Womo

Las Palmeras -Palmenbucht 07.04.-10.04.2018

Heute wollten und mussten wir Strecke fahren, darum fuhren wir früh aus dem idyllisch gelegenen Bergdorf Mojacar los. Gestern hatten wir hier noch ausgesprochen lecker gegessen. Dazu brauchten wir 2 Anläufe. Das erste Mal machten wir uns um 16 Uhr an den steilen Aufstieg zu unserem, schon gestern ausgesuchten, tollen Lokal. Wir  hatten schon großen Appetit, weil wir nur gefrühstückt hatten. Ich ging wie immer 10 Minuten vor Bernd los, denn so kann ich gemütlich gehen und muss nicht mit seinen megalangen Beinen mithalten. Trotzdem war ich völlig außer Atem, als ich oben ankam. Wirklich unglaublich steil dass Dorf, aber voller Charme und einmalig schön.

Überall kleine, verwinkelte und steile Gassen mit wunderschönen Restaurants und Bar gibt es in Mojacar-Pueblo.

Bernd hatte mich mittlerweile eingeholt und wir machten uns auf die Suche das Lokal wieder zu finden. Gott sei Dank hat Bernd bedeutend mehr Orientierungssinn als ich, so dauerte es nicht allzu lange.

Wie groß war unsere Enttäuschung, das Lokal verschlossen vorzufinden. Es öffnete erst um 19 Uhr. Halbherzig suchten wir nach einer Alternative und hatten uns schon für eine Paella im Nachbarlokal entschlossen, als wir informiert wurden, dass auch hier die Küche erst wieder um 19 Uhr öffnet. Nun gut, 3 Stunden wollten wir hier nicht verbringen und so ging es wieder steil bergab zu unserem Wohnmobil zurück. Ich nun immer einen Schritt hinter Bernd, mit Hand auf seiner Schulter. So kann ich mich gut an ihm abbremsen, denn bergab bin ich wirklich kaum zu halten. Ja wenn meine Massen in Bewegung geraten……was ja lange dauert…….  dann sind sie nicht zu stoppen. Darum ist es fast zwingend erforderlich, mich an Bernd festzuhalten. Und genau das wollte ich ihm verklugfideln. Er unterbrach meine Erklärungsversuche aber sofort mit einem Lachen und sagte.“ Jaja, ich versteh schon! Du machst das, damit die Leute nicht sagen, dass dicke Ende rollt vor!“ So ein Arschloch! Das war ja noch mal eine Steigerungsform von dem, was mein Vater früher immer, beim Hochwandern, zu mir gesagt hatte. Nämlich: “ Los Ines, komm schon, sonst sagen die Leute wieder, das dicke Ende kommt nach“. Genau so ein Arschloch! Entschuldigung Papa. Wie dem auch sei, wir kamen heil wieder unten an und aßen leckere Erdbeeren.

Um 18 Uhr 30 machten wir uns dann wieder auf den beschwerlichen Weg. Das heißt, Bernd um 19 Uhr 45. Diesmal hatten wir Glück, das Lokal war geöffnet und wir bestellten beide das 3 -Gang Tagesmenü.

Na Leute, das sieht doch echt gemütlich und stilvoll aus, oder? Müsst Ihr Euch natürlich bei strahlendem Sonnenschein draußen vorstellen 🙂

Zuerst gab es einen wirklich tollen Salat,

dann 2 riesige Stücke feurigen Schweinebraten in Pfeffersoße mit Kartoffelstampf und Paprikagemüse.

Das Fleisch war unglaublich zart und überhaupt war das ganze Essen total lecker und die Portion riesig. Und das alles zu sage und schreibe 11 Euro 90. Zum krönenden Abschluss gab es dann noch hausgemachten Käsekuchen. Wir waren aber so pappsatt, dass wir uns ihn einpacken ließen und später beim Fernsehen verdrückten. Um ehrlich zu sein, aß ich ihn alleine. Schande über mein Haupt!!! Aber er war so köstlich und Bernd wollte nicht. Naja, ich hatte ihn auch gar nicht erst gefragt.
Wir haben dann sehr gut geschlafen und nach dem Frühstück, auf das ich wohlweislich verzichtet hatte ging es los. Wasser hatten wir keinen einzigen Liter mehr an Bord, weshalb Bernd seinen Klogang nicht verrichten konnte und deshalb mussten wir erst einmal eine Tankstelle anfahren. Die erste hatte keines, aber bei der zweiten hatten wir dann Glück und füllten 180 Liter auf. Getankt wurde auch noch und dann ging es endlich los. Mindestens 300 Kilometer wollten wir machen und auch mal Autobahn fahren!  Blöd nur, dass Bernd bei Pulpi wieder ans Wasser fuhr. Dort war die legendäre Palmenbucht – Las Palmeras. Anschauen kostete ja nichts und so hielten wir an einem nahegelegenen Sandparkplatz

um uns dann zu Fuß kurz einen Überblick über die Nachbarbucht zu verschaffen. Das hätten wir vielleicht nicht tun sollen, denn hier war es so außergewöhnlich schön, dass ich mal wieder nicht weg wollte.

