisch lernen, dass heißt, wir fingen sogar schon damit an, aber dann kam das holländische Pärchen und kurzentschlossen luden wir sie ein. Da es draußen mittlerweise frisch geworden war, saßen wir im Womo zusammen. Dieses Mal wurde kein englisch gesprochen. Die beiden sprachen langsames Holländisch und wir langsames Deutsch. Die Unterhaltung klappte wunderbar und wir haben so richtig viel gelacht.

Jetzt geht`s wieder auf nach Spanien … Auf Wiedersehen schönes Portugal!

Am nächsten Tag fuhren die zwei 2 Stunden vor uns los. Ich konnte sie gar nicht verabschieden, weil ich tatsächlich erst um 11 Uhr aufwachte. Bernd hatte schon alles klar gemacht und so wusch ich noch schnell ein paar Kleidungsstücke unter der der scheinbar nie versiegenden Quelle. Bernd füllte noch 2 Gallonen ab und auf gings. Wir verließen diesen tollen Platz und waren mehr als wehmütig. Unterwegs kamen wir irgendwann an einem Lidl vorbei und Bernd parkte ein, denn wieder mal hatten wir außer Licht nichts im Kühlschrank. Bernd fing an zu lachen und meinte:“ Rate mal, wer neben uns steht?“ “ Doch nicht etwas die Holländer?“ erwiderte ich. “ Wer sonst?“ meinte Bernd und tatsächlich. Lachend begrüßten wir sie. Das war nun das dritte Mal, dass wir sie zufällig trafen und wir waren uns alle einig, dass es Schicksal ist und sicher nicht das letzte Mal.

Schnell kauften wir ein und dann ging die Fahrt weiter zu einem Intermarche, welcher eine Entsorgungsstation hatte. Wir mussten unbedingt unsere Stinkwassertanks entleeren und so hielten wir. Direkt bei der Station stand ein selbstausgebauter LKw aus Hamburg gefährlich nahe an der Überdachung. Etwas knapp meinte ich noch zu dem einen, der einen sorgenvollen Blick auf die Überdachung warf. Da sah ich die Bescherung. Irgendwie hatten die beiden es geschafft, das der eine Träger der Überdachung sich ins Fenster des Wohnmobils gebohrt hatte.

Oh, oh, da haben die beiden aus HH aber nicht aufgepasst. Und es tut in den Ohren und in der Seele so weh, als sie dann zentimeterweise x-mal vor- und zurückfahren mussten, um sich aus dieser Situation zu befreien. Resultat: 2 demolierte Seitenfenster.

Nun versuchten sie vorsichtig,  dort wieder wegzukommen, ohne weiteren Schaden anzurichten. Ich holte schnell den Fotoapperat und machte ein paar Fotos. Nicht nett von mir, ich weiß, aber immerhin fragte ich vorher. Wir entsorgten in brütender Hitze und machten uns wieder auf den Weg.
Unsere Tagesetappe sollte bei 200 Kilometern liegen und jetzt, wo ich dieses hier schreibe, liegen noch gut 100 Kilometer vor uns.

Raucherpause !!!

Es grenzt nahezu an einen Wunder, dass ich die Buchstaben treffe, denn es rumpelt hier gewaltig und ich hüpfe auf meinem Sitz rum, wie ein Flummi. Im Auto sind es mollige 29 Grad. Beim Lidl habe ich mir ausnahmsweise eine 200 Gramm Packung Lachs gegönnt und diese soeben in eins aufgegessen. Heute konnte ich mir das erlauben, denn gestern hatte ich beim Durchprobieren meiner Garderobe festgestellt, dass mir tatsächlich noch 3 Teile passten, die bereits 4 Jahre alt sind. Ich war ganz begeistert, auch wenn es nur Schals waren. (Hä ???  Langsam wirds kritisch mit dem Schlangheitsdauerwunsch 🙂 )  Momentan sind wir kurz vor Mertola und die Gegend hat sich total verändert. Hier ist alles total trocken und wären nicht vereinzelnd grüne Bäume am Straßenrand, könnte man meinen, man führe durch eine Wüste.

 

Trotzdem unglaublich schön! Auf sämtlichen Strommasten haben Störche ihre Nester erbaut. Allesammt sind aber verwaist.

Na Ines , fast getroffen, aber man kann es erkennen 🙂 Bin ich zu schnell gefahren?

