Womo

Weiterfahrt von Sines über Aljesur nach Alvor an der Algarve 16.10.2017

Die Nacht vor dem Supermarkt, wo wir entsorgt hatten war sehr ruhig, aber trotzdem war ich natürlich in aller Herrgottsfrühe wach. Das Wohnmobil war sauber, Wassertank bis obenhin gefüllt und die Abwassertanks leer. Nun musste nur Bernd endlich aufstehen. Da wir noch so schön an der Wasserquelle standen, schaltete ich das Gas für Warmwasser an und 10 Minuten später, als das Wasser heiß war, gönnte ich mir eine ausgiebige Dusche. Da die Pumpe dabei immer einen Mordsradau macht, war Bernd dann auch wach. Das war ja auch Sinn und Zweck der Übung. Ich bereitete das Frühstück zu, damit auch mein geliebter Mann einen schönen Tagesbeginn hat und anschließend ließ ich das Duschwasser wieder ab und füllte das Wasser nach, welches ich verbraucht hatte. In der ganzen Zeit versuchte Bernd die Motorklappe zu schließen. Mir war gestern beim Wohnmobil von außen waschen aufgefallen, dass sie nicht richtig geschlossen war und teilte es Bernd mit. Dasselbe Problem hatten wir schoneinmal und damals hatte es Ewigkeiten gebraucht um sie zu schließen. Das ist aber wichtig, denn wenn sie währrend der Fahrt auffliegt, ist der Spass zuende. Immer wieder schlug Bernd die Klappe mit Schmackes zu, aber ohne Erfolg. Dann musste ich mich auf den Fahrersitz setzen ( Juchhu,ich darf dort auch einmal Platz nehmen), welch ein erhabenes Gefühl und an dem Seilzug ziehen, der für das Öffnen der Klappe zuständig ist. Brachte aber auch nichts und ich verließ diesen schönen Platz wieder. Draussen stand ein deutsches Wohnmobil und mit den Insassen klönte ich ein wenig. Die beiden wollten auch zu Lidl und ich erkundigte mich sogleich nach dem Weg. Bernd hatte mittlerweile sein Werkzeug vor der Motorklappe ausgebreitet. Er war also beschäftigt und hatte etwas zu tun. Sehr gut. Ich hatte es heute überhaupt nicht besonders eilig, da schlechtes Wetter angesagt war. Es sollte heute nach mehr als sechs Monaten regnen. Die Portugiesen warteten schon sehnsüchtig darauf, denn in weiten Gebieten Portugals tobten Waldbrände. Immer wieder hörten wir von erfahrenden Wohnmobilisten, dass es hier noch niemals so trocken gewesen sei und Portugal in der Regel ein sehr grünes Land ist. Grün, war hier wirklich kaum etwas, aber da wir es nicht anders kannten, dachten wir natürlich, dass ist normal. Da sieht man mal wieder, dass wir uns null auf Portugal vorbereitet hatten. Zu unserer Entschuldigung muss man aber sagen, dass wir auch nicht geplant hatten hierher zukommen. Eigentlich wollten wir dieses Jahr Spanien machen. Deshalb üben wir ja auch so fleißig spanisch. In Portugal sind wir nur zufällig gelandet und jetzt ist es hier so schön, dass wir eigentlich gar nicht wieder weg wollen. Müssen wir jetzt auch noch portugiesisch lernen??? Aber ich schweife ab. Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, beim Wetter. Es war also Regen angesagt und bei Regen ist es eigentlich echt egal wo man steht, denn man bleibt dann wahrscheinlich im Wohnmobil. Ok, können wir noch nicht wirklich beurteilen, weil wir ja noch kein Regen hatten, aber wir vermuten es. Die Fahrt ging dann aber doch los. Bernd hatte es tatsächlich geschafft, diese verflixte Motorklappe zu reparieren und zwar so, dass dieses Problem jetzt hoffentlich ein für alle Mal Geschichte ist. Er hatte fast 2 Stunden dafür benötigt, packte sein Handwerkszeug zusammen und auf gings. Zuerst einmal natürlich zu Lidl. Wohin auch sonst? Mittlerweile glaube ich, wenn man bei google den Suchbegrigg “ LIDL“ eingibt, landet man zwangsläufig bei unserem Blog. Eigentlich könnten mir die demnächst einmal ein kleines Honorar überweisen oder jedenfalls einen Einkaufsgutschein. Wird aber wohl nicht passieren. Schade eigentlich. Diese portugiesische Lidl Filliale unterstütze ich mit 82 Euro. In Deutschland hätte es ca. 65 Euro gekostet, aber unser Überleben ist jetzt erst einmal wieder für 9 Tage komplett gesichert. Und das ist die Hauptsache. Wir verstauten die ganzen Sachen und Bernd gab als Ziel Portemao ins Navi ein. Die Fahrt begann. Und was für eine. Zwar verfuhren wir uns nicht, aber da wir wie üblich auf Mautstrecken verzichteten war die Fahrt über große Strecken mehr als holprig. Ich hatte mich ins Bett gelegt, weil mich plötzlich eine bleiernde Müdigkeit übermannt hatte und bei etlichen Huppeln federte ich fast bis unter die Decke. Trotzdem schlief ich ein, oder vielleicht gerade deshalb? Keine Spur von Restless Legs und ich schlief fast eine halbe Stunde. Neuer Rekord ohne Tabletten, wenn wir das eine Mal. wo ich am Strand in Frankreich eingeschlafen war, jetzt mal außen vor lässt. Aufwachen tat ich erst, als Bernd eine Pause einlegte um eine zu rauchen. Dann ging es weiter, unglaublich viele Serpentinen rauf und runter. Bernd fuhr hochkonzentriert und echt gut. Mal ganz ehrlich, ich würde mich hier nicht trauen zu fahren und Bernd würde mich auch nicht lassen. Plötzlich kamen wir an eine Baustelle. 3 Arbeiter waren dabei, irgendetwas an der Straße zu reparieren und der Verkehr ging abwechselnd mal in die eine, mal in die andere Richtung, da ja nur eine Fahrspur zur Verfügung stand. Geregelt wurde dieses nicht etwa durch eine Ampel, wie bei uns, sondern durch 2 Polizisten. Wir beobachteten das Treiben und den Polizisten der vor uns stand. Der gab dann Handzeichen und wir durften passieren. Bernd war nun aber etwas abgelenkt, weil er den Polizisten freundlich zuwinkte und machte den Bogen etwas größer als es gut gewesen wäre. Es gab ein lautes langes knirschendes Geräusch und seitdem hat unser Wohnmobil oben links über dem Fahrerhaus 3 sehr tiefe und lange Kratzer. Die Äste von dem Baum, waren einfach nicht hoch genug gewesen. Gut das mir das nicht passiert ist! Die Fahrt dauerte dann insgesamt 2,5 Stunden. Ich hatte die Nacht davor im Internet recherchiert und einige Stellplätze in der Umgebung gefunden. Außerdem hatte ich gelesen, dass es in Alvor, 5 Kilometer vor Portemao, besonders schön sein sollte und da wollten wir jetzt hin. Die letzten 2 Kilometer ließen wir uns vom Handy leiten und dann waren wir am Ziel. Ein großer Parkplatz, wieder direkt am Atlantik. Draußen war es grau in grau, geregnet hatte es aber immer noch nicht und der Platz war total staubig. Begeistert war ich nicht, aber erst einmal wollten wir hier stehen bleiben. Ich machte aus den übrig gebliebenen Kartoffeln von gestern Bratkartoffeln und dazu Rühreier mit spanischer Wurst und Erbsen und Wurzeln. Das war echt lecker. Dann besahen wir uns den Strand. Schlecht war der ja nicht, aber unser in Porto Covo war viel schöner, dachten wir. Mittlerweile war es schon wieder abend und wir unterhielten uns noch etwas länger mit einem Ehepaar, welches mit ihrem Wohnmobil auch auf diesem Parkplatz stand. Die beiden waren aber echt begeistert und hatten schon den letzten Winter hier verbracht. Naja, dachte ich, komisch so schön ist es hier doch wirklich nicht. Am Nächsten Morgen wurde ich dann aber eines Besseren belehrt. Fortsetzung folgt im nächsten Bericht.Wir sahen dann noch fern und schliefen gegen 23 Uhr ein.

