Womo

In den Bergen von Casares Juli 2021

Langsam ging unser Wasservorrat im Wohnmobil zur Neige und so schön es hier am Strand auch war, wollten wir nun in die Berge und wandern.

Casares war unser Ziel. Ein wirklich wunderschönes weisses Dorf, nur 24 Kilometer landeinwärts entfernt von Estepona. In Null komma nix waren wir dort. Hier gab es einen tollen Stellplatz, der zudem kostenlos war und Wasser hatte.

Tausend Dank an Casares für diesen tollen „kostenlosen“ Stellplatz … und die haben für Ines sogar noch Fitnessgeräte aufgebaut! Muchas gracias!

Zuerst einmal wurde entsorgt und dann das Wohnmobil sauber gemacht. Mein Gott, so dreckig war es noch nie!! Der Platz am Strand hatte nämlich einen Nachteil, es staubte dort bei kräftigem Westwinden enorm (und den ganzen Tag und Abend fuhren hunderte Autos auf dem sandigen Platz an uns vorbei um zu dem PKW-Parkplatz unter uns an den Strand zu gelangen; und manche Idioten natürlich mit Vollgas durch den „Wüstensand“) und da wegen der Wärme immer alle Fenster und natürlich auch die Tür auf war, gab es keine Ritze, keinen Fleck, der nicht zugestaubt war. Schon auf der Fahrt fing ich an zu putzen und zu wienern und fluchte lautstark vor mich hin. Bernd wollte mir bei Ankunft in Caseres helfen, versprach er. Das hatte er dann aber schnell vergessen. Bei Ankunft auf dem Stellplatz entdeckte er nämlich sofort ein deutsches Wohnmobil. Übrigens das einzige welches hier, außer nun auch unseres, stand. Bernd suchte uns ein feines Plätzchen, stellte den Motor ab und verließ den Saloon.
Die nächsten 1,5 Stunden ward er dann nicht mehr gesehen. Mir lief unterdessen der Schweiß nur so vom Körper. Im Saloon waren es knackige 37 Grad. Ich war dann nach weiteren 1,5 Stunden fertig. Naja, sagen wir mal lieber, dass ich einigermaßen zufrieden war. Bernd der in dieser Beziehung immer ein Supertiming hat, kam just rein, als ich gerade die Putzsachen zurückstellte. (ist das nicht intelligent und gekonnt ? 🙂 )Er hatte sich in der Zwischenzeit schon so richtig mit dem Pärchen aus Berlin angefreundet. Natürlich wollte ich sie auch kennen lernen und begrüßte sie nun ebenfalls.
Die beiden waren um die 45 Jahre. Er gebürtiger Tunesier, seit 25 in Deutschland lebend und sie eine waschechte Berlinerin. Seit 8 Jahren verheiratet, keine Kinder, aber seit kurzem einen Kater, der total süß war und frei herumlaufen durfte. Er entfernte sich nie besonders weit vom Wohnmobil und war sehr zutraulich. Beide waren in Berlin als Psychologen tätig gewesen, hatten aber ihre Jobs geschmissen und lebten nun seit einem Jahr in ihrem selbstausgebauten Kastenwagen. Von dem war ich richtig begeistert. Die beiden hatten ihn wirklich total nach meinem Geschmack ausgebaut. Sie hießen übrigens Taha und Jeanin und waren absolut auf unserer Wellenlänge. Die beiden waren schön öfter hier gewesen und hatten sich in dieses wunderschöne Dorf verliebt. Sie waren auf der Suche nach einem kleinen Haus im Dorf, welches 2 Kilometer vom Stellplatz entfernt ist und auf das wir von hier aus einen tollen Blick hatten.

Besonders wenn es dunkel wurde und die Lichter von dort hell erstrahlten war es wunderschön anzusehen. Am Abend gesellten die 2 sich zu uns und da wir alle recht kommunikativ waren, gab es nicht mal für eine Sekunde Redepausen. Erst gegen 2 Uhr gingen wir ins Bett.

Am nächsten Tag, gleich nach dem Frühstück, so gegen 11 Uhr, machten Bernd und ich eine Wanderung. Taha, der ebenfalls sehr gerne wandert und ein Frühaufsteher ist, hatte seine schon hinter sich und gab uns tolle Tips. Jeanin, die Langschläferin ist, schlief noch und hat es nicht so mit Wandern.

Zuerst ging es Richtung Dorf und dann immer weiter in die Berge.

Hier war auf dem Hinweg eine offizielle Entnahmestelle für Wasserproben aus der Bergquelle!

Es ging stetig bergauf. Immer höher, immer weiter. Zwischendurch fragte Bernd, ob wir langsam umdrehen wollten, aber ich wollte ganz nach oben. Ich war so richtig in Form und wollte unbedingt mit der Aussicht von ganz oben belohnt werden. Natürlich war es irre heiß, aber wir hatten ja 2 Liter zu trinken mit. Ganz oben angekommen, hatten wir einen herrlichen Blick aufs Mittelmeer. Wir waren begeistert!!
(Leider haben wir keine Kamera mit Teleobjektiv (wer will die immer schleppen?) und auch kein iphone 12 pro, da mein 5 Jahre altes iphone SE immer noch wunderbar funktioniert; nur hat es natürlich nur eine normale Kamerafunktion. Ich bin halt ein Typ, der sehr auf „Nachhaltigkeit“ (Modewort) bedacht ist: Handy 6 Jahre alt, Fahrrad 31 Jahre, Gesangsmikrofon mehr als 50 Jahre, T-Shirts und andere Klamotten teilweise viele Jahre alt, etc, etc. … und mit nur 1 Frau schon 15 Jahre im Leben unterwegs)

Im Hintergrund, etwas rechts sieht man von hier sogar den Felsen von „Gibralta“.

Mein Gott, wie schön es hier war!! Wir suchten uns, unter dem einziegen Baum weit und breit, ein schattiges Plätzchen und pausierten eine Weile.

Ich liebe Bäume und spreche jeden Tag mit Ihnen … soweit ist es schon gekommen 🙂

Bernd, der auf sein Handy sah, war der Meinung, wir müssten nun nicht den selben Weg zurück gehen, sondern konnten über den nächsten Berg gehen und somit einen Rundwanderweg haben. Er meinte zwar, dass dieser Weg vielleicht nicht so kompfotabel sei, aber ich war sofort dabei, zumal er nur insgesammt einen Kilometer länger wäre, als wenn wir denselben Weg zurückgingen. Los ging es.

Erst einmal ein kleines Stück zurück, dann hoch auf den nächsten Berg. Bernd, wie immer ein gutes Stück vor mir her. Das dicke Ende, wie immer mit hochrotem Kopf und Schnappatmung, hinterher. Nahm denn diese Steigung gar kein Ende??? Gerade als ich dachte, ich kipp gleich tot um und schon Rauschen in den Ohren hatte, waren wir endlich oben. Hier wartete schon Bernd und hielt mir die Trinkflasche entgegen. Gierig ließ ich mir das kühle Nass die Kehle runterlaufen. Das tat ja soooo gut. Bernd ermahnte mich, nur kleine Schlucke zu nehmen und vorher die Flüssigkeit im Mund hin und her zu bewegen. Der Grund war, dass wir von den 2 Litern, nur noch einen halben Liter übrig hatten und wir ja noch allerhand vor uns hatten. Weiter ging es.
Jetzt kurz mal abwärts, aber dann immer und immer wieder hoch. Halleleuja, es müsste doch langsam mal runter gehen. Ich ahnte schon, dass der Abstieg steil werden würde, denn wir hatten nur noch 2, 5 Kilometer bis zum Stellplatz und wir waren noch immer ganz oben. Hinter der nächsten Biegung ging es dann auch schon los. Heidewitzka!! Ein Albtraum!! Alles voller Geröll und Felsen.

Vorsichtig setzte ich ein Fuß vor den anderen. Meine Stöcker waren mir nun gar keine Hilfe mehr. Immer wieder kam ich ins Rutschen und schon nach kurzer Zeit wackelten meine Beine bis zum“ geht nicht mehr“. Bernd gab mir seine Hand und ich klammerte mich an ihm fest. So gingen wir dann einige Höhenmeter abwärts. Bernd immer rückwärts gehend und mich haltend. Das war natürlich auch für ihn megaanstrengend, zumal er ja noch immer gesundheitlich etwas angeschlagen war (es war Tag 6). Irgendwann wurde es dann so eng und so steil, dass Bernd mir auch nicht mehr helfen konnte. Angstschweiß tropfte mir immer wieder in die Augen und ich hatte sooo einen Durst. Bernd teilte das Trinken aber streng ein. Wobei er mir immer viel mehr zugestand, als sich selbst (er selbst nahm nur einen kleinen Schluck). So ein lieber Kerl! Meine Füße knickten in meinen Schuhen hin und her. Mittlerweile lief ich wirklich fast nur noch auf den Außenseiten meiner Knöchel und hatte bei jedem Schritt unsagbare Schmerzen. Nun wurde es noch steiler und gerölliger und ich „wanderte“ auf dem Hintern weiter.

Mit den Händen suchte ich Halt an größeren Steinen. Himmel, waren die alle heiß!! Ich war überzeugt Brandblasen zu bekommen. Zu allem Überfluss wuchs überall pieksender Ilex und außerdem war dann auch noch alles voller Tannennadeln. Diese blieben in meinem Hintern und meinen Händen stecken.
(Für zukünftige Wanderungen werde ich für Ines wohl eine Ganzkörperschutzbekleidung besorgen müssen. Diese könnte wie folgt aussehen: 1. eine kurze bayrische Lederhose für den PO, 2. Knieschützer aus dem Inlinerbereich, 3. Schutzhandschuhe, 4. ein paar Schuhe zum Wechseln. … sobald ich alles zusammen habe, werde ich dann mal ein Foto von Ines im „full-body-safe-modus“ machen. )

Meine Hände tun mir heute, eine Woche später, noch weh und für die Landschaft hatte ich schon lange keinen Blick mehr.

Casares kommt wieder in Sichtweite … tief unter uns

Kurz gesagt, ich war den Tränen nahe und völlig fertig. “ Ich kann nicht mehr“, jammerte ich verzweifelt. Bernd war mittlerweile ebenfalls verzweifelt, denn helfen konnte er mir nicht mehr und er war auch fix und fertig. (Ja, zu diesem Zeitpunkt hat meine Ines auch mir richtig leid getan und ich hatte echt Angst um sie. Wird sie durchhalten? Wo bekomme ich jetzt ein Maultier her, um sie hier runter zu holen? Ein Hubschrauber könnte hier auch nirgends landen … also war ich alleine auf mich gestellt um sie zu retten! )

Und es ging laut Handy noch 600 Meter so weiter und zum Schluss dann noch einen Kilometer die Strasse, die dann allerdings wieder aufwärts führt ,bis hin zu unserem Platz. 600 Meter klingt jetzt vielleicht nicht viel, aber auf dem Hintern ist es eine mordsmäßige Strecke. Man muss immer wieder Halt suchen, damit man nicht ins Rutschen kommt und den ganzen Abhang runtersaust und so kommt man wirklich nur sehr langsam voran.

Bernd machte dann den Vorschlag, dass er alleine vorgehen wollte um mein e- bike zu holen. Dann müsste ich jedenfalls den letzten Kilometer nicht mehr bergauf zum Stellplatz laufen. “ Lass mich nicht allein!!!“ wimmerte ich zuerst, aber nach weiteren 100 Metern, für die ich eine viertel Stunde brauchte und Zeit hatte, über den Vorschlag nach zudenken, war ich einverstanden. Bernd überließ mir den allerletzten Schluck Wasser und mich meinem Schicksal und war kurze Zeit später nicht mehr zu sehen. (Dieser blog-Bericht klingt bei Ines, wie auch andere spannende Schilderungen von Wanderungen, wie die Besteigung des Mount Everest !? Aber klar, wenn wir hier ca. 6 h für ca. 12 km brauchen, scheint es der Mount Everest gewesen zu sein. 🙂 )

Ich kämpfte mich weiter, Stück für Stück, nach unten. Einmal war es zwischendurch nicht gar so steil und ich stellte mich auf die Beine. Diese zitterten aber so sehr und mittlerweile auch meine Arme, die schliesslich auch Schwerstarbeit verrichtet hatten, das ich mein geschundenes Hinterteil wieder auf den Boden plumpsen ließ. Also ging es auf diesem Weg weiter. Meine Nordicwalking Stöcke schmiss ich immer 2 Meter vor mir her und rutschte und kletterte ihnen wieder hinterher. Immer tunlichst darauf bedacht, dass sie nicht links oder rechts den Abhang runtersausten. Mir tat wirklich alles weh, aber am allerschlimmsten war der Durst. Meter um Meter ging es abwärts und damit ich mich nicht verrutschte, hatte Bernd auf seinem Weg Zeichen für mich hinterlassen. Ohne Pause machte ich weiter und nach einer dreiviertel Stunde, in denen ich tatsächlich 400 Meter zurückgelegt hatte, hörte ich Bernd rufen.
Juchhuuuu, mein Held und Retter war wieder da!!! Das muss doch Liebe sein, denn wenn er mich hätte loswerden wollen, wäre das die Beste Gelegenheit gewesen. Ich wäre jämmerlich verdurstet!! Bernd brachte eine große Flasche Cola-Wassergemisch mit. Nie im Leben hatte ich etwas besseres getrunken. Ich setzte die Flasche an und trank auf ex einen halben Liter. Schokolade hatte er auch mitgebracht, aber die wollte ich nicht, denn mir war kotzübel. Ich glaube das lag an der Überanstrengung.
Nun ging es weiter, genau wie vorher und dann endlich endlich, waren wir unten und dort stand mein e-bike. Welch ein wundervoller Anblick!! Während der arme Bernd den letzten Kilometer zum Stellplatz noch einmal hochlaufen musste, gelang es mir beim dritten Versuch aufs Fahrrad zu kommen. Mein Gott, waren meine Beine schlapp. Ich stellte den Motor auf vollen Antrieb und war dann ruckzuck beim Wohnmobil. Dort trank ich dann noch einen halben Liter. Vorsichtig zog ich meine Schuhe aus. Meine Knöchel waren dermaßen dick geschwollen, dass es aussah, als hätte ich mir Schwimmärmel um die Füße gebunden. Meine Schuhe, die vom Schuhmacher mit Abrollhilfen auf Rezept versehen worden waren, ohne die ich aufgeschmissen bin, waren komplett hinüber. Ebenso die Einlagen. Alles war total platt gelatscht und sie landeten im Müll.

Bei dem Foto (natürlich auch wieder mit Cola-Flasche ???!) könnt ihr Euch vorstellen, mit welch abgeknickter Fußstellung Ines unterwegs war. Allein bei diesem Foto bekomme ich schon Schmerzen. „Scheiß Gehbehinderung“!! Hut ab für meine Ines, aber eins ist ab jetzt auch klar: 1. auf „normalen Wegen/Strassen werden wir maximal 10-12 km pro Tag wandern und 2. falls ein unbekannter Weg zu steil, geröllig und gefährlich wird, werde ich ihn kurz weiter erkunden und dann notfalls entscheiden, dass wir zurück und nicht weiter gehen. Mann (Bernd) erkennt auf google-maps ja nicht die Beschaffenheit und Steilheit von ausgelatschten Wanderwegen.

Was für ein Verlust!!! Zum Glück habe ich noch ein Paar. Diese sind aber längst nicht so bequem und auch noch nicht eingelaufen. Und ein zweites Paar Einlagen habe ich auch. Wie gut, dass ich mir seinerzeit 2 Paar organisiert habe. Damit muss ich jetzt sehr pfleglich umgehen, denn wir kommen erst in einem Jahr wieder nach Deutschland, wo der Chef von Schuhhaus Janssen in Westerstede, als einziger in der Lage ist, mir Schuhe so zu preparieren, dass ich damit einigermaßen vernünftig laufen kann. Kurze Zeit später kam auch der ebenfalls total erschöpfte Bernd an. Gemeinsam betrauerten wir meine Schuhe und dann machten wir lange Zeit erst einmal gar nichts mehr.

Liebe Leser, ich hoffe es geht euch gut und ihr seid in Deutschland nicht vom Hochwasser betroffen. Die Bilder die wir aus dem Fernseher bekommen sind ja furchtbar.

Liebe Grüße von Bernd und mir.

Der nächste Tag fing nicht so toll an, denn ich hatte die ganze Nachte kein Auge zugetan. Dabei war ich totmüde gewesen, aber ein Stechen, als wenn Glasscherben von innen versuchen würden sich von innen durch meinen Spann am Fuß zu bohren, hinterten mich am Schlaf. Alle 4 Sekunden bekam ich dieses Stechen und heulte jedes Mal auf. Für den armen Bernd war das auch nicht so toll, denn bei dem Gejaule konnte er natürlich auch nicht schlafen. Immer wieder stand ich auf, trug Schmerzsalbe auf, wartete ein wenig und legte mich wieder hin. Es nützte rein gar nichts und ich stand wieder auf. Dann googelte ich was es sein könnte. Zum Schluss war ich mir ziemlich sicher, dass es Morton Neurom ist und wahrscheinlich operiert werden muss. Jedenfalls kam die Beschreibung meinen Schmerzen sehr nahe. Also, wenn ich nächstes Jahr wieder in Deutschland bin, muss ich dort unbedingt zum Arzt. In den letzten 3 Jahren hatte ich diesen Schmerz schon 3 Mal gehabt, aber mit den Schmerzsalben ebbte er ab. Dieses Mal brachte die Salbe aber nichts und ich schmiss mir 2 Iboprophen rein. Brachte aber auch nichts. Erst am nächsten Morgen gegen 10 Uhr verschwand der Schmerz. Den ganzen Tag war ich echt gerädert, schlafen ging aber nicht, weil ich ja zusätzlich Restless legs habe, welches sich immer einstellt, wenn ich einschlafen will und Schlaf so unmöglich macht. Dagegen gibt es zum Glück Tabletten, wovon ich mir abends eine einverleibe und dann in ein 4 stündiges Koma falle. Am Tag wollte ich aber keine Tablette nehmen, weil dann mein Rythmus durcheinander kommt. Also Augen zu und durch.