Verkehr ist hier wenig und so kommen wir trotz der Vielzahl von Schlaglöchern gut voran.

Nachdem es vorhin wegen der ganzen Schlaglöcher unmöglich war weiterzuschreiben, hole ich dies nun nach. Wir sind noch immer unterwegs und sind soeben bei Monte Francisco über den Rio Guadiana gefahren, der Portugal von Spanien trennt.

Natürlich haben wir die Brücke zur Überquerung des Flusses genutzt! Wie Ihr seht wird diese gerade grunderneuert. Nicht das Ihr denkt, dass wir in England sind … Linksverkehr wg. der Baustelle 🙂

Nun sind wir wieder in Spanien!  Momentan führt uns unsere Route noch ein ganzes Stück über die kostenlose Autobahn Richtung Sevilla. Irgendwo dort werden wir uns einen Übernachtungsplatz suchen. Gerade habe ich Bernd ein paar belegte Brote gemacht, die er mit großem Appetit vertilgt hat. Jaja, fahren (mittlerweile mehr als 6 Stunden) macht hungrig. Ich habe derweil an ein paar Gurkenscheiben geknabbert, die ich zwar verabscheue, aber der Lachs ist längst verdaut und auch ich habe Hunger. Sitzen kann ich auch nicht mehr und so wandere ich ein ums andere Mal im Saloon rum und mache im Stehen etwas Gymnastik. Dabei lacht mich ständig eine Tafel Schokolade an. Ich will unbedingt standhaft bleiben und höre nicht auf die Stimme in meinem Kopf. Die sagt: Iß sie!! Ich ignoriere sie komplett. Da meldet sich die andere und sagt: Hast du nicht gehört???? Schöne Scheiße! Was nun? Ich meine, verdammt sie sind in der Mehrzahl, dem kann mann sich quasi gar nicht entziehen. So, ich melde mich morgen wieder, hab zu tun ;-(

Womo

Nazare und Salir de Porto 29.09.-03.10.2018

29.09.2018 Nazare

Am Nachmittag kamen wir in Nazare an und bekamen gerade noch so eben einen Platz. Hier waren unglaublich viel junge Leute mit ihren Surfbrettern. Von links und rechts dudelten die Gitarren und es war ein stetiges Kommen und Gehen. Eigentlich gefiel mir der Platz recht gut,wenn er auch sehr dreckig war. Überall flog Klopapier rum, was kein Wunder ist, denn die meisten jungen Leute sind mit ihren Bullis hier und haben keine Toilette an Bord. Natürlich gehen sie dann zum Geschäfte machen in die Büsche und da es immer windig ist, findet das Klopapier ganz alleine den Weg zurück zum Strand. Da wir mehrfach gehört hatten, dass hier Autos aufgebrochen werden, waren wir uns sofort einig, hier nur eine Nacht zu verbringen. Wir trauten uns nicht, gemeinsam spazieren zu gehen und unseren Saloon allein zu lassen. Das war schon irgendwie blöd, denn wer hat schon Lust den ganzen Tag zu scrabblen? Und so war es  beschlossene Sache am nächsten Tag weiter zu fahren. Auch dachten wir, dass die Wellen hier mindestens 15 Meter hoch wären, aber wie uns gesagt wurde, ist das wohl nur im Dezember und Januar der Fall. Trotzdem waren die Wellen zu hoch, um ins Wasser zu gehen. Am Abend lehrte sich der Platz und wir waren fast ganz alleine dort. Ein bißchen Unwohl war uns beiden, aber wir zumindest Bernd schlief gut. Am nächsten Morgen ging es dann weiter. Zuerst dauerte es mal wieder ewig, bis wir auf der richtigen Straße waren. Ein netter Portugiese wollte uns helfen, aber obwohl er französisch, portugiesisch und auch spanisch sprach, verstanden wir nur Bahnhof. Unser Navi zeigte permanent in die Richtung, die für Mobile gesperrt war. Das ist normalerweise der Augenblick wo wir nervös werden. Heute aber nicht und so fanden wir in aller Ruhe den Weg raus aus diesem Labyrinth. Aud unserer Stellplatzapp hatten wir einen Stellplatz rausgesucht, der ausnahmslos gute Bewertungen hatte und auf den steuerten wir jetzt zu. Da er direkt an einem Kreisel lag, konnten wir uns zwar beim besten Willen nicht vorstellen, dass es was für uns wäre, aber wir wollten uns selbst überzeugen. Nach knapp einer Stunde waren wir schon da und waren total begeistert. Der Ort Sao Martinho do Porto war superschön und lag direkt an einer Bucht. Der Stellplatz lag ebenfalls an dieser Bucht und war ca. 800 Meter entfernt, direkt hinter den Dünen und trotzdem mit Blick auf das Meer. Wirklich ein Traum. Mit uns standen hier noch ca. 6 Mobile und gleich neben uns ein Ehepaar aus München mit ihren 2 kleinen Kindern. Ein Gespräch war schnell geknüpft und so verging die erste Stunde. Dann machten Bernd und ich uns auf, den Ort zu erkunden.

