Womo

Playa de los Genoveses 22.03. bis 24.03.2018

22.03.2018

Gegen 13 Uhr verließen wir endlich unseren offiziellen Stellplatz (Camoer Park, 15 km von San Jose entfernt). Mir hatte er ja so gar nicht gefallen, aber Bernd liebt es scheinbar in Reih und Glied zwischen den Rentnern, neben der Entsorgungsstation und an einer viel befahrenen Straße zu stehen  ( der Platz war fast leer und wir hatten  dort unsere Ruhe … das war toll  … und schließlich sind wir ja auch freiwillige Rentner 🙂 )  Zuvor hatten wir noch einmal ausgiebig in dem wirklich sauberen Duschhaus geduscht (Ines hat in den 2 Tagen 4 x geduscht und verließ das von ihr geluebte Duschhaus frühestens nach einer 1/2 Stunde)  und auch unseren Wassertank bis zum Bersten befüllt.


Als erstes ging es zum Mercadona ( Supermarkt), denn wir hatten rein gar nichts mehr zum Essen an Bord und bis auf Bier auch keine Getränke. Die letzten 100 ml Trinkwasser hat Bernd großzügig mir überlassen. So kam es, dass Bernd schon am Morgen Bier trinken musste. Na ja, es gibt wahrlich Schlimmeres. Am Mercadona fanden wir glücklicherweise sofort einen Parkplatz und der Marathon konnte beginnen.

Ne, Ne, mit unserem Geschoß können wir auch hier den großen Parkplatz aufgrund unserer Höhe nicht befahren und müssen draußen an der Strasse parken.

Ich hatte 100 Euro dabei. Systematisch schritten wir Gang für Gang ab und der Wagen füllte sich. An der Kasse angekommen, hatte ich doch erhebliche Bedenken, dass das Geld reichen würde. Bernd erging es wohl ebenso, denn er joggte aus dem Laden um noch mehr Bares zu holen. Rechtzeitig, als der letzte Artikel in die Kasse getickert wurde, war er wieder da. Ich hatte schon Schweißperlen auf der Stirn, denn es ist immer sehr sehr peinlich, wenn das Geld nicht reicht und sich hinter einem eine Schlange gebildet hat. Ich kenne das zur Genüge und die Kassiererin beim Lidl in Lingen auch. Dieses Mal aber „hätte es dicke gelangt“. Es waren exakt 98,76 Euro. 🙂  Die Vorräte dürften nun für die nächsten 10 Tage reichen. Schnell wurde alles im Wohnmobil verstaut. Bernd und ich sind darin ein wirklich hervoragend eingespieltes Team. Nun fällt uns die nächsten 3 Tage wieder einmal alles entgegen, wenn wir den Kühlschrank öffnen, aber das kennen wir schon und schockt uns überhaupt nicht mehr.
Die Fahrt ging weiter. Die Landschaft hier ist unbeschreiblich schön und wenn uns das Handy nicht navigiert hätte, hätte ich mal wieder dutzende Fotos geschossen.

Was sag ich? Hunderte! Unser Auto musste sich beim Hochfahren der Berge ganz schön quälen, und selten schaffen wir dann mehr als 40 km/h. Wenn man Bernd beim Hochfahren der Berge beobachtet, könnte man meinen, er schiebt das Auto, so angespannt wirkt er. Ansprechen darf ich ihn dann selbstverständlich nicht, denn er ist hochkonzentriert. Die letzten 4 Kilometer waren Schotterpiste und ängstlich beäugten wir unsere Frontscheibe.

Da schauckelt unser Schiff gewaltig und morgen heißt es wieder Schrauben nachziehen oder einige Kunststoffteile mit Kabelbinder befestigen 🙂

Diese hat wirklich massig Spiel und es grenzt eigentlich an einem Wunder, dass sie bisher noch nicht rausgefallen ist. Toi Toi Toi. Eigentlich wollten wir zum Playa Mogul, aber versehentlich verpassten wir eine Abzweigung und da Bernd keine Lust hatte, unser Geschoss rückwärts zu bewegen, landen wir am Strand Los Genoveses.

