Womo

Barßel und immer wieder Barßel 04.07 – 13.07.2017

Am nächsten Morgen wachte ich, wie üblich gegen 4 Uhr 15 auf. Da ich am Fenster schlafe, musste ich, um aus dem Bett zu kommen eigentlich über Bernd wegturnen. Mittlerweile waren wir aber ein eingespieltes Team. Bernd brauchte morgens nur ein paar leichte Schläge meinerseits auf seine Beine, zog diese dann automatisch bis zum Kinn und ich konnte dann ganz bequem herauskrabbeln.

Gewichtskontrolle

Erster Gang, wie immer, auf die Waage. Danach auf die Toilette, danach wieder auf die Waage. Nachtzeug ausziehen, wieder auf die Waage. Je nachdem was diese so anzeigt, hatte ich gute Laune, oder schlechte, gab es Frühstück oder nicht. Heute würde es Frühstück geben und der Tag war mein Freund. Ich zog mir schnell etwas über und verließ  das Wohnmobil. Die Sonne ging gerade auf. Es war atemberaubend. Schnell holte ich das Handy, um es festzuhalten und später Bernd zu zeigen. Da er ja immer viel länger schlief, hatte er höchstwahrscheinlich noch nie einen gesehen. Das Wetter würde heute herrlich werden und ich machte einen kleinen Spaziergang, bis es hell genug war um weiter in meinem spannenden Buch zu lesen. Um 8 Uhr 15 machte ich Frühstück und schmiss Bernd aus dem Bett. Er hatte super geschlafen, war bester Laune und ganz angetan von meinen Fotos.

Neuer Stellplatz

Plötzlich sah ich, dass das große Wohnmobil, welches in der erster Reihe stand wegfuhr.“ Los Bernd, lass uns umparken. Dort passen wir hin und dort haben wir auch Fernsehempfang. Außerdem direkt am Wasser. Beeil dich, sonst ist der gleich weg“, sagte ich aufgeregt zu meinem Göttergatten. Bernd war unentschlossen, konnte meine Begeisterung nicht so ganz verstehen, ging etwas unsicher zwischen den frei gewordenen Stellplatz und unseren hin und her. Während ich immer nervöser wurde, unterhielt er sich in aller Seelenruhe, mit einem anderen Wohnmobillisten, der schon seit 20 Jahren nach Barßel kam und jeden, aber auch wirklich jeden Stellplatz kannte. Mein auserkorener, sollte ja ganz nett sein, aber wenn es regnete würden wir in einer großen Matschpfütze stehen, meinte er. Das verunsicherte Bernd natürlich noch mehr und er kam zu keinem Ergebnis, war eher abgeneigt. Deutlich war ihm wahrscheinlich noch Ostern in Erinnerung, wo er sich festgefahren hatte und mit einem Radlader aus der Matsche gezogen werden musste. Egal, ich hatte mich entschieden. Es sah auch nicht nach Regen aus und wenn schon. Also klemmte ich unsere beiden Campingstühle unter die Arme und schlurte sie zu dem freien Platz, um ihn somit zu reservieren. Manchmal muss man Entscheidungen allein treffen. Bernd entschied dann ganz allein, wie rum und auf welcher Seite, alle Eventualitätenum einplanend, unser Womo stehen sollte. Das dauerte dann noch einmal gut 10 Minuten und die Sache war vollbracht. Wir standen nun herrlich und hatten sogar Fernsehempfang. An der Aussicht direkt auf den Hafen konnten wir uns gar nicht satt sehen und ehrlich gesagt, taten wir bis zum Nachmittag nichts anderes.

Die Amigo

Dann kamen meine Tante Helga und mein Onkel Rudi. Die beiden hatten ihr Boot namens Amigo in Barßel liegen und luden uns zum Tee dorthin ein. Mann war das ein tolles Boot!!! Einfach riesig und wie wir fanden, das Schönste im ganzen Hafen war. Der Vorteil eines Bootes zum Wohnmobil ist ja, dass es viel breiter ist und zudem noch zweigeschossig . Der Nachteil war, es hatte keine Räder und konnte nur auf dem Wasser bewegt werden. Meine sehr jung aussehende Tante führte uns durch das Boot, zeigte uns die sehr gemütlichen Kajüten und auch sonst alles. In einem Boot müssen sämtliche Sachen noch viel besser verstaut werden als in einem Wohnmobil, da es durch Wellengänge nicht nur hin und her gerüttelt wird, sondern ja auch hoch und runter. Rudi war der geborene Handwerker und hatte allerlei Sachen selbst gebaut. Am beeindruckendsten fand ich seine Charlyluke. Diese ist ein Fenster, welches man öffnen kann. Es führte direkt vom Bauch des Schiffes, wo die Küche war nach oben, wo Rudi das Boot steuerte und diente als Durchreiche. Helga reichte ihm meistens Charly durch.So nennen wir in unserer Region Cola mit Weinbrand. Neben Cola Rum war dieses  Rudis und zufällig auch unser Lieblingsgetränk. Aus diesem Grund wurde die Luke kurzerhand Charlyluke genannt. Welch eine sinnvolle Konstruktion und Helga wollte es sogleich einmal demonstrieren. Aus Vernunftsgründen blieben wir aber ersteinmal bei Tee und Kuchen im riesigen Salon. Die Sache mit dem Charly vertagten wir auf abends, dann aber in unserem Wohnmobil. Wir wollten uns ja auch nicht lumpen lassen. Während uns die beiden allerhand Spannendes über das Boot und ihre Erlebnisse berichteten, verging die Zeit wie im Fluge und nach 2 Stunden verabschiedeten wir uns erst einmal. Rudi wollte noch einen Ölwechsel machen und wir mussten unbedingt noch Cola kaufen. Weinbrand hatten wir natürlich da;-) Wir fuhren mit unseren Rädern sogleich zu Lidl und deckten uns für die nächsten 3 Tage ein. Um 21 Uhr kamen die beiden dann und es wurde ein feucht fröhlicher Abend. Rudi hatte unglaublich viel Ahnung von Booten und konnte sehr spannend berichten. Er hatte einige Boote, die in Barßel lagen, hiehergeschippert  so das man ihn eigentlich auch Capitain Barßel nennen könnte. Als die beiden von unserem Kajak hörten, welches wir morgen aufpumpen und ausprobieren wollten, boten sie uns spontan an, es im Hafen einzulassen und auch dort bei Nichtbenutzung liegen zu lassen. Das war natürlich weltklasse. So mußten wir das Boot nicht ewig hin und her schleppen. Sicher lag es dort auch, denn der Hafenzugang war mit einem Tor mit Zahlenkombination gesichert, welche sie uns bereitwillig verrieten. Man was hatten wir mal wieder für ein Glück!!!!

