Womo

Miltenberg in Bayern 25.08 -27.08.2018

 

25.08.2018

Bernd geht es schon wesentlich besser. Schmerztabletten nimmt er keine mehr (er hat nur am Freitag 2 Stk genommen  … halt ein harter Kerl!) und sein Gesicht schwillt langsam wieder ab.
Gestern war es hier richtig kalt und regnerisch und eigentlich wollten wir uns jetzt auf die Socken über Frankreich nach Portugal machen. Das muss nun noch etwas verschoben werden, denn am Morgen vor Bernds Zahnoperation, stellten wir voller Entsetzen fest, dass unsere am 24zigsten April neu eingesetzte Panoramascheibe schon wieder einen Spalt hat.

… und das Hotel Voss hat uns schon wieder Werbung durch den Spalt eingeschoben 🙂 !!!

Es kotzte uns richtig an, denn wir waren schließlich extra bei einer Fachwerkstatt gewesen, die von sich behauptet der Profi für Scheibeneinsetzung zu sein. Da Bernd nach seiner OP kaum sprechen konnte, erklärte ich mich gerne bereit dort anzurufen. Geladen genug war ich, denn ich hatte weiß Gott nicht noch einmal Lust auf dieses tägliche Theater die Scheibe mit Tapeband zu kleben und trotzdem bei jeder Kurve ängstlich zu eben dieser zu sehen und hoffen das sie nicht rausfällt. Von der Feuchtigkeit im Saloon will ich erst gar nicht reden. Erst einmal dauerte es bis ich den Verantwortlichen an der Strippe hatte. Dieser konnte sich das natürlich überhaupt nicht erklären und schlug dann tatsächlich vor, wir sollten wieder nach Melle (bei Osnabrück) fahren. Hallo??? Gehts noch??? Das waren hin- und zurück locker 1000 Kilometer. Dazu hatte ich nun überhaupt keine Lust. Von den Benzinkosten einmal abgesehen. Ich wurde ziemlich laut und er immer kleinlauter. Bernd gab mir vom Bett aus Zeichen, dass wir wohl oder übel zurück müssten, aber ohne mich. Ich erklärte dem Mann, dass es nun seine Aufgabe wäre, uns eine neue Scheibe zu besorgen und er sich überlegen könne, wie er sie hierher schaffen könne. Er bat sich etwas Bedenkzeit aus ( die konnte er gerne haben) und wollte in 10 Minuten abermals anrufen. Das tat er auch tatsächlich und teilte uns mit, dass es eine Niederlassung in Dieburg geben würde, die neue Scheibe dort am Montag ankommen würde und wir dort um 10 Uhr einen Termin hätten. Super, Dieburg war nämlich mit 90 Kilometer Distanz wesentlich dichter dran als Melle. Warum nicht gleich so?? Der gute Mensch, sagte zwar andauernd, dass er gerne persönlich einen Blick auf die Scheibe werfen würde und sie lieber persönlich einsetzten wolle, aber nachdem ich ihm gesagt habe, dass er ja gerne mit dem Auto kommen könne, um dabei zu sein, wurde er mucksmäuschenstill. So gerne wollte er dann wohl doch nicht dabei sein. Mit der Drohung, dass wenn es wieder nicht klappen sollte,  wir zu Concorde gehen und  auf seine Rechnung eine neue Scheibe einbauen lassen, verabschiedete ich mich;  wie ich zugeben muss nicht gerade sehr freundlich.
Puh, jetzt gings mir richtig gut. Ist schon klasse, wenn man mal Dampf ablassen kann! Natürlich waren wir nicht begeistert hier nun weitere 3 Tage festzusitzen aber was sollten wir tun?

Den ganzen Tag hatte es hier in Buchen immer wieder mal geregnet und kalt war es auch und so konnte ich Bernd gegen 17 Uhr überreden schon mal Richtung Dieburg zu fahren, denn morgen sollte das Wetter wieder sonnig sein und da möchte man ja nicht so gerne im Auto sitzen. Wir machten das Wohnmobil startklar und düsten ab.