Da stehen wir mit unserem WoMo und Charles ist zum Glück auch schon da … mit unserer Segeljacht 🙂

Dort gibt es einen großen Platz, auf dem schon einige Wohnmobile standen. Es ist malerisch schön und wirkt fast wie eine Filmkulisse. Um uns herum die begrünten Berge und Hügel und direkt vor uns das Mittelmeer. Ein Traum!!! Wir hielten an und ließen das Panoramer erst einmal begeistert auf uns wirken.

Beim Aussteigen wurden wir dann gleich von einem Ehepaar mit“ Hallo Emsländer“ begrüßt. Die beiden waren gestern angekommen und kamen aus Meppen. Da sieht man mal wieder, wie klein die Welt ist. Natürlich gab es erst einmal viel zu erzählen. Dann marschierten die beiden los und wir beratschlagten, wo wir unser Wohnmobil plazieren sollten. Wie üblich war Bernd total anderer Meinung als ich und ich frage mich gelegentlich, warum er mich jedesmal zuerst fragt. Ich hätte das Wohnmobil gerne so, dass es uns Windschutz gebietet, Bernd allerdings will immer mit der Schnautze im Wind stehen, weil er sonst die Befürchtung hat, dass Mobil könnte umkippen  (mal wieder totaler Quatsch: für morgen sind wieder Orkan-Windboen bis 110 km/h angekündigt ud „dann“ stelle ich unser Haus natürlich mit der Schnautze in den Wind, damit unsere Fahrradabdeckplane hinten am Heck keinen weiteren Schaden nimmt und natürlich, damit wir nicht mit der Breitseite  – wir haben mit 9,7m Länge und 3,4 m Höhe natürlich eine gewaltige Windangriffsfläche –  voll im stürmischen Wind stehen. Aber Ines zu erklären wo oder was Nord / Süd / West oder Ost ist …. habe ich einfach aufgegeben 🙂  ) Ich kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen und wir diskutieren jedes Mal. Letztendlich wird aber gemacht, was Bernd will.  Die Sonne strahlte aber beim Ankommen mit uns um die Wette und schnell wurden Tisch und Stühle herraus geholt und bei bestem Wetter gescrabblet.

Nach der Hälfte des Spiels hatte ich einen so großen Vorsprung, dass wir noch einmal von vorne anfingen. Danach ließ ich als gute Ehefrau Bernd gewinnen. Ja, ich kann auch nett sein. Von einem anderen Pärchen hörten wir, dass man in dieser Idylle zwar parken darf, aber nicht übernachten. Wir aber ließen es drauf ankommen und rechneten fest damit, bei Einbruch der Dunkelheit von der Polizei verjagt zu werden. Das passierte aber nicht und so sitze ich jetzt, nach einer ruhigen Nacht hier und schreibe. Es ist jetzt 8 Uhr 30 und die Sonne scheint schon wieder vom wolkenlosen Himmel. Es ist so fantastisch hier, dass ich es gar nicht beschreiben kann. Auch Fotos bringen es nicht einmal ansatzweise rüber. Das pure Paradies. Kein Haus weit und breit. Kein Verkehr. Nur pure Landschaft im Naturschutzgebiet. Einfach einmalig und vielleicht der schönste Platz auf unserer Reise. Bernd steht hoffentlich bald auf und dann wollen wir zu dem Platz wandern, auf den wir ursprünglich hätten stehen wollen. Den ganzen Tag soll die Sonne scheinen. Blöd nur, dass uns der späte Nachmittag wieder einmal Windböen von 112 km/h bei 17 Grad bescheren wird. Ein guter Grund, sich endlich einmal wieder an unseren Spanischkurs zu machen. Den haben wir seit Wochen sträflich vernachlässigt. Dabei sind es nur noch 6 Lektionen und unser Ziel ist es nach wie vor, diese durchzunehmen, bevor wir am 24. April wieder in Deutschland eintreffen werden. Euch liebe Leser wünsche ich einen tollen Tag!!!