Es gab zahllose kleine Restaurants, aber am schönster war der Blick aufs Wasser, der von überall gleich schön war. Ganz vorne in der Bucht lagen zahlreiche kleine Fischerboote im Wasser, was dem ganzen dann noch einen romantischen Touch gab. Der Ort war umrahmt von Bergen. An einer Seite hatte man einen Gang durch die Felsen gehauen und wenn man hindurch ging, stand man auf einem Mal vor dem naturbelassenen Atlantik. Hotels gab es hier auch jede Menge, aber sie waren eher klein gehalten und störten so das Ortsbild kaum. Liebe Leser, solltet ihr einmal Urlaub in Portugal machen wollen, empfehle ich euch diesen Ort. Hier kann man sogar schwimmen, da es kaum Wellen gibt. Die Preise sind hier auch mehr als human. Weil ich vergessen hatte das eingefrorene Fleisch aus dem Gefriefach zu nehmen, waren wir ausnahmsweise schon wieder essen.

Bernd hatte Schwein und ich Huhn. Jeweils eine riesige Portion mit Reis, Pommes, Salat und Ei. Dazu gab es für Bernd ein Bier und für mich eine Cola zero. Gesamtkosten 16, 50 Euro. Da kann man doch echt nicht meckern, oder? Und lecker war es auch! Heute war es mit 19 Grad recht kühl, aber morgen sollen es 28 Grad werden und der Plan ist morgen noch hier zu bleiben. Bernd möchte eine Radtour machen und ich wandern. Zum Schwimmen treffen wir uns dann am Nachmittag wieder. Durch die Fahrerei ist die Bewegung in den letzten Tagen etwas zu kurz gekommen, was morgen wieder geändert werden soll. Gestern hatten wir noch mit Alex und Sahra telefoniert. Jetzt sind es nur noch 6 Wochen bis zur Geburt ihrer Zwillinge. Vorraussichtlich sollen sie sogar schon 4 Wochen eher kommen. Auf meinen Tip, vorher noch ordentlich vorzuschlafen, meinte Alex, dass er sich 100 prozentig sicher ist, dass seine Kinder von Anfang an durchschlafen. Na, da sind wir ja mal gespannt;-) Auf jeden Fall freuen wir uns unglaublich, die beiden bald wieder zu sehen und auf unser geliebtes Roche natürlich auch. Wenn wir erst mal wieder dort stehen, üben wir hoffentlich mehr spanisch. Das kommt momentan wirklich zu kurz. Die Tage sind einfach zu schnell vorbei. Am 11. Oktober kommt Carina uns besuchen. Auch darauf freuen wir uns schon ungemein. Hoffentlich ist dann das Wetter besser als letztes Mal, als sie bei uns war. Geplant ist es, dass wir dann in Punta Paloma in Spanien sind. Diesen Platz fanden wir nämlich besonders schön. Das sind jetzt nur noch 9 Tage und unsere Tage hier in Portugal sind gezählt. Eigentlich schade, aber andererseits schlägt unser Herz für Spanien.

 

 

02.09.2018

Heute hatten wir unseren Aktivtag. Gleich nach dem Frühstück machte Bernd eine ausgedehnte Radtour und ich ging wandern. Mein Gott, war die Gegend hier schön.

Alle paar Meter musste ich Fotos machen. Ich ging bis zum Gipfelkreuz und die Aussicht von hier oben war überwältigend.

Dank des Handys fand ich dann sogar den Rückweg problemlos und kam zeitgleich mit dem verschwitzen Bernd wieder beim Womo an. Nun legten wir uns an den Strand.

