Womo

Wahlsburg am Lippoldsberg 04.09.2017-06.09.2017

Gegen 13 Uhr kamen wir in Wahlsburg am Lippoldsberg an. Wir hatten kaum noch Vorräte und da wir keinen Lidl fanden, wichen wir auf einen Nettomarkt aus. Bernd parkte das Wohnmobil direkt vor dem Markt und ich sammelte schon mal unsere Pfandflaschen zusammen.

Noch schnell einen Euro gesucht, für den Wagen und wir betraten den Markt. Dieser hatte alles was wir brauchten, nur nicht unsere heißgeliebte Lidl Cola light. Also kauften wir nur 2 Flaschen Mineralwasser. Ich persönlich mag ja nun gar kein Wasser, hatte mich allerdings in letzter Zeit mit Leitungswasser angefreundet. Schmeckte zwar auch nicht, aber kostete dafür auch nichts. Nur gab es dies leider nicht überall. Klar hatten wir immer Leitungswasser in unserem Tank dabei, aber dieses soll man ja, wenn überhaupt, nur abgekocht verzehren und ansonsten für die Klospülung, zum Abwaschen und Duschen benutzen. Neben Schokolade (die schmeckt nicht einmal ansatzweise so gut, wie die von Lidl) erstanden wir noch Hähnchenfilets, Schweinbraten, Reis, Aufschnitt, Öl, Kuchen und Krustenbrot. Von dem Brot waren wir ganz hin und weg. Das ist echt besser als das von Lidl und in Zukunft werden wir zwar wieder zu Lidl gehen, aber das Brot bei Netto kaufen. Wer hätte das gedacht?? An der Kasse waren wir mit 40,80 Euro dabei und schnell verstauten wir unsere Einkäufe. Darin waren Bernd und ich mittlerweile ein eingespieltes Team und es dauerte kaum länger als 5 Minuten und alles lag auf seinem Platz. Entweder in unserer Vorratskammer in der Außenklappe gleich neben der Eingangstür, oder im Kühlschrank, der nach Einkäufen immer randvoll ist. Wir setzten uns mit unserem Gefährt wieder in Bewegung und erreichten 3 Minuten später den Stellplatz.

Er lag wunderschön noch geradeso im Weser- Bergland, kurz vorm Solling Voglerland und wieder direkt an der Weser. Der Platz gehörte zu einem kleinen Hotel und kostete 10 Euro die Nacht. Darin war allerdings ein Verzehrgutschein über 2 Euro für das Restaurant enthalten. 50 Mobile würden hier sicherlich Platz finden und Bernd und ich konnten uns mal wieder nur sehr schwer entscheiden, wo wir nun stehen wollten. Direkt am Wasser oder doch lieber zentraler mit mehr Menschenkontakt??? Wir sind beide nicht die Entscheidungsfreudigen und am Liebsten schiebt einer die Verantwortung auf den anderen. Nach 10 Minuten wurde es Bernd zu bunt und entschied, dass wir genau da stehen bleiben, wo wir gerade standen. Wir hatten herrliche Sicht, auf die Berge, die noch nie so nahe waren. Es gab Strom , Wasser und Entsorgung dort und sogar eine öffentliche Toilette. Sehr praktisch, denn so konnten wir ständig unsere leeren Cola light Flaschen mit Leitungswasser füllen und mussten nicht verdursten. Außerdem konnten wir dort zur Toilette gehen, dass drückt die Wasserkosten rapide nach unten;-) Wir richteten uns sofort häuslich ein und Bernd reparierte irgendetwas.

… mal schnell ne`kleine Reparatur von Bernd: ein Rücklicht abgedichtet, da dort Feuchtigkeit eintrat und … egal,musste halt gemacht werden… fertig!

Ich machte einen schönen Spaziergang in das kleine Dorf und bestaunte auch hier die alten Häuser. Irgendwann kam ich zu einem beeindruckenden Kloster mit einem märchenhaften Innenhof. Später machten wir denselben Spaziergang noch einmal, weil ich Bernd unbedingt das Kloster zeigen wollte.

Auch er war sehr beeindruckt vor allen Dingen darüber, dass ich ganz allein wieder zum Wohnmobil gefunden hatte. Das war aber einfach, weil quer durchs Dorf immer wieder Toilettenhinweisschilder angebracht waren und diese genau zu unseren Toiletten auf den Stellplatz führten. Das Wetter war einfach traumhaft und so blieben wir 3 Tage. Gleich am ersten Tag lernten wir Uwe und Brigitte kennen. Natürlich fuhren sie einen Ami.

