Womo

Kein Internet

Hallo ihr Lieben

Eigentlich wollte ich täglich etwas schreiben, aber ich hänge total hinterher. Das liegt hauptsächlich an Ostfriesland. Wir haben hier fast nie Internet und können nicht einmal sehen wie das Wetter wird. Die Verbindung beim Telefonieren ist auch grottenschlecht und Whats ap ( wie wird das eigentlich geschrieben???) dauern bis zu 8 Stunden, bevor sie rausgehen. Ab 10. August verlassen wir diese Gegend und dann hau ich wieder richtig in die Tasten. Sorry about.

Womo

21.07. – 02.08. 2017 Conneforde (Bernsteinsee) und Großes Meer

Conneforde hat einen wirklich schönen Stellplatz für 8 Euro die Nacht.Darin enthalten ist der Eintritt zum wunderschönen  Bernsteinsee. Man muss nur eine Straße passieren und schon ist man dort.

… leider war das Wetter am Anreisetag von Gewittern durchzogen
… Kilian hungrig nach gefühlten 4 Stunden Schwimmen und Tauchen im Bernsteinsee

Wir waren echt erstaunt wie klar der See ist und für Kinder gibt es dort 2 Spielplätze eine Wasserrutsche und ein Trampolin im See. Einfach paradiesisch und Bernd und ich verbrachten den ganzen Tag dort am Strand. Da es dort so kinderfreundlich war, beschlossen wir unseren Enkel Killian kommen zu lassen. Ich rief also bei Hung an, mit der Bitte ihn zu uns zu bringen. Vorher sollte er noch schnell bei Lidl reinspringen und uns 12 Brötchen mitbringen. Worauf er etwas verständnislos fragte, ob wir denn nicht wüßten, dass heute Sonntag  und Lidl geschlossen ist? Nee, wußten wir nicht!!! Unser Zeitgefühl war uns total abhanden gekommen und ich sagte etwas frustriert zu Bernd: So ein Scheiß, man freut sich ja gar nicht mehr auf´s Wochenende. Bernd sah mich verdrossen an und erwiderte: Und Urlaub haben wir auch keinen mehr. Ihr seht also, Aussteigen hat auch gravierende Nachteile. Es ist eben nicht alles Gold was glänzt, aber wir müssen damit jetzt leben. Hung erklärte sich sofort bereit Killian zu bringen. Er ist Killians Vater und ein Vietnamese. Killian verbringt immer einen Großteil der Ferien bei ihm. Wenn die Beziehung zu meiner Tochter nicht relativ schnell in die Brüche gagangen wäre, wäre er mein Schwiegersohn geworden. So ist der Kelch aber an ihm vorrüber gegangen und ich glaube, er macht jeden Tag 3 Kreuze. Eine Stunde später traf Killian bei uns ein. Er wird demnächst 12 Jahre alt und liebt es “ Mensch ärgere dich  nicht“ und Mau Mau mit uns zu spielen. Nach 7 Runden “ Mensch ärgere dich nicht“ und 14 Runden Mau Mau, entschied ich spontan den Stellplatz zu verlassen und auf den Campingplatz zu wechseln. Der war zwar entschieden teurer, aber es gab dort jede Menge Kinder und nicht nur Rentner wie auf unserem Stellplatz. Gesagt getan. Wir bekamen einen tollen Platz und Killian war rund um die Uhr beschäftigt. Das Wetter war allerdings mehr als beschissen. Es regnete tagelang ununterbrochen bei 16 Grad. Killian verbrachte trotzdem die meiste Zeit im Wasser und tobte mit seinen neuen Freunden. Als wir ihn nach 5 Tagen wieder zu Hause in West erstede ablieferten, war er richtig traurig und wir auch.

Bernd und ich blieben 2 Tage in Westerstede.

Endlich mal wieder etwas arbeiten.

Danach fuhren wir wieder einmal nach Grabstede um uns dort noch einmal um den Garten meiner Eltern zu kümmern und dort die Fenster zu putzen. Hat richtig Spaß gemacht und mit dem guten Gefühl, etwas getan zu haben fuhren wir weiter. Wir wollten Richtung Emden, weil dort unser nächster Einsatz war, mußten aber noch 5 Tage überbrücken und so entschieden wir uns für das Große Meer an. Es liegt nur 15 km von Emden und man kann dort wunderbar Boot fahren.

Großes Meer (flaches Meer) im Südborookmerland

Ohne Probleme kamen wir am späten Nachmittag dort an. Gott sei Dank waren trotz Ferien in allen Bundesländern noch genügend Stellplätze frei. Wir entschieden uns für einen in der ersten Reihe, weil das die größten waren und wir mit unserem Geschoss auch nicht wirklich eine andere Wahl hatten. Der Stellplatz liegt ca. 2 Minuten vom Meer entfernt , hat aber keinen Meerblick. Es gibt ein wirklich tolles Sanitärgebäude, indem alles vorhanden ist, was der Mensch so braucht. Die Duschen sind kostenlos und das haben wir dann auch wirklich ausgenutzt. Herrlich, endlich einmal wieder so richtig lange Duschen. Der Stellplatz hat eine vernünftige Größe und kostet 9 Euro pro Tag.  Wir lernten sogleich 2 nette Pärchen kennen und gesellten uns zu ihnen. Bernd ließ sich zum Gitarrenspiel überreden und wir verbrachten ein paar nette Stunden bei strömenden Regen. Um 23 Uhr 30 lagen wir dann endlich im Bett. Wir schliefen herrlich und ich weckte Bernd am nächsten Morgen mit einem feudalen Frühstück. Dann suchten wir den Platz meiner Schwester. Sie und ihr Mann hatten hier seit neuesten einen Dauerstellplatz für ihren Wohnwagen. Obwohl wir durch sämtliche Gassen gingen, konnten wir ihn aber nicht finden.  Auch die Leute, die wir befragten, konnten uns nicht weiterhelfen und so gingen wir dann zum großen Meer. Wir hatten wunderbares Wetter, aber Windstärke 8. Deshalb waren unzählige Windsurfer auf dem Meer. Es waren wirklich die idealsten Vorraussetzungen für diesen Sport und es machte echt Spaß ihnen zu zusehen. Zum Kanufahren war es aber zu stürmisch und so machten wir dann noch einen kleinen Spaziergang. Ich war ganz beeindruckt von den schönen Häusern, die am Kanal lagen und konnte mich gar nicht satt sehen. Dann beschlossen wir kurzerhand noch zu schwimmen. Ratzfatz rein in die Badeklamotten und ab ins Wasser. Das Wasser war angenehm warm, aber egal wie weit wir reingingen, es war nie tiefer als maximal 40 cm. Schwimmen war unmöglich. Ich schrammte nur unaufhörig mit meiner Oberweite über den Grund und Bernd hatte dasselbe Problem mit seinen langen Beinen. Egal, erfrischend war es trotzdem und für kleine Kinder traumhaft. Beim Anziehen entdeckte ich 2 große Holzfässer. Ich vermutete Saunen darin und besah sie mir etwas genauer. Da fiel mir ein Wohnwagen mit Emder Kennzeichen ins Auge und neugierig ging ich hin. Bingo, ich hatte den Wohnwagen meiner Schwester gefunden. Direkt am Wasser. Natürlich war sie nicht da. Anständige Leute arbeiten zu dieser Tageszeit. Ich rief sie an. Sie war schon von unserer Mutter informiert worden, dass wir dort waren und versprach am späten Nachmittag zu kommen.

