Womo

Offene Beziehungen und Liebeskummer ?!

Es ist 19 Uhr 30 und wir hatten mal wieder einen tollen Tag. Dieses Mal getrennt, denn ich wollte wandern und Bernd wollte eine Mountainbiketour machen. Um 12 Uhr 30 startete ich. Ach ja, wir sind wieder in Casares!
Davor waren wir in Ronda, Marbella, Estepona, Arcos und auch mal wieder in El Soto, um 3 Tage auf unsere Patenkinder aufzupassen, weil Sarah ihr neues Haus am Meer soweit ausräumen wollte, dass der Maler dort arbeiten konnte. Die Kinder waren wie immer lieb und wir tobten im neuerbauten Swimmingpool herum. Tiago verlor seine Angst und traute sich nun mit dem Schwimmring ins Tiefe.

Emilio traute sich zwar auch, hatte aber nicht so viel Spass daran. Dafür konnte er nun im kleinen Becken tauchen.

Danach heizten sie mit ihren Laufrädern durch die Gegend. Bernd hatte die grandiose Idee, dass Tor, welches zu den Gästeapartements führte zu öffnen. Dort führte ein Weg hoch. Mit Karacho und Schwung liefen die Kinder mit ihren Laufrädern die Anhöhe hoch. Oben hatte Bernd sich auf einer Mauer niedergelassen und passte auf, dass die beiden sich nicht gegenseitig über den Haufen fuhren. Unten saß ich und fing sie auf, wenn sie mit Schmackes die Anhöhe wieder runterfuhren. Ich will nicht übertreiben, aber sie hatten gut und gerne 25 km/h drauf und so etwas wie Angst kennen die beiden nicht. Bernd und ich dafür umso mehr. Es war ein Bild für die Götter.

Natürlich „müssen“ die Kinder auch ab und zu für uns arbeiten, damit wir unsere kostbare Zeit mit Spielen bei Ihnen verbringen!! 🙂
Meine schöne Ines mal nicht in Rosen gebettet, sondern im bezaubernden Vejer de la Frontera abgelichtet!
Der bezaubernde Brunnenplatz in Vejer. Hier hätte ich gerne Musik gemacht, aber aufgrund der vielen Menschen (was ja toll ist) und der noch angespannten Corona-Situation war es nicht erlaubt.

Die ganze Zeit hält sich das Wetter ziemlich konstant bei 27 Grad am Meer und 33 Grad in den Bergen. Wir pendeln immer hin und her. Überall ist es schön und wir haben echt nette Leute kennengelernt.

Mit 30 km/h 100 km durch die Berge zum Mittelmeer

Von Arcos de la Frontera aus zum Mittelmeer hatte ich (Bernd) mal eine Strecke ausgewählt, die quasi 100 km durch die Berge und durch den Parque Natural Los Alcornocales als kürzeste Strecke zum Mittelmeer runter führte. Unser Wohnmobil-Navi hat diese Strecke erst gar nicht angezeigt und wollte uns immer eine 90 km längere Strecke führen. Aber ich ignorierte das einfach und so wurde es ein schönes Abenteuer.
Die Strassenverhältnisse waren mehr als schlecht und die Strecke zudem durch Serpentinen und Kurven gezeichnet. Die tollen Natureindrücke duch die riesigen Korkeichwälder waren aber unbezahlbar.
Aus den von google-maps genannten 2 Stunden Fahrzeit wurden für uns mit unserem SALOON dann 3 Stunden für knapp 98 km. Unterwegs musste ich ab und zu anhalten um zB. die Fahrräder am Heck weiter mit Spanngurten zu sichern. Im Heckbereich des WoMos und in der Heckgarage war so einiges durcheinander gewirbelt worden; zudem hatte es in der Heckgarage eine 8-ltr-Trinkwassergalone zerlegt, die wohl bis an die Decke geflogen war. Ja, eigentlich sind wir die meiste Strecke mehr gesprungen als
gefahren. Das war und ist wohl doch nicht die geeignete Route für ein 9,75 m langes Wohnmobil!! 🙂 Aber unser SALOON hat es trotzdem super gemeistert….Danke.

Der nunmehr 18 Jahre alte Fahrradträger musste auch ein wenig mit Bordmittel instant gesetzt werden!

Am Mittelmeer angekommen …..

Am Wochende war dann, zusätzlich zur Ferienzeit, noch ein Feiertags-Wochenende. So sahs dann am Meer und auf „unserem“ ansonsten fast leer WoMo-Parkplatz aus…. wir haben die zwei roten Autos sogar neben unserem WoMo eingewiesen, damit sie noch einen Platz ergattern konnten.


