Womo

Vila Nova de Cerveira Nordportugal 22.09.2018 – 24.09.2018

Gestern am späten Nachmittag dachten wir, dass wir einen Stellplatz in Nigran gefunden hätten.

Es standen jede Menge Wohnmobile dort herum und auch wir fanden noch ein Plätzchen. Zuvor hatten wir Wasser an einer Tankstelle getankt, denn morgen sollte gewaschen werden. Schon unterwegs machte ich uns während der Fahrt Bratkartoffeln. Das war gar nicht mal so einfach, denn ständig musste ich aufpassen, dass „ich“ nicht umkippte und zusätzlich dafür sorgen, dass die Pfanne auf der Flamme blieb. Als Bernd dann tankte und sah, dass ich am Kochen war, bekam er fast einen Nervenzusammenbruch. Irgendwie wurde mir es dann auch etwas mulmig, mit dem Gasherd zu hantieren, während wir tankten und ich stellte ihn vorrübergehend aus. Natürlich nur, bis wir die Tankstelle wieder verließen. 15 Minuten später waren wir dann an besagten Stellplatz. Die Bratkartoffeln waren goldbraun und ich haute schnell noch für jeden 2 Spiegeleier in die Pfanne. Nun noch gewürfelter Schinken und damit auch die Vitamine nicht zu kurz kamen, gab es noch ein paar Scheiben Tomate dazu.

Wir hatten gerade aufgegessen, da klopfte es an der Tür. Draußen standen zwei Polizisten und gaben Bernd wirklich sehr freundlich zu verstehen, dass wir auf einem Hotelparkplatz stünden und wir weiterfahren mussten. Bernd war richtig bedient, denn es gehört nicht zu seinen Lieblingsaufgaben im Dunkeln zu fahren und dabei einen Stellpatz zu suchen. Nützte aber nichts und so machten wir uns mit all den anderen Mobilen vom Acker. Ich hatte bei unserer Park 4 night App einen weiteren Platz gefunden und den steuerten wir nun an. Unser Navi hatte sich aber anscheinend auch schon auf Feierabend eingestellt, denn es lenkte uns kreuz und quer durch die Stadt. Irgendwann fuhren wir sogar verkehrt herum durch eine Einbahnstrasse und unsere Nerven lagen ziemlich blank. Das äußert sich meistens so, dass wir uns anbölken und jeder dem anderen die Schuld an unserer jeweiligen Misere gibt. Irgendwann hatten wir es aber geschafft und einen Platz zum Schlafen gefunden.
Dieser war, wie fast immer, direkt am Meer in einer Bucht (Praia Americana). Unzählige Lichter erstrahlten vom Festland und es sah wirklich toll aus. Bernd und ich hatten es aber heute nicht so mit der Romantik und waren ehrlich froh, als wir zum Liegen kamen. Vom Bett aus sahen wir dann noch einen spannenden Thriller, dann wurde geschlafen. Ich steckte mir Ohropax in die Ohren, denn das Meer war so verflucht laut, dass ich sonst kein Auge zubekommen hätte.

Das war unser Übernachtungsplatz

Am nächsten Morgen ging es dann weiter zum Wäschewaschen. Ich wollte es zwar an Ort und Stelle erledigen, aber Bernd meinte, dass es für die Mitmenschen untragbar wäre, wenn sie eine geschlagene Stunde das Geknatter unseres Generators ausgesetzt wären. Auf meinen Einwand, den würde man bei dem Getöse des Atlantiks gar nicht hören,  ging Bernd nicht ein und so fuhren wir ab. (Ines war mal wieder in Ihrem Wasch-,Wasserhol-, Entsorgungsmodus und dann ist ihr alles egal und sie trifft dann manchmal keine rationellen Entscheidungen mehr. Der Strandparkplatz an dem wir übernachtet hatten war sehr gut besucht, jede Menge Leute aus den gegenüberliegenden Hotels gingen hier spazieren … also überhaupt kein abgelegener Ort …  und wollte Sie auf diesem Parkplatz wirklich Lärm machen und auch noch die Wäsche draußen aufhängen ???)
Weit mussten wir nun nicht mehr, denn schon nach ca. 10 Kilometern abseits der Stadt fand Bernd einen Schotterparkplatz. Dort stand lediglich ein verlassener Schulbus, einige abgestellte Container und nun auch wir.

Wärhrend sich die Wäsche in der Waschmaschine drehte (und der Generator bei 2,4 kW hier ruhig volle Pulle laufen und Krach machen konnte), kochte ich, von Connys Hühnertopf inspiriert, ein Coque a vin a la Ines im Schnellkochtopf.

Für die große Bettwäsche eignet sich unser Saloon zudem sehr gut als überdimensional großer Wäscheständer … und hier stört es für die 1 Stunde zum trocknen niemanden.
Idyllisch in die Natur eingefügt 🙂

Mit Coque a vin hatte es nur den Wein gemeinsam, denn ich haute alles rein, was der Kühlschrank hergab und was weg musste. Darunter war sogar eine Chilisalatcreme. Nach 20 minütigem Kochen, war alles fertig.

Wow, war das lecker!!! 5 ***** für dieMeisterköchin !

Ich bin immer wieder erstaunt und überrascht, woher der Topf weiß, dass alles gar ist. Hat wahrscheinlich etwas mit Physik zu tun. Das habe ich noch nie verstanden. (genau, das könne wir ja nachlesen und ich erkläre es Dir dann mein Schatz ! 🙂  Nachdem der Druck dann aus dem Topf gewichen war, probierte ich ganz vorsichtig. Huihuihui, etwas scharf war es schon geworden, aber irgendwie schmeckte es, wie soll ich sagen, sehr interessant. Während das Essen noch etwas abkühlte, hängte Bernd die Wäsche auf und dann servierte ich. Bernd, der ja (was das Essen angeht) wirklich nicht anspruchsvoll ist, schließlich ist er ja mit mir verheiratet, war ganz begeistert und mir viel ein Stein vom Herzen. Danach haben wir noch (getrennt) geduscht, denn wir hatten pausenlos geschwitzt. Bernd draußen beim Waschen des kompletten Wohnmobils und ich drinnen beim Kochen. Nun war auch die Wäsche trocken und wir konnten weiterfahren.

Die portugiesische Grenze war nur noch 19 Kilometer entfernt und 20 Minuten später waren wir dann auch schon dort. Portugal begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein, grünen Wäldern und 28 Grad.

Der Zufall führte uns dann nach Vila Nova de Cerveira, ein kleines Städchen im Norden. Dort gab es sogar einen richtigen kostenfreien Stellplatz mit Ver- und Entsorgung, nur einen Katzensprung von der historischen Altstadt entfernt. Hier war richtig was los und wir waren froh, noch einen Platz ergattert zu haben. Nun hatten wir uns etwas Entspannung verdient und scrabbelten eine Runde.
Danach machten wir einen Spaziergang. Wir mussten nur die Bahnschienen überqueren, die direkt neben unserem Wohnmobil verliefen (das kann eine heitere Nacht werden), und schon waren wir an dem großen Fluß Rio Mino (der 20 km weiter südlich in den Atlantik führt). Irgendwie schien es ein Freizeitgelände zu sein, denn unzählige Menschen tummelten sich dort. Mit einer Fähre konnte man zur anderen Seite des Ufers fahren, Kajaktouren wurden hier angeboten und sehr zur Freude von den vielen Kindern, gab es hier ebenso einen großen Spielplatz.

Nachdem wir an der Promenade entlang flaniert waren, führte uns unser Weg in die Altstadt.

Auch hier herrschte lebhaftes Treiben und schnell stellten wir den Grund dafür fest. Zufällig hatten wir die Woche erwischt, in der sich die gesamte Altstadt in ein einziges Kunstobjekt verwandelt hatte. Zahlreiche Künstler hatten ihre Werke ausgestellt. In einer Halle konnte man hiesiges Selbstbasteltes- und Hergestelltes erwerben und Bernd kaufte sich einen besonderen Honig und ich bekam eine handgemachte Halskette. Von den Türmen der Stadtmauer flossen bunte Plastikrohre in den portugiesischen Landesfarben, bis hin zur Erde. Diese leuchteten bei Dunkelheit. Jedes Haus war geschmückt und zwar ausnahmslos mit Häkelarbeiten. Wirklich toll, wieviel Mühe sich jeder gemacht hatte. Ein Haus war sogar komplett mit Häkelarbeiten übersäht, aber seht selbst..

War der Verpackungs-Künstler Christo hier am Werk??

Überall waren dann auch noch bunte überdimensionale gehäkelte Figuren zu bestaunen.

lebensgroße Puppen… komplett (um)häkelt

 

E.T.  … nach Hause telefonieren

Kurz gesagt, es war klasse. Wir schlenderten durch die Gassen, hörten einen genialen Geigenspieler zu und tranken zum Schluss noch einen Kaffee vor einem Restaurant. Nun wurde es kühler. Kein Wunder, die Sonne war längst unter gegangen. Zeit für uns zum Saloon zurück zu gehen.

Und hier sitzen wir nun und während Bernd die Fotos zum letzten Beitrag reinsetzt, beende ich nun diesen neuen Beitrag und wünsche euch allen eine gute Nacht.

Unsere Wanderung bei sengender Hitze!

Wir beschlossen noch einen Tag hier zu bleiben und eine ausgiebige Wanderung zu machen. Leider konnte ich aber nicht vorgehen, weil ich nie im Leben den richtigen Weg gefunden hätte. So stampfte ich wie üblich hinter Bernd her. Wir wollten ganz nach oben auf den Berg, den wir von unserem Saloon sehen konnten.

Es war irre heiß und die Steigung war enorm. Dagegen war die zu Georg und Conny rauf direkt ein Kindergeburtstag.

Ich kam mit meiner Atmung kaum hinterher und idiotischerweise hatte ich mir zuvor auch noch das Gesicht eingecremt. Die ganze Suppe lief mir ständig in die Augen und brannte wie Hulle. Bernd kennt diese Probleme ja nicht, kommt er bei meinem Tempo doch nie ins Schwitzen. Er hat allerhöchstens mal einen nassen Rücken, weil er immer den Rucksack mit unseren Getränken schleppt. Toll ist aber, das er ständig ein Tempo in der Tasche dabei hat, welches eigentlich für eventuelles Naseputzen gedacht ist und immer wieder gerne an mich abgetreten wird. So kann ich zumindestens zeitweise etwas sehen. Zwischendurch macht Bernd mich immer wieder auf die grandiosen Panoramen aufmerksam.

Eine herzförmige Insel im Fluss … im Hintergrund geht es wieder in den Atlantik

Aus besagten Gründen seh ich aber nicht viel davon. Wie gut, dass Bernd immer Fotos macht, so kann ich mir die Landschaft dann später im Saloon ansehen. Auch erzählt Bernd häufig etwas, aber weil mir das Blut so in den Ohren rauscht und meine Atmung gefühlsmäßig an die 90 Dezibel rangeht, verstehe ich ihn fast nie. Das ist nicht weiter schlimm, denn antworten könnte ich sowieso nicht. Stetig geht es höher und höher. Das ist ja meist so, wenn man zum Gipfel will und nicht wirklich überraschend.

Hier geht es rauf zum höchsten Punkt … dem Aussichtspunkt

Trotzdem bin ich nach jeder Biegung entsetzt und enttäuscht, dass nicht zumindest ein kleines Stück gerade verläuft und ich wieder zu Atem kommen könnte. Zu allem Überfluss kamen zu guter Letzt auch noch jede Menge Stufen. Mein ganz persönlicher Alptraum.

Noch keine blauen Lippen … also weiter gehts und wird bestimmt wieder mit ein paar Minus-Gramm belohnt 🙂

Nun ist mir aber endlich auch mal das Glück hold, denn es gab ein Treppengeländer auf den letzten Metern, an denen ich meine Kilos hochziehen konnte. Endlich war es vollbracht und wir ganz oben. Ich ließ mich auf den nächstbesten Stein nieder und sagte 10 Minuten erstmal nichts und trank und trank und trank.

Wieder erholt strahlt die Ines in die Kamera. In dem Steinbogen auf dem höchsten Punkt wurde ein „Windspiel“ installiert.

Langsam erholte sich mein Körper etwas und endlich konnte ich die tolle Aussicht wahrnehmen. Ich muss schon sagen, der Aufstieg hatte sich echt gelohnt. Das Panorama war wirklich überwältigend und wir blieben über eine halbe Stunde dort oben.

Ines personal trainer !

Von der Stadt konnte man zeitweise Blasmusik hören, denn dort war das Fest noch immer in vollem Gang. Der Fluss schlängelte sich durch die grüne Landschaft und mündete Kilometer weiter in den Atlantik. Das alles konnten wir sehen und waren ehrlich begeistert.

Nun begann der Rückmarsch. Dabei kommt man zwar nicht aus der Puste, muss sich aber ständig konzentrieren, damit man nicht zu schnell wird und dann die Massen nicht mehr zum Bremsen bekommt.

Irgendwann kamen wir dann wieder in unserem kleinen Städchen an und auf einer Bank sitzend, beobachteten wir die Leute, bevor es wieder zurück zum Womo ging.

Dort machte ich uns zur Belohnung einen großen Krug mit Sangria. Dieser glich mehr einem Obstsalat, wirkte aber trotzdem recht gut. Total angeschickert fielen wir dann totmüde ins Bett.

Am nächsten Tag sollte es weitergehen. Erwähnenswert ist noch, dass auf dem riesigen Stellplatz nur ein einziges Wohnmobil aus Deutschland stand ( außer unserem natürlich) und dieses zufällig aus Westerstede kam, welches ja meine Heimatstadt ist. Die waren aber total doof und so nichts für uns! Waren sicher Zugezogene;-)

Nochmal der Blick aus dem Saloon vom Stellplatz auf die erklommenden Berge im Hintergrund.

Womo

Xuno an der Küste in Nordwestspanien – Galicien 10.09. -21.09.2018

10.09.2018   Wir lernen Andis Eltern kennen

Nachdem Andi und Armin uns zu einem supertollen Platz, natürlich am Meer geleitet hatten, stellten wir also unser Womo dort ab und fuhren mit den beiden, im Auto von Andis Mutter, 4 Kilometer hinauf in die Berge zu Andis Eltern.

