Womo

Amazon, Ikea und andere Stressfaktoren

Hallihallo, hier bin ich wieder. Hoffe es geht Euch allen gut!

Uns geht es prima und den Hauskauf haben wir noch keine Sekunde bereut. Die ersten 10 Tage waren aber ziemlich stressig. Weil uns noch etliche Sachen fehlten, wie Sofa, (das, was hier stand war zu zerschlissen) ,Regale, einen Wohnzimmertisch, Bohrmaschine, Gartengeräte, Rasenmäher, etc., suchten wir uns bei Amazon halb tot. Das gestaltete sich mehr als schwierig; denn hätten wir auf Amazon Deutschland bestellt, hätten uns die Versandkosten schier aufgefressen. Wir mussten uns zwangsläufig bei Amazon in Spanien anmelden. Dort zu bestellen brachte uns an den Rand der Verzweiflung, denn wir mussten ja erst einmal alles übersetzen. Nach 3 Tagen war unser Warenkorb randvoll und wir bestellten. Wie es so üblich ist, bezahlten wir mit der Einzugsermächtigung unseres Kontos. Perfekt, dachte ich zumindest. Leider nur bis zum nächsten Tag, denn da sahen wir, dass nicht eine einzige Bestellung funktioniert hatte. Überall stand: Probleme mit der Bezahlung. Komisch, unser Konto war doch gedeckt. Gleich alles nocheinmal. Auch das funktionierte nicht und ich war so richtig frustriert, schließlich dauerte es jedesmal endlos, bis man die gewünschten Sachen wiedergefunden hatte.
Nach dem dritten Versuch, hatte ich genug und beauftragte Bernd. Der sollte es nun in die Hand nehmen. Nach einigem Hin und Her kam zu dem Schluss, dass man bei Amazon Spanien, wohl nur mit einem spanischen Konto zahlen könne. Bernd änderte alles, aber am nächsten Tag war es dasselbe. Alle Bestellungen kamen zurück. Nun reichte es uns und wir beschlossen zu Ikea zu fahren!

Der nächste Ikea war 45 Kilometer weit entfernt in Jerez und netterweise stand Bernd, ganz entgegen seinen Gewohnheiten, heute schon um 8 Uhr auf. Nach dem Frühstück, machten wir unseren jetzt ziemlich leeren „Saloon“ startklar und dann ginhgs los. Andere Möbelgeschäfte kamen für uns nicht infrage, denn die Spanier haben einen, für uns schrecklichen Geschmack, … was Möbel betrifft. Der Ikeamarkt war schnell gefunden und wir wanderten von einer Abteilung in die nächste. Was den Möbelgeschmack betrifft, haben Bernd und ich einen ziemlich gleichen Geschmack und blieben immer vor den selben Sachen stehen. Wir entschieden uns für ein braunes Sofa mit zwei ziemlich modernen, tollen Stühlen

für unsere Wohnzimmerecke. Unser Wohnzimmer ist ca. 50 qm2 groß und wir wollten es etwas unterteilen. So hatten wir vor, noch eine Chillecke gleich neben dem Kamin einzurichten. Ursprünglich waren dafür Sitzsacksessel von Amazon geplant, aber aus oben erwähnten Gründen, kam das ja nicht zustande. So entschieden wir uns für 2 Swingsessel, die zwar nicht so besonders toll aussahen, aber irre gemütlich waren.

Einen Tisch fanden wir aber nicht, dafür nahmen wir noch einige Kisten mit, aus denen Bernd ein Küchenwandregal, Nachtischchen und einen Tisch für die Chillecke machen wollte. Außerdem wurden unter anderem noch Töpfe und Pfannen gekauft und 2 große Spiegel.

Nun ging es zum Bezahlen. Da verstand ich zuerst überhaupt nichts. Wir sollten die Stühle bezahlen, hatten sie aber noch gar nicht. Es dauerte einige Zeit, bis wir das System begriffen. Man konnte ja nicht einfach die Möbel mitnehmen, die dort als Ausstellungsstücke herumstanden, sondern musste die Preisschilder fotografieren und dann nach der Bezahlung, anhand dieser Preisschilder alles aus unendlich vielen Gängen mit noch mehr Regalen zusammensuchen. Heidewitzka, ich sag euch…… Unser Sofa fanden wir dort nicht, denn das musste, weil es nicht ins Wohnmobil passte, geliefert werden. Dafür gab es ein anderes System und auch das dauerte endlos. Die Spiegel hingegen durften wir schon gleich aus der Ausstelluungshalle eingepackt mitnehmen und sie wurden von uns auf einen der beiden Einkaufswagen verfrachtet. Unsere Stühlen hatten noch ein anderes System. Dazu mussten wir zu einer Möbelausgabe gehen und unseren Kassenzettel vorzeigen. Ein Mitarbeiter holte sie und brachte sie uns dann auf einen weiteren Wagen. Nun hatten wir endlich alles zusammen und Bernd schob den Wagen mit den Stühlen zum Womo. Ich den mit dem ganzen Kleinigkeiten. Dann gingen wir erst einmal eine rauchen und dann etwas essen. Danach, sollte Bernd noch einmal in den Laden gehen und sich nach Lampen umschauen. Ich suchte derweil nach einem Geschäft, in dem ich einen Staubsauger kaufen könnte. Um es vorweg zu nehmen. Bernd fand keine passenden Lampen (ausser einen Deckenfluter, den er für ca. 7,50€ nicht stehen lassen konnte) und ich keinen Staubsauger. Dafür landete jede Menge Bettwäsche in meinen Einkaufswagen. Schliesslich wollen wir unser Haus ja mal vermieten und die Gäste sollen es schön haben. Ziemlich zeitgleich trafen wir beim Wohnmobil ein, verstauten noch meine Einkäufe und fuhren total groggy nach Hause. Am nächsten Tag fiel Bernd auf, dass wir die Spiegel, die ebenfalls auf einem Wagen gelegen hatten und auch schon bezahlt waren, bei Ikea haben stehen gelassen. So ein Mist!!
Sarah bot uns an, dort anzurufen. Das tat sie zwar auch, aber ohne Erfolg. Die Spiegel haben wir bis heute, 3 Wochen später, noch immer nicht wieder und es wird auch nichts mehr werden. Ärgerlich, aber so ist es, wenn 2 Landpomeranzen einkaufen gehen.

Der Folgetag war mit Aufbauen der Möbel, etc. ausgefüllt. Das erledigte Bernd und er machte seine Sache super. Ich verpasste derweil unseren Gartenmöbeln einen neuen Anstrich. Anscheinend habe ich zuviel Farbe verwendet, denn selbst heute, fast 3 Wochen später, hat man immernoch irgendwo Farbe an den Händen, wenn wir den Tisch umstellen. Das tun wir leidenschaftlich gern und jagen mit unserem Tisch immer der Sonne hinterher.

Nun sieht es bei uns richtig wohnlich aus und mittlerweile haben wir es auch raus, wie man bei Amazon bestellt. Anscheinend geht es nur mit unserer neuen spanischen Bankkarte. Das funktioniert zumindest meistens. Wir bestellten dort noch 2 Teppiche, einen Servierwagen

, Bestecke und noch so einiges mehr. Pakete kommen nun täglich und wir trauen uns gar nicht unser Grundstück zu verlassen, aus Angst den Paketdienst zu verpassen 🙂

Unsere Holzkisten, die Bernd lieber selber streichen wollte (nach den Gartenmöbeln traut er meinen malerischen Fähigkeiten nicht mehr so richtig), kamen als Regal in die Küche an die Wand und sind dort ein toller Blickfang.

Der große Fernseher, den wir aus Deutschland mitgebracht hatten, machte uns etwas Sorgen. Eigentlich sollte er in die Sofaecke, aber dort war die tolle Steinwand. Bernd hatte Angst sie mit der riesigen, schweren Wandhalterung aus Metall zu zertören und so hatte ich den genialen Einfall ihn in der Chillecke gegenüber vom Kamin auf Augenhöhe zu montieren.
Bernd fand die Idee super und setzte sie in die Tat um. Unter dem Fernseher, montierte er dazu ebenfalls 2 Holkisten an die Wand. Darauf steht nun der Fernseher und Bernd bastelte noch ein Halterung, damit das Gerät nicht von der Wand wegkippt.

Alles sah prima auf! Aber als Bernd nun auch noch einen Couchtisch aus Holzkisten bauen wollte, legte ich ein Veto ein.

Bernd und ich hatten im Vorweg schon stundenlang nach Tischen im Internet gesucht, aber nichts hatte uns gefallen, oder war viel zu klein. So suchte ich nun nach gebrauchten und wurde tatsächlich im spanischen ebay-Kleinanzeigen (heisst hier milanucius) fündig. Bernd war auch angetan von dem Bild des Tisches und so schrieb ich dem Besitzer eine Nachricht. Der meldete sich augenblicklich zurück und wir vereinbarten einen Besichtigungstermin. Zufälligerweise wohnte er in derselben Strasse wie wir, nur knapp 200 Meter entfernt.
Ich jagte Bernd dort allein hin. Nach einer halben Stunde war er wieder da, allerdings ohne Tisch !? Den brachte uns 2 Stunden später der Besitzer, ein netter gutaussehender junger Mann, so um die 30. Der Tisch war mega toll und ein unikat. Vor Jahren wurde er auf Wunsch angefertigt. So hat er an den Seiten Eisenscharniere, was nicht nur toll aussieht, sondern auch noch den Zweck erfüllt, dass man den Tisch auf beiden Seiten aufklappen- und als Hausbar benutzen kann. Die paar Macken, den der Tisch hatte wurden mit Filzstifften und einer Wischtechnik (siper Idee von Bernd!) ausgebessert und nun sieht er wieder nagelneu und wunderschön aus. Jedesmal wenn ich das Wohnzimmer nun betrete, freu ich mich. Das ist mit Abstand der schönste Tisch, den ich je gesehen habe. Und das gute Stück hat nur 150 Euro gekostet!!!

