Womo

Silberhochzeit Bernd und Tanja 08.07.2019

Hallo ihr Lieben,

Wir hinken mit dem Blog völlig hinterher und es wird wirklich Zeit dies zu ändern. Ich war Bernd echt dankbar, dass er den letzten Bericht geschrieben hat, denn ich hatte wirklich überhaupt keine Zeit. Den Grund erfahrt ihr aber erst im nächsten Beitrag. Alles schön der Reihe nach….

Am 07.07. kamen wir am Abend in Westerstede an und parkten auf dem kostenlosen Stellplatz hinter der Gemeinde. Dort standen auch schon meine Schwester Elke mit ihrem Mann Rainer, ebenfalls mit dem Womo.  Kurze Zeit später kam dann auch mein Sohn David dazu und wir versammelten uns alle bei uns, denn wir hatten Großes vor. Anlässlich der morgigen Silberhochzeitsparty meines Bruders Bernd und seiner Frau Tanja, wollten wir ein Lied für und über die beiden dichten und es ihnen vortragen. Natürlich mit Bernds Begleitung auf der Gitarre. Viel Zeit hatten wir ja nicht mehr und so mussten wir eigentlich konzentriert arbeiten. Das wiederum gestaltete sich als sehr schwierig, denn ständig kamen whats-up Nachrichten von dem ganzen Rest der Familie, die sich alle bei meinem Bruder zum Essen versammelt hatten und uns unbedingt dabei haben wollten. Mit der Begründung wir wären viel zu kaputt, wimmelten wir einen nach dem anderen ab. Natürlich fanden es alle unisono  blöd von uns, nicht eben rüber zu kommen. Uns brachte es immer wieder total raus aus unserer künstlerischen Dichtungsphase und wir brauchten ewig für lächerliche 3 Strophen. Die allerdings waren echt gut. Jedenfalls unter dem Gesichtspunkt der erschwerten Bedingungen betrachtet.

Nun ging es daran den Gesang zu proben. Bernd schnappte sich die Gitarre und hatte wie immer viel zu tun, mir und meiner unmusikalischen Familie beizubringen, nicht ständig die Tonart zu wechseln und generell den Ton zu halten. Nur Rainer machte seine Sache wirklich gut, aber der ist ja auch nur angeheiratet. Trotz der widrigen Umstände hatten wir eine Menge Spass und trennten uns erst, als das Lied wirklich richtig saß. Das war gegen 24 Uhr.

Am nächsten Tag war dann Bernd und Tanja`s großer Tag und pünktlich um 16 Uhr 45 standen wir alle in unseren allerbesten Klamotten auf dem Marktplatz vor der Kirche, die wir kurz darauf im Klang der Glocken betraten.

Ines mit „Papa“ vor der Kirche (PS: die graue Strickjacke war nur für den Notfall, falls es in der alten Steinkirche eventuell zu kalt gewesen wäre !)

Die beiden hatten nämlich beschlossen vor der Party einen Kirchgang einzulegen, der ihre Dankbarkeit für die 25 gemeinsamen Jahre unterstreichen sollte. Mein Gott, voller hatte ich die evangelische Kirche höchstens zu Weihnachten gesehen. Fast alle 140 Gäste, die später mit uns feiern wollten, waren ebenfalls in der Kirche anwesend. Alle erhoben sich feierlich, als dann das Silberpaar, begleitet von Orgelmusik, durch das Kirchenschiff zum Altar schritt.

Hier werden die beiden Hübschen vom Pastor vor dem Einzug begrüßt.
V.I.P. – Gäste … also in der 1. Reihe !!

Ich hatte natürlich sofort wieder Tränen in den Augen und konnte kaum etwas erkennen. Nur soviel, die beiden sahen toll aus und strahlten nur so um die Wette. Selbst jetzt, wo ich dieses schreibe sind meine Augen schon wieder ganz blank. Die beiden setzten sich auf zwei Stühle, direkt vor dem Altar und der Pfarrer begann mit der Zeremonie. Das hat er echt großartig gemacht. Der ganze Gottesdienst war total auf Bernd und Tanja abgestimmt und teilweise wirklich sehr sehr lustig. Wir schmetterten die Lieder nur so mit und es war wirklich wunderschön. Nach einer guten dreiviertel Stunde war es dann auch schon wieder vorbei und nach dem Brautpaar schritten alle aus der Kirche.

Nach dem Durchgang durch den „Rosenspalier“, der Begrüßung der Reiter und Tanja`s Pferd trug Bernd seine Tanja durch dieses von Bernd ausgeschnittene „Herz“ (Ich freue mich schon heute auf „meine Silberhochzeit!)

Dort hatte mein Bruder einige Pagodenzelte aufgebaut, wo es leckere exquisite Häppchen gab. Unter anderem Jacobsmuscheln und Garnelen mit einem irre leckeren Mangochutney.  Ebenfalls zur Wahl standen 3 verschiedene Aperifs, allesamt hochprozentig, was zur Folge hatte, dass alle Gäste schon 20 Minuten später in allerbester Feierlaune waren.

Hallo!, wer bekommt denn jetzt die Geschenke ?
Glücklich und zufrieden … meine hübsche Ines!

Zwar war das Wetter nicht so, wie wir es den beiden für ihre Sommerparty gewünscht hatten, aber jedenfalls regnete es nicht. Mit 15 Grad, war es zwar nicht gerade heiß, aber dank der ganzen Heizpilze und Wärmelampen musste keiner frieren. Eine mobile 3 Mann Band spielte tolle Songs und wechselte beständig ihren Standort, damit auch wirklich jeder etwas von der tollen Musik mitbekam und sorgte ebenfalls für tolle Stimmung.

Die „Alsterperlen“ aus Hamburg. Ein echt tolles Akkustik-Trio (die hatten auch auf Otto Walkes 70en aufgespielt)

Die Gäste verteilten sich dann im Restaurant Vossini und draußen und amüsierten sich allesammt prächtig. Als ich zufällig irgendwann Bernd traf, stellte ich fest, dass das Mangochutney auf seinem blütenweißen Hemd gelandet war und zwar 3 Mal. Naja, störte eigentlich keinen. Unser Lied wollten wir nach Kathlyns ( meine Nichte und Tochter von Bernd und Tanja)  Rede vortragen und dazu versammelten wir uns im Keller, in der hauseigenen Wäscherei, um es noch einmal zu proben. Obwohl es noch recht früh war, hatten wir schon alle leicht einen sitzen. Das ging ,glaube ich, sämtlichen 140 Gästen ebenso, denn man hatte sein Glas noch nicht ganz ausgetrunken, da stand schon ein neues dort. An dieser Stelle einmal ein außerordentliches Lob an das superaufmerksame Personals des Schokoladenhotels Voss!!!
Unsere Probe gelang ganz anständig und nun gingen wir alle wieder nach oben, um die Rede von Kathlyn nicht zu verpassen. Zuvor hatte ich sie gefragt, wo sie ihre Rede hätte. Daraufhin klopfte sie auf ihre Brust. Verstehend nickte ich und fragte:“ Im Herzen?“ “ Nee“, antwortete sie,“ im BH“. Ich hab mich beinahe totgelacht. Die Rede dann war echt der Hammer und Kathlyn hat es ganz toll vorgetragen. Dank dem Mikrofon war es auch draußen gut zu hören und während Kathlyn über die Besonderheiten und Begebenheiten der letzten 25 Jahre erzählte, standen einem ständig die Tränen in den Augen, entweder vor Lachen und vor Rührung. Kathlyn, dass hast du echt klasse gemacht.
Natürlich waren auch meine Eltern da und meine Mutter sah man ausnahmslos mit dem Handy in der Hand, wo sie alles filmte und zusätzlich noch 800 Fotos schoss. Nun waren wir dran. Bernd stimmte seine Gitarre und wir stellten uns im Kreis auf, um kurz darauf loszuschmettern. Das war zwar nicht schön, aber dafür laut und Bernd und Tanja haben sich auch darüber sehr gefreut.

Nun ging es mit der Tanzerei los. Natürlich gab es zuerst einmal einen Ehrentanz. Der konnte sich sehen lassen, denn die beiden machen seit Jahren alle erdenklichen Tanzkurse.

Der Ehrentanz …
… und als „Profis“ der Tanzschule legten sie im Foyer auch noch ne` flotte Sohle aufs Parkett (äh, ne: Teppich)

Nun stürmten auch wir auf die Tanzfläche und obwohl, wie wir später anhand der Fotos sehen konnten, es draussen noch hell war, war die Stimmung schon auf dem Höhepunkt.

Dort blieb sie auch bis zum Schluss. Essen konnte jeder wann er wollte, denn an jeder Ecke gab es etwas, fast den ganzen Abend lang. Die Küche hatte sich, wenn man den Gästen Glauben schenken durfte, selbst übertroffen, nur ich verpasste es irgendwie, was meiner Figur sicher nicht geschadet hat.

Apropos Figur .Fast alles was ich mir mühsam in Spanien abgeschwommen hatte, habe ich mittlerweile wieder drauf. Ist das nicht echt fies??

Gegen 4 Uhr war diese einmalig tolle Feier dann zuende. Wo waren bloß die Stunden geblieben? Ich räumte noch die Tische mit ab und war selbst am meisten erstaunt, dass nichts zu Bruch ging. Bernd half noch meinem Bruder die Küchenstation vor dem Haus abzubauen und dann schwankten wir todmüde nach Hause zu unserem Saloon. Blöderweise hatte ich meine Tablette bis dato nicht genommen und die Quittung bekam ich dann sofort. Mein Restless Legs liefen zur Höchstform auf und dank des Alkoholgenusses wirkte die nun eingeworfenen Tablette überhaupt nicht. Also spielte ich Doppelkopf im Internet. Dabei musste ich allerdings immer ein Auge zukneifen. Gegen 8 Uhr ging es dann einigermaßen und ich konnte endlich ins Bett gehen. Schlafen konnte ich aber noch immer nicht, denn jetzt war mir schlecht, was eindeutig an den Pernod-Colas lag, die ich den ganzen Abend getrunken hatte. Bernd stand um 10 Uhr auf und ging zum Frühstück ins Hotel. Dort hatten sich etliche Gäste vom Vorabend versammelt und frühstückten jetzt gemeinsam. Ich lag unterdessen noch im Bett und bekam erst einmal nichts mit von dem Drama, welches sich jetzt abspielen sollte.

Dazu demnächst mehr………
Liebe Tanja, lieber Bernd, nocheinmal unseren herzlichsten Dank für diese tolle Feier!!! Es war wirklich einmalig schön!!

09.07.2019

Kurz darauf kam Bernd dann vom Frühstück zurück und da ich nun tatsächlich eingeschlafen war, weckte er mich und zwar mit den Worten, ich solle mich jetzt nicht aufregen. Sofort saß ich senkrecht im Bett und herrschte ihn an. “ Was ist los???“  Bernd sagte nur: „Ganz ruhig ,“ was mich noch nervöser machte. Mein Herz klopfte bis zum Hals. Man ich hasse es, dass man ihm die Worte manchmal so aus der Nase ziehen muss und seine Ruhe machte mich nur nervöser. Endlich rückte er mit der Sprache raus. Meine Mutter war es heute morgen nicht gut gegangen und man hatte sie mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht. Genaueres wusste er aber auch nicht. Mit einem Satz war ich aus dem Bett. Anziehen dauerte keine Minute und schon stürmte ich aus dem Saloon und im Stechschritt eilte ich zum Frühstücksraum zum Hotel. Dort waren exakt noch 8 Leute. Unter ihnen auch mein Bruder.  Ohne  “ Guten Morgen “ zu sagen, fragte ich ihn, was mit Mama los wäre. Ja, was war passiert???