Hoch oben, auf den Weg nach O Castelo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Connys und Georgs Haus inmitten der schönen Natur

Andi und Armin hatten ihr Wohnmobil (den Diggen) ca. 200 Meter unterhalb des Hauses von den beiden abgestellt. Dort saß ein alter blasser Mann, ein Freund von Andi, auf seinem Rollator mit einem Bierchen in der Hand. Kurzerhand hielten wir und legten ein kleines Päuschen ein. Nachdem wir uns vorgestellt hatten und einen Plausch abgehalten hatten, fuhren wir nun die letzten Meter. Dort wurden wir schon von Georg und Conny (Andis Eltern) erwartet. Die beiden sind echt ne Wucht. Nachdem wir unsere Mitbringsel aus Santiago de Compostella (Geschenke) übergeben hatten, setzten wir uns alle zusammen ins Wohnzimmer. Die beiden wohnen jetzt seit 18 Jahren hier und sind seinerseit ebenfalls mit einem Wohnmobil auf LKW- Basis durch die Lande gefahren. Hier in O Castelo (in der Nähe von Xuno) gefiel es ihnen so gut, dass sie beschlossen hatten, sich hier niederzulassen. Nachdem sie 6 Monate auf einer Stelle gestanden hatten, wurde ihnen ein Grundstück angeboten und auf eben diesen bauten sie dann dieses Haus, in dem wir nun saßen. Sie konnten wirklich abenteuerlich berichten und wenn Conny lachte, ( das tat sie oft) lag ich fast unter dem Tisch. Ich könnte jetzt sagen, dass die Lache einzigartig war, aber das stimmt nicht, denn Andy hatte exakt dieselbe, was die Sache noch viel lustiger machte.
Der Tag verging wie im Fluge und schon nach kurzer Zeit, hatten wir das Gefühl, die beiden schon ewig zu kennen. Georg hatte einen unglaublichen Erfahrungsschatz und schon sehr viel in seinem Leben erlebt. So stammt er ursprünglich aus Rumänien, spricht aber ein besseres Deutsch als wir, was sicher nicht zuletzt daran lag, dass er Germanistik studiert hatte, Ein paar Jahre war er dann auch einmal Polizist. Außerdem hat er früher dann auch noch in einer Zahntechnikerpraxis gearbeitet und dort die Gipsabdrücke gemacht. Im Hier und Jetzt ist er außer Rentner auch Heilpraktiker und hat seine Praxis direkt im Haus. Das Wartezimmer ist das Wohnzimmer und das Honorar für Behandlungen, sind oft Eier oder Kartoffeln. In Deutschland undenkbar. Ich find`s einfach toll. Es wurde tatsächlich fast Mitternacht, bis Andy und Armin uns zurück zum Saloon fuhren. Todmüde fielen wir dort ins Bett.

11.09.2018

Am nächsten Morgen, stellten wir das Wohnmobil noch einmal um. Wir hatten entdeckt, dass nur wenige Meter weiter, ein noch schönerer Platz war, direkt auf einer Wiese, ebenfalls am Wasser.

Hach war es hier herrlich!!! Der Strand war wunderschön und sehr weitläufig.

Diese 3 netten Norweger geniessen die Aussicht vom Dach ihres Vans.

Man hätte stundenlang von einer Bucht zur nächsten gehen können, aber im Gegensatz zu Bernd, ersparte ich es mir, da ich ganz besonders beschissen im Sand laufen kann. Ich zog es vor, stattdessen ein kleines Sonnenbad zu nehmen. Da ich aber die Befürchtung hatte, mir einen Sonnenbrand im Gesicht geholt zu haben, lief ich beizeiten zurück zum Mobil und fing an zu kochen. Kurz bevor ich damit fertig war, kam Bernd zurück. Was für ein timing!

Every time happy !!

Da bei Bernd, die Liebe durch den Magen ging, hatte ich heute richtig gute Karten. Es schmeckte aber auch wirklich mal prima. Netterweise hatte Conny bei ihrem Einkauf mit ihrem PKW, unseren gleich miterledigt und so konnten wir endlich wieder hautnah erleben, welch Qualitätsunterschiede bezüglich des Fleisches zwischen Deutschland und Spanien liegen. Hier schmeckt man förmlich, dass die Tiere ein glückliches Leben gehabt hatten. Am Abend kamen dann noch Georg, Andi und Armin. Bei belegten Broten, Flips und Chips, genossen wir den Sonnenuntergang und Bernd klimperte zu unserer Freude noch etwas auf der Gitarre. Conny war zuhause geblieben, weil es ihr heute nicht so gut ging, hatte aber angewiesen, dass die Jungs unsere schmutzige Wäsche mitnehmen sollten. Sie hatte sich angeboten diese zu waschen. Ich wollte sie damit nicht belasten. Aber nachdem Andi sagte, dass das, was seine Mutter sagt Gesetz ist, und man sich tunlichst dran halten sollte, sträubte ich mich nicht länger und der große blaue Müllsack mit unserer Schmutzwäsche wurde im Auto verstaut und die drei verabschiedeten sich.

12.09.2018 Wanderung in die Berge nach O Castelo

Heute hatte Conny ihr Spezialgericht gekocht und uns dazu eingeladen. Uns wurde zwar angeboten, dass jemand uns mit dem Auto abholte, aber Bernd und ich wollten laufen. So quälte ich mich gegen 11 Uhr in die Orthesen und wir marschierten los. Zwar waren es “ nur “ 4 Kilometer, aber da es stetig bergauf ging, war es eine echte Plackerei.

Zudem lag die heutige Temperatur bei 27 Grad im Schatten. Natürlich gab es unterwegs keinen Schatten und so lief einem der Schweiß ständig in die Augen. Geholfen hat natürlich auch, dass ich zuvor mein Gesicht dick eingecremt hatte, denn ich hatte tatsächlich einen leichten Sonnenbrand. Wir hatten ein Drittel des Weges hinter uns, da überholte uns Georg mit dem Auto. Er bot uns nochmals an, uns mitzunehmen, aber wir lehnten dankend ab. Wenn ich gewusst hätte, dass nach der nächsten Kurve der Weg sich über mehr als einen Kilometer mit einer 12 prozentigen Steigung den Berg hochschlängelt, hätte ich das Angebot sicherlich nicht so leichtfertig abgelehnt. Ich stampfte mit hochrotem Kopf, pausenlos nach Atem ringend hinter Bernd her.

Da kommt sie hochgekrabbelt!!

Umso höher wir kamen, desot toller war der Ausblick auf`s Meer. Den konnte ich aber nicht so wirklich genießen, da ich meine Schnappatmung unter Kontrolle halten musste. Bernd lief leichtfüßig ca. 80 Meter vor mir her. Während des ganzen mühseligen Aufstiegs rechnete ich bei jedem Schritt meinen Kalorienverbrauch aus und auch gleich hoch. Als Bernd dann eine Abkürzung vorschlug, lehnte ich ab, denn dann würde meine Rechnung nicht mehr stimmen. Nach 1,5 Stunden hatten wir es geschafft. Vor dem Haus flatterte schon unsere Wäsche an der Leine und da sie schon trocken war, konnte ich sie gleich abnehmen.

Nun nahmen wir im Garten Platz und schon wurde auch schon das Essen serviert. Conny hatte einen riesigen Topf mit Hähnchen, Knoblauch, Zwiebeln, Möhrchen, Paprika und Kartofelln gekocht, der nun mitten auf den Tisch gestellt wurde.

Es schmeckte fantastisch und ich ließ mir das Rezept geben. Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche, dass das nun in unserem Speiseplan, häufig nachgekocht wird. Pausenlos wurde geredet.

Andy und Georg

Zwischendurch wollte Andi immer mal etwas sagen, aber er kam gar nicht zu Wort. Wir unterhielten uns prächtig, die Sonne schien, es schmeckte hervorragend, die Leute waren allesamt super, es hätte schöner nicht sein können.
Irgendwann bot Georg mir an, mich mal heilpraktikermäßig zu untersuchen. Klaro, dass ich dieses annahm. Ich wurde in den Behandlungsraum geführt, legte mich auf die Liege und wartete auf die Dinge, die da kommen sollten. Georg zog etwas an meinen Beinen und stellte sofort fest, dass ich einen Beckenschiefstand hatte. Nun wurden ultrastarke Magnete, überall an meinen Körper befestigt. Plötzlich hatte ich das Gefühl, meine Beine und Füße würden zucken. Dem war aber nicht so, jedenfalls nicht mit den Augen zu sehen. Durch die Magnete wurde mein Becken wieder in die richtige Position gerückt und plötzlich waren meine Beine wieder gleich lang. Sensationell!!! Jetzt im Nachtrag fällt mir auf, dass ich seitdem keine Rückenschmerzen mehr habe. Super,oder???? Zum Abschluss bekam ich dann noch eine energetische Massage. Das war herrlich und danach fühlte ich mich wie neu geboren. Anschließend begaben wir uns wieder in den Garten und verbrachten dort noch bis kurz vor 19 Uhr herrlichste Stunden.

Danke an Conny und Georg … das war ein toller Nachmittag !

Dann mussten wir los, denn wir hatten unseren Kühlschrank auf Solar umgestellt. Da um diese Uhrzeit, die Sonne aber schon recht tief steht, hatten wir die Befürchtung, dass sie nicht mehr genug Energie liefern würde und uns der Kühlschrank die Batterien leersaugt. Wir machten uns auf den Rückweg, nicht ohne uns zuvor herzlich von Armin, Andi und seiner netten Familie zu verabschieden. Nun ging es stetig bergab und nach noch nicht einmal 45 Minuten waren wir zuhause, wo wir dann sofort unter die Dusche sprangen.

Der Blick vom Saloon auf den heutigen Sonnenuntergang; den auch Georg geniesst.

13.09.2018

Da es hier so schön ist, waren Bernd und ich uns einig, hier noch etwas länger zu bleiben. Bernd hatte endlich Muße, das Dach weiter abzudichten und ich verbrachte, nachdem ich das Wohnmobil auf Hochglanz gebracht hatte, ein paar Stunden am Strand.

Heute gings mit unserer Alu-Leiter mal wieder hinauf aufs Dach.

Danach wollte ich noch einen 20 minütigen Verdauungsspaziergang machen, verlief mich aber mal wieder, so das daraus fast 1,5 Stunden wurden.

Meine Figur wird es mir danken, sollte man annehemen, aber die hustet mir was. Trotz reichlich Bewegung, verschieben sich die Zeiger der Waage keinen Millimeter, oder besser gesagt, die Zahlen auf der Digitalanzeige. Tja, scheiß was drauf!!!

14.09.2018

Gleich nachdem Bernd gefrühstückt hatte, machten wir das Wohnmobil flott um einzukaufen und eine Tankstelle zu finden, bei der wir Wasser auftanken konnten. Grandioserweise (das hatte ich natürlich bei Google vorher rausgesucht) lag eine direkt auf dem Weg zum Eroski- Einkaufsmarkt und wir tankten 30 ltr Diesel und 300 Liter Wasser auf. Außerdem wusch ich dort, weil man gerade an der Quelle saß, noch ein paar Teile.
Weiter gings zum Supermarkt. Bernd fand erst keinen Parkplatz, so dass ich alleine zu eben diesen ging. Wir brauchten allerhand, denn für morgen wollten wir uns reverchieren und unsere 4 Freund zum Essen einladen. Es dauerte ewig, bis wir alles beisammen hatten. Bernd hatte nun einen Parkplatz im angrenzenden Industriegebiet gefunden und unterstütze mich tatkräfig. Als es zur Kasse ging, lief Bernd schnell voraus um unser Wohnmobil zu holen. Er fand auch beim Eroski-Markt in einer LKW-Einfahrt Platz, wo wir schnell die Einkäufe in den Saloon werfen konnten, als schon der nächste LKW in die Einfahrt wollte. Nun ging es wieder zurück zu unseren Traumplatz.
Unser alter Platz war noch frei und wir waren noch am Einparken, als Andi und Armin angefahren kamen. Schnell wurden die Stühle rausgestellt und schon saßen wir in gemütlicher Runde beim Bier. Wir 4 sind uns alle einig, dass das Leben nicht schöner sein könnte und wir merken mal wieder, dass uns der Gesprächsstoff einfach nie ausgeht (darum bin und musste ich mit Ines schon so früh aussteigen :-).   Wir sind alle ähnlich gestrickt und man kennt ja den Spruch: “ gleich und gleich gesellt sich gern“.
Nach eineinhalb Stunden, machen die zwei sich auf den Rückweg und Bernd und ich uns auf zu einem Spaziergang.

Der hatte es auch mal wieder in sich, da er über einem weiten Teil am Strand entlang ging und es für mich echt schrecklich ist, im Sand zu laufen.

Und wiedere echt toll hier: Praia Riosieira

 

Geschafft, aber nicht gut für Ines Füße/Knöchel ! In Zukunft gibt es nur noch ganz kurze Strecken am Sandstrand. Arme Ines!

Mir Bernds Mitgefühl sicher, überlebte ich es aber und wir machten mal wieder tolle Fotos.

Oh, die „Transformers “ sind auch in Galicien gelandet 🙂

Zurück beim Salooon, bereitete Bernd sich heute eine Dosen-Suppe und wir scrabbeln noch eine Runde.

Thai-Suppe mit Rest-Reis und Brot und dazu einen Artikel in der Geo lesen. Erinnerungen an die Studentenzeit 🙂 . und Ines … Du musst mal wieder was an meiner Frisur machen.

Da wir soviel Wasser getankt hatten, durften wir glatt nocheinmal duschen. Frisch und sauber krochen wir dann ins Bett und zappten uns (später) durch die Kanäle.

15.09.2018

Heute hatten wir Conny, Georg, Andi und Armin zum Essen eingeladen, demzufolge war ich wie üblich etwas hektisch und nervös. Kochen gehört ja nun nicht gerade zu meinen allergrößten Stärken. Doch Bernd hatte die tolle Idee Wraps zu machen. Dazu hatte ich ein ganzes Hähnchen und jede Menge Schweinefleisch gekauft, mit dessen Zubereitung ich schon um 11 Uhr begann. Dann wurde Gemüse geschnippelt, der Feldsalat geputzt und eine Soße mit gaaanz viel Knoblauch gemacht. Bernd unterstützte mich tatkräftig, baute draußen unseren Grill auf, saugte Staub und deckte den Tisch.

Ja, als Camper nutzt man alles was man hat um einen Büfett-Tisch zu zaubern. 🙂

 

 

 

 

 

 

Die 4 trudelten dann pünktlich gegen 13 Uhr 30 bei uns ein. Zum Glück hatten sie einen Tisch und 2 Stühle mitgebracht, denn an unserem kleinen Tisch, hätten nicht mehr als 4 Leute Platz gehabt und Stühle haben wir ja auch nur 4. Nun mussten nur noch die Wraps in die Pfanne und damit wir einigermaßen gleichzeitig essen konnten, bereitete ich sie in unserer Küche zu und Bernd draußen auf dem Grill, wo auch schon das Fleisch und Gemüse vor sich hin köchelte. Meine wurden auch ganz gut, aber wie wir schnell feststellten, hatte Bernd seine zu lange auf der Flamme und sie wurden hart wie ein Brett. Nun konnte jeder zum “ Büfett“ gehen und sich die Wraps mit den leckeren Sachen seiner Wahl belegen. Anschließend wurde gegessen. Allen schmeckte es prima und nachdem wir den ersten verdaut hatten, ging es nach dem gleichen Muster in die zweite Runde.