Unser Kajak

Am nächsten Tag wollten wir nun endlich unser Kajak einweihen. Bernd wuchtete es aus der Garage und machtees innerhalb von 30 Minuten startklar. Stolz wie Oscar trugen wir es die paar Meter bis zum Wasser, banden es dort fest und während Bernd es noch zusätzlich fest hielt, stieg ich vorsichtig ein. Dann bemerkte Bernd, dass wir die Fenne noch nicht unter dem Boot hatten. Das ist so ein dreieckiges Plastikding, dessen Sinn mir bis jetzt noch nicht klar ist. Egal, es war dabei, also musste es an seinen Platz. Dazu war es notwendig, dass ich wieder ausstig. Nun gut. Erst auf die Knie, dann vorsichtig aussteigen. Klappte auch!! Finne unter dem Boot befestigt. Zweiter Versuch. Geglückt. Nun Bernd. Ich hielt das Gleichgewicht und krampfhaft den Steg fest. Das Boot kam gefährlich ins Schwanken, aber kippte nicht um. Jubel. Wir ruderten ein paar Meter um den Steg herum. Dort stand ganz allein, einsam und verlassen unsere Colaflasche. Bernd fluchte etwas und fragte ob wir sie dort stehen lassen wollten. Wollten wir natürlich nicht. Man hört ja immer wieder, dass Leute im Boot verdursten und aus lauter Verzweiflung Salzwasser tranken um dann zu sterben. Ne ne ne, ohne mich. Es war ein heißer Tag und es gab sogar Ebbe und Flut. Das hatte irgendetwas mit der Nordsee zu tun und die war salzig. Helga meinte zwar, hier wäre das Wasser nicht mehr salzig, aber ob sie es wirklich probiert hatte??? Ich war skeptisch. Wir drehten also um und Bernd holte, das vielleicht lebensrettende Getränk. Dann endlich machten wir uns auf den Weg.Was soll ich sagen, es klappte auf Anhieb. Im Gleichklang ruderten wir die Soeste flussabwärts, waren total begeistert von der Natur, genossen die Ruhe, die nur durch die Paddelgeräusche

unterbrochen wurde und waren uns einig Natutalente zu sein. Es war herrlich und unser erster Ausflug dauerte 2,5 Stunden und ja, wir tranken zwischendurch auch mal etwas. Ohne Zwischenfälle legten wir an, banden das Boot fest und kletterten raus.

Queen of Texas

Es war mittlerweile nachmittags geworden. Bernd machte einen kleinen Abstecher zum Restaurant Queen of Texas, um zu fragen, ob er dort nicht mal Gitarre spielen könnte. Der Wirt hatte nichts dagegen und engagierte Bernd kurzerhand für Sonntag von 14 Uhr bis 17 Uhr. Boah äih, das lief ja prima. Ich schwang mich gleich ans Telefon um meine Eltern zu fragen, ob sie nicht auch kommen wollten. Ich hatte sie ja schliesslich seit Tagen nicht gesehen und sie sagten sofort zu. Helga und Rudi wollten auch kommen und nun musste nur noch das Wetter mitspielen, aber da waren wir recht zuversichtlich.

Beginn von Bernds Solokarriere

Am Sonntag machte Bernd sich schon unmittelbar nach dem Frühstück bereit und räumte sein ganze Musikequickment aus dem Auto und parkte es vor der Garage auf dem Rasen. Ich versprach ihm, es mit rüberzutragen zu dem Restaurant in dem er spielen wollte. Dann stachen mir 3 Sachen ins Auge. 1) Unser Wäschekorb für die Schmutzwäsche war randvoll. 2) Bettwäsche müßte mal wieder gewechselt werden. 3) Garage war fast komplett leer. Die ideale Ausgangslage um unsere Waschmaschine in Gang zu setzen. Falls sie auslaufen sollte und dadurch die Garage überflutet werden würde, würde Bernds Musikanlage jedenfalls nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Ich zog schnell die Betten ab, sammelte die andere Schmutzwäsche zusammen, steckte alles in die Maschine, die ja im Schlafzimmer zu befüllen war und startete sie. Nun in, für mich, rasender Geschwindigkeit zur Garage und sehen ob alles dicht ist. Um es vorweg zu nehmen, sie leckte zwar etwas, aber das war nicht der Rede wert und 1,5 Stunden später war unsere Wäsche wieder sauber. Bernd schleppte derweil, auf seinem Fahrradgepäckträger seine Musikanlage zum Lokal. Er mußte etliche Male gehen , ehe er alles dort hatte. Wie heißt es so schön, jeder Gang macht schlank. Nicht das er es nötig hätte, aber ich sag immer: Wäret den Anfängen. Er brauchte dann noch ca. 30 Minuten und alles war aufgebaut. In der Zwischenzeit waren auch meine Eltern und Helga und Rudi eingetroffen und wir waren bester Laune. Bernd spielte und sang wie ein junger Gott. Sämtliche Coutrysongs, bekannte und unbekannte und die Gäste, meist Byker, waren echt begeistert. Mein Vater wollte natürlich immer irgendwelche Schlager aus den 60zigern und 70zigern hören und rief Bernd alle möglichen Vorschläge zu. Ich erklärte ihm , dass dies hier eine Westernkneipe war und Schlager hier nun überhaupt nicht passen aber er war völlig beratungsresistent und meinte eins ums andere Mal, das Schlager doch viel schöner wären. Irgendwann hatte Bernd erbarmen und spielte tatsächlich den Song: Deine Spuren im Sand. Nun war mein Vater endlich auch zufrieden. Die Zeit verging wie im Fluge und nach 2,5 Stunden war Bernds Session vorbei und er bekam zum Dank eine riesige Portion Sparerips. Obwohl ich kräftig mitaß, war es nicht zu schaffen. Wirklich ganz zufällig hatte ich Alufolie in meiner Handtasche und packte die restlichen Sparerips unauffällig ein. Hilft alles mit und ich brauche morgen nicht zu kochen, dachte ich. Meine Mutter, die dieses zufällig sah, bekam innerlich fast einen Anfall und versuchte mich mittels ihrer Augen, quasi durch Hypnose, davon abzuhalten. Schaffte sie aber nicht. Bernd und ich verputzen die Sparerips am nächsten Tag in unserem Kanu, als wir wieder eine Fahrt machten. Man waren die lecker. Unsere Zeit in Barßel ging jetzt langsam zuende. Wir durften noch eine tolle Fahrt mit der Amigo machen, zu der Rudi und Helga uns einluden und dann hieß es Abschied nehmen von Barßel. Es hat uns dort wirklich super gefallen und wenn wir nicht nach Westerstede gemusst hätten, ständen wir wahrscheinlich heute noch da.

Womo

Ankommen in Barßel 04.Juli 2017

Unsere beiden „Smilie-Helium-Ballons“ – Geschenk von unserer Abschiedsfete fahren im Schlafzimmer mit ! 🙂

Mein Bruder hatte mich schon  vor Wochen gefragt, ob  ich eventuell vom 14 .07. 2017 – 18. 07. 2017  bei „Westerstede a la carte“ mitarbeiten könne. Nachdem ich ihm mit der Begründung, dass es für Bernd zu langweilig sei, 4 Tage mehr oder weniger alleine in Westerstede zu sein, abgesagt hatte engagierte er Bernd kurzerhand mit. Natürlich nicht in dem Essenszelt, in dem ich arbeiten sollte, sondern als Musiker. Unter den Umständen sagten wir natürlich zu und so lohnte es nicht für ein paar Tage größere Touren zu unternehmen. Ausprobieren wollten wir aber unbedingt unser Kajak und so recherchierten wir im Internet nach einem schönen Stellplatz, auch für große Wohnmobile, mit Paddelstation an einem See oder Fluß. Wir entschieden uns für Barßel und nach einem ausgiebigem  Frühstück im Hotel Voss mit meinen Eltern, meinem Bruder und meiner Schwägerin, starteten wir.
Zuerst ging es aber noch zum Campingplatz in Westerstede, bei dem wir entsorgten und 340 Liter Wasser auftankten. Sicher ist sicher. Wir wollten in eins durchfahren. Ohne Pause!!!! Also Getränke in das Fahrerhaus. Verdursten wollten wir ja nicht, ebenso Schokolade für die Wegzerrung. Verhungern wollten wir auch nicht. Und dann machten wir uns bei allerschönstem Wetter auf die erste richtige Reise, nach unserem Ausstieg. Es dauerte keine 15 Minuten und das Handy bimmelte. Es war meine Mutter. Wir hatten uns ja Ewigkeiten nicht gesehen. Das letzte mal vor so ca. 1,5 Stunden beim Frühstück und sie wollte wissen, wie weit wir schon gekommen sind. Naja, es waren 15 Km und das teilte ich ihr dann auch etwas entnervt mit. Sie verabschiedete sich dann recht schnell, was völlig untypisch für sie war. Nach weiteren 5 Km nahm unsere eine Reise ein apruptes Ende, denn wir hatten unser Ziel erreicht. Wir waren in Barßel angekommen, ohne unterwegs auch nur einen Schluck zu trinken.