Am MIttelmeer, da hatten wir dann einmal Thomas getroffen. Thomas war vor 4 Tagen nach Spanien geflogen und hatte sich hier einen Camper geliehen. Er parkte direkt neben uns und wir kamen sofort ins Gespräch. Ein wirklich netter Typ!! Leider hatte sich seine Freundin kurz vor dem Urlaub von ihm getrennt und deshalb war er nun allein hier. Er litt fürchterlich und erzählte uns die ganze Geschichte am nächsten Tag. Das dauerte Stunden. Am Nachmittag hatte er sich dann entschieden, den Urlaub abzubrechen, denn er musste immer an seine Verflossene denken und konnte sich so rein gar nicht erholen. Er schaffte es seinen Flug umzubuchen und der Camperverleiher nahm den Camper zurück. So fuhr er dann leider am Abend los. Zuvor tranken wir aber noch 2 Bierchen zusammen und er brachte uns seine sämtlichen Lebensmittel vorbei. Das war super, so brauchten wir die nächsten 2 Tage nicht einzukaufen und konnten noch etwas länger am Meer bleiben.

Das Highlight hier war der Eiswagen, der täglich mehrmals zum Strand runterfuhr. Bernd genehmigte sich jeden Tag ein Eis und ich mir 2!!!

In den Bergen von Caseres lernten wir dann einen netten Holländer kennen. Er war 62 Jahre, genauso groß wie Bernd und sah aus wie ein Wikinger. Unterwegs war er mit seiner Lebensgefährtin, 64 Jahre und aus Wales. Sie waren keine 2 Minuten angekommen, da waren wir mitten im Gespräch und er schenkte uns allen Tinto de Verano gemischt mit Sprite ein. Ihgitt!! Wir wechselten dann ziemlich zügig zu Bier. Die beiden hatten sich vor einem Jahr kennengelernt und fuhren jetzt gemeinsam umher. Sie hatte 50 Kilo abgenommen und zeigte uns bereitwillig ihre ganzen Narben, die vom Wegschneiden der überschüssigen Haut herrührten. Arme, Beine Bauch. Hier hatten die türkischen Ärzte ganze Arbeit geleistet und der ganze Spass hatte “ nur “ 7000 Euro gekostet. Ein Schnäppchen geradezu!! Mich hat es darin bestärkt, nun mein Gewicht zu halten und nicht weiter abzunehmen. Sehr zu Bernds Freude, denn der hat mir letzte Woche allen Ernstes erzählt, dass meine Brüste irgendwie platt geworden sind. So ein Arsch!! Die beiden Wohnmobilisten fuhren von Event zu Event und verkauften ihre selbstgemachten Blumenkränze. Ich bekam auch einen geschenkt. Danke!!

Unterhalten haben wir uns die ganze Zeit auf englisch, da sie kein deutsch konnte. Nach dem dritten Bier klappte das auch ganz wunderbar. Wir saßen die ganze Zeit in der prallen Sonne und ich holte mir zum dritten Mal in diesem Jahr einen Sonnenbrand auf meiner Unterlippe. Aua, das ist echt schmerzhaft! Irgendwann kamen wir dann auf das Thema Beziehungen. Ich glaube unser holländischer Freund fing damit an. Er war der Meinung, man ist in einer Beziehung nicht der Eigentümer vom anderen und daher konnte jeder machen was er wollte. Also, eine offene Beziehung. Dabei sah er mir immer mal wieder tief in die Augen. Oh Gott, mir wurde ganz anders, redete mich richtig in Rage und erzählte ihm, wie fürchterlich ich so etwas fand. Ja, in dieser Beziehung bin ich wahrlich intolerant. Bernd aber zum Glück auch. Sie war ebenfalls unserer Meinung, lebte aber trotzdem mit A. zusammen. Tja, wollen wir mal hoffen , dass er älter und ruhiger wird. So lernt man immer wieder unterschiedliche Leute kennen. 🙂

Aber ich bin etwas abgeschweift. Wo war ich stehen geblieben? Achja, ich was heute alleine wandern und es war unglaublich schön. Ich kraxelte zu einem tollen Aussichtspunkt ganz oben auf einen Berg. Von hier aus gab es einen einmaligen Blick, Dieses Mal auf die andere Seite von Caceres.

Und auch von hier konnte man (mit grossem Zoom) unseren tollen Stellplatz wieder sehen.

