Womo

Unser erstes Wohnmobil

Wohnmobil Concode Charisma mit Alkoven

    Wohnmobil Concorde Charisma mit Alkoven

Wir hatten ja schon immer vor, mit einem Wohnmobil quer durch Europa zu fahren und wir hatten alles mindestens 1000 mal durchgerechnet,  um immer wieder zu dem selben Ergebnis zu kommen. Vor dem Jahr 2020 unmöglich zu schaffen, trotz der ganzen Knausereien. Einfach frustrierend. Wer weiß denn, ob man so lange lebt und als wir dann im November 2015 einen tollen Urlaub auf Teneriffa hatten, und gar nicht wieder nach Hause wollten, fragte Bernd mich, ob es nicht doch irgendwie machbar wäre, unser Ziel eher zu erreichen . Ich überlegte hin und her und dann hatte ich die Lösung. Wir könnten schon im Sommer 2017 losfahren, wenn wir unser Haus vermieten und so Einnahmen hätten, anstatt Kosten.(Gärtner, jemanden bezahlen, der sich um die Post kümmert, Heizkosten, Grundsteuer, usw). Auf diese Idee sind wir vorher überhaupt nicht gekommen, aber als diese erst einmal in unseren Köpfen war, waren wir Feuer und Flamme und Bernd fing sofort an zu planen. Als erstes ,gleich nach unserem Urlaub, ein Gespräch mit seinem Gesellschafter, ob es evtuell möglich wäre, halbtags zu arbeiten? Sprich 3 Monate arbeiten, 3 Monate rumreisen usw, denn dann könnten wir unser Haus doch behalten. Bernd bekam nämlich nun doch Fracksausen, bei der Vorstellung, gar kein zuhause mehr zu haben .Natürlich war es nicht möglich. Nun denn ,dann eben vermieten. Eine kleine Andeutung bei Facebook gemacht und schon hatten wir Mieter, die sogar möbeliert mieten wollten. Klasse, lief wie am Schnürchen. Dann mußte unbedingt ein Wohnmobil her.  Es war jetzt schließlich schon Mitte Dezember und wir hatten jetzt „nur noch“ knapp 19 Monate Zeit. Bernd verfiel schon in Panik und in jeder freien Minute sahen wir uns im Internet, auf allen erdenklichen Portalen Wohnmobile an. Ich fand es ja noch ein bißchen verfrüht, was das allein an Steuern und Versicherungen kosteten würde…..Und wahrscheinlich ist es dann in 19 Monaten kaputt….Oh Gott,Oh Gott und dann kommen wir wahrscheinlich nie weg. All meine Einwände ignorierend hat Bernd sich dann aber durchgesetzt.Er müsse schließlich das Fahrzeug kennen lernen,sich mit der Technik beschäftigen, lernen wie man das Klo entleert, Wasser auffüllt usw. Nun gut, er hatte mich zwar nicht überzeugt, aber ich merkte, dass er sich bei dieser Entscheidung nicht dreinreden ließ und so suchte ich mit ihm gemeinsam. Es sollte auf jeden Fall ein Wohnmobil mit Alkoven sein, denn in einem Auto zu wohnen kam für uns überhaupt nicht in Frage, da waren wir uns einig. Am allerliebsten ein Ami und den möglichst mit Slideout. Amis gab es aber nicht viele und wenn, hatten sie null Zuladung, in den wenigsten Fällen eine Garage und waren meist auch nicht winterfest.Und dann der Spritverbrauch, ganz zu Schweigen von den Kosten der Ersatzteilbeschaffungen. Wir machten endlose Vorteil/Nachteil Listen und so wie wir es auch drehten und wendeten,der Ami verlor immer und zwar haushoch. Wir mussten das Gefühl jetzt einmal ausschalten und den Verstand ein, was uns wirklich sehr sehr schwer viel. Als wir uns dann aber endlich einig waren, sind wir sehr schnell bei Concorde gelandet. Ich wollte unbedingt eine Hecksitzgruppe und kein Bett hinten, weil ich früher als Kind, einmal mit meinen Eltern und Geschwistern, in genau so einem Wohnmobil meine Ferien verbracht hatte. Außerdem war mir klar, dass das Wohnmobil mit Hecksitzgruppe, geräumiger sein würde und das war wichtig für Bernd. Denn der wollte unbedingt ein großes. Ich wollte lieber ein kleines, damit wir auch mal einen Parkplatz finden und durch die engen Gassen in Spanien und Italien kommen. Gekauft haben wir uns letztendlich einen supergepflegten, 14 Jahre alten und 7,66 m langen Concorde Charisma, natürlich mit Alkoven. Das gute Stück kostete knapp 37000 Euro, und bei mir war es Liebe auf den ersten Blick. Wir kauften ihn Mitte Januar und natürlich brauchten wir laut Bernd, eine Unterstellmöglichkeit und natürlich war ich anderer Meinung. Ich meine, wir wollten aussteigen und das Wohnmobil, würde dann auch immer draußen stehen. Und dann die Kosten!!! Und außerdem wollte ich mein WOMO bei mir haben und nicht in irgendeiner Scheune, weit weg, aber Bernd ließ nicht mit sich reden. Ich gab mich geschlagen, in der Hoffnung, dass wir keine finden würden. Es gestaltete sich auch wirklich schwierig, denn unser Wohnmobil war doch recht groß, aber nach 3 Wochen hatten wir dann eine gefunden, bei einer total unfreundlichen Witwe, die uns gleich sagte, dass wir keinen Schlüssel für die Scheune bekämen, weil bei ihr schon einmal eingebrochen worden sei. Mir erschloss sich diese Logik zwar nicht, aber sie war der Boss und hatte das Sagen. Wir brachten unser Wohnmobil also dorthin und bezahlten brav die 40 Euro Monatsmiete. 