Wir spazierten die 2,5 Km nach Casares und beschlossen dort etwas zu essen. Bernd bestellte Carne en salsa, was unserem Gulasch ähnelt und ich eine große Pommes mit viel Mayo. Lecker!! Wir hatten ein feines Plätzchen ergattert, draußen vor dem Lokal, welches sehr gut besucht war. Der Kellner/Chef war ganz alleine und war mächtig im Stress. Am liebsten hätte ich ihm etwas geholfen. Tische abräumen, Getränke wegbringen usw. Ich ließ es dann aber doch lieber bleiben. Trotzdem so viel Stress war, war der Kellner sehr nett, was mich beim Bezahlen veranlasste, ihn zu fragen, ob man hier auf der Plaza Musik machen könnte. Bernd hatte ewig nicht mehr gespielt und wollte eigentlich auch gar nicht. Der Kellner aber war ganz angetan und sagte begeistert. Claro!!! Ich fragte daraufhin, ob es denn seitens der Polizei erlaubt wäre und er meinte, das wäre überhaupt kein Problem. Prima, dann wusste ich ja schon, was Bernd morgen machen würde. Ich liebe es, wenn Bernd Musik macht und freute mich schon sehr auf morgen. Bernd ließ sich aber erst einmal nicht überreden.
Wir bummelten noch ein bißchen durch den schönen Ort und gingen dann zurück. Mein Fuß machte keine Probleme mehr und ich war mehr als froh. Von der gestriegen Wanderung waren beide Füße zwar noch ordentlich geschwollen, aber das war mir egal und dieser Schmerz super auszuhalten. Die neuen Schuhe drückten auch viel weniger als erwartet und erleichtert stellte ich, wieder zu Hause fest, dass ich mir keine Blase gelaufen hatte.
Klasse, dann konnte ich ja noch eine Runde Sport auf den Fitnessgeräten, die auf dem Stellplatz installiert waren, machen. Vorbei die Zeit, wo meine Sporthose Bewegung nur in/von der Waschmaschine kannte. In letzter Zeit war ich wirklich hochmotiviert und hatte eine richtig gute Kondition bekommen. Naja, nur für meine Verhälnisse halt. Bernd machte natürlich nicht mit, war aber beim anschließenden Srabble spielen dabei, wo er das sechste Mal in Folge verlor. Der Arme!! Nun war der Tag auch schon wieder um und ich nahm meine Restless-legs-Tablette und verzog mich schon mal ins Bett. Ich war wirklich totmüde. Die Tablette begann zu wirken und ich fiel in einen tiefen Schlaf, aus dem ich aber bereits eine Stunde später unsanft wieder gerissen wurde. Das Stechen auf dem Spann war wieder da. Ich war total frustriert und hatte auch Bernds ganzes Mitgefühl. Damit jedenfalls er schlafen konnte, verließ ich das Schlafzimmer und schrieb Blog, spielte Karten und jaulte etwas vor mich hin. Zweimal in dieser Nacht legte ich mich kurz zu Bernd und versuchte abermals einzuschlafen. Keine Chance!!!

Und so war ich froh, als es endlich morgen wurde und Bernd aufstand. Dieser frühstückte dann und suchte dann doch tatsächlich seine Musiksachen zusammen. So ganz ohne Überredungen von meiner Seite. Er hatte anscheinend großes Mitleid mit mir und wollte mir eine Freude machen. Sagte ich schon, dass ich es liebe, wenn Bernd Musik macht??

Meine Müdigkeit war wie weggeblasen und als Bernd alle Musiksachen auf unsere Fahrräder verstaut hatte , ging es auch schon los. Ruck zuck waren wir auf der Plaza und Bernd baute alles auf. 10 Minuten später war er startklar und spielte den ersten Song. Die beiden Lokale auf der Plaza waren gut besucht, aber sonst war eigentlich nicht viel los. Nun ja, ist halt eine kleine Stadt mit dörflichem Character und wegen Corona waren nicht allzu viele Touristen da. Die, die da waren, waren wegen des warmen Wetters, wir hatten heute 36 Grad,wahrscheinlich teilweise zum Strand gefahren. Aber das machte nichts. Bernd war großartig!! Und bereits beim dritten Lied hatte er das Publikum in seinen Bann. Er unterhielt die Leute abwechselnd in 3 Sprachen und hatte in jeder Sprache einen lustigen Spruch auf den Lippen. Die Stimmung war toll, das Wetter war schön, was will man mehr?? Auch in mir machte sich Urlaubsfeeling breit und lautstark sang ich fast jedes Lied mit. Mein Stechen im Fuß hatte aufgehört und ich hatte Superlaune. Die Leute klatschten im Takt mit und pilgerten zu Bernd Gitarrentasche, die vor ihm auf den Boden lag und schmissen großzügig Geld hinein. Nach einer Stunde machte Bernd eine kurze Pause, gesellte sich zu mir und trank ein Bier, welches ihm irgend jemand ausgegeben hatte. Ich machte ihn darauf aufmerksam, dass ein Polizist im Anmarsch war. Bernd sagte aber nur;“ Na und?“ Der Polizist verschwand genauso schnell wieder, wie er gekommen war und Bernd machte sich wieder ans Werk. Nach einer weiteren Stunde allerdings kam der Polizist wieder und zwar mit einem zweiten als Verstärkung. Beide gingen zu Bernd und ich ebenfalls, denn 4 Ohren verstehen mehr als zwei. Die Polizisten erklärten, dass es verboten wäre hier ohne Genehmigung (permiso) zu spielen und er eine selbige bräuchte. Wir entschuldigten und und sagten, dass wir morgen eine beim Rathaus (Ayuntamiento) besorgen würden. Die Polizisten waren zufrieden und dackelten ab und Bernd packte seine Sachen zusammen und verstaute sie abermals auf unsere Räder. Er unterhielt sich noch mit zwei spanischen Fans, als plötzlich der Wirt von dem zweiten kleinen Lokal kam, bei dem wir nicht gegessen hatten und der nur 5 Tische draußen stehen hatte, zu uns kam. Er fragte, ob Bernd Freitag abend um 21 Uhr 30 noch einmal auf der Plaza spielen könnte. Wir erklärten ihm, dass Bernd eine Genehmigung bräuchte, aber nicht wusste, ob er sie auch bekommen würde. Der Wirt sagte, das wäre kein Problem, er würde eine für Freitag organisieren. Bernd hatte das Musikmachen sichtlich gefallen und er sagte freudig gestimmt zu. Wir verabschiedeten uns und machten uns auf den Rückweg. Da die Straße zuerst steil hoch ging, schoben wir unsere Räder. Als wir an dem größeren Lokal vorbeikamen, standen alle Gäste auf und applaudierten lautstark . Das war echt toll und ich hatte fast Tränen in den Augen. Bernd erging es ähnlich und er rief immer wieder mit breiten Lächeln:

Gracias, Gracias!!!

Leider gibt es keine Fotos von der Musiksession in Casares … Ines war wohl so begeistert, dass sie keine gemacht hat und ich … hatte beide Hände an der Gitarre 🙂

Dann ging es nach Hause, bzw. zu unserem Stellplatz zurück.

Wir scrabbleten noch und ich machte einen außerordentlich leckeren Sommer- Hühner- Eintopf mit Apfeln, Pflaumen und Birnen. Bernd war total begeistert und da bei ihm Liebe durch den Magen geht, hatte ich super Karten.

Nun ging es ins Bett und mir graute schon vor der Nacht. (?? Oh Mann, so schlecht bin ich doch gar nicht ?! … ach so, jetzt verstehe ich den Satz… es graute ihr vor den zu erwartenden Fußschmerzen) Tatsächlich ließ mich der Schmerz aber in Ruhe und ich schlief sagenhafte 7 Stunden (für mich eine Sensation) durch. Auch die folgende Nacht war schmerzfrei. Zum Glück!!

Am nächsten Tag machten wir wieder eine tolle Wanderung.

Dies war früher einmal ein Friedhof (cementerio) … ein imposanter Platz und imposantes Gebilde
Alle „Liegeplätze“ sind leer … wie in Spanien üblich werden/wurden die Leichname hier quasi eingemauert.

Die Landschaft raubte uns teilweise den Atem vor lauter Schönheit.

Und obwohl wir nur auf befestigten Wegen laufen wollten, führte uns der Weg dann doch wieder über Felsen und Geröll.

Dieses Mal aber nicht solange und ich kam gut klar. Ganz ohne „Popo-wandern“ ging es aber nicht.

Das sind bestimmt Schokoladen-Bohnen , oder ??? Da müssen wir mal die Profis vom „Schokoladenhotel Voss in Westerstede“ fragen !!!!

Glücklich und erschöpft kamen wir wieder zuhause an.

Da es sehr heiß war, beschlossen wir am nächsten Tag noch einmal auf den schönen staubigen Platz ans Meer zu fahren. Ich wollte unbedingt mal wieder ins Wasser. So wurde es dann auch gemacht. Während Bernd noch entsorgte und Wasser auffüllte, lief ich schon los und er sammelte mich 4 Kilometer weiter wieder ein. (zum Glück gab es nur eine Landstrasse bergab Richtung Meer und Ines konnte sich unmöglich verlaufen; aber ich war trotzdem sehr erleichtert, als ich sie aus der Ferne schon erblickte 🙂 … ich liebe sie halt sehr !!!) So hatte ich mich schon etwas bewegt und ein gutes Gefühl.

Auf dem Parkplatz am Meer fanden wir einen tollen Platz, der nicht gar so staubig war. Allerdings hatte einer gleich neben uns, seinen Hausstand hier hingestellt. Etliche Gallonen mit Wasser, eine Spülschüssel, Handtücher, Stühle und noch allerlei Ramsch standen zwischen den Bäumen rum.

Unsere Duschzone mit Handtuchservice 🙂 🙂

Wie wir später feststellten, gehörte alles einem Engländer, der hier anscheinend schon seit langer Zeit mit seinem Wohnmobil stand und sich zusätzlichen Platz geschaffen hatte. Sein Wohnmobil hatte er allerdings etwas weiter weg geparkt. Scheinbar wollte er nicht mit dem Saustall in Verbindung gebracht werden. Er kam aber 3 Mal täglich und wusch dort ab und hielt sich dort auch auf.

Wir trafen auch Taha und Jeanin wieder, die uns freudestrahlend berichteten, dass sie ein Haus in Carares gefunden hatten. Wir gratulierten und freuten uns mit den beiden.

Nun endlich ging es ins Meer.

Oh, war das herrlich erfrischend!!! Bernd schwamm 15 Minuten und ich eine geschlagene Stunde.

Wieder beim Wohnmobil kam ein Eiswagen und Bernd genehmigte uns ein Eis. Ich gleich 2, schliesslich hatte ich mich ja viel mehr bewegt als er. Das Eis war unglaublich lecker und am nächsten Tag gönnten wir uns diesen Luxus abermals. Bernd eins und ich wieder 2 Stück 😉
Schwimmen ging heute aber nicht. Zwar war es warm und die Wellen klein, aber es war kein Mensch im Wasser. Ich fand das etwas befremdlich, wollte mich aber trotzdem ins Meer stürzen. In ging 2 Meter hinein und dann war mir klar, warum kein Mensch im Wasser war. Alles war voller Feuerquallen. Wirklich tausende!!
Schnell ging ich wieder an Land.

Am nächsten Tag war der Spuk vorbei und das Wasser, welches vorher gefühlt auf 21 Grad aufgeheizt worden war, wieder auf 14 Grad gesunken. Keine Ahnung woher solch kalte Strömungen kamen. Ich fands herrlich, verbraucht man doch beim Schwimmen im kalten Wasser viel mehr Kalorien , als im warmen und hielt 45 Minuten durch. Als ich wieder zurück zum Saloon kam, lief der Schweiß nur so an Bernd hinunter. Er hatte das Wohnmobil schon abfahrbereit gemacht, denn wir wollten zurück nach Casares. Schließlich sollte Bernd da ja noch einmal spielen. Ich überredete ihn, sich auch noch mal in die Fluten zu begeben, was er auch tat. Allerdings hätte er nie mit dieser Kälte gerechnet und war nach exakt 5 Minuten wieder draußen.
So ein Weichei! 😉

Womo

Wieder unterwegs mit unserem Saloon und Bernd ist krank! Juli 2021

Am Montag machten wir den Saloon startklar und rollten von El Soto davon. Es ging Richtung Mittelmeer. Zuvor machten wir noch einen Großeinkauf und waren danach recht verzweifelt, weil unser erst 2 Jahre alter Kühlschrank mal wieder Maleschen machte. Das einzige was mit null Grad relativ kühl war, war das Gefrierfach. Der Kühlschrank selbst hatte 22 Grad. Mann, und er war randvoll!! Scheißding!! Wir sortierten soviel wie möglich ins Gefriefach und aktivierten unsere Kühlbox. Dank des ganzen Solars auf dem Dach kamen wir mit dem Stromverbrauch der Box „Gott sei Dank“ sehr gut zurecht.

Am nächsten Tag ging er dann wie durch Zauberhand wieder. Jedenfalls war er immerhin auf 12 Grad runtergekühlt. Wir fanden einen tollen Platz, direkt am Meer in Torre Guadiar, kurz vor Estepona. Hier durfte man frei mit dem Wohnmobil auf einem riesigen Sandplatz stehen und sogar Tisch und Stühle rausstellen. Das tat Bernd auch sogleich. Übrigens das einzige was er tat, denn er hatte Männerschnupfen und auch noch Husten. Die nächsten 3 Tage verschlief er mehr oder weniger und ich amüsierte mich allein. Da es wirklich sehr warm war, ging ich ersteinmal runter zum Meer und stürtzte mich in die Fluten. Mein Gott, war das kalt. Der Atlantik in Conil war entschieden wärmer und hatte sicher 20 Grad. Das Mittelmeer hier mal gerade 14. Trotzdem hielt ich eine Stunde durch und rechnete dabei stetig meinen Kalorienverbrauch aus. Danach duschte ich ausgiebig bei den Strandduschen. Welch ein Luxus. Total erfrischt und gut durchgekühlt sah ich dann nach Bernd. Der döste auf seinem Liegestuhl, denn im Saloon hatten wir 36 Grad. Ich machte ihm etwas zu essen und gab mir richtig Mühe. Das hätte ich mir sparen können, denn er schmeckte rein gar nichts. Das blieb auch während der nächsten 9 Tage so. Voll nervig!! Am siebten Tag hatte ich die Faxen dicke und Bernd durfte selber kochen. Ich bin wirklich alles, aber keine Krankenschwester. Das durfte ich mir dann auch stetig anhören. Ich selbst hatte auch eine Erkältung und kräftigen Husten, aber Bernd`s Erkältung, sorry sein „grippaler Infekt „war ja viel schlimmer. Schließlich hatte er ja zusätzlich Schnupfen und der war grün!! Oh Gott!!! Aus meiner Sicht, hatte ich deshalb nicht sonderlich Schnupfen, weil ich täglich im Meer war und dort Salzwasser durch meine Nase spülte. Überhaupt bin ich halt so erzogen, dass man nicht krank war. Wenn man dann doch mal etwas hatte und dieses mehr als einmal sagte, sagte meine Mutter immer, man solle sich doch ein Schild um den Hals hängen, wo es drauf steht, dann müsse man es nicht ständig wiederholen. Tja, das habe ich wohl sehr verinnerlicht, denn ich hätte Bernd gerne eigenhändig das Schild angefertigt, beschrieben und um den Hals gehängt. Übrigens dachte ich keinen Moment an Corona, sondern hatte unsere Klimaanlage in Verdacht. Diese hatten wir nämlich mal 2 Tage angeschmissen als wir am Strom waren, weil es so entsetztlich heiß im Saloon war.
Falls es doch Corona war?? Juchhu, dann haben wir es überlebt!! Vorsorglich hatten wir auch keinen Kontakt zur Aussenwelt. Man ist ja verantwortungsbewußt! Mittlerweile ist Bernd wieder einigermaßen genesen und liebt mich jetzt auch wieder. Ich ihn auch!!

Gestern war er sogar mit mir schwimmen und wir hatten einen tollen Tag am Strand. Wir waren tatsächlich den ganzen Tag dort. Ich glaube, dass war unser erster kompletter Strandtag, den wir in den 4 Jahren unseres Ausstiegs gemacht hatten. Damit wir nicht verbrannten, hatte Bernd unseren „Langnese-Sonnenschirm“ dort aufgestellt und wirt hatten uns dick Sonnencreme aufgetragen, denn die Sonne knallte ganz schön. Eigentlich bin ich nicht empfänglich für Sonnenbrände, aber ich habe in diesem Jahr schon das dritte Mal einen auf der Unterlippe. Das ist echt schmerzlich und ich klebe mir mit Sonnencreme oder Spucke immer Tempos oder Klopapier auf diese. Das sieht echt behumpst aus, aber was soll ich machen?? Schwimmen war ich deshalb dann mit Maske. Keine Ahnung, was die anderen Leute dachten. Die Maske habe ich dann aber irgendwie im Meer verloren. Auch keine wirklich gute Lösung.
Bernd hält sich, wann immer es geht, nur im Schatten auf, was ja auch sehr vernünftig ist, denn er ist durch seine hunderten von Muttermalen sehr Hautkrebs gefährdet.