Kochen im Wohnmobil

Genug Zeit also noch Rouladen zu machen und gemütlich vor unserem Wohnmobil zu essen. Kochen gehört definitiv nicht zu meinen Stärken und ich glaube Bernd hat echt Angst, dass ich eines Tages das Wohnmobil abfackel, oder warum sagt er jedesmal, troz dem wir einen Feuerlöscher an Bord haben, dass wir unbedingt noch eine Löschdecke bräuchten?? Nach dem Essen muss dann das Schlachtfeld beseitigt werden. Keine Ahnung wie andere Leute es schaffen, die Küche beim Kochen immer sauber und ordentlich zu halten. Bei mir sieht es regelmäßig nach dem Kochen so aus, als hätte jemand eingebrochen und dabei  frustriert, weil er kein Geld gefunden hat, sämtliche Lebensmittel aus den Schränken genommen und in der Küche und auf der Erde verteilt. Und als wäre dies nicht schon genug zum Schluss noch sämtliche Klappen, Fronten und Griffe mit Senf, Gehacktem,Kartoffelstärke oder ähnliches eingeschmiert. Dieses variiert von Gericht zu Gericht. Bernd ist immer ziemlich fassungslos, wenn er das Chaos sieht. Mittlerweile verkneift er sich aber jeglichen Kommentar und rastet nur aus, wenn er sich mal wieder den Kopf stößt, weil ich irgendwelche oberen Klappen aufgelassen habe.  Wenn alles erledigt ist, fühl ich mich, als hätte ich einen Marathon unter 2 Stunden gelaufen. Bernd meint aber, die Sache mit dem Kochen wird immer besser. Ich glaube das stimmt, denn mittlerweile ess ich mein Gekochtes schon manchmal selbst. Ich hatte mich noch nicht ganz vom Kochen erholt, da klingelte meine Schwester durch. Sie und mein Schwager Rainer, waren endlich eingetroffen und wir sollten nun zu ihnen kommen. Wir machten uns zu Fuß auf den Weg und nach ca 4 Minuten waren wir auch schon am Ziel angekommen. Rainer und Elke wollten uns unbedingt zum Essen einladen. Ein Nein ließen sie nicht gelten und ich beschloss morgen einmal nicht auf die Waage zu gehen. Wir gingen zum Hotel Landhaus. Luftlinie 40 Meter vom Wohnwagen entfernt war. Der Besitzer des Hotels hat noch jede Menge anderer Hotels und Restaurant in Emden und ihm gehörten auch die Holzfässer in denen ich die Saunen vermutet hatte. Man konnte diese mieten und darin übernachten. Das kostet pro Person 30 Euro und ist ideal für 2 Personen . Man steht direkt am Wasser und hat noch einen kleinen Balkon. Ich fand es total romantisch, bis Elke mir erzählte, dass ganz Emden und Umgebung diese Fässer als Bumsfässer betitelt. Man sieht dann die Leute, die auf den kleinen Balkonen sitzen mit ganz anderen Augen, besonders wenn 3 Leute vor dem Fass sitzen. Nach dem Essen machten wir noch einen Verdauungsspaziergang von 40 Metern zurück zum Wohnwagen und spielten stundenlang das geniale Spiel Tick Tack Bombe, welches uns unsere Freundin Liane besorgt hatte, die wir kurz vor unseren Ausstieg in Lingen kennengelernt hatten. An dieser Stelle ganz liebe Grüße an dich Liane. Deine Marmelade war superlecker und den Rest von deinem Erdbeerlikör hüten wir wie einen Schatz!!!!!! Gegen 24 Uhr gingen wir zurück zu unserem Wohnmobil, nicht ohne die beiden für den nächsten Tag zum Frühstück einzuladen und fielen todmüde ins Bett.

Bernd erspielt uns ein Essen und Frei-Getränke

Meine Schwester und mein Schwager mussten nachdem sie bei uns gefrühstückt hatten, ersteinmal für 4 Stunden zurück nach Emden und arbeiten. Es war zwar ihr freier Tag, aber Schwund ist überall. Irgendwann am Nachmittag rief sie an um Bernd zu fragen, ob er nicht Lust hätte morgen abend 2 Stunden im Landhaus zu spielen? Gage wäre freies Essen und Getränke satt. In Emden hatte sie den Besitzer der Holzfässer und des Landhotels getroffen und von uns berichtet. Bernd meinte daraufhin: Warum nicht? Und so war es beschlossene Sache. Am Abend kamen Elke und Rainer dann wieder. Ich hatte gekocht für uns alle vier!!!!! Echt Hardcore!!!! Nach dem Essen holte Bernd, natürlich animiert von mir, die Gitarre raus und fing an zu spielen. Nach kurzer Zeit rief auf einmal jemand seinen Namen. Es war Thomas Kümper (auch ein Musiker). Er hatte Bernd sofort an der Stimme erkannt, obwohl die beiden nur Facebookfreunde sind und sich persönlich erst einmal gesehen hatten. Er hatte den Tag mit seiner Freundin und deren Tochter am Strand vom großen Meer verbracht und sie waren jetzt auf dem Heimweg. Daraus wurde aber die nächsten 3 Stunden nichts, denn Bernd drückte Thomas eine von seinen Gitarren in der Hand und die beiden spielten um die Wette.

Es war ein toller Abend, den unsere Nachbarwohnmobilisten beendeten, weil sie gegen 24 Uhr dann auch mal schlafen wollten. Wir verabschiedeten uns herzlich voneinander und fielen wieder todmüde ins Bett.Am nächsten Tag machten wir noch eine tolle Kanufahrt

Bernd holte das Kajak vom Großen Meer zum stellplatz zurück… wozu unser 25 ltr. mobiler Notfäkaltank doch alles herhalten kann… Boottransport, Ersatzsitzmöglichkeit (mit Kissen drauf), etc. etc. 🙂 Not macht halt erfinderisch

und abends gingen wir dann gemeinsam zum Restaurant (Hotel Landhaus) in dem Bernd spielen sollte und bestellten uns ersteinmal etwas zu Essen.

Bernd nahm einen Pulled Pork Burger mit Pommes und ich mein obligatorisches Schnitzel mit Pommes. Dazu 2 Apfelschorlen. Es schmeckte super. Das Wetter war herrlich und weil ja alles umsonst war, tranken wir hinterher noch Pernod Cola und einen Friesengeist. Bernd hatte seine Anlage schon am Nachmittag aufgebaut. Pünktlich um 19 Uhr fing er an zu spielen. Das Restaurant war gut besucht und sogar 6 Leute von unserem Stellplatz waren gekommen und lauschten verzückt Bernds Gesang. Die Stimmung war toll und auch der Besitzer ließ es sich nicht nehmen kurz reinzuschneien und 2 Bier zu trinken, bevor er wieder an die Arbeit mußte. Die Bedienungen waren hin und weg und filmten unendwegt mit ihren Handys. Bernd erfüllte einige Musikwünsche und ruckzuck waren die 2 Stunden um.