Meine Eltern waren gestern nach der Hochzeit gegen 24 Uhr nach Hause gegangen und sofort ins Bett gefallen. Meine Mutter übrigens stocknüchtern. Mein Vater erwachte morgens gegen halb neun. Meine Mutter schlief noch, was völlig untypisch war. Normalerweise steht sie immer schon gegen 6 Uhr auf, als weit vor meinem Vater. Sie liebt es morgens in Ruhe bei einer guten Tasse Kaffee die Zeitung zu lesen. Mein Vater war zwar auch etwas erstaunt, dass sie noch neben ihm lag, dachte sich aber nichts weiter dabei, ging nach unten und machte sich als erstes einen Kaffee. Gegen 9 Uhr erwachte dann meine Mutter, bemerkte dass es ihr irgendwie gar nicht gut ging und begab sich ebenfalls nach unten. Mein Vater hatte unterdessen seinen Kaffee ausgetrunken und war schon beim morgendlichen großen Geschäft auf der Toilette angelangt. Das dauert immer geraume Zeit, weil er währenddessen mindestens 6 Seiten seiner aktuellen Klolektüre liest. Meine Mutter wollte sich nun ebenfalls einen Kaffee machen und obwohl die beiden eine Hightec Kaffeemaschine haben, bei der man zwischen mehreren Kaffeeversionen wählen kann, indem man nur auf dem entsprechenden Knopf drücken muss, bekam sie es nicht hin. Wahllos drückte sie auf alle Knöpfe und irgendwann kam auch Kaffee heraus, allerdings nur ganz wenig. Wahrscheinlich hatte sie auf den Espressoknopf gedrückt, realisierte dies aber nicht, merkte allerdings schon, dass ihr sehr mulmig zu Mute war. Nun war auch mein Vater endlich fertig und kam ebenfalls in die Küche. Meine Mutter meinte dann zu ihm, dass es ihr gar nicht gut gehen würde und sie vermutlich etwas frische Luft bräuchte. So ging sie dann barfuß durch den Garten, aber auch danach fühlte sie sich keinesfalls besser. Mein Vater fragte, was denn los wäre, aber als Mama es erklären wollte, fehlten ihr plötzlich die Worte. Sie versuchte zwar zu sprechen, doch als mein Vater sagte, sie solle nicht so nuscheln, brach sie hilflos ab. Auf Nachfragen seinerseits sagte sie nur immer wieder: “ Ich weiß nichts mehr.“ Nun wurde es Papa ziemlich mulmig und er rief bei meinem Bruder an. Mein Bruder reagierte blitzschnell und forderte sofort einen Krankenwagen an, bevor er sich auf den Weg zu meinen Eltern machte. Kurz vor dem Krankenwagen war er da und versuchte aus Mama etwas heraus zu bekommen. Das war mehr als schwierig, denn immer wenn sie antworten wollte, hatte sie die Wörter dafür vergessen. Nun kam der Krankenwagen und der Notarzt stellte nun seine Fragen. Was sie gestern gemacht hätte, wollte er wissen. Das wusste meine Mutter erstaunlicherweise genau und konnte auch antworten. Erst als er fragte, wie alt sie denn wäre und wann geboren, wurde ihm der Ernst der Lage bewusst, denn meine Mutter wusste weder das eine noch das andere. Ebenfalls hatte sie vergessen, wo sie wohnte. Nun war Eile angesagt und sie wurde in den Krankenwagen verfrachtet. Währenddessen sollte mein Vater ein paar Klamotten für sie zusammensuchen, wusste aber anscheinend nicht, wo er suchen sollte. Oh oh, Papa, sowas weiss man doch!!  Nun riss mein Bruder alle Schränke und Schubladen auf und packte das Notwendigste ein. Mit Blaulicht und Tatütataaa ging es jetzt in die Ammerlandklinik. Dort ging man zuerst einmal von einem Schlaganfall aus und ein MRT wurde gemacht. Ihr Bludruck war bei über 200 zu 90 und sie kam auf die Überwachungsstation. Fragen über Fragen wurden ihr gestellt, aber sie konnte fast keine beantworten. Sie wusste nicht einmal mehr, wie ihre Eltern gehießen hatten. Nun sollte sie etwas lesen, aber auch das klappte nicht, denn die Buchstaben hatte sie ebenfalls vergessen. Sie wurde dann so richtig auf dem Kopf gestellt und jede Menge Untersuchungen standen an. Mein Bruder fuhr unterdessen nach Hause. Am frühen Nachmittag fuhren dann David ( mein Sohn) und Elke (meine Schwester) zu ihr. Da eigentlich immer nur 2 Leute als Besuch erlaubt waren, mein Vater aber keinen Zentimeter von ihrer Bettkante wich, hatte ich den beiden den Vortritt gelassen, denn David wollte danach eigentlich zurück nach Hamburg und meine Schwester, die gerade ein paar Tage wohlverdienten Urlaub hatte, mit ihrem Mann mit dem Wohnmobil nach Holland. Sie waren kaum eine dreiviertel Stunde dort dort, wurde ihnen anscheinend Angst und bange, denn unabhängig voneinander bekam ich erst eine Whats up Nachricht von meiner Schwester und nur eine Minute später einen Anruf von David. Beide sagten dasselbe aus. Ich sollte unbedingt herkommen. Ich schwang mich aufs Rad und mit einer Geschwindigkeit, die keiner mir zugetraut hätte, war ich 4 Minuten später dort. Ich fragte mich bis zu ihrem Zimmer durch und stürmte hinein. Meine Mutter saß angelehnt in ihrem Bett und sah rasend gut aus. Mit den Worten: “ Na, du machst ja Sachen,“ begrüsste ich sie. Sie sah mich nur mit großen Augen an. Nun kam auch mein Bruder wieder und fragte sie, ob sie denn wüsste wie sein Name wäre. Wusste sie nicht und das war schon wirklich erschreckend. Ein ums andere Mal sagte sie voller Panik in der Stimme: “ Alles weg!“ und “ Ich bin soooo doof, ich weiß nichts mehr!“ Ich sprach beruhigend auf sie ein und meinte, dass kommt alles wieder. Aus irgend einem Grund, beruhigte sie das etwas, denn der Blick wurde etwas entspannter. “ Wirklich „, fragte sie und ich bejahte.  Komisch, dachte ich, sie hört doch sonst nicht besonders auf mich. Für mich war klar, dass es sich um einen Schlaganfall gehandelt hatte. Auch die Ärzte waren vorerst noch dieser Meinung und sagten zu uns, dass meine Mutter nach dem Krankenhausaufenthalt in die Reha müsste. Egal, dachten wir, Hauptsache sie wird wieder. Nun kam das Ergebnis vom MRT und merkwürdigerweise war das unauffällig. Nun gingen die Ärzte von einer Gehirnhautentzündung aus und wollten Gehirnwasser aus dem Rückenmark punktieren. Dieses wurde meiner Mutter dann auch erklärt. Die hatte danach scheinbar nur einen Gedanken und ein ums andere Mal fragte sie nun ängstlich: “ Was machen die denn jetzt mit mir?“ und  “ Tut das weh?“ Ich erklärte es ihr wohl an die 20 Mal, aber sie fragte trotzdem alle 2 Minuten erneut. Was man dazu wissen muss, meine Mutter hat unglaubliche Schiss vor Spritzen allgemein und vor Krankenhäusern, Operationen usw. im Besonderen. Darum vermeidet sie, so gut es geht auch jeden Arztbesuch und geht wirklich erst zum Arzt, wenn sie es vor Schmerzen gar nicht mehr aushält. Und Leute, ich sag euch, sie ist wirklich hart im nehmen. So wurde ihr quasi vor etlichen Jahren in einer Notoperation die Gallenblase entfernt und vor nicht allzu langer Zeit der Blindarm. der kurz vorm Durchbruch stand. Als ich 16 Jahre alt war, ging es ihr auch mal sehr schlecht, trotzdem arbeitete sie weiter, bis sie vor dem Tisch eines Gastes ( meine Eltern hatten ja, das Hotel Voss, welches jetzt mein Bruder führt) zusammenbrach. Mein Onkel, der ebenfalls manchmal dort mithielf, sah das Elend scheinbar kommen, und konnte sie damals gerade noch auffangen. Sofort verfrachtete er sie in sein Auto und brachte sie ins Krankenhaus. Die Ärzte stellten eine Lungenembolie fest und sie war dem Tod mal gerade so von der Schippe gesprungen. Das hielt sie allerdings nicht davon ab, sich selbstständig zu entlassen, um bei meinem Abschlussball von der Realschule, teilzunehmen.  So ist meine Mutter. Frei nach dem Motto, nur die harten kommen in den Garten. Aber zurück zum 09.07. Als meine Mutter zum 21 zigsten Mal fragte : “ Was machen die denn jetzt“?, sagte mein Bruder kurz und bündig: “ Blut abnehmen!“  Wir versuchten mit Fragen, irgendwie das Gedächnis von Mama wieder in Schwung zu bringen, aber es gelang uns überhaupt nicht, was meinen Vater zu der hoffnungsvollen Frage verleitete, ob sie denn auch seine Macken vergessen hätte?. “ Nee, die weiß ich noch!“ antwortete meine Mutter. Da mussten wir innerlich dann doch grinsen. Nun kam eine Schwester rein und gab meiner Mutter eine “ Scheißegal Tablette“ und kurze Zeit später wurde sie aus dem Zimmer zur Punktion des Gehirnwassers gerollt. Wir gingen dann nach Hause, denn die Schwestern waren eh sauer, dass wir so viele waren und ließen schon vermerken, dass wir hier nicht auf dem Busbahnhof wären.

10.07.2019

Eigentlich wollten mein Bruder und Tanja ( seine Frau) schon gestern auf einen 4 tägigen Urlaubstrip gehen. Quasi zweite Flitterwochen, aber dadurch, dass es Mama ja so schlecht ging, waren sie hier geblieben. Nun war mein Bruder Bernd, gleich morgens als erstes bei meiner Mutter und schrieb in die Gruppe, dass es Mama wieder besser gehen würde. Auch wenn sie noch ein paar Wortfindungsschwierigkeiten hätte, wusste sie doch wieder alles und wir waren mehr als erleichtert. Nun machte auch ich mich wieder auf dem Weg zum Krankenhaus, aber meine Mutter war nicht auf ihrem Zimmer, sondern bei irgendwelchen Untersuchungen. Ihre Schwester und Schwager waren ebenfalls gekommen und gemeinsam warteteten wir dann fast eine Stunde. Mir wurde es nun zu blöd und ich beschloss erst einmal wieder nach Hause zu fahren und später wieder zu kommen, zumal eh immer nur 2 Leute zu ihr rein durften. Beim Rausgehen traf ich dann auf David, Elke (meine Schwester) und Rainer( ihrem Mann). Ich berichtete, dass Mama gerade nict da war und Elke gab einen Kaffee aus. Danach versuchten Elke und David dann ihr Glück und Rainer und ich warteten draußen. Nach einer dreiviertel Stunde kamen die beiden wieder und waren sehr vergnügt.“ Wie geht es Mama“?, fragte ich. “ Super,!“ antworteten die beiden. Allerdings kämen doch noch nicht alle Wörter so raus, wie sie gehörten. Als nämlich meine Mutter sagen wollte, dass die Ärzte echt nett wären, sagte sie versehentlich, sie wären echt lecker. Das war so lustig, dass wir alle lauthals lachen mussten. Nun ging ich zu meiner Mutter. David im Schlepptau. Der hatte seinen Aufenthalt wegen seiner heißgeliebten Oma hier in Westerstede verlängert und wich nun nicht mehr von ihrer Seite. Meiner Mutter ging es tatsächlich viel besser, wenngleich sie, wie sie mir berichtete wohl doch einen kleinen Schlaganfall gehabt hätte. Vom gestrigen Tag wusste sie noch alles, hatte aber  gestern, nicht nur unsere Namen nicht gewusst, sondern uns nicht einmal erkannt, als wir alle um ihr Bett standen. Auf meine Frage, was sie denn gedacht hätte, wer wir alle seien, antwortetet sie: “ Ärzte.“ Kein Wunder, dass meine gestrige Aussage hinsichtlich zum Zurückkommen ihres Gedächnis sie beruhigt hatte. Für eine Ärztin hat mich bis dato tatsächlich noch niemand gehalten.

Eigentlich wollten meine Eltern 10 Tage später für 4 Wochen mit dem Schiff nach Grönland fahren. Um genau zu sein, wollte es eigentlich nur meine Mutter und die Reise war gebucht. Natürlich hätte Papa mit gemusst.  Jetzt hatte sie aber Angst, dass dem ersten Schlaganfall, ein zweiter folgen würde und sie wollte nun auch nicht mehr reisen. Wie gut, dass mein Vater mit meines Bruders Hilfe gestern schon alles storniert hatte, denn die Reise war wirklich teuer gewesen. Meine Mutter sagte zu mir: “ Wahrscheinlich hat dein Vater im Universum bestellt, dass wir nicht nach Grönland müssen und deswegen hatte ich den Schlaganfall.“ Da muss ich wirklich heute mal meinen Vater fragen. Ich blieb noch ca. 4 Stunden bei ihr und fuhr dann nach Hause. 2 Stunden später kam auch David und Papa zu uns und ich kochte eine Kanne Tee. Danach verabschiedeten sich beide. Papa fuhr nach Hause und David, lief zu Fuß zum Hotel, Sein Auto ließ er auf bei uns stehen, denn er wollte etwas frische Luft schnappen, nach dem ganzen Tag im Krankenhaus.

Mittlerweile war es 21 Uhr und ich machte michbereit für Fernsehen im Bett. Plötzlich klingelte Bernds Handy. Er redete nur kurz und übergab dann mir den Hörer. Dran war meine Mutter. Völlig aufgelöst, sagte sie mir, dass es ihr sehr schlecht gehen würde. Auf meine Frage hin, ob sie nach der Schwester geklingelt hatte, bekam ich nur die Antwort, dass das Portemonai unter der Fernsehzeitung liegen würde. OH, weia, dachte ich, versuchte kurz sie zu beruhigen, merkte aber schnell, dass dieses Unterfangen hoffnungslos war, legte auf und rief bei David an. Er solle sofort kommen und uns zum Krankenhaus fahren. Sein Auto stand ja noch immer bei uns, war aber ein Firmenwagen, mit dem wir nicht fahren durften. Mit dem Wohnmobil zum Krankenhaus würde zu lange dauern. Dann rief ich bei meinem Vater an, sagte, dass es Mama sehr schlecht gehen würde und wir ihn abholen kämen. Dann sprangen wir ins Auto und fuhren zum Anfang des Parkplatzes. Da kam auch schon David angerannt und Bernd wchselte auf den Beifahrersitz. Mit quietschenden Reifen fuhr David nun zu meinem Vater, der schon an der Hauptstrasse auf uns wartete. Unterwegs rief ich im Krankenhaus an, um mich zu vergewissern, ob meine Mutter es geschafft hatte eine Schwester zu benachrichtigen. Gestern hatten wir ein Kärtchen mit der Telefonnummer vom Arzt bekommen und mein Bernd, hatte diese abfotografiert und nun im Handy gespeichert. Leider war es aber nur die Nummer von der gestrigen Intensivstation und nicht von der Station in die sie heute morgen verlegt worden war. Die Schwester dort, wusste auch nicht wohin meine Mutter verlegt worden war und so sollten wir bei der Zentrale anrufen. Das erübrigte sich dann aber, denn wir waren bereits am Krankenhaus angekommen. Keine 6 Minuten waren seit dem Anruf meiner Mutter vergangen. Wir rannten zum Fahrstuhl, der ausnahmsweise schon auf uns wartete. Oben angekommen rannten Bernd, David und Papa zu Mama und ich zur Schwester.

Wie es weiterging erfahrt ihr morgen. Versprochen!!

