Womo

Termine, Termine, Formulare Formulare 14.01.2021

Die Zwillinge waren super drauf, aber wir boten ihnen auch allerhand. Bernd spielte ihnen Gitarre vor, sie durften auf der Ukolele rumzupfen, es wurden Bücher vorgelesen, Tee getrunken, durchgekitzelt, rumgetobt und jede Menge gegessen. Als Sarah wiederkam, brauchten sie nur noch ins Bett gesteckt zu werden, denn sie waren totmüde. Auch wir gingen früh zu Bett.

Am nächsten Tag baten wir Sarah uns einen Termin wegen der Beantragung der N:I:E Nummer zu besorgen. Aber egal, wo und wann sie anrief, es war nie jemand zu erreichen. Zwar hatten wir noch über einen Monat Zeit bis zum Notartermin, wo die N.i.E Nummer zwingend notwendig war, aber wir wussten das die Wartezeit lang sein würde. Dem Entsprechend nervös war Bernd. Wir bekamen uns ganz schön in die Haare, mit dem Ergebnis, dass ich mich jetzt allein um alles kümmern sollte. Oh je!!!

Kurz nachgedacht, dann radebrechte ich der Maklerin per whats up eine Nachricht aufs Handy. Ich erklärte unser Dilemma und das die Gefahr bestand, dass wir womöglich keinen Vertrag abschließen konnten, weil wir nicht in der Lage waren, einen Termin zu bekommen. Ganz lieb fragte ich ( und alles auf spanisch), ob sie sich nicht drum kümmern konnte. Schließlich hatte sie ja 5300 Euro an uns verdient. Das sagte ich natürlich nicht. Es dauerte einen Tag, da hatte sie einen Termin für uns. Sie schickte uns gleich alle notwendigen Anträge mit. Die dürfen wir nun ausfüllen. Der Termin dort ist am 15. März, der Termin beim Notar am 17.März. Wenn alles klappt, könnte es also hinhauen. Die Fahrt zum Notar hatte ich auch schon organisiert. Ich hatte einfach bei der Hausbesichtigung die jetztigen Besitzer gefragt, ob sie uns abholen könnten, denn wir würden nie im Leben einen Parkplatz mit unserem Geschoss bekommen. Die hatten netterweise zugestimmt. Bernd kümmerte sich um den Termin mit der Bank. Das ist etwas einfacher, denn der für uns zuständige, ist ein Deutscher. Ein Konto brauchen wir unbedingt, denn hier ist es üblich, bei der Hausübergabe mit einem Cheque ( wird das so geschrieben??) zu bezahlen, der von einer spanischen Bank ausgestellt werden muss. Außerdem können die zukünftigen Nebenkosten, auch nur von einem spanischen Konto eingezogen werden. Wenn wir die Gebäudeversicherung ebenfalls bei der Bank abschließen, müssen wir keine Kontoführungsgebühren zahlen. Also, werden wir dies dort auch tun. Wir sind echt froh, wenn wir diesen ganzen Behördenkram hinter uns haben.

Ansonsten ist noch zu berichten, dass wir uns hier sauwohl fühlen und das Wetter fantastisch ist. Leider gehen aber auch hier in Spanien die Infektionzahlen gerade wieder sehr hoch. Die dritte Welle überrollt Spanien geradezu. In Conil und Tarifa liegen die Inzidenzzahlen bei über 500. Und ab heute ist Cinil gesperrt. Das heißt, keiner darf mehr rein und keiner raus. Bei Mißachtung droht eine Geldstrafe von 1600 Euro. Der Zeitpunkt konnte nicht schlechter sein, denn heute abend waren wir eigentlich alle zu Jürgs Geburtstag eingeladen. Den wollte er im Restaurant auf seinem Campingplatz feiern. Nun feiert er alleine mit 3 Schweizern, die ebenfalls auf dem Campingplatz sind. Wir acht von hier bleiben also hier. Sarahs Mutter hatte ihm einen Kuchen gebacken, den haben wir dann heute nachmittag ohne Jürg verputzt, aber wir haben schonmal auf ihn angestoßen. Hoffen wir, dass es bald endlich mal abwärts geht. Das wünsche ich mir für die ganze Welt. Leute, ich habe kein Bock mehr auf Corona und will bald mal unser altes Leben zurück!!! In diesem Sinne, bleibt alle schön gesund und haltet Abstand!