WOW ! Am nächsten Tag hatten wir dann einen super-tollen Stellplatz in 1. Reihe, direkt am Bootsanleger – Geil!

Unverhoffter Besuch

Der Stellplatz lag idyllisch an einem kleinen Hafen und hatte Platz für 15 Wohnmobile. 2 Plätze waren noch frei und da wir mit Fahrräder am Heck ca. 9,70m lang sind kam für uns nur einer in zweiter Reihe im Schatten infrage. Bernd versuchte einzuparken, wurde aber durch eine Frau behindert, die hinter unserem Mobil herumturnte. Völlig entnervt sagte er zu mir: Geh mal raus und sieh nach, was die von uns will. Ich hatte noch gar nichts mitbekommen, schließlich habe ich ja keine Rückfahrkamera und fragte: Wer?? Bernd explodierte fast und schrie mich an. “ Da steht so eine Bekloppte hinter uns und hält sich ständig am Wohnmobil fest und wenn die da nicht abhaut, mangel ich sie gleich über. Geh jetzt endlich raus. OK, das hätte man auch höflicher sagen können. Ich stieg aus und linste hinter das Wohnmobil. Es war meine Mutter. Welch freudige Überraschung!!!  Wie gesagt, wir hatten sie ewig nicht gesehen. Meinen Vater hatte sie natürlich auch dabei. Schnell wurden Stühle und der Tisch rausgeholt und schon saßen wir wieder bei Tee und Keksen einträchtig beisammen. Nachdem wir sie dann ca. 1,5 Stunden später mit mehreren Umarmungen verabschiedeten, bemerkte mein Vater, dass er keinen Saft mehr auf seinen e-bike hatte. Bernd schloss uns schnell am Strom an, damit wir den Akku aufladen konnten. Meine Eltern und ich machten derweil einen kleinen Spaziergang. Wir legten ein Wahnsinnstempo vor und nach ca. 80 Metern, ruhten wir uns erst einmal aus und setzten uns auf eine Bank. Es gab ja schon wieder so viel zu erzählen und so verging die Zeit wie im Fluge. Irgendwann hatten wir genug Kraft für den Rückweg getankt und wir setzten uns wieder in Bewegung. Papa kontrollierte seinen Akku und gab grünes Licht für den Rückweg. Wir verabschiedeten uns dann nocheinmal herzlich voneinader. Zum dritten und letzten Mal an diesem Tag und sie brausten los. Mittlerweile war es Abend geworden und ziemlich kühl. Wir machten uns noch etwas zu essen und gingen zeitig zu Bett. Da wir keinen Fernsehempfang hatten, schlief ich schon um 20 Uhr ein. Bernd tüdelte noch ein bis 22 Uhr am PC rum, immer auf der Suche nach Aufklebern für unser Wohnmobil. Unserer Meinung nach hatte es zu viel weiße Fläche und wir wollten es etwas aufpeppen.

Dank unserem Freund Gottfried haben wir jetzt auch noch einen Wohnwagen dabei … wir gut, dass wir ne` AHK haben!

005

Am

Norddeutschland, Womo

Jetzt geht´s los nach Westerstede 02.07.2017

Wir hatten fast die ganze Nacht nicht geschlafen und auch einen leichten Kater von unserer Abschiedsfete. Trotzdem waren wir bester Laune, denn ab jetzt waren wir frei. Leute, ich kann euch sagen, ein wahnsinns Gefühl. Wir gingen erst einmal in das Hotel Veldschoten, gleich um die Ecke. Dort waren meine Eltern, Geschwister und deren bessere Hälften untergebracht. Ebenso meine beiden Schulfreundinnen Claudia und Veronica mit ihren Männern Uwe und Hannes. Alle hatten mit uns gefeiert. Nun frühstückten wir zusammen, bevor wir uns verabschiedeten.Wir holten die letzten Kartons, welche Bernd in seinem Büro untergestellt hatte, tankten dort auch noch etwas Wasser und zu guter Letzt baute Bernd seine Musikanlage, die vom Abend vorher noch im “ Päng“ stand,  ab. Dann machten wir uns auf nach Westerstede. Dort verstauten wir die letzten Kartons, bei meinen Eltern auf dem Boden . Wir aßen noch gemeinsam bei ihnen, suchten uns dann einen Parkplatz hinter der Gemeinde und fielen  todmüde ins Bett. Am nächsten Morgen, wie üblich war ich schon um 4 Uhr 30 wach, sammelte ich unsere dreckige Wäsche zusammen und machte mich damit auf zum Hotel Voss. Das Hotel Voss ist das einziege Schokoladenhotel auf der Welt. Es liegt mitten in der wunderschönen Kleinstadt im Ammerland und direkt neben der historischen Kirche auf dem Marktplatz. Es verfügt über einen tollen Welnessbereich, jeder Menge Tagungsräume und Sääle und wahnsinnig vielen Zimmern. Man kann dort fantastisch essen und den Köchen beim Zubereiten der Speisen im dazugehörigen Restaurant “ VOSSINI“ zusehen. Ein echtes Erlebnis. Ich liebe dieses Hotel, weil es erstens wirklich einzigartig ist und zweitens mein Elternhaus und drittens ich dort meine Wäsche waschen kann. Meine Eltern haben das Hotel im Schweiße ihres Angesichts aufgebaut und vor mitlerweile mehr als 20 Jahren meinem Bruder Bernd und meiner Schwägerin Tanja übergeben. Und die beiden machen das richtig prima. Falls ihr mal in der Gegend seid, kann ich euch einen Besuch nur empfehlen und wenn ihr sie von mir grüßt, bekommt ihr ganz bestimmt ein Freigetränk;-)

Wäsche waschen

Zu meinem letzten Geburtstag hat mir mein Bruder einen Wäschewaschgutschein geschenkt. Der ist Gold wert. Jedes Mal, wenn ich also in der Gegend bin, kann ich in der hauseigenen Wäscherei unsere Wäsche waschen. Das ist echt klasse, denn er hat so herrlich große Waschmaschinen und Trockner und 15 Kilo Wäsche sind in sage und schreibe einer Stunde gewaschen und getrocknet. Solltet ihr also einmal in Westerstede sein und eine Frau mit einem sehr merkwürdigen Gang und einem Bettbezug voller Wäsche fluchend hinter sich herschleppend sehen, bin ich das. Ihr könnt ihn mir dann gerne abnehmen. Ich geb dann auch einen aus.

Stellplätze in Westerstede

In Westerstede gibt es zwei Stellplätze. Der erste liegt mitten in der Stadt auf einem riesen Parkplatz. 4 Wohnmobile dürfen dort stehen und ist kostenlos. Man kann dort nicht entsorgen. Der andere umfasst ca. 30 große Stellplätze auf einer Wiese und liegt 1,5 km vom Ortskern entfernt. Kosten liegen bei 9 Euro inclusiv Duschen und Strom pro Tag.

Womo

Abschiedsfete 01.07. 2017

… so haben wir unsere Lieben zur Abschiedsfeier eingeladen

Unsere Abschiedsfete feierten wir im Päng (eine kleine, kultige Kneipe) in Lingen mit 45 Personen, bestehend aus Familie Arbeitskollegen und Freunden. Meine Schwester, brachte für 60 Personen Chili con carne und eine riesige Käseplatte mit. Es schmeckte traumhaft. Bernd und Bennet heizten uns mit Gitarre, Schlagzeug und zweistimmigen Gesang mächtig ein. Es wurde getanzt, gelacht, gegessen und noch mehr gesoffen.