23.03.2018

Gerade sind wir wohlbehalten wieder beim Wohnmobil angekommen. Es ist jetzt halb 3 nachmittags und wir waren sage und schreibe 3 Stunden wandern. Das dicke Ende, wie immer hinter Bernd her. Vorbei an grünen Tälern, hohen Bergen und immer das Mittelmeer im Blick.

Bernd (ich) immer voraus … und das dicke Ende kann man hier nicht sehen .. „es“ fotografiert gerade 🙂

Es ist wirklich der Hammer, wie einmalig schön dieser Landstrich hier ist. Da macht selbst mir das Wandern riesigen Spaß, denn hinter jeder Steigung erwartet einem ein neues grandioses Panorama.

… kurz vorm Absprung von der Klippe mit meinem Gleitschirm (ist noch im Rucksack … ich muß noch an der Reißleine ziehen)

Bernd und ich sind hin und weg und bedauern ernsthaft keine vernünftige Fotokamera zu besitzen, denn dann könntet ihr unsere Begeisterung viel besser verstehen. Ständig rufe ich Bernd zu, er soll dies und jenes mit dem Handy fotografieren.

… mal wieder ein i-phone – Panoramafoto    … die Qualität reicht doch

Manchmal auch nur, um  aufschließen zu können, denn Bernd legt mal wieder ein ordentliches Tempo vor.  Nach 3 Kilometern machen wir die erste Getränkepause, aber nur kurz, denn die Fettverbrennung ist in vollem Gang.

Kurz darauf treffen wir ein älteres französisches Ehepaar. Die beiden sind noch total geschockt von einem Erlebnis, welches 2 Tage zurücklag. Mein Französisch ist grottenschlecht und ich verstehe eigentlich nicht viel, vermute aber, dass in ihrem Wohnmobil eingebrochen wurde. Nun schaltet sich aber die Frau, welche einigermaßen englisch sprach ein und erklärte, dass nicht weit von hier ein Wohnmobil 2 Tage an der selben Stelle stand, ohne das Bewegung darin zu sehen war. Das kam den beiden komisch vor und sie sind dann dort hingegangen. Das Wohnmobil war verschlossen, aber neben diesem lag ein Rucksack. In dem sich Autoschlüssel und sämtliche Papiere einer 20 jährigen Deutschen befanden. Die beiden schlossen das Mobil auf, um nach dem Rechten zu sehen und entdeckten die junge Frau tot im Auto. Sie hatte sich umgebracht. Bernd und ich waren richtig erschüttert und hatten großes Verständnis für das Ehepaar, welches den Schock noch nicht verdaut hatte und darüber reden mussten. Wie verzweifelt muss diese junge Frau gewesen sein, dass sie sich zu diesem Schritt entschlossen hatte. Was ist so schlimm, dass man einfach sein Leben fort wirft? Wir werden es nie erfahren.

Nun sind wir wohlbehalten wieder beim Wohnmobil gelandet und während ich unsere Erlebnisse sozusagen auf Papier bringe, hat der beste aller Ehemänner sich an den Herd gestellt und sehr lecker gekocht. Es gab panierte Kotelettes, die besser nicht hätten sein können, mit Reis und Gemüse. Ich habe ihn  über den grünen Klee hinaus gelobt und auf meine Frage ob es denn Spass gemacht hätte war seine Antwort: „Ja“.“ Genauso wie Gitarre spielen?“ hakte ich nach. Darauf Bernd: “ Gitarre spielen ist Arbeit!“ Aha, dann weiß ich ja Bescheid und er darf in Zukunft gerne immer den Kochlöffel schwingen. Ist ja keine Arbeit. Gerade erledigt er den Abwasch, denn der gehört ja zum Spass dazu!

So, Bernd hat die Fotos reingesetzt und konnte sich mal wieder den einen oder anderen Kommentar nicht verkneifen… Ja, so kennt man ihn….

Unser Datenvolumen neigt sich dem Ende zu. Ich werde mich den Rest des Monats kurz fassen müssen.