Was haben wir noch gemacht in der Zeit?? Ach ja, wir waren hier vor Ort in einem Gartencenter. Stellt euch den jetzt bitte nicht so vor wie in Deutschland, denn er hatte mehr etwas von Flohmarktcharakter. So wurden wir nicht nur hinsichtlich unseren Wunsch nach einer großen Wohnzimmerpflanze, Blumentöpfen, Gartenerde und Blumensamen fündig, sondern erstanden ebenfalls eine riesige tolle, uralte weiße Garderobe mit großem Spiegel für billige 85 Euro

Hier werden wir die Wand als Hintergrund als Kontrast streichen.
Hier werden wir die Wand als Hintergrund als Kontrast streichen!

und eine 75 cm große, wunderschöne weinrote Bodenvase für fast geschenkte 20 Euro. Beides passt in unser Haus, wie Arsch auf Eimer!!

Und so sieht unser Wohnzimmer jetzt (mit Stand 22. März), wo es zu 95% fertig ist, aus:

Na gut, dann auch noch aktuelle Fotos von der Küche mit Esszimmer:

So Leute, reicht erstmal für heute. Einen schönen Tag Euch aus dem sonnigen Andalusien!

von: Ines & Bernd

Womo

Einzug ins Haus

Am 23.02, war es dann endlich soweit. Heute sollte der Notartermin stattfinden und vorher sollte noch einmal das Haus besichtigt werden. Bernd und ich fuhren schon ein Tag vorher los, denn wir wollten auf jeden Fall pünktlich sein und nicht in aller Herrgottsfrühe aufstehen. Die Fahrt von Sarahs Finca bis nach El Santiscal, wo unser Haus steht dauerte fast 1,5 Stunden. Hinter unserem zukünftigen Haus war ein Wendehammer, direkt angrenzend an unseren Garten und an den stellten wir uns. Ach, war ich aufgeregt. Ich lurte an dem Blickschutz vorbei auf unser Grundstück. Das Auto des Besitzers stand dort, soviel konnte ich sehen. Klar, die hatten auch noch viel zu tun. Es mussten noch jede Menge Sachen raus. Außerdem wurde noch gefegt und alles schön gemacht. Vor Aufregung machte ich in dieser Nacht kein Auge zu und war froh, als es endlich Morgen war. Pünktlich um 10 Uhr kam die Maklerin ebenfalls und gemeinsam betraten wir das Haus. Es war noch viel schöner, als ich es in Erinnerung hatte, aber auch leerer. Bernd ließ sich vom Besitzer schonmal alles erklären. Wie funktionierte die Fußbodenheizung, wieviel Salz muss in die Entkalkungsanlage für unser Trinkwasser. Wo war der Sicherungskasten und und und. Ich unterhielt mich unterdessen mit Juana, der wirklich netten Maklerin und fragte, wie das mit der Stom- und Wasserummeldung vonstatten ging. Sie sagte bei jeder meiner Fragen immer nur:“ no te preocupes1″ Das verstand ich. Zu Deutsch: Mach dir keine Sorgen. Ein wirklich beruhigender Satz! Und tatsächlich kam sie schon am nächsten Tag und machte mit uns den nötigen Papierkram, um die Ummeldung auf den Weg zu bringen. Um es vorweg zu sagen, alleine hätten wir das niemals geschafft. Um 11 Uhr 30 dann fuhren wir los zum Notar. Die Maklerin nahm uns mit. Mit unserem Womo wäre es unmöglich gewesen durch Arcos zu fahren, wo der Termin stattfand. Bernd und die Maklerin verschwanden sogleich in irgendeinem Büro , ich glaube um die Personalien durchzugeben und die Pässe zu kopieren, aber so ganz genau weiß ich es gar nicht, denn ich blieb mit den Eigentümern im Wartebereich sitzen und wir unterhielten uns schleppend, mal auf englisch, mal auf spanisch. Seitdem ich etwas spanisch spreche, ist mein englisch grottenschlecht geworden, weil mir einige Wörter jetzt nur noch auf spanisch einfallen. Egal, wir verstanden uns und das war die Hauptsache. Nach einer halben Stunde ging es dann rein zum Notar. Unser Anwalt Jose Maria, den wir heute zum ersten Mal sahen, war auch anwesend und wirklich nett. Beim Notar war es ganz anders als in Deutschland. Es wurde nicht viel vorgelesen, weil wir ja eh nichts verstanden und der Notar bemerkte, dass er beim damaligen Kauf vor 15 Jahren der Nochbesitzer, ebenfalls als Notar fungiert hatte. Mit einem Lachen sagte er, dass man allen die 15 Jahre ansehen würde, nur nicht dem Vorbessitzer. Der war in unserem Alter und hatte sich tatsächlich prächtig gehalten. Für seine Frau war diese Aussage natürlich nicht so schön und unter ihrer Maske entgleisten ihr bestimmt die Gesichtszüge. Unterdessen stellten Bernd und unser Anwalt fest, das beide Gitarristen waren und singen. Spasseshalber sagte ich, dass die beiden ja eine Band gründen könnten. Wir lachten viel und besonders der Notar, der noch ein bißchen vorlas. Bernd und ich verstanden ständig „gato“, was Katze auf deutsch heißt und Bernd fragte, ob wir eine Katze mit übernehmen müssten. Das war dann der Brüller des Tages. Was genau gesagt wurde verstanden wir aber nicht wirklich. Schon nach 30 Minuten war alles unter Dach und Fach und wir mussten jetzt nur noch auf die Kopien der Verträge warten. Das dauerte am Längsten. Ich fragte unseren Anwalt, ob er sich um eine Mietlizenz für unser Haus kümmern könnte, denn die braucht man zwingend, wenn man vermieten will. Der Anwalt strahlte mich an und sagte: Klar, das mach ich euch als Geschenk umsonst. Super, oder??

Endlich war alles erledigt und wir stolze Hausbesitzer. Der Vorbesitzer übergab uns die Schlüssel, packte sein Frau ein und zog von dannen. Wir stiegen in das Auto der Maklerin und sie fuhr uns zu unserem Haus. Dort ließ sie uns allein und fuhr nach Hause. Wir fingen an das Wohnmobil auszuräumen. Im Vorweg hatte ich ja jeden erzählt, dass wir ungefähr 15 Minuten brauchen würden. Da hatte ich mich aber gewaltig getäuscht. Wir brauchten 7 !!!! Stunden, bis halbwegs alles was wir benötigen würden im Haus war. Mein Gott, wir hatten das Gefühl Tonnen zu schleppen und fanden Sachen, von denen ich gar nicht wusste, das wir sie dabei hatten. Auch Konservermäßig waren wir sehr gut aufgestellt. Dieses Jahr muss ich auf keinen Fall mehr Kidneybohnen, Bonduelle Erbsen und Wurzeln und Tomaten in Stücke kaufen, soviel steht fest. Die Hühnersuppe in Dosen wird wahrscheinlich noch etwas länger halten und die Putzlappen bis zum Lebensende. Wir liefen hin und her und hin und her nun als endlich so gut wie alles draußen war, wurde es schon dunkel. Da wir bisher weder einen Fernseher angeschlossen hatten, noch sonst etwas zu Zerstreuung hatten, ging ich sehr früh schlafen. Bernd tüdelte derweil noch etwas herum. Sortierte seinen Schreibtisch ein und suchte Sachen bei Amazon, die wir noch brauchten. Ich schlief wie ein Murmeltier und hörte nicht einmal als Bernd kam. Das Bett war urgemütlich und tatsächlich breit genug. 1,50 m glaube ich. Nach den 4 Jahren bei 1,30m eine absolute Wohltat. Ich merkte die ganze Nacht rein gar nichts von Bernd. Das war auch mal schön!! Am nächsten Morgen war ich um 5 Uhr wach. Es war saukalt, denn die Heizung war ja noch nicht an. Trotzdem ging ich raus und fing an den Garten in Schuss zu bringen. Auf allen Vieren robbte ich von Beet zu Beet und zupfte Unkraut, bis ich meine Hände nicht mehr spürte. Zum Warmwerden fegte ich zwischendurch immer mal wieder. Ich positionierte die Blumen, die uns die Vorbestitzer dagelassen hatten, so wie es mir gefiel und zupfte dann wieder Unkraut. Als Bernd um 10 Uhr endlich aufstand, war sogut wie alles fertig und es wurde langsam wärmer.

So liebe Leute morgen gehts weiter!! Liebe Grüße an Euch!

Womo

Warten auf den Einzug in unser Haus

Warten auf den Einzug ins Haus.

Bis es soweit war, gab es aber einiges zu tun und nichts war einfach!!!

So fingen die Schwierigkeiten schon damit an, einen Termin bei der Polizei, für den Erhalt einer N.I.E.- Nummer zu bekommen. So oft wir dort auch anriefen, es lief immer nur der Anrufbeantworter. Von der Ansage verstanden wir gar nichts, drückten daher wahllos irgendwelche Nummern, bekamen aber nie einen Menschen, mit dem wir reden konnten. Das hätte uns allerdings auch nichts genutzt, denn verstanden hätten wir wahrscheinlich eh nichts. Sarah bot uns ihre Hilfe an, bekam aber auch niemanden ans Telefon. Die N.I.E.- Nummer ist die spanische Steuernummer und ohne diese geht hier in Spanien gar nichts. Wir wussten schon, dass selbst ein Termin Wochen dauern würde und uns lief die Zeit davon, war doch unser Notartermin schon am 17.02.2021. Kurzerhand rief ich Juana, unsere spanische Maklerin an. Diese hatte natürlich unheimlich Interesse, dass Haus zu verkaufen, verdiente sie schließlich über 10000 Euro daran. Sie versprach uns zu helfen und tatsächlich schaffte sie es innerhalb von 2 Tagen einen Termin für uns zu bekommen. Die Arme hat sich in den 2 Tagen wahrscheinlich die Finger wund gewählt.
Am 15. Februar sollte der Termin stattfinden. Gerade mal 2 Tage vor dem Notartermin. Da durfte wirklich nichts schiefgehen, denn wenn wir aus irgendeinem Grund die Steuernummer nicht sofort bekämen, müssten wir wahrscheinlich wieder 3 Wochen warten. Oh man!. Warten war ja noch nie meine Stärke und die Wochen vergingen langsam.