Unter mir ging es steil ab ins Tal und die Geier kreisten unter mir und schraubten sich hoch, so dass wir des Öfteren auf Augenhöhe waren. Ich war von diesem Schauspiel und von der wunderschönen Landschaft so ergriffen, dass ich fast anfing zu weinen. Nachdem ich hier 30 Minuten verweilt hatte, ging es wieder zurück.
Überall gab es Feigenbäume. Die Feigen fingen gerade an reif zu werden und ich pflückte mir ein paar und aß sie auch sofort. Hm, Lecker!!! Brombeeren gab es auch jede Menge und auch diese waren vor mir nicht sicher. Unterwegs traf ich dann noch ein Pferd. Dieses bekam ein paar Feigen ab und wieherte mich immer fröhlich an. Ich wieherte genauso fröhlich zurück, bevor ich mich weiter auf den Rückweg machte.

Ach ja, Weintrauben gab es unterwegs auch noch! Das nenne „ich“ Perma-Kultur … man findet permanent unterwegs leckere Dinge zum Essen. 🙂

Es dauerte gar nicht lange und ich war wieder auf dem Marktplatz in Caceres. Dort trank ich fast einen ganzen Liter vom leckeren Brunnenwasser. Anschließend wurde noch meine leere Cola-light- Flasche befüllt und weiter ging es.
Eine dreiviertel Stunde später war ich zurück beim Mobil. Bernd war schon lange wieder zuhause. Eigentlich wollte er mit dem Rad zum Strand fahren. Zwischendurch bekam er aber Angst, dass er den Rückweg, der ja kontinuierlich aufwärts ging, nicht schaffen würde und drehte deshalb auf halber Strecke wieder um. Trotzdem hat er die Tour genossen und will sie beizeiten zuende führen.

Da hier auf dem Wohnmobilplatz Fitnessgeräte standen, machten Bernd und ich 25 Minuten Krafttraining. Anschließend begab ich mich in die Küche und kochte. Es gab Wraps, gefüllt mit Gulaschfleisch, Tomaten, Salat und Fetakäse. Für den Geschmack wurden sie zuvor mit Knoblauchmayo bestrichen. Super lecker!!! Die gibt es morgen dann gleich noch einmal. Natürlich scrabbleten wir dann noch. Wie jeden Tag. Morgen wollen wir wieder zusammen wandern und übermorgen hat Bernd noch einmal die Erlaubnis bekommen, in Caceres zu spielen. Juchhu!!

Auf dem Platz hier steht außer uns noch ein großer Wohnwagen und ein LkW. Darin wohnen zur Zeit Schausteller, die wirklich nett sind, aber unglaublich schnell reden. Die dürfen hier am Strom stehen und haben ungefragt bei der Stadt angefragt, ob wir das nicht auch dürften. Schliesslich macht Bernd ja Musik. Es wurde bewilligt und so brauchen wir jetzt, wenn wir Waschtag haben, nicht unseren lauten Generator anzuschmeissen, sondern unseren Stecker nur in die Steckdose stecken. Echt nett von der Stadt und auch von den Marktbeziehern. Oft in Anspruch nehmen, werden wir das aber nicht . Es ist so warm, dass wir immer nur sehr dünn angezogen sind ,so dass wir nur alle 11 Tage eine Maschinenladung zusammenbekommen. Früher waren es 2 in einer Woche.

Gerade sitzen wir gemütlich in unserem Saloon. Bernd spielt Gitarre und ich schreibe Blog. Zwischendurch unterbreche ich aber immer und singe lauthals mit. Ja, das Leben könnte besser gar nicht sein und wir sind wirklich wunschlos glücklich!! So entspannt hätten wir uns Spanien im Sommer nicht vorgestellt. Wir können überall problemlos mit unserem Womo stehen, was wahrscheinlich daran liegt, dass hier wegen Corona kaum ausländische Touristen sind. Noch froher hier zu sein sind wir, wenn wir nach der Tagesschau am Abend, den Wetterbericht von Deutschland sehen. Ich glaube, wir würden uns kaputt frieren. Eigentlich wollten wir im Mai nach Deutschland kommen, aber wir überlegen, ob wir nicht doch hier bleiben. Irgendwie zieht uns momentan nichts dahin und unsere Kinder und Geschwister besuchen uns ja auch hier. Schauen wir mal, was die Zeit so mit sich bringt!

Liebe Leser, wir schicken euch ein paar Sonnenstrahlen rüber. Seid ganz lieb gegrüßt und bleibt vor allem gesund!!!

Womo

Endlich mal wieder Fete!