24.03.2018

Gestern abend hat Bernd die ganze Zeit Gitarre gespielt und ich habe mich mit unserem Hörbuch schon um 20 Uhr 30 ins Schlafzimmer verzogen. Fernsehen war unmöglich, denn pünktlich zum Abendfilm wurde es sehr sehr windig. Gegen halb 12 kam Bernd dann auch ins Bett. Ich war gerade wieder aufgewacht, weil mir kotzübel war. Bauchgrummeln hatte ich auch. Bernd sagte noch, stell dir lieber einen Eimer vor das Bett, da rannte ich auch schon zum Klo. Keine Sekunde zu früh. Durchfall vom Feinsten. Kaum war ich fertig und wieder im Schlafzimmer. das selbe Spiel von Neuem. Diesmal saß ich länger, denn man kann ja nicht ewig spülen. Von dem Geruch und dem Geschaukel des Wohnmobils ( der Wind hatte mittlerweile 120 km/h erreicht) wurde mir jetzt so dermaßen schlecht, dass ich mich schwallartig übergeben musste. Zum Glück haben wir kein Raumbad. So konnte ich dann im Sitzen ganz bequem ins Waschbecken kotzen. Ich habe ja nicht besonders oft Magen Darm, aber wenn, dann leide ich lautstark. Mit lauten Würggeräuschen und noch lauterem Stöhnen, dachte ich mein letztes Stündlein hätte geschlagen. Bernd rüttelte an der Tür. Die hatte ich aber abgeschlossen. Unter keinen Umständen sollte er mir hier jetzt einen Besuch abstatten. Lieber wäre ich gestorben! Bernd wollte durch die geschlossene Tür hindurch wissen, ob ich ins Klo kotzte. Witzbold! Auf dem saß ich ja schließlich. Pass auf, dass das Waschbecken nicht verstopft, brüllte er. Ich hatte aber ,weiß Gott andere Sorgen, bekam ich doch schon fast keine Luft mehr und die Tränen rannen mir nur so runter. Noch nicht einmal das Oberlicht zum Lüften konnte ich öffnen, denn dann hätte der Sturm es abgerissen. Peinlich peinlich!! Irgendwann hatte ich mich soweit unter Kontrolle, dass ich das Bad mit zittrigen Knien verlassen konnte. Ich dachte echt, ich werde ohnmächtig und wankte zum Bett. Bernd stürtzte ins Bad. War mir jetzt auch egal und holte einen Eimer, den er mir vorsorglich vor das Bett stellte. Dann kümmerte er sich um das Waschbecken, welches tatsächlich nicht ablief und zu verstopfen drohte. Holla, ein Wunder dass er nicht daneben gekotzt hat.Im Waschbecken befanden sich verschiedenste Gemüsesorten, die ich mir am späten Nachmittag nebst Kotelette einverleibt hatte. Das Kotelette hatte den anderen Weg gewählt. Mein liebster Schatz machte alles sauber. Bernd, du hast einen gut bei mir! Man war mir schlecht und ich konnte mir überhaupt nicht erklären woher das kam, hatte ich doch exact dasselbe gegessen wie Bernd. Das letzte Mal, dass es mir genauso beschissen ging, war in meiner Schulzeit, als wir einen Ausflug nach Helgoland gemacht hatten. Damals war ich seekrank geworden. Mir kam der Verdacht, dass ich dieses Mal auch seekrank war, denn das Wohnmobil schaukelte dermaßen, dass wir wirklich Angst hatten, es könne umkippen. Wie dem auch sei, ich erspare euch weitere Ausführungen. Es sei nur noch gesagt, dass ich am nächsten Morgen tatsächlich über ein Kilo weniger wog. Jubel!!! PS Zu diesem Bericht werden keine Fotos eingestellt.