IMG_7298     Video Hym…..

Danach kümmerte sich Bernd noch um seine Fans, verteile ein paar Autogramme, trank noch einen Friesengeist und zum Abschluss aßen wir noch ein leckeres Stück Kuchen. Dann machten wir uns auf den Heimweg. Es war mal wieder ein wunderschöner Tag. Unser letzter am großen Meer, denn morgen wollten wir nach Emden.

Womo

Westerstede a la carte

Einmal im Jahr ist in Westerstede die Veranstaltung Westerstede a la carte. Mehrere Gastronomen aus Westerstede und dieses Jahr auch meine Schwester aus Emden tuen sich zu diesem Zweck zusammen. Jeder Betrieb hat ein Zelt, in dem live gekocht wird und der Marktplatz verwandelt sich in eine Gourmetmeile mit 600 Sitzplätzen.

… der Marktplatz war 3 Tage lang „rappelvoll“ mit hungrigen Gästen aus Nah und Fern

Mein Bruder Bernd Voss  hatte dort natürlich auch einen Stand

Chefkoch Bernd in seinem Gourmet-Zelt voll im Einsatz … alle ca. 3 Sekunden ging ein Essen raus … Wahnsinnsleistung!!!

und als Schwester bin ich natürlich immer gerne bereit ihm zu helfen. In diesem Jahr durfte ich die Kasse bedienen. Ich hatte mächtig Schiss, weil in meiner Gegenwart meist alle technischen Geräte versagten. 4 Tage dauert dieses Event und damit Bernd sich in dieser Zeit nicht langweilte, baute er kurzerhand seine Anlage auf dem Marktplatz auf und spielte was das Zeug hielt.

… gut, dass ich als Musiker ab und zu mal Pause habe und Zeit für ein Selfi 🙂

Leider regnete es am Freitag, wie aus Eimern. Dafür war es dann am Samstag richtig schön und ich kam mit dem bonieren kaum hinterher. Sonntag regnete es wieder und es war echt zum Kotzen. Jedes Mal, wenn wieder trockene Tischdecken aufgelegt wurden kam der nächste Guss und dasselbe Spiel begann von Neuem. Am Montag war das Wetter dann wieder gut und alles in allem waren die Gastronomen dann einigermaßen zufrieden. Wir fuhren dann am Dienstag weiter nach Grabstede, wo meine Eltern ein kleines Ferienhaus mit einem wunderschönen Garten direkt am See haben. Nun war das Wetter traumhaft und wir schwammen und sonnten uns ausgiebig. Unser Wohnmobil konnten wir unauffällig in der Nähe abstellen und wir beschlossen noch einen Tag dran zu hängen und uns mal etwas nützlich zu machen. Bernd mähte bei meinen Eltern den Rasen, schnitt Kanten ….

... das war war es dann mit den schönen, gepflegten „Gitarristen-Fingernägeln“ der rechten Hand

und ich tat das, was ich am besten konnte und putzte.


Es machte richtig Spaß und meine Eltern freuten sich als wir es ihnen präsentierten. Mein Vater machte uns zum Abschied noch ein leckeres Steak und dann verabschiedeten wir uns und fuhren tatsächlich 17 Kilometer bis nach Conneforde.

Womo

Barßel und immer wieder Barßel 04.07 – 13.07.2017

Am nächsten Morgen wachte ich, wie üblich gegen 4 Uhr 15 auf. Da ich am Fenster schlafe, musste ich, um aus dem Bett zu kommen eigentlich über Bernd wegturnen. Mittlerweile waren wir aber ein eingespieltes Team. Bernd brauchte morgens nur ein paar leichte Schläge meinerseits auf seine Beine, zog diese dann automatisch bis zum Kinn und ich konnte dann ganz bequem herauskrabbeln.

Gewichtskontrolle

Erster Gang, wie immer, auf die Waage. Danach auf die Toilette, danach wieder auf die Waage. Nachtzeug ausziehen, wieder auf die Waage. Je nachdem was diese so anzeigt, hatte ich gute Laune, oder schlechte, gab es Frühstück oder nicht. Heute würde es Frühstück geben und der Tag war mein Freund. Ich zog mir schnell etwas über und verließ  das Wohnmobil. Die Sonne ging gerade auf. Es war atemberaubend. Schnell holte ich das Handy, um es festzuhalten und später Bernd zu zeigen. Da er ja immer viel länger schlief, hatte er höchstwahrscheinlich noch nie einen gesehen. Das Wetter würde heute herrlich werden und ich machte einen kleinen Spaziergang, bis es hell genug war um weiter in meinem spannenden Buch zu lesen. Um 8 Uhr 15 machte ich Frühstück und schmiss Bernd aus dem Bett. Er hatte super geschlafen, war bester Laune und ganz angetan von meinen Fotos.

Neuer Stellplatz

Plötzlich sah ich, dass das große Wohnmobil, welches in der erster Reihe stand wegfuhr.“ Los Bernd, lass uns umparken. Dort passen wir hin und dort haben wir auch Fernsehempfang. Außerdem direkt am Wasser. Beeil dich, sonst ist der gleich weg“, sagte ich aufgeregt zu meinem Göttergatten. Bernd war unentschlossen, konnte meine Begeisterung nicht so ganz verstehen, ging etwas unsicher zwischen den frei gewordenen Stellplatz und unseren hin und her. Während ich immer nervöser wurde, unterhielt er sich in aller Seelenruhe, mit einem anderen Wohnmobillisten, der schon seit 20 Jahren nach Barßel kam und jeden, aber auch wirklich jeden Stellplatz kannte. Mein auserkorener, sollte ja ganz nett sein, aber wenn es regnete würden wir in einer großen Matschpfütze stehen, meinte er. Das verunsicherte Bernd natürlich noch mehr und er kam zu keinem Ergebnis, war eher abgeneigt. Deutlich war ihm wahrscheinlich noch Ostern in Erinnerung, wo er sich festgefahren hatte und mit einem Radlader aus der Matsche gezogen werden musste. Egal, ich hatte mich entschieden. Es sah auch nicht nach Regen aus und wenn schon. Also klemmte ich unsere beiden Campingstühle unter die Arme und schlurte sie zu dem freien Platz, um ihn somit zu reservieren. Manchmal muss man Entscheidungen allein treffen. Bernd entschied dann ganz allein, wie rum und auf welcher Seite, alle Eventualitätenum einplanend, unser Womo stehen sollte. Das dauerte dann noch einmal gut 10 Minuten und die Sache war vollbracht. Wir standen nun herrlich und hatten sogar Fernsehempfang. An der Aussicht direkt auf den Hafen konnten wir uns gar nicht satt sehen und ehrlich gesagt, taten wir bis zum Nachmittag nichts anderes.