Womo

Wir sehen zum ersten Mal unser Haus 12.01.2021

Vordergarten-Eingang Haus

Endlich war es soweit, heute sollte unsere Hausbesichtigung stattfinden. Unser Freund Jürg hatte sich bereit erklärt uns zu fahren, denn noch wußten wir nicht, ob man mit unserem Wohnmobil dort parken konnte. Jürg erschien pünktlich morgens um 10 Uhr 30 und los gings. Von El Soto waren es 78 Kilometer und eine Stunde Fahrt musste man rechnen. Unser Termin war um 12 Uhr. Unterwegs waren wir mal wieder ganz verzückt von der Landschaft, waren wir doch diesmal auf der Hintour nach Spanien nur Autobahn gefahren. Schnell wurde es hügelig und weil es extrem viel geregnet hatte, “ Gott sei Dank“, bevor wir gekommen sind, war es extrem grün überall.

Die Landschaft hier im Landesinnere war traumhaft und ich konnte mich gar nicht sattsehen. Auch Jürg fand die Gegend hier viel schöner als in Chiclana, wo wir ursprünglich ein Haus kaufen wollten. Wir kamen gut voran, nur als letztes ging es in Arcos de la Frontera durch sehr enge Gassen und Bernd schwitzte allein bei der Vorstellung, hier mit unserem riesigen Wohnmobil rum zu gurken. Jürg beruhigte ihn und versicherte, es gäbe natürlich auch noch einen anderen Weg.
Weil wir gut in der Zeit lagen und uns einige Lebensmittel sowie Getränke fehlten, hielt Jürg kurzerhand beim Carefour (spanischer Einkaufsmarkt). Ich sprintete aus dem Wagen (jedenfalls in Gedanken) und versprach mich zu beeilen, denn allzu viel Zeit blieb uns nun nicht mehr bis 12 Uhr. Ich schnappte mir von draußen einen Einkaufswagen, setzte meine Maske auf und betrat den Laden. Sofort brach großes Chaos aus. Unter keuen Umständen durfte man mit einem Wagen von draußen in den Markt. Wußte ich ja nicht!! Sofort entrissen mir behandschuhte Hände den anscheinend coronaverseuchten Wagen und gaben mir einen frisch desinfizierten mit Banderole, zum Beweis. Uih uih uih, war der Markt groß. Wie sollte ich mich hier denn so schnell zurechtfinden? Allzuweit wollte ich mich auch nicht von den Kassen fortbewegen, denn dann würde ich hier wahrscheinlich nie wieder rausfinden und die Zeit drängte. Schließlich wollte ich nicht den Eindruck, bezüglich der deutschen Tugend „Pünktlichkeit“ bei den Spaniern zerstören. Ich kaufte also nur das Aller- notwendigste und bezahlte 11 Euro. Zum Glück war an der Kasse nichts los. Auf dem Parkplatz kam mir Bernd schon entgegen und rollte den Wagen die letzten Meter zu Jürgs Auto. Die Sachen wurden schnell unter die Plane seiner Ladefläche verstaut., einen normalen Kofferraum hat er nicht, denn er fährt einen großen, coolen Dodge Ram. Das muss er auch, denn sonst bekäme er seinen amerikanischen Trailer (Sattelauflieger), in dem er wohnt, nicht mit. Jetzt stand dieser aber auf dem fast leeren Campinplatz in Conil. Nun hatten wir noch 5 Minuten bis 12 Uhr und noch 7,4 Kilometer.

Ganz pünktlich schafften wir es nicht, aber mit 3 Minuten Verspätung parkten wir vor unserem Haus. Die Besitzer und die Maklerin waren schon da und aus einiger Entfernung zogen wir alle mal kurz unsere Masken nach unten, damit wir gegenseitig sehen konnten, wie wir aussahen. Dann begrüßten wir uns mit der mittlerweise üblichen Ghettofaust und betraten das Grundstück.