Die Schwester saß in ihrem Stationszimmer und war so richtig blöd. Als ich ihr aufgeregt schilderte, wie schlecht es Mama ging, winkte sie nur ab und meinte, alles wäre in Ordnung. Ich war keinesfalls beruhigt und da ich Angst vor einem zweiten Schlaganfall hatte, wollte ich, dass sie einen Arzt rief. Das tat sie zwar auch, setzte mich aber davon in Kenntnis, dass ein Schlaganfall ausgeschlossen wurde. Auch regte sie sich darüber auf, dass wir mit 4 Leuten hier angetanzt waren. Dumme Kuh!! Ich eilte zu Mama. Diese lag im Bett und zitterte am ganzen Körper. Es ging ihr wirklich rasend schlecht und auf meine Frage, ob sie denn heute wüsste, wer ich war, sagte sie: “ Ja, Bernd!“ Ohje, mein Bruder und ich haben zwar eine gewisse Ähnlichkeit, aber trotzdem kann man uns gut unterscheiden. Mama war total verzweifelt und die Tränen liefen ihr nur so runter. Vorsichtig setzten wir ihr die Brille ab. Auch klagte sie darüber, dass es entsetztlich laut im Zimmer wäre und sie diesen Krach nicht aushalten könne, weil sie unglaubliche Kopfschmerzen hätte. Laut war es zwar nicht, aber die Lampe, die in der Wand hinter ihrem Bett eingebaut war, knackte immer mal wieder leise vor sich hin. Also sorgte ich dafür, dass sie ausgeschaltet wurde. Mama war kaum ansprechbar und wenn sie etwas sagte, hatte es weder Hand noch Fuß. Als sie dann auch noch fragte, ob die Leute noch da wären, reichte es mir. Papa fragte, welche Leute sie meinte und sie antwortete darauf, die,die gerade gegessen haben. Die sind schon weg, sagte ich und Papa klingelte nach der Schwester, um ihr noch einmal eindringlich zu verstehen zu geben, dass der Arzt endlich kommen sollte. Die war natürlich wieder genervt, aber tatsächlich kam der Arzt dann endlich 3 Minuten später. Er begrüßte meine Mutter mit den Worten, dass sie kerngesund sei und ich hätte ihn dafür beinahe getreten.
Nun mussten wir erst einmal alle das Zimmer verlassen. Auf dem Flur hörten wir aber durch die geschlossene Tür, dass er ihr wahrscheinlich in den Mund gesehen hatte, denn es kamen laute Würgegeräusche. Das allerdings ist bei ihr normal. Deshalb kann sie auch immer nur unter Vollnarkose beim Zahnarzt behandelt werden. Kurze Zeit später kam dann der Arzt zu uns und meinte, er würde noch einmal den Kopf röntgen und ihr ein Beruhigungsmittel geben, ebenso etwas für den Blutdruck, denn der war schon wieder über 200. Er versprach uns, auf sie aufzupassen und schickte uns, während meine Mutter aus dem Zimmer gerollt wurde, nach Hause. Papa rief dann noch zwei Mal während der Nacht im KK an. Wir alle dachten irgendwie, ihr letztes Stündlein hätte geschlagen. Sie übrigens auch.
Am nächsten Morgen waren wir schon vor 9 Uhr wieder bei ihr. Zwar ging es ihr wieder besser, aber diesmal trauten wir dem Frieden nicht. Gegen 10 Uhr fuhr mein Vater mal kurz los. Ich glaube zum Zahnarzt. Gerade da kam der Chefarzt. Endlich einmal eine kompetente Person. Er hatte schon von dem Vorfall in der Nacht gehört und gab ehrlich zu, dass er ziemlich ratlos wäre. Einen Schlaganfall hatte meine Mutter nämlich wirklich nicht gehabt und auch das punktierte Nervenwasser war unauffällig, wenn es auch zur weiteren Untersuchungen noch in ein Speziallabor geschickt worden war. David, der auch da war, und ich hatten uns aber Nachts schlau gemacht und außerdem gab ich dem Arzt die Gesundheitsakte meiner Mutter in die Hand. Die hatte mein Vater von Beginn an mit ins KK gegeben, aber hineingesehen hatte bis dato noch niemand. Auch mein Bruder hatte schon angerufen und gesagt, ich solle den Arzt auf die schlechten Nierenwerte von Mama hinweisen. Das konnte er nun selber lesen. David, der selbst nur eine Niere hat und weiß, dass der Blutdruck dann ansteigen kann, fragte, ob es sein kann, wenn man so einen hohen Blutdruck hätte, es zu solchen Ausfallerscheinungen kommen könnte. Ich meinerseits hatte längst meine eigene Diagnose mittels Google erstellt und fragte ob es nicht Notfall-Blutdruck sein könnte. Natürlich gab es dafür auch einen lateinischen Begriff, den hatte ich allerdings vergessen. Der Arzt aber wusste ihn und sagte, dass er nun diese Vermutung auch hätte. Bis dahin war ich davon ausgegangen, dass mein Vater oder meine Mutter ihm schon längst mitgeteilt hatten, dass meine Mutter selbstständig ihre Blutdrucktabletten abgesetzt hatte. Hatten sie nicht, wie ich feststellte, als ich es ihm sagte. Mein Vater war nämlich seit Monaten in Behandlung bei einer Heilpraktikerin und verzichtete nun fast vollständig auf herrkömmliche Medizin. Das bekam ihm ausnehmend gut und so dachte sich anscheinend meine Mutter, dass es bei ihr genau so wäre. Blöd nur, dass sie die homöopathischen Mittel, die mein Vater nahm, nicht oder kaum nahm, weil sie auch beim Tablettenschlucken immer mit Würgereiz zu kämpfen hatte und deshalb anstatt 6 Tabletten, wie mein Vater, nur eine nahm. Der Arzt war jetzt im Bilde, ordnete an, dass Mamas Nephrologin auch einen Blick auf Mama warf und stellte einen neuen Medikamentenplan für sie zusammen.

Morgen geht es weiter!!!

Womo

03.07. – 07.07. und Sommer-(Regen)-Fest in Schacht-Audorf

03.07.2019  Besuch von der netten Polizei

(Ach ja, hier eine kleine Vorinformation!  Diesen Beitrag hat jetzt nicht Eure liebe Ines geschrieben, sondern ich – ihr Wohnmobilfahrer, Navigator, etc.  – Bernd !  🙂
Wir haben hier in Deutschland viel zu tun, so dass wir nicht so oft zum Schreiben kommen oder uns auch einfach die Inspiration, gepaart mit fehlender Sonne, fehlt.
Aber den nächsten Beitrag gibt es wieder wie gewohnt von Ines!!  Versprochen !)

Eigentlich wollten wir ja nach der Kieler Woche und dem Besuch von Claudia & Nico den schönen Platz am Nord-Ostseekanal verlassen und noch an die Ostsee fahren. Vor allem deswegen, weil ich dort noch auf einem Campingplatz einen Musiktermin vereinbart hatte. Diesen musste ich dann leider absagen, da ich für 2 Tage zu meiner Tochter gefahren bin, um bei Ihr zu sein wenn ihr 15-jähriger Hund eingeschläfert werden musste. Als ich dann wieder zurück war, waren es auch nur noch 5 Tage bis zum „Sommerfest in Schacht-Audorf“, wo ich ebenfalls als Musiker gebucht war. Deswegen entschlossen Ines und ich uns, doch noch solange auf dem wunderschönen Plätzchen am Nord-Ostseekanal zu verbleiben.
Ja, und dann kam der Mittwoch. Ich war gerade dabei mein (Ines isst ja gewöhnlich nichts … wie Ihr wisst) Mittagessen zu kochen, als Ines sagte: “ Oh, da kommt ein Polizeiwagen!“ Na klasse!  Ich drehte also erst einmal die Gasflammen vom Herd ab und ging hinaus, wo ich freundlich die beiden uniformierten „Gesetzeshüter“ begrüsste.  „Sie stehen hier schon mehrere Tage, oder?“, begrüßte mich einer der Beiden. Ich antwortete freundlich: „Ja, es ist ja auch ein wunderschönes Plätzchen“.  … was dieser mit einem Blick auf die schöne Aussicht auf den Kanal und die angrenzenden Maisfelder auch lächelnd bestätigte.  Dann sagte er uns, dass „jemand“ bei der Polizei angerufen hat und angeblich behauptete wir hätten hier Ärger;  bzw. würden Abwässer hier auf dem Platz entsorgen. Das konnten wir nicht nachvollziehen, denn erstens hatten wir ausnahmslos sehr nette Begegnungen mit den Menschen, die hier kurzzeitig parkten, um mit ihren Hunden am Kanal spazieren zu gehen und zweitens haben wir nichts „entsorgt“.
Da es sich bei dem Plätzchen hier um keinen offiziellen Stellplatz, etc. handelt, habe ich natürlich gesagt, dass wir dann den Platz verlassen werden (nachdem wir gekocht und gegessen haben). Einer der beiden Beamten inspizierte dann noch den Platz um unseren Saloon herum und sagte dann so etwa:  „Das sieht ja alles gut aus, sie machen ja auch einen ganz vernünftigen Eindruck“ !?  Nach einem weiteren kurzen Smal-talk verabschiedeten sich dann die Beiden freundlich und fuhren über den Feldweg wieder in die Zivilisation.
Ines & ich schauten uns an und waren im Grunde froh und dankbar, dass wir hier nun schon mehrere schöne Tage verbracht hatten und waren eigentlich verwundert, dass sich nicht schon vorher ein „korrekter, pflichtbewusster, einsamer, deutscher Erdenbürger“ über uns bei der Polizei beschwert hat 🙂  !!!
Was ich nicht ahnte? :  Ich sollte die Polizisten schon in kurzer Zeit wiedersehen!!

03.07. – 04.-07.  Stellplatz in Schacht-Audorf

Also verliessen wir nun am Mittwoch nachmittag den Platz und fuhren zum nahegelegen offiziellen Stellplatz am NO-Kanal, wo es nun auch noch freie Plätze gab. Das Wetter war mittlerweile nicht mehr gut und die Wetter-apps prophezeiten auch für die nächsten Tage und Wochen nichts Gutes. Da ich am Samstag in Schacht-Audorf meinen Auftritt hatte, lohnte es sich bei dem Wetter auch nicht noch weiter Richtung Ostsee zu fahren.

Auf dem Stellplatz angekommen war der Kampf um die Plätze in der 1. Reihe (am Kanal) bereits beendet, also alle belegt und so stellten wir uns brav in die 2. Reihe. Dort bemerkte dann auch Ines schnell, dass es aufgrund der Bäume hier keinen Fernsehempfang geben wird. Also:  scheiß Wetter und kein Fernsehen …  dass konnte ja heiter werden mit Ines dachte ich mir 🙁  .  Aber meine Ines war ganz enstpannt und legte sich die meiste Zeit hinten ins Bett und las ein „gutes Buch“ oder surfte im Internet.

2 „alte“ Musiker und Emsländer unter sich

Wir standen gerade 5 Minuten, da sah ich einen älteren Mann, der vor seinem Wohnmobil stand und interessiert zu uns rüber sah. Dann sah ich, dass sein Mobil ebenfalls das Kennzeichen EL (also Emsland) aufwies und er mir durch meine Frontscheibe zuwinkte. Also was macht ein gut erzogener emsländischer Junge?  Klar, er geht raus und begrüßt seines gleichen. Das das dann in ein Gespräch von ca. 2 Stunden ausartet ist nicht normal, hatte aber folgende Gründe:
1. Der Mann namens Hans-Theo (ca. 76 Jahre) aus Börger war echt nett.
2. wie sich sehr schnell herausstellte war auch er zeitlebens nebenbei musikalisch als Schlagzeuger unterwegs und hat in verschiedenen Tanzbands im Emsland gespielt. So gab es kaum einen Saal oder Gasthaus, in dem er nicht gespielt hatte. Sogar im Hotel Voss von Ines Eltern war er früher als Musiker eingekehrt. Seine Frau, die ebenfalls sehr nett ist, berichtete daher auch, dass sie die meisten Silvesterabende, etc. meist alleine mit den Kinder und „Schwiegereltern“ verbracht hatte. Dafür sind sie als Ausgleich aber auch damals schon viel gereist und hatten schon viel von der Welt gesehen  (im Gegensatz zu meiner Wenigkeit).
3. Da Hans-Theo in seinem Leben aber auch in der emsländischen Politik sehr engagiert war (er war z.B. auch Bürgermeiter), stellte sich schnell heraus, dass wir auch hier viele gemeinsame Bekannte aus der Vergangenheit hatten.

So verging die Zeit also schnell und wir hätten bestimmt noch viele Stunden zusammen quatschen können;  aber aufgrund des bescheidenen Wetters sind die Beiden am nächsten Tag weiter gefahren (in das nächste norddeutsche Regengebiet?!). Wir verabschiedeten uns herzlich uns sehen uns vielleicht ja nochmal irgendwo wieder.

Der Stellplatz hier war nicht schlecht, kostete aber auch 12,50 € pro Tag ohne irgendwelche Extras. Also rief ich noch am gleichen Tag „Rainer“ an, bei dem das Sommerfest in Schacht-Audorf standfindet. Er hatte uns sowieso angeboten wir könnten jederzeit kommen und bei ihm stehen. Und so wurde vereinbart, dass wir nun am Donnerstag Abend zu ihm fahren.
Plötzlich, es regnete mal wieder, fuhr ein Polizeiwagen an unserem Mobil vorbei und als ich wenig später unseren Abfalleimer entleeren ging, stand der Polizeiwagen immer noch auf dem Platz und ein Polizist diskutierte mit 2 Männern und machte Fotos von einem großen Wohnmobil, welches wohl irgendwie Schaden genommen hatte. Beim Näherkommen erkannte ich den Polizisten wieder und er mich auch und wir grüssten uns freundlich. Auf dem Rückweg vom Müllcontainer sprach ich ihn noch einmal an und sagte: “ Schön ist es hier ja auch, aber vieeeel teurer!“  Mit einem Grinsen gingen wir auseinander  🙂

05.07.-07.07.  Bei Jenny, Rainer, Jacqueline und Kevin …  „Sommer-Regen-Fest“

Rainer hatte für uns bei seinen netten Nachbarn einen tollen, befestigten Stellplatz besorgt wo wir bei dem schlechten Wetter nun gut stehen konnten.
Am nächsten Morgen (Freitag) schauten wir uns dann das „Festgelände“ für die Party am Samstag an, welches sich in Rainers Garten befand.

Kevin, wie immer gut gelaunt. Es hat aufgehört zu regnen und sogar der „Eiswagen“ ist angekommen.

Mann, wow, was Jenny und Ihr Team hier alles in den letzten Tagen, Wochen auf die Beine gestellt hatten war wahnssinnig. Die aufgebauten Zelte boten bestimmt Platz für mehr als 200 Personen. Dazu waren schon zusätzlich aufgebaut:  eine Cocktailbar, ein Spielewagen für Kinder, eine Tanzfläche, etc.

Jenny steht auf dem Shirt … und sie ist es; hier in der Cocktail-Bar mit dem Barkeeper ! Übrigens: es gab abends auch noch eine Pommes-Bude, einen Crap-Stand und einen großen Toilettenwagen.
Der fertige Spielewagen (für Kinder) mit: Dosenweren, Glücksrad, Pfeilewerfen, Popcorn-Maschine und tollen Gewinnen!

Nur das Wetter wollte einfach nicht mitspielen und es regnete den ganzen Tag immer weiter. Die Wetter-app zeigte erst für Samstag-Nachmittag leichte Besserung (also keinen Regen mehr) an. Der Festplatz war vom vielen Regen mittlerweile schon aufgeweicht und alles sehr naß und klamm. Ich half am Freitag so gut ich konnte noch mit und habe am Vormittag (wo die anderen ja noch ihrem Beruf nachgeghen mussten) „Regenrinnen“ zwischen die einzelnen Zelte gebastelt, damit das Regenwasser nach Außen und nicht auf die Sitzbänke abläuft. Am Nachmittag war dann die gesamte Mannschaft vor Ort und es gab noch viel zu tun, bevor die Party am nächsten Tag steigen sollte.
Ines „Fachwissen“ wurde hervorragend in der Cocktail-Bar gebraucht. Dort wurden jetzt versuchsweise verschiedene Cocktails gemischt und ausprobiert (Pinacolada, Sex on the beach, etc.) Nachdem ich ca. 3 -5 mal verschiedene Mischungen testen durfte (musste) ging es mir sehr gut und mir war „eigentlich schon wieder alles egal“ (Spruch meines Schwiegervaters).
Abends fielen wir dann totmüde ins Bett und bestellten im Universum noch einmal gutes Wetter für morgen.
PS: Fotos vom Fest schieben wir später mal nach, da wir selber (aus arbeitstechnischen Gründen ) ja keine machen konnten. Aber Jaqcueline sendet mir in den nächsten Tagen bestimmt wieder tolle Fotos.