Ich las Bernd aus meinem Lieblingsbuch vor und dann gingen wir schwimmen. Das Wasser war überhaupt nicht kalt und Wellen gab es dank der vorgelagerten Bucht auch kaum. So konnte ich endlich mal wieder ausgiebig schwimmen. Bernd, der Frostködel hielt nicht so lange durch, holte nach dem Bad aber Tisch und Stühle zum Strand, so dass wir hier scrabblen konnten. Bernd gewann haushoch. Nun hatten wir mächtig Hunger und somit gingen wir die paar Schritte zurück zum Saloon. Das Fleisch war endlich augetaut und ich kochte mit ganz viel Liebe. Es schmeckte prima und Bernd bot sich an abzuwaschen. Ich machte mein Chaos aber lieber selber weg und Bernd übte, wie auch gestern schon den ganzen Abend, Gitarre. Unsere Haut war ganz weiß vom Salz des Meeres und so gönnten wir uns eine schöne heiße Dusche. Es war ein herrlicher Tag bei bestem Wetter und 26 Grad.

Womo

Praia da Cortegaca 27.09-29.09.2018

Hallo liebe Leser,

2 Tage standen wir nun hier und heute gehts weiter.

Der Platz hier ist wirklich schön und es stehen etliche Wohnmobile mit uns hier rum. Vorgestern haben wir sogar ein paar Deutsche getroffen und einen gemeinsamen Abend vorm Saloon genossen.
Gestern habe ich alleine einen Strandspaziergang gemacht. Dort war wirklich nichts los und als ich schon auf dem Rückweg war, ertönte von den Klippen ein lauter Pfiff. Neugierig hob ich den Kopf und sah in die Richtung aus der der Pfiff kam. Die Quelle war schnell gefunden, denn oben stand, gut zu sehen ein Mann mit heruntergelassenen Hosen, der mir stolz seine Männlichkeit präsentierte. Ein armseliger Exibitionist also. Dieses war mir in der Vergangenheit schon 2 Mal passiert. Das letzte Mal ist mir noch in sehr guter Erinnerung. Damals spazierte ich gerade mit meiner kleinsten Tochter Kim, die vielleicht 12 Jahre alt war, im Spanienurlaub so durch die Landschaft und berichtete ihr zufällig von meinem ersten Erlebnis dieser besonderen Art, als plötzlich hinter einem Baum ein Mann hervorsprang, um uns sein bestes Stück zu präsentieren. Gerade hatte ich meiner Tochter noch gesagt, wie ich reagieren würde, wenn mir soetwas noch einmal passieren würde, da konnte ich es auch schon anwenden. Ich simulierte einen Lachkrampf, zeigte mit Daumen und Zeigefinger ca. 3 Zentimeter und rief immer wieder: Que suerte y muy pequena!! Zu Deutsch: Oh, wie süß und so klein. Damals fiel das gute Stück sofort in sich zusammen und der Spinner konnte es gar nicht schnell genug wieder in seine Hose bekommen. Der gequälte Gesichtsausdruck ist mir noch heute in bester Erinnerung.
Diesem Mann gestern auf den Klippen konnte ich nichts zurufen, denn dort oben hätte er eh nichts verstanden. Ohne meine Schritte zu verlangsamen, zeigte ich ihm den Stinkefinger. Dann riss ich mein T- shirt hoch und zeigte ihm meinerseits meine holde Weiblichkeit. Das Resultat war wieder exakt dasselbe, wie vor Jahren. Es konnte ihm gar nicht schnell genug gehen, sein in sich zusammengefallenes Gehänge wieder einzupacken. Tja, mit soetwas rechnen die scheinbar nicht. Sie bekommen ihren Kick durch die Angst und das Erschrecken der Frauen, wenn es dann nicht so läuft siehts düster aus. So auch dieses Mal. Dem Arschloch hatte ich gründlichst den Tag versaut!!

Heute geht es weiter Richtung Nazare, wo es bis zu 30 Meter hohe Wellen geben soll. Es ist jetzt 10 Uhr 35 und sehr nebelig. Euch wünsche ich wie immer einen tollen Tag!

30.09.2018 Auf nach Nazare

Wir sind schon wieder on the road. Gestern haben wir etliche Stunden gebraucht für sage 120 Kilometer. Die Straßen in Portugal sind tatsächlich genau so schlecht, wie überall geschrieben wird. Unsere Nerven lagen gestern ziemlich blank und den Plan bis nach Nazaret zu kommen verwarfen wir irgendwann.

