Womo

Rinteln 07.09- 11.09. 2017

Was macht man bei Dauerregen?

Die nächsten Tage sollte es nur regnen und somit war klar, dass wir unser Wohnmobil höchstens mal zum Rauchen verlassen würden. Ja ja Papa, ich weiß dass Rauchen nicht gesund ist! Wir beschlossen wieder nach Rinteln zu fahren, denn die Stadt kennen wir schon und verpassen nichts, wenn wir sie nicht besichtigen. Außerdem ist der Stellplatz kostenlos. Wir kamen bei strömenden Regen in Rinteln an und stellten uns an exact derselben Stelle wie beim letzten Mal. Wo war nur die Zeit geblieben?? In ein paar Tagen würde es losgehen mit unserer großen Fahrt. Soviel hatten wir uns bis dahin vorgenommen und kaum etwas davon erledigt. Perfekt Spanisch wollten wir sprechen können bis September. Jeden Tag mindestens 2 Stunden lernen hatten wir uns vorgenommen. Und was haben wir getan: Nichts!!! Wir sind immer noch bei Lektion 3 wie vor 1 Jahre und selbst davon haben wir mindestens die Hälfte vergessen. Das soll sich in Rinteln ändern. Gott sei Dank regnet es und wenn wir uns nicht langweilen wollen, müssen wir uns im Wohnmobil beschäftigen und zwar mit Lernen lernen lernen und nichts anderem. So war unser Plan.

Heute, wo ich dieses hier schreibe und wir schon 3 Tage hier sind muss ich leider feststellen das der Plan komplett in die Hose gegangen ist. Gelernt haben wir nur am ersten Tag ca 1,5 Stunden. Ersteinmal haben wir die letzten 3 Lektionen noch einmal wiederholt und Lektion 4, die schon schwieriger wird, beherrschen wir noch lange nicht. Mein Gott, lernen ist echt anstrengend. Dabei kann ich nicht einmal sagen, dass es im Alter schwieriger ist, weil ich keine Vergleichsmöglichkeiten habe. Als Kind fand ich in der Schule alles unnütz und war der festen Überzeugung dass ich 80 Prozent des vermittelten Stoffes nie wieder brauchen würde. Meine größte Angst bestand darin, dass meine Gehirnspeicherkapazität ausgereizt sein könnte, wenn tatsächlich einmal etwas wichtiges käme. Meine Eltern regten sich darüber immer furchtbar auf, konnten allerdings meine Einstellung auch nicht ändern. Ich wollte auch nie zum Gymnasium, das klang mir zu angeberisch. Darüber war mein Vater allerdings sehr froh, denn seiner Meinung nach haschten dort alle. So kam ich also zur Realschule. Trotz meiner Ängste und ohne meine Zutun mittels Lernen kam ich, bis auf Mathe ganz gut mit. In Mathe hatte ich immer eine vier und das auch nur, weil es immer eine Arbeit im Halbjahr gab, die mit Prozent- Zins- oder Zinseszinsrechnug zu tun hatte. Oder zumindest Dreisatz. Das alles konnte ich, weil  mir mein Vater es erklärt hatte. Bei dem verstand ich es, bei den Lehrern nicht. Außerdem fand ich es auch persönlich wichtig und hilfreich so etwas zu können und schrieb dann regelmäßig eine eins. Ganz im Gegensatz zu Sinus und Cosinus, Tangens und Cotangens,und Logarythmen .Ich wollte auch nie wissen, wieviel Luft in einen Kegel geht. Ganz ehrlich?? Ich weiß bis heute nicht wozu das alles gut ist und was für einen Beruf man eigentlich ausüben muss, um so etwas zu rechnen. Ich jedenfalls hab es nie verstanden, schrieb regelmäßig eine 5, manchmal auch eine 6 und diskutierte ständig mit meinem Mathelehrer. Dieser teilte mir bei unserem letzten Klassentreffen mit, das dieses Sinusgerechne aus dem Lehrplan für Realschulen genommen worden ist und er dabei sofort an mich denken musste. Wahnsinn, da bin ich 36 Jahre aus der Schule raus und mein Lehrer denkt noch einmal an mich. Echt irre so einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben. Mein Fazit: Hätte das Schulministerium schon damals auf mich gehört, hätten Millionen von Kindern sich nicht mit diesem Scheiß abplagen müssen. Diese Weisheit von einer damals 15 jährigen. Echt unglaublich. Aber ich schweife ab.

Trotz des Regens empfanden wir keine Langeweile. Ich räumte endlich einmal wieder alle Schränke auf und vernichtete auch den allerletzten Staubkrümel. Bernd beschäftigte sich mit unserer Route über Frankreich nach Spanien. Da er noch niemals dort war, war es anscheinend nicht so einfach. Er druckte mehrere Seiten dieser Länder aus und klebte sie aneinder, damit wie er mir sagte, er ein Gefühl für die Größe dieser Länder bekommt. Aha! Dann recherchierte er im Internet, wie man möglich Mautfrei fahren kann, welche Strecken besonders schön sind, wo eventuell Stellplätze zu finden sind usw. Das volle Programm halt. Ich würde mich lieber treiben lassen. Da wo es schön ist, einfach anhalten und wo es nicht schön ist einfach weiterfahren. Bernd aber kann ohne Pläne nicht leben und es ist für ihn ein Stück Sicherheit. Für mich sind sie ein Einschnitt in meiner Freiheit, aber natürlich werde ich dahin fahren, wo Bernd hinfährt. Wir sitzen ja im selben Wohnmobil. Trotzdem streiteten wir uns. Bernd war bereit eine andere Strecke zu fahren. Das aber wollte ich auch nicht. Ehrlich gesagt, wusste ich gar nicht was ich wollte. Ich wollte nur keinen Plan, denn auf jeden Plan reagiere ich allergisch. Das aber konnte ich Bernd überhaupt nicht vermitteln. Er war der Meinung, wenn wir nach meiner Strategie führen, würden wir uns ständig nur im Kreis bewegen. Das musste ich erst einmal verdauen. Nach längerem Nachdenken musste ich eingestehen, dass die Gefahr durchaus bestand und so ein Plan auch Vorteile haben kann, zumindest ein grober;-) Darauf verständigten wir uns dann und der Weltfrieden war wieder hergestellt.

Jeden Abend auf´s Neue sind wir überrascht, wie schnell so ein Tag rum geht. Selbst bei Regen! Heute allerdings, es ist Tag 3 hier und ich schreibe gerade in Echtzeit, wollen wir unser Wohnmobil verlassen, bevor wir doch noch einen Lagerkoller bekommen. Es ist gleich 11 Uhr und wir haben noch nicht einmal gefrühstückt, weil Bernd gerade erst aufgestanden ist. Weil Bernd ja Pläne so liebt, habe ich schon einen gemacht. Heute Nachmittag soll es endlich aufhören zu regnen und Bernd könnte dann eigentlich bei Marktkauf etwas auf der Gitarre klimpern und so unsere Haushaltskasse aufbessern. Ich habe schon im Internet recherchiert. Straßenmusiker werden hier als Bereicherung empfunden und es ist ausdrücklich erlaubt. Natürlich ist Bernd dagegen. Nachdem er nun 15 Minuten nur rumgequakt hat, habe ich überlegt, welchen Tag wir heute haben. So ein Gemotze kenne ich von ihm eigentlich nur Samstags. Ein Blick auf den Kalender, der in der Innentür des Badezimmers hängt, bestätigt meine Vermutung. Es ist Samstag!! Bernds innere Uhr scheint noch perfekt zu funktionieren. Im Gegensatz zu Bernd ist meine Laune heute phänomenal. Und das obwohl ich zugenommen habe. Kunststück, wenn man sich nicht bewegt. Ich verschiebe meine Diät auf Spanien, in der Hoffnung dort jeden Tag schwimmen zu können. Endlich bin ich mit dem Blog nicht mehr in Verzug. Natürlich überlege auch ich, was wir unbedingt noch für die Überwinterung brauchen. Außer Schokolade, Sonnencreme und Lidl Colalight fällt mir aber nichts ein. Schokolade ist in Spanien nicht unter 2 Euro zu bekommen und da Bernd und ich mindestens eine Tafel pro Tag benötigen, wären es in 8 Monaten mindestens 240 Tafeln. Bei Lidl kostet eine Tafel 49 Cent und wir würden also mindestens 1,51 Euro pro Tafel sparen. Das wären bei 240 Tafeln exact 362,40 Euro!!! Allerhand. Ich bin schon wieder Feuer und Flamme und überlege wo man sie verstauen könnte und wieviel Lidl Märkte ich anfahren muss um so viele zu bekommen. Wir mögen nämlich am liebsten nur die blaue, ohne Nüsse. Bernd erzähle ich lieber nichts von meinen Gedanken. Er wäre strikt dagegen, zumal unser Auto auch wirklich platzmäßig ziemlich ausgereitzt ist. Natürlich würde er sich in Spanien über Schokolade freuen, aber jetzt in diesem Moment würde er mich für bekloppt erklären. Mit Sonnencreme ist es so ähnlich. Dort gibt es keine unter 11 Euro und hier für maximal 3. In 8 Monaten würde Bernd ca. 16 Tuben verbrauchen. Ersparnis, wenn wir sie in Deutschland kaufen würden 128 Euro!!!! Bei Cola light ist es noch viel gravierender, weil wir Unsummen davon trinken. Rein platztechnisch bekommen wir sie aber wirklich nicht mit. Ich spare mir an dieser Stelle darum mal das Ausrechnen. Mittlerweile haben wir gefrühstückt. Bernd hat sich darüber mokiert wieviel Philadelphiakäse ich mir auf´s Brot geschmiert habe. Sein exakter Wortlaut war: Na, geht noch mehr drauf?? Natürlich !!, sagte ich und zeigte es ihm auch sogleich. Nun ist tatsächlich die Sonne rausgekommen und ich muss jetzt mal zusehen, dass ich in Wallungen komme. Bis später…………

Bernd spielt tatsächlich in der Fußgängerzone

Ja tatsächlich. Bernd schnallte sich um 13 Uhr 30 seine Gitarre auf den Rücken und wir fuhren mit den Fahrrädern in die Fußgängerzone.