Die Amigo

Dann kamen meine Tante Helga und mein Onkel Rudi. Die beiden hatten ihr Boot namens Amigo in Barßel liegen und luden uns zum Tee dorthin ein. Mann war das ein tolles Boot!!! Einfach riesig und wie wir fanden, das Schönste im ganzen Hafen war. Der Vorteil eines Bootes zum Wohnmobil ist ja, dass es viel breiter ist und zudem noch zweigeschossig . Der Nachteil war, es hatte keine Räder und konnte nur auf dem Wasser bewegt werden. Meine sehr jung aussehende Tante führte uns durch das Boot, zeigte uns die sehr gemütlichen Kajüten und auch sonst alles. In einem Boot müssen sämtliche Sachen noch viel besser verstaut werden als in einem Wohnmobil, da es durch Wellengänge nicht nur hin und her gerüttelt wird, sondern ja auch hoch und runter. Rudi war der geborene Handwerker und hatte allerlei Sachen selbst gebaut. Am beeindruckendsten fand ich seine Charlyluke. Diese ist ein Fenster, welches man öffnen kann. Es führte direkt vom Bauch des Schiffes, wo die Küche war nach oben, wo Rudi das Boot steuerte und diente als Durchreiche. Helga reichte ihm meistens Charly durch.So nennen wir in unserer Region Cola mit Weinbrand. Neben Cola Rum war dieses  Rudis und zufällig auch unser Lieblingsgetränk. Aus diesem Grund wurde die Luke kurzerhand Charlyluke genannt. Welch eine sinnvolle Konstruktion und Helga wollte es sogleich einmal demonstrieren. Aus Vernunftsgründen blieben wir aber ersteinmal bei Tee und Kuchen im riesigen Salon. Die Sache mit dem Charly vertagten wir auf abends, dann aber in unserem Wohnmobil. Wir wollten uns ja auch nicht lumpen lassen. Während uns die beiden allerhand Spannendes über das Boot und ihre Erlebnisse berichteten, verging die Zeit wie im Fluge und nach 2 Stunden verabschiedeten wir uns erst einmal. Rudi wollte noch einen Ölwechsel machen und wir mussten unbedingt noch Cola kaufen. Weinbrand hatten wir natürlich da;-) Wir fuhren mit unseren Rädern sogleich zu Lidl und deckten uns für die nächsten 3 Tage ein. Um 21 Uhr kamen die beiden dann und es wurde ein feucht fröhlicher Abend. Rudi hatte unglaublich viel Ahnung von Booten und konnte sehr spannend berichten. Er hatte einige Boote, die in Barßel lagen, hiehergeschippert  so das man ihn eigentlich auch Capitain Barßel nennen könnte. Als die beiden von unserem Kajak hörten, welches wir morgen aufpumpen und ausprobieren wollten, boten sie uns spontan an, es im Hafen einzulassen und auch dort bei Nichtbenutzung liegen zu lassen. Das war natürlich weltklasse. So mußten wir das Boot nicht ewig hin und her schleppen. Sicher lag es dort auch, denn der Hafenzugang war mit einem Tor mit Zahlenkombination gesichert, welche sie uns bereitwillig verrieten. Man was hatten wir mal wieder für ein Glück!!!!

Unser Kajak

Am nächsten Tag wollten wir nun endlich unser Kajak einweihen. Bernd wuchtete es aus der Garage und machtees innerhalb von 30 Minuten startklar. Stolz wie Oscar trugen wir es die paar Meter bis zum Wasser, banden es dort fest und während Bernd es noch zusätzlich fest hielt, stieg ich vorsichtig ein. Dann bemerkte Bernd, dass wir die Fenne noch nicht unter dem Boot hatten. Das ist so ein dreieckiges Plastikding, dessen Sinn mir bis jetzt noch nicht klar ist. Egal, es war dabei, also musste es an seinen Platz. Dazu war es notwendig, dass ich wieder ausstig. Nun gut. Erst auf die Knie, dann vorsichtig aussteigen. Klappte auch!! Finne unter dem Boot befestigt. Zweiter Versuch. Geglückt. Nun Bernd. Ich hielt das Gleichgewicht und krampfhaft den Steg fest. Das Boot kam gefährlich ins Schwanken, aber kippte nicht um. Jubel. Wir ruderten ein paar Meter um den Steg herum. Dort stand ganz allein, einsam und verlassen unsere Colaflasche. Bernd fluchte etwas und fragte ob wir sie dort stehen lassen wollten. Wollten wir natürlich nicht. Man hört ja immer wieder, dass Leute im Boot verdursten und aus lauter Verzweiflung Salzwasser tranken um dann zu sterben. Ne ne ne, ohne mich. Es war ein heißer Tag und es gab sogar Ebbe und Flut. Das hatte irgendetwas mit der Nordsee zu tun und die war salzig. Helga meinte zwar, hier wäre das Wasser nicht mehr salzig, aber ob sie es wirklich probiert hatte??? Ich war skeptisch. Wir drehten also um und Bernd holte, das vielleicht lebensrettende Getränk. Dann endlich machten wir uns auf den Weg.Was soll ich sagen, es klappte auf Anhieb. Im Gleichklang ruderten wir die Soeste flussabwärts, waren total begeistert von der Natur, genossen die Ruhe, die nur durch die Paddelgeräusche

unterbrochen wurde und waren uns einig Natutalente zu sein. Es war herrlich und unser erster Ausflug dauerte 2,5 Stunden und ja, wir tranken zwischendurch auch mal etwas. Ohne Zwischenfälle legten wir an, banden das Boot fest und kletterten raus.

Queen of Texas

Es war mittlerweile nachmittags geworden. Bernd machte einen kleinen Abstecher zum Restaurant Queen of Texas, um zu fragen, ob er dort nicht mal Gitarre spielen könnte. Der Wirt hatte nichts dagegen und engagierte Bernd kurzerhand für Sonntag von 14 Uhr bis 17 Uhr. Boah äih, das lief ja prima. Ich schwang mich gleich ans Telefon um meine Eltern zu fragen, ob sie nicht auch kommen wollten. Ich hatte sie ja schliesslich seit Tagen nicht gesehen und sie sagten sofort zu. Helga und Rudi wollten auch kommen und nun musste nur noch das Wetter mitspielen, aber da waren wir recht zuversichtlich.