2 Wochen später wollten wir dann mit unserem Wohnmobil nach Westerstede fahren, um es meinen Eltern und meinem Bruder zu präsentieren. Wir riefen also bei der Witwe an und sagten ,dass wir es am Freitag abholen würden. Ihr war es überhaupt nicht recht, mußte sie doch, ihren wirklich gewaltigen Hintern aus dem Sessel schwingen und uns das Tor aufschließen und als ob das nicht schon genug wäre, wollten wir es dann Sonntag Abend wieder abgeben. Das ging schon mal gar nicht, weil sie Besuch hatte und keine 2 Minuten Zeit erübrigen konnte, uns aufzuschließen. Frühestens Montag Nachmittag, aber auf keinen Fall später als 17 Uhr, blaffte sie uns an. Das war für uns etwas schwierig, weil Bernd meistens nicht vor 19 Uhr Feierabend hat und ich mir noch nicht zutraute, das Ding alleine in der Scheune zu parken und ich musste dann ja auch zurück, hätte aber kein Auto dort. Irgendwie bekamen wir es aber hin. Uns hatte nun das Reisefieber gepackt und am nächsten Wochenende, wollten wir wieder eine kleine Tour machen. Bernd fragte mich vorsichtig, ob ich nicht bei der Witwe mit dem dicken Hintern anrufen könnte, er hatte irgendwie echt Schiß vor der, auch wenn er es so direkt nicht zugab. Also rief ich sie an und sie fragte völlig entnervt, ob das wirklich sein müsste? Ja,muss sein, erwiderte ich und legte auf. Als wir dann am Freitag dort ankamen, thronte sie schon in der aufgeschlossenen Scheune, auf ihrem Trecker. Das Gesicht sprach Bände. Ich grüßte besonders freundlich und strahlte sie an, es kam aber überhaupt keine Resonanz. Ich fragte dann, ob sie uns nicht doch einen Schlüssel aushändigen könnte, was sie mit einem :Kommt überhaupt nicht in Frage, hier würden schließlich Traktoren von imensem Wert stehen. Ich sagte dann nur noch zu ihr, dass wir nicht scharf darauf sind einen Trecker zu klauen, schließlich hätten wir ja auch schon keinen Platz für unser geliebtes Wohnmobil. Daraufhin guckte sie, wenn es überhaupt noch möglich war, noch verkniffener. Bernd langte es jetzt und er sagte zu ihr, dass wir ihre Dienste, mitsamt der Scheune, nun nicht mehr in Anspruch nehmen würden. So stand also unser WOMO, wieder neben unserem Haus, ganz in meiner Nähe, so wie ich es von Anfang an wollte:-). Nur leider hatten wir jetzt keinen Parkplatz mehr, für unser Auto.Bernd hatte dann, die überaus glorreiche Idee, ein Stück unseres Vorgartens zu opfern und dort eine Rasengitterspur legen zu lassen, weil er selbst aber immer viel zu wenig Zeit hat, konnte er es aber leider nicht selber machen. Unsere zukünftigen Mieter waren Feuer und Flamme. Es war ein junges Pärchen und der junge Mann, versprach es sofort , mit seinen zahllosen Kumpels zu erledigen. Er wollte nicht einmal Geld, wir sollten nur einen Grillabend organisieren und Bernd auf der Gitarre klimpern. Das sofort, dauerte dann 2 Monate. Und von seinen ganzen Kumpels, hatte auch keiner so wirklich Bock. So hatte er am Ende nur einen Mithelfer den er in irgendeiner Kneipe kennengelernt hatte. Als erstes gruben die beiden die Pflanzen aus, das gestaltete sich schon als unglaublich schwierig und dauerte 2 Tage. Wohlgemerkt,wir sprechen hier von einer Fläche von ca. 2 mal 2 Metern.Der Rest war Rasen. Laut seinen Reden, hatten alle Pflanzen mindestens 4 Meter lange Wurzeln. Am dritten Arbeitstag der beiden , kam ich gegen 17 Uhr vom Putzen und dachte mich trifft der Schlag.Zum Glück waren unsere Nachbarn von gegenüber im Urlaub.Auf deren wirklich großen Parkplatz vor ihrem Haus, hatten die beiden, einen Riesenhänger abgestellt, der 7 Tonnen fassen konnte… Ich hatte echt Angst, dass die Hofeinfahrt ruiniert wäre, schließlich wiegt so ein Teil ja auch nicht gerade wenig. Zusätzlich hatten sie noch einen Schaufelbagger besorgt. Die beiden hatten auf einer Länge von 8 Metern, ein 1,5 Meter tiefes Loch ausgebaggert. Auf meine Frage, ob sie vorhätten eine Tiefgarage zu bauen, bekam ich nur zu hören, dass das so sein müsste und Frauen davon eh keine Ahnung hätten.Ich besorgte dann mal wieder Pizzen und kochte Kaffee, damit die beiden Helden, wieder zu Kräften kamen. Den ausgebaggerten Mutterboden, hatten sie schon zum Wertstoffhof gefahren. Als Bernd um ca. 19 Uhr 30 von der Arbeit kam, war er vollkommen fassungslos. Sein Blick wanderte immer wieder ungläubig von diesem tiefen, irrsinnig langen, und vor allen Dingen tiefenLoch, und dem gewaltigen Fuhrpark hin und her. Unser anderer Nachbar Willi kam mit lautem Gelächter auf ihn zu und gesellte sich zu ihm. Er hatte sich den Ganzen Tag köstlich amüsiert und konnte vor Lachen kaum sprechen. Er hatte die  ganze Aktion gefilmt, so wie auch etliche andere Nachbarn,  und fotografiert und er gluckste nur unentwegt:“ Und das alles wegen einer Rasengitterspur,“ bevor er wieder losprustete. Am nächsten Tag wurde ein Großteil des Mutterbodens wieder vom Wertstoffhof abgeholt, weil der junge Mann sich, wie er recht kleinlaut zugab, verrechnet hatte.Nach 5 Tagen, war dann das Werk vollbracht, wir machten den versprochenen Grillabend, zahlten den freiwilligen Helfer aus und erfuhren, das der Ehrenamtliche nun doch auch Geld haben wollte, weil es ja soooo viel Arbeit war. Er bekam sein Geld, aber kein Gitarrengeklimper. Bernd hatte die Schnautze voll. 2 Monate später rief er etwas verlegen an und berichtete, dass er noch einmal eine Ausbildung und zwar zum Landwirt machen wollte, und sich das Haus,  nun leider nicht mehr leisten könnte. Mann waren wir geladen.