Nach dem Essen ging es zum gemütlichen Teil über und wir verbrachten wieder einen wunderschönen Nachmittag, heute allerdings im Nebel.

 

 

 

 

 

 

 

 

Das bekam meinem Sonnenbrand im Gesicht aber mehr als gut und kalt war es mit 24 Grad auch nicht. Mein Gott, was hatten wir uns wieder zu erzählen. Gefühlt könnten wir 2 Jahre zusammensitzen und uns würde der Gesprächsstoff noch immer nicht ausgehen. Leider mussten die 4 dann aber gegen 17 Uhr wieder nach Hause, weil Georgs 95 jährige Mutter, die gleich im Nachbarhäuschen wohnt, sehr viel Wert darauf legt, spätestens um 17 Uhr ihr Abendessen serviert zu bekommen. Tisch und Stühle wurden wieder eingepackt und wir verabschiedeten uns herzlich. Mal wieder war es ein wundervoller Tag und nun kam dann doch noch die Sonne zum Vorschein. Georg und Conny hatten uns jede Menge Datteln aus ihrem Garten mitgebracht und mich gewarnt nicht zu viele auf einmal davon zu essen, da sonst Durchmarschgefahr bestünde. Na prima, dachte ich, endlich einmal wieder eine ordentliche Verdauung und ich aß  a l l e ganz alleine auf, denn Bernd mag keine Datteln. Dabei waren sie soooooo lecker, reif und unglaublich süß. In froher Erwartung  wartete ich dann auf die Dinge die da kommen sollten, aber es passierte ……… nichts!!!!!
Am späteren Abend sah ich dann ganz alleine fern. Bernd hatte sich mit unserem französischen Nachbarn angefreundet und zusammen tranken sie das ein oder andere Bier. Unser Nachbar konnte kein englisch, Bernd kein französisch und trotzdem schienen sich die beiden prächtig mit Hilfe ihrer jeweiligen geringen Spanischkenntnisse zu amüsieren und tauschten am nächsten Tag sogar Adressen aus.

16.09.2019   Unser Einsatz als Erntehelfer

Ich hatte ausnahmsweise wirklich hervorragend geschlafen und war um 6 Uhr 30 topfit. Um kurz vor 10 !!!!! weckte ich Bernd mit den Worten, ob er nicht auch endlich mal aufstehen wolle? Ich meine, nach 10 Stunden Schlaf könnte man doch auch mal wach werden, oder??? Zwar grummelte er etwas, stand dann aber endlich auf und der Tag konnte beginnen. Heute wollten wir wieder hoch zu Conny und Georg. Die beiden haben einen großen Gemüsegarten und wir wollten unbedingt bei der Ernte helfen. Da ich eh langsamer laufe als Bernd bekam ich die Erlaubnis, schon mal alleine vor zu gehen. Bernd wollte mich dann unterwegs einholen und damit ich auf ja auf dem richtigen Weg bliebe, gab er mir sein iphone mit, welches mich navigieren sollte. Prima, endlich einmal in meinem Tempo gehen dachte ich und machte mich auf den Weg, der wie ihr ja wisst, stetig nach oben geht und über weite Strecken eine mordmäßige Steigung hat. Zum Glück hatte ich das Handy dabei, denn sonst wäre ich dort niemals angekommen. Eigentlich hatte ich erwartet, dass Bernd mich unterwegs einholt, aber dem war ncht so. Und das, obwohl ich unterwegs 2 Pipipausen einlegte. Mit hochrotem Kopf erreichte ich mein Ziel und wurde schon von den Vieren erwartet.

Georg inmitten einiger seiner viiiiiiiiiielen Bücher.

Ich hatte gerade wieder 5 Minuten  Atem geschöpft, da kam Bernd auch schon. Er war 35 Minuten nach mir gestartet und hatte ein Wahnsinnstempo drauf gehabt. Das sah man ihm auch an, denn er war schweißüberströmt und nachdem er sich setzte, lief es erst so richtig über sein Gesicht. Er war ziemlich überrascht, mich schon vorzufinden, hatte er doch arge Befürchtungen gehabt, dass ich mich trotz Navi verlaufen würde.“ Aber nein“, sprach ich und auf seine Frage wie lange ich schon hier wäre, antwortete ich:“ eine halbe Stunde“. Nun konnte ich quasi Bernds Gehirn rattern hören, während er pausenlos damit beschäftigt war, sich mit einem Tuch den Schweiß vom Gesicht zu wischen. Auch sein Rücken war klitschenass, da er ja immer den großen Rucksack mit meinen Ersatzschuhen, der 2-ltr-Cola-Flasche, etc. etc. tragen muß.  Fassungslos sagte er dann zu mir, da bis du aber wirklich sehr schnell gegangen.“ Och nö“, antwortete ich beiläufig,“ ganz gemütlich, halt in meinem Tempo“. Bernd rechnete dann erst mal aus, wie lange er unterwegs gewesen ist und als ich darauf sagte, dass er dann ja wohl ganz schön getrödelt hätte, sagte er erstmal nichts mehr. Irgendwie war es ihm unbegreiflich. Erst auf dem gemeinsamen Rückweg erlöste ich ihn und gab zu, erst 5 Minuten vor ihm angekommen zu sein. HIHI

Nachdem dann auch Bernd etwas getrunken hatte, ging es an die Arbeit. Der Gemüsegarten lag unterhalb des Hauses und der Abstieg dorhin war mehr als steil. Ohne Bernd, an dessen Schulter ich mich festhielt, wäre ich dort niemals hinuntergekommen. Herrschaften!!!! Das war mal ein Gemüsegarten!!!! Anscheinend war es der ideale Standort hier, denn sämtliches Gemüse, war größer, dicker und höher, als ich es je zuvor gesehen hatte. Georg kann zu Recht sehr stolz auf diesen tollen Garten sein, aber auch Andi und Armin hatten großen Anteil an diesem unglaublichen Wachstum, denn sie hatten über Wochen 2 mal am Tag alle Pflanzen gegossen. Insgesamt 24 Gießkannen täglich dort hinunter geschleppt!! Nun wurde alles abgeerntet und nach oben getragen. Da Conny und Georg Selbstversorger sind, wurde nun stundenlang alles eingeweckt. Das hat riesigen Spass gemacht und wir haben unglaublich viel gelacht. Morgen geht es weiter, denn alles hatten wir heute nicht geschafft, da sich noch Besuch angemeldet hatte.
Der Besuch kam um 18 Uhr und bestand aus einem holländisch/französischem Paar mit ihren fast erwachsenen Kindern. Diese waren jahrelang mit zwei selbstgestalteten Wagen, gezogen von Pferden, durch die Welt gereist. Dieses Reise hatten sie mit unzähligen Fotos dokumentiert und in ein Bildbände gedruckt. Vom Erlös der Bildbände und Fotos, aber auch von Vorträgen über ihre Reise bestreiten sie ihren Lebensunterhalt. Natürlich war es mal wieder wahnsinnig interessant ihnen zuzuhören. Die Sprachen wechselten ständig, zwischen holländisch, französisch, spanisch und deutsch, aber eines hatten wir alle gemeinsam. Wir waren allesammt gut drauf und uns einig, dass das Leben wunderschön ist!!!!!
Erst gegen 20 Uhr machten Bernd uns auf den Rückweg und schafften es so gerade, vorm Einbruch der Dunkelheit wieder beim Saloon zu sein.

Ganz tolle und bizarre Wolken beim heutigen Sonnenuntergang.
Nur noch ein paar Meter bis zu unserem Zuhause … der Saloon ist schon in Sichtweite.

 

 

Hach war das wieder mal ein herrlicher Tag !!!

21.09.2018

Ursprünglich wollten wir nur 2 Tage hier in Xuno bleiben, aber daraus sind dann sage und schreibe 11 geworden. Das lag natürlich auch an unserem tollen Freistehplatz, aber hauptsächlich an Andi´s Familie. Insgesamt sind Bernd und ich 4 Mal dort hoch gewandert. 2 Mal haben wir bei der Ernte geholfen und ich habe 3 Behandlungen bekommen. 2 Mal sogar mittels Apukunkturnadeln.

Noch ist Ines nicht gaaaaanz entspannt, aber der Meister weiß was er tut und macht es professionell.

Das Setzten der Nadeln tat überhaupt nicht weh, um ehrlich zu sein, habe ich überhaupt nichts davon gespürt. Seitdem schlafe ich nun viel viel besser. Vorgestern sogar bis halb 1 Mittags!!!!! Gestern bis 9 Uhr 30. Irre!!!! Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so lange geschlafen habe und fühle mich fantastisch. Das kann allerdings auch an der gestrigen energetischen Massage liegen. Wie dem auch sei, ich jedenfalls bin schwer begeistert von Georgs Behandlungsmethoden und möchte mich auf diesem Weg noch einmal ganz ganz herzlich bei ihm bedanken. Bernd hat sich rein aus Interesse auch untersuchen lassen, aber bei ihm war tatsächlich nichts zu finden. Nicht einmal der kleinste Wirbel ist verschoben und das obwohl er mit 1,96 m doch sehr groß ist und in seinem Arbeitsleben ( lang ist es her), über weite Strecken, die meiste Zeit am Schreibtisch gesessen hat.

Nicht das Ihr denkt, wir haben hier immer 24h Sonne, NEIN ! Morgens war es die letzten 2 Tage sehr nebelig und man konnte weder das Meer noch die Berge sehen.
Gut, das wir den Luxus haben das Frühstück im „Saloon“ einnehmen zu können!!!!! Brrrrrrr

Vorgestern war die ganze Familie, nebst Armin und Ernst ( Andis Zaubermeister, aber das ist eine andere Geschichte), zum Abschied feiern unten bei uns am Strand. Das war so richtig schön. Das spürten wohl auch die anderen Camper, denn so nach und nach kamen alle mit ihren Stühlen zu uns. Wir hatten furchtbar viel Spass in dieser Multikultirunde (Österreicher, Spanier, Deutsche und ein Rumäne).

Natürlich spielte Bernd auch Gitarre und Conny und ich sangen besonders laut mit. Zwischendurch fuhr Georg mal kurz nach Hause, um bei seiner Mutter nach dem Rechten zu sehen. Auf dem Rückweg brachte er zum Glück noch ein paar Bierchen mit, denn unser Vorrat ging langsam zur Neige. Ich hatte noch Gualsch übrig vom Mittag und den servierte ich in kleinen Schälchen als Tappas. Allen schmeckte es erstaunlicherweise schon wieder gut und man könnte fast meinen, ich könnte tatsächlich kochen. Tatsache war aber, das es eigentlich etwas ganz anderes werden sollte und ich mehr als überrascht war, dass es dann Gulasch wurde. Egal!! Bernd jedenfalls musste dieses Gericht, Dank der Hilfe unserer Gäste dann ausnahmsweise nur 2 Tage essen. Es wurde ziemlich spät an diesem Abend und so schön, dass wir uns gar nicht trennen konnten und noch einen allerletzten Tag dranhingen.

Good morning Galicien … und Bernd hat Frühstücksdienst.

… nicht aufgeräumt, aber saugemütlich !!

Diesen verbrachten wir zum allerletzten Mal dann wieder auf der Finka in den Bergen bei Conny und Georg.

 

 

 

 

 

Alex, den wir gestern kennen gelernt hatten und der Schulterprobleme hatte, wurde von Georg ebenfalls herzlich eingeladen und so stiegen Bernd und er gemeinsam den Berg rauf. Ich war wie üblich schon vorgelaufen und kam auch überraschenderweise als erster oben bei Conny und Georg an. Wie ich später erfuhr, hatten Alex und Bernd einen Zwischenstop bei Armin und Andi Wohnmobil eingelegt, denn Alex wollte dieses gerne besichtigen.
Als ich in der Finka ankam, war Conny gerade dabei eine riesige Schüssel Nudelsalat zu machen und Georg briet jede Menge Hähnchenteilchen. Es ist wirklich unfassbar wie gastfreundlich und herzlich diese beiden lieben Menschen sind. Zudem haben sie schon so viel erlebt, dass es eine wahre Freude ist, ihnen zuzuhören. Gemütlich saßen wir im Wohnzimmer.

Da oben ist man „fast“ 100 % unabhängig von RWE & Co. Sonnenkollektoren für die Warmwasserbereitung, Fotovoltaik für Stromgewinnung. Na gut, die im Foto zu sehende Pumpe, die das Wasser aus dem Brunnen fördert, läuft mit 220 V-Strom.

Später wechselten wir dann auf die Terasse. Zwischendurch wurden Alex und ich dann in der Praxis behandelt. Der Tag verging wieder einmal viel zu schnell und nun ging es endgültig ans Abschied nehmen. Ich war richtig traurig, aber irgendwann mussten wir ja auch mal weiter. Ein letztes Mal wurden die beiden umarmt und mit dem Versprechen, sie auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder zu besuchen, ging es zurück zum Wohnmobil.

Die Nachbarn haben Ziegen und diese haben uns auch gebührend verabschiedet 🙂

Liebe Conny und lieber Georg, toll, dass wir euch kennenlernen durften!!! Es waren unvergessliche Tage für uns. Wir wünschen euch nur das allerbeste und habt Dank für die vielen vielen wunderschönen Stunden!!!!!! Fühlt euch gedrückt von uns!!!! Ihr seid tolle Menschen!!!!

Am nächsten Tag kamen dann noch einmal Armin und Andi zu uns, um einen Stuhl abzuholen, der vorgestern vergessen worden war. Conny hatte ihnen jede Menge Tomaten und Bananen für uns mitgegeben. Diese hatte sie selbst im Supermarkt geschenkt bekommen, da sie zu reif für die Spanier waren. Diese essen nämlich merkwürdigerweise alles lieber, wenn es erst halbreif ist. Ausnahmslos bevorzugen sie grüne Bananen. Tja, andere Länder, andere Sitten! Uns hat es mächtig gefreut, denn wir lieben Bananen und Tomaten!!! Da diese Mengen aber nicht einmal für uns zu schaffen waren, verschenkten wir einen Großteil an Alex weiter. Dann hieß es wieder Abschied nehmen. Dieses Mal von Armin und Andi. Das war allerdings nicht sooo schlimm, denn wir werden uns schon bald (ca. im November)  bei Toni in Conil (Andalusien) wiedersehen. Lieber Andi und lieber Armin, es war supertoll mit euch. Wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen!! Bis dahin: Bleibt wie ihr seid!!! Ihr seid klasse!!