… ganz schön eng manchmal mit unserem Schiff… wie sieht es wohl um die nächste Ecke aus?

Das wir nicht so richtig vorangekommen sind, lag in erster Linie an mir, denn bei jedem Schild auf dem Praia stand, sagte ich zu Bernd: Lass uns eben gucken. Bernd der keinen Bock auf Diskussionen hatte, fuhr dann auch brav in diese Richtung zum Strand. Leider ist es hier aber so, dass man dann zuerst 10 Kilometer durch einen Wald fahren muss, bevor man zum Strand gelangt.

Anschließend ging es dann 10 Kilometer zurück um wieder auf die reguläre Straße zu gelangen. Dieses Spielchen wiederholte sich dann 3 Mal, dann hatte auch ich begriffen, dass wir so nicht vorankommen konnten. Irgendwann, es war schon nach 18 Uhr, hatten wir beide keine Lust mehr und auch tierisch Hunger. Wir waren ganz kurz vor Figueira da Foz und fanden nach einigem hin und her einen netten Platz, direkt vor einer Düne.

Kaum eingeparkt, gesellte sich ein junges holländisches Pärchen zu uns. Rene und Joyce. Nachdem wir gegessen hatten, es gab Sardinen, die ich heute tatsächlich vor dem Braten ausnahm (ich bin ja lernfähig), kamen die beiden mit ihren Stühlen zu uns.

Es gab viel zu erzählen und die beiden waren wirklich nett. Was die Sache anstrengend machte, war, dass die beiden kein Deutsch konnten und wir somit gezwungen waren, uns auf englisch zu unterhalten. Für Bernd ja kein Problem, mein Kopf aber ist mit spanisch voll und somit fehlen mir doch etliche englische Wörter. Trotzdem haben wir viel gelacht und saßen bis um 23 Uhr zusammen. Die beiden wollen auch nach Nazare. Wer weiß, vielleicht treffen wir sie ja wieder.

Am nächsten morgen erwachten wir erst gegen 10 Uhr. Ich hatte tatsächlich unvorstellbare 9 Stunden geschlafen und dementsprechend zerknittert sah mein Gesicht aus. Nach dem Frühstück ging es dann los. Momentan haben wir noch 30 Kilometer vor uns und seit ca. 10 Kilometern fahren wir durch eine unfassbar schöne Dünenlandschaft.

Den endlosen „Strand-Highway“ im Rückspiegel. Tolle neue Strassen und jetzt nichts los … im Sommer ist hier bestimmt der Bär los.

Gerade haben wir einen Zwischenstop in Pedrogao eingelegt. Der Kulisse dort ist ein Traum und der Atlantik protzt geradezu mit seiner unendlichen Weite. Natürlich versuchen wir unsere Eindrücke auf Fotos festzuhalten, aber sie geben nur einen Bruchteil wieder und werden nachgereicht. Augenblicklich ist die Straße, die kilometerlang geradeaus führt, sehr gut fahrbar und wir kommen richtig gut voran.

Links und rechts säumen Wälder unseren Weg und gerade sehen wir etliche Qaudratmeter, auf denen nur schwarze verkohlte Bäume in den Himmel ragen. Die Brände hier müssen schrecklich gewesen sein !

Zwischendurch blitzt auf der rechten Seite immer das Meer durch den Wald und es ist wunderschön und in meinen Augen, das Tollste, was Portugal bisher zu bieten hatte. So unglaublich weitläufig und überall die grüne Natur. Phänomenal. Immer wieder stoppen wir und lassen die Landschaft auf uns wirken. Man merkt förmlich wie Glückshormone freigesetzt weren und Bernd und ich strahlen uns in einer Tour an. Falls es in Nazare nicht schön ist, kommen wir hierher zurück. Soviel ist sicher!! Wir sind echt verzaubert von dieser Gegend, die immer noch unterhalb Lissabons liegt. Das Wetter ist natürlich auch weltklasse und von den Temperaturen gerade richtig und so könnten wir glücklicher nicht sein.

 

Womo

Cordeiro 24.09.- 26.09.2018

24.09.2018   Praia do Forte do Cao

Heute wollten wir weiter, denn es waren 30 Grad und da hier die Sonne in Portugal viel stärker ballert, als bei denselben Temperatur in Deutschland, war es unerträglich heiß. Es wehte kein Lüftchen und wandern war somit ausgeschlossen. Wir wollten wieder zum Meer und schwimmen.