Ines ist für 5 min mit in die Band eingestiegen… und sang professionell den song: 99 Luftballons von Nena

Bernd und ich kämpften um Gesprächsanteile bei unseren Abschiedsworten und  mein Vater hielt eine tolle Rede. Kurzum, die Stimmung war super, wurde aber auch zu späterer Stunde immer wehmütiger und fand seinen Höhepunkt beim letzten Lied, bei dem Lisa (Bernds Sekretärin) so weinen mußte, dass auch Bernd nicht weiterspielen konnte und ihm die Tränen nur so runterliefen. Dieses widerum hatte zur Folge, dass die Hälfte von Bernds Arbeitskollegen nun auch anfingen zu heulen und zu guter Letzt auch ich. Wir lagen uns alle lachend und weinend in den Armen und wußten, dass es nun endgültig ernst wird und dieser Lebensabschnitt vorbei ist.
Es war eine supertolle Fete und wir lagen um 4 Uhr total erschossen im Bett.
Vielen Dank, an alle unsere Freunde, dass Ihr diese Feier für uns so unvergesslich gemacht habt.

Hier ein ganz paar Foto-Impressionen…  und dicken Kuss für Simon & Carina für Euren tollen professionellen Fotos.

 

Womo

Letzter Arbeitstag 30.06.2017

Es war soweit. Endlich!!! Der letzte Arbeitstag war da und ich gab alles um mein Hirn auf Motivation zu stellen. Irgendwie zwecklos. Es hatte die ganze Nacht ununterbrochen geregnet und besseres Wetter war nicht in Sicht. Ich packte also zum allerletzten Mal meinen Rucksack mit meinen Putzklamotten.Bernd befreite netterweise derweil mein E-bike vom Zahlenschloß, welches ja immer am Wohnmobil angekettet ist. Ich schob dann meinen Akku unter den Gepäckträger und stellte auf Start. Das Fahrrad fing augenblicklich an zu rattern und machte einen Satz nach vorn. Es verfügt über eine Schiebehilfe und die war nun durch den anhaltenden Regen daueraktiviert. Bernd sagte sofort; Die Elektronik ist kaputt. So ein Scheiß!!! Das Fahrrad hatte ich erst vor 3 Monaten bei ebay Kleinanzeigen für 1700 Euro gekauft und mir zwischenzeitlich noch einen Ersatzakku für 500 Euro gekauft, damit ich unterwegs immer mobil bin und mit Bernd mithalten kann. Und nun soetwas. Bernd schaltete das Fahrrad noch ein paar mal an und aus. Hektisch und mit den Worten: Ich muss jetzt schleunigst los, entriss ich es ihm und fuhr dann, mit reiner Muskelkraft und ohne elektrischer Unterstützung los. Bernd brüllte mir ein: Versuch es bei deiner Arbeit trocken zu fönen, hinterher. Ich schaffte so ca. 12 Km/h und kam fix und fertig zu meinen ersten Putzjob. Dort wurde ich schon sehnlichst von der Hausherrin , die dringend zur Arbeit mußte erwartet. Ich war spät dran und sie nun auch. Sie bedankte sich noch einmal für meine Tätigkeiten, gab mir meinen Lohn und verschwand. Ich putzte zuerst das Erdgeschoss, holte dann den Fön von oben, schob das Fahrrad rein und fönte wie ein Weltmeister. Nach 15 Minuten startete ich dann das Fahrrad. Es machte sofort einen gewaltigen Satz nach vorne, gegen die Wand. Nun hatte ich 2 Probleme. Die Schiebehilfe war immer noch aktiviert und ließ sich auch immer noch nicht ausschalten und die ehemals weiße Wand war jetzt mit meinem Reifenabdruck verziert. Au Backe!!! Problem 1 rückte sofort in den Hintergrund. Unter lautem Fluchen, schob ich erst einmal das Fahrrad wieder nach draußen. Dann versuchte ich die Wand mit allerlei Wasser und Lappen wieder zu säubern, machte aber alles nur noch schlimmer. Ich hätte heulen können.

Radierschwämme

Dann dachte ich an Radierschwämme und schickte ein Stoßgebet zum Himmel: Lieber Gott, bitte mach, dass sich noch ein einziger Radierschwamm in meinem Rucksack befindet und ich die scheiß Wand wieder sauber bekomme. Mit angehaltetem Atem und fahrigen Fingern durchsuchte ich ihn dann und……… Danke, danke danke lieber Gott, da war noch einer. Gott hatte mein Gebet erhört und ich machte mich wieder ans Werk. Was soll ich euch sagen? Diese Radierschwämme sind Gold wert. Man bekommt praktisch alles wieder sauber und auch die Wand erstrahlte wieder im ursprünglichem Weiß. Noch kurz rübergefönt. Den Fön hatte ich ja noch parat und alles war wie vorher. Tief durchatmen und das obere Stockwerk putzen. Dieses verlief ohne Zwischenfälle und ich begab mich zu dem nächsten Haus, welches auf seine wöchentliche Grundreinigung wartete. Natürlich fluchte ich unterwegs wieder wie ein Kesselflicker, aber nur in Gedanken, denn für lautstarkes Rumgebrülle fehlte mir schlichtweg die Puste. Wer schon einmal Elektrorad ohne Unterstützung gefahren ist, weiß wovon ich spreche. Mit erheblicher Verspätung, durchnässt, verschwitzt, Entschuldigungen und Erklärungen abgebend wurde ich in Empfang genommen. Jenny, so hieß die Hausbesitzerin bedauerte sehr, dass dies nun mein letzter Tag bei ihr sein sollte und fragte, ob ich die Jobs nicht vermissen würde. Ich antwortete aus tiefster Seele: Auf keinen Fall und während Jenny das Haus verließ, machte ich mich an die Arbeit und putzte und wienerte nun zum allerletzten Mal. Ich bekam kaum etwas auf die Reihe und benötigte gut eine Stunde länger als sonst. Als alles restlos sauber war, wiederholte ich die Prozedur mit dem Fön noch einmal. Dieses Mal aber ohne irgendwelche Wände zu beschmutzen. Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben, als sich nach exakt 45 Minuten Föner- und Beeterei das Fahrrad, wieder ganz normal anschalten ließ und ich überglücklich den Heimweg zum Dieksee antreten konnte. Also, nach dem Tag konnte ich mir ehrlich nicht vorstellen, die Arbeit auch nur einen Tag im Leben zu vermissen, aber man soll ja nie nie sagen;-)

Womo

Unser Stromgenerator

Letztes Wochenende sind wir in Lingen geblieben um die letzten Sachen zu erledigen. Bernd hatte den Werkstattleiter von Iveco bekniet uns doch am Freitag am Dieksee zu besuchen und noch einmal , ein allerletztes Mal einen Blick auf unser Wohnmobil zu werfen. Julien, so hieß der gute Mann, kam auch und sah in alle Klappen und auch unter die Motorhaube, beantwortete sehr geduldig unsere dummen Fragen und versicherte uns, das es reichen würde den Zahnriemen nächstes Jahr zu wechseln. Ich hatte den Eindruck, Bernd würde Julien am Liebsten mitnehmen, nur so zur Sicherheit. Ich fragte ihn, ob er auch Ahnung von Stromgeneratoren hätte. Der Vorbesitzer hatte einen einbauen lassen, machte aber keinen Hehl daraus, dass dieser kaputt war. Bernd war damit schon bei einem Fachmann gewesen, der das gute Ding aber auch nicht ins Laufen bringen konnte. Naja, man braucht so ein Teil ja auch eigentlich gar nicht, wenn man Solar auf dem Dach hatte. Bernd war allerdings der Meinung, dass es auch einmal tagelang bedeckt sein könnte. Sozusagen, dass eine Sonnenfinsternis die nächste jagt. Und dann wären wir aufgeschmissen. Es gibt ja kaum Stellplätze mit Strom……………………Julien hatte keine Ahnung von Generatoren, sah sich das gute Teil trotzdem an und Bernd drückte auf den Startknopf um zu demonstrieren, dass das Ding keinen Ton von sich gab. Der Generator sprang auf Schlag an und Julien meite: Geht doch!!! Wahnsinn, wir konnten unser Glück kaum fassen und ließen es solange laufen, bis unsere Batterien bis zum Anschlag voll waren. Es stank wie Hulle und machte auch ziemlichen Lärm. Gott sei Dank, war aber niemand in Sicht- und Hörweite, der sich aufregen konnte. Am nächsten Tag tankten wir Diesel zum Fahren, Gas zum Kochen und Wasser zum Waschen. Außerdem erstand Bernd noch einen Kanister und füllte ihn mit Benzin für den Generator. Zuhause wollte er ihn dann befüllen, was aber unmöglich war, da das Einfüllloch zu weit hinten war und der Rüssel zu kurz. Hab auch gar nicht verstanden, warum er das Ding nicht gleich bei der Tankstelle befüllt hat. Na ja, hatte sicher irgendeinen Sinn. Jetzt haben wir zumindest einen Kanister. Bernd wollte auch noch etwas Luft auf die Reifen geben, was sich aber als unmöglich erwies, denn man kam überhaupt nicht richtig an die Ventile und immer wenn er dachte, nun aber, entwich nur Luft. Also noch einmal zu Iveco. Man kennt uns da schon. 😉