Nachdem die beiden wieder weg waren, putzten wir das Wohnmobil und starteten Richtung Portugal. Das Wetter war heute nicht gut und so ein idealer Tag zum Fahren. Einkaufen und Wasser auftanken müssen wir heute auch unbedingt noch. Ich werde euch berichten, wo wir landen und wünsche euch, liebe Leser einen wunderschönen Tag !Im Moment fahren wir durch Pontevedra. Von dem Zustand der Strassen hier, könnte man meinen, man wäre schon in Portugal, so schlecht sind sie. Bernd quält sich momentan durch die Stadt und was wir vom Saloon aus sehen können, ist wirklich richtig hässlich. Gerade sind wir an einem gerammelt vollen Wohnmobilstellplatz vorbei gekommen und können überhaupt nicht nachvollziehen, warum man in dieser tollen Gegend, auf einem so hässlichen Platz, zudem mitten in der Stadt stehen muss. Aber wie schon gesagt, jedem das seine..

Nun ist doch noch die Sonne rausgekommen und mit 25 Grad sehr angenehm. Eigentlich schon wieder zu schade, um im Auto zu sitzen, aber was soll´s. Probleme macht uns augenblicklich die Motorbremse. Sie quitscht/pfeift ganz grauenvoll und laut Bernd bremst sie auch wohl nicht mehr richtig. Das ist echt schlecht, denn hier ist es doch sehr gebiergig und wenn man beim Berg runter fahren nicht bremst, bekommt man eine dermaßene Geschwindigkeit drauf, dass schon die kleinste Kurve genügt, um umzukippen. Nun haben wir ja noch die normale Bremse, aber wenn man diese überstrapaziert, läuft sie heiß und das ist dann auch tödlich. So wird uns wohl nichts anderes übrig bleiben, als mal wieder eine Werkstatt aufzusuchen. Ach ja, das Leben könnte so schön sein….

 

 

 

 

Womo

Santiago de Compostela 10.09.2018

Kathedrale von Santiago de Compostela. Beeindruckend, oder?
Kathedrale von Santiago de Compostela. Beeindruckend,oder? … und auch Bernd hat, wie man sieht, mit letzten Kräften den Jacobsweg überstanden und das Ziel erreicht.

Um 14 Uhr erreichten wir Santiago de Compostela und parkten unseren Saloon auf einem großen bewachten Parkplatz für 3,50 Euro. Nun aber nichts wie raus und die Pilgerstadt besichtigen. Orthesen angeschnallt und los ging es in die 2,1 Kilometer entfernte Altstadt. Nach einem Kilometer hörten wir laute Musik. Hier wurde irgendwo live gesungen und interessierte Bernd natürlich ganz brennend. Kurzerhand verließen wir unsere Route und folgten der Musik. Es ging stetig aufwärts und mal wieder schwitzte ich Blut und Wasser. Nach ca. 500 Metern waren wir am Ziel. Zwischen 2 hohen Häuser-Blogs fand ein Straßenfest statt.

Ich muss schon sagen, dass es zu unseren Straßenfesten wirklich ein Unterschied ist, denn wer hat bei uns schon eine Lifeband und ne Musikanlage zur Beschallung von 10.000 Leuten? Davor tummelten sich ca. 60 Leute, die allesamt in Partylaune waren. Hier hatten wir nichts verloren und  so machten wir uns wieder davon.

20 Minuten später erreichten wir dann die beeindruckende Altstadt von Santiago de Compostela, der nordwestlichen Hauptstadt  der Region Galicien. Bekannt ist sie vor allem als Endpunktes des Jacobsweg und als vermeintlichen Begräbnisort des biblischen Apostels Jacobus, dessen sterbliche Überreste in der 1211 eingeweihten riesigen Kathedrale liegen, die innerhalb der mittelalterlichen Mauern steht. Die Kathedrale ist riesig und wahnsinnig beeindruckend. Sie ist so groß, dass es uns unmöglich ist, sie in der Gesammtheit auf ein Foto zu bekommen. Bernd und ich staunen um die Wette und fühlen uns zurückversetzt ins Mittelalter.

Die gesamte Plaza besteht aus uralten Gebäuden und irgendwie habe ich mir so immer den Vatikanstaat vorgestellt. Echt toll. Die Stimmung katapultiert uns erst recht ins Mittelalter, als plötzlich Dudelsackmusik ertönte. Mir lief echt eine Gänsehaut über den Rücken. Überall auf der Plaza sitzen Leute auf der Erde und es gibt unzählige Pilgerer, die just in diesem Moment erschöpft aber glücklich eintreffen.

 

 

 

 

Ein buntes Treiben und Bernd und ich setzten uns erstmal auf eine Bank und lassen dieses auf uns wirken.

 

Ja, uns geht`s gut und wir haben Spass!

Alles ist so friedlich. Von Hektik, die man sonst von großen Städten kennt, keine Spur. Unzählige Leute stehen vor der Kathedrale Schlange, aber keiner drängelt. Wir saugen die unvergesslichen Bilder in uns auf und bleiben ziemlich lange auf diesem Platz. So lange bis wir zu der Erkenntnis gelangen, dass der Dudelsack Dudelsack heißt, weil einem das Gedudel irgendwann auf den Sack geht. Nun bahnen wir uns auf den Weg in die anstehenden alten Gassen. Hier herrscht geschäftiges Treiben. Überall Stände, an denen man Pilgerandenken kaufen kann. Allesamt versehen mit der Jacobsmuschel oder dem heiligen Zeichen Jacobs. Bernd lässt es sich nicht nehmen, ebenfalls für einen Euro eine Muschel mit dem aufgemalten Zeichen zu kaufen. Diese soll uns von jetzt an als Glücksbringer dienen. Obwohl Sonntag ist, haben fast alle Läden geöffnet und wie es aussieht, machen sie auch gute Geschäfte, denn unzählige Menschen schieben sich durch die engen Gassen. Im Mittelalter muss es hier fast genauso ausgesehen haben und das fasziniert uns ungeheuerlich.
Irgendwann bekommen wir Hunger und entscheiden uns für einen Chinesen, der alle Speisen im Wok zubereitet. Das war eine wirklich gute Wahl, denn es schmeckte fantastisch und reichlich war es außerdem.

Man könnte jetzt noch sehr viel schreiben, aber ich denke, die Bilder sprechen für sich.

 

 

Erst am Abend machen wir uns auf den

 

 

 

 

Rückmarsch und hören plötzlich einen Knall. Ein Auto war beim ausparken, gegen eine Begrenzungskugel gefahren. Nun war hinten rechts alles verbeult. Den Fahrer schien es aber nicht weiter zu interessieren, denn er stieg nicht einmal aus, was Bernd nun völlig überraschte. Mich nicht, denn durch eine hinten aufgeklebte Nummer konnte man sehen, dass es sich um ein Leihauto handelte und da die ja meistens Vollkasko versichert sind, wäre auch ich nicht ausgestiegen. Denn ändern konnte man ja jetzt sowieso nichts mehr. Bernd hielt mir dann einen ellenlangen Vortrag, dass ja eventuell auch das Rad beschädigt sein könne…bla bla bla u.s.w. Ich schaltete ab und war mir völlig sicher, dass am Steuer des besagten Autos mit zu 99 Prozent grenzender Wahrscheinlichkeit eine Frau gesessen haben muss. Nun denn….Weiter gehts. Wir erreichten unseren Parkplatz und machten uns auf den Weg ein Nachtquatier zu finden.

80 Kilometer fuhren wir noch an diesem Abend, dann stellten wir unser Auto auf einer Waldlichtung (Aussichtspunkt de Caveiro) ab.

Hier hatten wir nun von oben einen irren Blick auf das Meer.

Wow, hier hat Ines ein tolles Foto vom Sonnenuntergang geschossen !

Bernd setzte noch die Bilder für den letzten Bericht in den Blog und fluchte pausenlos lautstark vor sich hin. (schließlich war es nach 22 Uhr und ich heute schon mehrere Stunden unser WoMo gefahren, bin durchs Mittelalter gepilgert und musste nun wieder unzählige Fotos vom Handy auf den PC laden, sortieren und dann einige wenige davon für den blog-Bericht aussuchen …  ja,ja, ich habe auch nicht immer Urlaub!)   Dann sahen wir (Ines) noch etwas fern, bevor wir in das Reich der Träume entauchten.
Am nächsten Tag stellten wir Tisch und Stühle raus und scrabbelten.

Gegen 14 Uhr machten wir uns dann abfahrbereit, denn wir wollten uns mit Andy und Armin bei Andys Eltern treffen. Dieses war nur noch ca. 10 Kilometer entfernt, doch mussten wir zuvor noch etwas einkaufen. Da die kleinen Einkaufsmärkte aber erst wieder um 16:30 öffneten , mussten wir zu einem Eroski-Markt in ca. 20 km Entfernung fahren. Auch dort gab es gab keinen Parkplatz für unseren Concorde und so blieb Bernd beim WoMo; immer bereit, diesen zu bewegen, sollte es von Nöten sein. So kaufte ich nur so viel, wie ich tragen konnte. Naja, etwas mehr (Ha Ha, ja …  incl. einem 6er-Pack Cola, a`2 ltr. = 12 kg!  und 12 kleine Dosen Bier 🙂  ). Ich brach fast zusammen unter der Last und Gott sei Dank ahnte Bernd das wohl, denn er hielt schon Ausschau nach mir und eilte mir entgegen, als er mich erblickte. Schnell wurden die Sachen verstaut und kurze Zeit später, fanden wir einen Parkplatz, von dem aus wir Andy anriefen. Andy und Armin holten uns dort dann ab und dirigierten uns zu einem superschönen Stellplatz am Strand. Dort sollten wir während des Besuches stehen. Die Wiedersehensfreude war riesig und wir freuten uns wirklich die beiden, die wir im Winter bei Toni kennengelernt hatten, wieder zu sehen. Wir verriegelten unseren Saloon und stiegen zu den beiden ins Auto und die Fahrt ging den Berg hoch zu Andis Eltern, die uns netterweise eingeladen hatten.

Womo

Kantabrien und Asturien 06.09 08.09.2018

Das Wetter war nicht gut und so verließen wir unseren schönen Stellplatz in Getxo. Die Fahrt führte uns nun durch díe wunderschöne Provinz Kantabrien. Wir sind wirklich überwältigt von dieser einmaligen Schönheit der Landschaft und ich mache von unterwegs unzählige Fotos.

Irgendwann kurz nach Santander, verlassen wir die kostenfreie Nationalstrasse und fahren in einen kleinen Ort. Das Meer liegt eingebettet zwischen hohen Bergen und ich möchte am Liebsten schon wieder hier bleiben.

Da wir aber tatsächlich mal gerade 30 Kilometer gefahren sind, lässt Bernd sich darauf nicht ein und nachdem wir uns hier eine Stunde an der Landschaft und dem tosenden Ozean sattgesehen haben, geht es weiter. Wir fahren und fahren. Irgendwo finden wir eine Entsorgungsstation und leeren unsere Tanks. Es regnet in Strömen und ich werde pitschenass. Bernd sitzt derweil im Auto und gibt Anweisungen. Das kann ich auch, denke ich und überrede ihn ebenfalls rauszukommen,um mit mir gemeinsam das Wohnmobil zu waschen. Bernd hält mich zwar für bescheuert, macht aber dann doch mit, wenn auch ohne rechte Begeisterung. Er hat es wirklich nicht immer einfach mit mir. Mit vollem Wassertank und einem sauberen Haus ging es dann weiter.

Wie Ihr seht war es während der Fahrt ordentlich am regnen.

Mittlerweile war es Zeit ein Nachtquatier zu suchen und Hunger hatten wir auch. Laut Stellplatzapp sollte es einen Stellplatz direkt am Strand geben und so ließen wir uns per Handy navigieren. Das wäre bald schiefgegangen, denn das Navi führte uns direkt in den kleinen Hafen. Die Straße war dermaßen eng, dass Bernd arge Zweifel hatte. Ein Wirt, der gerade vor seinem Restaurant stand, winkte uns aber weiter und so fuhren wir die schmale Strasse mit all den parkenden Autos rauf. Das war wirklich Millimeterarbeit und Bernd war  in größter Not, aber er schaffte es und stand plötzlich mitten im Hafengebiet. Von einem Stellplatz weit und breit nichts zu sehen und dort wo wir standen, durften wir eigentlich nicht stehen. Zurück ging es auch nicht mehr, denn die Strasse war eine Einbahnstrasse. Was nun? Ich stieg aus und besah die Lage, kam aber zu keiner Lösung. Nun stieg auch Bernd aus und machte sich ein Bild. Es gab nur einen Weg, den ich als solchen gar nicht erkannt hatte und der hatte es in sich. Millimeter für Millimeter fuhr Bernd nun rückwärts, um in die vorherige Strasse einzubiegen. Ich rannte pausenlos um unser Geschoss herum und achtete auf Fahrräder, parkenden Autos und dem vorstehenden Dach des Hafengebäudes. Bernd jagte mich noch zusätzlich mal auf die eine, mal auf die andere Seite. Puh, nachdem ich die Spiegel eingeklappt hatte, passte es irgendwie und wir konnten weiter. Nun kamen wir wirklich zum besagten Stellplatz, aber der gefiel uns überhaupt nicht und wir fuhren weiter zum nächsten.

Der Weg dorthin führte uns immer höher durch ein kleines Dorf mit mehr als  schmalen Straßen , dann abwärts über enge Feldwege mit herabhängenden Zweigen, die über unseren Saloon quitschten.