Während ihr in Deutschland unter Dauerfrost und Schneemassen zu leiden hattet, hatten wir aber das allerbeste Wetter. Trotz Corona fand das alljährliche riesige Reiterfestival in El Soto statt und Sarah hatte all ihre Ferienhäuschen vermietet. Dieses Mal selbst ihr Haus, nebst Anbau, in welchem immer ihre Mutter wohnt, wenn sie mal in Spanien ist. Sarah zog unterdessen in ein Haus am Meer in Zahora. Bevor es soweit war, musste aber ihr Haus komplett renoviert werden. Natürlich halfen Bernd und ich mit, wo wir konnten. Zuerst wurde die Garage aufgeräumt und entrümpelt. Sarah tut sich immer unheimlich schwer damit irgendetwas wegzuwerfen und so wurden die meisten Sachen nur von A nach B sortiert. Sollte tatsächlich mal ein Teil zum Müll wandern, geschah es jedesmal mit den Worten : “ Es ist sooo schade und es tut mir sooo leid!“ Was ich damit sagen will, es dauerte! Ja, Sarah hat schon etwas von einem kleinen Messi. 🙂 Irgendwann war aber auch das geschafft und nun wurde das Haus ausgeräumt. Ein für Sarah lebensnotwendiger Teil kam in ihren Bulli, ( dieser platzte fast aus allen Nähten) der Rest in die Garage. Dann wurde gestrichen, gewienert und geschrubbt und geschraubt. Das alles dauerte sechs geschlagene Tage und wir waren danach ganz schön fertig.

Nach den sechs Tagen verfrachtete Sarah ihre Kindefr in den Bulli und ward erst mal nicht mehr gesehen. Natürlich telefonierten wir aber fast jeden Tag. Bernd und ich nahmen die Gäste in Empfang, zeigten ihnen alles, nahmen deren Post in Empfang und kümmerten uns um deren kleinen Sorgen. Alles waren Reiter und diese sind aus meiner Erfahrung schon ein ganz besonderes Volk. Gleich am zweiten Tag wurden 2 von ihnen das e-bike und der e-Roller auf dem Reitergelände gestohlen. Tja, war beides nicht abgeschlossen. Von den Zuschauern konnte es keiner gewesen sein, denn das Festival fand coronabedingt ohne Besucher statt. Da die Reiter und Pferdehalter allesammt ziemlich reich zu sein schienen, tippe ich auf die Mitarbeiter. Tja, Gelegenheit macht Diebe und die momentane Situation, welches die Finanzen der normalen Arbeiter betreffen, sind augenblicklich nicht so rosig. Durch Corona ist die Arbeitslosenquote hier auf 16,8 Prozent geklettert. Und das, obwohl alle Geschäfte, wenn auch zum Teil mit Sperrstunde, geöffnet haben. Spanien kann sich finanziell einfach keinen zweiten Lockdown leisten.

Sarah hatte noch zwei uralte und wirklich vergammelte Fahrräder hinter der Garage und bat Bernd diese zu reparieren. Fast den ganzen Tag verbrachte Bernd mit dieser Aufgabe. Wie gut, dass er immer Ersatzschläuche und diberses Werkzeug dabei hat. Am Abend waren Sarahs allerliebsten Fahrräder (O-Ton Sahra) wieder funktionstüchtig und wurden an die Reiter verliehen.

So vergingen die Tage und aus Tage wurden Wochen. 3 Tage vor besagtem Termin hinsichtlich der Steuernummer, teilte uns die Maklerin mit, dass es irgendeinen Zahlendreher beim Katasteramt gebe. Nichts Schlimmes, aber sie wollte, dass alles seine Richtigkeit hätte, wusste aber nicht, ob sie es bis zum Notartermin hinbekäme und hatte deshalb diesen um 5 Tage nach hinten verschoben. Ich war alles andere als begeistert, aber wollte natürlich auch, dass alles seine Ordung hatte. Und wieder hieß es warten.

Am 15.ten Februar fuhren wir dann mit unserem Wohnmobil nach Jerez. Bernd hatte die Adresse der Polizei ins Navi getickert und nun hofften wir dort auch irgendwo parken zu können. Die Adresse war schnell gefunden, aber von einer Polizeistation weit und breit nichts in Sicht. Wir parkten in einer Seitenstrasse, direkt vor einem Stoppschild. Wenn das mal gutging. Bernd machte sich auf die Socken, um in einer anderen Nebenstrasse die Polizeistation zu suchen. Rennenderweise kam er zurück. Außer Atem stieß er hervor, dass es dort keine Polizeistation geben würde. Kurzerhand fragte ich eine Frau, die uns entgegenkam, ob sie wüsste, wo wir diese finden könnten. Si si, sagte sie und zeigte in die gegengesetzte Richtung, aus der Bernd gekommen war. Auf die Frage, wie weit es denn wäre antwortete sie:“ muy cerca!“, was übersetzt heißt, sehr nah. Wir sprinteten los. Naja, sprinten kann ich ja nicht, aber ich hatte immerhin meine Nordic-walking-Stöcke dabei, mit denen ich wesentlich schneller als ohne bin. Wir liefen und liefen. Unterwegs fragten wir noch 3 Leute und immer hieß es, wir wären gleich da.
Nach 2,5 Kilometern waren wir dann tatsächlich da. Puh, ich hatte schon Schnappatmung. Vor der Wache, stand ein Beamter. Keiner durfte ohne Termin hinein. Wir aber hatten einen und durften zur Steuerstelle. Bernd hatte alle Papier, die dafür notwendig waren dabei und wir mussten an unterschiedlichen Plätzen Platz nehmen. Wahrscheinlich weil jeder von uns eine N.I.E Nummer brauchte. Zuerst mussten wir uns die Hände desinfizieren. Natürlich saß der Beamte hinter Plexiglas. Er fing an zu reden und ich kam immer näher zu Bernd, weil 4 Ohren ja mehr verstehen als 2. Trotzdem war es echt schwer. Der Beamte blätterte unsere Papiere duch und fragte dann nach einem weiteren Papier. Bis wir das allerdings kapierten, vergingen bestimmt 10 Minuten und das, obwohl er es auch auf englisch versuchte. Sein Englisch verstanden wir aber noch weitaus schlechter als sein spanisch. Irgendwann verstanden wir, dass wir keine N.I.E Nummer bekämen, weil irgendetwas fehlte. Ich war den Tränen nah und auch Bernd war total verzweifelt. Ich erklärte dem Beamten, dass wir im Begriff seien, ein Haus zu kaufen und dass der Notartermin am Montag wäre. Heute war schon Donnerstag und wir konnten uns ausrechnen, dass wenn es heute nichts werden würde, wir abermals mindestens 3 Wochen auf einen neuen Termin warten würden müssen. Der Beamte bemerkte unsere Verzweiflung und gab uns einen Zettel mit einer Internetadresse, wo wir das besagte fehlende Papier ausdrucken konnten. Es handelte sich um einen Zahlschein von 9,18 € pro N.I.E.-Nummer. Soviel kostet es nämlich eine N.I.E Nummer zu beantragen. Ohne diesen Zahlschein, den man bei einer Bank bar einzahlen muss, gibt es keine N.I.E. Fabelhaft, das hatte uns keiner gesagt. Ich fragte, den Beamten, ob wir das hier auf der Wache ausdrucken lassen konnten, aber das ging natürlich nicht. Ok, dann eben nicht. Ich erklärte ihm, dass wir im Wohnmobil leben, dieses 2,5 Kilometer weiter weg stehe und wir einen Drucker an Bord hätten und fragte ihn, ob wir bitte bitte mit besagtem Papier wiederkommen dürften und zwar heute. Seine Antwort war dann erstmal:“ Wie??? Ihr wohnt im Wohnmobil???? Hier steht, ihr wohnt in Westerstede!!! “ Ach du scheisse, sofort wurde mir mein Fehler bewusst und ich redete mich mit meinen schlechten Spanischkenntnissen raus. Ich wollte sagen: Viajemos, was übersetzt heißt: Wir reisen und nicht, wie ich gesagt hatte vivemos, was übersetzt heißt : Wir wohnen. Er schluckte es und ich atmetet auf. Bernd durfte daraufhin zum Wohnmobil zurücklaufen und den Zettel ausdrucken. Ich wartete derweil. Irgendwann sagte der Beamte, Bernd müsste 2 Zettel ausdrucken, denn jeder müßte 9,18Euro einzahlen. Oh ja, ob Bernd daran denken würde? Ich machte mich vorsichtshalber auf den Weg, um Bernd entgegen zu laufen. Der kam dann mit dem Fahrrad zurück. Jetzt hieß es erstmal wieder warten, bis wir hineingelassen wurden. Dort teilte uns der Beamte dann mit, dass es das falsche Formular war. Er hätte Bernd noch eine e-mail geschickt. Stimmt, hatte er, aber diese war erst eine Minute zuvor bei Bernd eingegangen. Also auf ein Neues.
Bernd wieder zurück zum Wohnmobil; das richtige Formular ausdrucken und zurück. Dieses mal hatte er auch den PC dabei. Nur für den Notfall. Das war aber nicht notwendig, denn jetzt endlich war alles in Ordnung. Nun mussten wir nur die beiden Zahlscheine bei einer x-beliebigen Bank einzahlen, erklärte uns der Beamte. Banken gäbe es hier jede Menge, teilte er uns freundlicherweise noch mit.