Beginn von Bernds Solokarriere

Am Sonntag machte Bernd sich schon unmittelbar nach dem Frühstück bereit und räumte sein ganze Musikequickment aus dem Auto und parkte es vor der Garage auf dem Rasen. Ich versprach ihm, es mit rüberzutragen zu dem Restaurant in dem er spielen wollte. Dann stachen mir 3 Sachen ins Auge. 1) Unser Wäschekorb für die Schmutzwäsche war randvoll. 2) Bettwäsche müßte mal wieder gewechselt werden. 3) Garage war fast komplett leer. Die ideale Ausgangslage um unsere Waschmaschine in Gang zu setzen. Falls sie auslaufen sollte und dadurch die Garage überflutet werden würde, würde Bernds Musikanlage jedenfalls nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Ich zog schnell die Betten ab, sammelte die andere Schmutzwäsche zusammen, steckte alles in die Maschine, die ja im Schlafzimmer zu befüllen war und startete sie. Nun in, für mich, rasender Geschwindigkeit zur Garage und sehen ob alles dicht ist. Um es vorweg zu nehmen, sie leckte zwar etwas, aber das war nicht der Rede wert und 1,5 Stunden später war unsere Wäsche wieder sauber. Bernd schleppte derweil, auf seinem Fahrradgepäckträger seine Musikanlage zum Lokal. Er mußte etliche Male gehen , ehe er alles dort hatte. Wie heißt es so schön, jeder Gang macht schlank. Nicht das er es nötig hätte, aber ich sag immer: Wäret den Anfängen. Er brauchte dann noch ca. 30 Minuten und alles war aufgebaut. In der Zwischenzeit waren auch meine Eltern und Helga und Rudi eingetroffen und wir waren bester Laune. Bernd spielte und sang wie ein junger Gott. Sämtliche Coutrysongs, bekannte und unbekannte und die Gäste, meist Byker, waren echt begeistert. Mein Vater wollte natürlich immer irgendwelche Schlager aus den 60zigern und 70zigern hören und rief Bernd alle möglichen Vorschläge zu. Ich erklärte ihm , dass dies hier eine Westernkneipe war und Schlager hier nun überhaupt nicht passen aber er war völlig beratungsresistent und meinte eins ums andere Mal, das Schlager doch viel schöner wären. Irgendwann hatte Bernd erbarmen und spielte tatsächlich den Song: Deine Spuren im Sand. Nun war mein Vater endlich auch zufrieden. Die Zeit verging wie im Fluge und nach 2,5 Stunden war Bernds Session vorbei und er bekam zum Dank eine riesige Portion Sparerips. Obwohl ich kräftig mitaß, war es nicht zu schaffen. Wirklich ganz zufällig hatte ich Alufolie in meiner Handtasche und packte die restlichen Sparerips unauffällig ein. Hilft alles mit und ich brauche morgen nicht zu kochen, dachte ich. Meine Mutter, die dieses zufällig sah, bekam innerlich fast einen Anfall und versuchte mich mittels ihrer Augen, quasi durch Hypnose, davon abzuhalten. Schaffte sie aber nicht. Bernd und ich verputzen die Sparerips am nächsten Tag in unserem Kanu, als wir wieder eine Fahrt machten. Man waren die lecker. Unsere Zeit in Barßel ging jetzt langsam zuende. Wir durften noch eine tolle Fahrt mit der Amigo machen, zu der Rudi und Helga uns einluden und dann hieß es Abschied nehmen von Barßel. Es hat uns dort wirklich super gefallen und wenn wir nicht nach Westerstede gemusst hätten, ständen wir wahrscheinlich heute noch da.

Womo

Ankommen in Barßel 04.Juli 2017

Unsere beiden „Smilie-Helium-Ballons“ – Geschenk von unserer Abschiedsfete fahren im Schlafzimmer mit ! 🙂

Mein Bruder hatte mich schon  vor Wochen gefragt, ob  ich eventuell vom 14 .07. 2017 – 18. 07. 2017  bei „Westerstede a la carte“ mitarbeiten könne. Nachdem ich ihm mit der Begründung, dass es für Bernd zu langweilig sei, 4 Tage mehr oder weniger alleine in Westerstede zu sein, abgesagt hatte engagierte er Bernd kurzerhand mit. Natürlich nicht in dem Essenszelt, in dem ich arbeiten sollte, sondern als Musiker. Unter den Umständen sagten wir natürlich zu und so lohnte es nicht für ein paar Tage größere Touren zu unternehmen. Ausprobieren wollten wir aber unbedingt unser Kajak und so recherchierten wir im Internet nach einem schönen Stellplatz, auch für große Wohnmobile, mit Paddelstation an einem See oder Fluß. Wir entschieden uns für Barßel und nach einem ausgiebigem  Frühstück im Hotel Voss mit meinen Eltern, meinem Bruder und meiner Schwägerin, starteten wir.
Zuerst ging es aber noch zum Campingplatz in Westerstede, bei dem wir entsorgten und 340 Liter Wasser auftankten. Sicher ist sicher. Wir wollten in eins durchfahren. Ohne Pause!!!! Also Getränke in das Fahrerhaus. Verdursten wollten wir ja nicht, ebenso Schokolade für die Wegzerrung. Verhungern wollten wir auch nicht. Und dann machten wir uns bei allerschönstem Wetter auf die erste richtige Reise, nach unserem Ausstieg. Es dauerte keine 15 Minuten und das Handy bimmelte. Es war meine Mutter. Wir hatten uns ja Ewigkeiten nicht gesehen. Das letzte mal vor so ca. 1,5 Stunden beim Frühstück und sie wollte wissen, wie weit wir schon gekommen sind. Naja, es waren 15 Km und das teilte ich ihr dann auch etwas entnervt mit. Sie verabschiedete sich dann recht schnell, was völlig untypisch für sie war. Nach weiteren 5 Km nahm unsere eine Reise ein apruptes Ende, denn wir hatten unser Ziel erreicht. Wir waren in Barßel angekommen, ohne unterwegs auch nur einen Schluck zu trinken.

WOW ! Am nächsten Tag hatten wir dann einen super-tollen Stellplatz in 1. Reihe, direkt am Bootsanleger – Geil!

Unverhoffter Besuch

Der Stellplatz lag idyllisch an einem kleinen Hafen und hatte Platz für 15 Wohnmobile. 2 Plätze waren noch frei und da wir mit Fahrräder am Heck ca. 9,70m lang sind kam für uns nur einer in zweiter Reihe im Schatten infrage. Bernd versuchte einzuparken, wurde aber durch eine Frau behindert, die hinter unserem Mobil herumturnte. Völlig entnervt sagte er zu mir: Geh mal raus und sieh nach, was die von uns will. Ich hatte noch gar nichts mitbekommen, schließlich habe ich ja keine Rückfahrkamera und fragte: Wer?? Bernd explodierte fast und schrie mich an. “ Da steht so eine Bekloppte hinter uns und hält sich ständig am Wohnmobil fest und wenn die da nicht abhaut, mangel ich sie gleich über. Geh jetzt endlich raus. OK, das hätte man auch höflicher sagen können. Ich stieg aus und linste hinter das Wohnmobil. Es war meine Mutter. Welch freudige Überraschung!!!  Wie gesagt, wir hatten sie ewig nicht gesehen. Meinen Vater hatte sie natürlich auch dabei. Schnell wurden Stühle und der Tisch rausgeholt und schon saßen wir wieder bei Tee und Keksen einträchtig beisammen. Nachdem wir sie dann ca. 1,5 Stunden später mit mehreren Umarmungen verabschiedeten, bemerkte mein Vater, dass er keinen Saft mehr auf seinen e-bike hatte. Bernd schloss uns schnell am Strom an, damit wir den Akku aufladen konnten. Meine Eltern und ich machten derweil einen kleinen Spaziergang. Wir legten ein Wahnsinnstempo vor und nach ca. 80 Metern, ruhten wir uns erst einmal aus und setzten uns auf eine Bank. Es gab ja schon wieder so viel zu erzählen und so verging die Zeit wie im Fluge. Irgendwann hatten wir genug Kraft für den Rückweg getankt und wir setzten uns wieder in Bewegung. Papa kontrollierte seinen Akku und gab grünes Licht für den Rückweg. Wir verabschiedeten uns dann nocheinmal herzlich voneinader. Zum dritten und letzten Mal an diesem Tag und sie brausten los. Mittlerweile war es Abend geworden und ziemlich kühl. Wir machten uns noch etwas zu essen und gingen zeitig zu Bett. Da wir keinen Fernsehempfang hatten, schlief ich schon um 20 Uhr ein. Bernd tüdelte noch ein bis 22 Uhr am PC rum, immer auf der Suche nach Aufklebern für unser Wohnmobil. Unserer Meinung nach hatte es zu viel weiße Fläche und wir wollten es etwas aufpeppen.