Schon nach 40 Kilometern bat ich Bernd von der Autobahn abzufahren, denn in unserer Stellplatz-app hatte ich einen netten kostenlosen Stellplatz gesichtet. Bernd hatte anscheinend sowieso keine große Lust mehr zum fahren, denn ohne Diskussionen ließ er sich via Handy zum besagten Stellplatz navigieren. Dieser hatte gerade noch einen Platz für uns. Zwar führte oberhalb des Platzes eine Schnellstrasse vorbei, aber sonst war er wirklich schön und nur einen Kilometer von der historischen Altstadt von Miltenberg entfernt. Klasse, da konnten wir morgen einen kleinen Stadtbummel machen und etwas wandern gehen. Heute hatten wir bei dem Wetter keine Lust mehr uns zu bewegen und gingen früh ins Bett.

26.08.2018 Miltenberg in Franken (Bayern)

In der Nacht war es eisig kalt geworden. Im Wohnmobil waren es um 4 Uhr morgens, als ich aufstand um den Blog zu schreiben, nur knappe 12 Grad. Brrrrr, so kalt war es ja schon ewig nicht mehr und ich schlotterte geradezu beim Schreiben. Um 7 Uhr 30 ging ich noch mal zu Bernd ins Bett und der war richtig nett. Anstatt wie sonst zu sagen: Geh weg du Eisklotz, durfte ich mich heute an ihn ankuscheln. Kann das an dem gezogenen Weißheitszahn liegen???? Ich fands jedenfalls herzallerliebst. Gegen halb 9 war ich dann soweit aufgetaut, dass ich unseren Frühstückstisch decken konnte. Unsere Heizung wurde auch für eine halbe Stunde erstmals in Deutschland aktiviert. Danach heizte sich das Wohnmobil ganz schnell durch die Sonne auf, die endlich durch die Fenster schien. Nach dem Frühstück gingen wir zu Fuß Richtung Stadt. Schnell merkten wir, das etwas Besonderes im Busch sein müsse, denn mit uns strömten Unmengen von Leuten ebenfalls in dieselbe Richtung. Überall gab es Parkleitsysteme und das Städtchen quoll fast aus allen Nähten. Nun machten uns auch Schilder darauf aufmerksam, dass hier die berühmte Michaelismesse stattfand. Bernd und ich stürtzten uns ins Getümmel. Mei, was gab es hier alles zu bestaunen. Unzählige Verkäufer boten ihre Waren an.

Ein toller Verkaufsstand im Hippi-Look mit einem Eingansschild auf dem steht: „Love is in the air“ ….  bin ich dann doch lieber nicht reingegangen 🙂
Wer von den Beiden ist denn nun der Wachhund ? 🙂 … oder: wer von Euch findet die Katze im Bild?

Da gab es Küchen, Bügeleisen, Massagegeräte (die Bernd und ich natürlich als erstes ausprobierten), Treppen, Rasenmäher, Dachziegel, Klamotten, alles für den Hund, Putzmittel, Küchengeräte, Töpfe und und und… Zusätzlich natürlich noch jede Menge Fresszelte, Fahrgeschäfte und ein Bayernzelt mit Blaskapelle.

Im Festzelt wurden riesige Mengen an Schweinshaxen und Händel mit Beilagen vertilgt.

Wir waren schier überwältigt und wie sich schnell rausstellte auch in Kauflaune. Als erstes kauften wir eine Wunderbürste, zum Reinigen unserer Teppiche für 15 Euro. Dann erstand Bernd einen tollen Kaputzenpullover, ebenfalls für 15 Euro und dann war unser für „die Wanderung“ mitgenommenes Geld alle. Blöd, denn ich hatte mich in eine ultimative handgestrickte Wollmütze verliebt, die 27 Euro kosten sollte und Bernd liebäugelte mit 2 Schaffellen, die klasse auf unsere WoMo-Sitze passen würden. Das Massagegerät hätte Bernd auch noch gerne  gehabt( für Ines natürlich, damit wäre ich etwas entlastet worden 🙂 ) , aber was soll`s? Wir gingen erst mal wandern, um uns auf andere Gedanken zu bringen. Der Wanderweg führte uns stetig bergauf und ich pustete wie eine alte Dampflok.