Ein paar Anmerkungen zu der schlechten Qualität der folgenden Fotos: Sie geben in keinster weise die Schönheit des Anwesens wieder. Wenn wir ab Ende Februar eingezoigen sind, der Garten gemacht ist, machen wir neue Fotos. 1. haben wir die unprofessionell in aller Eile bei der Besichtihgung gemacht; 2. im Haus war es etwas dunkel (wg. teils heruntergelassener Schalusien);
In der Hausanounce waren tolle professionelle Fotos aus dem Herbst, die ich leider von der Internetseite nicht auf meinen PC herunterladen konnte!

Vordergarten-Eingang Haus

Um es kurz zu machen, es gefiel uns super!!! Es traf zu 100 Prozent unseren Geschmack, denn wir stehen ja nicht so auf hypermodern. Die Küche hat einen Tresen und Bernd und Jürg setzten sich sofort auf die Barhocker und bestellten “ una cerveza“: So stellte ich mir eine Wohnküche vor. Traumhaft!!!

Küchentresen, dahinter die Einbauküche
Blick von der Küche/Esszimmer in den Garten

Es grenzte sogar ein kleiner Vorratsraum an ihr, worin auch die Waschmaschine untergeracht war. Davon war im Internet nichts zu sehen gewesen, aber war natürlich Gold wert! Weiter ging es zum Wohnzimmer. Dieses sah im Internet aus, wie ein riesiger Schlauch. In Natura aber überhaupt nicht und auch davon waren wir hin und weg.

Weiter ging es zu den beiden Schlafzimmern. Das Hauptschlafzimmer war irre groß und hatte Platz für zwei Kleiderschränke. Diese nehmen die Besitzer aber mit. Das war uns ganz recht, denn wie wir sahen, hatte das Zimmer zusätzlich einen tollen begehbaren Kleiderschrank. Zusätzlich gab es noch ein wunderschönes Bad „en suite“. In Gedanken verteilte ich schon die Plätze in dem schönen großen Bett. Ich natürlich auf der Seite des Bades, denn jede Nacht muss ich 2 mal raus. Bernd nie! Das andere Schlafzimmer war kleiner, aber auch echt schön und das eigene Bad ist auch gleich nebenan. Im ganzen Haus sind braune Naturfliesen und keine hatte auch nur annährend einen Sprung. Die Fliesen fand ich weltklasse und was wichtig ist, auch pflegeleicht. Das war bei meinem Putzfimmel eigentlich egal, aber gut zu wissen. Ah, ich freu mich wie blöde, bald mal wieder richtig putzen zu können. Das kann ich in unserem Saloon zwar auch, aber man ist ja leider immer so schnell fertig. Uns gefiel alles, sogar die Farbe der Wände, die konnten allerdings einen neuen Anstrich gebrauchen. Mal überschlagen, ob wir uns das überhaupt noch leisten können…..Sieht nicht so gut aus, aber egal, schick ich Bernd ein bißchen Gitarre spielen. Ach ja, ist ja Corona und keine Touristen da. Ach, so schlimm sehen die Wände nun auch wieder nicht aus;-)

Jetzt ging es in den Garten. Dieser war zwar nicht so riesig groß, aber genau so wollten wir es haben!! Man hat weniger Arbeit, denn Gartenarbeit gehört nicht gerade zu meinen allerliebsten Aufgaben.

Was wichtig war, das Haus hatte eine große überdachte Terasse, auf der wir mit Freunden gemütlich sitzen konnten, auch wenn es mal regnen sollte und natürlich zum scrabblen. Ja, das machen wir tatsächlich noch immer!! Es gab einen Orangenbaum, einen Pflaumen- und einen Mandelbaum. Klasse, oder?? Natürlich hat das Haus auch einen kleinen Pool, in dem man sich in den Sommermonaten schön abkühlen kann.

Und zum Schwimmen haben wir ja dann in 300 Meter Entfernung den riesigen See mit Strandabschnitt!!!