Wir liefen los. Nur 500 Meter weiter sahen wir schon eine Bank. Wir betraten sie, aber eine Dame hinter einem Schalter sagte uns, dass nur morgens bis 11 Uhr Publikumsverkehr erlaubt war. Danach nur auf Anmeldung. Alles nur wegen dem scheiß Corona. Und wir hatten ja leider keinen Termin. Alles Flehen nützte nichts, sie blieb hart. Auf zur nächsten Bank. Dort dasselbe Spiel. Bei der dritten hatten wir ebenfalls keinen Erfolg. Langsam lief uns die Zeit davon, denn die Polizeistation hatte nur bis 4 Uhr auf. Ich sagte Bernd, er solle alleine weitere Banken abklappern, denn er hatte ein Fahrrad und war so viel schneller. Inständig hoffte ich, dass er irgendwo eine finden würde, die ihn dies versammmte Geld einzahlen ließ. Und ebenso inständig hoffte ich, dass meine Unterschrift nirgendwo vonnöten wäre. Ich ging zurück zum Polizeigebäude, setzte mich davor und wartete. Und wartete und wartete. Ich wartete schon solange, dass ich mir allmählig Sorgen machte. Ich kann mr ja immer so unglaublich gut etwas einreden und mich fantastisch selbst in Panik bringen. Bestes Beispiel, wenn ich im Meer schwimme. Um so länger ich schwimme, um so blöder werden meine Gedanken und irgendwann kämpfe ich quasi um mein Leben, weil ich mir glaubhaft eingeredet habe, ein Killerhai ist direkt hinter mir. Ich schwimme wie eine besessene, schlucke Wasser, traue mich nicht, mich umzusehen und schaffe es immer irgendwie und mit letzter Kraft an den Strand. Jetzt ging es mir ähnlich. Zuerst dachte ich, ok, er findet keine andere Bank. Nächster Gedanke: Er klappert alle ab, aber bis jetzt will keine den Einzahlungschein entgegennehmen. Dann irgendwann, soviele Banken kann es hier gar nicht geben und zum Schluss bin ich mir absolut sicher, Bernd ist tödlich verunglückt, hatte einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder ähnliches. Dann verspreche ich hoch und heilig , wenn er wider erwarten doch noch lebt, werde ich immer ganz lieb und nett zu ihm sein, denn er ist ein toller Kerl. Dann verfalle ich in tiefe Trauer, so ca, 20 Minuten und dann kommt die eigentliche Panik. Wie komme ich mit dem Wohnmobil aus der Strasse raus. Wie finde ich den Weg zurück. Wie fahre ich das Ding überhaupt und das ist dann der Zeitpunkt wo ich anfange zu beten. So auch diesmal.

Nach fast 1,5 Stunden sah ich endlich Bernd. Er hatte einen hochroten Kopf, war aber am Leben. Daaaaanke, lieber Gott!!!! Ich ging ihm entgegen. Er war fix und fertig, hatte es aber bei der „achten Bank“ endlich geschafft, dass Geld einzuzahlen. Hurra!!! Man war ich froh!!! Zu allererst, dass er noch am Leben war und natürlich auch, dass er die Qittungen für die Einzahlungen hatte.
Jetzt hieß es noch einmal warten, bis wir wieder in die Polizeistation hinein durften, dann endlich bekamen wir unsere Nummern.
Übrigens, wie wir später von unserem Bankmenschen erfuhren, hätte der Beamte besagtes Formular auch in der Schublade gehabt. Und weshalb hat er es uns dann nicht gegeben, werdet ihr euch vielleicht fragen? Der Grund ist einfach und heißt Corona.Er darf uns nichts aushändigen, bei dem wir uns anstecken könnten und ist die Wahrscheinlichkeit auch noch so gering. Egal! Wir waren froh, dass wir nach sechseinhalb Stunden endlich unsere Steuernummern hatten und gingen zurück zum Wohnmobil. Klasse, kein Strafzettel!!

Das war ein Tag!!! Euch liebe Leser einen schönen Tag und morgen geht es wirklich weiter. Danke, dass ihr immer soviel Geduld habt!!

Und im nächsten Blog-Artikel gibt es auch aktuelle Fotos unseres „nicht-mobilen“ Zweitheims 🙂

Womo

Mit dem Wohnmobil frei stehen? Unmöglich!!

Gestern sind wir mit dem Wohnmobil nach Chiclana gefahren. Wir hatten einen Termin dort bei der Bank, denn wir mussten unbedingt endlich ein Konto eröffnen. Wir kamen unbehelligt dort an und stellten uns auf den riesigen Parkplatz, der ca. 10 Minuten Fußmarsch von der Bank entfernt war. Netterweise machte uns ein Spanier, ebenfalls im Wohnmobil, darauf aufmerksam, dass wir so, wie wir standen, nicht stehen dürften, denn dann würde es eine Strafe geben. Also parkte Bernd unseren Saloon um und wir marschierten los.
Die Bank in Chiclana hatten wir deshalb gewählt, weil dort ein Deutscher arbeitete. In die Bank kam man nur mit vorheriger Anmeldung und da wir eine hatten, ließ man uns nach dem Klingeln an der Eingangstür hinein. Der Mitarbeiter, sein Name war Christian, nahm uns in Empfang. Um es kurz zu machen, es dauerte geschlagene 2 Stunden bis wir wieder draußen waren. Was für ein Prozedere. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wieviel Zeit wir dort verbracht hätten, wenn wir bei einem Spanier gelandet wären. Der Christian war aber echt nett und erklärte uns alles haargenau. Auch gab er uns noch wertvolle Tipps, bezüglich des Notartermins. Er hatte scheinbar alle Zeit dieser Welt und richtete uns zum Abschluss sogar unser Onlinebanking ein. Damit das Konto kostenfrei war, schlossen wir auch eine Gebäudeversicherung bei ihm ab. Am Ende unterschrieben wir jeder an die 20 Mal und konnten endlich raus. Die ganze Zeit hatten wir natürlich die blöden Masken auf und hinter meinen Ohren war alles wund.
Wir setzten uns erstmal vor ein Lokal und tranken Kaffee. Dafür durfte dann endlich mal die Maske ab. Danach setzten wir das Scheißding wieder auf und schlenderten zurück zum Auto. Irgendwie war es befremdlich, so viele Menschen unterwegs anzutreffen. Ja, soweit ist es nun schon.
Kurze Zeit später starteten wir unser Womo und machten uns auf den Weg zu einem Lidl. Der einzige, bei dem wir mit unserem Geschoss parken konnten, befand sich in einer Umbauphase und hatte geschlossen. Wir fuhren etwas unentschlossen weiter und fanden einen Aldi, den Bernd bei google rausgesucht hatte. Zum Glück konnten wir dort parken. Bernd und ich trennten uns, damit der Einkauf schneller ging. Ich stand gerade beim Fleisch, da haute mich ein Deutscher an. Dieser hatte unheimlich Redebedarf und mit einem schnellen Einkauf wurde es nichts. Er wusste zu berichten, dass man aus Vejer , Conil und Tarifa weder rein noch rausfahren durfte. Da erzählte er uns allerdings nichts Neues. Als er hörte, dass wir mit dem Womo unterwegs waren, warnte er uns. Sein Freund, ebenfalls mit einem Wohnmobil unterwegs, musste vor einigen Tagen 6000 Euro !!! Strafe zahlen. Auch das die Strafen so hoch ausfallen könnten, hatte ich bereits im Internet gelesen. Mittlerweile darf man hier ja auch nirgends mehr stehen. Unser Lieblingsplatz in Roche wurde schon vor 2 Wochen geräumt. Es war der letzte Platz im weiten Umkreis, wo man überhaupt noch stehen konnte. Ein Freud von Sarah, ebenfalls mit dem Camper unterwegs, hatte nur am Tag in El Palmar geparkt und musste ein Bußgeld von 200 Euro berappen. Tja, so macht es wirklich keinen Spass mehr, mit dem Wohnmobil zu reisen. In Portugal wurde letzte Woche ein neues Gesetz verabschiedet, dass das Freistehen jetzt grundsätzlich unter hohen Strafen gestellt wird. Wie gut, dass wir bald unser Haus haben. Achja, wir ziehen dort nicht am 17. März ein, wie zuvor geschrieben, sondern natürlich am 17.ten Februar. Das sind heute exakt noch 19 Tage. Juchhhuuu!! Jetzt haben wir auch schönere Bilder, die Bernd gleich noch hier in den Blockbeitrag reinsetzt.

Nachdem wir unseren Großeinkauf getätigt hatten, verstauten wir die Waren. Das klingt jetzt einfacher als es war, denn irgendwie passte gar nicht alles in den Kühlschrank, geschweige in das Gefrierfach. Ich stopfte trotzdem alles wild durcheinander hinein und warf mit Schwung die Türen zu. Die nächsten 3 Tage wird uns beim Öffnen der Türen jede Menge entgegenfallen. Echt nervig, aber jetzt haben wir erstmal 14 Tage Ruhe und genug Proviant an Bord.. Eigentlich wollten wir jetzt noch Möbel ansehen, aber das ließen wir lieber und machten uns so schnell wie möglich auf den Rückweg zur Finca. Wir hatten Glück, keiner hielt uns an.

Jetzt, wo ich dieses schreibe, ist es mittlerweile 6 Uhr geworden. Um 7 Uhr 40 muss ich bei Sarah sein und Kinder hüten. Sarahs Auto war kaputt und sie hatte vor 3 Tagen einen Mietwagen geholt, der vom ADAC gezahlt wurde. Den bringt sie heute wieder weg.