… die gesamte Ausrüstung in meinem „survival-bag“ auf den Rücken geschnallt und ab gehts „auf die Platte“ 🙂

Welch eine Überraschung. Es war gerade Handwerkermarkt und jede Menge Leute waren unterwegs.

Wir stellten unsere Fahrräder ab und schritten ersteinmal die gesamte Fußgängerzone, nach einem geeigneten Standplatz für Bernd, ab. Bernd wollte nach Möglichkeit kein Geschäft stören und ich nach Möglichkeit sitzen. So kam eigentlich nur ein Platz in Frage und Bernd positionierte sich dann dort.

Ich ließ mich an einer Werbetafel nieder. Diese war an einem großen Stein befestigt, auf dem ich sitzen konnte, denn Bernd wollte ca. 2 Stunden Gitarre spielen und ich nicht solange dumm vor ihm rum stehen. Leute ich kann euch sagen, ich hatte noch niemals zuvor einen so kalten Hintern. Wer nie 2 Stunden auf einem Stein gesessen hat, kann es sich nicht mal ansatzweise vorstellen. Die Sonne schien vom fast wolkenlosen Himmel und nachdem Bernd seine Gitarre gestimmt hatte, fing er an. Man, war ich aufgeregt. Falls Bernd auch nervös war, ließ er es sich jedenfalls nicht anmerken. Er spielte und sang wie immer super und ich war mal wieder stolz wie Oscar.

Pausenlos machte ich mit dem Handy Filme und sprach dabei mit dem Universum. Das ist echt eine besondere Macke von mir. Ich glaube, ich erwähnte es schon einmal in einem anderen Beitrag. Man muß einfach irgendetwas im Universum bestellen und bekommt es dann auch. Versucht es ruhig einmal, es funktioniert tatsächlich. Vielleicht nicht sofort, dann aber später. Nicht betteln, sondern mit lauter Stimme und im Befehlston. In diesem speziellen Fall machte ich es über das Handy. Mir war schon klar, dass wenn ich ständig, mit Blick in den Himmel, lautstark Bestellungen ins Universum schreien würde, die Gefahr recht groß war in der Klapsmühle zu landen. Also unauffällig  aber dennoch mit Befehlston ins Handy gesprochen und abwarten. Natürlich ohne eine Nummer zu wählen. Was ich bestellte ist ja klar,oder? Jede Menge Kleingeld für den Gitarrenkasten, den Bernd vor sich liegen hatte. Es funktionierte überraschend gut. Vielleicht lag es aber auch an Bernd seinem Gesang.

Erbsensuppe …  und die Folgen danach …

Gegen 17 Uhr machte er Feierabend und lud mich von seiner Gage zu einer leckeren Erbsensuppe mit Bockwurst ein und hinterher noch zu einem noch leckereren Crepes mit Zimt und Zucker. Bernd war blendender Laune. Es hatte ihm richtig Spass gemacht und am nächsten Tag wollte er sogar noch einmal dort spielen. In allerbester Laune gingen wir nach Hause, sahen abends noch einen Film und wollten schlafen. Aber OH WEH: Die Erbsensuppe !!!! Lasst es euch gesagt sein. An dem Spruch: Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen, jede Erbse einen Knall, ist echt was dran. Immer wenn ich gerade dabei war ins Reich der Träume hinabzugleiten gab es einen Knall. Mir war das ja sooooo peinlich. Ich mein, Bernd hat damit ja nun überhaupt keine Probleme. Er sagt immer, der Reaktor muss arbeiten. Mir aber, ist es unglaublich peinlich und wenn ich auf Toilette sitze und ein Geräusch entweicht, übertöne ich es regelmäßig mit einem Hustenanfall. Ich versuchte alles unter Kontrolle zu behalten, war aber so müde, dass ich ständig einschlief. Und wieder ein Knall. Sofort war ich hellwach und sagte laut zu Bernd: Ich hab es auch gehört, aber ich war´s nicht!! Bernd bekam sich vor Lachen kaum ein und meinte nur, dass wir dann wohl einen Untermieter hätten, der in unserer Garage lebt. Man man man wie peinlich. In dieser Nacht schlief ich wirklich kaum und schwor mir nie wieder Erbsensuppe zu essen. Wie gerädert wachte ich am nächsten Tag auf. Die Sonne schien wieder und Bernd spielte noch einmal am selben Platz. Diesmal war ich aber schlauer. Ich hatte ein dickes Sitzkissen dabei, damit mein Popo nicht wieder so kalt werden würde. Bernd sang wieder so schön und irgendwann hielt ich es nicht mehr auf meinen Kissen und gesellte mich zu ihm und sang lautstark mit. Jedenfalls die Passagen, die ich so kenne. Meistens ist das bei jedem Lied der halbe Refrain. Schön singen kann ich ja wirklich nicht, aber sehr sehr laut. Da widerum habe ich überhaupt keine Hemmungen. Die vorrübergehenden Leute grinsten mich an und plötzlich kamen sogar die Verkäuferinnen aus den gegenüberliegenden Geschäften und wollten anscheinend sehen, wer dort so laut und falsch singt. 3 Lieder hielt ich durch. In der ganzen Zeit warf ein einziger Mensch 50 Cent in den Kasten. Ich kam zu dem Entschluss, dass Bernd allein erfolgreicher ist und verpieselte mich klammheimlich. Nach 2,5 Stunden gingen wir vergnügt zurück zu unserem Wohnmobil. Vorher gönnten wir uns noch einen leckeren Crepe. Auf die Erbsensuppe verzichteten wir allerdings.

Kurz vor unserem Stellplatz direkt an der Weser war eine Beach-bar mit einem künstlichem Strand, jeder Menge Liegestühle und riesigen Liegekissen.

 

Von daher klang laute Livemusik und wir beiden beschlossen dort noch ein Bierchen zu trinken. Die Sonne schien noch immer und auch die Live-Musik dort  war super-klasse. Wir fühlten uns schon fast wie im Süden.

Es war ein toller Tag!!

Womo

Wahlsburg am Lippoldsberg 04.09.2017-06.09.2017

Gegen 13 Uhr kamen wir in Wahlsburg am Lippoldsberg an. Wir hatten kaum noch Vorräte und da wir keinen Lidl fanden, wichen wir auf einen Nettomarkt aus. Bernd parkte das Wohnmobil direkt vor dem Markt und ich sammelte schon mal unsere Pfandflaschen zusammen.

Noch schnell einen Euro gesucht, für den Wagen und wir betraten den Markt. Dieser hatte alles was wir brauchten, nur nicht unsere heißgeliebte Lidl Cola light. Also kauften wir nur 2 Flaschen Mineralwasser. Ich persönlich mag ja nun gar kein Wasser, hatte mich allerdings in letzter Zeit mit Leitungswasser angefreundet. Schmeckte zwar auch nicht, aber kostete dafür auch nichts. Nur gab es dies leider nicht überall. Klar hatten wir immer Leitungswasser in unserem Tank dabei, aber dieses soll man ja, wenn überhaupt, nur abgekocht verzehren und ansonsten für die Klospülung, zum Abwaschen und Duschen benutzen. Neben Schokolade (die schmeckt nicht einmal ansatzweise so gut, wie die von Lidl) erstanden wir noch Hähnchenfilets, Schweinbraten, Reis, Aufschnitt, Öl, Kuchen und Krustenbrot. Von dem Brot waren wir ganz hin und weg. Das ist echt besser als das von Lidl und in Zukunft werden wir zwar wieder zu Lidl gehen, aber das Brot bei Netto kaufen. Wer hätte das gedacht?? An der Kasse waren wir mit 40,80 Euro dabei und schnell verstauten wir unsere Einkäufe. Darin waren Bernd und ich mittlerweile ein eingespieltes Team und es dauerte kaum länger als 5 Minuten und alles lag auf seinem Platz. Entweder in unserer Vorratskammer in der Außenklappe gleich neben der Eingangstür, oder im Kühlschrank, der nach Einkäufen immer randvoll ist. Wir setzten uns mit unserem Gefährt wieder in Bewegung und erreichten 3 Minuten später den Stellplatz.

Er lag wunderschön noch geradeso im Weser- Bergland, kurz vorm Solling Voglerland und wieder direkt an der Weser. Der Platz gehörte zu einem kleinen Hotel und kostete 10 Euro die Nacht. Darin war allerdings ein Verzehrgutschein über 2 Euro für das Restaurant enthalten. 50 Mobile würden hier sicherlich Platz finden und Bernd und ich konnten uns mal wieder nur sehr schwer entscheiden, wo wir nun stehen wollten. Direkt am Wasser oder doch lieber zentraler mit mehr Menschenkontakt??? Wir sind beide nicht die Entscheidungsfreudigen und am Liebsten schiebt einer die Verantwortung auf den anderen. Nach 10 Minuten wurde es Bernd zu bunt und entschied, dass wir genau da stehen bleiben, wo wir gerade standen. Wir hatten herrliche Sicht, auf die Berge, die noch nie so nahe waren. Es gab Strom , Wasser und Entsorgung dort und sogar eine öffentliche Toilette. Sehr praktisch, denn so konnten wir ständig unsere leeren Cola light Flaschen mit Leitungswasser füllen und mussten nicht verdursten. Außerdem konnten wir dort zur Toilette gehen, dass drückt die Wasserkosten rapide nach unten;-) Wir richteten uns sofort häuslich ein und Bernd reparierte irgendetwas.

… mal schnell ne`kleine Reparatur von Bernd: ein Rücklicht abgedichtet, da dort Feuchtigkeit eintrat und … egal,musste halt gemacht werden… fertig!

Ich machte einen schönen Spaziergang in das kleine Dorf und bestaunte auch hier die alten Häuser. Irgendwann kam ich zu einem beeindruckenden Kloster mit einem märchenhaften Innenhof. Später machten wir denselben Spaziergang noch einmal, weil ich Bernd unbedingt das Kloster zeigen wollte.

Auch er war sehr beeindruckt vor allen Dingen darüber, dass ich ganz allein wieder zum Wohnmobil gefunden hatte. Das war aber einfach, weil quer durchs Dorf immer wieder Toilettenhinweisschilder angebracht waren und diese genau zu unseren Toiletten auf den Stellplatz führten. Das Wetter war einfach traumhaft und so blieben wir 3 Tage. Gleich am ersten Tag lernten wir Uwe und Brigitte kennen. Natürlich fuhren sie einen Ami.