Dennis aus der Türkei, der hier mit seiner Freundin in einem der Gästehäuser von Sarah wohnt und E- Gitarre spielt, wollte mit Bernd eine kleine Session machen, sozusagen zum Abschied, denn die beiden ziehen in 2 Tagen aus, weil sie hier in der Gegend eine Mietswohnung gefunden haben. Sarah, die sowieso vorhatte einen Abschiedsabend zu machen, weil sie sich für 4 Wochen mit den Kindern ein Haus in El Palmar am Strand gemietet hatte, kam dann auf die Idee, dass Dennis und Bernd unten bei ihr im riesigen Wintergarten spielen sollten und die anderen Camper die hier stehen ,dazukommen. Jeder sollte etwas zum Essen mitbringen. Da ich schon am Morgen , in Sarahs Haus, auf die Kinder aufgepasst hatte, während Sarah ihr Leihauto wegbrachte (ihres war mal wieder kaputt), nutzte ich dort die Gunst der Stunde und kochte schon mal etwas. Das ging dort natürlich viel viel besser als im Wohnmobil. Ich machte eine Partysuppe mit Gehacktem und im Backofen Hähnchenkeulen mit Kartoffel, Paprika, Tomaten und Zwiebeln. Als alles fertig war, kam Sarah auch schon zurück und nun ging es richtig an die Arbeit. Sarah hatte nämlich, für die kommende Woche nicht nur ihre 4 Apartements vermietet, sondern auch ihr Haus. Hier in El Soto, sollte nämlich, wie jedes Jahr das große Pferdeevent, mit ein paar Tausend Besuchern aus der ganzen Welt, stattfinden und Sarah hatte sich in den Kopf gesetzt, dass das Haus und der Wintergarten vorher gestrichen werden müsse. Außerdem mussten alle Sarahs Sachen ausgeräumt werden. Die Sachen, die Sarah nicht mitnahm nach El Palmar, verschwanden in der Garage oder auf dem Müllberg, der sich langsam ansammelte. Gaja, die vor einem dreiviertel Jahr hier gestrandet ist und im Mobilheim, im hinteren Teil in Sahrahs Garten wohnt und Sarah seitdem tatkräftig unterstützt, fing an, das Haus zu streichen. Bernd den Wintergarten, während ich diesen saubermachte. Sarah hatte schon alle Schränke ausgeräumt und diese galt es nun auszuwischen. Mit dem Feudel reinigte ich die Holzbalken an der Decke, schleppte jede Menge Utensilien, die hier nichts verloren hatten, in die sich füllende Garage und als dieses vollbracht war, putzte ich die unzähligen Fenster (meine Lieblingsbeschäftigung) im Wintergarten und danach im Haus. Das dauerte insgesammt 6 Stunden. Danach machte ich Feierabend. Bernd der mittlerweile auch fertig mit streichen war, kam mit mir zum Wohnmobil. Es war noch Zeit für eine Party Scrabble, bevor wir duschten.Danach baute Bernd seine Musikanlage auf und dann war es auch schon 19 Uhr 30. Die Camper, mit denen wir hier mittlerweile 3 Wochen , wie in einem Cocon, lebten, kamen nach und nach und alle stellten ihre gebratenen– und gebackenen Köstlichkeiten auf den großen Tisch. Unsere Angst vor einer Coronainfektion hielt sich sehr in Grenzen, denn keiner hatte, außer zum Einkaufen unser Camp verlassen. Niemand hatte auch nur den Ansatz einer Erkältung. Trotzdem hielten wir Abstand. Man weiß ja nie. Der Abend war spitze!!!! Das Essen grandios und die Musik weltklasse. Jeder tanzte vor seinem Platz auf der Stelle und wir lachten und jubelten. 2 der Holländerinnen konnten ebenfalls Gitarre spielen und singen und bereitwillig überließ Bernd ihnen seine. Besonders die eine hatte eine zutiefst zu Herzen gehende Stimme und alle lauschten gebannt. Wir hatten richtig Gänsehaut. Ach war das alles schön. Es wurde allen deutlich, wie sehr wir soetwas vermisst haben. Mal wieder unbeschwert feiern und nicht ständig an Corona denken. Klar, war es trotzdem present, aber da das Risiko einer Infektion nach unserer Einschätzung bei null lag, wir aber trotzdem 2 Meter Abstand bewahrten, fühlten wir uns sicher und genossen den Abend in vollen Zügen.

Diesen Bericht hatte ich vergessen zu veröffentlichen. Passiert war das alles schon im Januar!