Concorde Charisma mit Hecksitzgruppe
Concorde Charisma mit Hecksitzgruppe

Veröffentlicht von Ines & Bernd Hoormann

Bernd ist am 17.12.63 in Papenburg geboren und dort auch aufgewachsen ,Er hat 2 Kinder: Bennet und Carina.Bis zum 1 Juli 2017 Geschäftsführer in einem Lingener Ingenieurbüro und leidenschaftlicher Musiker.Er spielt Gitarre,am allerliebsten Country und singt,wie ein junger Gott .:-)Meine ganz persönliche Meinung.Und ich,Ines geb.11.02.65 in Westerstede,habe 3 Kinder:Jessica 31 Jahre,David 30 Jahre und Kim 27 Jahre und bin ein typischer Wassermann.Freiheitsliebend,läßt sich nicht gerne sagen wo´s langgeht und das absolute Gegenteil von Bernd,der daran manchmal zu verzweifeln droht.Kennengelernt haben wir uns im Mai 2006.Ich habe Bernd im Internet bei ilove(Datingline) gefunden und nach einem sehr holperigen Start, mit mindestens 3 Trennungen für immer,leben wir seit April 2007 zusammen in Lingen.Erst in einer gemieteten Doppelhaushälfte ,mit wahnsinnig netten Nachbarn,die später,obwohl unser Dackel,gleich am ersten Tag unseres Einzugs,deren Hamster umgebracht hat,später sogar unsere Trauzeugen wurden. dann in unserem Häuschen im Gauerbach.(Stadtteil von Lingen),welches wir nach 8,5Jahren verkauften um nur noch im WOMO zu leben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*