Herrlich, wir sind schon wieder im Paradies gelandet!!! Dann gab es noch zwei 12 qm2 Häuschen, eins für Gartengeräte und eins für Die Heizung mit dem Heizöltank. Achja, wir haben eine Ölheizung, mit der die Fußbodenheizung betrieben wird. Außerdem war an der Seite noch ein 15 Meter langes Carport, dass aber leider wahrscheinlich nicht hoch genug für unser Wohnmobil war (es fehlen nur ca. 120m zu unserer 3,4m-WoMO-Höhe). Egal, nehmen wir halt einfach das Dach ab, ist eh besser, dann werden jedenfalls die Solarpanele aufgefüllt. Da fällt mir ein, dass das Haus auch Solarthermie hat. So brauchen wir keinen Strom, um das Wasser zum Duschen zu erwärmen. Ein paar Beete gab es auch, aber es hielt sich in Grenzen,. Gott sei Dank! Wir hielten uns dort ziemlich lange auf und fragten die Vorbesitzer Löcher in den Bauch. Zum Glück konnte der Mann englisch. Beide waren irre nett und die Maklerin auch. Ach ja, irgendwann mussten wir das Haus aber doch verlassen und fuhren mit Jürg zurück.

Im Hintergrund das weisse Dorf (pueblo blanco) von Arcos dde la Frontera
Die Steilwand auf der Rückseite von Arcos de la Frontera

Unterwegs fanden wir ein nettes Lokal, in dem wir Jürg für seine Mühe zum Essen einluden. Lecker war es!!! Nun mussten wir uns sputen, denn wir hatten Sarah versprochen 3 Stunden auf die Zwillinge aufzupassen. Ach, war das alles aufregend!

Womo

Trotz Corona unbehelligt in El Soto angekommen! 10.01.2021

Eigentlich dachte ich, als wir gegen halb 11 in Burgos starteten, dass wir irgendwo noch eine Übernachtung einlegen würden, aber wir kamen so gut voran, dass Bernd gegen 5 Uhr beschloss durchzufahren. Ich brachte ihn zwischendurch immer mal wieder etwas zum Essen und so musste er nur 2 Mal das Lenkrad verlassen. Einmal zum Tanken und einmal zum Pinkeln. Wir konnten es gar nicht abwarten anzukommen und endlich kurz vor 21 Uhr waren wir da. Wir fuhren durch das große Tor auf unseren Stellplatz bei Sarah in El Soto und es war, als wären wir nie weggewesen. Ich sprang aus dem Auto, schnappte mir die gefrorenen Fressalien, die uns meine Schwester mitgegeben hatte und machte mich schnurstracks auf den Weg zu Sarah. War das eine Freude!!!! Nach der Begrüßung holte Sarah einen Hammer und schlug das Eis entzweim, um an den Grünkohl, die Rouladen und die anderen Köstlichkeiten zu kommen. Sarah war total begeistert und deponierte schnell alles im Kühlschrank. Die Kinder schliefen natürlich schon und so konnten wir in Ruhe quatschen. Allzu spät wurde es aber nicht, denn Bernd war ganz schön groggy. Man merkt doch sehr deutlich, dass er nun schon 57 Jahre alt ist. Sarah musste auch ins Bett, denn die Kinder sind immer schon um 5Uhr 30 wach.