Ansonsten ist zu berichten, dass wir gestern tatsächlich 21 Grad bei strahlendem Sonnenschein hatten. Mittlerweile sind wir schon wieder etwas braun. Leider wird es ab Morgen wieder kühler. Ach, was solls, besser als in Deutschland allemal.

So, hier dann nochmal „schönere“ Fotos von unserem neuen Haus in Arcos de la Frontera:
(das Haus ist möbiliert, aber wir werden sicherlich noch ein paar persönliche Veränderungen vornehmen). Wir hoffen, die Fotos gefallen Euch !!
Und das Beste: Im Frühling/Sommer/Herbst könnt Ihr das Haus auch mieten!!

Garten mit Pool
spanischer Zierbrunnen
Blick von der Terasse in den Garten
Haupteingang (doppelflüglige Massivholztür) mit Blick in den Flur
Küche mit Esszimmer
Küche/Esszimmer mit Theke
Wohnzimmer
Wohnzimmer: Kaminseite
Schlafzimmer I
Bad 1 zum blauen Schlafzimmer
Schlafzimmer 2
Bad 2 vom Schlafzimmer 2
Womo

Spanien kämpft mit der dritten Welle

Seit heute ist auch die Region Vejer de la frontera, zu der auch wir gehören, abgeriegelt. Der Inzidenzwert liegt bei 1000 und die Krankenhäuser kommen an ihre Belastungsgrenzen. Die ganze Region von Cadiz ist schwer betroffen. Alles noch Auswirkungen vom 06.01. Das traditoinelle Datum für Familientreffen in Spanien. Für dieses Datum gab es, trotz Corona keine Auflagen, und so gab es große Treffen. Die Auswirkungen sind in ganz Spanien sichtbar. Neuinfektionen heute 44000!! Neuer Höchstand !! Bernd und ich verlassen die Finca allerhöchstens für einen kleinen Spaziergang und fühlen uns einigermaßen sicher. Morgen müssen wir aber nach Chiclana, um dort unser Konto zu errichten. Ohne Konto nämlich kein Haus. Dann müssen wir am 15. Februar nocheinmal los und unsere N.I.E Nummer beantragen.( Spanische Steuernummer), denn auch die wird zwingend zu einem Hauskauf benötigt. Am 17. Februar und nicht am 17.März, wie ich im vorigen Bericht geschrieben habe, haben wir dann unseren Notartermin. Dorthin fahren wir dann mit dem Saloon. Wenn alles unterschrieben- und in trockenen Tüchern ist, geht es direkt zu unserem Haus. Hach, was freuen wir uns darauf!! Wir sind so froh, dass wir unseren Ausstieg schon 3 Jahre eher als geplant hinbekommen haben, denn so konnten wir noch unbeschwert reisen. Es war eine tolle Zeit und wir lieben das Leben im Wohnmobil und hätten es auch weiter fortgesetzt, wenn dieses blöde Virus nicht dazwischen gekommen wäre. Hier in Andalusien sind alle Strände für Camper gesperrt und in ganz Portugal ist letzte Woche ein neues Gesetz rausgekommen, welches jegliche Übernachtungen von Wohnmobilen, außerhalb von Campingplätzen, untersagt. Da diese durchschnittlich 40 Euro kosten, uns das viel zu teuer ist und wir auch nicht die Campingplatzfritzen sind, sind wir momentan mit einem Haus besser bedient. In anderen Ländern sieht es auch nicht anders aus. Dazu müsste man ja auch erst mal über die Grenzen kommen, was momentan auch nicht mehr so einfach ist. Nicht desto trotz, wollen wir natürlich weiter reisen und unser Haus vermieten. Also Leute, kommt zu uns!!! Das Haus ist wirklich wunderschön und liegt nur 500 Meter von dem 15 Kilometer langen und 10 Kilometer breiten riesigen Stausee entfernt. Dort gibt es einen tollen Strandabschnitt. Man kann sich Boote leihen, angeln und schwimmen. Die Wohngegend dort heißt El Santiscal und liegt 5 Kilometer von Arcos entfernt. Arcos selber ist eine uralte Stadt, die von den Iberen erbaut worden ist und gehört zu den schönsten weißen Dörfern Andalusiens. Das Dorf schlängelt sich auf einen steilen Felsen hoch , dieser wurde zum Naturdenkmal erklärt und man muss einigermaßen gut zu Fuß sein, um ganz nach oben zu gelangen. Dort befindet sich die wunderschöne Altstadt mit vielen Kathedralen, zum Teil aus dem 14.ten Jahrhundert und einem Palast. Das denkmalgeschützte Rathaus aus dem 16.ten jahrhundert darf ebenso bestaunt werden, wie ein Krankenhaus aus dem 17.ten Jahrhundert. Von ganz oben hat man einen sensationellen Blick auf den Fluß Guatalete. Hier kann man wunderbar sitzen und dem andalusischen Treiben zusehen. Das ganze Gebiet liegt in einem Naturschutzgebiet und es gibt unzählige Wanderwege. Ronda, eine Stadt, die mich mal tief beeindruckt hat, liegt nur 17 Kilometer entfernt und ich freue mich schon, sie Bernd zu zeigen. In El Santiscal kann man auch mit Heißluftballons fahren. Also Leute, wenn ihr nicht gerade am Meer rumliegen wollt, welches 70 Kilometer entfernt ist, sondern Activurlaube bevorzugt,kommt zu uns!!! Unser Haus ist 150 qm2 groß, hat 2 Schlafzimmer mit 4 Betten und 2 Badezimmern. Falls nötig kann noch einer mehr auf einer Matratze schlafen. Es gibt eine volleingerichtete wunderschöne Wohnküche und ein riesiges Wohnzimmer mit großem Fernseher. Draußen finden wir eine große überdachte Terasse und einen wunderschönen Garten, Grillecke und einem kleinen Pool. Mitte März müssten wir mit der Renovierung fertig sein und ihr könnt buchen. Die Preise variieren je nach Saison, aber wenn ihr persönlich bucht und nicht über ein Buchungsportal, bei dem wir uns noch anmelden müssen, ist es 150 Euro die Woche billiger. Falls ihr nur ein Doppelzimmer mit Bad und Frühstück möchtet, ist auch das möglich. Also, ich freue mich auf eure Anrufe!!! Hier ist unsere Nummer 015114623223. So, Bernd ist endlich wach!!! Euch einen tollen Tag!!

Womo

Termine, Termine, Formulare Formulare 14.01.2021

Die Zwillinge waren super drauf, aber wir boten ihnen auch allerhand. Bernd spielte ihnen Gitarre vor, sie durften auf der Ukolele rumzupfen, es wurden Bücher vorgelesen, Tee getrunken, durchgekitzelt, rumgetobt und jede Menge gegessen. Als Sarah wiederkam, brauchten sie nur noch ins Bett gesteckt zu werden, denn sie waren totmüde. Auch wir gingen früh zu Bett.

Am nächsten Tag baten wir Sarah uns einen Termin wegen der Beantragung der N:I:E Nummer zu besorgen. Aber egal, wo und wann sie anrief, es war nie jemand zu erreichen. Zwar hatten wir noch über einen Monat Zeit bis zum Notartermin, wo die N.i.E Nummer zwingend notwendig war, aber wir wussten das die Wartezeit lang sein würde. Dem Entsprechend nervös war Bernd. Wir bekamen uns ganz schön in die Haare, mit dem Ergebnis, dass ich mich jetzt allein um alles kümmern sollte. Oh je!!!

Kurz nachgedacht, dann radebrechte ich der Maklerin per whats up eine Nachricht aufs Handy. Ich erklärte unser Dilemma und das die Gefahr bestand, dass wir womöglich keinen Vertrag abschließen konnten, weil wir nicht in der Lage waren, einen Termin zu bekommen. Ganz lieb fragte ich ( und alles auf spanisch), ob sie sich nicht drum kümmern konnte. Schließlich hatte sie ja 5300 Euro an uns verdient. Das sagte ich natürlich nicht. Es dauerte einen Tag, da hatte sie einen Termin für uns. Sie schickte uns gleich alle notwendigen Anträge mit. Die dürfen wir nun ausfüllen. Der Termin dort ist am 15. März, der Termin beim Notar am 17.März. Wenn alles klappt, könnte es also hinhauen. Die Fahrt zum Notar hatte ich auch schon organisiert. Ich hatte einfach bei der Hausbesichtigung die jetztigen Besitzer gefragt, ob sie uns abholen könnten, denn wir würden nie im Leben einen Parkplatz mit unserem Geschoss bekommen. Die hatten netterweise zugestimmt. Bernd kümmerte sich um den Termin mit der Bank. Das ist etwas einfacher, denn der für uns zuständige, ist ein Deutscher. Ein Konto brauchen wir unbedingt, denn hier ist es üblich, bei der Hausübergabe mit einem Cheque ( wird das so geschrieben??) zu bezahlen, der von einer spanischen Bank ausgestellt werden muss. Außerdem können die zukünftigen Nebenkosten, auch nur von einem spanischen Konto eingezogen werden. Wenn wir die Gebäudeversicherung ebenfalls bei der Bank abschließen, müssen wir keine Kontoführungsgebühren zahlen. Also, werden wir dies dort auch tun. Wir sind echt froh, wenn wir diesen ganzen Behördenkram hinter uns haben.

Ansonsten ist noch zu berichten, dass wir uns hier sauwohl fühlen und das Wetter fantastisch ist. Leider gehen aber auch hier in Spanien die Infektionzahlen gerade wieder sehr hoch. Die dritte Welle überrollt Spanien geradezu. In Conil und Tarifa liegen die Inzidenzzahlen bei über 500. Und ab heute ist Cinil gesperrt. Das heißt, keiner darf mehr rein und keiner raus. Bei Mißachtung droht eine Geldstrafe von 1600 Euro. Der Zeitpunkt konnte nicht schlechter sein, denn heute abend waren wir eigentlich alle zu Jürgs Geburtstag eingeladen. Den wollte er im Restaurant auf seinem Campingplatz feiern. Nun feiert er alleine mit 3 Schweizern, die ebenfalls auf dem Campingplatz sind. Wir acht von hier bleiben also hier. Sarahs Mutter hatte ihm einen Kuchen gebacken, den haben wir dann heute nachmittag ohne Jürg verputzt, aber wir haben schonmal auf ihn angestoßen. Hoffen wir, dass es bald endlich mal abwärts geht. Das wünsche ich mir für die ganze Welt. Leute, ich habe kein Bock mehr auf Corona und will bald mal unser altes Leben zurück!!! In diesem Sinne, bleibt alle schön gesund und haltet Abstand!