The dream-team … happy !!

Während ich das Wohnmobil abfahrbereit machte, suchte Bernd via Apps nach einem neuen Domizil für uns. Wie schön fände ich es, wenn wir auf blauen Dunst losfahren könnten. Nur die grobe Richtung eingeben und dann unterwegs spontan ein schönes Plätzchen finden. Das wärs!!! Für meinen geliebten Planer aber ein Ding der Unmöglichkeit und so dauert es halt immer etwas länger bis wir loskommen (so kommen wir wenigstens irgendwo an und fahren nicht im Kreis) Geplant waren heute sage und schreibe 25 Kilometer. Los gings. Ein paar Kilometer vor dem Ziel rief ich aufgeregt:“ Bernd, da steht Praia ( Strand auf portugiesisch), lass uns doch mal eben gucken, wie es dort so ist“. Natürlich ließ Bernd sich darauf nicht ein. Er hatte sein Ziel und nichts und niemand konnte ihn davon abbringen. Es dauerte auch nur noch 3 Minuten und wir erreichten es. Das war nun aber gar nicht unser Geschmack, denn man konnte nicht mal das Meer sehen. Nun wurde endlich auch mein Vorschlag erhört und es ging retour. Dieser Platz war viel viel schöner und was das allerbeste war, es gab sogar eine Toilette und 2 Duschen.

Ein wahres Paradies für mich und so wurde eingeparkt. Nun freuten wir uns auf eine Abkühlung im Atlantik. Schnell unsere Isomatten aus der Garage geholt und ab ging es zum Strand. Überrascht stellten wir fest, dass es hier durch einen frischen Wind erheblich kühler war. So kühl, dass wir uns schon 5 Minuten später einig waren, lieber doch nicht zu schwimmen. Sagenhaft wie kalt der Wind hier war. Später traf ich einen Deutschen, der hier eine Surfschule betreibt. Dieser erklärte mir, dass der Wind hier immer so kalt wäre, weil das Wasser hier nur 17 Grad hat. Das widerum hat irgendetwas mit dem Golfstrom zu tun, fragt mich jetzt bitte nicht was. Der Wind der dann über das kalte Meer fegt, kühlt demzufolge sehr ab. Bernd wurde es schon nach einer Stunde zu kalt und er ging zurück zum Saloon. Ich hielt noch eine weitere Stunde  durch, dann wurde es auch mir zu kalt. Bernd hatte schon gegessen und saß draußen in der Sonne. Hier, obwohl nicht weit vom Strand, war es entschieden wärmer. Wir machten dann noch einen kleinen Spaziergang in wirklich gemächlichen Tempo und ohne Steigungen. Der Weg führte uns erst über Felder, die an Ostfriesland erinnerten und dann durch einen Wald, der aussah, wie wir uns den Urwald im Amazonas vorstellen.

Auf dem Parkplatz, den wir zuvor verschmäht hatten, machten wir eine lange Pause, in der Bernd mir pausenlos aus dem spannenden Buch  berichtete, welches er gerade liest. Das Buch heißt Burnout   (ne Ines,es heißt:  black out) und handelt davon, dass irgendwelche Leute es geschafft hatten, den Strom europaweit abzuschalten und welche Folgen dieses nun für die Menschheit hat. Wirklich erschreckend. Bernd schilderte es so eindringlich, dass ich kurz davor war Hamsterkäufe zu machen, wobei Bernd eher dazu tendierte irgendwo Diesel in großen Kanistern unter der Erde zu lagern. Zwar würde uns dank des Solars auf unserem Dach der Strom ja nicht ausgehen, aber der Diesel und das Gas und ohne Gas keinen Kühlschrank und kein Kochen. Mein Fazit: Nach einem stromlosen Jahr hätte ich meine Idealfigur und wäre wahrscheinlich schon seit 9 Monaten Witwe, weil Bernd natürlich viel viel schneller als ich verhungern würde. ( ist das Ines Wunsch ? Muß ich jetzt zu Gunsten ihrer erträumten Idealfigur sterben?) Nun ja, alles Utopie. Wir liefen zurück und ich duschte, während Bernd sich schon wieder den Bauch vollschlug. Später beim Fernsehen schaufelte ich mir dann die Beläge rein und schlief abermals sehr gut.