Das sah schon aus wie im Mittelalter … und damals sind die da bestimmt nicht mit nem` 9,75 m langen WoMo durchgefahren !! Aber keine Angst, es wurde noch enger mit niedrigen Bäumen :-O

Da ich den Platz ausgesucht hatte, musste ich mir natürlich etliche Kommentare seitens Bernd anhören. Positiv klingt anders und langsam bekam ich schlechte Laune. Ganz unten angekommen gab es dann tatsächlich einen Stellplatz (ne` liebe Ines, das war maximal ein Wendehammer !) direkt am Meer. Ich fand den Platz toll, aber Bernd nicht und so ging es wieder zurück.
Mittlerweile hatten wir beide keine Lust mehr im Auto zu sitzen und überirdisch großen Hunger. Es war aber wie verhext, wir fanden einfach nichts, was uns beiden gefiel und waren froh, im nächsten Dorf irgendwo jedenfalls eine Parklücke entdeckt zu haben, die groß genug war, dass unser Schiff dort reinpasste. Gleich gegenüber waren 3 Lokale und wir beschlossen ausnahmsweise einmal Essen zu gehen. Kochen würde noch einmal eine Stunde dauern und wir hatten beide das Gefühl kurz vor dem Hungertod zu stehen. Zuerst konnten wir uns nicht entscheiden, welches der 3 Lokale es sein sollte. Mit Entscheidungen tun wir uns wirklich schwer. Immer fragt der eine den anderen: Was meinst du? Oder: Vielleicht doch lieber das andere? Oder: Bist du dir sicher? Sofort ist dann der andere unsicher und entscheidet sich meistens wieder um. Keiner von uns will die Verantwortung übernehem und so dauert es meist ewig, bis wir zu irgendeinem Ergebnis kommen. Das gilt ausnahmslos für alle Bereiche. In diesem Fall studierten wir eingehend alle Speisekarten. Endlich hatten wir uns für eines entschieden, traten ein und nahmen Platz. Der Kellner kam und erwartungsvoll wollten wir bestellen. Tja, war wohl nichts. Es war 18 Uhr 45 und die Küchen machen hier erst um 20 Uhr auf. Und wir hatten sooooooo  einen Hunger. Gott sei Dank war neben dem Lokal ein kleiner Supermarkt und da kauften wir dann alle Zutaten für 4 Hamburger ein.

Danach fuhren wir weiter zu einem Stellplatz, den wir zuvor schon gesehen, aber nicht für so toll befunden hatten. Nun war uns aber alles egal und durch die Matsche bahnten wir uns unseren Weg und stellten uns zu den anderen. Die Hamburger hatte ich in Null komma nichts fertig und kaum hatten wir sie aufgegessen, kam die Polizei. Die Polizisten gingen von Mobil zu Mobil und setzten die Leute davon in Kenntnis, dass es ok wäre hier am Tag zu Parken, dass das Übernachten allerdings verboten ist. Tolle Wurst!! Mir blieb gerade noch Zeit den Abwasch zu erledigen, da mussten wir auch schon wieder los.
Mittlerweile war es stockdunkel. Wie froh waren wir, dass wir dann tatsächlich nach 20 Kilometern noch einen freien Parkplatz an einer Landstrasse fanden, wo wir in Ruhe stehen konnten. Es dauerte nicht lange und wir fielen totmüde ins Bett.

Hier hatten wir einsam die Nacht verbracht.

Meine Beine ließen mich aber nicht schlafen und so stand ich schon um 1 Uhr 30 wieder auf und spielte bis morgens um halb 7 Skat und Doppelkopf im Internet. Danach legte ich mich wieder zu Bernd ins Bett und erwachte erst gegen 10 Uhr 30.
Bernd war gerade dabei, dass Wohnmobil an unserem nächsten neuen Stellplatz einzuparken. Er war also losgefahren als ich noch schlief und ich hatte nichts bemerkt.

Außer uns stand nur noch ein Bulli auf diesem tollen Platz. Der Besitzer werkelte draußen rum, und da wir anhand des Kennzeichens sehen konnten, dass er Deutscher war (richtig, H wie Hannover), schlenderten wir rüber zu ihm. Durch den gestrigen Regen, war der Platz sehr sehr matschig und nach noch nicht einmal 30 Sekunden, ich hatte gerade Blickkontakt zu unserem Nachbarn aufgenommen, rutschte ich formvollendet aus und landete auf meinen Hintern. In der B- Note war das sicher eine 9, aber trotzdem echt peinlich. Bernd, ganz Kavalier, streckte mir die Hand entgegen, um mich hochzuziehen. Na, das würde er wohl nicht schaffen und darum ließ ich mich erst gar nicht auf keinen Versuch ein und wechselte vom Hintern auf die Knie und danach wieder mühsam auf die Beine. Nun sah ich aus wie ein Schwein, drehte um und ging duschen. Währenddessen unterhielt Bernd sich mit dem jungen Mann.
Nachdem ich wieder sauber war, frühstückten wir und erkundeten dann die Umgebung. Ihr glaubt ja nicht, wie schön es hier war.

Wir waren direkt beim Jacobsweg gelandet und den wollte ich nun ein Stück gehen.

Dieses Symbol der „Jacobsmuschel“ zeigt den Pilgern (und auch Ines) den Weg !!

Bernd begleitete mich die erste halbe Stunde, ging dann aber zurück, weil er unbedingt Mundharmonika üben wollte und dieses am Besten kann, wenn ich weit weg bin.

Zum Glück gibt es auf den Wegen überall „Wasserstellen“.

Mir war das sehr recht, konnte ich doch nun in meinem eigenen Tempo gehen. Bernd, der mich seit meiner Einkaufsfahrt 2017 in Sines  (Portugal), bei der ich mich so unglaublich verfahren hatte, nur sehr ungern alleine loslässt, ließ mir das Handy da. Zuvor markierte er unseren Standort, gab mir Instruktionen, wie ich das Teil zu bedienen hätte und gab mir unzählige andere Tipps, an welchen ich mich orientieren könnte, falls ich mich wieder verlaufen sollte. Das ging dann über den Stand der Sonne, das Meer usw. Ich hatte meinerseits aber nicht die geringsten Bedenken, denn der Jacobsweg war gut ausgeschildert und auf dem Rückweg, müsste ich halt nur umgekehrt laufen (das hatte ich der Ines natürlich auch im Voraus gezeigt 🙂 ) Fröhlich machte ich mich auf den Weg. Nun kam auch die Sonne durch. Der Weg führte über blühende Täler, sattgrünen Wiesen , mal bergauf, mal bergab, an Bächen vorbei und das Meer immer in Sichtweite.

Glückliche Kühe begleiten uns überall auf dem Weg. Sind dsas nun Milch- oder Kakao-Kühe??
Total nostalgisch, bzw. romantisch – oder ??
Ines Orthesen brauchen mal ne` Pause.

Unzählige einsame Buchten, wunderschön anzuschauen, mussten fotografiert werden.

Immer wieder traf ich unterwegs Pilger, die mit ihren gewaltigen Rucksäcken unterwegs waren, um ins 400 Kilometer entfernte Santiago de Compostela zur letzten Ruhestätte des Apostels Jacobus zu maschieren. Völlig im Einklang mit mir, berauschte ich mich an dieser sagenhaften Landschaft. So beeindruckend und wunderschön, hatte ich mir das gar nicht vorgestellt und am Liebsten wäre ich immer weiter gelaufen.

Leider musste ich aber zurück, denn Bernd wartete sicher schon. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie toll es hier ist. Die Fotos bringen es leider nicht einmal annährend rüber. Ich jedenfalls war wirklich schwer beeindruckt.
Den Rückweg fand ich fast ohne Probleme und als ich nur noch eine halbe Stunde vom Stellplatz entfernt war, kam Bernd um die Ecke. Da ich solange weg war, hatte er sich doch wieder Sorgen gemacht und wollte mich suchen. Lieb von ihm, oder? Er hatte auch etwas zu trinken dabei und darüber machte ich mich erstmal her. Zwar gab es unterwegs immer Wasserspender und auch Waschräume, aber ich wusste nicht, ob das Wasser genießbar ist und so hatte ich nur ganz wenig getrunken und das auch nur, weil ich so einen entsetztlichen Durst hatte. Ach ja, Schokolade hatte er auch noch dabei. Er hat anscheinend immer Angst, dass ich vom Fleisch falle. ( Anmerkung für meine Schwester Elke.: Keine Angst Ello, keine Gefahr in Verzug!) Gemeinsam gingen wir den Weg zurück und unterwegs erzählte ich Bernd aufgeregt von meinen Eindrücken. Es ist wirklich wunder-wunderschön hier. Geradezu atemberaubend!

Am nächsten Tag schien 12 Stunden die Sonne, bei 24 Grad. Bewaffnet mit Isomatten, Handtüchern  und einem Buch, verbrachten wir den Tag am Strand.

Ich las Bernd aus dem Buch vor, weil nur so rumliegen und sich sonnen so sterbenslangweilig ist. Ins Wasser gingen wir auch. Anscheinend zu weit rein, denn die Rettungsaufsicht pfiff uns zurück. Das Wasser hier war irre kalt! Gegen 16 Uhr verließen wir den Strand. Bernd aß den gestern von mir gekochten Eintopf und dann sattelten wir die Hühner und verließen diesen schönen Platz.

 

 

So gefällt sich meine Ines und schimpft auch nicht über dieses hübsche Foto.  PS: Sorry, dass es von mir nur so wenig Fotos gibt… ich muß Ines mal sagen, dass sie mich auch ab und zu mal fotografieren soll;  und weniger Selfis von sich selber machen soll!! 🙂

Unterwegs gab es wieder viel zu fotografieren und gegen 20 Uhr fanden wir abermals einen schönen Platz, wieder am Atlantik.

Und mal wieder einen tollen Sonnenuntergang in Nordspanien.

Das Leben ist herrlich!!

Jetzt, wo ich dieses schreibe, ist es 12 Uhr 30 und wir sind seit einer halben Stunde on the road. Mit 26 Grad ist es warm, aber etwas bedeckt. Heute wollen wir nach Santiago de Compostela. Das sind ca. noch 200 Kilometer.

 

Womo

Getxo im Baskenland in Nordspanien 03.09-04.09.2018

03.09.2018

Nachdem wir aus Capbreton (FR) erst um 18 Uhr losgefahren waren, hatten wir erstmal Schwierigkeiten einen Stellplatz zu finden. Es wurde schon dunkel, als wir endlich ein Nachtquatier gefunden hatten. Direkt an der Strasse, bei einer Brücke.

Auch mal ein schöner Blick aus dem Küchenfenster, oder? Da steht man(n) doch gerne in der Küche 🙂

Leise war es zwar nicht gerade, aber wir schliefen trotzdem einigermaßen. Am nächsten Morgen ging es dann noch vor 9 Uhr weiter und zwar nach Getxo im Baskenland.

Dort war laut unserem Freund Nico ein Parkplatz mit einen traumhaften Blick auf den Atlantik. Da es nur ca. 200 Kilometer waren, trafen wir noch vor dem Mittag dort ein. Nico hatte uns den Standort als Foto geschickt, aber trotzdem landeten wir auf einem anderen Parkplatz. Der war auch nicht schlecht und so machten wir uns auf, um die Umgebung in Augenschein zu nehmen. Dabei fanden wir auch den von Nico angepriesenen Stellplatz und parkten unseren Saloon um. Der Blick war wirklich der Hammer.

Alles war so unendlich grün und ich konnte mich überhaupt nicht satt sehen.

Unser Strand für heute, mal wieder direkt vor der Haustür.

Hier konnte man auch tolle Spaziergänge machen und wenn man soviel Muckis in den Beinen hat wie Bernd, kann man hier sogar Mountain-bike fahren, was er dann auch tat. Außer uns, standen hier auch 2 andere Mobile und jede Menge Bullis. Die Besitzer waren ausnahmslos junge Leute, die allesamt ihre Surfbretter dabei hatten. Ein junges deutsches Pärchchen war auch dabei, sonst nur Spanier. Während ich noch einen kleinen Abendspaziergang machte, musizierte Bernd mit einer Gruppe junger Leute.

Da es hier wirklich schön war, blieben wir noch einen kompletten weiteren Tag. Ich machte nochmals eine ausgedehnte Wanderung. Mir rann der Schweiß nur so über mein Gesicht und wie jetzt immer bei längeren Märschen, hatte ich meine Stelzen (Orthesen) angebracht.

Orthesen angeschnallt, gelbes Sicherheitsshirt an und auf gehts zum “ I walk alone-trip“

Irgendwie sind die Dinger echt auffällig, das war sogar schon Bernd letzte Woche aufgefallen. Die Leute können ihren Blick kaum abwenden. Ich finds großartig, denn zuvor war immer nur meine Oberweite im Focus. Also, ich hatte also die Dinger um und außerdem meine schluderigsten Klamotten an, die zum Wandern einfach nur genial sind. Irgendwann setzte ich mich auf eine Bank, um die scheiß Orthesen wieder zu richten, denn sie drückten mal wieder kollosal, da sehe ich aus den Augenwinkeln einen jungen Mann, der nicht weit von mir eine Pause eingelegt hat und zum Strand runterschaut. Nachdem meine Schuhe nun etwas weniger drücken, setzte ich mich wieder in Bewegung. Der junge Mann ebenfalls. Plötzlich spricht er mich an. Ich verstehe kein Wort, weiß nicht einmal was für eine Sprache das sein soll. Da fragt er mich auf englisch, wo es hier zum Strand geht. Hallo??? Was für eine dumme Frage, denn kurz zuvor, hatte er ja zum Strand geschaut und es war absolut offensichtlich, dass er nur den Weg weiter hätte gehen müssen um zu eben diesen zu gelangen. Ich weise ihm trotzdem freundlich den Weg, da fragt er mich doch tatsächlich, ob er mit mir gehen könne und als wäre das nicht genug, schickt er noch ein:“ you looks so pretty !“ hinterher. Will der mich verarschen??? Der ist doch höchstens 28 Jahre alt, was will der von mir?? (na Ines ist doch klar, dem sind natürlich auch deine tollen Orthesen aufgefallen und er wollte bestimmt nur wissen, wie es sich damit so wandern lässt !?) Mir wird bewusst, dass ich im Gesicht aussehe wie ein schwitzender hochroter Puter und ansonsten wie ein Mastschwein auf Urlaub. Ich antwortete  sehr höflich mit: No thank you, my husband is waiting for me. Dabei krampfen sich meine Hände um meine Nordic-walking-Stöcke, um im Falle eines Falles ihm mit diesen einen rüber zu braten. Er sieht aber nur enttäuscht aus und geht weg. Gott sei Dank in eine andere Richtung. Ich mache mich dann eiligst auf den Weg zurück zu Bernd. Dort angekommen, frage ich ihn erstmal, wie ich aussehe.“ Toll, wie immer“, antwortet er.

An den steilen Küsten hier sieht man immer wieder viele Para-glider. Der hier hat zum Fliegen gleich seinen Schlafsack mitgenommen… sieht gemütlich aus.