Belohnt wurden wir dann aber mit einen tollen Blick auf die Stadt und den Main, der mitten durch eben dieser führt.

Nun ging es an den Abstieg und wieder durchs Messegelände, vorbei an den Objekten unserer Begierde. Kurzentschlossen und spontan beschlossen wir, dass ich hier warten sollte, während Bernd Geldnachschub aus dem Wohnmobil holen wollte. Ich entdeckte während seiner Abwesenheit noch ein tolles Kleidungsstück aus Leinen für lächerliche 10 Euro, welches neben der Mütze ganz oben auf meiner Wunschliste stand.

Dieser hübschen Frau steht aber auch einfach fast alles  und ich meine hier nicht die Orthesen von Ines auf die auch jede Menge Messebesucher nun schielten und nicht wie sonst immer nur auf ihrer von Gott gegebenen Oberweite 🙂

Es dauerte gar nicht lange und Bernd kam schon zurück. Super, wenn man so lange Beine hat!!!
Nun hatten wir aber Hunger und gönnten uns jeder 3 Kartoffelpuffer. Die waren so lecker, dass Bernd für sich noch eine weitere Portion mit nach Hause nahm. Dann ging es zu meiner Pudelmütze, die mir von nun an gute Dienste tun wird, wenn wegen Wassersparens das Haar mal wieder nicht sitzt. Nun ging es zu den Fellen. Wir entschieden uns für ein Patchworkfell, welches aus aneinandergenähten Fellresten besteht und demzufolge nur die Hälfte kostete. Ich persönlich finde es auch schöner, denn da hat man nicht so das Gefühl auf einem toten armen Schaf zu sitzen. So sitzt man zwar auf vielen toten Schafen, aber da es nicht die Form hat, kann ich es ausblenden.

Für kalte Wintertage vorbereitet!  Provisorisch hat Ines die Felle schon mal an den Sitzen befestigt. Langsam wirds ein „alternatives Mobil“

Nun gab es noch ein Softeis für jeden von uns und schwerbeladen  traten wir den Heimweg an.

Gott sei Dank, denn ich war echt froh meine Orthesen abschnallen zu können. Es war ein toller Tag, in einer tollen Stadt. Morgen früh geht es dann nach Dieburg, ich werde berichten……

Veröffentlicht von Ines & Bernd Hoormann

Bernd ist am 17.12.63 in Papenburg geboren und dort auch aufgewachsen ,Er hat 2 Kinder: Bennet und Carina.Bis zum 1 Juli 2017 Geschäftsführer in einem Lingener Ingenieurbüro und leidenschaftlicher Musiker.Er spielt Gitarre,am allerliebsten Country und singt,wie ein junger Gott .:-)Meine ganz persönliche Meinung.Und ich,Ines geb.11.02.65 in Westerstede,habe 3 Kinder:Jessica 31 Jahre,David 30 Jahre und Kim 27 Jahre und bin ein typischer Wassermann.Freiheitsliebend,läßt sich nicht gerne sagen wo´s langgeht und das absolute Gegenteil von Bernd,der daran manchmal zu verzweifeln droht.Kennengelernt haben wir uns im Mai 2006.Ich habe Bernd im Internet bei ilove(Datingline) gefunden und nach einem sehr holperigen Start, mit mindestens 3 Trennungen für immer,leben wir seit April 2007 zusammen in Lingen.Erst in einer gemieteten Doppelhaushälfte ,mit wahnsinnig netten Nachbarn,die später,obwohl unser Dackel,gleich am ersten Tag unseres Einzugs,deren Hamster umgebracht hat,später sogar unsere Trauzeugen wurden. dann in unserem Häuschen im Gauerbach.(Stadtteil von Lingen),welches wir nach 8,5Jahren verkauften um nur noch im WOMO zu leben.

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