So, die Krankenakte wird jetzt geschlossen und für uns geht es jetzt auf zu neuen Abenteuern nach Casares in die Berge, aber davon erzähle ich euch nächste Mal.

Womo

Große Geschäfte in El Soto Juli 2021

Hallo liebe Leser! Die nächsten 10 Wochen sind wir wieder mit unserem WoMo (SALOON) unterwegs. Da es wirklich sehr heiß war, wollten wir irgendwo ans Mittelmeer, denn dort kann man in der Regel besser schwimmen als im Atlantik.
Zuerst aber ging es mal wieder nach El Soto zu Sarah, denn die hatte sich den großen Zeh gebrochen und dabei tierische Schmerzen. Zwar hatte sie einen Spezialschuh verpasst bekommen, sollte aber den Fuß möglichst hochlegen. Das ging nicht so gut mit den beiden Kindern und so rief sie uns an, um zu fragen, ob wir uns für 3 Tage um sie kümmern könnten. Natürlich sagten wir spontan zu.
Gegen Mittag kamen wir an. Sarah hatte schon ihre Sachen gepackt und wollte mit ihren Internatsfreundinnen, die gerade zu Besuch bei ihr waren , in ihr Haus am Meer fahren, welches sie vor kurzem gekauft hatte. Die Kinder waren noch im Kindergarten und wir tranken noch schnell alle zusammen erfrischenden Eiskaffee. Nun wurde es Zeit , dass sie abfuhren, denn Gaya, die im Mobilheim auf Sarahs Finka wohnt, war schon unterwegs, um die Kinder abzuholen. Diese sollten Sarah auf keinen Fall mehr sehen, denn der Abschied würde bei Tiago zu einer 2 stündigen Heulattacke führen. Auf diese wollten Bernd und ich gerne verzichten.
Kaum waren alle mit Sarahs Wohnmobil vom Hof gerollt, kam auch schon Gaya. Die Kinder schliefen, vom Kindergarten total erschöpft, in ihren Kindersitzen. Zeit für uns noch schnell eine Runde zu scrabblen. Nach nur 30 Minuten waren die beiden aber schon wieder wach und wir brachen das Spiel ab. Emilio freute sich riesig und flog uns sofort in die Arme.

Ines und Emilio … ein Herz und eine Seele!

Tiago machte sich verzweifelt und heulend auf die Suche nach Sarah. Natürlich ohne Erfolg. Wir erklärten ihm, dass sie krank sei und im Haus am Meer schlafen müsse, bis sie wieder gesund ist. Naja, nach einer halben Stunde Gebrüll fand er sich damit ab und fragte in den nächsten Tagen kein einziges Mal nach ihr.

Da strahlen sie um die Wette !!

Wir tobten mit den Kindern durch den Garten, ließen Drachen steigen, erkletterten – zig Mal den Sandberg, der hinten im Garten aufgeschüttet – und für den Bau eines Swimmingpools vorgesehen war. Zudem wurde Bernd als Trampolin benutzt, was für sein Bauchmuskeltraining sehr förderlich war.

Wow, da habe ich doch anscheinend mal wieder volles Haar, oder ??

Kurz gesagt, wir hatten mächtig Spass. Dann entdeckten die beiden unser Scrabblespiel und wollten auch spielen. Natürlich ließen wir sie, immer aufpassend, dass bloß kein Steinchen verloren ging. Während Tiago die Buchstaben wild durcheinander auf das Spielfeld platzierte, legte Emilio ordentlich in Reihe ein Stein neben den anderen. Auch daran kann man sehen, wie unterschiedlich die beiden sind.

Irgendwann machte ich uns allen etwas zu Essen. Wir fanden in Sarahs Kühlschrank Bratwurst und Pommes (natürlich 100 %ig öko !!?? 🙂 )und hatten damit 100 prozentig den Geschmack der zwei getroffen. Anschließend ging es in die Badewanne, denn sie waren mehr als dreckig. Sarah hat eine riesige Badewanne und die Kinder lieben es darin zu spielen. Ich ließ etwas Wasser rein und dann die Kinder. Die amüsierten sich dann dort alleine. Es war nicht soviel Wasser drin, dass etwas passieren könnte, trotzdem sahen wir alle 2 Minuten nach dem Rechten (und dem Linken !?). Als Bernd an der Reihe war, rief er, dass Tiago in die Wanne geschissen hatte!! Emilio guckte nämlich total entsetzt auf die Ködel, die oben schwammen und sagte ungefragt, dass das von Tiago käme. Während Bernd eine Suppenkelle holte, um die Ködel raus zu fischen, fragte ich noch einmal Tiago, wer es war. Der sagte dann: „Tiago neee, milo“. Was für 21/2-jährige übersetzt heißt: „Ich war es nicht, es war Emilio“. Dieser sah nur sehr verlegen zur Seite und stritt es auch nicht ab. Als die Ködel entsorgt waren, gingen Bernd und ich wieder hinaus.
2 Minuten später sah ich nach den beiden und bekam einen Lachkrampf. Ich rief Bernd zu, er solle unbedingt das Handy mitbringen um ein Foto zu machen. Beide waren aus der Wanne herausgeklettert, hatten ihre Töpfchen nebeneinander vor das Badezimmer gestellt und thronten nun darauf, während sie zeitgleich und mit roten Köpfen lautstark und angestrengt drückten. Ein Bild für die Götter.

Auch Bernd konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. Es dauerte geraume Zeit und die Ergebnisse konnten sich wahrlich sehen lassen. Beide waren mächtig stolz und ich fragte mich, wie so kleine Kinder solch große Geschäfte fabrizieren konnten. (für die treuen Leser: es gibt jeweils ein Foto von den gut gefüllten Töpfchen! Das möchte ich der Allgemeinheit aber nicht antun… !!! 🙂 )

Emilio der ja zuvor schon in die Badewanne ge A A t hatte, musste dann eine Stunde später tatsächlich noch einmal und wieder eine ordentliche Portion. Ich war wirklich sehr neidisch. Nun ging es wieder in die Wanne und Bernd säuberte die Töpfe.

Auch für einen ehemaligen „Entsorgungsfachmann“ keine leichte Aufgabe !

Nach einer weiteren halben Stunde fröhlichem Geplantsche wurden dann zum Schluss noch die Haare gewaschen. Tiago missfiel dieses hörbar . Nutzte ihm aber nichts, bei diesen konsequenten Gasteltern!! 🙂 Emilio ließ es anstandslos über sich ergehen. Nun hatten wir 2 saubere Kinder. Das sollte bis zum Schlafengehen auch so bleiben und darum ging es nicht mehr raus. Es war sowieso schon 22 Uhr.
Die beiden schlafen, wie es für Kinder in Spanien durchaus üblich ist, meist nicht vor 22 Uhr 30 ein. Dann ist es in der Regel etwas kühler. Während Bernd jetzt Feierabend machte und zum Wohnmobil ging, las ich den Kindern noch eine “ GUTE NACHT- Geschichte“ vor und sang dann so lange La Le Lu bis ich sicher war, dass beide schliefen. Dann schlich ich mich leise raus. Es dauerte keine 2 Minuten, da kam Emilio hinterher getrottet. Also noch einmal von vorne. Kurz gesagt, die Nacht war schrecklich. Die Kinder kennen es nicht alleine zu schlafen und so schlief ich halt bei ihnen. Emilio robbt aber im grossen „Ehe-Bett“ (?) die ganze Nacht von einer Seite zur anderen, so dass für mich an Schlaf überhaupt nicht zu denken war.
Ich war richtig froh, als um 7 Uhr die Nacht vorbei war und ich für die beiden Frühstück machen konnte. Dann wurden Zähne geputzt und nun kam auch schon Bernd fit und ausgeschlafen angestiefelt. Wir suchten gemeinsam nach Schuhen für die beiden und als wir endlich fündig wurden, ging es ab zum Auto.

Dort schnallten wir die Kinder in die Kindersitze fest, was eine Wissenschaft für sich ist und wir fuhren sie zum Kindergarten, von dem Gaya sie nachmittags wieder abholte. Der zweite Tag wiederholte sich quasi 1 zu 1, aber dieses Mal kackte keiner in die Wanne und Bernd schlief bei den beiden. Zwar bekam er auch mit, wie Emilio im Bett rumrobbte, aber ihn störte es nicht und alle begrüßten den Morgen m,it einem Lächeln.

Am Freitag dann wurden die Kinder nach dem Kindergarten von Gaya zu Alex gebracht, denn am Wochenende sind sie fast immer bei ihm. Da sein Auto aber ständig kaputt und in der Werkstatt ist, kann er die Kinder nicht abholen. Wir blieben derweil noch in El Soto, denn am Wochenende am Meer einen Platz fürs Wohnmobil zu finden ist nicht so einfach, weil ja Hauptsaison ist. Und ans Meer wollten wir unbedingt, denn langsam schafft uns die Hitze und eine Abkühlung würde uns sicher gut tun. Deshalb wollten wir erst am Montag los. Das war, wie sich herausstellte auch gut so, denn unterwegs hatte Gaya mit den Kindern eine Panne. Wie schon 3 Mal zuvor, ließ sich plötzlich und ohne Vorankündigung Sarahs Bulli nicht mehr lenken und sie konnte so natürlich nicht weiterfahren. Wie gut, dass bisher nie etwas passiert war. Auch heute ging es gut. Gaya rief bei Sarah an und diese dann bei uns. Sie war froh, dass wir noch da waren und erklärte Bernd, wo der Ersatzschlüssel für Gayas Auto lag. Gaya selbst war, wie immer ,wenn sie die Kinder abholt, mit Sarahs Bulli unterwegs. Bernd fand den Ersatzschlüssel und machte sich auf den Weg um Gaya abzuholen.

Eine Stunde später war Bernd wieder da und wir machten uns noch einen schönen Tag.

Womo

Besuch von Bernd und Tanja aus Westerstede

Anmerkung: Im folgenden Artikel nenne ich meinen Bruder Bernd = Bernd
und meinen lieben Mann Bernd = Bernado , damit es verständlicher wird.

Am 27.06 gegen 1 Uhr mittags trafen mein Bruder Bernd und Tanja bei uns ein. Sie hatten einen günstigen Flug nach Jerez ergattern können und brauchten demzufolge von dort nur 40 Kilometer mit ihrem Leihwagen, um zu uns zu kommen. Wir freuten uns riesig, hatten aber auch etwas Manschetten, weil wir den Auftrag bekommen hatten den beiden 2 Rennräder zu mieten. Das war hier aber nirgends möglich gewesen. Beide sind sehr sportbegeistert. Bei meinem Bruder ist das noch untertrieben. Er ist geradezu süchtig und hatte mir schon am Telefon gesagt, das er ohne Sport schlechte Laune bekommen würde. Dementsprechend ängstlich war ich, als ich ihm mitteilte, dass wir leider keine Räder bekommen hatten.
Erstaunlicherweise sah er es ganz locker, was vielleicht an dem selbstgemachten Eierpflaumencocktail lag, den wir den beiden zur Begrüßung kredenzten.

Die Grundlage für den selbstgemachten Cocktail …. einige der letzten Pflaumen (insgesamt hatten wir bestimmt über 1.000 an unserem Baum…. und zu 99,5% hat Ines die alle alleine vertilgt 🙂

Ein einziges Glas und es war einem, wie mein Vater sagen würde, schon wieder alles scheißegal. Die beiden waren begeistert von unserem Haus, Garten und Pool und auch mit dem Wetter hatten sie wirklich Glück. Es war lange nicht so heiß wie angesagt und blieb während der ganzen Woche bei 35 Grad, wobei es zumindest in den ersten 3 Tagen nachts noch ordentlich abkühlte.
Nachdem wir die leckeren, grandiosen Schnitzel gegessen hatten, die Bernado schon gestern gemacht hatte, machten wir uns auf zu unserem See. Seitdem ein Bademeister dort war, durfte man nicht mehr quer durchschwimmen, sondern musste eigentlich in dem mit Bojen abgesteckten Bereich bleiben. Wenn man allerdings im hinteren Teil gleich rechts rum schwamm, konnte er einen nicht sehen und man hatte den riesigen hinteren Teil des Sees für sich. Ich schwamm sofort los, Bernd und Tanja hinterher. Beide erst einmal , wie abgesprochen rechts herum. Tanja korrigierte dann und schwamm kraulenderweise mit Höllentempo geradeaus mitten durch den See. Ich rief ihr zu, dass sie rechts bleiben sollte, aber sie hörte mich nicht. Meinen Bruder sah ich gar nicht mehr. So schwamm ich alleine 20 Minuten. Zurück am Land, erwartete mich schon der Bademeister und wollte von mir wissen, wieviele noch im nicht abgesperrten Gewässer unterwegs waren. Ich sagte: solo uno, was heißt: nur einer. Der sprach daraufhin in sein Funkgerät und orderte das Motorboot, mit welchem meine Schwester und ich ja auch schon Bekanntschaft gemacht hatten. Dieses suchte dann den ganzen See ab und wurde natürlich auch fündig. Bernd und Tanja sollten sofort zurückschwimmen, was sie natürlich auch taten.
In den Folgetagen wurde von uns dann nur noch früh morgens geschwommen, wenn der Bademeister noch schlief. Eigentlich schwamm von nun an nur noch Tanja, denn mein Bruder hat irgendeine Seeallergie und war den restlichen ersten Tag ständig am niesen. Abends aßen wir dann gemütlich auf unserer Terasse mein überaus gelungenes Curry- Huhn indonesisch. Wir aßen alle viel zu viel und machten Pläne für den nächsten Tag.

29.06.

Natürlich waren Bernd und Tanja schon geraume Zeit vor uns wach und joggten ersteinmal 10 Kilometer und wenn Tanja nicht so nötig gemusst hätte, wären es sicher 15 geworden. Nachdem die beiden geduscht hatten, frühstückten wir ausgiebig und dann sollte es nach Arcos gehen. Da die beiden in atemberaubender Kondition waren, ging ich 7 Minuten vor ihnen los. Ich gab Gummi und so dauerte es tatsächlich 2, 5 Kilometer, bis mich alle eingeholt hatten. Mir grauste schon vor der Steigung, die jetzt anfing. Natürlich war ich in null komma nichts wieder die Letzte. Zum Glück musste dann Tanja wieder zur Toilette. Bernd und Bernado warteten auf sie, ich natürlich nicht. Mit hochrotem Kopf und schweißnass kämpfte ich mich den Berg hoch. Ohne Pause setzte ich kontinuierlich einen Fuß vor den anderen. Keinen Blick hatte ich für die Landschaft, sondern sah mich nur alle paar Schritte panisch um, ob sie mir schon auf den Fersen waren. Anscheinend war es aber ein größeres Geschäft seitens Tanja, denn ich sah sie den ganzen Weg nicht.

Ziel war die Aussichtsplattform, von der man einen unglaublichen Blick über die wunderschöne Landschaft hatte. Mit meiner Schwester hatte ich dort alleine (ohne Bernado) nie hingefunden und natürlich verlief ich mich auch jetzt. Wie gut, dass soviele Lokale geöffnet hatten, so fragte ich einen netten Kellner, der mir den Weg so erklärte, dass ich dort wirklich ankam. Kaum dort, kamen auch schon die anderen. Bernado war klitschenass und wechselte ersteinmal sein T-Shirt. Hier oben wehte ein herrlich frischer Wind und wir genossen den Ausblick. Nun wollten wir etwas trinken und gingen zurück, zu dem netten Kellner, der mir den Weg erklärt hatte. Wir bekamen ein nettes Plätzchen zugewiesen und beschlossen auch eine Kleinigkeit zu essen. Der Kellner war weltklasse! Lustig, freundlich und souverän. Wir fühlten uns hier pudelwohl, lachten viel und unterhielten uns blendent. Das Essen war auch lecker und so machten wir uns geraume Zeit später zufrieden und gestärkt auf den Rückweg, diesmal durch die Neustadt. Natürlich nicht, ohne nocheinmal irgendwo einzukehren und ein Bierchen zu schlabbern, denn die Wirkung des Weines ließ schon etwas nach.

Zurück Zuhause sprangen wir alle in den Pool. Ach war das herrlich erfrischend!!!!

Am Abend machte ich uns einen Thunfischsalat.

30.06.

Nachdem wir alle herrlich geschlafen hatten, Bernd und Tanja ihr morgentliches Fitnessprogramm durchgezogen hatten und wir ausgiebig gefrühstückt hatten, machten wir uns mit dem Leihauto auf nach Ronda. Das schönste weiße Dorf überhaupt. Schon die Landschaft unterwegs war ein Traum und bereits nach 45 Minuten waren wir dann schon dort. Ein Parkplatz war schnell gefunden und ich war total beeindruckt, denn mitten durch die Stadt führt eine immens hohe Brücke. (Dieses ist die Puente Nuevo = neue Brücke; obwohl sie nicht wirklich neu ist, sondern im 18. Jahrhundert in 43. jähriger Bauzeit erstellt wurde und eine 12om tiefe Schlucht in der Stadt überspannt). Der Ausblick von hier oben war einfach gigantisch und gar nicht zu beschreiben.