 

Womo

Fahrt durch Frankreich 30.08 – 03.09.2018

Bonjour liebe Leser,

Wir sind in Frankreich. Es ist jetzt 17 Uhr. Besonders weit sind wir nicht gekommen, denn da wir mautpflichtige Strassen umgehen, kommen wir nicht schnell voran. Das ist uns aber egal, denn wir haben ja Zeit. Das Himmel ist wolkig. Nur selten kommt die Sonne durch, aber mit 26 Grad immer noch sehr warm. Gestern haben wir kurz vor Freiburg an einem Sportplatz übernachtet. Es hat unglaublich gegossen und so sind wir kaum aus dem Saloon rausgekommen. Ich wurde heute morgen das erste mal um 5 Uhr 30 wach, kroch aber um kurz nach 7 noch einmal ins Bett. Das nächste Mal wurde ich erst gegen 10 Uhr wach, weil Bernd losfuhr. Schnell wusch ich mich, putzte die Zähne und zog mich an, was während der Fahrt gar nicht so einfach ist. Die Landschaft hier ist wirklich toll, aber das war sie in Süddeutschland auch. Sowieso sind wir vom Süden Deutschlands ganz angetan und waren sicher nicht zum Letzten Mal dort. Generell ist Deutschland wirklich schön, besonders wenn das Wetter so mitspielt wie in diesem Sommer. Wir haben dort herrliche 4 Monate verbracht, auch einigen Stress gehabt, überwiegend schöne Momente und tolle Begegnungen gehabt. Irgendwie fällt mir der Abschied scheinbar immer schwer. Ich weiß noch, dass ich im Frühjahr gar nicht aus Spanien rauswollte und nun hätte ich es auch noch länger in Süddeutschland ausgehalten. Überhaupt gingen die 4 Monate rasend schnell vorbei und ich kann es gar nicht fassen, dass wir jetzt wieder im Ausland unterwegs sind. Bernd fährt unser Wohnmobil sehr souverän durch die gefühlten 100 Kreisel und auch die Serpentinen meistert er mit Bravour. Zwischendurch lese ich ihm etwas aus einem Buch vor, damit es für nicht gar so langweilig ist, denn unser Radio war von Anfang an schon kaputt. Wir werden jetzt noch ein Stündchen fahren und uns dann ein nettes Plätzchen suchen, denn Bernd hat Hunger. Es gibt Spaghetti Bolonaise, welches ich gestern schon gemacht habe und was heute nur noch aufgewärmt werden muss. Laut Bernd schmeckt es super. Ich mag ja mein gekochtes generell nicht so besonders. Dies war ein kurzer Zwischenbericht, ich melde mich morgen wieder bei euch.

So, da bin ich wieder. Geschlafen haben wir auf einem großen Parkplatz in der Nähe von Arlay. Dies ist ein Dorf, welches aussieht, als wäre es aus dem Mittelalter übrig geblieben. Wirklich ein ganz morbider Charme. Überhaupt wirken die Häuser allesamt irgendwie historischer als in Deutschland. Wieder ist es 17 Uhr und unsere heutige Fahrt neigt sich dem Ende zu. Bernd wollte heute 300 Kilometer schaffen, also in etwa so wie gestern. Da die Strecke aber viel besser ist als gestern, nämlich viele Nationalstraßen und viel weniger Kreisel, kamen wir bedeutend schneller voran und haben nun schon 450 Kilometer hinter uns.

Spieglein, Spieglein am Tank, wer hat das schönste Wohnmobil im ganzen Land?

Gerade mussten wir tanken, denn unsere Tanknadel stand schon auf Reserve. Das Glück war mit uns. Fast überall kostet der Liter Diesel hier zwischen 1,50  und 1,58 Euro. Wir aber, haben durch Zufall eine gefunden, wo der Liter „nur 1,40“ kostete. Und so haben wir 90 Liter getankt. Damit war zwar der Tank noch nicht voll, aber es würde hoffentlich bis Spanien reichen, wo der Sprit dann ja hoffentlich billiger sein wird. Beschäftigt haben wir uns noch nicht damit, aber wir gehen ganz stark davon aus. Bernd sitzt seit heute morgen 10 Uhr brav hinter dem Lenkrad. Bisher gab es lediglich eine dreiviertel Stunde Pause auf einem Lidlparkplatz. Dort gab es für Bernd zum dritten Mal Spaghetti Bolongnaise, wärend ich bei Lidl 12 Flaschen Cola Zero, Brot und Kuchen kaufte. Wir verstauten gemeinsam die Sachen, was wirklich schwierig war, denn jeder Winkel, jeder Schrank und jede Klappe unseres Mobils ist bis zum Bersten gefüllt und wir sind heillos überladen. Irgendwie haben wir dann aber doch noch alles unter bekommen und die Fahrt ging weiter. Mittlerweile war es richtig heiß geworden. Den ganzen Tag war es bei 17 Grad eher kühl und regnerisch und nun haben wir plötzlich Sonnenschein bei 26 Grad. Auch die ersten Palmen habe ich schon gesichtet. Hach, ehrlich gesagt habe ich gar keine Lust mehr, bei dem Traumwetter im Auto zu sitzen.

Sicherlich kann ich Bernd davon überzeugen, für heute Feierabend zu machen. Bilder gibt es leider keine, weil  Bernd fürs Hochladen  ( und in der Regel auch fürs Fotografieren) zuständig ist und er ja am Steuer sitzt. Ich denke auch, wenn wir einen Übernachtungsplatz gefunden haben, hat er dazu keine Lust mehr und will lieber seine vom Sitzen steifen Knochen bewegen. Dafür habe ich natürlich tiefstes Verständniss. Wenn alles glatt geht, sind wir schon morgen an unserem geliebten Atlantik. Ich freu mich schon jetzt auf das Meeresrauschen. Von dort geht es dann weiter nach Galicien in Spanien. Dort wollen wir uns mit Armin und Andy treffen, die wir im Winter bei Toni kennengelernt haben und die ebenfalls im Womo leben.

Puh, wirklich heiß hier im Auto!

01.09.2018

Gestern hatte ich einen tollen kostenlosen Stellplatz in ….. gefunden. Er lag mitten im Grünen und es gab dort alles was das Camperherz begehrte. Nämlich eine Entsorgungsstation und Wasser. Wir suchten uns ein nettes Plätzchen, schlossen das Auto ab und machten zuallererst einmal einen Spaziergang.

Zufällig grentzte der Stellplatz an einer Freizeitanlage. Dort konnte man Volley- und Fußballspielen, ebenso Tischtennis und Basketball. Das Gebiet war sehr weitläufig und überall standen Tische und Bänke und luden zum Verweilen ein. Das Wetter war der Traum schlechthin und so genossen wir das unerwartete Ambiente. Am nächsten Morgen war ich schon sehr früh auf den Beinen und machte bereits um 8 Uhr so viel Krach, das Bernd aufstand. Ich wollte heute früh los und hatte schon alles fertig. Unser Saloon war sauber, der Kaffee fertig, die Entsorgungstanks leer. Bernd stand zwar auf, tüdelte sich aber sowas von zurecht, dass es fast 12 Uhr wurde, bis auch er abfahrbereit war. Nun hatte ich aber keine Lust mehr, denn es waren mittlerweile 30 Grad und im Auto noch viel wärmer. Kurz entschlossen verschoben wir unsere Abfahrt auf 16 Uhr 30 und verbrachten noch ein paar schöne Stunden dort, bevor wir dann tatsächlich losfuhren.

03.09.2018

Es ist gerade fast 19 Uhr und wir sind soeben losgefahren. Vorgestern haben wir auf einem großen Parkplatz im Nirgendwo übernachtet. Mit uns noch 3 polnische LKW- Fahrer mit ihren dazu gehörigen Schwerlast-Fuhrpark. Unsere Idee war es, am Folgetag schon früh die letzten 10 Kilometer nach Cabreton zu absolvieren. Natürlich hätten wir die letzten Kilometer auch durchfahren können, aber dann hätten wir für die Übernachtung 13 Euro 50 zahlen müssen und ich war der Meinung, das Geld könnten wir sparen, denn beim Schlafen hat man ja meist die Augen zu und sieht nicht wo man steht. Bernd befand die Idee auch für gut und so spielten wir noch eine Runde Scrabble auf dem großen Parkplatz, bevor wir uns zur Ruhe begaben.  Ich schlief fantastisch und diesmal klappte es auch mit dem frühen Loskommen.

Wie geplant waren wir dann schon um 10 Uhr im Surferparadies Capbreton, direkt am Atlantik. Dort war es ziemlich voll (Sonntag), doch weil einige Camper früh abreisten, bekamen wir dann doch noch einen zentralen Platz und wuschen als allererstes 2 Waschmaschinenladungen Wäsche. Diese trockneten innerhalb von 35 Minuten an der Luft. Nachdem wir sie ordnungsgemäß zusammengelegt- und wegsortiert hatten, das Bett frisch bezogen hatten, ging es ab zum Strand. Hier war es herrlich.

Der kurze Weg duch die Düne an den tobenden Atlantik!

Der Atlantik zeigte sich heute mal von seiner sanften Seite und man konnte richtig schön schwimmen. Ich hatte meine Luftmatratze dabei und ließ mich treiben. Bernd probierte sein kürzlich bei Decatlon erworbenes Bodyboard aus und ich brach vor Lachen fast zusammen. Bernd hielt sich krampfhaft an dem Brett fest, während seine langen Beine ins Wasser sanken. Das war wohl schwerer als gedacht, denn immer wieder rutschte er runter, was wirklich irrsinnig komisch aussah. Was war ich froh, dass er seinen neuen Neoprenanzug nicht anhatte. Denn ich finde Leute, die so ein Teil anhaben sehen immer irgendwie profimäßig aus und jeder schaut sie erwartungsvoll an. Später durfte ich das Brett dann auch mal ausprobieren und bei mir sah es keinen Deut besser aus, als bei Bernd. Diesmal war er es, der lachte.
Fotos am Strand haben wir nicht gemacht, da wir aus Sicherheitsgründen das iphone lieber verschlossen im Saloon gelassen haben. Schließlich wollten wir ja beide zeitgleich eine längere Zeit im Wasser verbringen.
Das Wasser war übrigens mit 25 Grad herrlich warm und doch erfrischend. Der Hunger trieb uns dann zum Saloon zurück und ich machte uns lecker Pizza, die Bernd später etwas Sodbrennen bescherte.

Dieses tolle Abenteuer-Mobil gehört Felice und Joshua; ganz nette Leute, die wir hier kurz kennelernen durften.

Am nächsten Tag ging es wieder zum Strand. Dieses Mal war der Atlantik alles andere als sanft und die Wellen überspülten mich. Mit dem Gefühl in einer Schleuder zu sein, warfen sie mich wieder an den Strand, wo ich erstmal verdutzt sitzenblieb und Bernd beobachtete. Allzeit bereit, die Rettungskräfte zu mobilisieren, (die gerade ihren Posten einnahmen) falls ihm etwas zustossen sollte, denn anscheinend hatte er noch gar nicht bemerkt, wie rau die See war. Als er es kurze Zeit später am eigenen Leib zu spüren bekam, machte er schleunigst, dass er raus kam. Ich bemühte mich ebenfalls krampfhaft wieder auf die Beine zu kommen. Was mir auch tatsächlich irgendwann gelang. Allerdings hatte ich, wie ich sofort bemerkte, mindesten 2 Kg Sand in meiner Bikinihose. Jetzt weiß ich, welch ein Gefühl Kleinkinder haben müssen, wenn sie eine vollgeschissene Pampers an haben. Nicht schön!! Mittlerweile waren an anderer Stelle auch andere Menschen mit ihrem Bodyboard im Wasser und Bernd beobachtete es aus nächster Nähe, um sich einige Kniffe abzugucken. Als er wieder bei mir war, hatten wir das dringende Bedürfnis die Matsche aus unseren Hosen loszuwerden und kämpften uns den Strand bis zur Düne hoch und auf der anderen Seite wieder runter zu unserem Mobil, wo wir sofort unter die Dusche sprangen. Frisch und sauber srabbleten wir dann eine Runde, besahen uns die zum Teil wirklich interassenten Wohnmobile,

Ein Off-road-mobil der Extraklasse. Damit fahren die eigner bestimmt durch Marokko.

sprachen noch mit ein paar Leuten und aßen dann, den von mir zubereiteten Schweinebraten mit Rotkohl und Knödeln . Ein „typisch leichtes mediteranes Sommergericht !!“
Dann packten wir unsere Sachen, machten das Wohnmobil abfahrbereit und begaben uns gegen 18:30 Uhr wieder auf den Weg. Gerade rechtzeitig vor dem neuerlichen Abkassieren. Nach einer guten Stunde, schlechten Strassen und scheiß wahnsinnig vielen Kreiseln, haben wir soeben Frankreich verlassen und sind nun in Spanien Richtung Bilbao unterwegs. Es ist 20 Uhr und wir haben 32 Grad. Die Erfrischung von der Dusche ist damit wieder Geschichte. Galicien, wir kommen!!!!

Womo

Hirschhorn 27.08 -29.08.2018

Wir fuhren zum besagten Stellplatz nach Hirschhorn. Dort waren gerade noch 2 Plätze frei und wir parkten direkt neben einem wahnsinnig großen Concorde Liner plus ****** ein. In der Vergangenheit war unser Wohnmobil eigentlich immer das größte gewesen, neben diesem Schiff aber sah unser Saloon richtig popelig und winzig aus.

Dagegen wirkt selbst unser Schiff wie ein Zwerg 🙂 Der Liner ist über 10 m lang, 12 to schwer und 3,90 m hoch (nicht aufgeockt). Hinten hinterb der Heckklappe fährt der hauseigene PKW (hier Smart) mit.

Wie wir später feststellten wohnten die Besitzer seit 30 Jahren in Papenburg und da dies Bernds Heimatstadt ist, gab es natürlich sehr viel zu erzählen. Wir durften dann das Luxusmobil sogar besichtigen und es war natürlich supertoll und mit allen Schikanen ausgestattet. Irgendwie stimmte die Chemie und wir verbrachten den gesammten Nachmittag des zweiten Tages mit den Beiden. Es gab Sekt. Nicht lange und ich hatten einen kleinen Schwips. Lustig war es sowieso die ganze Zeit, denn die beiden, besonders er ( Komisch, wir wissen nicht einmal den Namen der zwei … doch, Ilona und Kurt ), kannten unheimlich viele Witze und was noch besser war, er konnte sie sogar richtig gut erzählen. Wir kamen aus dem Lachen gar nicht mehr raus und erschrocken stellte ich plötzlich fest, dass es schon nach 18 Uhr war.

Ist sie nicht süss, Ines neue Pudelmütze?! … und der süsse Kopf darunter natürlich !!