Womo

Wir sehen zum ersten Mal unser Haus 12.01.2021

Vordergarten-Eingang Haus

Endlich war es soweit, heute sollte unsere Hausbesichtigung stattfinden. Unser Freund Jürg hatte sich bereit erklärt uns zu fahren, denn noch wußten wir nicht, ob man mit unserem Wohnmobil dort parken konnte. Jürg erschien pünktlich morgens um 10 Uhr 30 und los gings. Von El Soto waren es 78 Kilometer und eine Stunde Fahrt musste man rechnen. Unser Termin war um 12 Uhr. Unterwegs waren wir mal wieder ganz verzückt von der Landschaft, waren wir doch diesmal auf der Hintour nach Spanien nur Autobahn gefahren. Schnell wurde es hügelig und weil es extrem viel geregnet hatte, “ Gott sei Dank“, bevor wir gekommen sind, war es extrem grün überall.

Die Landschaft hier im Landesinnere war traumhaft und ich konnte mich gar nicht sattsehen. Auch Jürg fand die Gegend hier viel schöner als in Chiclana, wo wir ursprünglich ein Haus kaufen wollten. Wir kamen gut voran, nur als letztes ging es in Arcos de la Frontera durch sehr enge Gassen und Bernd schwitzte allein bei der Vorstellung, hier mit unserem riesigen Wohnmobil rum zu gurken. Jürg beruhigte ihn und versicherte, es gäbe natürlich auch noch einen anderen Weg.
Weil wir gut in der Zeit lagen und uns einige Lebensmittel sowie Getränke fehlten, hielt Jürg kurzerhand beim Carefour (spanischer Einkaufsmarkt). Ich sprintete aus dem Wagen (jedenfalls in Gedanken) und versprach mich zu beeilen, denn allzu viel Zeit blieb uns nun nicht mehr bis 12 Uhr. Ich schnappte mir von draußen einen Einkaufswagen, setzte meine Maske auf und betrat den Laden. Sofort brach großes Chaos aus. Unter keuen Umständen durfte man mit einem Wagen von draußen in den Markt. Wußte ich ja nicht!! Sofort entrissen mir behandschuhte Hände den anscheinend coronaverseuchten Wagen und gaben mir einen frisch desinfizierten mit Banderole, zum Beweis. Uih uih uih, war der Markt groß. Wie sollte ich mich hier denn so schnell zurechtfinden? Allzuweit wollte ich mich auch nicht von den Kassen fortbewegen, denn dann würde ich hier wahrscheinlich nie wieder rausfinden und die Zeit drängte. Schließlich wollte ich nicht den Eindruck, bezüglich der deutschen Tugend „Pünktlichkeit“ bei den Spaniern zerstören. Ich kaufte also nur das Aller- notwendigste und bezahlte 11 Euro. Zum Glück war an der Kasse nichts los. Auf dem Parkplatz kam mir Bernd schon entgegen und rollte den Wagen die letzten Meter zu Jürgs Auto. Die Sachen wurden schnell unter die Plane seiner Ladefläche verstaut., einen normalen Kofferraum hat er nicht, denn er fährt einen großen, coolen Dodge Ram. Das muss er auch, denn sonst bekäme er seinen amerikanischen Trailer (Sattelauflieger), in dem er wohnt, nicht mit. Jetzt stand dieser aber auf dem fast leeren Campinplatz in Conil. Nun hatten wir noch 5 Minuten bis 12 Uhr und noch 7,4 Kilometer.

Ganz pünktlich schafften wir es nicht, aber mit 3 Minuten Verspätung parkten wir vor unserem Haus. Die Besitzer und die Maklerin waren schon da und aus einiger Entfernung zogen wir alle mal kurz unsere Masken nach unten, damit wir gegenseitig sehen konnten, wie wir aussahen. Dann begrüßten wir uns mit der mittlerweise üblichen Ghettofaust und betraten das Grundstück.

Ein paar Anmerkungen zu der schlechten Qualität der folgenden Fotos: Sie geben in keinster weise die Schönheit des Anwesens wieder. Wenn wir ab Ende Februar eingezoigen sind, der Garten gemacht ist, machen wir neue Fotos. 1. haben wir die unprofessionell in aller Eile bei der Besichtihgung gemacht; 2. im Haus war es etwas dunkel (wg. teils heruntergelassener Schalusien);
In der Hausanounce waren tolle professionelle Fotos aus dem Herbst, die ich leider von der Internetseite nicht auf meinen PC herunterladen konnte!

Vordergarten-Eingang Haus

Um es kurz zu machen, es gefiel uns super!!! Es traf zu 100 Prozent unseren Geschmack, denn wir stehen ja nicht so auf hypermodern. Die Küche hat einen Tresen und Bernd und Jürg setzten sich sofort auf die Barhocker und bestellten “ una cerveza“: So stellte ich mir eine Wohnküche vor. Traumhaft!!!

Küchentresen, dahinter die Einbauküche
Blick von der Küche/Esszimmer in den Garten

Es grenzte sogar ein kleiner Vorratsraum an ihr, worin auch die Waschmaschine untergeracht war. Davon war im Internet nichts zu sehen gewesen, aber war natürlich Gold wert! Weiter ging es zum Wohnzimmer. Dieses sah im Internet aus, wie ein riesiger Schlauch. In Natura aber überhaupt nicht und auch davon waren wir hin und weg.

Weiter ging es zu den beiden Schlafzimmern. Das Hauptschlafzimmer war irre groß und hatte Platz für zwei Kleiderschränke. Diese nehmen die Besitzer aber mit. Das war uns ganz recht, denn wie wir sahen, hatte das Zimmer zusätzlich einen tollen begehbaren Kleiderschrank. Zusätzlich gab es noch ein wunderschönes Bad „en suite“. In Gedanken verteilte ich schon die Plätze in dem schönen großen Bett. Ich natürlich auf der Seite des Bades, denn jede Nacht muss ich 2 mal raus. Bernd nie! Das andere Schlafzimmer war kleiner, aber auch echt schön und das eigene Bad ist auch gleich nebenan. Im ganzen Haus sind braune Naturfliesen und keine hatte auch nur annährend einen Sprung. Die Fliesen fand ich weltklasse und was wichtig ist, auch pflegeleicht. Das war bei meinem Putzfimmel eigentlich egal, aber gut zu wissen. Ah, ich freu mich wie blöde, bald mal wieder richtig putzen zu können. Das kann ich in unserem Saloon zwar auch, aber man ist ja leider immer so schnell fertig. Uns gefiel alles, sogar die Farbe der Wände, die konnten allerdings einen neuen Anstrich gebrauchen. Mal überschlagen, ob wir uns das überhaupt noch leisten können…..Sieht nicht so gut aus, aber egal, schick ich Bernd ein bißchen Gitarre spielen. Ach ja, ist ja Corona und keine Touristen da. Ach, so schlimm sehen die Wände nun auch wieder nicht aus;-)

Jetzt ging es in den Garten. Dieser war zwar nicht so riesig groß, aber genau so wollten wir es haben!! Man hat weniger Arbeit, denn Gartenarbeit gehört nicht gerade zu meinen allerliebsten Aufgaben.

Was wichtig war, das Haus hatte eine große überdachte Terasse, auf der wir mit Freunden gemütlich sitzen konnten, auch wenn es mal regnen sollte und natürlich zum scrabblen. Ja, das machen wir tatsächlich noch immer!! Es gab einen Orangenbaum, einen Pflaumen- und einen Mandelbaum. Klasse, oder?? Natürlich hat das Haus auch einen kleinen Pool, in dem man sich in den Sommermonaten schön abkühlen kann.

Und zum Schwimmen haben wir ja dann in 300 Meter Entfernung den riesigen See mit Strandabschnitt!!!

Herrlich, wir sind schon wieder im Paradies gelandet!!! Dann gab es noch zwei 12 qm2 Häuschen, eins für Gartengeräte und eins für Die Heizung mit dem Heizöltank. Achja, wir haben eine Ölheizung, mit der die Fußbodenheizung betrieben wird. Außerdem war an der Seite noch ein 15 Meter langes Carport, dass aber leider wahrscheinlich nicht hoch genug für unser Wohnmobil war (es fehlen nur ca. 120m zu unserer 3,4m-WoMO-Höhe). Egal, nehmen wir halt einfach das Dach ab, ist eh besser, dann werden jedenfalls die Solarpanele aufgefüllt. Da fällt mir ein, dass das Haus auch Solarthermie hat. So brauchen wir keinen Strom, um das Wasser zum Duschen zu erwärmen. Ein paar Beete gab es auch, aber es hielt sich in Grenzen,. Gott sei Dank! Wir hielten uns dort ziemlich lange auf und fragten die Vorbesitzer Löcher in den Bauch. Zum Glück konnte der Mann englisch. Beide waren irre nett und die Maklerin auch. Ach ja, irgendwann mussten wir das Haus aber doch verlassen und fuhren mit Jürg zurück.

Im Hintergrund das weisse Dorf (pueblo blanco) von Arcos dde la Frontera
Die Steilwand auf der Rückseite von Arcos de la Frontera

Unterwegs fanden wir ein nettes Lokal, in dem wir Jürg für seine Mühe zum Essen einluden. Lecker war es!!! Nun mussten wir uns sputen, denn wir hatten Sarah versprochen 3 Stunden auf die Zwillinge aufzupassen. Ach, war das alles aufregend!