Für Bernado und mich war sofort klar, dass dies nicht unser letzter Besuch hier sein würde. Hier gab es unzählige Wanderwege mit so richtigen Höhenmetern. Kurz gesagt, hier war die Chance echt groß, dass ein oder andere Kilo zu verlieren. Wir schlenderten den halben Tag durch die Gassen und kehrten schließlich in einem Restaurant mit unglaublicher Aussicht und unglaublich unbequemen Stühlen ein.

Eine einsame Pferderkutsche wear unterwegs … aufgrund von Corona war in Ronda kaum Publikumsverkehr;
zu dieser Jahreszeit wäre es hier ansonsten proppevoll mit Touristen-

Besonders mein Bernado, der anstatt eines Hinterns ja nur verlängerte Oberschenkel hat, litt sehr. Aus diesem Grund wollten wir hier auf keinen Fall etwas essen. Rauchen durfte man hier auch nicht, also nichts für uns. Stattdessen wollten wir dann in El Santiscal, also in unserem Heimatdorf etwas essen.
Kaum wieder zuhause angekommen, machten wir uns chic und fuhren mit dem Auto zu dem Hotel, welches so wunderschön direkt an unserem See liegt.

Zuvor hatten wir dort telefonisch einen Tisch bestellt. Unsere Erwartungen waren groß, denn die Preise waren gesalzen. Wir setzten uns an einen Tisch und ein Kellner kam und wischte diesen ab. So sind ja die Coronabestimmungen und dem wäre auch nichts entgegenzusetzten, wenn der Lappen nicht so abartig gestunken hätte. Uns wurde richtig übel. Dann brachte uns ein wirklich lustloser Kellner die Speisekarte. Diese war auf spanisch, was etwas schwierig war, denn dass hatten Bernd und ich noch nicht gelernt.

Da war uns noch einigermassen zum Lachen … da waren die Speisen noch nicht da

Zudem gab es nur eine einzige Karte, was dazu führte, dass diese reihum ging und jeder mit google übersetzten musste. Auf meine Frage, ob es auch eine deutsche Karte geben würde, erntete ich nur ein unfreundliches nein. Ob wir denn jedenfalls noch eine Speisekarte mehr bekommen könnten, gab es nur ein Kopfschütteln. Ich war schon so richtig bedient und hätte am Liebsten das Lokal gewechselt. So dauerte es geraume Zeit, bis wir unser Essen ausgesucht hatten, zumal Bernd und Tanja noch eine Vorspeise auswählten. Der Kellner, der unsere Bestellung zuvor aufnehmen wollte, als wir, wegen der nur einen Karte, noch nicht fertig waren, bestrafte uns jetzt erst einmal und ließ weitere 15 Minuten vergehen. Tanja, die dann noch ein kleines Bier nachorderte, wartete 20 Minuten. Dann kam die Vorspeise. Was Tanja hatte, weiß ich gar nicht mehr, aber Bernd hatte Tintenfisch bestellt. Der war, wie Bernd schnell feststellt, ungenießbar. Nicht gesalzen, keine Beilagen und nur nach Paprikapulver schmeckend, den der Koch sehr großzügig 2 cm dick über alles gekippt hatte. Tanjas Essen schmeckte auch nicht und sie ließen fast alles über. Nun kam der Hauptgang. Tanjas Risotto gänzlich ungewürzt, Bernds Scampis in der Pfanne anscheinend ohne Fett gebraten, ohne Salz und ohne Knoblauchsoße und unsere Fischpfanne ebenfalls ungesalzen und der Fisch knochenhart, die Miesmuscheln total gubbelig und der restliche Fisch furztrocken. Ich winkte den Kellner heran und orderte Salz für alle. Dieses Mal war er schnell zurück. 2 kleine Minitütchen Salz, welches mal gerade für ein Ei gereicht hätte. Katastrophe. Ich hatte an diesem Tag noch nichts gegessen und mordmäßigen Hunger, also bestellte ich noch eine Portion Pommes dazu. Diese kam nach 25 Minuten, natürlich auch ohne Salz. Ich orderte sofort welches nach. Dieses kam aber nicht. Wir alle waren echt frustriert und immer noch hungrig, denn wir hatten kaum etwas von den Speisen angerührt. Nun kam abermals der Kellner, um abzuräumen. Ich fragte, ob der Chef da wäre, er bejahte und besaß die Frechheit zu fragen, ob irgendetwas nicht in Ordnung gewesen wäre. Darauf sagte ich ihm in fast perfektem spanisch, dass alles ganz große scheiße gewesen ist und das er nun auch die Pommes mitnehmen könnte, die jetzt kalt und immernoch ohne Salz waren. Außerdem wollten wir den Chef sprechen, blaffte ich hinterher. Er zuckte merklich zusammen und wollte abräumen. Ich überlegte schnell, dass es besser wäre alles stehen zu lassen, damit der Chef probieren konnte und so stellte der unfreundliche Kellner alles zurück auf den Tisch. Es dauerte eine Ewigkeit, dann kam ein junger Mann, welcher Deutsch sprach. Der Chef wäre nicht da, meinte er und was denn nicht in Ordnung gewesen wäre. So, ein Feigling von Chef!!! Mein Bruder Bernd, der uns schon vorweg gesagt hatte, dass man sehr unglaubwürdig wird, wenn man an allem etwas zu meckern hatte, nahm freundlich das Gespräch in die Hand. Tatsächlich erzählte er nur einen Bruchteil von dem, was alles schlecht war. Der, wie sich rausstellte Rezeptionist hörte sich alles an, entschuldigte sich und meinte dann, wir müssten das Essen nicht bezahlen. Mein Bruder daraufhin:“ Darum geht es gar nicht, natürlich zahlen wir“. Das durfte ja wohl nicht wahr sein, dachte ich und lautstark sagte ich, dass ich mein Essen auf keinen Fall zahlen wolle, mein Bernado war derselben Meinung und tat dies nun auch kund. Ich zählte noch einmal alles auf, was schief gelaufen war, von den unmotivierten Kellnern, den unfähigem Koch, dem stinkenden Lappen, den Frühstücksresten unter den Tischen und noch einiges mehr. Wieso sollte ich das Essen bezahlen`??? Wir hatten schließlich noch immer Hunger !!! Einen Gutschein wollte ich auch nicht! Dieser Laden würde mich nie wieder sehen. Mein Bernado sah es genauso. Tanja sagte gar nichts, was wahrscheinlich der Grund dafür war, dass später ihr Essen noch auf der Rechnung zu finden war. Unverständlicherweise auch die Vorspeise meines Brunders. Übrig blieben immer noch 53 Euro, weils halt ein teurer Schuppen war. Trinkgeld gab es keines und wir machten uns auf den Weg nach Hause , wo wir jede Menge Nutella-Brote vertilgten. Der Laden sieht uns nie wieder!!

Liebe Leser, wenn ihr mal hier in der Gegend seid, müsst ihr Euch Ronda unbedingt ansehen aber ums Hotel / Restaurant de la Molinera in El Santiscal einen großen Bogen machen.

30.06.

Gleich nach dem Frühstück wollten Bernd und Tanja eine 64 Kilometer lange Radtour machen. Bernado machte für den anderen Bernd sein Mountainbike fahrbereit (also hauptsächlich den Sattel um einiges niedriger) und Tanja sollte mein e- bike mitnehmen. Natürlich wollte sie ohne Antrieb fahren, aber zur Sicherheit erklärte ich ihr trotzdem noch schnell, wie es im Notfall funktionieren würde.

Sie starteten gegen 11 Uhr und Bernado und ich machten unsere Gymnastik und brachten dann Haus und Garten wieder in Schwung. Es war ziemlich warm und so machte ich noch eine Stunde Wassergymnastik in unserem Pool. Bernd und Tanja kamen gegen 16 Uhr 30 zurück und waren fix und fertig. Jede Menge Serpentimen und ordentliche Steigungen hatten es geschafft, dass die beiden endlich einmal total ausgepowert waren. Mein Bruder erzählte mir 3 mal, wie froh er war, noch eine Flasche Wasser zusätzlich bei einer Tanke gekauft zu haben. Auf Vorrat sozusagen. Wenn man seinen Erzählungen Glauben schenken darf, kam nirgendswo anschließend noch ein Laden oder Restaurant und sie wären mit an Sicherheit angrenzender Wahrscheinlichkeit unterwegs verdurstet. Tanja sprang sofort zu mir mit in den Pool. Die beiden Bernds mussten Einkaufen fahren, denn für morgen hatte sich Besuch angesagt und zwar mit 6 Leuten. Kaum waren sie wieder da und die Einkäufe verstaut kamen sie zu uns in den Pool. Anschließend saßen wir noch in unserer Chillecke und tranken Pflaumencocktails.

01.07.

Heute am Nachmittag kamen Sarah mit den Kindern, Anna (Sarahs Internatfreundin), ihre fast 16 jährige Tochter Gwen und ihr Freund Fabi. Zuvor sollte es für die 6 aber noch zur Abkühlung an unseren See gehen. Natürlich rief Sarah mich beim dortigen Eintreffen sofort an und gab gleich das Telefon an Emilio, einen der Zwillinge ab. Dieser sagte ständig:“ Ines komm!“ So fuhr Bernado (Bernd heißt solange mein Bruder da ist Bernado, sonst kommen wir durcheinander) mich eben schnell mit dem Leihauto von meinem Bruder zum See. Wie gut, dass wir schon alles für den Besuch vorbereitet hatten. Bernd, mein Bruder hatte schon gestern den Pizzateig vorbereitet, denn es sollte zusätzlich zum Salat und Fleisch Pizzabrötchen geben. Ich passte gut auf, damit ich es in Zukunft auch mal hinbekommen würde. Der Tisch war schon gedeckt, die Getränke kalt gestellt und aufgeräumt war auch alles. Am See schnappte ich mir die Kids und begab mich mit ihnen ins Wasser. Sarah und die anderen chillten auf der Decke. Irgendwann brachte Sarah Schwimmärmel, die wollten die Kinder aber partout nicht. Ich erklärte ihnen, dass wenn sie sie umbinden würden und kurz versuchen zu schwimmen, dass es Bonbons geben würde. Emilio war sofort dabei. Tiago wollte aber unter keinen Umständen. Emilio ließ sich die Schwimmärmel anstandslos über die Arme schieben und ich legte ihn auf das Wasser und ließ ihn los. Er machte ein erschrockenes Gesicht und paddelte mit Armen und Beinen. Ich schrie die ganze Zeit wie verrückt:“ Super Emilio, du kannst schwimmen!!! Bravo!!!“ Die Leute um mich herum guckten schon etwas befremdlich. Nachdem Emilio die Challenge gewonnen hatte, wollte er die Schwimmärmel sofort wieder runter haben und von da an gab es nur noch ein Thema.“ Bonbon?, Bonbon? Bonbon?“ Da hatte ich ja etwas angerichtet. Ich rief Bernado an, damit er mich abholen kam und nahm Emilio gleich mit, denn er konnte überhaupt nicht verstehen, dass ich zufällig keine Bonbons bei mir hatte. Zuhause bekam er dann gleich mehrere. Mut muss eben belohnt werden!
In der Zwischenzeit waren auch Bernd und Tanja von einer weiteren , diesmal kürzeren Radtour zurück und Bernd bereitete den Salat vor. Der sah dann megalecker aus. Das fanden auch unsere Gäste, die 30 Minuten später eintrudelten. Bernado schmiss den Grill an und wir vertilgten schon mal vorweg das Pizzabrot und den Salat. Man war das lecker!!!

Wir hauten alle mächtig rein. Bernd kam immer wieder mit neu gebackener Pizza und als das Fleisch fertig war, war ich schon pappsatt. Tanja versorgte die Gäste mit Getränken. Sämtlichem Bier und auch dem Wein wurde ordentlich zugesprochen und so war die Stimmung klasse. Beim Öffnen des Kühlschrankes fiel leider eine Flasche Wein raus und zerplatzte auf dem Boden. Das war dann erst einmal eine ordentliche Sauerei. Natürlich war es mir passiert. Nach dem Essen tobten Bernado und dann mein Bruder und ich mit den Kindern rum. Die beiden jauchzten vor Vergnügen. Die anderen unterhielten sich derzeit ungestört von den Kiddis und fanden sich auf Anhieb richtig sympathisch. Auf Wunsch gab Bernado der kunsttalentierten Gwen auch noch schnell ein wenig Gitarrenunterricht. Es war ein megaschöner Tag und später am Abend, als die Gesellschaft schon wieder hungrig war, machte Bernd noch leckere belegte Brote. Erst gegen 21 Uhr verabschiedeten sich alle und fuhren die 75 Kilometer zurück nach El Soto. Gemeinsam räumten wir anderen alles wieder auf und ließen den Tag Revue passieren.

02.07.

Heute gab es ersteinmal nur ein Thema. Die Ferse meines Bruders. Diese schmerzte höllisch und das nicht zum ersten Mal. In der Vergangenheit hatte er öfter damit zu kämpfen gehabt und war schon von einem Arzt zum anderen gelaufen. Für uns anderen ist natürlich klar, dass es einzig und allein an der Überanstrengung liegt. Schließlich joggt er fast täglich und das nicht gerade wenig. Auch diverse Marathons hatte er schon gelaufen und natürlich auch Triathlons absolviert. Das alles fordert natürlich irgendwann seinen Tribut. Bernd will aber nichts davon hören und ist immer ganz verzweifelt, wenn der Schmerz wieder auftaucht, denn dann ist natürlich an joggen nicht zu denken. Heute war es anders. Mehrmals betonte er, dass er seinem Fuß jetzt 4 Wochen Pause gönnen wollte und bereits heute damit anfangen wollte. Tanja sollte ihn vorsichtshalber daran erinnern, falls er wieder rückfällig werden sollte. Die Erinnerung hat nichts genutzt, ich möchte wohl eine Wette machen, dass er zuhause schon längst wieder seine Runden gedreht hat 😉

Heute wollten wir nach Conil fahren, denn wir wollten den Beiden unbedingt den Atlantik und die herrlichen Strände präsentieren, an denen wir schon so oft mit dem Wohnmobil gestanden hatten. Nach dem Frühstück quetschten wir uns in das kleine Leihauto (Fiat 500 … ich glaube was anderes gibt es heute gar nicht mehr als Leihwagen ?!) und fuhren durch die herrliche Landschaft an den Strand von Conil.

Wir parkten unser Auto dort, wo wir letztes mal mit dem Womo übernachtet hatten, also etwas auswärts der Stadt. Nun ging es Richtung Strand. Ein paar Meter und wir konnten schon nach unten auf den Strand sehen. Bernado und mich traf fast der Schlag. Mein Gott, war es hier voll!!! So kannten wir es nun ja überhaupt nicht, waren wir doch sonst nur im Winter hier. Dann sah man höchstens vereinzelnd mal jemanden mit einem Hund spazieren gehen. Ganz anders heute. (Die Frage lautet heute doch: Wo ist der Hund geblieben?? Wer sieht ihn nun noch auf diesem Foto??) 🙂

Ein Gewusel sondergleichen. Überall Sonnenschirme und Liegen und Menschen über Menschen. Für uns schwer zu glauben, dass aufgrund von Corona nur 20 Prozent der Ausländer, die hier normalerweise ihren Urlaub verbringen, jetzt da sind. Also, in einem „normalen Sommer“ möchte ich nicht hier sein! Bernd und Tanja waren aber hin und weg und machten mit Bernado einen 10 Kilometer langen Strand-Spaziergang bis fast nach El Palmar.

Ich haute mich an den Strand und schlief, denn dass hatte ich letzte Nacht irgendwie verpasst. Ich hatte fürchterliche restless Legs gehabt und die ganze Nacht kein Auge zugetan. Trotzdem ich morgens wach gewesen bin, war ich noch liegengeblieben, immer in der Hoffnung vielleicht doch noch etwas zu schlafen. Deshalb hatte ich dann den Morgensport verpasst und war stinksauer, besonders auf Bernado, der mir nicht Bescheid gesagt hatte. Sorry, Schatz!!!

Als ich nach 2 Stunden erwachte, sprang ich zur Erfrischung in die Fluten und als ich hinauskam, hatte ich allerbeste Laune und nun sah ich auch die anderen zurückkommen. Wir setzten uns in eine Strandbar und bewunderten den Kellner, der erstaunlicherweise trotz der Menschenmassen, alles perfekt im Griff hatte. Eigentlich wollten wir nur etwas trinken, aber weil es so nett war, aßen wir dann dort noch. Ich bestellte mir nur eine Portion Pommes, die den anderen auch sehr gut schmeckten. Hinterher gab es dann für mich noch einen Käsekuchen. Klar, dass jeder auch davon mal probieren wollte!! Danke, liebe Familie, dass ihr so toll dafür sorgt, dass ich nicht wieder zunehme.