26.03.2018

Ihr glaubt ja gar nicht, wie herrlich es hier ist. Alles grünt und blüht und überall kleine Buchten. Leider ist das Mittelmeer mit 14 Grad noch viel zu kalt zum Baden. Noch hat uns keiner von diesem tollen Parkplatz, direkt am Meer, vertrieben. Ich denke aber, es ist nur eine Frage der Zeit. Gestern sind Bernd und ich wieder, fast 2 Stunden, gewandert. Ich hatte 15 Minuten Vorsprung, aber Bernd, der Schlingel hatte eine Abkürzung genommen und war schneller wieder bei mir als gedacht. Es war etwas bedeckt. Das ideale Wanderwetter also. Zuerst ging es einen Berg hoch, dann am Strand entlang und dann erklommen wir einen wesentlich höheren Berg mit einer ordentlichen Steigung. Danach führte uns der Weg immer um den Berg drumherum. Eigentlich kann man kaum von Weg sprechen, so schmal war er und zwischendurch musste man wirklich aufpassen, dass man nicht abstürtzte. Auch war es sehr geröllig. Trotzdem wunderschön und mit dem guten Gefühl etwas getan zu haben trafen wir wieder beim Wohnmobil an. Dort machte ich mich ans Kochen. Es gab ungarischen Gulasch, der mir wirklich gut gelungen war. Für mich nur eine kleine Portion:-( Danach spielte Bernd draußen noch Gitarre und unsere Nachbarn von links und rechts gesellten sich dazu und es wurde ein gemütlicher Nachmittag, der erst gegen 20 Uhr beendet wurde.

27.03.2018

Ich hatte diese Nacht mehr als schlecht geschlafen und war froh, als sie endlich zuende war. Nach dem Frühstück, falsch, nachdem Bernd gefrühstückt hatte, für mich gab es mal wieder nichts, baute Bernd sein Mountainbike zusammen und fuhr nach San Jose, wo er am 29, 30 und 31.03. spielen sollte. Dort wollte er im Lokal ein Werbeplakat abgeben. Ich schnappte mir meine Nordic walker Stöcker und machte mich auf den Weg zu einer langen Wanderung. Ich wollte unbedingt ganz hinauf auf einen richtig hohen Berg, dessen Fuß ca. 3 KIlometer von hier begann. Bernd wollte nachkommen und denselben Berg mit dem Mountainbike erklimmen. Der Himmel war wolkenlos und die ersten 3 Kilometer waren kaum Steigungen. Dann ging es aber los. Serpentine um Serpentine schlängelte sich der gut ausgebaute breite Weg den Berg hinauf. Die Steigung war enorm. Leichtfüßig, wie eine Elfe tänzelte ich geradezu schwerelos hinauf. Quatsch!!! Mühsam setzte ich einen Fuß vor den anderen und schleppte meine Kilos Schritt für Schritt den Berg hoch. Die Aussicht war sicher unbeschreiblich, aber davon bekam ich kaum etwas mit, so sehr war ich mit meiner Atmung beschäftigt. Eine alte Dampflock war  nichts dagegen und immer wieder überlegte ich, einfach umzukehren und Bernd, wenn er endlich käme, zu erzählen, ich wäre schon auf dem Rückweg. Apropos Bernd. Wo blieb der eigentlich!!! Normalerweise hätte er mich schon längst eingeholt haben müssen. Aber weit und breit nichts von ihm zu sehen. Der wird doch wohl nicht etwa kneifen? Ich motivierte mich weiterzugehen, indem ich mein Fett förmlich dahinschmelzen sah. Pausenlos rechnete ich die verbrauchten Kalorien aus und irgendwann sah ich den Berg runter und von ganz unten einen Radfahrer mit rotem T- shirt kommen, der mächtig in die Pedale trat. Ich rief und winkte, aber anscheinend war Bernd noch außer Hörweite, denn es kam keine Reaktion. War wohl auch sehr anstrengend zurück zu winken, wenn man beide Hände am Lenker hat und diese enorme Steigung bewältigen muss. 15 Minuten später zog dann der Radler an mir vorbei. Es war gar nicht Bernd. Peinlich!! Der hat sicher auch gedacht, was ist das denn für eine Irre, die da oben auf dem Berg rumschreit. Verschämt guckte ich in eine andere Richtung. Und weiter ging es. Um es kurz zu machen…… Ich schaffte den ganzen Berg und zwar ohne eine einzige Pause. Oben angekommen holte ich dieses dann aber nach und trank fast einen Liter auf ex. Die Aussicht war überwältigend und von Bernd noch immer keine Spur. Ich gönnte mir 15 MInuten Pause und machte mich dann an den Abstieg, der natürlich wesentlich schneller ging. Auf der Hälfte kam mir dann Bernd entgegen. Sobald er mich sah, stoppte er und wartete bis ich bei ihm war. Er war fix und fertig. Angeblich hatte er sich verfahren und war versehentlich schon einen anderen Berg hinauf gefahren. Wer´s glaubt! Jedenfalls war er froh mich zu sehen, musste er doch nun nicht ganz hinauf. Zusammen machten wir noch eine 5 minütige Pause und dann rollte er wieder abwärts. Der glückliche war 15 Minuten später zuhause. Mir aber standen noch 5 Kilometer bevor. Eine Stunde später kam auch ich dann völlig fix und fertig beim Wohnmobil an. Der letzte Kilometer hatte es wirklich in sich und wäre ich im Besitz eines Handys hätte ich Bernd angerufen um ihn zu bitten mich abzuholen. Beim Wohnmobil angekommen, haute ich mich als erstes in meinen Liegestuhl um mich zu sonnen. Ich war ja sooo stolz auf mich. War ich doch tatsächlich 13 Kilometer gewandert.  Keine 5 Minuten später aber zog ein dermaßen kalter Wind auf, dass es kein Vergnügen war, dort zu liegen. Wegen des Bräunungseffektes hielt ich trotzdem 2 Stunden durch. Ja ja, wer schön sein will muss leiden. Anschließend spielten Bernd und ich noch eine Partie Scrabble. Da Bernd die Letzten Male ständig verloren hatte, strengte ich mich nicht sonderlich an und ließ ihn gewinnen. Kaum damit fertig, kam die Umweltpolizei und erklärte sehr nett, dass wir über Nacht den Platz verlassen müssen, aber gerne morgen wieder kommen können. Schnell machten wir das Wohnmobil startklar um auf den offiziellen Platz nach San Jose zu fahren. Dort war die Stadt nicht wieder zu erkennen. Vorher ein idyllischer verschlafener Ort, tobte hier auf einem Mal das Leben. In Spanien hatte bezüglich des bevorstehenden Osterfestes, die heilige Woche begonnen, die viele Spanier nutzen, um mit Brückentagen Kurzurlaube zu machen. Jetzt haben wir auch mal einen leichten Vorgeschmack, wie es hier in der Saison zugeht. Wir machten noch einen Spaziergang durch den pulsierenden Ort und gingen früh zu Bett.