Mahlzeit und Guten Appetit nach einem anstrengenden Tag.

25.09.2018

Gleich nach dem Frühstück krabbelte Bernd unter das Auto. Er wollte unsere kaputte Motorbremse in Augenschein nehmen. Ich, inspiriert durch meinen tollen Abnehmerfolg von 300 Gramm, welchen ich den Wanderungen zuschrieb, machte mich alleine auf die Socken. Da ich zum nahegelegenen Ort PORTINHO wollte, der von uns aus gut zu sehen war und ebenfalls am Atlantik lag, war die Chance mich zu verlaufen wirklich sehr gering. Auch hier, wie anscheinend überall in Portugal üblich, führte parallel zum Strand ein Weg, gemacht aus Holzbohlen über die Dünen.

Ideal für mich, da ich im Sand wirklich extrem bescheiden laufen kann. Unterwegs kam ich an einem Fluss vorbei und sofort war der Gedanke geboren, dass wir auch hier stehen könnten, denn dann hätten wir die Möglichkeit mal wieder Kanu zu fahren. Später haben wir diese Idee aber wieder verworfen. Nach 2 Kilometern war plötzlich und unerwartet der tolle Holzbohlenweg zuende und ich musste mich doch tatsächlich noch fast einen Kilometer durch den Sand quälen.

Der Sand bzw. die Dünen erobern sich ihren Weg zurück.

Irgendwann war aber auch das geschafft und ich erklomm die Promenade. Nun ging das Laufen wieder leichter und ich inspizierte das Dorf. Hübsch war es hier und wie ich feststellte gab es außerdem einen kostenfreien Parkplatz für Mobile. Mittlerweile hatte ich richtig Durst bekommen und hielt Ausschau nach einem kleinen Laden. Nicht lange und ich hatte ein Obstgeschäft, welches auch Wasser führte gefunden. Der kleine Laden war in der zweiten Reihe und lag direkt an den Bahnschienen. Noch niemals zuvor habe ich gesehen, dass die Züge so dicht an Häuseren fuhren.

Hinter dem roten Zaun verlaufen direkt die Bahnschienen und 2 Meter weiter die Häuserfront … oh Gott, wer möchte da wohnen?

Ich löschte erst mal meinen Durst und machte mich dann wieder auf den Rückweg.

Dort angekommen, gefühlsmäßig 3 Kilo leichter, saß Bernd entspannt vorm Saloon und las in seinem Buch. Vom langen Rumsitzen hatte er leichte Rückenschmerzen und ich, immer noch voller Motivation, schlug ihm vor, noch einmal mit ihm in den Ort zu laufen. Gesagt, getan. Das Zwischenstück wo es durch den Sand ging, hatte ich verdrängt, wurde aber als es soweit war unsanft auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Das war irgendwie zuviel für meine Beine und Bernd zog mich an einer Hand hinter sich her. Das war natürlich Schwerstarbeit für ihn und er demzufolge ebenso froh wie ich als wir am Ziel waren. Nun erkundeten wir gemeinsam den kleinen Ort und als wir auf der Plaza ankamen stockte uns der Atem. Ganz oben auf der Kirche turnten nämlich 2 Männer herum.

Anscheinend war hier ein Fest gewesen und zu diesem Anlass die Kirche geschmückt worden. Die beiden Männer liefen nun in 75 Meter Höhe herum und baute nahmen diese Beschmückung wieder ab. Dabei waren sie gänzlich ungesichert und uns wurde schon beim bloßen Zusehen mehr als schlecht. Einer der beiden hielt sich jedenfalls fest, der andere stand gänzlich frei am Abgrund und ließ an einem langen Seil die Beleuchtung runter. Wahnsinn!! Von Sicherheitsschutz hatten die hier anscheinend noch nie etwas gehört. Wir konnten dem Elend nicht länger zusehen und machten uns auf den Rückweg. Morgen wollten wir wiederkommen und hier essen gehen.

26.09.2018

Das taten wir dann auch. Vor einem kleinen Lokal, direkt an der Promenade bestellten wir uns jeweils eine Dorade mit Kartoffeln, Buttersoße und Salat.