Nun war Eile geboten, denn meine Nichte Kathlyn, die seit kurzem in Heidelberg wohnt, um dort mit ihrem Freund Christian die hisiege Hotelfachschule zu besuchen, wollten um 18 Uhr zu uns kommen. Gott sei Dank waren sie noch nicht da und schnell fing ich an, 2 Platten mit belegten Broten herzurichten und den Tisch zu decken. Ein Blick auf Bernds Handy sagte mir, dass sie schon mehrmals versucht hatten uns zu erreichen und so rief ich schnell zurück, denn das Klingeln hatten wir gar nicht gehört, da das Handy intelligenterweise im Saloon geblieben war, während wir uns mit unseren Nachbarn vergnügten. Als ich Kathlyn dann an der Strippe hatte, setzte sie mich davon in Kenntnis, dass Heidelberg nicht 20 Kilometer von Hirschhorn entfernt ist, sondern 30. Diese 30 Kilometer war aber eine schier endlos Aneinanreihung von Serpentinen und so waren die beiden tatsächlich fast eine ganze Stunde unterwegs. Wir freuten uns sehr, sie zu sehen und Kathlyn berichtete uns, dass sie nicht nur die Hotelfachschule besuchen wird, sondern zeitgleich ein Fernstudium absolvieren wird. Hut ab!!! Überhaupt konnte sie schon allerhand berichten und interessiert hörten wir zu. Auch mit Christian konnte man sich super unterhalten und ich muss sagen, da hat Kathlyn einen tollen Fang gemacht. Er natürlich auch;-) .  Die beiden hatten sich in Kathlyns Leerbetrieb kennengelernt, wo sie eine Ausbildung als Köchin absolvierte. Christian war da schon ausgelernt und da hats anscheinend irgendwie mal gefunkt. Kathlyn hatte ihre Gesellprüfung so gut gemacht, dass sie sogar eventuell ein Stipendium bekommt. Unglaublich, oder? Und das, wo doch eigentlich nur die Männer in der Familie mit den Voß-Genen kochen können. Und sie ist nicht die einzige! Meine andere Nichte Janika, die Tochter meiner Schwester Elke, kann ebenfalls kochen wie ein Weltmeister. Ich finde das sehr befremdlic;-), und frage mich, warum ich da so gar nichts von abbekommen habe. Ja ja, die Wege des Herrn sind unergründlich. Letztes Jahr waren Kathlyn und Christian ein ganzes Jahr in Australien und haben in den verschiedensten Betrieben Erfahrung sammeln können und in 5-6 Jahren werden sie dann aller Vorraussicht nach mit in das Hotel Voss in Westerstede einsteigen und meinen Bruder und meiner Schwägerin ordentlich unter die Arme greifen. Das sie das schon jetzt könnten, haben sie in den letzten 7 Monaten schon ordentlich bewiesen. So wird dann das Hotel in die vierte Generation gehen und mein Wäschewaschen dort ist gesichert;-).
Zu späterer Stunde holte Bernd dann noch die Gitarre raus und Bernd und Kathlyn konnten endlich einmal wieder zusammen singen.

Gemütliche, lustige Runde zu späterer Stunde.

Das haben sie in der Vergangenheit schon öfter erfolgreich hinbekommen, so auch heute. Ich nahm den Gesang mit dem Handy auf und schickte ihn zu meiner Tochter Kim, die war ganz erstaunt, dass es Vossens gibt, die so gut singen können. Kathlyn wird das wohl von ihrer Mutter haben, denke ich. Christian war auch ganz fasziniert von Kathlyns Gesang, denn er sah sie die ganze Zeit sehr verliebt an. Gegen 22 Uhr mussten die beiden dann los, denn morgen früh war ja Schule.

Abschließend noch ein paar Sätze zu dem kleinen Ort Hirchhorn. Er liegt direkt am Neckar und ist richtig schön.

Von der Burg aus hatte man einen tollen Blick auf die Schleuse im Neckar.

Auch wandern kann man hier ganz hervorragend. Es gibt sogar ein altes Schloss, zu dem wir hoch gewandert sind. Der Anstieg war mehr als steil und mir lief mal wieder der Schweiß in Sturzbächen vom Gesicht, zumal es mal wieder sehr warm war.

Wer hier auf der Burg heiratet und den steilen Anstieg geschafft hat, hat sich die Sache bestimmt vorher gut überlegt 🙂

Nun, wo ich dies schreibe , sind wir wieder on the road. Es geht Richtung Freiburg. Überall ist Baustelle und wir kommen nur schleppend voran. Die Landschaft hier ist aber grandios. Getankt haben wir eben auch noch und hatten richtig Glück, den Liter Diesel für 1,26 Euro zu bekommen. Scheinbar war das die günstigste Tankstelle weit und breit, denn bei alle Nachfolgenden, lag der Literpreis für Diesel zwischen 1,34 Euro und 1,39 Euro. Wie schön, dass Bernd den Rüssel (Ines meint natürlich die Diesel-Zapfpistole !!) solange reingehalten hat, bis unser Tank randvoll war.

 

Womo

Werkstatt in Dieburg 27.08.2018

So, es ist mittlerweile Dienstag 17 Uhr und wir waren seit heute morgen um 10 Uhr in der Werkstatt in Dieburg, zwecks Austausch der Scheibe.

Das war unser „Stellplatz“ für diesen Tag … unter Dach, von der Sonne verschont aber mit Stromanschluß gratis 🙂

Die Mechaniker, 5!!! an der Zahl warteten schon auf uns.

2 von 5 Glas-Experten begutachten schon unsere Frontscheibenbaustelle

Die neue Scheibe aus Melle war auch da. So weit, so gut. Die Mechaniker rollten die gelieferte Scheibe zu unserem Wohnmobil und waren dann mehr als erstaunt, dass sie exakt die gleiche Scheibe einbauen sollten, obwohl unsere doch gar nicht kaputt war. Da das hier dieses Mal mein Projekt war und nicht Bernds, schilderte ich ausführlich den Fall. Die Mechaniker fassten sich an den Kopf und fingen dann an zu messen. Vom Ergebnis war ich in keinster Weise überrascht, denn alle 5 waren einheitlich der Meinung, dass die Scheibe, die im März eingebaut worden war, einfach zu klein war. Genauso wie die Scheibe, die davor eingebaut worden war. Da die neu gelieferte exakt dieselben Maße hatte, war sonnenklar, dass auch diese zu klein sein würde. Das alles hatte ich ja auch schon vermutet und dem verantwortlichen Menschen in Melle bei Osnabrück stundenlang telefonisch geschildert. Dieser war sich aber absolut sicher, das nur ein Einbaufehler für den Spalt infrage kommen würde. Dieser Armleu…. !! Sofort griff ich zum Telefon und klingelte bei dem Helden mal wieder durch. Da die Mechaniker von der hiesigen Werkstatt ihn auch schon kontaktiert hatten, war er bereits im Bilde und mal wieder sehr kleinlaut. Ich musste mich unglaublich zusammenreißen, ihn nicht zu fragen, ob der Blick auf die Sterne nicht grandios wäre, bei dem offensichtlichen Dachschaden. Lässt der doch wirklich diesselbe Scheibe liefern und begründet es dann auch noch damit, dass er uns nur helfen wollte. Man man man, auf so eine Hilfe konnten wir wirklich verzichten. Nun hängen wir hier seit Tagen rum und was hat es uns gebracht? Rein gar nichts. Naja, stimmt so nicht ganz. Die Mechaniker haben die alte Scheibe rausgeholt und dann wieder eingesetzt.

… hereinspaziert, der „Saloon“ ist geöffnet!!
Die „Projektleiterin“ Ines hat alles im Griff und überwacht die „Montagearbeiten“. Derweil erledige ich mal die „wiederkehrenden Haushaltsaufgaben“ und schäle die in Buchen gesammelten Äpfel um ein leckeres Apfelmuß für meine 3 aufgesparten Kartoffelpuffer zu bereiten. Ines hat ihren Job echt gut gemacht !!!! 🙂

Jede Menge Dichtungsmaterial untergesprüht und mit Gummis ummantelt. Momentan sieht man auch keinen Spalt, aber das war ja die letzten 4 Monate genauso. Es ist nun einmal Fakt, dass es über kurz oder lang immer wieder passieren wird. Hoffentlich über lang.
Ansonsten haben wir das Beste aus diesem Tag rausgeholt. Als erstes klemmten wir uns an das Stromnetz, da wir unter einem Dach standen und so keine Möglichkeit hatten unsere Solarpanele aufzuladen. Dann wusch ich eimerweise Wäsche und zwar in der Teeküche der Werkstatt. Anschließend kam alles in unseren Trockner, denn wie gesagt, wir hatten ja Strom satt. Netterweise durften wir dann sogar noch unseren Wassertank auffüllen, was wir gnadenlos ausnutzen. Damit es sich auch richtig lohnte, duschten wir vorher noch. Als wir pikobello sauber waren, kam das Wohnmobil dran und zu guter Letzt schickte ich Bernd (zu Fuß 1,5 km zum nächsten Lidl)  zum Einkaufen. Wir hatten nämlich nur noch Licht im Kühlschrank. Hähnchen sollte es heute geben, wunderbar zubereitet im Backofen, den wir nun benutzen konnten, weil wir an der Steckdose hängen. Über eine Stunde lag der Hahn dortdrin und drehte sich permanent um die eigene Achse. Der Duft, der durchs warme Wohnmobil zog, war betörend und genau wie es roch, schmeckte es dann auch. Danach noch fix in der Teeküche abgewaschen und dann war es endlich 17 Uhr und wir konnten losfahren. Zwar war die Scheibe schon lange drin, aber sie musste danach noch 4 Stunden trocknen. Nicht die Scheibe, sondern die Dichtungsmasse natürlich. Nicht das Bernd nachher wieder in blauer Schrift korrigiert;.) … muß ich ja nicht korregieren, da Ines mich im Vorfeld gefragt hatte, wie das Material genannt wird 🙂 
Unser Ziel ist Hischhorn im Odenwald am Neckar, 20 Kilometer von Heidelberg entfernt und dort wollen wir einen Tag bleiben, um A) zu sehen wie die Scheibe sich verhält und B) das angesagte gute Wetter ausnutzen. Morgen soll es nämlich wieder warm werden, im Gegensatz zu heute. Da war es nämlich lausig kalt und die Heizung lief den ganzen Tag. Auf Strom;-) So liebe Leute, das war ein kleiner Zwischenbericht unseres heutigen Tages.

Noch 16 Kilometer und wir sind am Ziel angekommen. Der Stellplatz soll direkt am Neckar liegen und sehr schön sein.

Die Gegend hier ist traumhaft und Bernd und ich haben allerbeste Laune und wenn die Scheibe noch bis Juli durchhält, (dann gibt es nämlich die passende, wurde soeben per e-mail bestätigt), bleibt das auch so. Sollte allerdings die Scheibe wieder Maleschen machen, müssen wir noch in Deutschland bleiben und mindestens eine Woche auf eine Neue warten. Das wäre echt scheiße, denn wir wollen los in den europäischen Süden!!!!

Womo

Miltenberg in Bayern 25.08 -27.08.2018

 

25.08.2018

Bernd geht es schon wesentlich besser. Schmerztabletten nimmt er keine mehr (er hat nur am Freitag 2 Stk genommen  … halt ein harter Kerl!) und sein Gesicht schwillt langsam wieder ab.
Gestern war es hier richtig kalt und regnerisch und eigentlich wollten wir uns jetzt auf die Socken über Frankreich nach Portugal machen. Das muss nun noch etwas verschoben werden, denn am Morgen vor Bernds Zahnoperation, stellten wir voller Entsetzen fest, dass unsere am 24zigsten April neu eingesetzte Panoramascheibe schon wieder einen Spalt hat.

… und das Hotel Voss hat uns schon wieder Werbung durch den Spalt eingeschoben 🙂 !!!

Es kotzte uns richtig an, denn wir waren schließlich extra bei einer Fachwerkstatt gewesen, die von sich behauptet der Profi für Scheibeneinsetzung zu sein. Da Bernd nach seiner OP kaum sprechen konnte, erklärte ich mich gerne bereit dort anzurufen. Geladen genug war ich, denn ich hatte weiß Gott nicht noch einmal Lust auf dieses tägliche Theater die Scheibe mit Tapeband zu kleben und trotzdem bei jeder Kurve ängstlich zu eben dieser zu sehen und hoffen das sie nicht rausfällt. Von der Feuchtigkeit im Saloon will ich erst gar nicht reden. Erst einmal dauerte es bis ich den Verantwortlichen an der Strippe hatte. Dieser konnte sich das natürlich überhaupt nicht erklären und schlug dann tatsächlich vor, wir sollten wieder nach Melle (bei Osnabrück) fahren. Hallo??? Gehts noch??? Das waren hin- und zurück locker 1000 Kilometer. Dazu hatte ich nun überhaupt keine Lust. Von den Benzinkosten einmal abgesehen. Ich wurde ziemlich laut und er immer kleinlauter. Bernd gab mir vom Bett aus Zeichen, dass wir wohl oder übel zurück müssten, aber ohne mich. Ich erklärte dem Mann, dass es nun seine Aufgabe wäre, uns eine neue Scheibe zu besorgen und er sich überlegen könne, wie er sie hierher schaffen könne. Er bat sich etwas Bedenkzeit aus ( die konnte er gerne haben) und wollte in 10 Minuten abermals anrufen. Das tat er auch tatsächlich und teilte uns mit, dass es eine Niederlassung in Dieburg geben würde, die neue Scheibe dort am Montag ankommen würde und wir dort um 10 Uhr einen Termin hätten. Super, Dieburg war nämlich mit 90 Kilometer Distanz wesentlich dichter dran als Melle. Warum nicht gleich so?? Der gute Mensch, sagte zwar andauernd, dass er gerne persönlich einen Blick auf die Scheibe werfen würde und sie lieber persönlich einsetzten wolle, aber nachdem ich ihm gesagt habe, dass er ja gerne mit dem Auto kommen könne, um dabei zu sein, wurde er mucksmäuschenstill. So gerne wollte er dann wohl doch nicht dabei sein. Mit der Drohung, dass wenn es wieder nicht klappen sollte,  wir zu Concorde gehen und  auf seine Rechnung eine neue Scheibe einbauen lassen, verabschiedete ich mich;  wie ich zugeben muss nicht gerade sehr freundlich.
Puh, jetzt gings mir richtig gut. Ist schon klasse, wenn man mal Dampf ablassen kann! Natürlich waren wir nicht begeistert hier nun weitere 3 Tage festzusitzen aber was sollten wir tun?

Den ganzen Tag hatte es hier in Buchen immer wieder mal geregnet und kalt war es auch und so konnte ich Bernd gegen 17 Uhr überreden schon mal Richtung Dieburg zu fahren, denn morgen sollte das Wetter wieder sonnig sein und da möchte man ja nicht so gerne im Auto sitzen. Wir machten das Wohnmobil startklar und düsten ab.