Dank unserem Freund Gottfried haben wir jetzt auch noch einen Wohnwagen dabei … wir gut, dass wir ne` AHK haben!

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Am

Norddeutschland, Womo

Jetzt geht´s los nach Westerstede 02.07.2017

Wir hatten fast die ganze Nacht nicht geschlafen und auch einen leichten Kater von unserer Abschiedsfete. Trotzdem waren wir bester Laune, denn ab jetzt waren wir frei. Leute, ich kann euch sagen, ein wahnsinns Gefühl. Wir gingen erst einmal in das Hotel Veldschoten, gleich um die Ecke. Dort waren meine Eltern, Geschwister und deren bessere Hälften untergebracht. Ebenso meine beiden Schulfreundinnen Claudia und Veronica mit ihren Männern Uwe und Hannes. Alle hatten mit uns gefeiert. Nun frühstückten wir zusammen, bevor wir uns verabschiedeten.Wir holten die letzten Kartons, welche Bernd in seinem Büro untergestellt hatte, tankten dort auch noch etwas Wasser und zu guter Letzt baute Bernd seine Musikanlage, die vom Abend vorher noch im “ Päng“ stand,  ab. Dann machten wir uns auf nach Westerstede. Dort verstauten wir die letzten Kartons, bei meinen Eltern auf dem Boden . Wir aßen noch gemeinsam bei ihnen, suchten uns dann einen Parkplatz hinter der Gemeinde und fielen  todmüde ins Bett. Am nächsten Morgen, wie üblich war ich schon um 4 Uhr 30 wach, sammelte ich unsere dreckige Wäsche zusammen und machte mich damit auf zum Hotel Voss. Das Hotel Voss ist das einziege Schokoladenhotel auf der Welt. Es liegt mitten in der wunderschönen Kleinstadt im Ammerland und direkt neben der historischen Kirche auf dem Marktplatz. Es verfügt über einen tollen Welnessbereich, jeder Menge Tagungsräume und Sääle und wahnsinnig vielen Zimmern. Man kann dort fantastisch essen und den Köchen beim Zubereiten der Speisen im dazugehörigen Restaurant “ VOSSINI“ zusehen. Ein echtes Erlebnis. Ich liebe dieses Hotel, weil es erstens wirklich einzigartig ist und zweitens mein Elternhaus und drittens ich dort meine Wäsche waschen kann. Meine Eltern haben das Hotel im Schweiße ihres Angesichts aufgebaut und vor mitlerweile mehr als 20 Jahren meinem Bruder Bernd und meiner Schwägerin Tanja übergeben. Und die beiden machen das richtig prima. Falls ihr mal in der Gegend seid, kann ich euch einen Besuch nur empfehlen und wenn ihr sie von mir grüßt, bekommt ihr ganz bestimmt ein Freigetränk;-)

Wäsche waschen

Zu meinem letzten Geburtstag hat mir mein Bruder einen Wäschewaschgutschein geschenkt. Der ist Gold wert. Jedes Mal, wenn ich also in der Gegend bin, kann ich in der hauseigenen Wäscherei unsere Wäsche waschen. Das ist echt klasse, denn er hat so herrlich große Waschmaschinen und Trockner und 15 Kilo Wäsche sind in sage und schreibe einer Stunde gewaschen und getrocknet. Solltet ihr also einmal in Westerstede sein und eine Frau mit einem sehr merkwürdigen Gang und einem Bettbezug voller Wäsche fluchend hinter sich herschleppend sehen, bin ich das. Ihr könnt ihn mir dann gerne abnehmen. Ich geb dann auch einen aus.

Stellplätze in Westerstede

In Westerstede gibt es zwei Stellplätze. Der erste liegt mitten in der Stadt auf einem riesen Parkplatz. 4 Wohnmobile dürfen dort stehen und ist kostenlos. Man kann dort nicht entsorgen. Der andere umfasst ca. 30 große Stellplätze auf einer Wiese und liegt 1,5 km vom Ortskern entfernt. Kosten liegen bei 9 Euro inclusiv Duschen und Strom pro Tag.

Womo

Abschiedsfete 01.07. 2017

… so haben wir unsere Lieben zur Abschiedsfeier eingeladen

Unsere Abschiedsfete feierten wir im Päng (eine kleine, kultige Kneipe) in Lingen mit 45 Personen, bestehend aus Familie Arbeitskollegen und Freunden. Meine Schwester, brachte für 60 Personen Chili con carne und eine riesige Käseplatte mit. Es schmeckte traumhaft. Bernd und Bennet heizten uns mit Gitarre, Schlagzeug und zweistimmigen Gesang mächtig ein. Es wurde getanzt, gelacht, gegessen und noch mehr gesoffen.

Ines ist für 5 min mit in die Band eingestiegen… und sang professionell den song: 99 Luftballons von Nena

Bernd und ich kämpften um Gesprächsanteile bei unseren Abschiedsworten und  mein Vater hielt eine tolle Rede. Kurzum, die Stimmung war super, wurde aber auch zu späterer Stunde immer wehmütiger und fand seinen Höhepunkt beim letzten Lied, bei dem Lisa (Bernds Sekretärin) so weinen mußte, dass auch Bernd nicht weiterspielen konnte und ihm die Tränen nur so runterliefen. Dieses widerum hatte zur Folge, dass die Hälfte von Bernds Arbeitskollegen nun auch anfingen zu heulen und zu guter Letzt auch ich. Wir lagen uns alle lachend und weinend in den Armen und wußten, dass es nun endgültig ernst wird und dieser Lebensabschnitt vorbei ist.
Es war eine supertolle Fete und wir lagen um 4 Uhr total erschossen im Bett.
Vielen Dank, an alle unsere Freunde, dass Ihr diese Feier für uns so unvergesslich gemacht habt.

Hier ein ganz paar Foto-Impressionen…  und dicken Kuss für Simon & Carina für Euren tollen professionellen Fotos.