Dazu trank ich 2 Flaschen Wasser und Bernd einen großen Kaffee und eine Flasche Bier. Bernd bestellte noch eine Schüssel Pommes zusätzlich, von denen ich auch ein paar aß. Es schmeckte ganz vorzüglich und weils dort so gemütlich war, scrabbleten wir dann dort noch eine Runde. Heute war es wieder mächtig heiß und kaum Wind. Trotzdem tobten die Wellen mit brachialer Gewald an den Strand und außer zwei mutigen Surfern traute sich keiner ins Wasser.

Nun war es Zeit für den Rückweg und wir bezahlten. Zusammen kostetete es mal gerade 17, 80 Euro. Günstig, oder? Wir kamen nur ein paar Schritte weiter, als wir von diesem Naturschauspiel der Wellen völlig gefangen wurden und versuchten dieses via Film festzuhalten. Es war wirklich atemberaubend und pausenlos wurde fotografiert.
Viel später als geplant, kamen wir dann zuhause an. Ich machte mich sofort auf den Weg zu den Duschen. Diese waren zwar kalt, aber es war herrlich erfrischend. Mal wieder war es ein toller Tag!

27.09.2018 Weiterfahrt

Gleich nach dem Aufstehen hatte ich sehr schlechte Laune. Der Grund war wie üblich unsere Waage. Die zeigte nämlich 1,4 Kilo mehr an als gestern und das obwohl ich soviel gewandert war und auch nur den Fisch und zugegebenermaßen 4 Magdaleners gegessen hatte. Schweinerei!! Ich bat Bernd, sich ebenfalls auf das verfluchte Ding zu stellen. Vielleicht wog er ja auch viel mehr als gestern und das Teil war kaputt. Bernd tat wie ihm geheißen, aber er hatte zu allem Überfluss auch noch 300 Gramm weniger drauf als gestern. Mein Unmut kannte keine Grenzen mehr und ich ging duschen. Anschließend wusch ich noch ein paar Teile Wäsche per Hand, weil wir hier ja Wasser satt hatten (halt Ines Lieblingsplatz). Als Bernd dann fragte: “ Na, macht`s Spass?“, drückte ich ihm den Eimer mit der Wäsche in die Hand und sagte: Das kannst du gleich mal selber rausfinden. Das hatte er nun davon. Die nächste halbe Stunde ward er dann nicht mehr gesehen. Dann kam er mit dem Eimer angeschlendert und auf meine Frage, ob es Spass gemacht hätte, sagte er:“ Ja und wie!“ Mit den Worten, dann kannst du diese 4 Teile ebenfalls noch waschen, schmiss ich ihm zwei seiner Unterhosen und seinen Schlafanzug entgegen. Bernd machte sich erneut auf den Weg zum Wasserkran. Ich machte unterdessen das Wohnmobil sauber und alles abfahrbereit. Als Bernd wiederkam war er noch immer bester Laune und nachdem ich der Waage einen anständigen Tritt verpasst hatte, ging es mit meiner ebenfalls bergauf. Nun konnte es weitergehen.

Einsam und verlassen, nun verlassen auch wir diesen Stellplatz. Die Wäsche ist ja sauber bis auf die lertzte Socke 🙂

So, jetzt schreibe ich wieder in Echtzeit. Gerade haben wir an einem Intermarchee ( = eine Supermarkt-Kette in Portugal,) entsorgt. Portugal ist auch in dieser Hinsicht weltklasse. Überall gibt es kostenlose Entsorgungsstationen und auch Wasser. Die haben sich wirklich auf uns eingestellt und wir sind mehr als dankbar. Zuvor waren wir einkaufen, denn unser Kühlschrank war mehr als leer. Das war ein zusätzlicher Grund, warum wir gestern so lecker essen gegangen waren. Momentan befinden wir uns kurz vor Porto und der Verkehr wird dichter. Zuvor sind wir durch unzählige kleine Dörfer gefahren. Unser Navi, der ja Mautstrecken vermeidet (weil „wir“ diese Option im Navi gewählt haben), führt uns fast pausenlos am Meer entlang und überall ist es wunderschön. Am liebsten würden wir schon wieder anhalten, aber heute wollen wir mal etwas Strecke machen. Bernd hat 160 Kilometer eingeplant (geplant?) und jetzt fehlen nur noch 30. Ich könnte schon wieder duschen, denn wir haben es 32 Grad im Auto und dabei ölt man auch ohne sich zu bewegen.
So liebe Freunde, liebe Grüße an Euch alle und einen wundervollen Tag!