Wir quatschen einfach alle Leute an, die so ein Womo fahren, weil es ja auch lange unser Traum war. Die beiden lebten seit fast 2 Jahren im Wohnmobil und hatten ein paar Wochen zuvor ihr Hymer Wohnmobil gegen den Ami getauscht und waren sehr glücklich darüber. Zwar mussten sie noch jede Menge hineinstecken, aber sie wussten ja wofür. Uwe war früher Jetpilot bei der Bundeswehr gewesen und die beiden hatten lange mit ihren 5 Kindern in Amerika und Canada gelebt und konnten darüber sehr spannend berichten und Brigitte war einfach nur witzig mit einem unglaublich trockenen Humor. Ich hätte mich pausenlos in die Ecke schmeißen können. Leider mußten die beiden am nächsten Tag los um ihr Dach reparieren zu lassen. Auf ihre Aussage, dass sie am Abend vielleicht wiederkämen, versprach Bernd, daß er dann ein kleines Konzertchen geben wolle. Wir freuten uns tierisch, als sie am Nachmittag wieder vorgefahren kamen und Bernd hielt sein Versprechen. Mitten auf dem Stellplatz standen 2 lange Holzbänke und in der Mitte stand ein Tisch. Dorthin bugsierte Bernd seine Musikausrüstung, nebst seinen Hocker und Gitarre. Ich sagte schnell ein paar Leuten Bescheid und innerhalb kürzester Zeit waren wir ca 12 .

Ich lud noch einen älteren Herrn ein, sich zu uns zu gesellen, weil ich am Morgen gehört hatte, dass er Mundharmonika spielen konnte. Zusätzlich spielte er noch Klarinette und beides brachte er nun mit an unseren Tisch.

Er konnte wirklich so ziemlich alles spielen was Bernd so vorgab und besonders Uwe war sichtlich von Bernd seinen songs gerührt, war er doch ein Countryfan durch und durch. Das Wetter spielte mit und es war überhaupt nicht kalt.

Die Stellplatzbesitzerin war so begeistert, dass sie Bernd zu ihrem Geburtstag buchen wollte. Da würden wir aber hoffentlich schon unterwegs nach Frankreich sein. Vielleicht nächstes Jahr. Bernd spielte viel länger als er vorhatte, hatte aber auch sichtlich Spaß. Um 12 Uhr waren wir im Bett.

Am nächsten Tag machten wir eine tolle Radtour ins 10 Km entfernte Uslar.Heidewitzka, es ging zwischendurch echt ziemlich steil die Berge hoch und mein e-bike und ich schafften es nur unter größter Anstrengung mit ca.6 Km/h. Als ich pustend und mit hochrotem Kopf oben angekommen war, sah ich Bernd sein Fahrrad schieben. Er hatte ja nur ein normales, aber trotzdem dreiviertel des Berges geschafft. Hut ab. Während des Hochstrampelns konnte ich mich ja nicht umsehen, hatte aber pausenlos die Befürchtung, dass Bernd mich jeden Moment locker und leichtfüßig überholen würde.Leute, ich sag euch, ich hätte mein Rad in die Ecke geschmissen und nie wieder eine Tour mit ihm gemacht!! So aber war ich zufrieden und als er genauso rot und atemlos wie ich oben ankam, lobte ich ihn überschwenglich und hatte augenblicklich ein unglaubliches Wirgefühl. Dann ging es mit einem Affenzahn auf der anderen Seite den Berg wieder runter. Ich erreichte 59km/h und die Tränen liefen mir vom Fahrtwind nur so aus den Augen. Kurz dachte ich mal an die Blessuren die man sich unweigerlich zuziehen würde, sollte man in diesem Tempo stürzen, schob die Gedanken aber schnell beiseite, zumal ich natürlich auch keinen Helm aufhatte. Bernd fuhr etwas vorsichtiger, denn er ist ja, wie er selbst immer sagt ängstlich erzogen worden .    ( Laut Bernd soll ich diesen Satz streichen, tu ich aber nicht:-)) Gerade sagt er mir, dass er schon einmal einen Berg mit über 80 km/h runtergefahren ist. Das glaube ich im Leben nicht!!! Ich soll unbedingt erwähnen, dass er ja im Gegensatz zu mir keine Rücktrittsbremse hat. Das habe ich hiermit getan.

Uslar

Wir kamen dann in Uslar an und fanden die Stadt sehr schön, aber auch hier gibt es schon viele leere Schaufenster und auch diese Stadt ist im Begriff zu sterben. Wir bewunderten das alte Rathaus und die anderen wirklich beeindruckend alten Häuser, während wir unsere Räder neben uns herschoben. 

Zwischendurch rief uns meine Mutter an. Sie hatte uns schon wieder einmal geortet und teilte uns nun mit, dass sie und Papa auch schon einmal mit ihrem Wohnmobil in Uslar gewesen wären. Nach einer Stunde hatten wir alles gesehen und kamen auf dem Rückweg an einem Fahrradladen vorbei. Der Besitzer reparierte gerade eine Mofa und zwar direkt auf dem Bürgersteig vor seinem Laden. Eine andere Möglichkeit gab es auch nicht, denn der Laden, war übersäht mit Ersatzteilen und verschiedensten Werkzeugen und alles war ölverschmiert. Bernd hatte seit geraumer Zeit Probleme mit den Tretlagern seines Fahrrads. Dieses war schon 27 Jahre alt und sah immer noch aus wie neu.

Bernd informierte sich bei dem jungen Mann, ob es solche Lager überhaupt noch geben würde und war sehr erleichtert, als der Fahrradmechaniker ihm stolz zeigte, dass er zufällig die passenden da hätte. Wenn wir 6 Stunden Zeit hätten, würde er sie sofort einbauen. Wir wollten aber keine weiteren 6 Stunden in Uslar rumhängen und er bot uns an, das Fahrrad am Nachmittag beim Stellplatz abzuholen und am drauffolgenden Tag wieder zubringen. Was für ein Service!! Begeistert erklärte Bernd sich einverstanden und der junge Mann hielt Wort. Am nächsten Morgen, kurz bevor wir weiterfahren wollten, bekam Bernd sein Fahrrad in allerbestem Zustand wieder. Bernd gab ihm dann noch 10 Euro Trinkgeld. So eine Kundenorientiertheit musste schliesslich belohnt werden.

Dieses hier sollte nun unser letzter Tag in Wahlsburg sein. Ab morgen würde es definitiv nur noch Regen geben und damit endlich Zeit Spanisch zu lernen. Damit wollten wir eigentlich schon vor 2 Monaten beginnen, aber immer kam irgendetwas dazwischen und das Wetter war auch zu schön zum Lernen. Da wir nicht davon ausgingen das Wohnmobil großartig verlassen zu können, wollten wir zurück nach Rinteln. Zwar kannten wir den Platz und die Stadt schon, aber es hatte uns so gut dort gefallen. Außerdem war der Platz kostenlos. Wir verabschiedeten uns von unseren neuen Freunden und mit der Hoffnung uns irgendwann einmal irgendwo wiederzusehen, starteten wir in strömenden Regen unsere Fahrt.

 

 

 

Womo

Höxter 01.09 -04.09.2017

Froh, wieder unter Menschen zu sein, kamen wir in Höxter an. Der Stellplatz liegt direkt an der Weser und unmittelbar vor der Brücke die in die historische Altstadt führte. Der Platz, welcher ca 50 Mobile fasst, lag wirklich schön, mit Blick auf die Kirchen.

Diese bimmelten auch oft und lange und es fing schon um 8 Uhr morgens an, wie wir am nächsten Tag feststellen durften. Kurz nach unserer Ankunft, wir hatten gerade die Stühle draussen, gesellte sich ein Bulli, mit einem netten Pärchen zu uns.

Interessiert beobachteten wir, wie die beiden in rasanter Geschwindigkeit ein Zelt auf ihr Auto und ein Vorzelt vor ihr Auto bauten. Bernd gab seinen Senf dazu und wir verstanden uns auf Anhieb. Auch lernten wir Fritz mit seiner Frau kennen.Die beiden lebten mit ihren beiden Katzen auch im Wohnmobil, welches auf LKW Basis war und was sie selbst ausgebaut hatten. Bis heute hatten sie diesen Entschluss keinen Tag bereut. Sie konnten uns allerhand Tips zu unserer Überwinterung in Spanien geben und nahmen uns so etwas die Angst. Fritz sah dann Bernd sehr ernst an und sagte, dass der beste Tip, den er jemals von jemanden bekomme hätte, der war, das Radio lauter zu drehen wenn das Wohnmobil komische Geräusche macht. Diesen Tip fand ich genial. Denn ständig fragte Bernd mich unterwegs: Hast du das auch gehört??? Hatte ich zwar nie, aber musste trotzdem überall meine Ohren drauflegen und horchen woher das dubiose Geräusch wohl herkam. Ich muß ja nicht erwähnen, dass Bernd am nächsten Abend noch Gitarre spielte und alle schwer begeistert waren. An diesem Abend gingen wir aber früh zu Bett um am nächsten Tag Höxter zu erkunden.