Jetzt ging es noch nach Roche, unserer zweiten Heimat. Wie oft hatten wir hier manchmal ganz allein mit unserem Saloon gestanden? Heute war es auch hier granatenvoll mit parkenden Autos. Natürlich durfte man mit dem Wohnmobil zu dieser Zeit nicht hier übernachten. War ja Saison. Auch hier am Strand gab es nun eine Strandbar und sogar Toiletten. Was für ein Luxus. Bernd und Tanja gefiel es so gut, dass sie gleich am nächsten Tag nocheinmal dorthin fuhren. Bernado und ich blieben dieses Mal zuhause, weil wir wieder einmal das Haus ausräumen und das Wohnmobil einräumen mussten, denn ab Montag ist es wieder vermietet. Es gab viel zu tun und so verging der Tag wie im Fluge. Gegen Abend kamen die beiden anderen dann zurück. Sie hatten abermals einen tollen Tag und wollten uns zum Essen einladen. Wir hatten aber schon Reste gegessen. So setzten wir uns auf die Terasse und tranken Wein und Bier, während wir wieder das Vornamenspiel spielten. (Tanja, jetzt kommts`.-) Mittlerweile waren wir bei G angelangt. Und eigentlich hatten wir so ziemlich alle Namen durch. Reihum mussten wir raten. Wer keinen Vornamen mehr wusste, hatte verloren. Nun war Tanja an der Reihe. Man konnte förmlich hören, wie sie sich das Gehirn zerbrach. Plötzlich rief sie:“ Ich hab einen!

Goethe!!!!

Das ist kein Vorname, lachte ich sie aus. Voller Überzeugung sagte sie:“ Doch, Goethe Faust!“ Ich bekam einen Lachkoller und sagte, neee der heißt Wolfgang Amadeus mit Vornamen. Faust hat er nur geschrieben. Bernado und Bernd lachten jetzt mit mir um die Wette und wir konnten uns gar nicht mehr einkriegen. Tanja fand das gar nicht lustig und fand mich sooo richtig doof. Darüber musste ich nur noch mehr lachen. Wir hörten lieber auf mit dem Spiel. 2 Tage später als Bernado und ich uns die Situation noch einmal ins Gedächnis riefen, meinte Bernd, er hätte lange nicht mehr so gelacht. Nicht aber etwa wegen Tanja, sondern wegen meinem Wolfgang Amadeus. Erst jetzt fiel mir auf, dass so ja Beethoven mit Vornamen hieß und nicht Goethe. Quatsch, Mozart natürlich !!! Ich glaube Tanja hat auch gar nicht bemerkt, wie schief ich lag. Ach war das lustig. Fast hätten wir in die Hosen gemacht!!

Alle schönen Tage gehen aber leider viel zu schnell zuende und so war es auch mit dem Urlaub der Beiden. Am nächsten Morgen frühstückten wir in Herrgottsfrühe ein letztes Mal zusammen und dann verabschiedeten wir uns, denn um 7 Uhr 30 fuhren sie ab zum Flughafen. Wir winkten bis wir sie nicht mehr sehen konnten. Plötzlich hörten wir draussen ein lautes Zischen. Erschrocken sahen wir uns um und nach oben, woher das Geräusch kam. Ein riesiger Heißluftballon schwebte direkt über uns. Ein tolles Bild. Wir winkten und sie winkten zurück. Auch Bernd und Tanja konnten ihn von unterwegs aus dem Auto sehen und empfanden es als tollen Abschluss.

Liebe Tanja, lieber Bernd, es war toll mit euch!!!!!!

Das ist noch ein schönes Erinnerungsfoto aus dem tollen weissen Pueblo RONDA.

Wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen und hoffen, ihr besucht uns bald Mal wieder!!!

Brüderchen & Schwesterchen

Ganz liebe Grüße.
Jetzt fehlen nur noch meine Eltern, denen wir unser Häuschen natürlich auch gerne zeigen würden. Ihr seid herzlichst eingeladen und wir würden uns sehr freuen! Liebe Grüße

PS: leider habe ich nicht so viele Fotos, da die „Gäste“ meist selbst hier ihre Fotos im Urlaub schiessen.

Womo

Meine Schwester kommt spontan zu Besuch! 07.06- 18.06

Mit Erschrecken habe ich gerade festgestellt, dass es schon wieder mal ewig her ist, dass ich etwas berichtet habe.

Dabei haben wir sooo viel erlebt. Ein Highligt war der sehr spontane Besuch meiner Schwester Elke. Bernd und ich waren gerade so richtig im Stress und damit beschäftigt, alle persönlichen Sachen aus unserem Haus, entweder zurück ins Wohnmobil – oder in unseren abschließbaren Schuppen zu befördern, denn ab morgen sollten zum ersten Mal, für drei Tage Gäste kommen. Zudem musste natürlich geputzt und gewienert – und alle Betten frisch bezogen werden. Vom Rasen mähen, Unkraut jäten und Terasse schrubben mal abgesehen. Mitten drin rief dann meine Schwester an. Sie fasste sich sehr kurz. Eigentlich sagte sie nur, dass sie kommen wollte und ich ihr einen Flug buchen sollte. Der sollte möglichst ohne Zwischenlandung sein. Auf meine Frage für wann, antwortete sie, dass sie morgen noch ihre Coronaimpfung bekäme und dann sofort abflugbereit wäre. Grund für den plötzlichen Besuch war der mittlerweile 14 Tage andauernde Stillstand bei ihrer Hardcorediät von täglich ca. 400 Kalorien. Zwar hatte sie schon 10 Kg abgenommen, aber bei ihrem Ausgangsgewicht ( von dem ich nicht sprechen darf) wäre es laut ihrer eigenen Aussage so, als ob bei einem Panzer das Nummernschild abgefallen wäre. Dementsprechend schlecht war ihre Laune und ihr Mann Rainer , wollte sie anscheinend loswerden und schlug ihr vor doch zu uns zu kommen. Ins Abnehmcamp sozusagen. Ich setzte mich sogleich an den PC, um nach einem Flug zu suchen. Das gestaltete sich mehr als schwierig, denn ohne Zwischenlandung gab es, wegen Corona gar nichts. Dabei studierte ich alle Abflughäfen in Deutschland und Zielflughäfen in Jerez, Malaga und Sevilla. Bernd bekam schlechte Laune, denn ich saß stundenlang vorm PC und suchte und suchte. Immer wieder rief ich bei Elke an. Die hatte aber die Verantwortung an Rainer abgegeben und so telefonierten wir im 10 Minutentakt miteinander. Bernd bekam immer schlechtere Laune, denn nun stand er ganz allein mit der Ausräumaktion da. Ich fragte meinen Schwager, ob er nicht nach Flügen suchen könne, aber er meinte, er könne es nicht, weil er es noch nie gemacht hat. Meine Schwester sowieso nicht, denn die weiß nicht einmal, wie man etwas bei Amazon bestellt. Eigentlich erstaunlich, dass die beiden so erfolgreich ein Hotel führen. So etwas nennt man wohl Inselbegabung. Vielleicht sind die beiden aber auch nur gut im deligieren. Nach unzähligen Telefonaten mit Rainer meinte dieser, ich solle doch mal nach Abflügen aus Amsterdam sehen. Bingo, hier gab es Direktflüge. Ich wollte dann für 9 Tage buchen, weil meine Schwester im Vorfeld von 9 Tagen sprach, aber Rainer sagte, es könne ruhig länger sein. Die Laune meiner Schwester musste also wirklich schlimm sein. Ich buchte dann für 11 Tage.

4 Tage später, unser Haus war gerade wieder frei geworden, holte Bernd sie mit dem Wohnmobil von Sevilla (ca. 100 km von Arcos entfernt) ab. Ich machte in der Zeit die Endreinigung, fegte rund ums Haus und bezog die Betten frisch. Kaum war ich damit fertig, trudelten die beiden auch schon ein. Ich freute mich riesig meine Schwester zu sehen. Da es mittlerweile aber 22 Uhr war, quatschten wir nur noch eine Stunde und gingen dann zu Bett.

Am nächsten Tag starteten wir dann gleich morgens unser Trainingsprogramm mit 45 Minuten Gymnastik. Nicht gerade Elkes Lieblingssporteinheit. Anschließend liefen wir 15 Minuten zu unserem See und schwammen dort 45 Minuten. Elke bekam meine Schwimmboje um den Bauch gebunden, damit sie sich auch mitten durch den See traute und war ganz überrascht, wie gut es funktionierte.

Danach marschierten wir zurück. Um 17 Uhr gab es dann für sie püriertes Gemüse. Das war für diesen Tag alles. Für mich natürlich nicht. Ich machte mir noch 2 leckere Scheiben Brot mit dick Käse und danach vertilgte ich noch eine ganze Tafel Schokolade. Natürlich heimlich, damit Elke nicht neidisch wurde. Ich wollte meinen Kalorienbedarf nicht wieder so runterfahren, denn man weiß ja mittlerweile um den Jojo. Außerdem hatte ich schon an die 100 Mal die Erfahrung gemacht, dass das, was man schnell abnimmt auch schnell wieder drauf ist. Mittlerweile hatte ich tatsächlich in den letzten 4 Monaten fast 7 Kilo abgenommen. Ich bin nun nicht mehr fett, sondern nur noch gut beieinander 😉 Zusätzlich ist in meinem Alter ja die Gefahr auch sehr groß, dass, wenn man zu schnell oder zuviel abnimmt, alles anfängt zu hängen. Ich meine jetzt nicht nur den Busen, der hängt ja sowieso, sondern eben alles. Sieht ja auch nicht so schön aus, wenn man dann einen Bauch bekommt, der aussieht, wie ein ausgeleierter Luftballon. Ihr wisst, was ich meine, oder??? Aus diesem Grund setzte ich jetzt mal auf langsam abnehmen und Sport. Ich habe ja Zeit und Bernd ist mit meiner Figur jetzt schon sehr zufrieden.

Meine Schwester ist aber 5 Jahre jünger und setzt auf 500- 900 Kalorien täglich und ebenfalls Sport. Jedenfalls solange sie hier ist.

Ach ja, natürlich hatten wir auch einen durchtrainierten, sehr gut aussehenden Fitness-Personal-Trainer in dieser Zeit gemietet!! Sein Name war BERNADO Jose Jesus


Darum machten wir uns gleich am nächsten Tag zu Fuß auf den Weg nach Arcos. Gegen 10 Uhr setzten wir uns, bewaffnet mit unseren Nordic walking Stöckern und im Rucksack viel zu trinken, in Bewegung.

Die Sonne knallte schon jetzt vom Himmel und mit 35 Grad im Schatten war es nicht gerade kühl. Die ersten 3 Kilometer kamen wir gut voran und unterhielten uns angeregt.

Weit im Hintergrund ist „unser See“ in El Santiscal zu sehen!

Dann war es vorbei mit der Unterhaltung, denn die letzten 2 Kilometer rauf in den historischen Teil von Arcos ging es nur bergauf und ihr glaubt gar nicht wie steil. Wie gut, dass wir unsere Coronamasken dabei hatten. Die hatten wir auf die Stirn geschoben damit wir Luft bekamen und sie dienten nun hervorragend als Schweißtücher. Natürlich schoben wir sie schnell wieder Richtung Mund, wenn uns Leute entgegenkamen. Gott sei Dank, war das aber nicht oft der Fall, denn dann dachte ich jedesmal, ich müsse gleich kotzen.

Ich lief vorraus und drehte mich nicht einmal um, brauchte ich auch nicht, denn an der Schnappatmung hinter mir, hörte ich, dass mir meine Schwester immer dicht auf den Fersen war. Nach 20 Minuten mussten wir eine Pause machen, denn meine Schwester war der Meinung, sie bekäme jeden Augenblick eine Gehirnthrombose. Ich fragte sie, ob es weiß herum um meinen Mund wäre, denn ich hatte mal gelesen, dass das ein Zeichen völliger Überanstrengung wäre und man dann tot umfallen könne. Ich fragte das auch nur, weil meine Schwester aussah, wie ein Clown. Feuerrotes Gesicht und einen Mund, als hätte sie sich ihn weiß angemalt. Wir setzten uns in irgendeinen Hauseingang, denn da war es schattig und tranken gierig. Nach 5 Minuten ging es weiter. Und wieder immer nur bergauf. Im Gepäck hatte ich einen Abholschein von der Post dabei. Dorthin mussten wir, aber wir wollten auch zur Burg, weil die Aussicht von dort so phänomenal war. Da ich nicht wusste ob und wann die Post Mittagspause macht, wollte ich dort zuerst vorbei. Bernd hatte mir das Handy mitgegeben und den Weg zur Post dort eingespeichert. Leider ging es kurz vor der Burg dann abwärts und meine Schwester meinte, scheiß auf Aussicht, sie würde keine Schritt weiter nach oben tun. So holten wir dann das Päckchen von der Post und marschierten noch etwas in der Altstaddt herum. Wir kamen an einer netten Kneipe (Venta) vorbei und beschlossen etwas zu trinken. Ich dachte so an eine kalte Cola light, aber meine Schwester, die seit 4 Wochen keinen Alkohol getrunken hatte, sagte mit größer Bestimmtheit, dass sie nun, Diät hin oder her sich ein Bier genehmigen würde. Ich war natürlich dabei. Da die Biere so klein waren, tranken wir noch ein zweites und ich hatte das Gefühl sturzbesoffen zu sein. Das verging aber beim Abstieg rasant schnell, denn wir schwitzen in null komma nichts alles wieder aus. Meine Füße qualmten und ich war froh, als wir wieder zuhause ankamen. Dort hielt Bernd schon nach uns Ausschau und machte ein paar Fotos.

Nach einer kurzen Pause wollte meine Schwester nun unbedingt zum Schwimmen. Wir liefen die viertel Stunde dorthin, schwammen mehr als eine Stunde und liefen zurück.

Man waren wir fertig!

Am nächsten Tag war Elke wie ausgewechselt. Grund war die Waage, die bei ihr ein Kilo weniger anzeigte, bei mir immerhin ein halbes, denn ich hatte abends heimlich wieder gut zugeschlagen. Elke hielt sich an ihr püriertes Gemüse. Ih bah! Zum Frühstück gab es für uns Tee und für Bernd das volle Programm. Frühsport viel aus und wir wanderten gleich los. Diesmal nur im flachen Gebiet. Wir schwitzten natürlich trotzdem ganz gut, denn das Thermometer stand bei 37 Grad. Nach einer Stunde waren wir zurück, pausierten kurz und ich aß jede Menge Eierpflaumen von unserem Baum. Danach liefen wir zu unserem See, schwammen 1,5 Stunden, Elke wieder mit der Boje um den Bauch und liefen zurück. Dasselbe taten wir am Abend noch einmal. Die Waage zeigte aber keine Veränderung.

Am nächsten Tag hatten wir zuerst einmal wieder viel zu tun, denn wir mussten abermals das Haus räumen. Es würde die nächsten 4 Tage vermietet sein. Elke half tatkräftig mit. Ihr glaubt ja gar nicht, wieviel Arbeit das jedes Mal ist. Zum Schluss machte ich noch Spaghetti Bolognaise und Bernd machte unser Wohnmobil startklar. Die letzten Sachen wurden verstaut und wir fuhren die 700 Meter zu unserem See, wo man herrlich stehen kann. Natürlich sprangen Elke und ich sofort ins Wasser. Es war mal wieder schweineheiß, was mir aber nichts ausmacht. Elke hat damit mehr Probleme und darum hält sie sich an Land, wenn wir nicht gerade wandern, ausnahmslos im Schatten auf. Sonnenbrände hatte sie trotzdem fast überall. Irgendwie erinnerte sie mich an so einen typischen Engländer. Wie immer schwammen wir quer durch den See. Dieses Mal kam aber ein Mann mit einem Motorboot auf uns zugefahren und erklärte uns, dass es nicht erlaubt sei so weit rauszuschwimmen, weil zu gefährlich. Ich überredete ihn und zwar in spanisch, dass wir es trotzdem ein letztes Mal machen wollten. Er erklärte sich einverstanden. Heute hatten wir irgendwie Gegenwind und die kleinen Wellen schlugen uns permanent ins Gesicht. Hin schwammen wir konzentriert und ich musste immer nah bei Elke sein, denn sie hatte in der Ferne einen dicken Fisch gesehen, der fröhlich im Wasser umhersprang. Natürlich tat ich es. Der Rückweg war einfacher und wir vertrieben uns die verbliebenen 45 Minuten mit Namen raten. Das machten wir jedesmal. Mittlerweile waren wir bei N. Abwechselnd müssen wir immer Voramen mit dem Buchstaben sagen, der gerade an der Reihe ist. Wer keinen mehr weiß hat verloren. Elke kommt dabei immer auf die absonderlichsten Ideen. Bei N zum Beispiel auf Neurasia. Das lasse ich aber nicht gelten. Kurz bevor wir wieder an Land sind, machen wir immer noch etwas Wassergymnastik. Heute viel das aber aus, denn an Land erwartete uns schon der Bademeister. Der ist erst seit Saisonstart hier, also ab heute und verpasste uns erst einmal einen Einlauf. Vorbei die Zeit, dass wir quer durch den See schwimmen konnten. Schade. Bernd war auch im Wasser, schwimmt aber grundsätzlich nur allerhöchstens 30 Meter hinaus (und selbst da hat ihn der Bademeister zurückgepfiffen). Wir hatten den Tisch und die Stühle an den Strand gestellt und Bernd und ich ließen uns die Bolognese schmecken. Die war mir wirklich fantastisch gelungen.

Am nächsten Tag fuhren wir zu Sarah. Dort im Mobilheim wohnte ja auch Gaya und die hatte uns zu ihrem Geburtstag un d einer großen Party eingeladen. Elke und ich halfen mit alles aufzubauen und sämtliches Geschirr, Gläser und Getränke auf die Wiese zu schleppen, wo Gaya feiern wollte. Außerdem machten wir in Sarahs Küche noch einen Gemüseauflauf für den Abend. Um 19 Uhr ging dann die Party los. Es kamen ungefähr 50 Leute, 12 Kinder und 7 Hunde und alles lief in absoluter Harmonie ab. Die Kinder amüsierten sich im Planschbecken, die Hunde tollten herum und die Erwachsenen sprachen dem Alkohol und anderen happymachenden Substanzen zu. Sarah hatte Edna angagiert, eine Raggysängern mit Gitarre u nnd jeder Menge Fußpedale, Loopstation und anderen Rythmusinstrumenten.