 

Womo

Letzter Arbeitstag 30.06.2017

Es war soweit. Endlich!!! Der letzte Arbeitstag war da und ich gab alles um mein Hirn auf Motivation zu stellen. Irgendwie zwecklos. Es hatte die ganze Nacht ununterbrochen geregnet und besseres Wetter war nicht in Sicht. Ich packte also zum allerletzten Mal meinen Rucksack mit meinen Putzklamotten.Bernd befreite netterweise derweil mein E-bike vom Zahlenschloß, welches ja immer am Wohnmobil angekettet ist. Ich schob dann meinen Akku unter den Gepäckträger und stellte auf Start. Das Fahrrad fing augenblicklich an zu rattern und machte einen Satz nach vorn. Es verfügt über eine Schiebehilfe und die war nun durch den anhaltenden Regen daueraktiviert. Bernd sagte sofort; Die Elektronik ist kaputt. So ein Scheiß!!! Das Fahrrad hatte ich erst vor 3 Monaten bei ebay Kleinanzeigen für 1700 Euro gekauft und mir zwischenzeitlich noch einen Ersatzakku für 500 Euro gekauft, damit ich unterwegs immer mobil bin und mit Bernd mithalten kann. Und nun soetwas. Bernd schaltete das Fahrrad noch ein paar mal an und aus. Hektisch und mit den Worten: Ich muss jetzt schleunigst los, entriss ich es ihm und fuhr dann, mit reiner Muskelkraft und ohne elektrischer Unterstützung los. Bernd brüllte mir ein: Versuch es bei deiner Arbeit trocken zu fönen, hinterher. Ich schaffte so ca. 12 Km/h und kam fix und fertig zu meinen ersten Putzjob. Dort wurde ich schon sehnlichst von der Hausherrin , die dringend zur Arbeit mußte erwartet. Ich war spät dran und sie nun auch. Sie bedankte sich noch einmal für meine Tätigkeiten, gab mir meinen Lohn und verschwand. Ich putzte zuerst das Erdgeschoss, holte dann den Fön von oben, schob das Fahrrad rein und fönte wie ein Weltmeister. Nach 15 Minuten startete ich dann das Fahrrad. Es machte sofort einen gewaltigen Satz nach vorne, gegen die Wand. Nun hatte ich 2 Probleme. Die Schiebehilfe war immer noch aktiviert und ließ sich auch immer noch nicht ausschalten und die ehemals weiße Wand war jetzt mit meinem Reifenabdruck verziert. Au Backe!!! Problem 1 rückte sofort in den Hintergrund. Unter lautem Fluchen, schob ich erst einmal das Fahrrad wieder nach draußen. Dann versuchte ich die Wand mit allerlei Wasser und Lappen wieder zu säubern, machte aber alles nur noch schlimmer. Ich hätte heulen können.

Radierschwämme

Dann dachte ich an Radierschwämme und schickte ein Stoßgebet zum Himmel: Lieber Gott, bitte mach, dass sich noch ein einziger Radierschwamm in meinem Rucksack befindet und ich die scheiß Wand wieder sauber bekomme. Mit angehaltetem Atem und fahrigen Fingern durchsuchte ich ihn dann und……… Danke, danke danke lieber Gott, da war noch einer. Gott hatte mein Gebet erhört und ich machte mich wieder ans Werk. Was soll ich euch sagen? Diese Radierschwämme sind Gold wert. Man bekommt praktisch alles wieder sauber und auch die Wand erstrahlte wieder im ursprünglichem Weiß. Noch kurz rübergefönt. Den Fön hatte ich ja noch parat und alles war wie vorher. Tief durchatmen und das obere Stockwerk putzen. Dieses verlief ohne Zwischenfälle und ich begab mich zu dem nächsten Haus, welches auf seine wöchentliche Grundreinigung wartete. Natürlich fluchte ich unterwegs wieder wie ein Kesselflicker, aber nur in Gedanken, denn für lautstarkes Rumgebrülle fehlte mir schlichtweg die Puste. Wer schon einmal Elektrorad ohne Unterstützung gefahren ist, weiß wovon ich spreche. Mit erheblicher Verspätung, durchnässt, verschwitzt, Entschuldigungen und Erklärungen abgebend wurde ich in Empfang genommen. Jenny, so hieß die Hausbesitzerin bedauerte sehr, dass dies nun mein letzter Tag bei ihr sein sollte und fragte, ob ich die Jobs nicht vermissen würde. Ich antwortete aus tiefster Seele: Auf keinen Fall und während Jenny das Haus verließ, machte ich mich an die Arbeit und putzte und wienerte nun zum allerletzten Mal. Ich bekam kaum etwas auf die Reihe und benötigte gut eine Stunde länger als sonst. Als alles restlos sauber war, wiederholte ich die Prozedur mit dem Fön noch einmal. Dieses Mal aber ohne irgendwelche Wände zu beschmutzen. Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben, als sich nach exakt 45 Minuten Föner- und Beeterei das Fahrrad, wieder ganz normal anschalten ließ und ich überglücklich den Heimweg zum Dieksee antreten konnte. Also, nach dem Tag konnte ich mir ehrlich nicht vorstellen, die Arbeit auch nur einen Tag im Leben zu vermissen, aber man soll ja nie nie sagen;-)

Womo

Unser Stromgenerator

Letztes Wochenende sind wir in Lingen geblieben um die letzten Sachen zu erledigen. Bernd hatte den Werkstattleiter von Iveco bekniet uns doch am Freitag am Dieksee zu besuchen und noch einmal , ein allerletztes Mal einen Blick auf unser Wohnmobil zu werfen. Julien, so hieß der gute Mann, kam auch und sah in alle Klappen und auch unter die Motorhaube, beantwortete sehr geduldig unsere dummen Fragen und versicherte uns, das es reichen würde den Zahnriemen nächstes Jahr zu wechseln. Ich hatte den Eindruck, Bernd würde Julien am Liebsten mitnehmen, nur so zur Sicherheit. Ich fragte ihn, ob er auch Ahnung von Stromgeneratoren hätte. Der Vorbesitzer hatte einen einbauen lassen, machte aber keinen Hehl daraus, dass dieser kaputt war. Bernd war damit schon bei einem Fachmann gewesen, der das gute Ding aber auch nicht ins Laufen bringen konnte. Naja, man braucht so ein Teil ja auch eigentlich gar nicht, wenn man Solar auf dem Dach hatte. Bernd war allerdings der Meinung, dass es auch einmal tagelang bedeckt sein könnte. Sozusagen, dass eine Sonnenfinsternis die nächste jagt. Und dann wären wir aufgeschmissen. Es gibt ja kaum Stellplätze mit Strom……………………Julien hatte keine Ahnung von Generatoren, sah sich das gute Teil trotzdem an und Bernd drückte auf den Startknopf um zu demonstrieren, dass das Ding keinen Ton von sich gab. Der Generator sprang auf Schlag an und Julien meite: Geht doch!!! Wahnsinn, wir konnten unser Glück kaum fassen und ließen es solange laufen, bis unsere Batterien bis zum Anschlag voll waren. Es stank wie Hulle und machte auch ziemlichen Lärm. Gott sei Dank, war aber niemand in Sicht- und Hörweite, der sich aufregen konnte. Am nächsten Tag tankten wir Diesel zum Fahren, Gas zum Kochen und Wasser zum Waschen. Außerdem erstand Bernd noch einen Kanister und füllte ihn mit Benzin für den Generator. Zuhause wollte er ihn dann befüllen, was aber unmöglich war, da das Einfüllloch zu weit hinten war und der Rüssel zu kurz. Hab auch gar nicht verstanden, warum er das Ding nicht gleich bei der Tankstelle befüllt hat. Na ja, hatte sicher irgendeinen Sinn. Jetzt haben wir zumindest einen Kanister. Bernd wollte auch noch etwas Luft auf die Reifen geben, was sich aber als unmöglich erwies, denn man kam überhaupt nicht richtig an die Ventile und immer wenn er dachte, nun aber, entwich nur Luft. Also noch einmal zu Iveco. Man kennt uns da schon. 😉