Womo

Mein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk

Zu meinen 5ten Geburtstag hatte ich nur einen Wunsch. Ich wollte eine Schwester. Meine Eltern versprachen es. Ich hatte am 11. Februar Geburtstag und meine Mutter bekam pünktlich am 10 Februar Wehen. Sie presste so lange nicht, bis es 24 Uhr war und Punkt eine Minute nach Mitternacht entband sie. Es war tatsächlich ein Mädchen und nach der Frage, des Namens antwortete meine Mutter: Carina soll sie heißen. Sie bekam ein Armbändchen mit ihrem Namen drauf. Als Carina 2 Tage alt war, meldete sie mein Vater beim Standesamt an und zwar unter den Namen Elke, weil die Puppe meiner Mutter aus Kindertagen Elke hieß und er scheinbar meinte, sie sähe eher aus wie eine Elke. Da meine Mutter im Krankenhaus war und niemand Zeit hatte sich um uns zu kümmern, wurden mein Bruder und ich in ein Taxi verstaut und der Fahrer bekam die Anweisung uns in Augustfehn bei meinen Großeltern abzuliefern. Der kannte das schon, denn meine Eltern hatten zu diesem Zeitpunkt zwar ein Hotel, in dem sie täglich 14 Stunden arbeiteten, aber kein Auto. So wurden wir, wenn besonders viel zu tun war, halt ins Taxi gesetzt und 12 Km weiter, von Omi in Empfang genommen. Diese wußte meist auch nicht, wie ihr geschah, hatte sie doch kein Telefon und mußte immer von den Nachbarn informiert werden, bei denen meine Eltern anriefen. Gut, dass meine Großeltern so häuslich waren, so standen wir nie vor verschlossener Tür.

Einschlafrituale

Ich hatte allerdings in diesem Alter einen Stoffhund, ohne den gar nichts ging. Ich brauchte ihn zwingend beim Einschlafen und nuckeln. Der Hund, war als solcher nicht mehr wirklich zu erkennen, hatte kein Fell mehr und stank ganz erbärmlich. Darum hieß er auch Stinki. Beim Einschlafen steckte ich meinen Daumen in den Mund und die Schnautze von Stinki darüber. Jedesmal schlief ich sofort ein. Vielleicht war es auch eine Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit, resultierend aus dem Gestank, in die ich jedesmal viel. Fakt war, ohne ihn konnte ich einfach nicht schlafen. Ein paar mal kam es vor, dass Stinki zuhause vergessen wurde, dann war das Theater so groß und meine Oma so verzweifelt, dass der Hund mit dem Taxi nachgefahren wurde. Kurz vor meinen sechsten Geburtstag, hat meine andere Oma ihn verbrannt. Ich glaube, meine Schlafprobleme fanden hier ihren Anfang.

Kennenlernen

Als ich meine Schwester zum ersten Mal sah, war ich maßlos enttäuscht. Kein einziges Haar auf dem Kopf und puterrot im Gesicht. Ich wollte nun doch lieber einen Hund, aber da hatte ich die Rechnung ohne meine Eltern gemacht. Die mußte jetzt bleiben. Da ging kein Weg dran vorbei und ich akzeptierte es. Mein Bruder und ich kümmerten uns häufig um sie. Meine Eltern hatten ja nicht soviel Zeit. Elke hatte sogar ein eigenes Gestell, so eins habe ich später nie wieder gesehen. In dieses wurde ihre Milchflasche geklemmt und Elke konnte dann alleine trinken. Wenn sie den Nuckel verlor, schoben mein Bruder Bernd, der knapp 2 Jahre jünger war als ich, oder ich ihn wieder in ihren Mund. Laufen brachte ich ihr bei. Sie kann es aber heute wesentlich besser als ich. Ansonsten schleppte mein Bruder sie überall mit hin. Meine Schwester wurde schnell groß und bereits mit 3 Jahren zog sie sich morgens selbstständig an und ging allein zum Kindergarten. Ich erinnere mich noch an einen Winter, wo die Kindergärtnerin anrief und meinen Eltern davon in Kenntnis setzte, dass Elke viel zu dünn angezogen war. Meine Eltern nahmen daraufhin meine Schwester ins Gebet und am nächsten Tag ging sie mit sage und schreibe 13 Schlüpfern übereinander angezogen in den Kindergarten. Als sie 4 Jahre alt war, wollte sie mal zuhause abhauen. Hotelgäste informierten meine Eltern, dass sie bekleidet mit einem Regenmantel, Hut und einen Schwimmring um den Bauch schon einen Kilometer weit gekommen war. Mein Vater machte sich sofort auf die Socken und fing sie wieder ein. Als sie 5 war, wollte sie mit dem Bus und ihrer Freundin Hille nochmals abhauen. Diesmal mit dem Bus nach Augustfehn zu Omi. Sie stiegen zwar in den richtigen Bus, aber schon in Apen wieder aus. Das war 5 Km vor Augustfehn. Sie schafften es aber unter Mühen und Anstrengungen den Weg zu finden und meine Oma war recht verwundert, als die beiden unangemeldet und ohne Taxi vor der Tür standen. Sie ging rüber zu ihren Nachbarn um von dort aus mit meinen Eltern zu telefonieren, damit sie sich keine Sorgen machten. Die hatten Elke aber noch gar nicht vermisst, waren aber trotzdem froh, dass unterwegs nichts passiert ist. Wenn mein Vater heute anlässlich irgendwelcher Feierlichkeiten Reden hält, sagt er immer Elke hätten sie gar nicht bemerkt, die ist von allein groß geworden. Und das hat sie prima hinbekommen.Heute führt sie zusammen mit ihrem Mann Rainer das Hotel “ Zum goldenen Adler“ direkt am Delft in Emden. Man kann dort fantastisch essen, denn mein Schwager ist genau so ein begandeter Koch wie mein Vater und mein Bruder. Sie haben 2 entzückende Kinder und 3 Enkel.  Auf meine gestrige Frage, wie ihr jüngster Enkel, sie eigentlich nenne, meinte meine Schwester: Superoma. Das hat sie ihm so beigebracht und wird die andere Oma sicher mächtig ärgern. Früher nannte meine Schwester ihre beiden Töchter gerne Elvira Schneckenschiss und Emelie Erdbeer. Dachdem die beiden aber einmal bei Famila verloren gingen und über den Lautsprecher zu hören war: Elvira Schneckenschiss und Emelie Erdbeer suchen ihre Mutter und können an der Information abgeholt werden, ließ sie es. Über meine Schwester könnte ich mehrere Bücher schreiben, würde hier aber den Rahmen sprengen.