Höxter

Gut gelaunt wachte ich am nächsten Morgen um 5 Uhr auf. Natürlich war es noch stockdunkel und auch sehr kalt. Leise schlich ich aus dem Bett und schob die Schiebtür zu, so dass Bernd noch schlafen konnte. Das macht immer einen Höllenlärm.Dann stolperte ich über meine Schuhe. Mist, in der Vergangenheit hatte es doch schon so gut geklappt mit der Ordnung. Ich arbeite weiterhin daran, denn da ist noch Ausbaupotential. Dann wie immer, die Suche nach dem richtigen Knopf für Strom. Ohne Strom kein Licht. Heute war ich gut und brauchte nur 3 Minuten. Ein Blick auf die Temperatur….. 15,8 Grad. Nicht gerade muckelig. Zum Heizung anmachen bin ich zu geizig, also dicke Klamotten anziehen und ran an den Laptop. Ich bin schon wieder mit meinem Blog in Verzug. Irgendwann gegen 9Uhr wachte dann Bernd auf. Endlich!!!! Wie kann man nur ständig den halben Tag verpennen?? Ich machte Frühstück , dass wir uns schmecken ließen und machten uns dann auf den Weg in die Höxter Innenstadt. Der Wetterbericht hatte 13 Stunden Sonne vorhergesagt und mittlerweile war es nicht mehr sooo kalt, aber auch noch nicht sooo warm. Also zog ich über meine Strickjacke noch meine Regenjacke. Diese ist , außer meine dicke Winterjacke( eine Kühlhausjacke) , die aber im hintersten Winkel in der Garage in einem Koffer verstaut ist, meine wärmste Jacke. Nachdem wir durch die hübsche Stadt geschlendert waren, besichtigten wir die evangelische Kiliani Kirche. Wir setzen uns dort auf eine Bank und ich machte Bernd darauf aufmerksam, dass die Holzlatten vor den Bänken zur Gemütlichkeit dienten und nur den Zweck hatten dort seine Füße zu plazieren und nicht etwa zum Hinknien, wie in der katholischen Kirche. Bernd sah mich anscheinend zum ersten Mal heute richtig an und meinte, dass ich sehr unpassend mit meiner alten Regenjacke angezogen sei. Die könnte ich gerade so noch anziehen wenn es regnet, aber nicht bei dem Wetter. Er lamentierte so lange bis  ich meine Augen verdrehte und  laut, mit Blick zum Kreuz, wo unser Jesus hing, sagte:  Herr verzeih ihm, denn er weiß, nicht was er sagt. Als wir aus der Kirche kamen, warteten unzählige Menschen nebst einer Blaskapelle auf ein Brautpaar, welches gerade im Standesamt getraut wurde. Wir entschlossen uns auf die beiden zu warten und setzen uns auf eine Bank. Keine 3 Minuten später, blickte Bernd mit besorgtem Blick zum Himmel. Er hatte trotz Null prozentiger Regenwahrscheinlichkeit, einen Tropfen abbekommen. Es dauerte nicht lange und es regnete in Strömen. Tja, Bernd hatte nur ein Sweat- Shirt an und war in Null Komma nix klitschenass. Genauso die Gäste, die in festlichen Kleidern und schön zurecht gemachten Frisuren, unisono ohne Jacken vor dem Standesamt standen.  Triumphierend und mit den Worten, dass ich ja nun passend angezogen sei, sah ich Bernd an. Ich schickte noch ein: Danke lieber Gott, mit Blick nach oben hinterher. Dann kam das Brautpaar herraus. Irgend ein Geistesgegenwertiger hatte tatsächich einen Schirm dabei und hielt diesen über deren Köpfe. Die Blaskapelle setzte ein und die frischgebackenen Eheleute ließen sich mit Reis und Blumen bewerfen. Dann mußten die beiden noch ein Brot durchschneiden, welches auf einer Halterung, vor dem Standesamt stand. Dies war aber nicht sonderlich schwer, da das Brot vom Regen völlig aufgeweicht war.

Wir hatten nun genug gesehen und Bernd wollte unbedingt eine Portion Pommes essen. Ich hatte den Verdacht, dass er es nur wollte, weil die Pommesbude überdacht war. Ich wollte natürlich nichts und aß dann Bernd gut die Hälfte weg. Er meckerte aber nicht, was meinen Verdacht bestärkte. Endlich hörte es auf zu regnen und wir konnten unseren Heimweg antreten.

Kirchgang

Am nächsten Morgen läuteten die Glocken der evangelichen Kiliani Kirche früh, lang und ausdauernd und wir fühlten uns geradezu gerufen nach Jahren mal wieder einen Gottedienst zu besuchen. Das Wetter war heute wirklich herrlich und ich brauchte keine Regenjacke;-) Pünktlich um 10 Uhr 30 waren wir da. Welch christliche Zeit. Dieser Sonntag stand unter dem Motto Diakonie und wir wurden am Eingang von dem jungen Pastor mit Handschlag begrüßt. Nachdem wir uns einen guten Platz ergattert hatten, wurde verschiedenste Rhytmusinstrumente verteilt. Bernd bekam ein Plastikei mit einem Innenleben aus Reiskörnern. Dann ging es los. Verschiedenste Leute berichteten von ihren ehrenamtlichen Tätigkeiten und eine Gruppe Behinderter spielte und sang mit ihrem Betreuer ein selbstgeschriebenes Stück. Jeder der Kirchgänger, der ein Instrument bekommen hatte, rasselte ordentlich mit und es war ein Heidenkrach. Eine Dame mit einer unglaublichen Stimme spielte Piano und die Atmoshäre war echt toll. Anschließend gab es noch Kaffee und Butterkuchen. Bernd aß 2 Stücke und ich eins. Bratwurst gab es auch noch und wir teilten uns eine. Wir unterhielten uns dann noch mit dem Betreuer der Gehandicapten, einigen anderen der sympathischen Gemeinde und zum Schluss auch noch mit dem Pastor. Mit dessen Segen fuhren wir dann vollgefressen nach gut 2,5 Stunden wieder zum Stellplatz. Dort trafen wir als erstes auf Fritz. Begeistert erzählten wir ihm von unserem kirchlichen Erlebnis. Daraufhin meinte er nur trocken: “ Und in welche Kirche geht es nächsten Sonntag zum Essen?“

Weser Radtour

Wir mussten uns endlich einmal wieder bewegen und entschlossen uns zu einer Radtour entlang der Weser. Es war herrlich, das Wetter spielte wieder einmal mit und mit der Sonne strahlten wir um die Wette und waren begeistert von der Schönheit der Region.

Kleine Fähren ermöglichte es den Menschen mit ihren Rädern von einer Weserseite zur anderen zu gelangen und überall war es traumhaft. Auch ist es relativ flach, direkt nebem dem Fluß und das ist beim Fahrrad fahren doch sehr angenehm. Rechts neben der Weser gab es noch drei riesige Seen. Die Godelheimer Seenplatte. Wir stellten fest, dass es dort auch noch einen kleinen Stellplatz gab. Da aber direkt davor ein ziemlich hoher Berg war, lag dieser im Schatten. Also nichts für uns. Dann kamen wir noch zu einem Campingplatz, auf dem auch einige Wohnmobile direkt am Wasser standen. Wir überlegten uns hierher umzusiedeln. Es waren noch exact 2 Plätze frei. Aber dann kam so ein Holländer mit seinem klitzekleinen Wohnwagen und plazierte diesen so mittig, dass wir dort, mit unserem Geschoss, auf keinen Fall mehr hinein passen würden. Wie wir später feststellten, kostete dieser pro Nacht 22 Euro, also sowieso viel zu viel für uns. Es gab ein kleines Restaurant auf dem Gelände und wir sahen ganz unverbindlich mal auf die Speisekarte. Diese hing draußen im Schaukasten. Mein Lieblingsgericht Schnitzel mit Zigeunersoße und Pommes sprang mir sofort ins Auge und kostete nur 6,20 Euro. Bernd brauchte ich, wie immer wenn es ums Essen ging, nicht großartig zu überreden und kurze Zeit später saßen wir auf der Terasse des Lokals an einem sonnigen Plätzchen.

5 Frauen saßen ebenfalls da. Sie machten hier auf dem Campingplatz Urlaub und trafen sich täglich um 16 Uhr zum Kaffee trinken und Waffeln essen. Die Männer waren entweder weggestorben oder lagen krank im Wohnwagen. Die Frauen aber, alle um die 85 Jahre alt, waren bester Laune und Gesundheit. Sie rauchten wie die Schlote und es war herrlich ihnen zu zuhören. Die Zigeunerschnitzel waren auch lecker und gut eine Stunde später machten wir uns auf dem Weg zu unserem Stellplatz. Ab morgen sollte hier das Wetter schlechter werden und ich studierte stundenlang das Internet. Immer auf der Suche nach gutem Wetter und schönen Stellplätzen. Da Bernd Höxter ausgesucht hatte, war ich jetzt dran und entschied mich für das 90 Km entfernte Wahlsburg am Lipoldsberg.

Davon berichte ich dann im nächsten Beitrag.

Womo

Dassel 01.09.2017

Wohin nun??? Das ist manchmal gar nicht so einfach. Eigentlich stand ja der Harz auf unserem Programm, aber ein Blick auf die Wetterkarte ließ uns davon Abstand nehmen. Ich wollte unbedingt im Weser-Bergland bleiben, aber Bernd wollte ins Solling Vogelerland, weil es so schön grün auf der Landkarte war. Ich war etwas schlecht gelaunt und hatte auch schon seit gestern Ohrenschmerzen. Das heißt: Die Schmerzen waren schon vorbei, aber mein linkes Ohr war dermaßen taub, dass ich kaum hören konnte und schwer genervt war. Ich bemühte mich echt und immer wieder nett zu meinem liebsten Mann zu sein, aber irgendwie gelang mir das überhaupt nicht. Armer Bernd. Wir starteten unsere Karre und fuhren los. Ein richtiges Ziel hatten wir nicht und so landeten wir in Dassel. Ein kleiner Wohnmobilstellplatz mitten im Grünen, neben einem Schwimmbad, welches nur 3 Stunden täglich geöffnet hatte und echt schön gelegen war, war schnell gefunden. Bernd holte meine Nordicwalker Stöcker aus der Garage und wir wanderten in die historische Altstadt. Die Stadt verdient diese Bezeichnung eigentlich nicht. Es ist eher ein Dorf mit einer zum Teil gut erhaltenen Stadtmauer.

bestehend aus einer Kirche, etlichen Fachwerkhäusern, einem Bäcker,( der gerade Urlaub hatte) ein Bekleidungsgeschäft, einer Apotheket und einem Antiquitätenladen. Das Dorf ist gepflegt und echt hübsch. Was uns aber total erschrocken hat war die unglaubliche Ruhe dort. Es war wie in einer Geisterstadt.