Schon nach 40 Kilometern bat ich Bernd von der Autobahn abzufahren, denn in unserer Stellplatz-app hatte ich einen netten kostenlosen Stellplatz gesichtet. Bernd hatte anscheinend sowieso keine große Lust mehr zum fahren, denn ohne Diskussionen ließ er sich via Handy zum besagten Stellplatz navigieren. Dieser hatte gerade noch einen Platz für uns. Zwar führte oberhalb des Platzes eine Schnellstrasse vorbei, aber sonst war er wirklich schön und nur einen Kilometer von der historischen Altstadt von Miltenberg entfernt. Klasse, da konnten wir morgen einen kleinen Stadtbummel machen und etwas wandern gehen. Heute hatten wir bei dem Wetter keine Lust mehr uns zu bewegen und gingen früh ins Bett.

26.08.2018 Miltenberg in Franken (Bayern)

In der Nacht war es eisig kalt geworden. Im Wohnmobil waren es um 4 Uhr morgens, als ich aufstand um den Blog zu schreiben, nur knappe 12 Grad. Brrrrr, so kalt war es ja schon ewig nicht mehr und ich schlotterte geradezu beim Schreiben. Um 7 Uhr 30 ging ich noch mal zu Bernd ins Bett und der war richtig nett. Anstatt wie sonst zu sagen: Geh weg du Eisklotz, durfte ich mich heute an ihn ankuscheln. Kann das an dem gezogenen Weißheitszahn liegen???? Ich fands jedenfalls herzallerliebst. Gegen halb 9 war ich dann soweit aufgetaut, dass ich unseren Frühstückstisch decken konnte. Unsere Heizung wurde auch für eine halbe Stunde erstmals in Deutschland aktiviert. Danach heizte sich das Wohnmobil ganz schnell durch die Sonne auf, die endlich durch die Fenster schien. Nach dem Frühstück gingen wir zu Fuß Richtung Stadt. Schnell merkten wir, das etwas Besonderes im Busch sein müsse, denn mit uns strömten Unmengen von Leuten ebenfalls in dieselbe Richtung. Überall gab es Parkleitsysteme und das Städtchen quoll fast aus allen Nähten. Nun machten uns auch Schilder darauf aufmerksam, dass hier die berühmte Michaelismesse stattfand. Bernd und ich stürtzten uns ins Getümmel. Mei, was gab es hier alles zu bestaunen. Unzählige Verkäufer boten ihre Waren an.

Ein toller Verkaufsstand im Hippi-Look mit einem Eingansschild auf dem steht: „Love is in the air“ ….  bin ich dann doch lieber nicht reingegangen 🙂
Wer von den Beiden ist denn nun der Wachhund ? 🙂 … oder: wer von Euch findet die Katze im Bild?

Da gab es Küchen, Bügeleisen, Massagegeräte (die Bernd und ich natürlich als erstes ausprobierten), Treppen, Rasenmäher, Dachziegel, Klamotten, alles für den Hund, Putzmittel, Küchengeräte, Töpfe und und und… Zusätzlich natürlich noch jede Menge Fresszelte, Fahrgeschäfte und ein Bayernzelt mit Blaskapelle.

Im Festzelt wurden riesige Mengen an Schweinshaxen und Händel mit Beilagen vertilgt.

Wir waren schier überwältigt und wie sich schnell rausstellte auch in Kauflaune. Als erstes kauften wir eine Wunderbürste, zum Reinigen unserer Teppiche für 15 Euro. Dann erstand Bernd einen tollen Kaputzenpullover, ebenfalls für 15 Euro und dann war unser für „die Wanderung“ mitgenommenes Geld alle. Blöd, denn ich hatte mich in eine ultimative handgestrickte Wollmütze verliebt, die 27 Euro kosten sollte und Bernd liebäugelte mit 2 Schaffellen, die klasse auf unsere WoMo-Sitze passen würden. Das Massagegerät hätte Bernd auch noch gerne  gehabt( für Ines natürlich, damit wäre ich etwas entlastet worden 🙂 ) , aber was soll`s? Wir gingen erst mal wandern, um uns auf andere Gedanken zu bringen. Der Wanderweg führte uns stetig bergauf und ich pustete wie eine alte Dampflok.

Belohnt wurden wir dann aber mit einen tollen Blick auf die Stadt und den Main, der mitten durch eben dieser führt.

Nun ging es an den Abstieg und wieder durchs Messegelände, vorbei an den Objekten unserer Begierde. Kurzentschlossen und spontan beschlossen wir, dass ich hier warten sollte, während Bernd Geldnachschub aus dem Wohnmobil holen wollte. Ich entdeckte während seiner Abwesenheit noch ein tolles Kleidungsstück aus Leinen für lächerliche 10 Euro, welches neben der Mütze ganz oben auf meiner Wunschliste stand.

Dieser hübschen Frau steht aber auch einfach fast alles  und ich meine hier nicht die Orthesen von Ines auf die auch jede Menge Messebesucher nun schielten und nicht wie sonst immer nur auf ihrer von Gott gegebenen Oberweite 🙂

Es dauerte gar nicht lange und Bernd kam schon zurück. Super, wenn man so lange Beine hat!!!
Nun hatten wir aber Hunger und gönnten uns jeder 3 Kartoffelpuffer. Die waren so lecker, dass Bernd für sich noch eine weitere Portion mit nach Hause nahm. Dann ging es zu meiner Pudelmütze, die mir von nun an gute Dienste tun wird, wenn wegen Wassersparens das Haar mal wieder nicht sitzt. Nun ging es zu den Fellen. Wir entschieden uns für ein Patchworkfell, welches aus aneinandergenähten Fellresten besteht und demzufolge nur die Hälfte kostete. Ich persönlich finde es auch schöner, denn da hat man nicht so das Gefühl auf einem toten armen Schaf zu sitzen. So sitzt man zwar auf vielen toten Schafen, aber da es nicht die Form hat, kann ich es ausblenden.

Für kalte Wintertage vorbereitet!  Provisorisch hat Ines die Felle schon mal an den Sitzen befestigt. Langsam wirds ein „alternatives Mobil“

Nun gab es noch ein Softeis für jeden von uns und schwerbeladen  traten wir den Heimweg an.

Gott sei Dank, denn ich war echt froh meine Orthesen abschnallen zu können. Es war ein toller Tag, in einer tollen Stadt. Morgen früh geht es dann nach Dieburg, ich werde berichten……

Womo

Walldürn 20.08 -22.08.2018 bei der Firma Goldschmitt

Bei der Firma Goldschmitt in Walldürn

Gleich um 7 Uhr 30 fuhr Bernd unser WoMo ins Tor 5 der Werkstatt.

Und schaut, am Anreisetag zuvor habe ich noch schnell die „Saloon“-Aufkleber bearbeitet und ans Wohnmobil angebracht. Danke an Carina & Simon, die diese Aufkleber entworfen und für uns besorgt haben.

Da das Einbauen der neuen Systemsteuerung unserer Hubstützen  6 Stunden dauern sollte, hatte ich zuvor meine Orthesen angeschnallt und wir machten uns zu Fuß auf den Weg nach Walldürn. Die Orthesen drückten heute weniger als sonst und deshalb waren wir ziemlich flott unterwegs.

Eine tolle alte Eisenbahnbrücke

Walldürn scheint ein Wallfahrtsort zu sein, denn überall hingen Jesus- und Marienbilder. Zum Teil stammten diese noch aus dem Mittelalter, wie wir aus den Inschriften entnehmen konnten. Damals dachten die Leute anscheinend, wenn sie diese aufstellten, wäre ihnen ein Platz im Himmel sicher. Vielleicht ist es ja auch so, wer weiß? Walldürn hat eine riesige katholische Basilika, die Bernd und ich besichtigten.

Auch wir verweilten eine kurze Zeit in dieser prunkvollen Kirche; toll, wie das Sonnenlicht über dem Hochaltar in den Kirchenraum schien.

Vor der Kirche gab es ein Hinweisschild zum Märzenbrünnlein. Da dieser nur ca. 3 Kilometer entfernt war, wir sowieso wandern wollten und nichts besseres zu tun hatten, begaben wir uns also auf diesen Weg. Unterwegs gab es unzählige Apfel- und Pflaumenbäume, die sich alle unter der reifen Last bogen. Bernd und ich kamen nicht umhin unsere Taschen zu füllen.Scheinbar wurde hier nichts geerntet, denn auf dem Boden lagen schon Unmengen reifer Früchte.  Das Wetter war wie immer klasse und der Weg führte uns alsbald in einen Wald. Dieser war anscheinend ein Pilgerweg, denn am Waldesrand waren alle paar Meter Bilder von der Kreuzigung Jesus aufgestellt. Bernd, der ja kirchlich sehr bewandert ist, erklärte mir alles, was nicht selbsterklärend war und ich nicht wusste. Nach etwa 3 Kilometern kamen wir dann wirklich zu dem Brünnlein, das seinen Namen durch die Miniaturgröße alle Ehre machte.

Ines an der „Quelle“. Na, mit dem bischen Wasser würde es ewig dauern unser Wohnmobil aufzufüllen!

Gleich in der Nähe war eine kleine Kapelle aufgestellt worden und auf einer Bank vor eben dieser setzten wir uns und redeten über Gott, Glaube, Kirche und den Papst.

Nach einer geschlagenen Stunde machten wir uns auf den Rückweg. Bernd hatte schon wieder Zahnschmerzen und so kauften wir in einem Geschäft Nelken (also:  keine Blumen, sondern hier sind die Gewürz-Nelken gemeint). Diese sollen ja, laut meines Vaters, betäubend wirken, und so schob Bernd sich gleich drei in den Mund und redete von da an kein Wort mehr mit mir. Ich indessen redete die ganze Zeit und bat Bernd ab und an mal den Kopf zu schütteln oder zu nicken, damit ich sichergehen konnte, dass er auch zuörte.
Als wir wieder bei der Firma Goldschmitt ankamen, war unser Auto noch nicht fertig

Alle Mann an Bord!!? Zeitweise waren sogar 5 Monteure mit unserem Saloon beschäftigt … hier war jedes Fachwissen gefragt, aber die Profis haben alles mit einer bewundernswerten Ruhe hinbekommen.

und so spielten wir vor der Rezeption Scrabble.

Ines hatte mal wieder Hilfe beim Spiele … diese Hummel hat ihr direkt geholfen. Vorne H dann U dann M … also Hummel ! RICHTIG liebe Ines!

Puh, wir saßen in der prallen Sonne und es war unglaublich heiß. Als Bernd mal wieder nach unserem Auto sah kam Herr Goldschmitt auf ihn zu. Seine Firma hatte er zwar verkauft, war aber immer  noch für sie tätig. Er hatte uns schon gesucht, weil er in unserem Blog gelesen hatte, dass wir zu ihm unterwegs sind. Erstaunlich, wer alles den Blog liest, oder? Die beiden unterhielten sich prächtig und vielleicht kann Bernd im nächsten ja dort einmal spielen. Von einem Mitarbeiter bekam er dann noch die Adresse eines guten Zahnarztes. Bei dem klappte es am Folgetag auch sofort mit einem Termin. Die Mechaniker machten Übersunden und gegen 18 Uhr war unser Mobil fertig. Anstandslos fuhren die Hubstützen nun auf Knopfdruck wieder rein und raus und obwohl viel mehr Zeit beansprucht wurde, kostete es nicht mehr als abgmacht. Wir waren erleichtert. Überhaupt ist die Firma Goldschmitt ein toller Laden mit absolut kompetenten und freundlichen Mitarbeitern. Zudem gibt es dort sogar einen firmeneigenen Stellplatz mit Entsorgung und Wasser. Selbst Gas kann man dort tanken. An der Rezeption gibt es eine Kaffeemaschine, in der die Bohnen frisch gemahlen werden. Der Kaffee dort ist kostenlos und schmeckt prima. Außerdem gibt es dort ein tolles Gästeklo, welches wir sehr oft nutzten. Das nenne ich mal Kundenorientiertheit. Uns jedenfalls gefiel es so gut, dass wir gleich noch eine Nacht dranhingen. Am nächsten Tag ging es dann schon morgens für Bernd zum Zahnarzt. Dieser stellte eine Zahnfleischentzündung fest und spritzte Bernd irgendein Zeug. Danach waren die Schmerzen weg, aber der Arzt meinte, Bernd müsse vorsorglich in eine Zahnklinik, weil er der Meinung war, dass auch ein nicht rausgewachsener Weißheitszahn für die Beschwerden verantwortlich sein könnte. Die Zahnklinik war in Mosbach und da Bernd am folgenden Tag dort einen Termin hatte, fuhren wir dort hin. In einem Wald, direkt am Waldfreibad gab es einen Stellplatz für 8 Euro. Darin enthalten war der Eintritt ins Schwimmbad. Da es mit 31 Grad immer noch sehr heiß war, verbrachten wir einige Stunden dort. Anschließend gingen wir zu Fuß in das kleine Örtchen und gönnten uns eine Pizza. Wir schafften sie nur bis zur Hälfte und nahmen den Rest mit nach Hause, wo ich sie ganz alleine am nächsten Tag verdrückte, da Bernd nicht kauen konnte. Er war um 8 Uhr mit dem Rad zur Zahnklinik gefahren und mit einer dicken Backe, aufgeplatzten Lippen und jeder Menge Blut im Mund kam er gegen 9 Uhr30 zurück. Tatsächlich hatte man ihm den Weißheitszahn gezogen. Schmerzen hatte er nicht, denn noch war alles betäubt. Die würden aber kommen und so verfrachtete ich ihn erstmal ins Bett, wo er döste bis die Betäubung raus war. Wie gut, dass der Chirurg ihm Schmerzmittel mitgegeben hatte. Als der große Hunger kam, machte ich ihm Tee, in dem er Kekse einstippen konnte und anschließend noch eine Dose Karotteneintopf. Die Hackbällchen darin wurden von mir dermaßen bearbeitet, dass kein Kauen mehr nötig war. Im 10 Minutenrythmus wurden die Kühlpads getauscht und am nächsten Tag sah er zwar wie ein Hamster aus, hatte aber kaum noch Schmerzen. Kommt wohl auch nicht so häufig vor, dass die eigenen Kinder ihre Weißheitszähne vor dem Vater herausoperiert bekommen, oder? An dem rausgezogenen Zahn klebte auch eine Ziste, die vorsorglich eingeschickt wird. Der Arzt meinte aber, wir müssen uns keine Sorgen machen.

Liebe Leser, der Bericht war ursprünglich viel viel länger, aber der blöde PC hat mal wieder nichts gespeichert und ich bin gerade etwas demotiviert, wünsche euch aber einen tollen Tag!