Am nächsten Morgen war ich natürlich wieder mal um 4 Uhr wach. Brrrrrrr, war das kalt im Saloon.Auch in Andalusien war Winter und draußen hatte es nur 2 Grad. Im Wohnmobil kuschelige 8. Mit 2 Jacken, dicken Socken und einer Wolldecke, setzte ich mich leise vor den PC und spielte bis um halb 7 Doppelkopf. Dann war ich endlich wieder müde und total durchgefroren. Zeit wieder ins Bett zu gehen. Ich kuschelte mich ganz dicht an Bernd an. Der schrie entsetzt auf und schob mich soweit es das nur 1,40 m breite Bett zuließ, von sich und schlief sofort wieder ein. Sehr fürsorglich!! Bei mir war an Schlaf nicht zu denken. Ich fröstelte also bis halb 9 vor mich hin. Endlich wachte Bernd aus und ich trieb ihn an, sich schnell anzuziehen und mit mir zu den Kindern zu gehen. Denn die würden von 10 Uhr bis 14 Uhr im Kindergarten sein und wir konnten es gar nicht abwarten sie wieder zu sehen. Emilio sah uns zuerst durch die geschlossene Schiebetür und jauchste und lachte und rannte von einem Raum in den nächsten. Wir schoben die Tür auf und er flog mir in die Arme. Ach, war das herrlich!!! Er drückte mich ein ums andere Mal und dann war Bernd dran. Tiago war etwas reservierter, aber nach 5 Minuten war das Eis gebrochen und Bernd bekam schon einen Fuß ins Gesicht. Wir gaben ihnen die mitgebrachten Bücher und während Bernd sich mit seinem Tiaogo beschäftigte, lagen Emilio und ich eine geschlagene Stunde auf dem Boden und suchten die Gegenstände in dem mitgebrachten Wimmelbuch. Er hatte sofort begriffen, um was es ging und war wesentlich schneller als ich. In Sekunden zeigte er auf das gesuchte Objekt. Sprechen tun die beiden noch nicht allzu viel. Sind halt Jungs, aber verstehen tun sie alles und zwar in Deutsch und in spanisch. Ich bin Eini und Bernd ist Bär. Als es Zeit wurde in den Kindergarten zu fahren, waren beide todmüde und schliefen auf der Fahrt dorthin im Auto ein. Wir tranken dann mit Sarah noch einen Kaffee, bevor wir uns wieder zum Wohnmobil begaben, um dort zu frühstücken. Mittlerweile war es 11 Uhr. Das Thermometer zeigte nur 11 Grad, aber die Sonne, die vom wolkenlosen Himmel schien, hatte ordentlich Wumms und so wechselten wir vom Wollpullover auf T-shirt. Kurze Hose geht erst, wenn ich mich heimlich irgendwo gesonnt habe, denn meine Beine sind so kalkweiß, dass ich es keinem zumuten möchte. Ihr wisst ja, ich finde braunes Fett sieht besser aus als weißes. Nach dem Frühstück, im Wohnmobil war es jetzt richtig warm geworden, riefen wir die Maklerin an, um einen Termin zur Besichtigung zu machen. Wir waren ja sooo aufgeregt!!! Lange mussten wir nicht mehr warten, denn die Maklerin hatte schon am nächsten Tag Zeit.

Am Nachmittag, als die Kinder zurück vom Kindergarten waren, kamen auch noch Sarahs Mutter, Jürg, der Schweizer , der wie jeden Winter mit seinem Trailer in Conil ist und Alex dazu. Gemeinsam auf Sarahs Terasse, tranken wir alle zusammen grünen Tee und aßen die kleinen Christstollen, die meine Schwägerin Tanja uns in Deutschland mitgegeben hatten. Sie , beziehungsweise die Hausdame ihres Hotels, hatte davon nämlich 3 Kartons a 2,5 Kilo bestellt. Und dann kam, anstatt der Gäste, der zweite Lockdown und das Gebäck geriet in Vergessenheit und wurde erst kurz vor unserer Abreise wieder gefunden. Wir nahmen gerne einen Karton mit und jetzt sind auch nur noch maximal 150 Gramm da. Danke Tanja!!! Hier sind alle ganz begeistert und das Abnehmen wird wieder mal nach hinten verschoben! Später nahmen wir noch die kleinen Racker mit zu uns und wir machten uns mit den anderen Campern, die ebenfalls mit ihren drei Mobilen auf Sarahs Stellplatz stehen bekannt. Ausnahmslos nette junge Leute, aus Italien, Spanien und Holland. Geredet wurde in allen Sprachen und Verständigungsprobleme gab es nur einmal. Und da haben wir uns fast gekugelt vor Lachen. Sarahs Mutter stattete uns einen Besuch ab und Bernd, sie und ich saßen am Tisch beim Wohnmobil. Das holländische Pärchen hatte einen 2,5 jährigen strohblonden Sohn dabei der sich die ganze Zeit alleine beschäftigte.Irgendwann krabbelte er, auf den noch freien Stuhl ,bei uns am Tisch und erzählte uns etwas. Bernd sprach die ganze Zeit Plattdeutsch mit ihm und er schien alles zu verstehen. Auch konnte er wirklich gut und viel reden. Wir tranken gerade Kaffeeee, als er immer wieder sein rechtes Auge rieb und immerzu sagte :“ Auge tut weh.“ Nun kam auch Sarah und bekam das mit. Sie ging zu den Eltern und sagte ihnen auf englisch, dass ihrem Sohn wohl das Auge weh täte. Die Mutter antwortete: Nein , er sagt auf hölländisch ook coffjee. Man haben wir gelacht.