… 1 Mensch in Dassel fotografiert und getroffen … oh, das ist ja Bernd

Man hörte weder Menschen noch Autos. Auch spielten keine Kinder auf der Straße. Die Stadt war absolut tot. Wir hielten uns ca. 2 Stunden dort auf und sahen exakt 4 Menschen. 3 davon in der Apotheke in der ich mir eine Ohrenspülung für 13 Euro holte (hat aber nichts genützt) und eine Frau auf der Straße, die uns ansah, als hätte sie noch nie vorher einen Menschen gesehen, oder wir 4 Köpfe. Irgendwie war es dort echt unheimlich und nachdem wir auf dem Stellplatz noch eine Runde Scrabbel gespielt hatten, entschlossen wir uns, hier doch nicht zu übernachten, sondern weiterzufahren nach Höxter.

Womo

Hameln

Nach 3 Tagen Rinteln wollten wir weiter nach Hameln. Der Stellplatz in Hameln liegt mitten im Industriegebiet ind ist echt grottenhäßlich. Als erstes entsorgten wir, denn das ging in Rinteln ja nicht. Danach steckten wir einen Euro in die Wasserzapfsäule. Wir groß war unsere Freude, dass wir statt der angegebenen 100 Liter sogar 184 Liter bekamen. Dann aktivierte Bernd mein Fahrradnavi. Ich wollte meine Tante besuchen, die hier eine kleine Wohnung im betreuten Wohnen hat. Die Distanz betrug laut Navi nur 3,3 km. Das Scheißding scheuchte mich aber 12 Km quer durch die Stadt. Ich hatte die Hoffnung echt schon aufgegeben jemals anzukommen, da war das Ziel urplötzlich erreicht. Ich klingelte und wurde von meiner überraschten Tante in Empfang genommen. Rein zufällig hatte ich unsere dreckigen Klamotten dabei und fragte als erstes, ob ich diese hier waschen könnte. Die Gemeinschaftswaschmaschine stand im Keller und war zum Glück gerade mal frei. Völlig begeistert stellte ich fest, dass es sogar einen Trockner gab. Wie herrlich war das denn?? Aus lauter Dankbarkeit saugte ich dann erst einmal Tante Ursels Wohnung und den kleinen Balkon und fragte dann ob ich mal bei ihr duschen könnte. Zufällig hatte ich auch Duschgel und Shampoo dabei. Falls meine Tante dies irgendwie merkwürdig fand, ließ sie es sich jedenfalls nicht anmerken. Ich war gerade mit dem Duschen fertig und roch endlich mal wieder gut, da kam meine Cousine Maike. Es wurde Tee gemacht und während Maike aus ihrem Leben berichtete und wir vergnügt zuhörten, verspeisten wir den Kuchen, den ich mitgebracht hatte bis auf den letzten Krümel. Dann war auch meine Wäsche fertig und ich machte mich auf den Heimweg. Diesmal erklärte mir Meike den Weg und nach nur 1,6 Km war ich wieder auf unseren Stellplatz. Bernd war die ganze Zeit fleißig gewesen und hatte allerhand Bilder in unseren Block eingefügt und war gerade dabei zu kochen. Es gab Schnitzel mit Reis und Erbsen und Wurzeln. Mein Leibgericht. Dann machte auch Bernd sein Fahrrad startklar und wir fuhren in Hamelns Altstadt. Diese ist echt riesig groß und auch schön, aber ehrlich gesagt fand ich Rinteln schöner. Bernd und ich waren uns einig am nächsten Tag weiterzufahren.

Womo

Rinteln Weserbergland 28.08.2017-31.08.2017

Gegen Mittag kamen wir in Rinteln an. Bei Promobil hatten wir einen Stellplatz gefunden, auf dem man kostenlos stehen konnte. Die Bewertungen gingen von sehr gut, einmalig und spitze bis völlig verdreckt, eklig und unter aller Kanone. Wir wollten uns selbst ein Bild machen und fanden ihn auf Anhieb. Der Stellplatz liegt direkt an der Weser auf Schotter und Gras. 60 Mobile können dort Platz finden. 100 Liter Wasser kosten allerdings 4 Euro und auch Strom ist recht teuer. Uns war es egal, denn Wasser hatten wir genug an Bord und dank Solar auf dem Dach und allerbestes Wetter, waren wir darauf nicht angewiesen. Das es dort keine Müllentsorgung gab, fanden wir auch nicht schlimm, denn wir wollten ja nur eine Nacht bleiben. Der Platz liegt absolut zentral und die historische Altstadt ist fußläufig erreichbar. Wir waren wirklich angenehm überrascht, wie schön der Platz ist und wie sauber. Den Meckerern auf der Promobilseite, kann ich nur empfehlen sich mal an den Kopf zu fassen und diesen kräftig zu schütteln. Irgendetwas scheint mit der Wahrnehmung im Argen zu liegen und vielleicht vielleicht finden die Synapsen durch das Schütteln wieder Verbindung zum Gehirn. Wir jedenfalls waren begeistert und richtetet uns sofort häuslich ein. Das läuft mittlerweile nach immer dem gleichen Schema ab. Bernd fährt die Hubstützen aus und sorgt dafür, dass das Wohnmobil mehr oder weniger gerade steht und die Reifen entlastet sind. Ersteres ist wichtig, weil es sich sonst sehr schwierig mit dem Kochen gestaltet. Diese Erfahrung habe ich einmal mit 4 Spiegeleiern gemacht. Das Auto stand dermaßen mit Gefälle, dass das Fett nur rechts in der Pfanne war und auch die Eier alle übereinandergerutscht waren. War in diesem Fall nicht soo schlimm, weil ich spontan auf Rühreier umdisponiert habe.  Ist aber schon nervig, wenn man z.B  Schnitzel brät. Dass die Entlastung der Reifen (sie hängen manchmal sogar in der Luft) wichtig ist, halte ich allerdings für ein Gerücht, denn es gibt ja Millionen von Wohnmobilen, die keine Hubstützen haben und die knicken ja auch nicht irgendwann einfach mal so vor Erschöpfung ein. Sobald das Auto gerade steht, richtet Bernd unseren Vorgarten her, sprich er holt unseren Tisch und die 2 Stühle raus und positioniert sie so vors Wohnmobil, dass wir mit dem Gesicht zur Sonne sitzen. In derselben Zeit, fahre ich das Fahrerhaus hoch und drehe den Fahrer- und Beifahrersitz um. Dann kommen Blumen und Deko auf den Tisch und alles andere, was während der Fahrt rutschfest verstaut war, wieder an seinem Platz. Als letztes schnappe ich mir noch eine Tischdecke und eine Blume für draussen und schon ist alles wohnlich und wir fühlen uns zuhause und angekommen, egal wo wir sind. Jetzt waren wir also in Rinteln und als erstes gingen wir die paar Schritte zur Weser runter, schauten aufs Wasser und entschlossen uns, gleich einmal Rinteln zu erkunden. Nachdem Bernd die Fahhräder vom Gepäckträger gewuchtet hatte, machten wir uns auf den Weg. Überrascht stellten wir fest, dass unterhalb unseres Stellplatzes eine Strandkneipe war. Überall standen Liegestühle im Sand, dieser sah aus, als käme er direkt aus der Karibik. Einfach toll. Dann passierten wir noch eine Brücke, die über die Weser führte und schon waren wir mitten in der Stadt. Rinteln hat uns ganz toll gefallen. Überall alte Fachwerkhäuser, eine imposante Kirche und ein riesiger Marktplatz mit vielen kleinen Brunnen rundeten das Bild ab. Wir kauften noch ein paar Kleinigkeiten und entdeckten dann einen dicklichen jungen Mann, der in der Fußgängerzone Gitarre spielte und wirklich wunderschön dazu sang. Nachdem wir 10 Minuten den Klängen gelauscht hatten, warf Bernd  und  ihm einen Euro in den Hut und hatte es dann echt eilig schnell weiter zu kommen. Auf meine Frage, warum er es auf einmal so eilig hätte, wo er doch sonst mit jedem Musiker sprechen wollte, erwiderte er nur kurz angebunden:“ Das ist ein Zeuge Jehova und ich will lieber katholisch bleiben!“ Auf meine Frage, woher er das wissen wollte, meinte er nur:“ Sieht man doch schon an den Klamotten und außerdem ist er dick.“ Ich fand, er war ganz normal angezogen. Ich bin ja auch nicht gerade die Dünnste und trotzdem  kein Zeuge Jehovas. Interessiert fragte ich Bernd,ob denn alle Zeugen Jehovas dick wären?? Vor meinen geistigen Auge erschien Tom Cruise. Ach ne, fiel mir augenblicklich ein, der ist ja sciontiologe.Bernd verdrehte völlig entnervt die Augen und fragte mich ob ich nicht zugehört hätte. Hatte ich zwar schon, aber nicht den Texten. Die waren schließlich in englisch und das verstehe ich bei Liedern eh nie. Während Bernd fluchtartig und als wäre der Leibhaftige hinter ihm her versuchte, möglichst schnell und viel Abstand zwischen sich und den Musiker zu bringen, erklärte er mir, dass jedes Lied von Jesus dem Erretter handel und er sich 100 prozentig sicher sei. Ok, sei es drum. Wir radelten zurück zu unserem Platz. Am nächsten Tag, war Bernd den ganzen Tag damit beschäftigt unser Dach sauber zu machen und auch ich machte Großputz bevor ich nocheinmal alleine in die Stadt fuhr um mein Rezept abzuholen, dass nun schon seit 3 Wochen in meiner Handtasche steckte. Leider waren die Tabletten nicht vorrätig und so sollte ich am Abend noch einmal wiederkommen. Das war dann aber eine Katastrophe, weil ich die richtige Apotheke nicht wiederfinden konnte und Rinteln echt viele von diesen hat.Bei der fünften hatte ich aber endlich Glück. Keine Minute zu früh, denn der Apotheker wollte gerade seinen Laden schließen. Noch schnell in eine öffentliche Toilette um die 4 leeren Colaflaschen mit Leitungswasser zu füllen und es ging ab zurück zu Bernd. Der war mittlerweile fertig und total verschwitzt und wir gönnten uns endlich einmal wieder eine Dusche. Frisch und sauber spazierte ich dann über den Stellplatz. Ich hatte ein amerikanisches Wohnmobil entdeckt und wollte es unbedingt einmal von innen sehen, also ersteinmal eine halbe Stunde Smalltalk mit den Besitzern draussen vor der Tür, dann durfte ich das Schätzchen ansehen und war  begeistert und ging zurück zu Bernd, der es sich auch einmal ansehen sollte. Dieser war aber schwer beschäftigt und machte gerade Führungen durch unser WOMO. Endlich war er fertig und ich nahm ihn mit zu Holger und seiner Frau (Namen habe ich vergessen) den Besitzern des amerikanischen Wohnmobils. Zuerst mußten wir dort ein Bier trinken und Bernd stellte allerlei Fragen. Geduldig antwortete Holger, der ca 60 Jahre war, in seiner ruhigen und sympathischen Art.Er wurde allerdings ständig unterbrochen von seiner Frau, die das totale Gegenteil von ihm war.Sie war ziemlich klein und dick und ca 58 Jahre. Sie hatte zwar nichts zum Thema zu sagen, hatte aber ein ganz besonderes Hobby, welches sie uns unbedingt präsentieren musste. Sie holte ihren Laptop und zeigte uns an die 100 Fotos. Alles junge leichtbekleidete Damen mit umwerfenden Figuren. Mal waren diese Frauen auf einer Litfasssäule, mal auf Bussen, Flugzeugen, oder Häuserfronten zu sehen. Merkwürdiges Hobby, dachte ich so bei mir und fragte mich ob sie wohl lesbisch sei und auf junge Frauen stand? Die ganze Zeit, versuchte ich einen interessierten Gesichtsausdruck hinzubekommen. Ich sah Bernd an und der versuchte dasselbe. Es dauerte wohl an die 80 Bilder bis ich endlich bemerkte, was speziell ihr Hobby war. Sie hatte all diesen Körpern ihren Kopf aufgesetzt.Ich fand das schon etwas befremdlich und war wieder einmal erstaunt, wie unterschiedlich Menschen sein können und froh als sie endlich fertig war und wir uns verdünnisieren konnten. Auf dem Weg zurück zu unseren Wohnmobil, sprach mich eine Frau an. Sie kam auch aus Westerstede und ihre Tochter war mit meiner zur Schule gegangen. Am späten Nachmittag bekamen wir dann noch einen neuen Nachbarn der Dieter hieß. Begeistert erzählte er Bernd, dass er auch Gitarre spielt und somit war klar, dass es am Abend ein Konzert gab. Wir hatten viel Spaß und blieben insgesamt 3 Tage in Rinteln.