 

Womo

23. Juni 2017 Spontane Abschiedsfeier im ARU Büro

Letzte Woche, als ich in aller Hergottsfrühe das ARU Büro putzte kam Benedikt, Bernds Nachfolger als Geschäftsführer, wie üblich als erster. Frei nach dem Motto, der frühe Vogel fängt den Wurm. Er fragte, was wir am Freitag den 23. Juli vorhätten. Wir hatten noch nichts vor und Benedikt meinte das wäre prima, denn er und die Mitarbeiter planen eine Abschiedsfeier ab 13 Uhr für diesen Tag und ich solle dafür sorgen, dass Bernd dann auch wirklich anwesend ist und natürlich Klappe halten. Wer mich kennt, weiß wir schwierig der letzte Teil für mich ist, aber ich schaffte es. Bernd informierte mich schon Tage im Vorraus, dass er am Freitag unmöglich früh gehen könne. Benedikt bräuchte unbedingt seine Hilfe und die anderen auch. Eigentlich könne er auch gar keine Europareise machen und er wisse auch gar nicht, wie sie es ohne ihn schaffen sollten :-). Kurzum, er fühlte sich gebraucht und sehr sehr wichtig. Ich nickte immer nur mit dem Kopf und sagte, wäre sowieso gut mal in Lingen zu bleiben, um die letzten Sachen zu erledigen. Der Freitag kam und ich betrat schon um kurz nach 12 Uhr frisch geduscht, dezent geschminkt und ordentlich angezogen (nicht in meinem Putzoutfit) das Büro, leerte schnell nocheinmal die Mülleimer, putzte die beiden Toiletten und saugte hier und dort, wo es nicht so sehr stöhrte. Die Tür zu Bernds Büro war geschlossen, was auf Arbeit schließen ließ. Renate, Bernds und jetzt auch Benedikts Sekretärin hatte schon Pizzen bestellt. Bernd ahnte nichts. Auf Renates Frage welche Pizza er wollte, sagte er keine, er hätte noch Essen von gestern übrig. Renate meinte daraufhin: Mensch Bernd, Benedikt gibt einen aus und welche Pizza möchtest du jetzt und welche nimmt Ines. Daraufhin Bernd: Ines??? Die ist doch gar nicht hier und wie wollt ihr die denn erreichen, sie hat doch kein Handy. Aber Renate schaffte es ihm irgendwie zu entlocken, dass ich am Liebsten Pizza Hawai esse. Renate meinte zu mir, der hat überhaupt nichts gerafft. Die Pizza kam pünktlich und ich ging in Bernds Büro, wo er sehr vertieft im Gespräch mit einem Mitarbeiter war. Auf meine Auffordung zum Essen zu kommen, antwortete Bernd: Wir machen dieses hier erst einmal zu Ende und …. was machst du eigentlich hier?? Auf die Frage gab ich keine Antwort, sondern sagte nur: Du kommst jetzt, denn alle anderen warten schon und das Essen wird kalt. Benedikt hatte noch einen Auswärtstermin, kam aber auch 2 Minuten später. Nach dem Essen  lotzte ich Bernd raus zum Rauchen, damit seine Kollegen die Überraschung vorbereiten konnten. Die war wirklich gelungen. Allerdings entgleisten Bernd und mir erst einmal die Gesichtszüge. Nämlich als Benedikt sagte, holt schon mal die riesige Topfpflanze rein. Kann die überhaupt einer allein tragen? Unser entsetzter Blick sprach anscheinend Bände, denn es gab schallendes Gelächter und natürlich keine riesige Topfpflanze fürs Wohnmobil. Puh, der Kelch war an uns vorbeigegangen. Wir bekamen einen niedlichen kleinen leeren  Koffer, der mit Aufklebern, von jeder Menge Ländern beklebt war.

Nach und nach kam ein Kollege nach dem anderen und füllte, unter lautem Lachen und Beifall der anderen, den Koffer mit vielen nützlichen, witzigen und liebevoll ausgesuchten Dingen. Wir waren echt gerührt.

Dann gab es noch einen Film zu sehen, mit jeder Menge Erinnerungsfotos und Filmchen der vergangenen Jahre. Von der lieben Lisa super zusammengestellt und mit ganz viel Liebe gemacht. Zum Abschluss wurde Bernd noch ein Buch, ähnlich wie ein Poesiealbum überreicht. In diesem hatte jeder Mitarbeiter, etwas über sich und sein Verhältnis zu Bernd geschrieben. Wir haben es später am Abend vor unserem Wohnmobil durchgelesen und waren hin und weg. Zum Glück war das nicht Bernds letzter Tag, sonst hätte er mit Sicherheit geweint.

Vielen vielen Dank an euch alle vom ARU-Team. Ihr seid spitze!!!

Womo

Dorsten 16.06 -18.06 Wir kaufen uns ein Kanu

Großprojekt Kanukauf

Da Bernd unglaubliche Angst hatte, wir hätten unterwegs zu wenig zu tun und keinerlei sportliche Betätigung, wollten wir uns ein Kanu (Kajak) kaufen. Unserer Meinung nach die einzige Sportart, die wir gemeinsam ausüben könnten. Wir hatten es auch schon mit Wandern und Radfahren probiert, waren aber bei beiden gänzlich gescheitert. Bernd hatte sooo lange Beine, wenn er einen Schritt machte, musste ich drei machen. Meine Gangstöhrung war auch sehr hinderlich und beim Radfahren fuhr er ständig 200 Meter vor mir her, drehte sich suchend zu mir um und versuchte mich unter lautem „Kommrufen“ zu sich heranzuwinken. Er hatte früher einmal Radsport betrieben und immer noch äußerst trainierte Beine. Ganz im Gegenteil zu mir. Ich gab natürlich trotzdem alles und fuhr pustent und schwitzend hinter ihm her. Ich versuchte den Abstand zwischen uns zu verringern. Mir war schon richtig schlecht vor Überanstrengung und bevor ich gar keine Puste mehr hatte, schrie ich verzweifelt: Fahr langsamer!!!! Darauf Bernd: Wenn ich noch langsamer fahre, kipp ich um. Ich war stinksauer und als wir endlich nach 10 Kilometern und ich nahe dem Erschöpfungstod unser Ziel erreicht hatten, hatte sich zu allem Überfluss auch noch meine Jacke hinten über meinen Sattel geschoben. Ich kam einfach nicht mit meinem Hintern hoch und konnte demzufolge natürlich nicht absteigen. Also kippte ich ganz langsam um. Quasi in Zeitlupe. Bernd rief noch: Pass auf!!! aber da lag ich auch schon, mit aufgeschrammten rechten Knie und blutiger rechter Hand unter meinem Fahrrad. Auch, dass Bernd mir dann half wieder hochzukommen, nützte nichts, ich hatte seit diesem Zeitpunkt einfach keinen Bock mehr mit ihm zusammen Rad zu fahren.