Samstag   –  ein tolles Fest,  aber von Sommer und 200 Leuten nichts zu sehen

Als wir morgens aufwachten, wie sollte es anders sein, regnete es weiterhin Bindfäden. Um 11:00 Uhr rief dann mein Sohn Bennet an, der heute ca. 400 km aus NRW anreist um mich als Schlagzeuger zu unterstützen. Ines hatte schon beim ADAC-Fest so von Bennet und mir als B&B-Country-Duo geschwärmt, dass Jenny als Veranstalterin unbedingt Bennet dabei haben wollte. Bennet hatte dann auch zugesagt „ohne Gage“ zu spielen, wenn die PKW-Kosten übernommen werden. Problem ist und war, dass Bennets Auto momentan defekt ist und er somit einen Leihwagen brauchte. Zuerst war Jennys Plan Bennet samt Schlagzeug aus NRW abzuholen und dann auch wieder nach Hause zu fahren;  das wären in der Summe ca. 1600 km gewesen !!!  Ja, was tut man nicht alles um Bon Jovi einfliegen zu lassen 🙂  Letztendlich hat Bennet sich aber um einen preiswerten (nagelneuen) Leihwagen bemüht und dem Veranstalter hat es so incl. Spritkosten nur 160€ gekostet.

Gegen 17:00 Uhr begann dann der offizielle Teil des Sommerfestes, welcher den Kindern gewidmet war. Dazu wurde extra ein Kinderliedermacher engagiert. Dieses Duo verstand es hervorragend die Kinder, aber auch die anwesenden Eltern lustig zu unterhalten! (das tolle bei Kindern ist ja, die brauchen nicht erst 1 – 2 Promille im Blut, um aus sich herauszukommen und mitzumachen 🙂  …  oder haben die auch Cocktails bekommen??  Leider waren aber am Nachmittag nur wenige Kinder und wenig Publikum gekommen.

Ich glaube, er hieß: Lieder-Lucas ! Echt toll gemacht.
Leider vieeeeeeeeeeeel zu wenig Gäste  am Nachmittag.  🙁

Das sollte sich dann am Abend leider auch nicht großartig ändern. Dafür gab es leider mehrere Gründe. 1. gab es noch zwei Gegenveranstaltungen ganz in der Nähe (eine davon war ein Konzert der Gruppe Torf-Rock), 2. war die vorherige Werbung wohl nicht ausreichend, trotz Flyer etc. und 3. na klar, war ein Grund: das besch……  Sommerwetter!  Jenny und ihr Team taten uns echt mega leid!

Doch das spornte Bennet & mich nur noch mehr an, heute Abend für das anwesende Publikum alles zu geben, damit alle bei dem Fest eine gute Laune haben. Ab 18:00 Uhr bauten wir dann unser Musik-Equipment auf und schlossen alle Instrumente und Mikros an die professionelle Sound-Anlage (PA) von Rainer an, die in seinem Zelt installiert war  (Dafür noch einmal herzlichen Dank mein Freund!!)

Bennet gut gelaunt wie immer , beim Aufbau seiner Schießbude.
… that`s true !!
… fast fertig mit dem Aufbau

Kurz vor 21:00 Uhr starteten wird dann unsere Show und die anwesenden Gäste machten von Anfang an super mit. So gab es von uns natürlich Country-music,  Oldies, Rock`n-Roll und einige Evergreens. Wie immer gab es bei uns (mir) kein festgelegtes Programm – das kann auch nicht funktionieren. Ich finde es einfach bemerkenswert, wie toll es mit Bennet am Schlagzeug als Duo immer wieder  klappt, obwohl wir das letzte Mal im August 2018 (vor unserer letzten Überwinterung) zusammen aufgetreten sind — wir sind halt Vater & Sohn !

15 Minuten zusammen üben, dann müssen die 2 neuen „Spass-songs“ sitzen 🙂

Jenny, Jaqcueline & Co. staunten nicht schlecht, als wir dann zu fortgeschrittener Stunde (nach einigen alkoholischen) Getränken dann besonders für die „Thekenmannschaft“ die beiden aktuellen Party-Kracher-songs:
Thekenmädchen (von Versengold) und Cordula Grün spielten. Eigentlich so gar nicht meine Musik;  aber für unsere Freunde hat es doch einfach Spass gemacht und das ganze Zelt hat mitgesungen (mitgegröhlt)  🙂
Natürlich konnte ich mir es nicht nehmen lassen, am Vorabend beim Proben des songs „Thekenmädchen“ noch einmal den Refrain zu ändern und vorher anzukündigen, dass das Lied eigentlich „Bühnen-Cowboy“ heißt und aus „meiner“ Feder stammt:
Verliebt Dich nie, nie, nie, niemals nie in den Cowboy auf der Bühne,
verlieb Dich nie, nie, nie, niemals nie in den Cowboy mit der Gitarr(e),
egal wie schöne er auch ist, egal wie durstig Du bist, es ist sein Job, dass er Dich mag,
Gibt er Dir auch mal ein aus,  er geht zu Ines nach Haus,
Mädel eins sei Dir gesagt:
Verlieb Dich nie, nie, nie in den Cowboy mit der Gitarr !!!

Anstatt bis 24:00 Uhr haben wir dann mit Zugaben gerne noch bis 01:00 Uhr gespielt, bevor es mit DJ-Musik auf der Tanzfläche noch wild weiterging.
Liebe Freunde von Schacht-Audorf !!!  Es war eine ganz tolle Fete und Veranstaltung  und wir wünschen Euch für das nächste Sommerfest mindestens 200 – 300 Gäste … Ihr habt es unbedingt verdient.

Sonntag

Den Sonntag können wir kurz stichwortmässig abhandeln:
Aufgewacht; totmüde; Kater; kurzes Frühstück mit Bennet, der bei uns im WoMo geschlafen hat; Ines kauft vom Sohn x vom Vater Y noch schnell eine „Angel“ ab, was sie gestern mit dunem Kopp wohl abgemacht hat (na Ines, dann Petri Heil) :-);  gesamtes Musik-Equipment wieder verstaut, Bennet macht sich auf die 400 km Rückreise; wir wollen uns verabschieden, doch alle Schacht-Audorfer sind schon wieder auf irgend einem Frühschoppen.
Am Mittag machen wir uns dann auch auf den 290 km langen Heimweg nach „Westerstede“, da wir dort morgen die Silberhochzeit von Ines Bruder Bernd & Tanja feiern.
Nach 5-stündiger Fahrt mit natürlich mehreren langen Staus um Hamburg herum (ich hasse es) kommen wir dann totmüde in Westerstede an.

Und wie es dort dann weiter geht???  Na, das schreibt Euch dann hoffentlich wieder meine liebe Ines !!!

Macht es gut und haltet die Ohren steiff …  wir freuen uns auf jeden Fall schon auf Ende August, bzw. den 1. September, wo es für uns wieder Richtung Süden und Sonne gehen kann.

 

 

 

 

 

 

Womo

Kiel 20.06.2019- 22.06.2019 – ADAC-Treffen bein Kieler Woche

19.06.2019

Gegen 18 Uhr kamen wir endlich in Kiel an und wurden schon sehnsüchtig von Rainer und Kevin erwartet.

Ines total „happy“ mit Kevin.

Die beiden organisieren seit Jahren das ADAC- Treffen in Kiel und wir hatten sie hier im letzten Jahr kennengelernt und viel Spass miteinander gehabt. Endlich hörte es auf zu regnen und wir setzten uns zu Rainer unter die Markise seines Wohnwagens. Die beiden waren noch genauso nett, wie wir sie vom letzten Jahr in Erinnerung hatten und über Rainers lustige Sprüche ,schütteten wir uns immer wieder aus vor Lachen.

Jeder Gast bekam ein Willkommensgeschenk vom ADAC … toll!!  Den Picollo mit den 2 Sektgläsern hat Jaqueline für jeden Gast einzelnd als Geschenk verpackt 🙂 

Bernd freute sich schon auf den morgigen Auftritt und wir gingen recht früh zu Bett.

20.06.2019

Am nächsten Morgen wollten wir eigentlich beim Aufbau des Zeltes und der Getränkebude helfen, aber als wir gegen 8 Uhr 30 erwachten, war alles schon fertig. Selbst die professionelle Musikanlage von Rainer stand schon und so brauchte Bernd am Abend nur seine Gitarre einstöpseln. Um 19 Uhr ging es dann los.

Ich hatte mir vorgenommen für Stimmung zu sorgen und trank mir dafür erst mal Mut mit zahllosen Lakritzschnäpsen an. Oh man, waren die lecker. Hinter der Theke standen, genau wie letztes Jahr Jenny ( Rainers Tochter) und Jaqueline  (Kevins Freundin). Die beiden strahlten um die Wette und auch hier gab es viel zu erzählen.

Päuschen an der Theke mit Ines & Jenny

Da ich Rainers Freundin am Abend zuvor kennen gelernt hatte, setzte ich mich zu ihr an den Tisch. Wir verstanden uns auf Anhieb und nach jedem weiteren Lakritzschnaps besser.

Bernd fing pünktlich an zu spielen und nach jedem Lied gab es Begeisterungspfiffe und Beifall. Jaqueline machte unzählige Videos mit ihrem Handy, die sie uns später schickte. Das war toll, denn sonst ist es immer mein Job. Ich konnte mich also in aller Ruhe aufs Trinken konzentrieren. Die Stimmung war gewaltig und Bernd spielte echt super alles von Country, Oldies, Rock`n-Roll bis Stimmungslieder für das gemischte Publikum.

 

Bei „Griechischer Wein“ hakte ich Rainers Freundin ein und fing an zu schunkeln. Es dauerte nicht lange und das komplette Festzelt machte ebenfalls mit. Bernd gefiel dies anscheinend ganz gut, denn gleich im Anschluss gab es “ Die kleine Kneipe“.  Kevin stand hinter dem Grill und machte für alle leckere Bratwürste. Zwischendurch sorgte auch er immer für gewaltig Stimmung, indem er lautstark mitsang und die Leute animierte im Takt mitzuklatschen. Damit waren wir ja schon zwei und auch Jenny und Jaqueline machten ordentlich mit. Das riss natürlich auch all die anderen mit und es wurde ein rundherum gelungener Abend. Bernd gab sogar noch Zugaben und erst gegen 1 Uhr fielen wir ins Bett.

21.06.2019

Der nächste Tag war (für Ines) fürchterlich. Ich hatte einen wirklich ausgewachsenen Kater. So schlimm, wie seit meiner Jugend nicht mehr und blieb den ganzen Tag im Bett. Bernd aber war fit wie ein Turnschuh und als Rainer und Kevin fragten, ob er am Abend noch einmal bereit wäre ein Stündchen zu spielen, sagte er mit Freuden zu. Auch an diesem Abend hatten alle viel Spass und Bernd kam erst gegen Mitternacht zurück zum Saloon, wo ich schon längst schlief. Am nächsten Morgen erzählte er mir, dass beim letzten Lied (My way  von Frank Sinatra) gestern alle an die Bühne gekommen wären, wo sie einen Halbreis um ihn gebildet hatten und ihm „standing ovations“ gaben. Bernd war richtig gerührt.

Danke an das tolle und liebe Publikum  …  und natürlich an die tollen Gastgeber!!

Wir frühstückten gemütlich zusammen und genossen die leckeren Brötchen, die der ADAC gesponsert hatte. Danach machten wir uns langsam startklar. Wasser wurde noch aufgefüllt und hier gab es sogar eine Entsorgungsmöglichkeit, die wir natürlich ebenfalls in Anspruch nahmen. Danach ging es ans Verabschieden, denn wir waren heute mit Nico und Claudia verabredet. Mit den beiden hatten wir vorletzten Winter eine tolle Zeit in Frankreich, Portugal und Spanien gehabt und da sie ganz in der Nähe wohnten, wollten wir uns unbedingt wiedersehen. Der Abschied von Kevin, Rainer und Co fiel uns nicht so besonders schwer, werden wir uns ja schon am 06.07. in Schacht- Audorf wiedersehen, wo Bernd für das Sommerfest, welches Rainer organisiert hatte, spielen wird.

Gegen 13 Uhr rollte unser Wohnmobil vom Platz. Erstes Ziel: Lidl. Hier wurden unsere Vorräte aufgefüllt und dann ging es weiter zu den Stellplätzen am Nord- Ostseekanal, deren Adressen uns Claudia geschickt hatte. Das Wetter hätte nicht besser sein können und es war Samstag. So war es nicht weiter verwunderlich, dass sämtliche Stellplätze rappelvoll waren. Bernd bekam richtig schlechte Laune und irrte mit unserem Saloon ziellos umher. Endlich fanden wir dann doch noch eine Parkpmöglichkeit an einem Sportplatz. Dieses war zwar nur ein Parkplatz, aber mitten im Grünen und an sich nicht schlecht, wenn nicht der Verkehrslärm der Autobahn, die direkt daneben verlief  gewesen wäre. Bernd weigerte sich aber weiter zu suchen und so warteten wir dort auf Nico und Claudia. Lange mussten wir dies nicht, denn rund 20 Minuten später bogen sie mit ihrem Dickschiff um die Ecke. Die Freude meinerseits war riesig. Bernd hatte noch etwas den Kaffee auf, weil die richtigen Stellplätze besetzt gewesen waren. Zum Glück fand dann aber Claudia mittels google einen anderen Platz. Wir schickten die beiden vor, um zu sehen, ob man da wirklich stehen konnte und bingo!!
Keine 10 Minuten später erreichten uns die ersten Fotos. Wir fuhren also auch dorthin und waren total begeistert. Direkt am Nord- Ostsee- Kanal gelegen, mit einem Superblick auf alle vorbeifahrenden Schiffe und zudem absolut ruhig.

„Ein Bett im Maisfeld, das ist immer frei …“
Hier über den Nord-Ost-Seekanal schippern unter anderem unzählige Frachtschiffe mit den Seecontainern. Diese bringen uns Deutschen all die Sachen, die wir zB. bei AMAZON , ebay und Zalando und Co. bestellt haben. ?!

Da hatte Claudia wirklich einen Geheimplatz entdeckt und Bernd hatte schlagartig wieder gute Laune. Hier war Platz genug für unsere Mobile und die 3 Hunde von den beiden, konnten ungehindert und ohne Leine umherlaufen, da sich der Platz in einer Sackgasse befand, wo so gut wie kein Verkehr herrschte.

Da stehen die beiden nun wieder eng beieinander: der Deeeeeethleffs und der Concorde !  Nico hat sein fahrendes Zuhause aufgebockt, damit es ja größer aussieht als der „weisse Riese“ 🙂

Lediglich ein paar andere Hundebesitzen kamen hierher, um mit ihren Tieren Gassi zu gehen. Einfach herrlich!!! Sofort wurden Tisch und Stühle herausgestellt und bis tief in die Nacht geklönt.

Wie immer gute Laune der Nico … denn er „hat die Haare schön!“ 🙂  (wie er alle 5 Minuten behauptete!?)
PEACE!! Claudia liebt den Schatten
Baily und Filou (2 der 3 Hunde) warten an der Tür zu unserem Saloon … ob es nicht wieder Leberwurstbrot gibt.

Zwischendurch wurde gegrillt und wir hatten einen wirkich tollen Tag. Nach Alkohol war mir aber noch längst nicht wieder. Die beiden blieben bis Dienstag, dann rief die Arbeit und sie mussten nach Hause. Bernd und mir gefiel es aber so gut, dass wir hier noch weitere Tage verbringen wollten.