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Bad Essen 27.08-28.08.2017

Unser Ziel war Pullmann City im Harz, aber da wir ja alle Zeit der Welt hatten machten wir einen Zwischenstop in Bad Essen. Wir wurden sofort von der freundlichen Platzwirtin in Empfang genommen und beim Bezahlen (9 Euro) teilte sie uns mit, dass heute noch bis 18 Uhr der Historische Handwerkermarkt in Bad Essen sei. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und schnell wuchtete Bernd die Fahrräder runter und wir radelten in die Stadt. Das Wetter konnte gar nicht besser sein und nach 2 Kilometern hatten wir unser Ziel erreicht. Die wirklich tolle und sehenswerte historische Altstadt hatte sich in eine Fressmeile verwandelt und überall gab es etwas zu sehen. Korblechter, Musikbands, Frauen an Spinnrädern, historisches Holzspielzeug und ein Mann im Zylinder schob seine Drehorgel durch die Gegend. Das Wetter war immer noch toll und Bernd und ich schlenderten staunend durch den Ort. Die Gerüche verleiteten uns dazu eine Pizza zu bestellen, dann noch eine riesige Portion Bratkartoffeln und zu guter Letzt auch noch einen Crepe. Scheiß was auf Diät, dachte ich und wir ließen es uns schmecken. Auf dem Marktplatz spielte ein tolles Blassorchester aus Nortrup.

Wir ließen uns auf die davor aufgebauten Stühle sinken und begeistert hörten wir uns die Songs von Udo Jürgens, Abba und anderen Interpreten an. Die ca. 25 Bläser/innen und Drummer verstanden es wirklich uns in ihren Bann zu ziehen und erst nach dem letzten Stück, erhoben wir uns von den Stühlen und schlenderten zurück. Mittlerweile war es 18 Uhr und das Städtchen leerte sich rasant. War es vor einer Stunde noch ein Geschiebe und Gedränge, konnten wir uns nun wieder völlig frei bewegen und steuerten unsere Fahrräder an. Nachdem Bernd sie losgekettet hatte, fuhren wir zurück zu unserem Womo.

Am nächsten Tag sollte es weitergehen und zwar nach Rinteln.

Good morning … in Bad Essen – Stellplatz Falkenburg … nur 2 Nachbarn rechts und ein alten abgestelltes WOMO
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Lingen-Baccum 26.08.2017 – kulinarische Western-Night mit B&B-Country `n` friends

Wir kamen pünktlich in Baccum, wo Bernd nebst Band einen Auftritt auf dem Kirchengelände hatte. 450 Karten waren schon verkauft worden und 50 noch zu haben. Das Wohnmobil konnten wir vor Ort abstellen und Bernd fing sofort an seine Instrumente zur Bühne zu schleppen. Wie üblich war er leicht nervös, weil wie üblich seine Bandkollegen nicht ganz pünktlich waren. Bernd baute seine Sachen auf und als er fertig war, kam auch der Rest der Band. Nun ging die Arbeit erst richtig los, denn Erwin, der Stealgitarrist, war gleichzeitig für die PA zuständig und es dauert immer ewig, bis alles aus dem Hänger geladen ist und an seinem Platz steht und noch länger bis alles angeschlossen und abgenommen ist. Der Organisator bekam auch schon leichte Beklemmungen, weil A) die Zeit knapp wurde und B) der Pastor eine Whats app Nachricht geschickt hatte, in der er darum bat keinen Sound Check zwischen 16 und 17 Uhr zu machen, da er eine Trauung hätte. Bernd flippte fast aus. Erwin widerrum sah alles ganz gelassen und meinte nur sie würden keinen Soundcheck benötigen. Erwin hat immer die Ruhe weg und hat soweit ich das sehe, noch nie in seinem Leben Stress empfunden. Er ist halt ein richtiger Ostfriese und seit ich ihn kenne, weiß ich, dass bei der Jeverwerbung im Fernsehen, nicht übertrieben wird. Irgendwann stand aber alles. Die Leute strömten nur so auf den Platz.

Dieser war wunderschön auf Western und Country dekoriert und auch die Gäste kamen fast ausnahmslos im Cowboyoutfit. Ich holte mir ersteinmal etwas zu essen. Die Baccumerfrauen hatten sich selbst übertroffen und tolle Salate und andere Beilagen gezaubert, die nun in großen Schüsseln auf einem riesigen Tisch standen. Zwei Männer schnitten verschiedene Sorten Fleisch und jeder durfte für 5 Euro seinen Teller so voll hauen, wie er wollte.

Es schmeckte wunderbar und ich war fast fertig, als ich Liane mit ihrem Hund auf mich zukommen sah. Wir hatten Liane 2 Monate zuvor am Dieksee, wo wir ja ein paar Monate standen kennen- und sofort auch lieben gelernt. Eines Tages kam sie mit ihrem Wohnmobil dort vorgefahren und wollte uns kennenlernen. Sie hatte den Bericht über uns in der Zeitung gelesen und war nun neugierig geworden. Wir unterhielten uns stundenlang und Bernd und ich kamen aus dem Lachen gar nicht wieder herraus. Liane ist (glaube ich) 72 Jahre. Sie hat immer 2 geflochtene lange graue Zöpfe und ist alles andere als alt oder langweilig. Seit wohnt in Lingen, ist aber seit 16 Jahren immer wieder mit ihrem Wohnmobil unterwegs. Das Wohnmobil muss man gesehen haben. Sie hat es sehr individuell eingerichtet und neben zahlreichen bunten Beleuchtungen sogar eine Discokugel. Wie sie sagt, gegen Depressionen. Die ersten Jahre hatte sie auf ihrem Fahrradgepäckträger, neben ihrem Fahrrad zusätzlich noch ein Herrenfahrrad befestigt.Zur Sicherheit, wie sie uns mitteilte. Keiner sollte denken, sie wäre allein unterwegs. Aus diesem Grund hatte sie auch immer ein Paar Herrenschuhe in Größe 46 vor dem Wohnmobil stehen und zusätzlich einen zweiten Campingstuhl. Sie kennt sich irrsinnig gut mit sämtlichen modernen Kommunikationsgeräten aus, macht alles mit PC oder Handy und liebt das Computerzeitalter. Sie fährt einen Mitsubishi Pajero, in dem sie sich silberne Pedale hat einbauen lassen und besitzt einen Thermomix in dem sie köstliche Marmelade herrstellt und noch köstlicheren Erdbeerlikör, etikettiert mit ihrem Konterfei.Noch Fragen??? Liane ist einfach klasse und es war echt eine Freude sie zu sehen.

Bernd stellt noch Fotos von dem Abend ein, die Liane gemacht- und uns liebenswürdigerweise geschickt hat.

Der Abend verging, wie immer sehr schnell und nachdem ich mich von Liane verabschiedet hatte ging ich schon mal ins Bett. Bernd kam erst 2 Stunden später, da er ja alles abbauen musste. Der Veranstalter war voll des Lobes und Bernd fiel dann auch irgendwann total erschossen ins Bett.