Bis diese um 20 Uhr kam unterhielt uns Bernd mit seiner Gitarre. Als Edna kam war der Alkoholpegel bereits so hoch, dass alle tanzten.

Am höchsten war er bei Sarah. Die war wirklich bestens drauf. Nur schade, dass sie am nächsten Tag fast nichts mehr davon wusste. Elke erlaubte sich zur Feier des Tages auch 3 Bier. Ich trank nur eins, denn Emilio und Tiago waren fast die ganze Zeit bei mir. besonders mein Emilio wich mir nicht von der Seite. Irgendwann gegen 11 Uhr, waren die Kinder so müde, dass sie ins Auto zum Schlafen sollten. Ins Auto deshalb, weil es Wochenende war und Alex dann die Kinder hat und sie bei ihm schlafen. Sarah kam auf mich zugewankt und sagte, sie bräuchte unbedingt meine Hilfe, beim Ins-Bett-bringen. Es lief dann darauf hinaus, dass ich eine Stunde zuerst mit Emilio und dann auch noch mit Tiago im Auto saß. Dann kam Alex und sie fuhren nach Hause. Ich war auch müde und ging ins Wohnmobil. Ich wollte fit für morgen sein, denn dann wollten wir nach Vejer de la Frontera hochwandern, was bekanntlich auch sehr steil auf einem Berg liegt. Elke und Bernd kamen 1,5 Stunden später. Wir schliefen super.

Elke und ich liefen am nächsten Morgen schon früh los. Wir wollten dieses Mal nicht unbedingt in der prallen Mittagssonne laufen. Bernd wollte nachkommen, weil er ja viel schneller ist als wir und wie er immer sagt, beim Laufen nicht umkippen will. Elke und ich meisterten die Strecke mit Bravour. Unsere Kondition war wirklich schon erheblich besser geworden und wir waren ganz stolz auf uns. Oben angekommen spazierten wir noch durch den wunderschönen Ort und Elke kaufte ein paar Souveniers.

Pünktlich, als wir damit durch waren, kam Bernd den Berg hoch. Er hatte ein feuerrotes Gesicht und war klitschenass. Nun ging es zum gemütlichen Teil. Wir setzten uns vor eine Kneipe , bestellten kalte antialkoholische Getränke und unterhielten uns angeregt. Gemeinsam liefen wir dann wieder zum Wohnmobil bei Sarah.

Am Abend fuhren wir dann nach Conil an den Atlantik. Dort erkundeten wir dann am nächsten Tag Conil und hatten einen tollen Tag.

Am nächsten Tag ging es zurück zu unserem Haus. Zuvor wurde Großeinkauf gemacht und allles im Kühlschrank verstaut. Dort stand immer noch ein Rest Bolognaise. Bernd hatte sie mittlerweile 4 Tage gegessen und weil zu wenig Platz für die ganzen neu gekauften Sachen war, nahm ich sie kurzerhand heraus. Die roch wirklich nicht mehr gut, aber ich stellte sie ersteinmal in die Küche, denn ich war der Meinung, dass Bernd sie wegwerfen konnte und dann mal dran war mit dem Topf abwaschen. Im Wohnmobil waren es über 40 Grad und wir fuhren eine Stunde zurück.Weil unser Haus noch nicht frei war, stellten wir uns noch an kurz an unseren See. Natürlich schwammen Elke und ich sofort los. Und was machte Bernd???? Nicht etwa die Bolognaise wegwerfen und den Topf abwaschen, von dem ich ausgegangen war. Nein, er aß sie!!!!! Ich hatte beim Rausgehen bemerkt, dass sie noch erbärmlicher roch als eine Stund zuvor. Kein Wunder, denn wie erwähnt hatten wir 42 Grad im Saloon. Als wir aus dem Wasser kamen, berichtete Bernd, dass die Bolognaise ziemlich ekelig geschmeckt hätte. Er hatte trotzdem alles verputzt. Ich fragte mich allen Ernstes, wie man so blöd sein konnte. Wie dem auch sei, unser Haus war jetzt frei und dort fuhren wir nun hin. Erst mal alles wieder aus dem Mobil räumen und Betten abziehen. Bernd hielt sich vornehm zurück. Ihm ging es nicht so gut. Die Nacht war auch kein Vergnügen. er hatte fürchterliches Sodbrennen, rülpste in einer Tour und hatte ständig Durchfall. Den nächsten Tag verbrachte er abwechselnd im Bett, schlafend auf der Terasse und auf der Toilette.

so nimmt man(n) im Schlaf einfach ein paar Kilo ab !!! 🙂

Elke und ich machten klarschiff in Haus und Garten und wanderten dann wieder los. Bernd ging es den ganzen Tag nicht besser und sagte immer wieder vorwurfsvoll, dass er von nun an, kein schlechtes Essen mehr essen würde. Hallo, gehts noch???? Was aber echt gemein war, war, dass Bernd in den 2 Tagen , wo es ihm schlecht ging sage und schreibe 3 Kilo abgenommen hatte und das so ganz ohne Sport. Den Seinen gibt es der Herr im Schlaf. Elke war bei 2 Kilo angelangt und ich bei 1 Kilo. Frechheit!!

Morgen gehts weiter!! Hoffe es geht euch allen gut……..

Die Tage vergingen wie im Fluge. Am Freitag mussten wir wegen abermals neuen Mietern wieder aus dem Haus. Aufräumen und ausziehen war angesagt. Der Rasen musste auch wieder gemäht werden und so waren wir alle erst einmal beschäftigt. Endlich war alles perfekt und Elke und ich liefen zum See. Bernd fuhr mit dem Womo hinterher. Sofort wurde geschwommen. Heute war das Wetter aber nicht gut und der Himmel rabenschwarz. Wir waren am See die Einzigen. Nur der Bademeister war auch anwesend. Im Wasser hatten wir pausenlos Schiss, dass es anfangen würde zu gewittern und so schwammen wir nur eine halbe Stunde. Danach liefen wir aber noch. Dabei fiel Elke ihr Handy runter. Blöderweise war dort, wo das Display war die Schutzhülle nicht mehr vorhanden. Klar, dass das Handy genau auf diese Seite fiel. Zu allem Überfluss passierte es beim Laufen und Elke stampfte noch einmal drauf. Natürlich war das Handy damit kaputt. Die Scheibe hatte Unmengen von Rissen und das Handy ließ sich nicht mehr bedienen. Es ging zwar noch an und aus, aber man konnte keine Funktionen mehr bedienen. Elke war total geknickt. Später fand sie heraus, dass sie über ihre Fitnessuhr am Handgelenk aber zumindest noch Telefonanrufe entgegen nehmen konnte. Zurück beim Saloon stellten wir uns auf einen gemütlichen letzten Abend ein, denn morgen Abend um 21 Uhr würde Elkes Flug zurück nach Amsterdam gehen. Aus dem gemütlichen Abend und auch dem nächsten letzuten schönen Tag von uns wurde dann aber nichts, denn ich entdeckte zufällig einen Bericht im Internet, dass Reiserückkehrer aus Andalusien ohne PCR- Test nicht zurück nach Holland fliegen durften. Elke meinte, es beträfe sie nicht, da sie geimpft war. Zur Sicherheit recherchierte ich aber noch etwas. Dabei fand ich auf der ADAC Seite und ebenfalls auf der Seite vom ausländischen Amt die Aussagen, dass auch Geimpfte einen Test benötigten. Ach du Scheiße!! Es war fast 20 Uhr. Alle Ärzte hatten natürlich geschlossen. Zwar konnte man, wie ich heraus fand, einen Test beim Flughafen machen, aber nur von 8 Uhr bis 14 Uhr und das Ergebnis würde 12 bis 16 Stunden dauern. Elke war äußerlich ziemlich gefasst, hatte aber während der nächsten 2 Stunden 4 Mal Durchfall. Wir beschlossen sofort nach Sevilla zu fahren. Dort übernachteten wir irgendwo in der Nähe des Flughafens. Die einzige Möglichkeit für Elke war, dass sie gleich morgens um 8 Uhr als erstes diesen Test machte. Vielleicht hatte sie dann noch Glück. Nach einer unruhigen Nacht , setzten wir sie kurz vor 8 Uhr beim Flughafen ab. Elke sollte ersteinmal ihr Flugticket holen, denn ohne Ticket keinen Test. Online war es nicht verfügbar gewesen. Wir verabschiedeten uns von ihr und die in den 10 Tagen 4 Kilo leichter gewordene Elke machte sich auf den Weg. Wie sie uns später mitteilte machte der Ticketschalter für ihre Airline erst um 14 Uhr auf. Also ging sie ohne Ticket zum Testen. Die wollten es dort aber nicht machen. Irgendwann fing Elke dann an zu heulen und irgendeiner erbarmte sich. Jetzt bekam sie einen Schrieb, dass sie getestet worden war, aber das Ergebnis war natürlich, wenn überhaupt später verfügbar. Dieses sollte dann auf ihrem Handy landen, was bei Elke einen neuen Tränensturm verursachte, denn ihr Handy war ja unbrauchbar. Irgendein holländischer Passagier hatte wohl Mitleid und bot ihr an, dass Ergebnis auf seinem Handy zu empfangen. Elke war echt dankbar. Nun hieß es warten. Mittlerweile war es 9 Uhr 30 und ihr Flug würde ja erst um 21 Uhr gehen. Es war wohl mordsmäßig langweil, dazu kam dann die ganze Zeit die Anspannung, ob der Test wohl rechtzeitig fertig werden würde. Um es vorweg zu nehmen, letztendlich durfte sie mitfliegen. 30 geimpfte Holländer aber mussten in Sevilla bleiben und regten sich furchtbar auf. Die Armen!!!

Liebe Elke, es war sehr schön mit Dir!!! Freue mich schon auf das nächste Mal. Halte durch!!! Wir treffen uns dann gertenschlank nächstes Jahr wieder!!!

Womo

Zuhause grünt und blüht es! 23.05.2021

Hallo Leute, wieder etwas her, dass ich geschrieben habe, aber ob ihr es glaubt oder nicht, hier gibt es immer soviel zu tun. Jeden Tag fege ich mindestens zeimal um unser Haus. Ein Wahnsinn, was wir für Blätter und Blüten an Grünabfall haben. Ich bin jetzt dem Geheimnis der immergrünen Bäume auf die Spur gekommen. Die verlieren die Blätter nicht im Herbst, sondern das ganze Jahr. Bilden dafür aber zeitgleich immer wieder neue. Das machen die nur, um mich in Bewegung zu halten. Habe ich euch schon von dem Baum, von dem niemand weiß, wie er heißt, mit seinen blau- violetten abertausenden Blüten berichtet? Der ist sooooo furchtbar!! Zwar sieht er schön aus, aber täglich verliert er seit einem geschlagenen Monat mindestens 1000 Blüten täglich. Nein, ich übertreibe nicht!!! Manchmal hat man geradezu das Gefühl, es schneit. Lustig ist das nicht und ich habe schon Schwielen an den Händen vom fegen. Nächstes Jahr kommt der weg!!!

Ansonsten wächst hier auch alles andere phänomenal. Meine Permakultur wuchert geradezu und mittlerweile kann ich jeden Tag Salat ernten. Selbst die Paprika- und Tomatenpflanzen gedeien prächtig und sind schon richtig groß geworden. Ich bin guter Dinge, dass ich in 1 bis 2 Monaten ernten kann. Am allerbesten jedoch gedeien die Gurken. Die sind zum Teil schon 4 cm lang. Ich war ganz erstaunt, das sie quasi vor den Blüten hängen. Ich hatte immer gedacht, die wachsen auf der Erde. Meine Schwester hat mir gesagt, dass ich die Pflanzen unbedingt hochbinden muss, da sie sonst faulen. Diesen Auftrag habe ich dann Bernd erteilt. Der hat es super umgesetzt und jetzt ranken sie an einer unserer Mauern hoch. Sobald ich sehe, dass die Blätter schlapp werden, bekommen sie Wasser, also 2 mal täglich. Manchmal auch 3 mal, denn mittlerweile haben wir hier oft 33- 35 Grad. Unsere Eierpflaumen sind so ca. in 2 Wochen reif. Unglaublich wieviele dort am Baum hängen. Sie bekommen gerade eine leichte Gelbfärbung.

Letzte Woche waren Alex und Julia mit dem kleinen Noah bei uns zu Besuch. Wir hatten viel Spass zusammen und der kleine Noah ist soooo süß. Jetzt sind sie mit der Fähre nach Fuerte Fentura gefahren. Dort haben sie sich eine Wohnung gekauft, die direkt am Meer liegt. Da beide kiten, sind sie schwer begeistert. Das Haus in Deutschland wollen sie aber auch behalten und die Wohnung auf Fuerte dann vermieten.

Meine Diät ist leider etwas zum Erliegen gekommen und ich muss unbedingt einen neuen Anfang finden, bevor alles wieder drauf ist. Es ist wirklich ein Kreuz!!

Vorgestern war Pedro, der vorherige Besitzer unseres Hauses bei uns. Er hat uns gezeigt, wie man den Pool entleert, denn davon haben wir beide so gar keine Ahnung. Ist aber eigentlich ganz einfach. Pedro ist wirklich nett und immer hilfsbereit. Zum Dank haben wir ihn dann zum Burgeressen eingeladen. Hausgemacht a la Ines. Gestern dann haben wir den ganzen Tag damit verbracht, den leeren Pool zu reinigen und zwar mit allen möglichen Chemikalien, aber als am effizentischsten hat sich der Hochdruckreiniger erwiesen. Mit einer Schaufel haben wir dann abwechselnd das Wasser wieder aus dem Pool geschippt. Sehr mühselig, aber jetzt glänzt der Pool! Leider ist aber eine Poollampe kaputt gegangen und bevor Pedro wiederkommt, um uns zu zeigen, wie man den Pool wieder befüllt, muss erst einmal ein Elektriker kommen und die Lampe wieder in Ordnung bringen. Das darf man als Privatperson hier nicht selber machen. Ist aber auch verständlich, weil vielleicht sonst der ganze Pool unter Strom stehen könnte.

Vor 2 Wochen haben wir unsere hinteren Nachbarn kennen gelernt. Es sind 4 befreundete Pärchen mit einem ganzen Haufen voller Kinder, die sich vor einigen Jahren zusammen das Grundstück gekauft haben und sich dort nun jedes Wochenende treffen und immer irgendetwas dazu bauen. Momentan ein großes Carport. Alle sind echt nett und sehr sehr herzlich. Wir haben einen wunderbaren Nachnmittag mit ihnen verbracht und sogar ziemlich viel verstanden. Natürlich hat Bernd auch Gitarre gespielt.

Kennengelernt haben wir auch Veronika, eine Freundin von Pedro. Veronika vermittelt Ferienhäuser und nun auch unseres. Zum ersten Mal hatten wir uns vor 2 Wochen getroffen und sie meinte gleich, dass wir für Vermietungen etwas spät dran wären, denn die Spanier buchen meist im Februar oder März. Zum anderen ist die Saison hier ja anders als auf den Canarischen Inseln viel kürzer. Nämlich nur von Ende Mai bis Ende September. Versteh ich eigentlichg gar nicht, denn auch im Winter ist es hier eigentlich fast immer warm und sonnig. Lange Rede, kein Sinn. Veronika macht einen wirklich tollen Job und hat unser Haus nun schon für ein paar Wochen vermietet. Am nächsten Wochenende geht es schon los und wir sind dann erst einmal wieder in unserem Mobil zuhause.

So, Leute, jetzt seid ihr erst mal wieder auf dem neuesten Stand. Bernd setzt heute Abend noch fix die Fotos rein und dann gehts online. Macht es gut ihr Lieben!!

Mit den Fotos reinsetzten ist es bisher nichts geworden, daher kommt der Bericht so spät. Ich werde Bernd heute mal auf die Füsse treten. Ach was, ich veröffentliche es ohne Fotos. Die werden dann nachgereicht.

Womo

Strand Conil de la Frontera 04.05 .- 07.05.2021

Bis wir endlich bei Sarah wegkamen dauerte es ewig. Bernd ließ sich bereitwillig auf jedes Gespräch der Camper ein, die ebenfalls auf Sarahs Stellplatz standen. Ich bekam eine Kriese nach der nächsten und war enorm froh, als wir den Absprung endlich geschafft hatten. Nun erst noch nach El Colorado zum Carrefour, denn wir hatten so gut wie keine Lebensmittel an Bord. Bernd fragte, ob ich den Einkauf alleine machen wolle. Das hätte er wohl gerne. Ich fragte so freundlich, wie es mir möglich war, ob er heute mal den Einkauf allein bestreiten wolle. Daraufhin er:“ Nö“. Dauraufhin ich: Siehst du, ich auch nicht!“ (früher wollte sie immer am liebsten alleine einkaufen, auf jeden Fall bei Lidl, da wo sich die liebe Ines auskennt und keinen Stress entwickelt. Da hatte sie wohl immer Angst, dass ich zuviel und zu teuere Dinge kaufe 🙂 , was bei Lidl ja eigentlich gar nicht möglich ist). Also gingen wir gemeinsam. Im Carrefour ist es echt blöd, denn man muss selber das Obst abwiegen und die Etiketten auf die Tüten kleben. So wie bei uns in Deutschland vor gefühlten 100 Jahren nur schwieriger, weil das Obst und das Gemüse ja spanische Namen trägt (oh, wer hätte das gedacht !!!?). Die muss man sich dann zusätzlich zur Nummer merken. Das heißt, man kann nicht gleich mehrere Tüten vollmachen und dann zur Waage gehen, weil man bis dahin ja die Hälfte der Namen wieder vergessen hat. Also Tüte für Tüte. Sobald man sich aber von der Waage wegbewegt sind andere dort und die wiegen dann erst einmal ihren ganzen Kram ab. Ich kannte das natürlich und beauftragte Bernd damit, während ich durch die Gänge irrte. (da hatte ich ja nun so eine Verantwortung erhalten !!: Äpfel sehen aber auch in Spanien aus wie Äpfel Ines !; also einfach nur die Artikel-Nummer (tecla) merken, die auf dem Schild bei den Äpfeln steht und diese Lotto-Zahl in der Waage eingeben. Fertig!! Wo ist da Stress? Im übrigen kennen wir aber auch schon sehr viele Obst- und Gemüsenamen auf spanisch 🙂 ) Man man man, bei Lidl kann ich mit verbundenen Augen einkaufen, aber den gab es ja nur in Barbate und Barbate war immer noch abgesperrt. Kurz gesagt, wir verbrachten 45 Minuten in dem Laden und ich war echt bedient. Jetzt nur noch schnell die Sachen verstauen und dann los.