Oberarme wie ein Ringer

Also wollten wir uns ein Kanu kaufen. Denn wenn ich eins hatte, waren es Armmuskeln. Meine Oberarme sind der Hammer und doppelt so dick wie die von Bernd. Mit ordentlich Wumms dahinter. Das liegt daran, dass ich aufgrund fehlender Beinmuskulator keine Treppe raufkomme und mich immer mit den Armen am Geländer hochziehen muss. Da ich ein ordentliches Kampfgewicht habe und alle meine Haushalte Treppen haben, bin ich ständig in Übung und meine Arme aufgepumpt wie die eines Kampfringers. Also beim Kanufahren hätte ich keine Probleme. Es sollte ein gutes sein und natürlich nicht so schwer und möglichst wenig Stauraum im WOMO sollte es benötigen.Diesmal durchforstete Bernd wochenlang das Internet und eigentlich kam nur ein aufblasbares, aber trotzdem stabiles Boot in Frage, in dem man gut saß und keine Rückenschmerzen bekam. Es durfte auch nicht so klein sein, denn Bernds elendig langen Beine mußten schließlich irgendwie untergebracht werden. Bernds Recherche ergab, dass es in Dorsten einen großen Kanushop gab und den wollten wir am Wochende besuchen und uns das heißersehnte Teil kaufen. Bernd rief den Inhaber im Vorfeld ein paar mal an, um Vorabinformationen zu bekommen, aber ohne Erfolg. Der Typ war nicht besonders gesprächig und beantwortete eigentlich keine von Bernds zahllosen Fragen.
Franziska, eine Cousine von Bernd, die er 10 Jahre nicht gesehen hatte, war durch den Zeitungsartikel über unseren Ausstieg auf uns aufmerksam geworden und wollte uns gerne einmal wieder sehen. Wir verabredeten uns mit ihr und ihren Mann Klaus in Dorsten, wo sie uns einen Stellplatz freihielten. Die Wiedersehensfreude war groß und wir verbrachten 2 sehr harmonische Tage miteinander. Viele Grüße an die beiden an dieser Stelle!
Am Samstag morgen, nach einem guten Frühstück, schwangen wir beiden uns auf unsere Räder und fuhren also zum Kanuladen, welcher ca. 4 km vom Womo-Stellplatz entfernt war. Wir fanden ihn auf Anhieb, auch wenn wir zuerst nicht glauben konnten, dass er es war. Ein total dreckiges verwittertes Schild, darunter 4 gammelige Boote und gegenüber eine Scheune in denen ein paar Kanus untergebracht waren. Na, das hatten wir uns aber anders vorgestellt. Bernd sagte zu der Dame, die dort bediente, dass er schon mehrfach ihren Mann angerufen hätte, um uns anzumelden. Daraufhin antwortete sie absolut trocken: „Das ist nicht mein Mann, wenn er´s wäre, wäre ich schon tot“. Und er wäre im Augenblick auch Gott sei Dank nicht da. Sie war 1,60 m klein und hatte gerade 4 kg zugenommen und wog jetzt 46 Kg, worüber sie sehr froh war. Außerdem rauchte sie seit 2 Tagen nicht mehr und völlig fasziniert berichtete sie, dass ihre Haare immer noch nach Shampo rochen. Ich war drauf und dran zu fragen ob ich mal schnuppern dürfe, verkniff es mir dann aber. Desweiteren setzte sie uns davon in Kenntnis, dass ihr Chef etwas merkwürdig ist, nicht sehr kommunikativ, kein Menschenfreund, sehr distanziert aber trotzdem ein guter Mensch, weil er sich 6 Monate im Jahr in Thailand um streunende Hunde kümmert. Fragen würde er auch keine beantworten, aber dazu wäre sie ja da und ihr Name ist Nadja. Für uns würde nur ein längeres Boot in Frage kommen, sagte sie mit Kennerblick auf Bernds Beine und bevor wir Fragen stellten, sollten wir die Boote lieber ersteinmal ausprobieren. Das taten wir dann auch. Bernd hatte sich vorab ja schon sehr im Internet informiert und sich innerlich schon für ein bestimmtes Kanu entschieden. Name ist mir gerade entfallen. Dieses trugen Bernd und sie zum Wasser und ich trottete hinterher. Die Fenne wurde unter dem Boot angebracht (keine Ahnung wozu die wichtig ist ?!) und das Boot zu Wasser gelassen. Bernd sollte zuerst einsteigen und während er dieses tat, hielten Nadja und ich das Boot fest. Unter sehr großen Gewackel schaffte er es und ich wenig später auch. Ich wollte losrudern, aber da von vorne ein großes Binnenschiff kam, wollte Bernd lieber noch warten. Ich sagte: Quatsch, der Fluss ist breit genug und wenn wir jedesmal warten wenn ein Schiff kommt, kämen wir nie voran. Ich ruderte los und Bernd, der ja weil er hinten saß, für die Steuerung zuständig war, navigierte uns immer schön rechts am Rand entlang.  Das klappte auf Anhieb. Wir waren scheinbar Naturtalente, trauten uns aber kaum zu bewegen, weil es unglaublich wackelig war, besonders als ein riesiges Binnenschiff in gehörigem Abstand an uns vorrüberzog. Bernd meinte dann, ich solle mich mal umdrehen, ob noch ein Schiff von hinten käme. Ich fragte ihn, warum er sich nicht selbst umdrehen könne. Daraufhin meinte er allen Ernstes, von vorne hätte man einen besseren Blick, wenn man nach hinten sehen würde. Ja nä, ist klar. Ich drehte mich also um und sah….. Bernd, der natürlich hinter mir saß. Allein mein Umdrehen brachte das Boot schon wieder ziemlich ins Schwanken. Ich will an dieser Stelle nicht wieder auf mein Gewicht zu sprechen kommen. Ein anderer erfahrener Kanufahrer kam uns nun entgegen und rief, wir sollten das Paddel enger halten – Schulterbreit. Ich daraufhin zu ihm: Wir machen dies zum ersten mal. Darauf antwortete er: Das sieht man!!! Also doch keine Naturtalente. Illusion beraubt. Wir drehten um, was ganz gut klappte und ruderten in gutem Tempo zurück. Der Tipp, die Paddel enger zu halten, war Gold wert. Das Aussteigen war noch einmal ein kleine Herrausforderung, aber klappte besser als gedacht. Nun wurde gerade ein anderes Kanu frei. Ein KXone-Slyder-485. Etwas breiter nicht so aerodynamisch und mit etwas höheren wulstigeren Seiten. Bernd hatte sich im Vorweg schon gegen dieses Modell entschieden, meinte aber jetzt, wir könnten ihn ja doch noch eben ausprobieren. Ich hatte eigentlich überhaupt keine Lust wieder in so ein wackeliges Boot einzusteigen. Ich meine, war ja schon toll, dass wir beim ersten Mal nicht umgekippt sind und man muss sein Glück ja auch nicht überstrapazieren. Aber mitgehangen, mitgefangen. Also die gleiche Prozedur wie beim erstenmal. Bernd stieg zuerst ein, dann ich, während Nadja und ihre 15jährige Tochter das Boot festhielten. Ich setzte mich vorsichtig und bemerkte sofort, dass dieses Boot viel sicherer im Wasser lag. Es schaukelte quasi überhaupt nicht und wir ruderten los. Dadurch das die Seitenteile etwas höher waren, fühlte ich mich irgendwie sicherer und hatte nicht permanent das Gefühl gleich rauszufallen. Bloß blöd, dass Bernd, wie ich dachte, anderer Meinung war. Nach 3 Minuten einträglichen Ruderns, hielt ich es nicht mehr aus und sagte zu Bernd gewandt: Ich mag´s ja gar nicht sagen, aber ich finde dieses Boot besser. Bernd legte daraufhin eine Schweigeminute ein, die er mit einem erleichternen lauten Ausatmen und den Worten beendete: Gott sei Dank, ich auch! Wie schön, der Drops war gelutscht und wir waren uns mal wieder einig ! Wie fast immer!