Guten Morgen!!! … und unser Blick aus dem Schlafzimmer (nach Sonnenaufgang „um 9:00“ 🙂

Wir entdeckten sogar eine Badestelle, wo man ungehindert ins Wasser kam und schwimmen konnte.

Das war eine klasse Abkühlung, war es doch mit 33 Grad sehr heiß.

 

Womo

Westerstede und Grabstede 16.06- 18.06.2019

Netterweise durften wir in Westerstede wieder beim Schokoladenhotel Voss meines Bruder und meiner Schwägerin stehen und dort mal wieder unsere Wäsche waschen. Bernd und Tanja, ihr seid die Besten!!!

Da Bernd in Bad Zwischenahn im Seehotel Fährhaus Musik machen musste, verbrachte ich mit den beiden und Kathlyn, meiner Nichte, einen schönen Abend in deren Wohnzimmer. Bernd kam erst gegen 24 Uhr wieder, war aber ganz begeistert von seinem Auftritt. Die Gäste dort wohl ebenfalls, denn er wird dort noch einmal spielen (am 27.07. gibt es dort noch einen öffentlichen Auftritt … also kommt alle vorbei!!) 
Am nächsten Tag ging es dann nach Grabstede, zum Ferienhaus meiner Eltern.

Toll. dass uns der Grundstücksbesitzer anbot und erlaubte, mit unserem Saloon direkt auf das Grundstück bis an den See zu fahren

Wir wollten dort noch einmal den Garten in Schwung bringen. Daraus wurde erstmal aber nichts, denn der Schlüssel lag nicht, wie üblich am geheimen Ort und so konnten wir nicht den Schuppen aufschließen und demzufolge nicht an die Gartengeräte und auch nicht an den Rasenmäher gelangen. Wie sich beim nachfolgenden Telefonat mit meiner Mutter rausstellte, hatte sie ihn versehentlich mit nach Hause genommen. Da meine Eltern wegen verschiedenster Termine erst 3 Stunden später kommen konnten, ging ich zum Ferienhäuschen meines Bruders, welches nur ein paar Schritte entfernt ist und zupfte dort Unkraut, begoss die Blumen und entfernte das Moos zwischen den Steinen.

Das Ferienhaus von Ines Bruder … hier nach getaner Arbeit und mit Bruder

Dann machte ich mich an den Kunstrasen und sammelte alles auf, was dort nicht hingehörte. Ich war noch nicht ganz fertig, da kamen endlich meine Eltern mit dem heißbegehrten Schlüssel. Ich fing an den Rasen zu mähen, wurde aber „Gott sei Dank“ von Bernd abgelöst. Dieser hatte sich in den letzten 3 Stunden mit der Säuberung des Daches unseres Wohnmobils und der Abdichtung eines Dachfensters beschäftigt und war nun endlich fertig.
Das Wetter war irgendwie viel zu herrlich, um sich den Tag weiter mit Arbeit zu versauen und so setzten wir uns mit meinen Eltern ins Rondell auf den Steg und erzählten uns etwas. Natürlich wurde es schnell wieder politsch und wir philosophierten darüber, wie man die Überbevölkerung mit nun mehr als 8 Milliarden Menschen in den Griff bekommen könnte. Das Für und Wider von Elektroautos wurde ebenfalls diskutiert und auch die Frage, ob der Ausstieg aus der Atomenergie nun richtig oder falsch ist, wurde erörtert. Mit anderen Worten es ging heiß her, da wir uns nicht immer einig waren. Einig waren wir uns dann aber wieder, dass der Birnen, Bohnen, Speckeintopf, den mein Vater zauberte fantastisch war. Gegen 20 Uhr fuhren meine Eltern dann nach Hause und Bernd und ich machten uns dann endlich an die Arbeit. Gegen 22 Uhr machten wir Feierabend und ich sprang noch einmal in den See, um zu schwimmen. Das Wasser war herrlich warm. Danach wurde geduscht und dann ging es ins Bett.

Am nächsten Morgen war ich schon um 4 Uhr wach und fegte als erstes die von neuem runtergerieselten Blätter weg. Danach saugte und wischte ich alle Zimmer der Finca und reinigte das Bad. Nun begoss ich noch alle Blumen. Da Bernd danach noch immer schlief, ging ich zum Haus meines Bruders und machte dort ebenfalls alles sauber. Danach sprang ich wieder in den See.

Ines mit Bruder Bernd am Steg (vor oder nach dem Schwimmen)

Ach war das herrlich und endlich war auch Bernd wach. Wir frühstückten gemeinsam und Bernd schnitt noch einige Zweige zurück, bevor er sich dranmachte, über die Hühnerleiter nach oben auf den Boden zu kommen, um dort ebenfalls zu saugen und die 2 Gästebetten frisch zu beziehen. Ich wäre dort nie hochgekommen und meine Eltern erst recht nicht. In dieser Zeit schrubbte ich die Plastikzäune ab. Endlich waren wir fertig und nun war faulenzen angesagt. Das Wetter war mit 30 Grad mehr als warm und wir dösten auf den Liegen vor uns hin. Nun kamen auch meine Eltern wieder. Mein Vater hatte Schollenfilets mitgebracht, aber da wir heute abend schon bei meinen Bruder grillen wollten, konnten wir ihn überreden, diese nicht zu machen. Trotzdem machte er einen extrem leckeren Salat, den wir natürlich restlos vertilgten. Hier in Deutschland abnehmen???? Unmöglich!!!! Gewicht halten??? Ebenfalls unmöglich!!! Wir waren gerade fertig mit dem Essen, da kamen mein Bruder und meine Schwägerin mit Kuchen um die Ecke. Oh man !! Noch Fragen?

Am späten Nachmittag fuhren meine Eltern dann wieder los, da mein Vater heute Skatspielen mit seinen Kumpels hatte. Mein Bruder schmiss kurze Zeit später den Grill an und schwupps waren wir wieder bei unserer Lieblingsbeschäftigung “ Essen “ angelangt. Jorick, mein Neffe und Kathlyn, meine Nichte waren ebenfalls da und später kam noch Joricks Freundin Jennifer dazu. Bernd holte sogar seine Gitarre raus und gemeinsam sangen wir etliche Lieder. Es war ein wirklich toller Tag.
Am nächsten Tag frühstückten wir alle gemeinsam. Tanja hatte einen tollen Frühstückstisch gedeckt und das Essen ging weiter.

Dann kamen meine Eltern wieder dazu und wir tranken im Rondell bei Gewitter Tee.

Danach machten wir uns auf den Weg nach Kiel. Der Verkehr war bombastisch und wir brauchten für 300 Kilometer fast 5,5 Stunden. Bernd war mehr als genervt, zumal es unterwegs immer wieder schüttete und wir von einem Gewitter ins nächste kamen.

Womo

In Lingen bei IVECO 12.06- 14.06.2019

Von Gronau ging es wieder zurück nach Lingen, weil wir dort einen Termin in der Iveco- Werkstatt hatten. Unser Saloon musste zum TÜV. Zwingend brauchten wir zudem zwei neue Vorderreifen, Ölwechsel stand an, neue Bremsklötze wurden benötigt, ein Rohr für die Motorbremse musste ausgetauscht werden und die Handbremse funktionierte auch nicht mehr richtig.


Schon am Abend zuvor waren wir in Lingen angekommen und stellten uns natürlich wieder an den Dieksee, um dort zu übernachten. Am nächsten Morgen klingelte schon um 7 Uhr der Wecker, da unser Termin in der Werkstatt schon um 8 Uhr war. Bernd fuhr alleine hin, da ich unbedingt mit dem Fahrrad zum Arzt musste, um meinen Tablettenvorat gegen meine Restlesslegs aufzustocken. Immer abwechselnd hole ich sie mir in Westerstede und Lingen, denn ich muss sie ja für die 9 Monate Auslandsaufenthalt horten, da ohne diese Tabletten kein Schlaf möglich ist. Mit Bernd hatte ich abgemacht, dass ich auf einer Bank, direkt am See auf ihn warten würde. Bernd meinte, dass er wohl kaum vor 16 oder 17 Uhr wieder da wäre, aber das war mir egal. Gutgelaunt strampelte ich zum 6 Kilometer entfernten Arzt. Natürlich funktionierte die Elektrik von meinem E- Bike mal wieder überhaupt nicht und ich mühte mich so richtig ab.
(Übrigens hatte ich noch in Spanien extra einen Termin in einer Service-Partner-Fahrradwerkstatt in Emsdetten abgemacht, damit die sich als Experten für Elektrofahrräder der Marke MC Ines Rad genauer anschauen und möglichst rasch den Fehler beheben. Diesen Termin hatten wir nun am Vortag. Und was soll ich sagen?!  Ich bin stinksauer, da wir auch hier einen halben Tag verbracht haben, mit dem Ergebnis, dass uns gesagt wurde, der Fehler wäre wohl nicht mehr zu beheben und das E-Rad nun praktisch kein E-Rad mehr ?! Die Diagnose wurde eigentlich nur anhand eines Telefonates mit dem Hersteller gemacht. Und selber haben die Fahrradhändler keinen Elektro-Mechaniker in ihren Läden, obwohl heutzutage schätzungsweise 80% E-Fahrrader in den Läden zum Kauf angeboten werden.
Also, so`n E-Rad kostet meistens zwischen 3.000 – 4.500 € !!!  und es wird uns dann gesagt, dass , wenn das Rad ca. 7 Jahre alt ist, es keinerlei Ersatzteile (z.B. ne popelige Platine, etc.) mehr dafür gibt!!  Also Wertverlust des Rades „pro Jahr“:  ca. 450 – 650 € ???.
Nachdem ich dem netten Geschäftsführer eindeutig meine Meinung dazu gesagt hatte, sagte dieser, das ich (als Kunde ?) am besten selber zum Stammsitz der Firma MC nach Bochholt fahren sollte ?! – Deutschland ich liebe Dich 🙁  – Das werde ich dann auch wohl machen und mit dem Rad direkt in das Büro des dortigen CEO oder GF radeln.  Mal sehen.

Beim Arzt bekam ich die Tabletten anstandslos und für die nächsten 3 Monate war der Schlaf schon mal gewährleistet. Anschließend fuhr ich zum 1- Euroladen. Dort hielt ich mich mehr als eine Stunde auf, denn irgendwie musste ich den Tag ja rumbekommen. Ich kaufte dort einige Kleinigkeiten. Unter anderem so ein Ding, mit dem man Müll vom Boden aufsammeln konnte. Das würde uns unsere Arbeit in Spanien erheblich erleichtern. Außerdem eine tolle Blumenvase mit 2 künstlichen Rosen, die extrem echt aussahen. Dieses würde sehr gut in unseren Saloon passen. Durch die Lingener Innenstadt fuhr ich dann auch noch. Dort war gerade Wochenmarkt und ich schlenderte ohne Eile darüber. Danach machte ich mich auf den Rückweg zum Dieksee. Wie abgesprochen setzte ich mich auf die Bank und fing an in meinem Buch zu lesen, dass ich extra eingepackt hatte, um die Wartezeit abzukürzen. Leider war es erst 11 Uhr und bis Bernd wiederkommen würde, würden noch etliche Stunden vergehen. Erstmal saß ich dort aber gut. Das änderte sich allerdings eine Stunde später, denn es fing an, wie aus Kübeln zu gießen. Na fabelhaft, wohin jetzt??? Unschlüssig stellte ich mich zuerst einmal unter dichten Bäumen. Trotzdem wurde ich ziemlich nass. Nach einem Blick in den Himmel, der besagte, dass es wohl noch länger weiter regnen würde, schwang ich mich wieder aufs Rad und fuhr ca. 200 Meter zur Hauptstrasse, wo eine überdachte Bushaltestelle war. Dort verbrachte ich dann etliche Stunden. Leider hatte ich keine Uhr dabei und ein Handy beitze ich ja auch nicht. So konnte ich nur schätzen, wie spät es wohl sein könnte und fuhr nach meiner Schätzung ab 15 Uhr alle 10 Minuten zum Dieksee, um zu sehen, ob Bernd schon eingetroffen war. Jedes Mal wurde ich wieder klitschenass. Ich hatte nur eine kurze Hose an. Zwar hatte ich über meinem T-Shirt auch eine Regenjacke übergezogen, diese war aber nicht wasserfest, wie ich ziemlich schnell feststellte. Von Bernd weit und breit keine Spur. Jedes Mal ging es dann zurück zur Bushaltestelle, wo ich zähneklappernd und total durchgefroren weiter las. Dieses Schauspiel wiederholte sich noch etliche Male. Zwischendurch überlegte ich, ob es nicht besser wäre zur 6 Kilometer entfernten Werkstatt zu fahren, aber ehrlich gesagt, hätte ich die wohl nie gefunden. Außerdem lief mein Fahrrad ja auch so schwer und drittens hatte ich Angst Bernd zu verpassen, denn der müsste ja nun endlich jeden Augenblick hier sein. Dachte ich….. Er kam und kam aber nicht und ich verzweifelte langsam immer mehr. irgendwann, kurz vorm Erfrierungstod, fasste ich mir ein Herz und klingelte (es war schon nach 21 Uhr) bei dem Haus, welches dem Dieksee am nächsten stand. Mir wurde aufgemacht und ich fragte, ob ich mal telefonieren dürfte. Zuvor schilderte ich mein Dilemma. Netterweise durfte ich und wählte Bernds Nummer. Der nahm bereits nach dem ersten Klingeln ab und war mehr als genervt. Ich allerdings auch und wir schnautzen uns gegenseitig an. Wie ich erfuhr, war das Auto nicht fertig geworden und musste noch einen weiteren Tag in der werkstatt bleiben. Bernd, der mich ja nicht erreichen konnte, um mir dieses mitzuteilen, war schon 2 mal beim Dieksee gewesen. Einmal mit dem Fahrrad und einmal mit einem (freundlicherweise geliehenen) Auto aus der Werkstatt. Von mir aber keine Spur. Er hatte einen anderen Weg gewählt und hatte mich an der Haltestelle nicht gesehen. Zwar war er zur verabredeten Bank gefahren, aber wegen des strömenden Regens war ich da ja nicht mehr. Mittlerweile war es tatsächlich 21 Uhr und wütend sagte ich ihm, dass ich jetzt auch noch bis zum nächsten Tag an der Haltestelle ausharren würde. Bernd schnautzte seinerseits zurück, dass ich nun endlich ein Handy bekäme, ob es mir nun passte oder auch nicht. Dies alles bekam die Hausherrin mit und als ich mich nach dem Telefonat artig bedankte, ging sie zum Schrank und überreichte mir ein nagelneues Handy, welches sie mir nun schenkte. Natürlich wollte ich es nicht annehmen, aber sie bestand darauf. Echt nett, oder??? Bernd holte mich dann 10 Minuten später ab und der Streit ging in die nächste Runde. Diese Nacht verbrachten wir dann erstmals in getrennten Betten im Wohnmobil.

Den Folgetag verbrachten wir dann wieder bis zum Abend (gemeinsam) in der Werkstatt.