Veröffentlicht von Ines & Bernd Hoormann

Bernd ist am 17.12.63 in Papenburg geboren und dort auch aufgewachsen ,Er hat 2 Kinder: Bennet und Carina.Bis zum 1 Juli 2017 Geschäftsführer in einem Lingener Ingenieurbüro und leidenschaftlicher Musiker.Er spielt Gitarre,am allerliebsten Country und singt,wie ein junger Gott .:-)Meine ganz persönliche Meinung.Und ich,Ines geb.11.02.65 in Westerstede,habe 3 Kinder:Jessica 31 Jahre,David 30 Jahre und Kim 27 Jahre und bin ein typischer Wassermann.Freiheitsliebend,läßt sich nicht gerne sagen wo´s langgeht und das absolute Gegenteil von Bernd,der daran manchmal zu verzweifeln droht.Kennengelernt haben wir uns im Mai 2006.Ich habe Bernd im Internet bei ilove(Datingline) gefunden und nach einem sehr holperigen Start, mit mindestens 3 Trennungen für immer,leben wir seit April 2007 zusammen in Lingen.Erst in einer gemieteten Doppelhaushälfte ,mit wahnsinnig netten Nachbarn,die später,obwohl unser Dackel,gleich am ersten Tag unseres Einzugs,deren Hamster umgebracht hat,später sogar unsere Trauzeugen wurden. dann in unserem Häuschen im Gauerbach.(Stadtteil von Lingen),welches wir nach 8,5Jahren verkauften um nur noch im WOMO zu leben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*