Wir quatschen einfach alle Leute an, die so ein Womo fahren, weil es ja auch lange unser Traum war. Die beiden lebten seit fast 2 Jahren im Wohnmobil und hatten ein paar Wochen zuvor ihr Hymer Wohnmobil gegen den Ami getauscht und waren sehr glücklich darüber. Zwar mussten sie noch jede Menge hineinstecken, aber sie wussten ja wofür. Uwe war früher Jetpilot bei der Bundeswehr gewesen und die beiden hatten lange mit ihren 5 Kindern in Amerika und Canada gelebt und konnten darüber sehr spannend berichten und Brigitte war einfach nur witzig mit einem unglaublich trockenen Humor. Ich hätte mich pausenlos in die Ecke schmeißen können. Leider mußten die beiden am nächsten Tag los um ihr Dach reparieren zu lassen. Auf ihre Aussage, dass sie am Abend vielleicht wiederkämen, versprach Bernd, daß er dann ein kleines Konzertchen geben wolle. Wir freuten uns tierisch, als sie am Nachmittag wieder vorgefahren kamen und Bernd hielt sein Versprechen. Mitten auf dem Stellplatz standen 2 lange Holzbänke und in der Mitte stand ein Tisch. Dorthin bugsierte Bernd seine Musikausrüstung, nebst seinen Hocker und Gitarre. Ich sagte schnell ein paar Leuten Bescheid und innerhalb kürzester Zeit waren wir ca 12 .

Ich lud noch einen älteren Herrn ein, sich zu uns zu gesellen, weil ich am Morgen gehört hatte, dass er Mundharmonika spielen konnte. Zusätzlich spielte er noch Klarinette und beides brachte er nun mit an unseren Tisch.

Er konnte wirklich so ziemlich alles spielen was Bernd so vorgab und besonders Uwe war sichtlich von Bernd seinen songs gerührt, war er doch ein Countryfan durch und durch. Das Wetter spielte mit und es war überhaupt nicht kalt.

Die Stellplatzbesitzerin war so begeistert, dass sie Bernd zu ihrem Geburtstag buchen wollte. Da würden wir aber hoffentlich schon unterwegs nach Frankreich sein. Vielleicht nächstes Jahr. Bernd spielte viel länger als er vorhatte, hatte aber auch sichtlich Spaß. Um 12 Uhr waren wir im Bett.

Am nächsten Tag machten wir eine tolle Radtour ins 10 Km entfernte Uslar.Heidewitzka, es ging zwischendurch echt ziemlich steil die Berge hoch und mein e-bike und ich schafften es nur unter größter Anstrengung mit ca.6 Km/h. Als ich pustend und mit hochrotem Kopf oben angekommen war, sah ich Bernd sein Fahrrad schieben. Er hatte ja nur ein normales, aber trotzdem dreiviertel des Berges geschafft. Hut ab. Während des Hochstrampelns konnte ich mich ja nicht umsehen, hatte aber pausenlos die Befürchtung, dass Bernd mich jeden Moment locker und leichtfüßig überholen würde.Leute, ich sag euch, ich hätte mein Rad in die Ecke geschmissen und nie wieder eine Tour mit ihm gemacht!! So aber war ich zufrieden und als er genauso rot und atemlos wie ich oben ankam, lobte ich ihn überschwenglich und hatte augenblicklich ein unglaubliches Wirgefühl. Dann ging es mit einem Affenzahn auf der anderen Seite den Berg wieder runter. Ich erreichte 59km/h und die Tränen liefen mir vom Fahrtwind nur so aus den Augen. Kurz dachte ich mal an die Blessuren die man sich unweigerlich zuziehen würde, sollte man in diesem Tempo stürzen, schob die Gedanken aber schnell beiseite, zumal ich natürlich auch keinen Helm aufhatte. Bernd fuhr etwas vorsichtiger, denn er ist ja, wie er selbst immer sagt ängstlich erzogen worden .    ( Laut Bernd soll ich diesen Satz streichen, tu ich aber nicht:-)) Gerade sagt er mir, dass er schon einmal einen Berg mit über 80 km/h runtergefahren ist. Das glaube ich im Leben nicht!!! Ich soll unbedingt erwähnen, dass er ja im Gegensatz zu mir keine Rücktrittsbremse hat. Das habe ich hiermit getan.