… der Blick aus dem Schlafzimmer am Morgen „danach“… man merkt es wird bald Herbst … mit Nebel etc. Der schöne Ford-Explorer gehört übrigens Bennet … AMI-natürlich … wenn wir schon keinen mehr fahren 🙁

Nach einem ausgedehnten Frühstück am nächsten Morgen, verabschiedeten wir Bennet, der mal wieder im Hubbett geschlafen hatte und wollten losfahren. Aber was war das??? Der Fahrersitz ließ sich keinen Millimeter nach vorne bewegen und Bernd kam, trotz seiner langen Beine nicht ans Gaspedal. Egal wie ich auch von hinten schob, der Sitz rührte sich nicht.Wir wechselten die Position und nun schob Bernd von hinten, währrend ich den Hebel hochzog, der eigentlich für die Bewegung zuständig ist. Erfolglos. Langsam machte sich Panik breit, denn wir wollten doch los. Ich klemmte mich hinter den Sitz um unter diesen gucken zu können, konnte aber nichts sehen, weil es zu dunkel darunter war. Bernd gab mir eine Taschenlampe und ich versuchte mein Glück zum zweiten Mal. Irgendwann war ich mir sicher, dass der Sitz hinter die Absperrung von der Schine gesprungen war und Bernd und ich hebelten ihn mit Schraubenziehern nach oben. Erfolglos. Nun versuchte Bernd sein Glück, aber er passte noch schlechter vor dem Sitz. Immer war die Handbremse oder der Schaltknüppel im Weg. Es war wahnsinnig heiß und der Schweiß lief uns in Strömen vom Gesicht. Bernd ging zur Garage um noch mehr Werkzeug zu holen. Unterdessen sah ich mir den Beifahrersitz an und bemerkte, dass dieser eine Feder hatte und diese beim Fahrersitz keinen Kontakt zu dem Schiebebügel hatte. Ich hatte überhaupt keine Lust noch einen weiteren Tag in Lingen zu bleiben, damit der Wagen am Folgetag (Montag) in die Werkstatt konnte. Das würden wir aber müssen, denn so konnten wir auf keinen Fall eine längere Strecke fahren. Ich versuchte irgendwie die Feder mit dem Bügel zu verbinden. Gelang mir nicht und lautstark bestellte ich im Universum, dass der Scheißsitz wieder heile sein sollte. Das ist der Tip meiner Mutter. Jedesmal wenn sie etwas will, bestellt sie es im Universum und bekommt es prompt geliefert. Auch ich hatte in der Vergangenheit so manches dort bestellt und auch alles bekommen. Diesmal schien es aber nicht zu funktionieren. Ich erzählte Bernd von meiner Beobachtung und wir wechselten wieder die Positionen. Nun versuchte Bernd erfolglos sein Glück, während ich die Taschenlampe hielt. Nach 1,5 Stunden gaben wir mit der Erkenntnis auf, das wir zwar ein gutes Team sind, aber erfolglos. Bernd versuchte noch Julian, unseren Ivecomenschen, zu erreichen, stellte aber fest, dass er die Privatnummer nicht hatte. Die Werkstatt hatte natürlich geschlossen, weil Sonntag war. Wir entschlossen uns zum Schwimmbad auf dem Stellplatz zu fahren. Ich wollte auf keinen Fall wieder zum Dieksee und so stopfte ich Bernd 2 große Kissen hinter seinen Rücken und wir fuhren los. An der Tankstelle hielten wir kurz und ich sprang rein um Tabak zu holen. Als ich wieder raus kam und ins Wohnmobil kletterte, sagte Bernd dass die Kissen zwar prima wären, aber nun nicht mehr benötigt würden. Ich sah in total verständnislos an und Bernd erklärte, dass mit dem Sitz alles wieder in Ordnung wäre. Zur Demonstration fuhr er mehrmals vor und zurück und ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr raus und bin bis heute davon überzeugt, dass das Universum seine Hände im Spiel hatte. Bernd glaubt zwar nicht an soetwas, hatte aber auch keine andere Erklärung. Mit bester Laune fuhren wir dann los und kamen 2 Stunden und 12 Umleitungen später in Bad Essen an.

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wieder Gronau und Bad Bentheim – 21. – 26.08.2017

Am Sonntag wachte ich mit einem riesigen Kater wieder mal in aller Herrgottsfrühe auf. Bennet ( Bernds Sohn) schlief im Hubbett, weil die beiden ja bis tief in die Nacht Musik gemacht hatten. Ich versuchte mich leise zu beschäftigen, was mir allerdings nicht so wirklich gelang. Die Hubstützen des Wohnmobils waren nicht rausgefahren und so wackelte das ganze Ding hin und her, was zur Folge hatte, dass Bernd und Bennet um 7 Uhr 30 auch hellwach waren.

… dieses Werbeplakat stand direkt neben unserem WOMO … suchen wir ne` Arbeitsstelle? Ne!!! .. aber der Rest vom Plakat passt auf uns!

Gott sei Dank. Ich machte also Frühstück und nachdem das Hubbett mit vereinten Kräften von Bernd und Bennet wieder unter der Decke hing, auch Ordnung. Dann verabschiedeten wir Bennet und fuhren wieder nach Gronau. Wir stellten uns exakt an diesselbe Stelle vom letzten Mal und ich kontrollierte sofort ob die Stromsäule Nummer 4 frei war, denn die war ja defekt, wie wir in der letzten Woche festgestellt hatten und man hatte dort unendlichen Strom. Natürlich war sie besetzt, aber 2 Tage später hatten wir sie dann endlich wieder und nutzten die Gelegenheit Wäsche zu waschen. Wir machten herrliche Radtouren, nach Ochtrup und Bad Bentheim. Von Ochtrup haben wir nicht viel gesehen, dafür aber jede Menge Carthago Wohnmobile, denn dort war ein Händler. Bernd und ich waren uns absolut einig, dass ein solches Wohnmobil nie in Frage käme. Schweineteuer, überall Plastik, überhaupt keine Ausstrahlung und selbst der größte viel zu klein. Ich bekam richtig Platzangst und war echt froh, dass Bernd sich damals durchgesetzt hatte und auf ein großes Wohnmobil bestanden hatte und nicht auf mich gehört hatte, die nur ein 5,99m Ding wollte. Am nächsten Tag fuhren wir mit unseren Rädern nach Bad Bentheim. Dort waren wir noch nie und total überrascht wie gebiergig es dort war.

Bernd musste ganz schön strampeln. Bei mir hielt es sich dank Elektrorad in Grenzen. Bad Bentheim hat eine sehr beeindruckende riesige Burg und rund umzu sind viele süße und beschauliche Restaurants und kleine Cafes. Es war irgendwie so, wie wir uns Süddeutschland vorstellen und wir hatten das absolute Urlaubsfeeling. Nachdem wir uns die Burg

 

und das nette Städtchen angesehen hatten, gönnten wir uns jeder noch eine Tasse Kaffee und ein großes Stück Apfelkuchen, natürlich mit Sahne. Lecker!! Dann fragte ich einen Mann, der vor einer Kneipe saß und schon eine ordentliche Fahne um 1 Uhr mittags hatte, ob er wüsste, wo hier der Womostellplatz wäre. Er wusste es, denn wie es der Zufall so wollte, war er der Platzwart. Er erklärte uns den Weg und Bernd und ich machten uns sofort auf die Socken.

 

 

 

 

Bernds neuer Job als „Burgwächter“ … mit 1,96 m Körperlänge hätte er 1681 bestimmt den Job bekommen !!!

Der Stellplatz hat ca. Platz für 30 Mobile und ist auf einem Parkplatz direkt unter der Burg, also mitten in der Stadt. Angrenzend ist sofort ein toller Park, dass man wenn man Glück hat, und einen Seitenplatz erwischt, mitten im Grünen sitzt. Er kostet 9 Euro und irgendwann einmal werden wir hier mit Sicherheit einmal landen.

Anschließe

nd machten wir uns auf den Rückweg. Wir verbrachten noch ein paar schöne Tage in Gronau und lernten viele nette Leute kennen.

… für dieses tolle Foto hat sich der Heißluftballon extra direkt über Ines Sonnenstuhl positioniert 🙂 … zum Glück hat niemand von oben was runter geworfen !

Am Samstag Mittag fuhren wir zurück nach Lingen, weil Bernd in Baccum einen Musikauftritt hatte. Diesmal mit der ganzen Band.

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Lingen und WESTERN-Abend im PÄNG – 16.08.2017 – 20.08.2017