Womo

Trotz Corona unbehelligt in El Soto angekommen! 10.01.2021

Eigentlich dachte ich, als wir gegen halb 11 in Burgos starteten, dass wir irgendwo noch eine Übernachtung einlegen würden, aber wir kamen so gut voran, dass Bernd gegen 5 Uhr beschloss durchzufahren. Ich brachte ihn zwischendurch immer mal wieder etwas zum Essen und so musste er nur 2 Mal das Lenkrad verlassen. Einmal zum Tanken und einmal zum Pinkeln. Wir konnten es gar nicht abwarten anzukommen und endlich kurz vor 21 Uhr waren wir da. Wir fuhren durch das große Tor auf unseren Stellplatz bei Sarah in El Soto und es war, als wären wir nie weggewesen. Ich sprang aus dem Auto, schnappte mir die gefrorenen Fressalien, die uns meine Schwester mitgegeben hatte und machte mich schnurstracks auf den Weg zu Sarah. War das eine Freude!!!! Nach der Begrüßung holte Sarah einen Hammer und schlug das Eis entzweim, um an den Grünkohl, die Rouladen und die anderen Köstlichkeiten zu kommen. Sarah war total begeistert und deponierte schnell alles im Kühlschrank. Die Kinder schliefen natürlich schon und so konnten wir in Ruhe quatschen. Allzu spät wurde es aber nicht, denn Bernd war ganz schön groggy. Man merkt doch sehr deutlich, dass er nun schon 57 Jahre alt ist. Sarah musste auch ins Bett, denn die Kinder sind immer schon um 5Uhr 30 wach.

Am nächsten Morgen war ich natürlich wieder mal um 4 Uhr wach. Brrrrrrr, war das kalt im Saloon.Auch in Andalusien war Winter und draußen hatte es nur 2 Grad. Im Wohnmobil kuschelige 8. Mit 2 Jacken, dicken Socken und einer Wolldecke, setzte ich mich leise vor den PC und spielte bis um halb 7 Doppelkopf. Dann war ich endlich wieder müde und total durchgefroren. Zeit wieder ins Bett zu gehen. Ich kuschelte mich ganz dicht an Bernd an. Der schrie entsetzt auf und schob mich soweit es das nur 1,40 m breite Bett zuließ, von sich und schlief sofort wieder ein. Sehr fürsorglich!! Bei mir war an Schlaf nicht zu denken. Ich fröstelte also bis halb 9 vor mich hin. Endlich wachte Bernd aus und ich trieb ihn an, sich schnell anzuziehen und mit mir zu den Kindern zu gehen. Denn die würden von 10 Uhr bis 14 Uhr im Kindergarten sein und wir konnten es gar nicht abwarten sie wieder zu sehen. Emilio sah uns zuerst durch die geschlossene Schiebetür und jauchste und lachte und rannte von einem Raum in den nächsten. Wir schoben die Tür auf und er flog mir in die Arme. Ach, war das herrlich!!! Er drückte mich ein ums andere Mal und dann war Bernd dran. Tiago war etwas reservierter, aber nach 5 Minuten war das Eis gebrochen und Bernd bekam schon einen Fuß ins Gesicht. Wir gaben ihnen die mitgebrachten Bücher und während Bernd sich mit seinem Tiaogo beschäftigte, lagen Emilio und ich eine geschlagene Stunde auf dem Boden und suchten die Gegenstände in dem mitgebrachten Wimmelbuch. Er hatte sofort begriffen, um was es ging und war wesentlich schneller als ich. In Sekunden zeigte er auf das gesuchte Objekt. Sprechen tun die beiden noch nicht allzu viel. Sind halt Jungs, aber verstehen tun sie alles und zwar in Deutsch und in spanisch. Ich bin Eini und Bernd ist Bär. Als es Zeit wurde in den Kindergarten zu fahren, waren beide todmüde und schliefen auf der Fahrt dorthin im Auto ein. Wir tranken dann mit Sarah noch einen Kaffee, bevor wir uns wieder zum Wohnmobil begaben, um dort zu frühstücken. Mittlerweile war es 11 Uhr. Das Thermometer zeigte nur 11 Grad, aber die Sonne, die vom wolkenlosen Himmel schien, hatte ordentlich Wumms und so wechselten wir vom Wollpullover auf T-shirt. Kurze Hose geht erst, wenn ich mich heimlich irgendwo gesonnt habe, denn meine Beine sind so kalkweiß, dass ich es keinem zumuten möchte. Ihr wisst ja, ich finde braunes Fett sieht besser aus als weißes. Nach dem Frühstück, im Wohnmobil war es jetzt richtig warm geworden, riefen wir die Maklerin an, um einen Termin zur Besichtigung zu machen. Wir waren ja sooo aufgeregt!!! Lange mussten wir nicht mehr warten, denn die Maklerin hatte schon am nächsten Tag Zeit.

Am Nachmittag, als die Kinder zurück vom Kindergarten waren, kamen auch noch Sarahs Mutter, Jürg, der Schweizer , der wie jeden Winter mit seinem Trailer in Conil ist und Alex dazu. Gemeinsam auf Sarahs Terasse, tranken wir alle zusammen grünen Tee und aßen die kleinen Christstollen, die meine Schwägerin Tanja uns in Deutschland mitgegeben hatten. Sie , beziehungsweise die Hausdame ihres Hotels, hatte davon nämlich 3 Kartons a 2,5 Kilo bestellt. Und dann kam, anstatt der Gäste, der zweite Lockdown und das Gebäck geriet in Vergessenheit und wurde erst kurz vor unserer Abreise wieder gefunden. Wir nahmen gerne einen Karton mit und jetzt sind auch nur noch maximal 150 Gramm da. Danke Tanja!!! Hier sind alle ganz begeistert und das Abnehmen wird wieder mal nach hinten verschoben! Später nahmen wir noch die kleinen Racker mit zu uns und wir machten uns mit den anderen Campern, die ebenfalls mit ihren drei Mobilen auf Sarahs Stellplatz stehen bekannt. Ausnahmslos nette junge Leute, aus Italien, Spanien und Holland. Geredet wurde in allen Sprachen und Verständigungsprobleme gab es nur einmal. Und da haben wir uns fast gekugelt vor Lachen. Sarahs Mutter stattete uns einen Besuch ab und Bernd, sie und ich saßen am Tisch beim Wohnmobil. Das holländische Pärchen hatte einen 2,5 jährigen strohblonden Sohn dabei der sich die ganze Zeit alleine beschäftigte.Irgendwann krabbelte er, auf den noch freien Stuhl ,bei uns am Tisch und erzählte uns etwas. Bernd sprach die ganze Zeit Plattdeutsch mit ihm und er schien alles zu verstehen. Auch konnte er wirklich gut und viel reden. Wir tranken gerade Kaffeeee, als er immer wieder sein rechtes Auge rieb und immerzu sagte :“ Auge tut weh.“ Nun kam auch Sarah und bekam das mit. Sie ging zu den Eltern und sagte ihnen auf englisch, dass ihrem Sohn wohl das Auge weh täte. Die Mutter antwortete: Nein , er sagt auf hölländisch ook coffjee. Man haben wir gelacht.

Womo

Wir haben ein Haus gekauft!

Irgendwie habe ich es verpennt euch weiter vom Hauskauf zu berichten. Das wird jetzt auf der Stelle nachgeholt. Bitte verzeiht die vielen Fehler, aber alles was ich in den letzten Tagen geschrieben hatte, geschah im Wohnmobil, während der Fahrt. Da sitze ich auch jetzt und zwischendurch ist es sehr holprig und ich verfehle die Buchstaben und die Kommata. Zu allem Überfluss hat sich das Programm, in dem ich schreibe und die Buchstaben sind soo klein, dass ich sie nicht mal mit Bernds Brille sehen kann. Ich sehe also nicht, was falsch ist und damit ihr endlich mal wieder etwas zu lesen habt, lasse ich es auch nicht von Bernd korrigieren, denn der fährt ja und ist beschäftigt.