Uslar

Wir kamen dann in Uslar an und fanden die Stadt sehr schön, aber auch hier gibt es schon viele leere Schaufenster und auch diese Stadt ist im Begriff zu sterben. Wir bewunderten das alte Rathaus und die anderen wirklich beeindruckend alten Häuser, während wir unsere Räder neben uns herschoben. 

Zwischendurch rief uns meine Mutter an. Sie hatte uns schon wieder einmal geortet und teilte uns nun mit, dass sie und Papa auch schon einmal mit ihrem Wohnmobil in Uslar gewesen wären. Nach einer Stunde hatten wir alles gesehen und kamen auf dem Rückweg an einem Fahrradladen vorbei. Der Besitzer reparierte gerade eine Mofa und zwar direkt auf dem Bürgersteig vor seinem Laden. Eine andere Möglichkeit gab es auch nicht, denn der Laden, war übersäht mit Ersatzteilen und verschiedensten Werkzeugen und alles war ölverschmiert. Bernd hatte seit geraumer Zeit Probleme mit den Tretlagern seines Fahrrads. Dieses war schon 27 Jahre alt und sah immer noch aus wie neu.

Bernd informierte sich bei dem jungen Mann, ob es solche Lager überhaupt noch geben würde und war sehr erleichtert, als der Fahrradmechaniker ihm stolz zeigte, dass er zufällig die passenden da hätte. Wenn wir 6 Stunden Zeit hätten, würde er sie sofort einbauen. Wir wollten aber keine weiteren 6 Stunden in Uslar rumhängen und er bot uns an, das Fahrrad am Nachmittag beim Stellplatz abzuholen und am drauffolgenden Tag wieder zubringen. Was für ein Service!! Begeistert erklärte Bernd sich einverstanden und der junge Mann hielt Wort. Am nächsten Morgen, kurz bevor wir weiterfahren wollten, bekam Bernd sein Fahrrad in allerbestem Zustand wieder. Bernd gab ihm dann noch 10 Euro Trinkgeld. So eine Kundenorientiertheit musste schliesslich belohnt werden.

Dieses hier sollte nun unser letzter Tag in Wahlsburg sein. Ab morgen würde es definitiv nur noch Regen geben und damit endlich Zeit Spanisch zu lernen. Damit wollten wir eigentlich schon vor 2 Monaten beginnen, aber immer kam irgendetwas dazwischen und das Wetter war auch zu schön zum Lernen. Da wir nicht davon ausgingen das Wohnmobil großartig verlassen zu können, wollten wir zurück nach Rinteln. Zwar kannten wir den Platz und die Stadt schon, aber es hatte uns so gut dort gefallen. Außerdem war der Platz kostenlos. Wir verabschiedeten uns von unseren neuen Freunden und mit der Hoffnung uns irgendwann einmal irgendwo wiederzusehen, starteten wir in strömenden Regen unsere Fahrt.

 

 

 

Veröffentlicht von Ines & Bernd Hoormann

Bernd ist am 17.12.63 in Papenburg geboren und dort auch aufgewachsen ,Er hat 2 Kinder: Bennet und Carina.Bis zum 1 Juli 2017 Geschäftsführer in einem Lingener Ingenieurbüro und leidenschaftlicher Musiker.Er spielt Gitarre,am allerliebsten Country und singt,wie ein junger Gott .:-)Meine ganz persönliche Meinung.Und ich,Ines geb.11.02.65 in Westerstede,habe 3 Kinder:Jessica 31 Jahre,David 30 Jahre und Kim 27 Jahre und bin ein typischer Wassermann.Freiheitsliebend,läßt sich nicht gerne sagen wo´s langgeht und das absolute Gegenteil von Bernd,der daran manchmal zu verzweifeln droht.Kennengelernt haben wir uns im Mai 2006.Ich habe Bernd im Internet bei ilove(Datingline) gefunden und nach einem sehr holperigen Start, mit mindestens 3 Trennungen für immer,leben wir seit April 2007 zusammen in Lingen.Erst in einer gemieteten Doppelhaushälfte ,mit wahnsinnig netten Nachbarn,die später,obwohl unser Dackel,gleich am ersten Tag unseres Einzugs,deren Hamster umgebracht hat,später sogar unsere Trauzeugen wurden. dann in unserem Häuschen im Gauerbach.(Stadtteil von Lingen),welches wir nach 8,5Jahren verkauften um nur noch im WOMO zu leben.

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