Dabei waren wir mal gerade 50 Kilometer gefahren. Ich sah Bernd an, dass auch er gerne hier bleiben würde und so war es schnell beschlossene Sache. Während ich schon Bekanntschaften mit einigen Campern schloss, holte Bernd unser Wohnmobil.  So etwas außergewöhnlich Schönes hatte ich eher in der Karibik erwartet und ganz bestimmt nicht am Mittelmeer.

An dem Buchtabschnitt, wo wir standen, gab es auch jeeeeede Menge interessante, individuelle Mobile … und wir dazwischen mit unserer „Weissware“ 🙂 …  aber unseres hat als Wohnmobil immer noch den meisten Platz und auf die Dusche wollen wir schließlich auch nicht verzichten.

Wir sind absolut begeistert. Vielleicht ist das der schönste Platz, auf dem wir bisher waren. Vielleicht auch der Schönste, auf der ganzen Welt….  Fakt ist jedenfalls, spätestens übermorgen müssen wir dringenst weiter und ich weiß schon jetzt, dass ich hier nicht weg will!!!

Meine Ines war mal wieder die Einzige, die im Meer schwimmen ging und das bei einer Wassertemperatur von ca 15 Grad ….grrrrrrrrr. Fast ne` halbe Stunde ist sie geschwommen… danach durfte ich sie wieder „auftauen“! „Ines, dabei hast Du dann bestimmt mehr als 1 kg Energie/Körpermasse abgeschwommen und im Meer gelassen, oder ?“

Zur Info: Bernd hatte an diesem Tag überhaupt keine Verdaung mehr. Der Arme. ( doch !! aber aus besagtem Grunde dann erst am späten Nachmittag … ja, mein Körper stellt sich schnell auf alle Aussteigerproblemchen ein 🙂  )

 

10.04.2018

Tja, aus den 2 Tagen sind nun doch 3 geworden. Wir konnten uns einfach nicht von hier losreißen und wenn es sich nicht gerade bezogen hätte, wären wir erst morgen früh weiter gefahren. So ffel uns jetzt der Abschied nicht ganz so schwer. Bis vor einer halben Stunde war das Wetter perfekt. Auch sonst stimmte alles, nur unser Internet funktionierte seit gestern Abend nicht. David, meinen Sohn, sehr beschlagen in solchen Sachen, hatten wir schon über <Facetime  kontaktiert, aber leider ohne Erfolg. Da fiel mir meine Mutter ein, die mir bei Beginn unserer Reise den unbezahlbaren Tip gab, uns junge Leute zu suchen, falls wir irgendwann einmal Probleme mit Handy oder PC und co haben sollten. Daran erinnerte ich mich jetzt und ging schnurstraks zum übernächsten Mobil, vor dem ca. 6 Leute saßen. Ich wandte mich an die beiden jüngsten unter ihnen und schilderte unser Problem. Hilfsbereit kamen sie sofort mit zu unserem Mobil. Sie probierten sämtliche Sachen zuerst ohne Erfolg durch. Dann nach ca. 20 Minuten funktionierte dass Ding wieder. Wieso? Das konnten sich die beiden auch nicht erklären. Plötzlich ging es einfach wieder. Egal, wir waren jedenfalls heilfroh, denn ohne Internet ist es schon ziemlich blöd. Was soll ich denn dann die halbe Nacht machen, wenn ich mal wieder nicht schlafen kann?? Wir bedankten uns überschwenglich bei den beiden und gaben ihnen noch eine Dose Bier aus.

Mittlerweile war es 14 Uhr geworden und wir machten das Wohnmobil reisefertig und nahmen Abschied. Uns ist aber jetzt schon klar, dass wir hier so schnell wie möglich wieder herkommen wollen. Eigentlich wollen wir ja auch gar nicht weg, aber……. ihr wisst ja….. wir müssen…..leider!!!! Mal sehen, wie weit wir heute kommen werden. Geplant sind 300 Kilometer. Noch exakt 14 Tage und wir müssen in Deutschland sein. Das heißt, wir müssen, wenn wir jeweils einen Tag Pause zwischen den Fahrten machen wollen 360 Kilometer pro Tag fahren. Das ist mit dem Wohnmobil schon ganz ordentlich aber Bernd macht das schon!!!