Natürlich hatte ich mit Schutzfolien unseren Saloon ausgelegt… denn ansonsten wäre der gesamte Fussboden total verölt worden … so wie unsere Schuhe.
Diesen LKW hatte man rückwärts so dicht an unseren Saloon geparkt, das der TÜV-Sachverständige auch nur mit sportlicher Einlage die neue Plakette kleben konnte. 🙂

Dann endlich war unser Wohnmobil fertig. Als erstes ging es wieder zum Dieksee. Dort holten wir mein Fahhrad ab, welches ich bei der netten Frau stehen gelassen hatte. Natürlich hatten wir ein Präsent, welches aus einer Flasche guten Weines und einem Buch bestand besorgt. Dann stellten wir uns wieder auf unseren alten Platz. Der Haussegen war längst wieder in Ordnung und wir scrabbleten. Heute war Nachtangeln mit Kindern am See angesagt. Dies teilte uns der Leiter dieser Aktion mit. Er meinte, es könne gegen 24 Uhr laut werden, da dann die Kinder abgeholt werden würden. Das würde uns überhaupt nicht stören, meinten wir, sind wir doch froh, hier stehen zu dürfen. Nach und nach füllte sich der Parkplatz und immer mehr Kinder wurden gebracht.

Wieder kam ein neues Auto und sehr zu meiner Freude entstieg diesem Werner mit seinen 2 Söhnen Henry und Ben. Die drei kenne ich schon ewig, war ich doch seinerzeit die Tagesmutter von Ben und hatte oft an die Familie gedacht. Werner gab schnell die Kinder ab und setzte sich kurz zu uns. Leider hatte er nur wenig Zeit, da er noch einen wichtigen Termin hatte, berichtete aber, dass Doris, seine Frau regelmäßig unseren Blog verfolgte. An dieser Stelle, liebe Doris, ganz herzlichste Grüße von uns!!!! Ich hoffe auch dir geht es gut!!! Schnell war mit Werner abgemacht, dass wir uns, sobald wir wieder in Lingen sind, noch einmal in Ruhe treffen. Darauf freuen wir uns schon heute ganz doll!!! Wir melden uns rechtzeitig und müssen unbedingt euer neuestes Familienmitglied kennenlernen. Die 4 haben jetzt nämlich zum ersten Mal einen Hund und wenn man Werner Glauben schenken darf, den besten der ganzen Welt. Wir sind gespannt.

Am nächsten Tag schwamm ich in aller Herrgottsfrühe eine Stunde durch den Dieksee. Das war herrlich und als Bernd dann endlich aufstand, ging es weiter wieder nach Westerstede.

Leider hatten wir in letzter Zeit so viel zu tun, dass das Blogschreiben hinten an stehen musste. Auch waren wir 3 Tage in Grabstede am See, wo wir kein Internet hatten. Ich verspreche hoch und heilig, dass ich mich bemühe alles nachzuschreiben!! Euch allen einen tollen Tag!!

 

Womo

Pfingsten 2019 in Gronau – am Dreiländersee

Freitag vor Pfingsten

Ich hinke mal wieder total hinterher. Pfingsten ist lange vorbei, aber es war mal wieder supertoll.
Schon morgens (nach Bernds Auftritt vom Vorabend auf dem Lingener Marktplatz) hatten wir unseren schönen Platz in Lingen verlassen und da es bis Gronau nur 60 Kilometer waren, waren wir reativ flott da. Meine Güte, so voll hatten wir es hier noch nie gesehen.

Sogar die Nachbarwiese war ordentlich besetzt.

Wir hatten aber Glück und unser Lieblingsplatz, nahe der Säule NR. 4 war wie durch ein Wunder frei. Die „Stromflatstromsäule“ aber leider nicht. Machte aber nichts. Vor uns stand nun ein etwas größeres Mobil, deren Fahrer uns davon in Kenntnis setzte, dass sie gegen Mittag fahren wollten. Das passte ja prima, denn wir hatten Veronika und Hannes versprochen, ihnen einen Platz zu reservieren. Das war dann ja überhaupt kein Problem mehr und ich machte mich ans Kochen.

Heute sollte es Nasi Goreng geben. Eines unserer Lieblingsgerichte, welches mein Vater noch letzte Woche für uns gekocht hatte. Er hatte mir auch das genaue Rezept gegeben, an das ich mich nun strikt hielt. In der Vergangenheit, hatte ich mich nämlich oft daran versucht, war aber immer wieder gescheitert. So auch diesmal. Irgendwie schmeckte es überhaupt nicht so wie bei Papa. Dabei hatte ich mir sooo viel Mühe gegeben. Ich lud Bernd eine Portion auf einen Teller und servierte es ihm draußen, denn das Wetter war recht gut. Bernd fing kommentarlos an zu essen. Nach 2 Minuten hielt ich es nicht mehr aus und fragte, wie es schmecken würde. Gut, aber etwas trocken, meinte Bernd, was mir sofort Tränen in die Augen trieb. Mein Nervenkostüm war anscheinend nicht das Beste. Kein Wunder, hatte ich doch eben gekocht und wer mich kennt, weiß ja, dass das Schwerstarbeit für mich ist. Weinerlich, bemerkte ich, dass es leider so gar nicht nach Papas Essen schmecken würde, worauf Bernd sagte, dass es ja auch ein ganz anderes Gericht wäre. Nun war ich erst recht bedient und heulte erstmal ausgiebig. Bernd fand das anscheinend superlustig und ich verzog mich schmollend ins Wohnmobil. (Ja, ich bin ein widerlicherer Fiesling !?)

2 x pro Tag marschierte ich um den 3-Ländersee… man(n) kann ja nicht nur rumsitzen, quatschen und essen!!
Echt wunderschöne Natur hier, wären da in diesem Jahr nicht ….
… an fast jedem Eichelbaum die „Eichenprozessionsspinner“ … und das in Form von großen Nestern …
… in denen es nur so wimmelte!! Und jede Raupe hat angeblich ca. 100.000 Häarchen, die gefährlich für die menschliche Haut sind. Echt gruselig, so unter den ganzen Eichenbäumen zu marschieren.

Kurze Zeit später kamen dann auch Veronika und Hannes. War das eine Wiedersehensfreude!!!! Schnell wurde ihr Otji ( Name von deren Wohnmobil) eingeparkt und Stühle rausgestellt. Natürlich mussten sie auch von meinem Essen essen. Da ich mir aber nicht nocheinmal nachsagen wollte, es wäre trocken, haute ich 6 Eier dadurch und dann wurde serviert. Jetzt war es mehr als matschig, aber Veronika, versicherte glaubhaft, es wäre gut. Das meinte sie auch so, denn sie lügt nie!! Der Tag war gerettet, zumal es auch Hannes schmeckte.

Später schwenkten wir auf Alkohol um, und das trug auch zur Entspannung bei. Es gab ja so viel zu erzählen. Schließlich hatten wir uns 9 lange Monate nicht gesehen und in der Zwischenzeit war viel passiert. Schade, dass meine andere Schulfreundin Claudia nicht auch dabei war, dachte ich. Zwar hatte ich versucht, sie und Uwe, ihren Mann, telefonisch zu erreichen. aber das war mir nicht gelungen. Schade, denn das wäre eine tolle Überraschung für Veronika gewesen. Bei diesem Gedanken war ich gerade hängengeblieben, da sagt Veronika plötzlich, dass sie für mich eine Überraschung hätte. Kommt Claudia, fragte ich, worauf Veronika erstarrte und ungläubig fragte, woher zum Henker ich das wüsste. Lachenderweise gluckste ich, dass ich dasselbe vorgehabt hätte, aber niemand ans Telefon gegangen war. Da musste auch Veronika lachen.
Um 19:30 Uhr versammelten wir 4 uns dann im Otji um auf NDR “ Hallo Niedersachsen“ zu sehen, denn heute sollte der Beitrag über uns erscheinen. Unsere Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt, denn wir waren mit unserer Geschichte erst kurz vor Schluss dran. Wir die anderen Beiträge zuvor, war auch unser nur ca. 4 Minuten lang. An sich, war er sehr gut, aber wir waren doch sehr überrascht, was das Team vom ganzen 6 stündigen Gefilme dann ausgewählt hatte. (einen Link zu dem Fernsehbeitrag habe ich schon auf der facebook-Seite der womo-cowboys geteilt;  ansonsten auch in der NDR-Mediathek von Hallo-Niedersachsen zu finden). Erschreckend für Bernd und mich war aber, dass wir schon soooo alt aussahen. Irgendwie sehen wir uns selber anscheinend im Spiegel immer jünger. Andere bestätigten uns später, dass wir immer so aussehen, die Kamara nicht lüge und wir uns trotzdem gut gehalten hatten. Na ja, ist echt was dran an dem Spruch, wir werden nicht jünger. Unter den zahlreichen Anrufern, die sich nach dem Beitrag bei uns meldeten, war auch mein Sohn David. Lachend meinte er, dass Bernds rosanes T-shirt im Fernsehen jedenfalls zu meinen Lippenstift gepasst hätte. Blödmann!! Wir alberten noch ein bißchen hin und her und plötzlich meinte er, dass er uns am Folgetag besuchen wollte. Na, da freute ich mich aber mächtig.

Am nächsten Tag regnete es fast den ganzen Tag. Gegen Abend kam dann mein David aus Hamburg und brachte die Sonne mit, wofür wir ihm sehr dankbar waren. Endlich konnten wir nach draußen.

Nein, David hat nicht „seinen“ Vogel mitgebracht, sondern dieser kleine frischgeschlüpfte Knirps ist wohl aus dem Baum gefallen und krabbelte bei uns herum.
Bitte aufsteigen !! Ich habe unseren kleinen Freund dann mit Hilfe meiner Lesebrille zurück zu dem Baum seiner Eltern gebracht und dort auf einen Ast abgesetzt. Niedlich!!!!!!!!!

Veronika kochte leckeren Spargel für uns alle und dieser wurde dann an einer großen Tafel abends und draußen mit Schinken, Kartoffeln und Buttersoße serviert. Allles wurde verputzt und dann wurde das Wetter aber auch schon wieder schlechter und wir verzogen uns in den Saloon, wo wir mit David noch bis tief in die Nacht Skat spielten Skat. So etwas nennt man dann wohl Kinderanimation.

Pfingstsonntag

Heute war das Wetter super und laut Wetterbericht sollte es auch so bleiben. Prima, denn wir wollten heute grillen. Erst aber freuten wir uns auf Claudia und Uwe. Die beiden kamen gegen Mittag mit ihrem selbst ausgebauten Bulli angerauscht.

So, da haben wir uns mit unseren 3 Mobilen ein schönes Plätzchen mit Innenhof geschaffen.

Wir hatten sie fast 2 Jahre nicht gesehen, erkannten sie aber auf Anhieb wieder. Jetzt ging das Geschnatter los. Natürlich waren wir 3 „Weiber“ am Schlimmsten und ließen die Männer kaum zu Wort kommen.

Die „Drei“ … ein Herz & eine Seele seit ihrer Schulzeit.

Es war wirklich toll und die Stimmung erreichte am Abend nach dem ausgiebigen Grillen ihren Höhepunkt. Bernd holte nämlich seine Gitarre raus. Netterweise spielte er ausnahmslos Lieder bei denen wir lauthals mitgröhlen konnten.

Claudia konnte es am Besten, wie wir neidlos festellten. Unser Gesang und unsere ausgesprochen gute Laune riefen dann noch zahlreiche andere Camper auf den Plan. Alle setzten sich zu uns und es wurde ein echt wunderschönen Abend.

Pfingstmontag

Claudia und Uwe und Veronika und Hannes mussten heute leider schon wieder nach Hause. Schnell war aber abgemacht, dass wir uns unbedingt noch einmal sehen mussten, bevor es für uns wieder Richtung Süden ging. Das machte den Abschiedsschmerz aushaltbar. Bevor es gegen Mittag endgültig los ging drückte noch einmal jeder jeden und dann blieben Bernd und mir nichts anderes mehr übrig als den fahrenden Wagen hinterher zu winken. Alleine waren wir aber nicht, denn David war noch da. Dieser wollte erst gegen 19 Uhr 30 fahren.
Für den Nachmittag hatten sich noch Natalie und Mario mit veganen Kuchen angemeldet. Leute, ich sag euch, der Kuchen war echt lecker. Endlich hatten wir mal Zeit, mit den beiden in Ruhe zu reden, denn meist wenn wir uns sehen, spielt Bernd irgendwo Gitarre. Natürlich redeten Bernd und ich wieder am meisten und das, obwohl wir uns doch so vorgenommen hatten, die anderen auch mal zu Wort kommen zu lassen. Irgendwie kriegen wir das scheinbar aber nicht hin. Am Abend hatte Mario dann noch Boxtraining mit seinen Schülern, weshalb das Treffen ohne Alkohol verlief. Kaum waren sie weg, musste auch David los und einsam und verlassen blieben Bernd und ich zurück.

Womo

Lingen 07.06.2019 und B-Country auf dem Feierabendmarkt

Seit nunmehr 3 Tagen stehen wir am Dieksee in Lingen, unsere alte Heimat. Wir stellen mal wieder fest, dass es wunderschön hier ist. Nicht desto trotz werden heute weiter nach Gronau fahren, denn dort sind wir mit Veronika und Hannes verabredet. Die beiden haben wir nun seit 10 Monaten nicht gesehen und es wird nötig Zeit, dies zu ändern. Bernd schläft noch.

Gestern hat er auf dem Marktplatz in Lingen gespielt und es war echt toll.

Liane war so nett und hat ihn mit seinem Musikequipment (schreibt man das so?) abgeholt. Mit dem Wohnmobil findet man in der Innenstadt nämlich nie und nimmer einen Parkplatz und Bernd war echt dankbar für den Hol- und Bringdienst. Ich fuhr dann 1,5 Stunden später, ebenfalls in die Innenstadt, allerdings mit meinen mal wieder nicht funktionierenden e-bike. Als ich auf dem Marktplatz ankam, war Bernd schon am Spielen.