Veröffentlicht von Ines & Bernd Hoormann

Bernd ist am 17.12.63 in Papenburg geboren und dort auch aufgewachsen ,Er hat 2 Kinder: Bennet und Carina.Bis zum 1 Juli 2017 Geschäftsführer in einem Lingener Ingenieurbüro und leidenschaftlicher Musiker.Er spielt Gitarre,am allerliebsten Country und singt,wie ein junger Gott .:-)Meine ganz persönliche Meinung.Und ich,Ines geb.11.02.65 in Westerstede,habe 3 Kinder:Jessica 31 Jahre,David 30 Jahre und Kim 27 Jahre und bin ein typischer Wassermann.Freiheitsliebend,läßt sich nicht gerne sagen wo´s langgeht und das absolute Gegenteil von Bernd,der daran manchmal zu verzweifeln droht.Kennengelernt haben wir uns im Mai 2006.Ich habe Bernd im Internet bei ilove(Datingline) gefunden und nach einem sehr holperigen Start, mit mindestens 3 Trennungen für immer,leben wir seit April 2007 zusammen in Lingen.Erst in einer gemieteten Doppelhaushälfte ,mit wahnsinnig netten Nachbarn,die später,obwohl unser Dackel,gleich am ersten Tag unseres Einzugs,deren Hamster umgebracht hat,später sogar unsere Trauzeugen wurden. dann in unserem Häuschen im Gauerbach.(Stadtteil von Lingen),welches wir nach 8,5Jahren verkauften um nur noch im WOMO zu leben.

2 Gedanken zu „Weiterfahrt von Sines über Aljesur nach Alvor an der Algarve 16.10.2017“

  1. Frank Huschka sagt:

    Moin ihr zwei.
    Es ist sehr schön euren Blog zu verfolgen und so eure Reise etwas mitzuerleben. Ich freue mich für euch und bin etwas neidisch. Ihr macht es richtig. Genießt euer Leben und die Tour. Viel Spaß in Portugal bzw. Spanien. Bleibt gesund. Und immer drann denken: Lieber ein paar Kratzer am Wohnmobil als an euch 😉

    1. Ines & Bernd Hoormann sagt:

      Hallo Frank, ja da hast du Recht!! Schön, dass dir der Blog gefällt und danke für den Eintrag. Wir sehen uns in good old Germany!

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