Zuerst wollten wir uns aber davon überzeugen, dass Roche wirklich gesperrt war und so machten wir dort einen Zwischenstop. Überall Poller und kein Wohnmobil weit und breit. Nicht einmal ein Auto. Wir fuhren weiter und 5 Minuten später waren wir dann bei der alten Ruine (auch direkt am Atlantikstrand), von der wir von Olli und Sabrina wussten, dass man hier stehen darf. Das war ein echt klasse Tipp und wir fühlten uns sofort pudelwohl. Leider war es heute bedeckt, aber das machte nichts.

Danke Toni für das tolle Luftfoto

Ich hatte letzte Nacht fast kein Auge zugetan und war dementsprechend zu müde für alles. Nur zum Essen nicht.
Heute hatte ich meinen „Cindytag“, sprich, ich konnte essen soviel ich wollte und das tat ich dann auch. 2 leckere Brote mit gaaaanz dick Käse lieferten den Startschuss. Dann ein Eis, dann noch ein Eis. Ich hatte 2 Pakete von Carrefour mitgebracht mit insgesammt 14 Milcheis am Stiel und in der Waffel. Beim dritten Eis bekam Bernd auch eins ab. Dann gab es Cheddarkäse mit Weintrauben, anschließend 500 Gramm Erdbeeren. Man tut ja was für seine Gesundheit! Dann noch ein Eis und noch eins und noch eins. Genaugenommen 11 Stück insgesammt. Eins ließ ich aus Anstandsgründen für Bernd für den Folgetag übrig. Da ich trotz Cindytag weiter meine 4/ 20 Diät machte, ich bin da wirklich streng zu mir selbst, schaffte ich alles sogar in 3 Stunden. Ich hätte sogar noch eine Tafel Schokolade geschafft, aber meine Selbstdisziplin hielt mich davon ab. Leute, ich spreche aus Erfahrung, wenn ich sage, dass es eine große Lüge ist, wenn immer wieder behauptet wird, dass der Magen sich verkleinert, wenn man lange wenig isst! Ich war richtig froh, dass die Waage zuhause geblieben war.

Am nächsten Tag war dann wieder Schluss mit lustig. Tony aus Conil besuchte uns und Bernd und er fachsimpelten über Musik. Ich wollte einen langen Spaziergang machen und so Schadensbegrenzug betreiben. Gestern hatte ich das Meer noch gar nicht gesehen, um so begeisteter war ich heute. Die Sonne strahlte vom Himmel und ich machte mich mit meinen Nordic- Walker- Stöcken auf den Weg. Wir standen oben , quasi auf einer Klippe und ein Weg führte runter zum Strand.

hier müssten die Blutspurenn von Ines noch heute gut zu sehen sein!

Voller Elan und bestens gelaunt, denn ich war noch immer satt von gestern, marschierte ich strammen Schrittes den Weg hinunter. So ca. 2 Minuten lang. Dann rutschte ich auf dem Geröll aus. Besser gesagt rutschte nur das rechte Bein nach vorne, auf dem linken Bein landete ich sehr unsanft. Den einen Stock rammte ich mir dabei noch in den Fuß. Aauuuuuaaaaa!!!! Das tat echt weh!! Und wieso musste gerade jetzt ein Auto den Weg hoch gefahren kommen??? Ich biß die Zähne zusammen, wischte den Rollsplitt notdürftig von meinem aufgeschürften Bein und stellte mich mit zusammengebissenen Zähnen wieder aufrecht hin. Schon hielt das Auto neben mir und die Fahrerin fragten, ob sie mir helfen könnte. Mit einem bezaubernden Lächeln antwortete ich: Todo esta bien!. Alles ist gut. Zweifelnd sah sie mich an, fuhr dann aber endlich weiter. Sofort entgleisten mir meine Gesichtszüge wieder und ich humpelte in ein Gebüsch, wo mich keiner sehen konnte und wartete ab, bis der Schmerz abebbte. Kurz überlegte ich, ob ich den Spaziergang verschieben sollte, aber dachte dann, ach was, Indianerherz kennt keinen Schmerz und marschierte weiter. Dieses Mal aber sehr bedacht. Leute, die mir entgegenkamen sahen unterwegs immer auf meine Beine. Das bin ich aber gewohnt, weil ich schließlich so einen merkwürdigen Gang habe. Ich lief dann immer den Weg entlang, bis nach Conil hinein und stets mit wundervollem Blick auf den Atlantik. Das war herrlich und in mir breiteten sich richtige Glücksgefühle aus. Nach ca, 35 Minuten kehrte ich um. Der Rückweg dauerte geringfügig länger und bald war ich wieder bei Bernd.

Ich setzte mich erst einmal auf meinen Stuhl vors Wohnmobil und trank eine Billigcola-light verdünnt mit Wasser, denn ich hatte jetzt mächtig Durst. Plötzlich kam eine Hippifrau mit einem Korb um die Ecke. Ich dachte, sie hätte Hamburger zum Verkaufen, denn genauso, war das, was sie in ihrem Korb hatte eingewickelt. Ich war also interessiert. Wie sich herausstellte waren es aber verschiedenste Seifen und Öle. Ich kaufte dann ein Fläschchen mit Kokusnussfett, weil die so unglaublich gut für die Haut sein sollte. Kostenpunkt 5 Euro. Bernd, der das Fett später auch ausprobierte, meinte, dass die Dame mit Sicherheit bei Mc Donalds arbeiten würde und jedesmal nach Feierabend das alte Frittenfett und das Einwicklungspapier mitgehen lassen würde. Ich glaube auch nicht, dass ich das Fett sehr oft nutzen werde. Jedenfalls sah sie ganz erschrocken aus, als ich mit den 5 Euro aus dem Wohnmobil kam. Entsetzt starrte sie auf mein Bein. Ich jetzt auch. Ach du scheiße!! Deshalb hatte alle Leute unterwegs so geguckt. Überall waren vom Rollsplitt Löcher in meinem Knie und aus denen hatte es mächtig geblutet. Mein Fuß ebenfalls. Das sah echt nicht lecker aus und außerdem steckte noch jede Menge der kleinen Steine im Knie. Ich fummelte sie dann raus, was weitere Blutungen zur Folge hatte. Der Rest war ja schon eingetrocknet und und zwar das ganze Bein hinunter. Das wurde dann abgewaschen und desinfiziert. Wie gut das wir Corona haben, so hat man immerhin Desinfektionsmittel im Haus. Dann scrabbleten Bernd und ich. Anschließend machte Bernd noch einen Gang und ich pflückte wunderschöne Blumensträuße.

Heute ging ich ziemlich hungrig ins Bett. Strafe muss sein!

Am nächsten Tag war das Wetter ebenfalls prächtig und ich hatte super geschlafen. Bernd bekam abermals Besuch von Tony und ich schrieb Blog bis es mir im Saloon zu warm wurde. Gegen Mittag verabschiedete Tony sich und Bernd und ich gingen runter zum Strand. Hier war nicht besonders viel los, aber trotzdem gab es genug zum gucken. Ein Mann hatte anscheinend Paraglidingstunden gebucht, um es zu lernen. Zuerst Trockenübungen am Strand. Eine halbe Stunde später sprang er schon von einem ca. 4 Meter hohen Abhang und kurz darauf ganz oben von der Klippe. Er hatte sichtlich Spass. Sollten Bernd und ich das vielleicht auch mal lernen? Lieber nicht waren wir uns mal wieder einig. Wir gingen lieber ins Wasser, zumal es heute ausnahmsweise nur kleine Wellen gab. Puuuuh, war das kalt. Bernd hielt 10 Minuten durch und ich immerhin 20. Danach machten wir auf unseren Isomatten Gymnastik. Wir kürzten aber etwas ab. Schließlich sonnten wir uns nur noch und erzählten uns etwas. Schließlich trieb uns der Hunger zurück zum Saloon und ich machte uns einen leckeren Salat mit Eiern und Fleischstreifen . Dann scrabbleten wir noch eine Runde, bei der Bernd gewann. Danach ging Bernd noch in die Stadt, um nachzusehen, ob Tony dort heute Musik machte.

Tony war tatsächlich in der Strandbar, spielte aber nur so für sich. Bernd und Toni tranken dann 2 Alster und Bernd traf dann zufällig noch Anton und Dagmar. 2 Stunden später war er wieder zuhause. Wir sahen noch einen Film und schliefen dann.

06.05. 2021

Wir sind wieder unterwegs zu unserem Haus un El Santiscal. Liebend gerne wären wir noch länger am Atlantik geblieben, aber Besitz verpflichtet ja bekanntlich. Wir waren jetzt eine Woche weg und es hat hat fast pausenlos die Sonne geschienen. Zudem haben wir jetzt auch 28 Grad und ich habe mächtig Angst, dass es unser Rasen nicht überlebt hat. Mein Gemüse, welches ich gepflanzt hatte, kann ich eh vergessen. Ok, war einen Versuch wert und ich weiß jetzt, dass funktioniert nicht bei uns. Zuerst fuhren wir aber zu Sarah , um dort noch einmal zu entsorgen und das Wohnmobil abermals auf Hochglanz zu bringen.

schrägstellenzur vollständigen Entleerung

Gut 2 Stunden hielten wir uns dort auf, dann waren wir abfahrbereit und machten uns auf den Heimweg.

Immer wieder bin ich überwältigt von der Schönheit der Landschaft unterwegs. Bernd geht es genauso.

Die steile Felswand von Arcos…

Wir fanden die Woche echt toll und wollen es so bald wie möglich wiederholen. Ist es nicht verrückt,, dass sich bei uns ein richtiges Urlaubsfeeling eingestellt hatte? Das hatten wir nur selten, als wir zu 100% im Saloon gelebt haben. Das haben wir natürlich so richtig genossen. Noch 15 Kilometer und wir sind wieder in unserem wunderschönen Haus mit dem tollen Garten. Darauf freue ich mich jetzt auch. Ach, das Leben ist herrlich.

nur noch ein paar Meter, dann sind wir zuhause

Ich verabschiede mich jetzt erst einmal und lege eine kleine Schreibpause ein. Bernd wird, wenn er die Bilder reinsetzt hoffentlich berichten, in welchem Zustand der Rasen war.

Bleibt alle schön gesund!!

Bernd hat es mit den Bildern noch nicht geschafft, also berichte ich schnell weiter.

Wider Erwarten sah der Rasen prächtig aus, wenn auch ziemlich lang. Selbst im Gemüsebeet hatte die ein oder andere Pflanze überlebt. Freu!!! Noch vor dem Ausladen des Womos, goß ich die Pflanzen, denn ich konnte förmlich hören, wie sie schrieen. D U R S T, D U R S T. Der nächste Weg ging auf die Waage. Jubel, 7 Kilo weg. Hier war es nochmal 3 Grad wärmer als in Conil und so setzten wir uns bei einer Runde Srabble in den Schatten und füllten unseren Flüssigkeitshaushalt auf. Dieses Mal gewann ich. Am Abend, als es kühler wurde, machten wir uns an die Arbeit. Bernd mähte den Rasen und fegte rund ums Grundstück und ich wienerte das Haus. Nun ist alles wieder fertig und morgen haben wir fast frei und wollen zum See, um dort zu schwimmen, denn es werden 30 Grad.

Liebe Leser, das war es jetzt erst einmal.

Womo

El Palmar und Zahara de los Atunes 03.05.2021

Vorgestern sind wir mal wieder nach El Soto gefahren, weil wir die Kinder unbedingt einmal wiedersehen wollten. Ein Tag zuvor war der nette Vorbesitzer unseres Hause bei uns, um seine Post abzuholen. Er sagte uns, dass seit gestern ganz Barbate gesperrt ist. So ein Mist, denn wir wollten mit Sarah und den Kiddys wieder nach Zahara de los Atunes und das gehört zu Barbate.
Wir fuhren am 30. April gegen 5 Uhr von zuhause los und waren gut 1,5 Stunden später bei Sarah. Die Kinder waren beim Vater Alex und würden erst morgen wieder kommen. Sarah hatte dann die Idee, die Kinder bei Alex abzuholen und dann gleich weiter nach El Palmar (gehört nicht zu Barbate!), welches am Wasser liegt, weiter zu fahren. Dort sollte Live-Musik sein. Sarah kannte die Sängerin und wollte sie uns gerne zeigen. Ansich war es eine tolle Idee. Die Kinder freuten sich irrsinnig und hatten schon wieder einen gewaltigen Sprung gemacht. Mittlerweile kann man schon sehr viel ganz gut verstehen. Schnell wurden sie in die Kindersitze geschnallt und ab ging die Fahrt. 20 Minuten später waren wir auch schon am Ziel. Aber was war das denn??? Oh ja, es war ja der 1. Mai und auch hier in Spanien ist es ein Feiertag – dia de trabajo- Die Strandpromenade war so proppenvoll, dass wir nur mit Mühe einen kostenpflichtigen Parkplatz fanden. Der Kinderwagen wurde aus dem Auto gehieft, die Kinder nahmen darin Platz und Bernd und ich schoben ihn hinter Sarah her, die im Stechschritt Richtung Kneipe unterwegs war, in der die Sängerin auftreten sollte. Hätte ich nicht mit beiden Händen am Zwillingskinderwagen gehangen, wäre ich überhaupt nicht mitgekommen. Doch so ließ ich mich von Bernd ziehen. Manchmal war es für ihn wirklich schwer, denn durch den immer mal wieder kehrenden Wind war der Fußgängerweg sehr versandet. Mal mehr mal weniger, aber Bernd , der ja jeden zweiten Tag mit mir Sport macht und schon Ansätze von Armmuskeln zeigt, schaffte es. Schnell bemerkten wir, dass es nicht nur in einer Bar Live-Musik gab, sondern fast überall. Allerdings war es auch wirklich überall granatenvoll. Die Menschen schoben sich nur so über den Bürgersteig und etliche Autos suchten verzweifelt nach einem Parkplatz. Vor jeder Aussenbar standen Türsteher und hielten die Leute davon ab, in ihre Lokale zu kommen, denn die waren ausnahmslos granatenvoll. Wir schoben und schoben und dann waren wir an der besagten Bar, in die Sarah uns führen wollte. Hier bot uns dasselbe Bild. Obwohl die Sängerin noch nicht einmal angefangen hatte, war kein Platz mehr frei . Klar hätten mehr Tische in die Lokale gepasst, aber wir hatten ja………. Richtig: Corona! Wir drehten um und versuchten unser Glück in Kneipen ohne Musik, aber no way, alles brechend voll. Irgenwie gelang es Sarah trotzdem uns ein Getränk zu ergattern, welches wir am Strand zu uns nahmen. Dann hatten wir die Faxen dicke und machten uns zurück auf den Weg zum Auto. Dabei rauchte Bernd eine Zigarette und wurde sogleich von einem Polizisten auf einem Motorrad ermahnt, die Maske, welche er sich unter`s Kinn gezogen hatte, wieder richtig aufzusetzten. Sarah, die ihre Maske grundsätzlich gar nicht, oder unter der Nase trägt, wurde ebenfalls zurechtgewiesen. Bei mir gab es nichts zu beanstanden. Wir waren dann echt froh, als wir wieder im Auto, auf dem Weg nach Hause waren.

Da wir kein „Handy“ dabei hatten, gibt es leider keine Fotos von dieser Tour. 🙂

Am nächsten Morgen war ich schon sehr früh bei Sarah und nahm ihr die Kinder ab. Im Wohnmobil hatten wir dann viel Spass mit Ihnen und sie waren 2,5 Stunden sehr lieb. Danach wollten wir dann doch mit Sarah und den Kindern nach Zahara de los Atunes. Wie Sarah uns versicherte, gehörte El Soto, ebenso wie Zahara zu Barbate und innerhalb Barbates durfte man herumfahren. Oh je, hätten wir gewusst, dass El Soto zu Barbate gehört, wären wir dort gar nicht hingefahen, denn es war ja eigentlich verboten. Da hatten wir ja noch einmal Schwein gehabt, in keine Polizeikontrolle geraten zu sein, denn dass kann sehr teuer werden.