Nun zum Hauskauf. Schon in Holland ging es los, das die Maklerin uns den Vorvertrag schickte. Diesen schickten wir zu Sarah, diese widerum zu ihrem Anwalt, der jetzt auch unser sein sollte und der alles prüfte. Das ist in Spanien so üblich. Der Anwalt sagte der Vertrag sei ok, schrieb aber er wolle noch 2 Sachen ändern. Das tat er auch und schickte ihn wieder zu Sarah. Diese konnte ihn nicht öffnen und uns nicht schicken. Wir hatten das Haus reserviert. Das geht über 48 Stunden. Diese waren jetzt abgelaufen und Bernd und ich echt verzweifelt, wussten wir doch, dass es noch andere Intressenten gab. Ich schrieb an die dreizig mal mit der Maklerin hin und her. Diese beruhigte mich zwar, aber das nützte nach den schlechten Erfahrungen, die wir mit ihren Berufskolleginnen gemacht hatten gar nichts. Der Anwalt war nicht mehr zu erreichen und am nächsten Tag war ein Feiertag. Auch an diesem gingen zwischen der Maklerin unzählige Nachrichten hin und her. Das hört sich jetzt vielleicht einfach an, war es aber nicht, denn das Sprachproblem war nicht unerheblich. Wir mussten alles erst mit google übersetzten und ihr ging es genauso. Am nächsten Morgen wollte uns der Anwalt sofort den Vewrtrag schicken. Sein Büro öffnete um 9 Uhr. Um 9 Uhr 30 erreichte Sarah ihn, allerdings im Auto auf den Weg zum Büro. Ich war mehr als panisch. Die Frist war jetzt schon lange vorbei und ich hatte regelrechte Schnappatmung. Plötzlich konnte Sarah den Vertrag dann doch öffnen und schickte ihn zu uns. Bernd fuhr auf den nächsten Parkstreifen. Wir öffneten ihn. Verstehen konnten wir gar nichts, war ja auf spanisch, aber egal. Klar war, dass wir jedes Blatt unterschreiben mussten. Irgendwie elektronisch. Es waren 2 Kästchen dort. Bernd setzte seine Unterschrift in das eine und wollte meine in das andere Feld setzten. Das ging aber nicht. Nachdem Bernd es wohl 6 mal versucht hatte, gab er auf. In das zweite Feld setzte er das Datum und meine Unterschrift setzte er mit zu seiner ins erste Feld. Dann wurde alles abgeschickt. Freudig sprach ich der Maklerin aufs Band. Juchhu, Vertrag unterschrieben. Ach ja und die Anzahlung von 10600 Euro auch überwiesen. Die Maklerin hatte Mittagspause und antwortete erst 2 Stunden später. Vertrag ungültig, weil meine Unterschrift alleine in einem Feld sein musste. Wir erklärten verzweifelt, dass das nicht geht. Daraufhin sagte sie uns, dass ich einen eigenen Vertrag bekommen hätte, auf m e i n e e-mailadresse und dieser müsse nun noch unterschrieben werden. Da wären wir nie im Leben drauf gekommen. Bernd also wieder rechts ran und diesselbe Prozedur noch einmal. Später erfuhren wir, dass die Verkäufer denselben Fehler gemacht haben. Egal, jetzt ist alles perfekt und wir stolze Hausbesitzer. Dabei haben wir das Haus noch nicht mal live gesehen. Also Leute, drückt uns mal die Daumen, dass es annährend so ist, wie wir uns es uns vorstellen. Man war das ein aufregender Tag. Wir waren fix und fertig und konnten uns überhaupt nicht freuen.

Jetzt kommt eine Menge Arbeit auf uns zu. Ein Konto eröffnen, einen Notartermin machen, eine Hausbesichtigung durchführen, eine Mietlizenz beantragen und und und. Mitte Februar wollen wir allles über die Bühne gebracht haben.

Womo

Die Fahrt 07.01.2021

Wir schafften es tatsächlich pünktlich um 8 Uhr von Papenburg loszukommen. Es wurde gerade hell und war saukalt. Das war gut für das Essen in den Eimern. Diese hatten wir in der Nacht neben das Wohnmobil gestellt und tiefgefroren kam es dann in die Garage unseres Saloons. Ab ging die Fahrt. Ein kurzer Stop in Haren, wo Bernd noch ein letztes Mal in Deutschland tankte und schwupps waren wir auch schon in Holland. Dieses Mal sollte unsere Fahrt über Holland, Belgien und Frankreich gehen. Das war die kürzeste Strecke. Bernd hatte natürlich Bedenken, wie immer wenn er etwas noch nicht kennt, aber weil auch sein Musikerfreund Burkhard ihn vor einigen Tagen dazu geraten hatte, ließ er sich darauf ein. Auf mich hört er ja leider nicht. Wie anders ist es doch durch Holland zu fahren. Im Gegensatz zu Deutschland hatten wir keine verstopften Straßen, keine Staus, ja nicht einmal Verkehr. Aussteigen durften wir aber nicht, nicht einmal zum Tanken. Das war dort eine der Coronaregeln. Unser Tank fasst 125 Liter, eigentlich sogar 175. Der Vorbesitzer hatte damals den Tank vergrößern lassen. Leider weiß dies die Tankanzeige nicht und so geht sie immer auf Reserve wenn wir eigentlich noch 55 Liter drin haben. Und Bernd geht nun mal kein Risiko ein, Planer halt !! So fahren wir nun seit exakt 4 Jahre 50 Liter Ersatzdisel mit uns spazieren und das , obwohl wir ständig überladen sind. Bernd spart da lieber an Wasser. Macht ja nix, wen n wir stinken, ist ja Corona und wir sind unter uns.;-) Die 125 Liter reichten aber auch aus, um durch Holland zu kommen. Ja, wir kamen damit sogar durch Belgien. Dort verpassten wir allerdings das Tanken und durften daraufhin in Frankreich tanken. Ein Liter Disel 1, 46 Euro. Hammer!!! Auch Maut war happig!!! Naja, trifft ja keinen Armen:-( Wir kamen am ersten Tag bis hinter Paris und lediglich kurz vorher gab es leicht zähfließenden Verkehr. Unser Auto lief wie am Schnürchen und wurde immer wieder liebevoll von uns gestreichelt. Es verbrauchte in der ersten Etappe auch nur 14 Liter auf 100. Wir waren ganz begeistert. Hinter Paris stellten wir uns auf irgendeine Raststätte zwischen die LKWund verrammelten Fenster und Türen. Wir sahen noch einen Film bei Netflix und schliefen danach schnell ein. Am nächsten Tag klingelte der Wecker um 7 Uhr. Zwar dösten wir noch eine viertel Stunde ein, schafften es aber pünktlich um 8 Uhr 30 loszukommen. Es war immer noch saukalt. Wie gut, dass ich um 4 Uhr kurz wach war und schon die Heizung angestellt hatte!! Es waren um die Uhrzeit nur 8 Grad im Saloon. Als wir aufstanden war es aber schon wohlig warm. Bernd verließ das Lenkrad nur zum Pinkeln und selbst das nur 2 Mal. Kilometer um Kilometer kamen wir unserem Ziel näher und schon gegen 17 Uhr passierten wir die spanische Grenze bei San Sebastian. Bernd war noch immer in Topform und so beschlossen wir noch weiter zu fahren. Bernd redete schon seit Tagen immer wieder davon, dass wir in Schnee geraten würden und er wollte vorher unbedingt viele Kilometer hinter sich bringen. Wir fuhren dann noch bis kurz vor Burgos und schliefen abermals auf einer Raststätte. Wie auch den Morgen zuvor standen wir früh auf. Gegen 9 Uhr waren wir abfahrbereit. Bereits nach 10 Kilometer fing es wie der Teufel an zu schneien. Bei minus 4 Grad blieb natürlich auch alles sofort liegen. Die linke Spur war in null komma nix weiß, die rechte ging noch und so ließ er den Parkplatz rechts liegen und fuhr weiter. Die nächste Parkgelegenheit gab es in 20 Kilometern, also nicht allzu weit entfernt. Leute ich sag euch, diese 20 Kilometer hatten es wahrlich in sich. Erstens ging es immer höher und schon nach gefühlten 2 Kilometern lag viel mehr Schnee auf unserer Spur. Dieser war ziemlich matschig, weil ja auch andere Autos hier fuhren und es wurde glatt. Zudem gab es jetzt einen richtigen Schneesturm. Vor lauter Schnee konnten wir fast nichts sehen. Wir hatten das Gefühl, unterwegs in den Skiurlaub zu sein, allerdings mit Sommerreifen. Wer rechnet in Spanien schon mit solchen Schneemassen??? Bernd fuhr hochkonzentriert und man sah ihm die Anspannung an. Hoch ging ja noch, aber runter , hatte selbst ich Todesangst. Schließlich wiegt unser Auto mehr als 8 Tonnen und wenn die ins Rutschen kommen, hält den keiner mehr. Das war selbst mir klar und so saß ich ausnahmsweise mal angeschnallt auf meinem Platz. Bernd schwitzte ganz schön, aber irgendwie und irgendwann hatten wir die 20 Kilometer geschafft und sicher auf dem Rastplatz kurz vor Burgos gelandet. Und wegen den paar Kilometern waren wir so früh aufgestanden. Es nützte nichts, wir konnten nicht weiterfahren. Daggi schickte uns eine Sprachnachricht, dass alle Autobahnen bei Madrid gesperrt seien. Auch dort war es mächtig am schneien und die Spanier kamen mit dem Räumen und streuen nicht hinterher.Scheiß Klimaerwärmung! Für uns hieß das: Zwangspause. Wir scrabbleten, telofonierten, tranken Tee und warteten. Es schneite den ganzen Tag weiter. Gegen 23 Uhr gingen wir ins Bett und am nächsten Tag hatte es endlich aufgehört ztu schneien. Bei minus 4 Grad aber nicht gerade warm. Bernd schlief erstmal bis 9 Uhr. Beim Frühstück sah er dann 2 Männer aus ihren Räumfahrzeugen kommen und quatschte sie fröhlich aus dem Fenster an.“ Bueno Job?“ Damit wollte er fragen, ob sie gute Arbeit geleistet hatten. Einer der Männer kam lachend zum Fenster (natürlich wurde die AHA Regel eingehalten) und mit si si si, strahlte er Bernd an. Bernd fragte in fast perfektem spanisch, ob die Straße frei wäre. Der Mann verstand ihn anscheinend, denn stolz berichtete “ Todo perfecto“, also alles perfekt. Heute würde es auch nicht mehr schneien, war er sich sicher. Jedenfalls verstanden wir es so. Grund genug unsere Fahrt fortzusetzten. Die Strassen waren tatsächlich toll geräumt und trocken und so ging es weiter. Vorbei an unzähligen schneebedeckten Olivenbäumen und zugefrorenen Seen. Ein Wintermärchen. Für Spanien aber doch sehr unüblich. Ich musste an die armen Leute denken, die keine Heizung hatten. Davon gab es hie ja jede Menge. Hoffentlich geht es bald mit den Temperaturen aufwärts. Wir hatten noch 900 Kilometer vor uns uns als wir nur noch 600 hatten beschloss Bernd durch zu Sarah zu fahren. Dort würden wir dann heute gegen 21 Uhr eintreffen. Ab der Höhe Cacares, nun waren es nur noch 400 Kilometer verschwand der Schnee allmählich und das Termometer kletterte auf 8 Grad. Endlich sahen wir nach langer Zeit mal wieder blauen Himmel.