Womo

Wir haben ein Haus gekauft!

Irgendwie habe ich es verpennt euch weiter vom Hauskauf zu berichten. Das wird jetzt auf der Stelle nachgeholt. Bitte verzeiht die vielen Fehler, aber alles was ich in den letzten Tagen geschrieben hatte, geschah im Wohnmobil, während der Fahrt. Da sitze ich auch jetzt und zwischendurch ist es sehr holprig und ich verfehle die Buchstaben und die Kommata. Zu allem Überfluss hat sich das Programm, in dem ich schreibe und die Buchstaben sind soo klein, dass ich sie nicht mal mit Bernds Brille sehen kann. Ich sehe also nicht, was falsch ist und damit ihr endlich mal wieder etwas zu lesen habt, lasse ich es auch nicht von Bernd korrigieren, denn der fährt ja und ist beschäftigt.

Nun zum Hauskauf. Schon in Holland ging es los, das die Maklerin uns den Vorvertrag schickte. Diesen schickten wir zu Sarah, diese widerum zu ihrem Anwalt, der jetzt auch unser sein sollte und der alles prüfte. Das ist in Spanien so üblich. Der Anwalt sagte der Vertrag sei ok, schrieb aber er wolle noch 2 Sachen ändern. Das tat er auch und schickte ihn wieder zu Sarah. Diese konnte ihn nicht öffnen und uns nicht schicken. Wir hatten das Haus reserviert. Das geht über 48 Stunden. Diese waren jetzt abgelaufen und Bernd und ich echt verzweifelt, wussten wir doch, dass es noch andere Intressenten gab. Ich schrieb an die dreizig mal mit der Maklerin hin und her. Diese beruhigte mich zwar, aber das nützte nach den schlechten Erfahrungen, die wir mit ihren Berufskolleginnen gemacht hatten gar nichts. Der Anwalt war nicht mehr zu erreichen und am nächsten Tag war ein Feiertag. Auch an diesem gingen zwischen der Maklerin unzählige Nachrichten hin und her. Das hört sich jetzt vielleicht einfach an, war es aber nicht, denn das Sprachproblem war nicht unerheblich. Wir mussten alles erst mit google übersetzten und ihr ging es genauso. Am nächsten Morgen wollte uns der Anwalt sofort den Vewrtrag schicken. Sein Büro öffnete um 9 Uhr. Um 9 Uhr 30 erreichte Sarah ihn, allerdings im Auto auf den Weg zum Büro. Ich war mehr als panisch. Die Frist war jetzt schon lange vorbei und ich hatte regelrechte Schnappatmung. Plötzlich konnte Sarah den Vertrag dann doch öffnen und schickte ihn zu uns. Bernd fuhr auf den nächsten Parkstreifen. Wir öffneten ihn. Verstehen konnten wir gar nichts, war ja auf spanisch, aber egal. Klar war, dass wir jedes Blatt unterschreiben mussten. Irgendwie elektronisch. Es waren 2 Kästchen dort. Bernd setzte seine Unterschrift in das eine und wollte meine in das andere Feld setzten. Das ging aber nicht. Nachdem Bernd es wohl 6 mal versucht hatte, gab er auf. In das zweite Feld setzte er das Datum und meine Unterschrift setzte er mit zu seiner ins erste Feld. Dann wurde alles abgeschickt. Freudig sprach ich der Maklerin aufs Band. Juchhu, Vertrag unterschrieben. Ach ja und die Anzahlung von 10600 Euro auch überwiesen. Die Maklerin hatte Mittagspause und antwortete erst 2 Stunden später. Vertrag ungültig, weil meine Unterschrift alleine in einem Feld sein musste. Wir erklärten verzweifelt, dass das nicht geht. Daraufhin sagte sie uns, dass ich einen eigenen Vertrag bekommen hätte, auf m e i n e e-mailadresse und dieser müsse nun noch unterschrieben werden. Da wären wir nie im Leben drauf gekommen. Bernd also wieder rechts ran und diesselbe Prozedur noch einmal. Später erfuhren wir, dass die Verkäufer denselben Fehler gemacht haben. Egal, jetzt ist alles perfekt und wir stolze Hausbesitzer. Dabei haben wir das Haus noch nicht mal live gesehen. Also Leute, drückt uns mal die Daumen, dass es annährend so ist, wie wir uns es uns vorstellen. Man war das ein aufregender Tag. Wir waren fix und fertig und konnten uns überhaupt nicht freuen.