Womo

Mein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk

Zu meinen 5ten Geburtstag hatte ich nur einen Wunsch. Ich wollte eine Schwester. Meine Eltern versprachen es. Ich hatte am 11. Februar Geburtstag und meine Mutter bekam pünktlich am 10 Februar Wehen. Sie presste so lange nicht, bis es 24 Uhr war und Punkt eine Minute nach Mitternacht entband sie. Es war tatsächlich ein Mädchen und nach der Frage, des Namens antwortete meine Mutter: Carina soll sie heißen. Sie bekam ein Armbändchen mit ihrem Namen drauf. Als Carina 2 Tage alt war, meldete sie mein Vater beim Standesamt an und zwar unter den Namen Elke, weil die Puppe meiner Mutter aus Kindertagen Elke hieß und er scheinbar meinte, sie sähe eher aus wie eine Elke. Da meine Mutter im Krankenhaus war und niemand Zeit hatte sich um uns zu kümmern, wurden mein Bruder und ich in ein Taxi verstaut und der Fahrer bekam die Anweisung uns in Augustfehn bei meinen Großeltern abzuliefern. Der kannte das schon, denn meine Eltern hatten zu diesem Zeitpunkt zwar ein Hotel, in dem sie täglich 14 Stunden arbeiteten, aber kein Auto. So wurden wir, wenn besonders viel zu tun war, halt ins Taxi gesetzt und 12 Km weiter, von Omi in Empfang genommen. Diese wußte meist auch nicht, wie ihr geschah, hatte sie doch kein Telefon und mußte immer von den Nachbarn informiert werden, bei denen meine Eltern anriefen. Gut, dass meine Großeltern so häuslich waren, so standen wir nie vor verschlossener Tür.

Einschlafrituale

Ich hatte allerdings in diesem Alter einen Stoffhund, ohne den gar nichts ging. Ich brauchte ihn zwingend beim Einschlafen und nuckeln. Der Hund, war als solcher nicht mehr wirklich zu erkennen, hatte kein Fell mehr und stank ganz erbärmlich. Darum hieß er auch Stinki. Beim Einschlafen steckte ich meinen Daumen in den Mund und die Schnautze von Stinki darüber. Jedesmal schlief ich sofort ein. Vielleicht war es auch eine Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit, resultierend aus dem Gestank, in die ich jedesmal viel. Fakt war, ohne ihn konnte ich einfach nicht schlafen. Ein paar mal kam es vor, dass Stinki zuhause vergessen wurde, dann war das Theater so groß und meine Oma so verzweifelt, dass der Hund mit dem Taxi nachgefahren wurde. Kurz vor meinen sechsten Geburtstag, hat meine andere Oma ihn verbrannt. Ich glaube, meine Schlafprobleme fanden hier ihren Anfang.

Kennenlernen

Als ich meine Schwester zum ersten Mal sah, war ich maßlos enttäuscht. Kein einziges Haar auf dem Kopf und puterrot im Gesicht. Ich wollte nun doch lieber einen Hund, aber da hatte ich die Rechnung ohne meine Eltern gemacht. Die mußte jetzt bleiben. Da ging kein Weg dran vorbei und ich akzeptierte es. Mein Bruder und ich kümmerten uns häufig um sie. Meine Eltern hatten ja nicht soviel Zeit. Elke hatte sogar ein eigenes Gestell, so eins habe ich später nie wieder gesehen. In dieses wurde ihre Milchflasche geklemmt und Elke konnte dann alleine trinken. Wenn sie den Nuckel verlor, schoben mein Bruder Bernd, der knapp 2 Jahre jünger war als ich, oder ich ihn wieder in ihren Mund. Laufen brachte ich ihr bei. Sie kann es aber heute wesentlich besser als ich. Ansonsten schleppte mein Bruder sie überall mit hin. Meine Schwester wurde schnell groß und bereits mit 3 Jahren zog sie sich morgens selbstständig an und ging allein zum Kindergarten. Ich erinnere mich noch an einen Winter, wo die Kindergärtnerin anrief und meinen Eltern davon in Kenntnis setzte, dass Elke viel zu dünn angezogen war. Meine Eltern nahmen daraufhin meine Schwester ins Gebet und am nächsten Tag ging sie mit sage und schreibe 13 Schlüpfern übereinander angezogen in den Kindergarten. Als sie 4 Jahre alt war, wollte sie mal zuhause abhauen. Hotelgäste informierten meine Eltern, dass sie bekleidet mit einem Regenmantel, Hut und einen Schwimmring um den Bauch schon einen Kilometer weit gekommen war. Mein Vater machte sich sofort auf die Socken und fing sie wieder ein. Als sie 5 war, wollte sie mit dem Bus und ihrer Freundin Hille nochmals abhauen. Diesmal mit dem Bus nach Augustfehn zu Omi. Sie stiegen zwar in den richtigen Bus, aber schon in Apen wieder aus. Das war 5 Km vor Augustfehn. Sie schafften es aber unter Mühen und Anstrengungen den Weg zu finden und meine Oma war recht verwundert, als die beiden unangemeldet und ohne Taxi vor der Tür standen. Sie ging rüber zu ihren Nachbarn um von dort aus mit meinen Eltern zu telefonieren, damit sie sich keine Sorgen machten. Die hatten Elke aber noch gar nicht vermisst, waren aber trotzdem froh, dass unterwegs nichts passiert ist. Wenn mein Vater heute anlässlich irgendwelcher Feierlichkeiten Reden hält, sagt er immer Elke hätten sie gar nicht bemerkt, die ist von allein groß geworden. Und das hat sie prima hinbekommen.Heute führt sie zusammen mit ihrem Mann Rainer das Hotel “ Zum goldenen Adler“ direkt am Delft in Emden. Man kann dort fantastisch essen, denn mein Schwager ist genau so ein begandeter Koch wie mein Vater und mein Bruder. Sie haben 2 entzückende Kinder und 3 Enkel.  Auf meine gestrige Frage, wie ihr jüngster Enkel, sie eigentlich nenne, meinte meine Schwester: Superoma. Das hat sie ihm so beigebracht und wird die andere Oma sicher mächtig ärgern. Früher nannte meine Schwester ihre beiden Töchter gerne Elvira Schneckenschiss und Emelie Erdbeer. Dachdem die beiden aber einmal bei Famila verloren gingen und über den Lautsprecher zu hören war: Elvira Schneckenschiss und Emelie Erdbeer suchen ihre Mutter und können an der Information abgeholt werden, ließ sie es. Über meine Schwester könnte ich mehrere Bücher schreiben, würde hier aber den Rahmen sprengen.