Da unser Auto einen neuen Zahnriemen bekommen sollte, hatten wir für 8 Uhr einen Termin in unserer Iveco Wekstatt bei Julian, dem Mann unseres Vertrauens. Unser Wecker klingelte uns um 8 Uhr aus dem Bett. Bernd verleibte sich eine große Schüssel Cornflakes mit Haferflocken ein. Nach dem gestrigen Besuch bei Mc Donalds , machte mir meine Waage unmißverständlich klar, dass es für mich heute kein Frühstück geben würde. Scheiß Mc Donalds! Nachdem mein über alles geliebter Mann genußvoll seine Schüssel geleert hatte, setzten wir uns mit unserem Gefährt in Bewegung und waren kurze Zeit später auch schon da. Julian hatte unsere Ankunft bemerkt und nahm uns mit den Worten, dass ich schon lange nichts mehr in unseren Blog geschrieben hätte, schon beim Aussteigen freudestrahlend in Empfang. Ein treuer Leser also und an dieser Stelle viele Grüße an ihn. Da er in Kürze Vater einer  Tochter werden sollte, überreichten wir ihn zur Begrüßung , einen Gefrierbeutel  mit Babybekleidung.  Seitdem wissen wir, dass das, was in der Garage aussieht wie Geschenkpapier, bunte Fackeln zum in die Erde stecken sind. Bernd fuhr unser Wohnmobil in die Werkstatt und sogleich wurde mit den Austausch des Zahnriemens begonnen. Wir sammelten unsere dreckige Wäsche zusammen und machten uns mit den Fahrrädern auf zu Alamo. Alamo ist einer der beiden syrischen Flüchtlingen, die  bei uns 16 Monate gewohnt haben. Wir hatten ihm, als wir ins Wohnmobil zogen, unsere Waschmaschine vermacht, dürfen sie aber immer benutzen, wenn wir mal in Lingen sind. Praktisch, oder?? Alamo freute sich sehr uns zu sehen und während ich die Waschmaschine in Gang schmiss, machte er uns mit unserer früheren Kaffeemaschine einen leckeren Kaffee.Ich hatte ihn seinerzeit eine niedliche kleine Wohnung mit einer großen Dachterasse besorgt und diese sah aus wie Sau, also mußte ich erst einmal wieder schimpfen. Alamo ließ es mit einem Grinsen und jeder Menge Ausreden über sich ergehen und erzählte, wie es ihm die letzten Wochen so ergangen war. Morgen wollte er von Hamburg aus nach Spanien fliegen. Mein Sohn David lebt ja in Hamburg und wollte ihm dort bei seiner Arbeitsstelle einen kostenlosen Parkplatz freihalten. Außerdem erklärte er sich bereit ihn bei der Straßenbahn, die ihn zum Flughafen bringen würde, abzusetzen. Alamo war schwer begeistert, denn so würde er 70 Euro Parkgebühren sparen. Alamo erzählte und erzählte. Wie immer gab er entsetzlich an.  Unter Minderwertigkeitskomplexen hat er noch nie gelitten. Als ich es nicht mehr ertragen konnte, ließ ich Bernd mit ihm auf der Dachterasse sitzen und machte seine Wohnung picobello sauber. Der Vorher- Nachhereffekt war gigantisch und ich rundherum zufrieden mit dem Ergebnis. Nach vollbrachter Tat sammelte ich unsere natürlich noch nicht getrocknete, aber immerhin saubere Wäsche und Bernd ein und wir radelten zu Bernds ehemaligem Büro. Es gab ein großes Hallo und wir aßen alle zusammen Pizza im Besprechungszimmer. Anschließend fuhr ich zum Arzt, um mir noch ein Rezept gegen meine Restless Legs, abzuholen. Meine letzte Packung, war zwar noch nicht einmal angebrochen, aber ich hortete schon für unsere Überwinterung in Spanien. Ohne diese Tabletten, ist es für mich unmöglich zu schlafen. Unser Blog würde dann wahrscheinlich den Titel haben: Mit roten Augen und Tränensäcken genervt um die Welt. Dies galt es natürlich zu verhindern und so stand ich abwechselnd bei meinem alten Hausarzt in Lingen und meinem neuen in Westerstede vor der Tür, denn keiner von beiden wollte mir mehr als eine 3 Monatspackung verschreiben. Danach radelte ich zum Dieksee, wo wir unser Wohnmobil kostenlos abgestellt hatten. Bernd nahm mich dort in Empfang und versuchte mein e-bike zu reparierten. Es war nass geworden und funktionierte mal wieder nicht. Ein echtes Schönwetterrad also!!! Ich war total genervt von allen e-bikes dieser Welt und verkündtete laut und eindrucksvoll, dass mein nächstes wieder ein ganz normales sein würde und das man sich auf diese Scheißdinger einfach nicht verlassen könne. Bernd meinte nur, dass das absoluter Käse wäre und arbeitete indessen kontuniielich und konzentriert weiter. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass er irgendetwas bewirken könnte und das erzählte ich ihm auch pausenlos lautstark. Nach einer Stunde aber die Überraschung. Es lief wieder!!!!!! Zwar waren nicht alle Funktionen wiederhergestellt, aber der Motor tat es. Mein Mann war also ein Universalgenie und ich kam aus dem Loben gar nicht wieder raus. Nun konnten wir uns auf den Weg zu unseren Freunden machen, die 6 Km entfert vom Dieksee wohnten. Mein Fahrrad lief astrein und Bernd hängte sich an meinen Arm und ich zog ihn die halbe Strecke, da wir schon spät dran waren. Ohne Zwischenfälle erreichten wir deren Haus und klingelten. Mario öffnete uns die Tür und konnte sich die Bemerkung, dass ich die Haare schön hätte, nicht verkneifen. Er hatte in unserem Blog, den Beitrag über meinen Friseurbesuch gelesen. Also, noch ein treuer Leser. Nachdem wir auch Natalie begrüßt hatten, gab es Kaffee und Kekse im Wintergarten. Obwohl Bernd und ich uns vorgenommen hatten, die beiden auch einmal etwas erzählen zu lassen, kämpften wir beide mal wieder um Gesprächsanteile und wie immer kamen die beiden kaum zu Wort. Nachdem Mario unser Problem mit dem e-bike gehört hatte, wollte er sich deren annehmen und zusammen mit Bernd, montierte er alle Schalter ab um es trocken zu fönen und untersuchte alle Kabel. Ich saß derweil gemütlich mit Natalie im Wintergarten. Irgendwann waren dann die beiden Männer fertig,und das Rad wieder zusammengebaut. Das Display zeigte wieder sämtliche Funktionen an .Wir verabschiedeten uns herzlichst voneinander, schwangen uns aufs Rad und starteten die Rücktour. Nach 20 Metern bemerkte ich, dass zwar das Display strahlte, wie ein Wiehnachtsbaum am Heiligabend, der Motor aber keinerlei Unterstützung lieferte. Na fabelhaft. Ich strampelte schlechtgelaunt und völlig außer Atem hinter Bernd her. Nachdem wir wieder bei unserem Wohnmobil angekommen waren, rief Bernd bei einem Fahrradhändler in Ochtrup an. Ochtrup war nicht allzu weit von Gronau entfernt und da wollten wir am Sonntag wieder hin. Mein Fahrrad bekam einen Termin für Dienstag. Ich machte uns noch irgendetwas zu essen und dann legten wir uns ab.

Bernds Musikauftritt im Päng

Bennet, Bernds Sohn und sein persönlicher Drummer (Schlagzeuger) wollte am nächsten Morgen um 11 Uhr zum Frühstück kommen. Wer Bennet kennt, weiß das er niemals pünktlich ist. Irgendetwas kommt immer dazwischen. Meistens verschläft er. Manchmal steht er aber auch im Stau oder musste dringend vorher noch einkaufen und oder tanken, sein Auto waschen, oder im Winter  freikratzen womit er nun gar nicht gerechnet hatte usw. Da uns das klar war, warteten wir gar nicht erst auf ihn, sondern frühstückten wie immer in trauter Zweisamkeit. Für Bennet schmierten wir 4 Brötchenhälften und deckten Frischhaltefolie drüber. Wir wurden nicht enttäuscht. Bennet kam gegen 13 Uhr. Diesmal musste er vorher unbedingt noch einmal zur Arbeit, weil irgend etwas mit seinen Proben nicht stimmte. Er ist Chemielaborant. Hungrig machte er sich über die Brötchen her und trank einen großen Becher Kaffee dazu. Wir machten unterdessen unser WOMO startklar und nachdem Bennet zuende gefrühstückt hatte, machten wir uns auf den Weg zum Päng. Da es mittlerweile Samstag Nachmittag war, konnten wir direkt gegenüber, vor einer Versicherung, die geschlossen hatte, parken. Die beiden bauten ihre Musikequickments für den Abend auf und ich machte Frikadellen und Bratkartoffeln für später. Dann durfte ich noch Bennets Auto für einen Gr0ßeinkauf, natürlich bei Lidl, benutzen. Welch ein Luxus. Als ich mit allem fertig war, saßen Bernd und Bennet gemütlich vor dem Päng und waren schon gut angeheitert. Spielen sollten sie ja erst um 21 Uhr und kurze Zeit später gelang es mir mit den Bratkartoffeln und den Frikadellen, die Promillezahl wieder nach unten zu katapultieren. Um 20 Uhr, ich kam gerade aus dem K und K Markt, weil ich mal wieder beim Großeinkauf, die Hälte vergessen hatte, standen Benedikt( Bernds Nachfolger bei der ARU) und Lisa (Projektleiterin und Sekretärin, jetzt von Benedikt) vor unserem Wohnmobil. Ich bat sie rein und schnell war die Flasche Whiskey zum Vorglühen auf dem Tisch. Alle waren blendender Laune und nach 2 oder 3 Drinks gingen wir gemeinsam ins Päng. Dort stiegen wir drei um auf Bier und Bernd und Bennet fingen an zu spielen. Sie schafften es innerhalb von Minuten, eine Bombenstimmung zu erzeugen und es machte einfach irre Spaß den beiden zuzusehen.

… Fussball-Fans in Mega Laune und soooooooo laut !!!

Für mich immer wieder erstaunlich, wie perfekt die beiden miteinander harmonieren. Ganz ehrlich? Ich habe noch nie so ein tolles Duo erlebt. Völlig egal, ob Bennet singt,oder Bernd oder beide. Instiktiv weiß Bennet immer was Bernd als nächstes spielt und die beiden brauchen wirklich kein Programm, weil Bennet sich sofort auf Bernd einstellen kann. Einfach unbeschreiblich.

Benedikt fing irgendwann an Sambuca für uns zu bestellen und danach waren alle Dämme gebrochen und eine Runde jagte die nächste. Ich glaube, es erübrigt sich eine Beschreibung meines Befinden des folgenden Tages abzugeben. In einem Wort: Grauenhaft!!!! Irgendwann, ich bestellte gerade wieder das Teufelszeug, sah ich Zwillinge, die mir zwar bekannt vorkamen, aber irgendwie schienen sie nicht nach Lingen zu passen. Sie sahen absolut identisch aus und bewegten sich auch so. Völlig synchron. Ich merkte, irgendetwas stimmt nicht und kniff ein Auge zu. Wie durch ein Wunder, verschwand der eine Zwilling und der andere war nun allein. Und da fiel der Groschen. Es war Petra, dank meines Alkoholmißbrauchs hatte ich sie doppelt gesehen. Wir hatten sie und ihren Mann Peter 15 Monate zuvor beim Countryfestival in Schortens kennengelernt und uns auf Anhieb verstanden. Seitdem hatten wir sie aber nie wieder gesehen und heute wollten die beiden uns überraschen und sind spontan für 2,5 Stunden extra aus Gandekersee gekommen. Nun kam auch Peter. Ich fiel den beiden mindestens 5 mal um den Hals und war vor Freude völlig aus dem Häuschen. Sie hatten von Bernds Auftritt bei Facebook gelesen. Auch Bernd freute sich tierisch, konnte aber kaum mit ihnen reden, weil er ja ständig am spielen war.

Später am Abend verabschiedete wir die beiden mit dem Versprechen, sie möglichst bald zu besuchen. Dann kamen noch Angelika und Olli mit ihrem Sohn.

Die drei hatten wir auch ewig nicht gesehen und als dann auch noch Dan, mit seiner neuer Freundin kam, waren wir echt überwältigt.

… PÄNG-Chef „Matze“ musste natürlich auch einen song singen … und hatte mega Laune und mega Umsatz 🙂

Es war ein toller Abend und endete gegen 2 Uhr nach etlichen Zugaben, seitens Bernd und Bennet. Während die beiden noch ihren Musikkrams wieder abbauten, torkelte ich zum Wohnmobil und fiel Augenblicklich ins Koma.