Kein Wunder, denn ich war 15 Minuten zu spät. Liane hatte die ganze Zeit, während Bernd aufbaute dort ausgeharrt und kurz setzte ich mich zu ihr. Da Bernd aber immer mit dem Rücken zu uns stand, wechselte ich dann meinen Platz und setzte mich vor die Bühne auf eine der Holzbänke.Kaum hatte ich Platz genommen, kamen auch schon Natalie und Mario mit ihrer Tochter Annina und leisteten mir Gesellschaft. Kurze Zeit später kam noch ein Arbeitkollege nebst Frau von Mario hinzu. Die beiden waren auch wirklich nett und wir unterhielten uns prächtig. Bernds Musik störte überhaupt nicht ( da freue ich mich aber, ich möchte ja auch niemanden stören!!) und der Wein floss in Strömen. Ich hielt mich aber an Pernod-Cola, die hatte ich mir schon zuhause gemixt und stand nun den Weintrinkern in nichts nach. Wahrscheinlich hatte ich sogar einen kleinen Vorsprung 😉 Silvie, eine frühere Freundin, von Wassim setzte sich kurz zu mir und ich fragte sie, ob sie auch einen Drink wollte. Freudig sagte sie ja. Ich schenkte ihr einen Becher voll ein und prostete ihr zu. Sie setzte das Getränk an und bekam augenblicklich ganz goße Augen. Das Pernod, vor dem Wort Cola, hatte sie scheinbar nicht gehört und machte mit vollem Mund ein mehr als entsetztes Gesicht. Runterschlucken brachte sie nicht über sich und so landete das kostbare Nass auf dem Fußboden. Ich lachte fast, bis mir die Tränen kamen, als sie mir erklärte, dass sie nie, nie, niemals Alkohol trinken würde. Naja, etwas Antialkoholisches hatte ich leider nicht dabei. Außer meine Mischung nur 2 lauwarme Perlbacher Premium Pils von Lidl, die allerdings später noch Abnehmer fanden. Mit jeder Flasche Wein stieg die Stimmung und es war wirklich toll, mal wieder mit Natalie und Mario zu feiern. Bernd spielte aber auch echt toll und so tanzten dann zu späterer Stunde sogar ein paar Leute, überwiegend Männer auf dem Marktplatz, direkt vor Bernd herum. Beim angekündigten letzten Lied tanzte dann sogar ich.

Aus dem letzten Lied wurden dann aber doch 3 und ich merkte mal wieder, dass es mit meiner Kondition nicht allzu weit her war. Die 3 Männer, die ebenfalls noch immer tanzten, waren ein sehr bunter Haufen. Ralle, so hieß der erste mit dem ich ins Gespräch kam, war nach 4 Schlaganfällen und 3 Bypässen Frührentner. Damit ich es auch wirklich glaubte, zeigte er mir seinen Schwerbehindertenausweis. Ich kam nicht umhin festzustellen, dass er exakt 1 Jahr jünger war als ich. Dies teilte ich ihm sogleich mit. Darauf kam, wie aus der Pistole geschossen, dass er leider überhaupt nicht auf ältere Frauen stehen würde. Der zweite, ich glaube sein Name war Thomas, war auf jeden Fall älter und berichtete dass er auf dem Campingplatz in Lingen wohnen würde und zwar im Wohnwagen. Dort war er tatsächlich schon geboren worden und nie weggezogen. Spricht für den Campingplatz, oder?? Jedenfalls lud er uns sogleich ein, um bei ihm Urlaub zu machen. Der dritte im Bunde, war wesentlich jünger und in der Reha in Lingen, weil er im Dezember einen Autounfall gehabt hatte. Damals war neben diversen anderen Brüchen, auch ein Stück seiner Hüfte abgesplittert und sein Becken war ebenfalls gebrochen. Zur Unterstreichung seiner Glaubwürdigkeit, zog er seine Hose runter und zeigte die mindestens 40 Zentimeter lange Narbe. Beim Tanzen merkte man ihm aber nichts davon an. Man hätte ihn auch Elvis the Pelvis nennen können, so gekonnt ließ er die Hüften kreisen. Irgendwie verging die Zeit viel zu schnell.
Ich hatte noch einmal meinen Standort gewechselt und saß nun mit Stefan, unseren Hilterfreund und seiner Freundin auf den Stufen vor der Bühne. Auch wir hatten uns ewig nicht gesehen und die Zeit reichte nicht einmal ansatzweise aus, um uns genügend auszutauschen. Das holen wir dann aber in Hilter nach!!!  Bernd machte nun nach 3 Zugaben Feierabend. Liane hatte sich mittlerweile auch zu uns gesellt und holte nun das Auto vom Parkplatz, damit Bernd seine Musik einladen konnte. Das tat er auch, war dann aber erst einmal verschwunden. Er hatte Matze , den Wirt vom Päng entdeckt. Uschi, Matzes Freundin war ebenfalls dabei und natürlich wollte Bernd den beiden unbedingt noch kurz Gesellschaft leisten. Mit den Worten, ich bin in 5 Minuten wieder da, entfernte er sich von unserer Truppe und stiefelte zur Alten Posthalterei, wo die beiden saßen. Nach gut 20 Minuten pfiff ich ihn zurück, denn Liane wollte, wer konnte es ihr verdenken, nun endlich nach Hause. Jetzt ging es hurtig. Wir verabschiedeten uns von unseren Freunden, Bernd stieg zu Liane ins Auto und ich setzte mich aufs Rad. Zeitgleich fuhren wir los. An dieser Stelle noch einmal unseren herzlichsten Dank an dich Liane!!!! War sicher nicht so einfach, als einzige keinen Alkohol trinken zu dürfen. Du hast etwas gut bei uns!!!!

Natürlich war Bernd schon da, als ich angestrampelt kam. Wir verzogen uns sofort ins Bett und sahen noch einen Tatort. (Nen ne, erst einmal musste ich mein gesamtes Musikequipment wieder im Wohnmobil verladen/verteilen) Es war so kalt geworden, dass wir selbst im Bett entsetztlich froren und uns zum Schlafen noch zusätzlich einen Rollkragenpullover anzogen.

So, Leute, es wird Zeit Bernd zu wecken, denn es ist gleich 8 Uhr 30. Wenn wir zu spät in Gronau eintreffen, finden wir womöglich keinen Platz mehr, denn das Pfingstwochenende steht vor der Tür. Aus Erfahrung der letzten Jahre wissen wir, dass der Stellplatz am Dreiländersee ziemlich voll werden wird. Also, auf geht´s!!!

Euch wünschen wir frohe Pfingsten!!!

Noch einmal zur Erinnerung: Vielleicht wird heute um 19 Uhr 30 wird beim NDR bei Hallo Niedersachsen ein Beitrag über uns gesendet. So ganz genau, konnte Britta, vom Fernsehteam es aber noch nicht sagen. Vielleicht auch erst am Freitag. Schaltet doch mal rein……………

Womo

Das Fernsehteam vom NDR war da!

Nachdem wir wirklich tolle Tage in Westerstede verbracht hatten und die Kilos dank der hervorragenden Kochkünste meines Vaters und den Köchen des Schokoladenhotels fast alle wieder drauf sind, haben wir uns gestern morgen auf den Weg nach Lingen gemacht.

Auf einem Rastplatz 10 Kilometer vor Lingen hat uns das NDR- Team bereits erwartet.

Da Ines & ich in dieser „Hollywood-Produktion“ die Hauptrolle spielen, konnten wir während der Drehs natürlich keine Fotos für den blog machen! 🙂

Nachdem wir uns mit den dreien bekannt gemacht haben ging die Fahrt weiter. Britta, die Journalistin und Werner, der Kameramann stiegen zu uns in den Saloon und interviewten uns während der Fahrt. Jens, der Tontechniker (also der Mann mit dem großen Mikrofon) fuhr hinterher. Zuerst wurden „wir verkabelt“ und die beiden baten uns dann, uns ganz normal zu unterhalten. Nichts wäre schlimmer, als wenn die Gefilmten plötzlich kein Wort mehr herraus brächten, meinte Britta. Na, die Gefahr war bei uns ja nun überhaupt nicht gegeben. Wie üblich kämpften wir um Gesprächsanteile und erzählten, was das Zeug hergab. Werner filmte dabei wie ein Weltmeister und wechselte von einer Position zur nächsten. So wurde ich auch immer wieder einmal nach hinten zu Britta verband. So konnte Werner dann ungehindert durch unsere nun endlich heile Scheibe filmen, während wir durch das wunderschöne Emsland fuhren. Wir haben uns noch immer nicht so richtig daran gewöhnt, dass die Scheibe nun heil ist, zu lange war sie kaputt gewesen.

Ich unterhielt mich derweil mit Britta. Diese hatte sich Tags zuvor intensiv mit unserem Blog beschäftigt und überrascht festgestellt, dass das „Schokoladenhotel Voss“ meines Bruders und meiner Schwägerin, mein Elternhaus war. Dieses kannte sie sehr gut, denn sie hatte dort, vor nicht allzu langer Zeit, mit ihrem Kamerateam, einen ganzen Tag verbracht und einen tollen Beitrag über das deutschlandweit einzige Schokoladenhotel erstellt. Dieser wurde dann bei“ Hallo Niedersachsen“ beim NDR ausgestrahlt. Noch heute schwärmte sie von der Schokolade, hatten sie doch zum Abschied, eine eigens für das Team hergestellte Filmkamara aus Schokolade bekommen. Gut in Erinnerung war ihr ebenfalls noch, dass der hauseigene Schokolatier ihnen den Kühlschrank mit den allerfeinsten selbst hergestellten Pralinen, mit den Worten, dass sie jederzeit zugreifen könnten, gezeigt hatte. Davon hatte sie regen Gebrauch gemacht und war noch heute überrascht, wie lecker die mit Senf gefüllten Pralinen waren .Auch von Bernd und Tanja war sie schwer begeistert. Endlich einmal Chefs, die sich nicht in den Vordergrund drängelten und auch ihren Auszubildenen die Chance gaben, durch ihre Beiträge zum Gelingen des Films beizutragen. Wenn man bedenkt, wieviele Leute beim NDR arbeiten, war es schon ein erstaunlich großer Zufall, dass nun eben diese Britta nun bei uns gelandet war.

Kurz vor unserem Ziel, dem Dieksee in Lingen, stiegen die beiden dann aus und unser Wohnmobil wurde nun von hinten, vorne und allen Seiten gefilmt, während wir mehrmals durch den Kreisel und an dem Kamerateam vorbei fuhren. Schnell waren auch diese Einstellungen im Kasten und kurze Zeit später erreichten wir unseren Platz am Dieksee.
Dort hatten wir vor 2 Jahren 3 Monate gestanden, als unser Haus gerade verkauft worden war, wir aber noch arbeiten mussten. Wahnsinn, wie grün es hier war!!! Während wir nun das übliche machten, nämlich Tisch und Stühle rausstellten, wurde non stop gefilmt.

So ein Concorde-Mobil bietet eine tolle Aussicht vom Dach aus; es wurde also aus jeder erdenklichen Position gefilmt 🙂 … um zum Schluss einen nur ca.5minütigen Beitrag zu produzieren.

Es wurde mittlerweile ziemlich schwül und ich schenkte für alle Getränke aus, die wir in einer Drehpause zu uns nahmen.

Jens macht mal Pause auf unserem „Kinder-Besucherstuhl“ 🙂

Nun wurde es lebhaft, denn Liane kam. Sie sah fantastisch aus, hatte 17 Kilo abgenommen und  ihren vor 2 Jahren angeschafften Rollator, in die hinterste Ecke ihres Schlafzimmers verbannt. Während die Kamaras surrten, wurde sie herzlichst von uns begrüßt.

Unsere liebe WoMO-Freundin Liane mit ihrem lieben Hund.

Kurze Zeit später kam auch unsere Freundin Natalie angeradelt. Während sie über das ganze Gesicht strahlte, schwenkte sie 2 selbstgebastelte Fähnchen, auf denen “ Herzlich willkommen in Lingen „stand.

Mit wehenden Fahnen kam Nathalie zu uns angefahren. Das war echt lieb, nochmal Danke dafür …

Wir freuten uns riesig, dass auch sie sich die Zeit genommen hatte, bei unserem kleinen Filmchen mitzuwirken. Nun gab es ja soviel zu erzählen und während wir in der Sonne schwitzten, arbeiteten die Fernsehleute ununterbrochen. Bernd musste dann noch seine Gitarre rausholen und gefühlsmäßig 15 Minuten dasselbe Lied spielen, damit von sämtlichen Positionen gefilmt werden konnte.

Liane und Natalie gaben dann noch ein kurzes Interview und damit waren alle Szenen im Kasten.

Ausgestrahlt wird es vermutlich morgen, den 07.06 um 19 UHR 30 bei “ Hallo Niedersachsen“ auf NDR.

Gegen 17 Uhr verabschiedete sich das Team und fuhr zurück nach Osnabrück. Auch Natalie und Liane mussten los. Liane ließ uns aber das Auto da, denn sie wollte mit ihrem Hund nach Hause laufen, wo ihre Enkelin Merle schon auf sie wartete. Die beiden wollten gemeinsam den Pool aufbauen. Wir sollten das Auto dann später nachbringen, damit wir endlich einmal sehen konnten, wo sie lebte. Das taten wir auch und waren total begeistert von ihrem wunderschönen Haus & Garten. Liane, die ja auch ein Wohnmobil fährt und voll auf Discokugeln und Blinklichtern abfährt, zeigte uns stolz ihre neueste Errungenschaft. Eine wasserdichte Discokugel für den Pool. Wir lernten dann auch ihre hübsche 15 jährige Enkelin kennen, die schwer mit dem Aufbau des Pools beschäftigt war und uns später noch ein tolles Stück auf dem E- Piano vortrug. Liane gab ihrerseits ihre Künste auf der Blockflöte zum Besten und ich muss ehrlich gestehen, dass das wirklich toll klang. Seitdem meine Nichte auf unserer Familienfeier Blockflöte gespielt hatte, war ich von diesem Instrument ja nicht besonders angetan, aber bei Liane klang es super. Wie sie uns erzählte, spielt sie mit ihrem Flötenverein, bestehend aus ein paar Frauen zwischen 74 und 80 Jahren, ehrenamtlich im Altersheim. Toll, oder??

Erst gegen 22 Uhr waren wir dann wieder beim Saloon. Es war ein schöner Tag und wir freuen uns schon auf heute abend, wo Bernd auf dem Marktplatz in Lingen beim „Feierabendmarkt“ ein Gastspiel hat. Netterweise fährt Liane Bernd mit seinem Equipment dorthin, denn mit unserem riesigen Wohnmobil in die Fußgängerzone ist ein Ding der Unmöglichkeit. Auch Natalie werden wir dann wiedersehen, denn es gibt ja noch soooo viel zu erzählen und gestern war die Zeit dafür einfach viel zu kurz!!

Danke an euch beiden, dass ihr gestern da wart. Auf Euch kann man sich wirklich verlassen!!!!!!!!

Womo

Westerstede In heimatlichen Gefilden unterwegs

Nachdem wir vom Hof gerollt waren, ging es erstmal 15 Kilometer weiter nach Bad Essen. Dort arbeitete Carina im Büro der Alianzversicherung. Kaum waren wir angekommen, kam Carina auch schon nach draußen gestürmt, um uns zu begrüßen. Die Freude war riesig und wir drückten uns erst mal ausgiebig. Danach durften wir ihren Arbeitsplatz bewundern und ein paar ihrer Kollegen kennenlernen. Es gab sogar Kaffee für uns und nun kam auch der Chef. Der war richtig klasse und überaus lustig und schlagfertig. Wir kamen aus dem Lachen gar nicht mehr raus. Man merkte gleich, dass das Betriebsklima in diesem Büro einfach super war. Kurze zeit später kam dann auch noch Tim hinzu. Dieser arbeitete ebenso dort und war Carinas neuer Freund. Genau wie sein Chef, war auch er sehr sehr witzig und stand mit seiner Schlagfertigkeit seinem Chef in nichts nach. Nachdem wir den Kaffee ausgetrunken hatten, kam Tim noch mit zum Saloon, um dieses zu bewundern und unterhielt uns dabei prächtig. Nun mussten wir aber weiter, denn wir hatten die Leute lange genug von der Arbeit abgehalten und Westerstede wartete auf uns. Carinawurde noch einmal gedrückt und mit dem Versprechen uns bald wieder zu sehen, machten wir uns auf den Weg.