Unsere Chauffeurin Sarah

Angekommen in Zahara de los Atunes, wollten wir als erstes an den Strand. Wieder wurde der Kinderwagen aus dem Auto geholt und Emilio setzte sich bereitwillig hinein. Tiago machte aber einen Aufstand und wollte partout nicht. Laufen wollte er aber auch nicht. Sarah sollte ihn tragen. Das aber widerum wollte Sarah nicht, denn Tiago ist mittlerweile zu schwer für so eine zierliche Person wie Sarah geworden. Ein ums andere Mal erklärte Sarah, dass sie ihn nicht tragen könne. Je öfter Sarah ihm erklärte, dass sie ihn nicht tragen könne, um so lauter schrie er. Sarah bot ihm an, ihn auf den Schultern zu tragen, aber das wollte er auch nicht. Bernd und ich sahen uns das Schauspiel 5 Minuten mit an, dann schoben wir mit Emilio, der sich schon so auf den Strand freute von dannen. Bei der ersten Bar angekommen, sahen wir dort Gaja sitzen und Bernd pflanzte sich mit den Worten; “ Ich trink erst einmal ein Bier!“ zu ihr.

In der Ferne sahen wir noch immer Sarah und den schreienden Tiago am selben Fleck stehen. Ich holte Emilio aus dem Kinderwagen und marschierte mit ihm zum Strand.

Hui, hatte der eine Power. Er rannte nur so durch den Sand, sprang durch alle Pfützen und machte etliche Kilometer um mich herum. Als er sich ausgepowert hatte, buddelten wir geneinsam und bauten eine große Burg. Irgendwann, so 30 Minuten später kam dann auch Sarah mit Tiago auf den Schultern.

. Seht euch mal Sarahs Gesicht an. So sieht eine erschöpfte Mutter aus!

Wir spielten noch gemeinsam im Sand und bauten Burgen. Bernd, der sich mittlerweile auch eingefunden hatte, suchte mit Emilio Muscheln, um die Burgen zu verschönern.

Tiago hatte nun seine guten 10 Minuten, wurde dann aber wieder quengelig und wir gingen in ein Strandlokal, um zu essen.

Arroz negro conLangostinos y gambas

Das wollte Tiago aber auch nicht und heulte wieder Rotz und Wasser. Er wollte nach Hause. Gott sei Dank, kam das Essen für die Kinder schnell und das lenkte ihn ab. Nach dem Essen wollten w i r dann nach Hause, aber Tiago nicht mehr. Er wollte nun Laufrad fahren. Bereitwillig holte Sarah diese aus dem Auto und beide Kinder drehten noch etliche Runden.

Ein schöner Mann und glücklich und satt !!

Auf dem Rückweg gegen 16 Uhr schliefen beide Kinder in Null komma nichts ein. Wir waren gerade 10 Minuten gefahren, da kamen wir in Barbate in eine Polizeikontrolle. Alle Autos wurden angehalten und mein Herz klopfte bis zum Hals. Sarah sieht das ja immer ganz entspannt; kurbelte, als sie dran war das Fenster runter, erklärte dem Polizisten etwas, zeigte dann ihren Ausweis vor und wir konnten weiter fahren. Nach weiteren 7 Minuten kam dann die nächste Strassensperre in Vejer de la Frontera. Dieses Mal glaubte der Polizist nicht, dass El Soto zu Barbate gehörte und Saraha diskutierte mit ihm rum. Trotzdem sie dann ihren Ausweis zeigte, in dem stand, dass El Soto wirklich zu Barbate gehörte, war der Polizist keinesfalls überzeugt und ließ uns erst ziehen, als Sarah laut wurde.. Bernd und ich hatten die ganze Zeit kein einziges Wort von uns gegeben und atmeten nun erleichtert aus.
In El Soto angekommen, unterhielten wir uns mit den anderen Campern, die fast alle heute angekommen waren

Ines frischt mit den französischen Gästen ihre Sprachkenntnisse auf

und anschließend machte ich das Wohnmobil picobello sauber und kochte vor für morgen.

Dann wollten wir nämlich mit unserem „Saloon“ an den Strand von Conil fahren. Lieber noch nach Roche, aber der ist wohl komplett gesperrt. Zuvor wollten wir einkaufen. Leider sollte der Himmel den ganzen Tag bedeckt bleiben. Schade, aber dafür sollte es übermorgen wieder schön werden.

Schaun wir mal….. Liebe Leute, einen tollen Tag für euch!

Womo

Mal so nebenbei….

und am Rande. Ich habe ja nun schon sehr lange nichts mehr über mein Gewicht gesprochen. Sorry, ich meine über meine Figur. Über mein Gewicht rede ich ja mit niemanden, nur mit meiner Schwester. Ich habe es mir jetzt seit ein paar Monaten verkniffen, weil Bernd immer sehr genervt von dem Thema ist und meint, dass ich euch damit langweile. Darum mach ich hier mal einen gesonderten Bericht. Allen, die es genauso nervt wie Bernd, einfach nicht weiterlesen.

Ich hatte in den ganzen Monaten in Deutschland nocheinmal 3 Kilo zugenommen. Das Wetter war über den Winter ziemlich blöd und ich saß meist im Wohnmobil auf meinem Sitz und spielte Karten. An den Wochenenden waren wir oft in Dangast und dort stand ja Wolfgang mit seiner Crepebude. Ich liebe Crepes und wie ich mittlerweile weiß, in allen Kreationen. Mit Apfelmus und Zimt und Zucker, Mit Käse und Schinken, mit Marzipan und Amaretto und erst recht mit Kinderschokolade. Da wir bei Wolfgang eine Flatrate hatten und er die besten Crepes in Deutschland, ach was, weltweit macht, war ja klar dass dies auf die Hüften ging, zumal ich es nie bei einem beließ. Im Januar war ich so fett wie noch nie und sah aus, wie ein Michelinmännchen. Aus eben diesem Grunde ließ ich mich auch nicht mehr forografieren.Dem einzigen , den es scheinbar nie auffiel war Bernd.. Es wurde also Zeit, dass wir wieder nach Spanien kamen. Dort klappte es aber erst auch nicht, also schwor ich mir, dass wir sobald wir im Haus wohnen würden, die Abnehmtortour beginnen sollte. Tatsächlich fing ich schon 3 Tage vor dem Einzug ins Haus damit an. Das fiel schwer, aber als wir dann ins Haus zogen, wurde es viel einfacher, denn es gab ja soooo viel zu tun. Man hatte gar keine Zeit ans Essen zu denken und war ständig in Bewegung. Rasen mähen, Unkraut jäten, Löwenzahn ausstechen.( Der ganze Rasen saß voll). Fegen, putzen und und und. Natürlich sündigte ich zwischendurch auch immer mal wieder und haute mir eine ganze Tafel Schokolade rein, aber ich schaffte es tatsächlich am nächsten Tag wieder weiter zu machen. Zuerst bewegte sich der Zeiger der Wage kein Millimeter. Erst als wir dann anfingen täglich noch zusätzlich zu der ganzen Maloche Gymnastik zu machen, purzelten die Pfunde. Mittlerweile machen wir nur noch jeden zweiten Tag unsere Turnübungen, weil ich gelesen habe, dass wenn man Muskeln aufbauen will um nicht nur hängendes Fett zu haben, muss man mindestens einen Tag mit dem Sport pausieren. Angeblich bauen sich die Muskeln nur in der Ruhephase auf. Na, wenn das mal stimmt. Ist auch egal. Mir sind andere Sachen auch weitaus wichtiger. Zum Beispiel, dass ich jetzt wieder ganz entspannt meine Schuhe zubinden kann. Zusätlich zum Sport mache ich noch die 8/16 Diät. Bei der darf man 16 Stunden nichts, aber auch rein gar nichts essen und dann 8 Stunden was man will. Naja, mit dem was man will, funktionierte es bei mir aber nicht und so drosselte ich meine tägliche Kalorienzufuhr ganadenlos auf 1000 . Einmal in der Woche gönne ich mir aber einen Fresstag, manchmal auch zweimal.;-( Dafür mache ich jetzt nicht mehr 8/16, sondern 4/ 20. Könnt ihr euch vorstellen, worum meine Gedanken den ganzen Tag kreisen??? Echt hart!!! Und trotzdem geht es wirklich langsam, aber mittlerweile habe ich sage und schreibe 6,5 Kilo in 10 Wochen abgenommen und ich sehe jetzt nur noch dick aus und nicht mehr fett!! Juchhu!!!! Der nächste Jojo lässt sicher nicht lange auf sich warten, aber momentan bin ich noch voll motiviert und habe mir sogleich neue Klamotten beim reichsten Mann der Welt bestellt. Seine Firma heißt Amazon. Die Klamotten kneifen noch etwas, aber ich bin momentan recht zuversichtlich, dass sich das noch ändern wird. Jetzt ist es 9 Uhr. Das letzte Mal habe ich gestern Nachmittag um 17 Uhr etwas gegessen. Ich habe soooooo einen Hunger, versuche aber noch 4 Stunden durchzuhalten. So, das war der kleine Zwischenbericht. Ich muss jetzt etwas tun, um mich abzulenken. Macht es gut ihr Lieben!!

Womo

Oli und Sabrina besuchen uns. April 2021

Oli und Sabrina hatten wir vor 2 Jahren in unserer geliebten Palmenbucht in Aguilas kennengelernt und seitdem immer mal wieder über Facebook etwas von ihnen gelesen. Sie sind zurzeit mit ihrem Bulli unterwegs, standen aber seit Monaten in der Palmenbucht oder waren dort im Haus von Ollis Mutter. Nun mussten sie mal raus und da es etwas schwer ist in Coronazeiten frei zu stehen und Sabrina mitbekommen hatte, dass wir einen privaten Stellplatz für Wohnmobile neben unseren Haus haben, fragte sie an, ob wir Mitte April zuhause wären. Ich antwortete sofort, dass wir quasi immer zuhause sin und wir uns über ihren Besuch sehr freuen würden.
Vorletzten Sonntag war es dann soweit. Gegen Mittag hatten sie uns gefunden und es gab ein großes Hallo. Ach, wie war es schön mal wieder Gesellschaft zu haben. Schnell wurde das Bier rausgeholt und wir nahmen auf der Terasse Platz. Die Sonne schien herrlich und es gab ja sooooo viel zu erzählen. Schließlich hatten wir uns 2 Jahre nicht gesehen.

Es war total lustig, dass jede Menge Leute, die wir in der Zwischenzeit kennengelernt hatten, ebenfalls Bekannte von den beiden waren. Tatsächlich kannten sie sogar Mike. Bernd würde jetzt schreiben, „Ines schönen Mike!“ Unser Biervorrat nahm rasant ab und ging schnell zur Neige. Wie gut , dass Olli noch ein 12er Pack im Bulli hatte. Gegen 5 wurde dann von Bernd Schnitzel mit Nudeln und Tomatensoße serviert, die er super hinbekommen hatte. Jedesmal, wenn es bei uns Schnitzel gibt, ist Bernd mit Kochen dran, denn es ist so ziemlich das einzige was er kann (darum habe ich ja auch geheirat und mir das Multitalent Ines mit unendlicher Power ausgesucht… Ha Ha 🙂 Achja, Fischstäbchen bekommt er auch recht gut hin. Wie gesagt, die Schnitzel waren tierisch lecker und alles wurde restlos verputzt. Wir lachten viel und kämpften alle um Gesprächsanteile. Meistens gewann Olli. Er hatte aber auch wirklich viel zu berichten. So hatte er im Alter von 8- 16 Jahren in Saudi Arabien gelebt, weil sein Vater dort damals am größten Flughafen der Welt mitgewirkt hatte. Der Bau dauerte tatsächlich 8 Jahre und die Saudis hatten extra für die Mitarbeiter nebst Familien eine eigene Stadt errichtet. In der gab es sogar ein Kino und ein Schwimmbad und natürlich eine Schule. Eigentlich alles was so das Herz begehrte. Für Olli war es eine tolle Zeit. Das merkte man seinen wirklich interessanten Erzählungen an. Besonders toll fand er, dass man dort als Junge schon ab 12 Jahren Auto fahren durfte. Das war natürlich was für Olli, denn er ist ein echter Autonarr. Allerdings müssen seine Autos mindestens 30 Jahre alt sein. Davon hat er mittlerweile sage und schreibe fast 40 Stück, die er alle in Deutschland stehen hat und auch regelmäßig bewegt. Sabrina, seine supernette junge Frau, hat er damit auch infiziert. Sie hat mittlerweile immerhin schon 4. Den Bulli , mit dem die beiden zur Zeit unterwegs sind gehört ihr und ist auch steinalt aber echt cool. Sabrina kann mittlerweile viele Sachen reparieren und hat sogar eigenhändig Solar aufs Dach gebaut. Irre, oder? Zudem arbeitet sie von unterwegs, wirkt mit an Reiseführern und gestaltet Homepages. Ein Allroundtalent halt! Oli hat das arbeiten schon seit Jahren eingestellt und möchte auch nie wieder damit anfangen. Sollte das Geld tatsächlich einmal knapp werden, wird eben ein Auto verkauft, natürlich mit ordentlich Gewinn, denn dafür hat Oli echt ein Händchen. Die beiden haben echt alles richtig gemacht und sagen sich, genau wie wir ,ebenfalls täglich, wie gut sie es haben. Als wir vor 2 Jahren Sabrina kennenlernten, fing sie gerade an Ukulele zu spielen.

Heute 2 Jahre später hat sie ein riesiges Repertoire an Liedern, die sie auf dem Instrument beherrscht und hat zudem eine wunderschöne Stimme. Ich war total hin und weg. Schade, dass ich dermaßen unmusikalisch bin, dass ich es nie lernen könnte. Bernd und sie spielten am Folgetag noch stundenlang im Wohnzimmer.

Ach ja, was ich noch gar nicht berichtet habe, ist das Bernd und ich ca. 4 mal die Woche Gymnastik machen. Sabrina machte mit. Unglaublich, wie gelenkig sie ist. Olli machte in der Zeit seinen Mittagsschlaf, ging aber am Nachmittag mit mir im See schwimmen. Das war herrlich und das Wasser überhaupt nicht kalt. Olli war da anderer Meinung und brauchte etwas, bis er sich warm geschwommen hatte. Beim Schwimmen unterhielt mich Olli prächtig und so verging die Zeit rasent schnell. Beim Blick auf die Uhr, wieder zuhause, stellte ich fest, dass wir an die 40 Minuten geschwommen hatten. Wir beide waren herrlich erfrischt und hatten mordsmäßig Hunger. Sabrina zauberte ein leckeres Hähnchencurry, welches wir ausnahmsweise drinnen zu uns nahmen, da unser Nachbar nichts besseres zu tun hatte, als stundenlang seine Hecke zu schneiden und uns allen das Geräusch tierisch auf die Nerven ging.

Dank Olli und Sabrina, wissen wir nun auch, dass es in 4 Kilometern einen großen Mercadona gab. Bis dato sind wir immer zum Carrefour gefahren. Dieser ist über 8 Kilometer entfernt und der Weg dorthin sehr sehr hügelig. Da wir unsere Einkäufe immer mit dem Fahrrad erledigen, Bernd hat sich eigens dafür einen Fahrradanhänger gekauft, war es besonders auf dem Rückweg, wenn dieser randvoll war, sehr sehr anstrengend und Bernd musste zum Teil sogar schieben. Das hat nun ein Ende, denn die Strecke zum Mercadona ist bei weitem flacher. Natürlich haben wir auch einen Coviran Supermarkt in 150 Metern Entfernung, der ist sogar recht günstig, aber Mercadoner ist halt noch günstiger und wir sparen ja immer wo wir können. Besonderen Spass macht das Wasser sparen. Darum freuen wir uns immer, wenn es mal regnet. Dann werden alle verfügbaren Eimer, Wäschekörbe und andere Behältnisse aufgestellt, um möglichst viel Wasser aufzufangen, womit ich später dann wieder den Garten bewässere. Leider ist meist nur Regen angesagt, zieht aber über uns hinweg.

Olli und Sabrina waren 4 Tage bei uns und es war zu keinem Zeitpunkt langweilg. Ich glaube wir hätten Gesprächsstoff für 2 Jahre. Mindestens!!! Nun sind sie in Conil und bald geht es für die beiden zurück nach Deutschland. Gute Fahrt wünschen wir euch und freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen!

Unser Freund Andy, den wir vor 4 Jahren bei Toni kennengelernt hatten und seitdem schon 2 mal in Galicien besucht haben, wo er mit Armin lange Zeit mit seinem amerikanischen Wohnmobil auf dem Campingplatz stand,.Das Wohnmobil heißt übrigens “ der Digge“ und ihr könnt viel über die Erlebnisse der beiden lesen und sehen, wenn ihr es bei google eingebt. Regelmäßig posten die beiden bei youtube auch immer wieder kleine Filme rund ums Leben im Wohnmobil. Ebenso gibt es dort mehrere Folgen von “ Besoffen kochen“ mit den beiden. Einfach herrlich! Eben und genau dieser Andy, der Werbefachmann ist , hatte mir beim letzten Telefonat angeboten uns eine Homepage zu machen. Die brauchen wir nämlich unbedingt, weil wir unser Haus ja vermieten möchten, damit endlich mal wieder etwas Geld in die Kasse kommt. Und Sabrina wollte dafür demnächst das Logo machen, als Geschenk sozusagen. Voll nett. Danke an euch allen!!!

So, liebe Leser, das war es erst mal wieder von uns. Bleibt gesund und lasst euch impfen!! Ich hoffe, ich bin morgen auch so fleißig mit dem schreiben, aber wie ich mich so kenne……….