… das laaaaaange Kajak (unten im Bild) gehört nun uns!! 4,85 m lang … das reicht sogar für Bernds Model-Beine

Jetzt ging es ans Bezahlen, was tatsächlich der Chef, er war mittlerweile eingetrudelt, selbst erledigte. Bernd machte seine üblichen Späßchen, wollte auch noch etwas handeln, aber der Chef ging auf keines von beiden ein. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie einen Menschen kennen gelernt, der so völlig ohne Humor ist. Nicht mal ein klitzekleines Fünkchen davon war in ihm drin und Bernd war schon kurz davor zu fragen, ober er sich noch an den Zeitpunkt erinnern könne, an dem er den Spass an seiner Arbeit verloren hatte, verkniff es sich angesichts der eisigen Mine aber lieber. Stattdessen fragte er höflich, ob es irgendwie machbar wäre, dass das Boot zu unserem Stellplatz gebracht wird. Die Antwortet war wie nicht anders zu erwarten negativ, aber wir könnten ja Nadja fragen. Ich ging also wieder zum Wasser, wo Nadja und ihre Tochter immer noch Schwerstarbeit leisteten und jeder Menge Kaufwilligen, in und aus den Booten halfen und zwischendurch immer mehr von diesen aus dem Laden anschleppten. Mittlerweile hatten sich 5 Paare entschieden ein Boot zu kaufen. Alle kauften das erste Model. Wir hatten uns ja für das andere entschieden und auch schon bezahlt. Ich sah an Bernds Gesicht, dass er leicht verunsichert war, also sagte ich ihm mit aufmunternden Blick: Schatzi, wir sind halt nicht wie die anderen und Bernd entspannte sich augenblicklich. Auf meine Frage, ob Nadja uns das Boot bringen könnte, antwortete sie sofort mit: „natürlich“ und wir machten eine Uhrzeit ab. Damit war alles erledigt und wir radelten heim. Um 16 Uhr kam dann wie verabredet Nadja und brachte unsere neueste Errungenschaft. Wir bedankten uns überschwenglich und Bernd gab ihr noch etwas Trinkgeld für ihre Mühe. Dann bemerkte Bernd, dass ein Standuppaddel fehlte und Nadja bemerkte, das Poster in unserem Fenster, welches Bernd mit Gitarre zeigt. Bernd fragte, ob sie das Paddel eventuell auch noch bringen könnte, welches sie sofort mit „ja klar“ beantwortete. Super sagte ich , dann spielt Bernd Dir zum Dank sicher noch etwas auf der Gitarre vor. Völlig begeistert erwiderte sie: „dann bringe ich noch meine Tochter mit“. Gesagt, getan und eine Stunde später saßen wir einträchtig zusammen, unterhielten uns super, lauschten den Gitarrenklängen, während Klaus mit Inbrunst und sehr professionell Köstlichkeiten für uns grillte.

… das ist Klaus … aber keine Angst, die niedlichen Endlein sind nicht die Köstlichkeiten vom Grill !!

Später am Abend verabschiedeten wir die beiden und Nadja nahm uns das Versprechen ab, sie bald zu besuchen.

Es war wieder ein toller Tag mit vielen Erlebnissen und einem nicht unerheblich reduziertem Bankkonto!!

Womo

Der Countdown läuft Noch 2 Wochen

und unsere Nerven liegen blank

Bernd kümmert sich um den Papierkram und das macht er wirklich ganz prima.Ich gebe Anweisungen und das mache ich wirklich ganz prima und Bernd setzt es um.Riesterenten und Direktversicherungen werden beitragsfrei gestellt, denn wir möchten später nicht soviel Rente haben. Ich habe mich , in zahlosen schlaflosen Nächten ausgiebig mit dem Thema beschäftigt und bin zu der Erkenntnis gelangt, dass unser bisher erworbener Rentenanspruch absolut steuerfrei ist. Alles was wir jetzt noch einzahlen würden, täten wir für das Finanzamt und ich bin der Meinung, für diesen Verein haben wir mehr als genug gezahlt. Trotzdem wird keine einzige Strasse nach uns benannt. Und wir drehen jetzt den Geldhahn zu. Mit der Krankenkasse sieht es ähnlich aus. Wir sind gesetzlich versichert und Bernd war immer mit dem Höchstbeitrag dabei. Das waren jeden Monat ein paar hundert Euro. OK, er war auch 2 mal im Jahr zur Kontrolle, wegen seiner ca. einer Million Lebenflecken, beim Hautarzt. ( Im früheren Leben war er höchstwahrscheinlich ein Leopard). Ansonsten war er die letzten 12 Jahre nicht einmal krankgeschrieben. Ich gehe überhaupt nicht zum Arzt, hole nur alle 3 Monate mein Rezept für meine Restlesslegstabletten ab. Da fällt mir ein, dass ich irgendwie versuchen muss, einen Vorrat für die Überwinterung im Ausland zu horten. Sonst bin ich echt aufgeschmissen. Mit der Krankenkasse habe ich telefoniert und unseren Fall geschildert. Die Dame am Telefon war sehr kompetent und rechnete mir aus , dass wir zukünftig mit ca 200 Euro Monatsbeitrag zu rechnen hätten. Zusammen!!!! Wahnsinn, ich hätte mit viel viel mehr gerechnet. Sie schickte uns dann ca 12 Seiten Formulare zu, welches nun Bernds Aufgabe war, diese auszufüllen. Ich bin zu so etwas wirklich nicht in der Lage und schliesslich hatte ich ja auch schon das Telefonat geführt. Bernd war begeistert und hat sich eine Woche lang jeden Tag bei mir ausgekotzt. Nützte nichts, da musste er durch und er hat es tatsächlich hinbekommen. Mein Held!!!!

Kontowechsel

Bisher hatten Bernd und ich jeder ein eigenes Konto. Bernd sein ganzes Leben bei der Sparkasse und ich war bei der OLB. Bernd zahlte schon seit geraumer Zeit Kontoführungsgebühren, welches mich jeden Monat auf´s Neue aufregte. Auch wollte ich später bei Auslandsabhebungen, möglichst wenig Geld ausgeben, denn mit den Jahren würde dort eine stattliche Summe zusammenkommen.Also wieder das ganze Internet durchforstet in weiteren schlaflosen Nächten. Wenn ihr euch jetzt fragt, warum macht die das nicht einfach am Tag ist die Antwort: Weil ich am Tag immernoch von einem Putzjob zum nächsten hetze. Im Internet gab es zahllose gänzlich kostenfreie Institute, aber da ich noch nie von diesen Banken gehört hatte und wir auch bei Problemen, niemanden anrufen konnten, Bernd sowieso misstrauisch ist bei allem was er nicht kennt, entschieden wir uns für ein kostenfreies Gemeinschaftskonto mit Kreditkarte bei meiner OLB. Wir machten also einen Termin dort und Bernd erwähnte während des Beratunggesprächs mindestens 12 Mal, wie lange er bei der Sparkasse war und wie zufrieden er dort war. Die nette Dame und ich schauten uns immer wieder an und verdrehten das ein oder andere Mal unauffällig unsere Augen. Die Kreditkarte kostete 2 Euro im Monat. Damit konnten wir leben. 12 Auslandsabbuchungen im Jahr, also eine im Monat , waren kostenlos. Jede weitere Abhebung 5 Euro. Für uns heißt das, dass wir unseren gesammten Bedarf am Monatsersten abheben um die 5 Euro zu sparen. Falls einer bei uns einbrechen möchte, wäre es also am lohnensten dieses am Anfang der Monate zu tun. Da wir aber 2 Schlösser, eine Alarmanlage vom Feinsten und  Einbrecher ja auch nicht ewig Zeit haben, fühlen wir uns recht sicher. Außerdem habe ich mittlerweile wirklich gigantisch tolle Verstecke.Erst vorgestern habe ich völlig überraschend 100 Euro gefunden , die ich dort vor ca 2 Monaten versteckt hatte. Boah äi, ich hatte das Gefühl im Lotto gewonnen zu haben. Immer wenn ich ein neues rasend gutes Versteck gefunden habe, schicke ich Bernd auf die Suche und Leute, wenn ich nach geraumer Zeit nicht immer kalt , wärmer, wieder kälter, etwas wärmer, fast heiß usw. sagen würde, würde er es, davon bin ich überzeugt, nie finden. Wir mussten dann ca. 24 Mal unsere Unterschrift leisten, das ganze dauerte round about 2 Stunden und alles war erledigt. Wir mussten noch nicht einmal unsere Versicherungen anschreiben, um den Kontowechsel mitzuteilen, alles vollautomatisch.Herrlich!!! Und wieder ein Punkt abgearbeitet.Nun mußten wir uns und unser Wohnmobil nur noch ummelden und neue Pässe beantragen, aber das geht erst am 2.ten Juli. Unsere neue Meldeadresse sollte in Westerstede bei meinen Eltern sein und dorthin geht es direkt nach unserer Abschiedsfete am 1. Juli.