In Westerstede angekommen, stellten wir erfreut fest, dass auf dem Hotelparkplatz “ unser Platz“ frei war und parkten ein. Bernd, mein Bruder und Tanja, meine Schwägerin waren allerdings gerade nicht da. Wie jedes Jahr trainierten sie für die Stadtolympiade, die demnächst stattfinden sollte. In den vergangenen Jahren konnten sie, zusammen mit ihren Mitarbeitern, immer einen der heiß begehrten ersten 3 Platzierungen für sich verbuchen und auch in diesem Jahr wurde selbstverständlich wieder der höchste Platz auf dem Siegertreppchen angestrebt. Da mein Bruder, genau wie seine Frau sehr sportlich sind, wird diese Sache sehr ernst genommen und mit ihrem Ehrgeiz das gesammte Personal mitgerissen. Wir drücken dann mal die Daumen!!!

Bernd und ich machten uns dann zu Fuß auf den Weg zu meinen Eltern. Die waren bei unserer Ankunft gerade am Rommycub spielen und mussten dieses erst einmal zu Ende bringen. Zeit für mich nach oben auf die Waage zu gehen. Juchhu, 5 Kilo weniger!!! Ich war ja soooo happy!!!! Meine Eltern hatten nun ihr Spiel endlich beendet und gegenseitig erzählten wir von den Ereignissen der letzten 9 Monate. Da meine Eltern aber Blogleser sind, gab es bei uns nicht allzu viel zu berichten. Nun entdeckte ich die ganzen Pakete, die wir in den vergangenen Wochen bei ebay, Amazon und co bestellt hatten und machte mich ans auspacken. Es waren mindestens 30. Ich hatte ausnahmslos Klamotten bestellt, Bernd Sachen fürs Wohnmobil. Es hatte tatsächlich etwas von weihnachtlicher Bescherung an sich und voller Vorfreude riss ich die Päckchen auf. Dann wurde alles anprobiert. Vieles hatte ich gebraucht bei ebay Kleinanzeiger gekauft und war begeistert, dass alles wie nagelneu aussah und was noch besser war, wie angegossen passte.  Außer den Schuhen hatte ich alles eine Nummer kleiner als meine herkömmliche Größe bestellt. Das bedeutet, dass ich auf keinen Fall wieder zunehmen darf, denn dann habe ich ein Problem, da ich aus Platzmangel alle größeren Sachen aus dem Wohnmobil verbannt habe und diese nun ein Dasein auf dem Dachboden meiner Eltern frissten. Nachdem alles ausgepackt und anprobiert war, gab es lecker Essen!! Mein Vater hatte Hühnerfrikassee gemacht. Mein Leibgericht!!! Natürlich schlug ich ordentlich zu, denn es war schon Abend und ich hatte noch nichts gegessen. Kohlenhydrathe, wie Reis und Kartoffeln ließ ich aber weg. Das änderte sich dann in den Folgetagen leider rasch. Man man man, es ist wirklich nicht einfach standhaft zu bleiben,bei den ganzen Köchen in unserer Familie.

Nach dem Essen verabschiedeten wir uns erst einmal und liefen den Kilometer zurück zum Schokoladenhotel. Dort waren nun auch Bernd und Tanja eingetroffen und wurden ebenfalls herzlichst begrüßt. Die beiden konnten sich nach kurzer Zeit von ihrer Arbeit frei machen und wir saßen bis nachts bei ihnen oben im Wohnzimmer. Es gab ja soviel zu berichten!!!

Am nächsten Morgen baute Bernd mit Bernd ( beide heißen Bernd) die Markise vor dem Hotel auf. Das war ein langwieriges Unterfanger und dauerte tatsächlich mehr als 7 Stunden. Ich lief in der Zwischenzeit wieder zu Fuß zu meinen Eltern. Die hatten ein orpulentes Diätfrühstück vorbereitet, welches aus allen erdenklichen Früchten bestand. Es gab Erd- Blau- und Himbeeren, dazu Weintrauben, Aprikosen und Pflaumen. Dazu Karotten- und Kohlrabistreifen, ebenso wie Radieschen. Leckerer Quark zum Tunken war natürlich ebenfalls vorhanden. Außerdem Lachs und Krabben, verschiedenste Käse- und Marmeladensorten. Für die jenigen, die Kohlenhydrathe durften natürlich auch verschiedenste Sorten leckerer Brötchen und Brot. Gemeinsam warteten wir auf Elke und Rainer ( meine Schwester und meinen Schwager), denn die mussten heute ihren Hund wieder abholen, den sie gestern hier abgegebn hatten, weil sie auf einen Vortrag gewesen waren. Wegen hohen Verkehrsaufkommens kamen sie mit einer einstündigen Verspätung endlich gegen 12 Uhr an und nachdem wir gegenseitig unsere Abnehmerfolge bewundert hatten, konnten wir endlich dieses einmalig leckere Frühstück genießen. Heute hatten die beiden mal Zeit und so saßen wir noch lange beieinander. Danach kamen die beiden noch mit zu unserem Wohnmobil und ich schenkte meiner Schwester eine ganze Tüte meiner nun zu großen Sachen. Die freute sich mächtig und nun ging es ans Verabschieden. Wir werden uns aber im August wiedersehen, zu Emden a la carte!

 

 

Womo

27.05.2019 Endlich eine neue Scheibe!!!

Hallo Leute !!

Der Termin in Melle, zwecks Auswechlung der Scheibe war zwar erst morgen, aber weil unterwegs Regen angesagt gewesen war, waren wir schon gestern Abend hier in Melle bei der Firma “ Zentrale Autoglas“ eingetroffen. Weil Sonntag war, war natürlich kein Mensch hier, aber wir hatten den Code für das Roll-Tor bekommen, welcher uns ermöglichen sollte auf das Betriebsgelände zu fahren. Ein weiteres Wohnmobil parkte ebenfalls schon vor dem Tor. Der Besitzer, ein Schweizer, hatte den Code ebenfalls bekommen, meinte aber, das Tor würde sich nicht öffnen. Bernd musste also ran! Nach einiger Zeit gelang es ihm dann und das Tor rollte auf. Das Problem war einfach gewesen, dass man vor und nach der Eingabe der Zahlen jeweils auf das Schlüsselsymbol drücken musste. Das muss einem doch gesagt werden, oder? Nacheinander fuhren dann das 14 to schwere amerikanische Wohnmobil des Schweizers mit sagenhaften 12 Metern Länge und wir auf das Betriebsgelände.

Ein Monaco -Windsor mit einem gewaltigen Slide-Out und 8,3 ltr-Dieselmaschine!!  Daneben wirkte selbst unser Saloon mal sehr klein. Kein Wunder, mit mehr als 3,6 m Höhe, 2,55 m Breite und 12,5 m Länge !! Für unsere Reisegewohnheiten und Orte ist so ein geiler „Ami“ aber nichts … viel zu groß und zu schwer… aber trotzdem imposant!! Vielleicht lasse ich unseren Saloon mal so oder ähnlich folieren !?

Das war wirklich toll und es gab sogar 3 Stellplätze mit Strom- und Wasseranschluss. Da es nachts regnete, schliefen wir nicht so besonders, denn natürlich leckte es wieder ins Auto. Das hatte nun hoffentlich bald ein Ende.

Am nächsten Morgen waren wir schon früh wach und Bernd war gerade am frühstücken, da kam schon der Innendienstleiter und besah sich ziemlich kleinlaut das Dilemma. Da Bernd im Vorweg ständig Alarm gemacht hatte, unzählige Regenvideos , Fotos  und zahlreiche Berichte geschickt hatte, waren wir bekannt wie ein bunter Hund und durften mit unserem Gefährt sofort in die Halle rollen.

Da steht er nun im „Operationsraum“ und wird langsam ausgepackt und dann „notoperiert“.
Die professionellen Monteure kamen aus dem „Kopfschütteln“ gar nicht mehr raus… sowas hatte hier noch niemand gesehen; und ich bekam für meine Verpackungskünste und Mut (damit zu fahren) fast den Wohnmobil-Fahrer-Nobelpreis 🙂

Dort wollte man dieses Mal wirklich auf Nummer Sicher gehen und hatte 3 verschiedene Scheiben parat. Vorsichtig wurden sämtliche Kleber entfernt und ratzfatz war die alte Scheibe draußen. Nun wurde Scheibe Nummer 1 eingesetzt. Die passte aber nicht. Nummer 2 und 3 allerdings auch nicht, wie sich dann herausstellte. Das ist allerdings wohl ganz normal, denn die Scheiben müssen angepasst werden. In den voherigen Auswechselungen wurde immer nur unterfüttert und mit Gummis abgedichtet. Das dass nicht funktionierte war mittlerweile allen klar und so wurde die größte Scheibe, die eigentlich zu groß war, geschliffen und wieder eingesetzt. Die Mitarbeiter gingen diesmal wirklich behutsam vor, wollten keinen Fehler mehr machen und setzten die Scheibe wieder ein. Sie war noch immer zu groß. Also Scheibe wieder raus und dieselbe Prozedur begann von neuem.
Das wiederholte sich noch etliche Male und ich nutzte die Gunst der Stunde und putzte unser gesamte Mobil von außen. Die Gelegenheit mal bis ganz nach oben zu kommen war einmalig, denn es stand eine Superleiter in der Werkstatt rum, die ich auf Nachfrage benutzen durfte.

Ines in ihrem Element; und so lernt sie unseren Saloon auch maloberhalb der 1,90m-Marke kennen 🙂

Überhaupt waren alle sehr nett und ein ums andere Mal wurden wir gefragt, ob wir noch einen Kaffee oder ähnliches wollten. Selbst ein Firmenwagen wurde uns angeboten, mit welchen wir die Gegend unsicher machen konnten. Doch das wollten wir auf keinen Fall.

Für Ines galt es auch viel Wartezeit zu überbrücken. Also Camping im Windschatten des dicken Amis auf der grünen Wiese.

Bernd überwachte die ganze Angelegenheit mit Argusaugen. Dieses Mal sollte echt nichts schief gehen, denn 2 Jahre mit kaputter Frontscheibe reichte uns wirklich.

Anruf vom NDR-Fernsehen

Zwischendurch ging einmal das Telefon. Vor etwa einer Woche hatte ich eine Mail vom NDR bekommen, in der gefragt wurde, ob wir bereit wären, etwas über unser Leben zu erzählen. Sie hatten nämlich den Blog gelesen und fanden ihn irgendwie interessant. Ich antwortete, dass wir eh demnächst in Deutschland seien und wir sicher noch ein paar Zeitfenster hätten. Allerdings vergaß ich es dann sofort wieder und berichtete Bernd  erst 3 Tage später davon. Diese Dame vom NDR war nun dran und wollte einen Termin ausmachen. Wie sich herausstellte, war sie gar nicht vom Radio, sondern vom Fernsehen. Irgendwie setze ich NDR immer mit Radio gleich. Nun ja, Fernsehen ist ja auch nicht schlecht, dachte sich Bernd und schnell war ein Termin gemacht. In knapp 2 Wochen soll der Dreh stattfinden. Vor der Ausstrahlung sagen wir euch natürlich Bescheid. Zurück zum Thema:

Nach geschlagenen 8 Stunden war das Werk vollbracht und alle Mitwirkenden ganz stolz über das Resultat.

Juhu, es ist vollbracht. So einen sauberen Blick auf die Vorderfront hatten wir (und auch Ihr beim Betrachten unserer Fotos) schon laaaaange nicht mehr, gell? Und so soll es nun auch bleiben !!

Auch der Vertriebsleiter und der Marketingleiter der Wohnmobil-Sparte waren immer wieder vor Ort gewesen und haben viel mit Bernd gesprochen und diskutiert.  Bernd nahm ihnen aber etwas die Freude, indem er sagte, dass es am Anfang jedes Mal gut ausgesehen hatte. Darauf wurde uns gesagt, dass jetzt nur noch ein Steinschlag die Scheibe wieder undicht machen könnte und sie dieses Mal wirklich bombensicher sitzt. Na, das sind wir mal gespannt, haben aber ein wirklich gutes Gefühl!
Wir durften aus der Halle fahren und die Mitarbeiter hatten endlich Feierabend. Aus zwei Gründen blieben wir dann noch eine Nacht auf dem Betriebsgelände.
1) Die Scheibe musste trocknen und
2) wollten wir unsere Kosten erstattet haben. Das konnte aber nur der Chef bewilligen und der glänzte heute mit Abwesenheit und kommt erst morgen wieder. Nun gut, eigentlich war unser Termin ja auch erst morgen und so hatten wir Zeit. Da das Wetter nicht allzu schlecht war, scrabbleten wir noch eine Runde draußen und telefonierten lange mit Bennet. Anschließend sahen wir noch einen Sience Fiction-Film und schliefen gegen 23 Uhr 30 ein.

Wie unser Gesprächmit der Geschäftsleitung verlief …  erfahrt ihr im nächsten Bericht 🙂

So, da bin ich wieder.

Am nächsten Tag kamen dann der Innendienstleiter und der Chef der Firma zu uns ins Wohnmobil. Der Chef hatte schon die Fotos gesehen, die Bernd geschickt hatte und war total entsetzt. Entschuldigend gab er uns sofort recht und meinte, dass so etwas nicht passieren dürfe, wir komplett im Recht wären und mindestens 3 Fehler gemacht worden wären. Zu keinem Zeitpunkt versuchte er die Sache zu beschönigen oder sich rauszureden. Im Gegenteil, er konnte unsere Wut komplett verstehen und war nur froh, dass wir heil angekommen waren. Das war mal eine excellente Führungskraft, was ich ihm auch sofort mitteilte. Er bewunderte und bedankte sich für unsere Geduld und ohne Disscusionen, sagte er uns zu, dass sämtliche angefallenden Kosten und auch Mühen, die mit der Scheibe verbunden waren, erstattet werden würden. Das war alles was wir wollten und wir kamen nicht umhin, dass es eine tolle Firma ist, die hervorragende Arbeit macht und einen Chef hat, der sich wirklich gut um die Kunden kümmert und auch Fehler vorbehaltlos eingesteht. Fehler können ja immer passieren und wir sind jetzt wirklich guter Dinge, dass das Dilemma mit der Scheibe nun endgültig Geschichte ist. Wir verabschiedeten uns und rollten vom Hof. Trotzdem nun die neue Scheibe drin war, sah Bernd bei jedem Huckel ängstlich zu eben dieser. In den letzten 2 Jahren hatte er dieses so verinnerlicht, dass es sicher noch geraume Zeit dauert, bis er sich dieses wieder abgewöhnt und sich nur noch um den Verkehr kümmert.