Während Bernd jetzt fährt, sitze ich neben ihm und schreibe an unserem Blog. In mir herrscht viel Wehmut, denn die Tage in diesem wunderschönen Land sind gezählt. Ich schaue zurück auf den 18. September 2017 an dem wir mit vielen Komplikationen gestartet sind. Ich sag nur Generator. Die Zeit bis dahin wollte einfach nicht vorbei gehen. Unsere Nervosität wurde nur noch von unserer Vorfreude übertroffen. Nicht mehr arbeiten. Welch ein Luxus und irgendwie kaum vorstellbar. Übers Internet haben wir uns schlau gemacht und Höhe Murcia am Mittelmeer wollten wir überwintern. Es kam dann ganz anders. Zuerst ging es aber durch Frankreich. Wie überwältigt war ich von dem Land,  welches ich im Vorweg nur als notwendiges Übel zur Durchreise nach Spanien gesehen hatte und mich überhaupt nicht interessiert hatte. Wie toll die Weinberge und wie unvergesslich, als wir das erste Mal dort den rauen, tosenden Atlantik gesehen haben und einen Strand, der länger war, als unser Auge reichte.Wäre das Wetter zu diesem Zeitpunkt nicht schlechter geworden, hätten wir dort viel mehr Zeit verbracht. Es war wunderschön. Und Portugal erst!!! Dabei stand Portugal  überhaupt nicht auf unseren Zettel und dann haben wir uns in diesem kleinen Land so außerordentlich wohlgefühlt. Konnten uns gar nicht satt sehen an der Natur, haben dort so viele nette Bekanntschaften gemacht, hatten ausnahmslos super Wetter und wenn ich an Portugal denke, dann auch immer an den Hippimarkt. Unsere Liebe aber gehört Spanien. Ein Land so riesengroß und atemberaubend schön. Und bisher der schönste aller Flecken ist Andalusien. Dort am Atlantik, der uns fast unsere gesammte Reise begleitet hatte, haben wir überwintert. In Roche bei Conil. Dort fühlten wir uns so heimisch und so unglaublich wohl. Dort haben wir die meiste Zeit mit Leuten verbracht, die uns so sehr ans Herz gewachsen sind und deren Freundschaft uns wirklich viel bedeutet. Dort haben wir unseren bisher schlimmsten Sturm erlebt und Weihnachten gefeiert. Und nun das Mittelmeer, welches uns mit seiner Schönheit mehr überrascht hat als alles andere bisher. Und nun haben wir noch ca. 800 Kilometer in diesem wundervollen Land vor uns und sind sehr gespannt wo wir heute Abend sein werden. Gerade haben wir an einer Autobahnraststätte eine etwas längere Pause eingelegt. Bernd hatte Hunger und es gab, wie auch gestern (aber gestern hat Bernd sie gemacht), leckere Wraps.

Veröffentlicht von Ines & Bernd Hoormann

Bernd ist am 17.12.63 in Papenburg geboren und dort auch aufgewachsen ,Er hat 2 Kinder: Bennet und Carina.Bis zum 1 Juli 2017 Geschäftsführer in einem Lingener Ingenieurbüro und leidenschaftlicher Musiker.Er spielt Gitarre,am allerliebsten Country und singt,wie ein junger Gott .:-)Meine ganz persönliche Meinung.Und ich,Ines geb.11.02.65 in Westerstede,habe 3 Kinder:Jessica 31 Jahre,David 30 Jahre und Kim 27 Jahre und bin ein typischer Wassermann.Freiheitsliebend,läßt sich nicht gerne sagen wo´s langgeht und das absolute Gegenteil von Bernd,der daran manchmal zu verzweifeln droht.Kennengelernt haben wir uns im Mai 2006.Ich habe Bernd im Internet bei ilove(Datingline) gefunden und nach einem sehr holperigen Start, mit mindestens 3 Trennungen für immer,leben wir seit April 2007 zusammen in Lingen.Erst in einer gemieteten Doppelhaushälfte ,mit wahnsinnig netten Nachbarn,die später,obwohl unser Dackel,gleich am ersten Tag unseres Einzugs,deren Hamster umgebracht hat,später sogar unsere Trauzeugen wurden. dann in unserem Häuschen im Gauerbach.(Stadtteil von Lingen),welches wir nach 8,5Jahren verkauften um nur noch im WOMO zu leben.

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