Jetzt kommt eine Menge Arbeit auf uns zu. Ein Konto eröffnen, einen Notartermin machen, eine Hausbesichtigung durchführen, eine Mietlizenz beantragen und und und. Mitte Februar wollen wir allles über die Bühne gebracht haben.

Womo

Die Fahrt 07.01.2021

Wir schafften es tatsächlich pünktlich um 8 Uhr von Papenburg loszukommen. Es wurde gerade hell und war saukalt. Das war gut für das Essen in den Eimern. Diese hatten wir in der Nacht neben das Wohnmobil gestellt und tiefgefroren kam es dann in die Garage unseres Saloons. Ab ging die Fahrt. Ein kurzer Stop in Haren, wo Bernd noch ein letztes Mal in Deutschland tankte und schwupps waren wir auch schon in Holland. Dieses Mal sollte unsere Fahrt über Holland, Belgien und Frankreich gehen. Das war die kürzeste Strecke. Bernd hatte natürlich Bedenken, wie immer wenn er etwas noch nicht kennt, aber weil auch sein Musikerfreund Burkhard ihn vor einigen Tagen dazu geraten hatte, ließ er sich darauf ein. Auf mich hört er ja leider nicht. Wie anders ist es doch durch Holland zu fahren. Im Gegensatz zu Deutschland hatten wir keine verstopften Straßen, keine Staus, ja nicht einmal Verkehr. Aussteigen durften wir aber nicht, nicht einmal zum Tanken. Das war dort eine der Coronaregeln. Unser Tank fasst 125 Liter, eigentlich sogar 175. Der Vorbesitzer hatte damals den Tank vergrößern lassen. Leider weiß dies die Tankanzeige nicht und so geht sie immer auf Reserve wenn wir eigentlich noch 55 Liter drin haben. Und Bernd geht nun mal kein Risiko ein, Planer halt !! So fahren wir nun seit exakt 4 Jahre 50 Liter Ersatzdisel mit uns spazieren und das , obwohl wir ständig überladen sind. Bernd spart da lieber an Wasser. Macht ja nix, wen n wir stinken, ist ja Corona und wir sind unter uns.;-) Die 125 Liter reichten aber auch aus, um durch Holland zu kommen. Ja, wir kamen damit sogar durch Belgien. Dort verpassten wir allerdings das Tanken und durften daraufhin in Frankreich tanken. Ein Liter Disel 1, 46 Euro. Hammer!!! Auch Maut war happig!!! Naja, trifft ja keinen Armen:-( Wir kamen am ersten Tag bis hinter Paris und lediglich kurz vorher gab es leicht zähfließenden Verkehr. Unser Auto lief wie am Schnürchen und wurde immer wieder liebevoll von uns gestreichelt. Es verbrauchte in der ersten Etappe auch nur 14 Liter auf 100. Wir waren ganz begeistert. Hinter Paris stellten wir uns auf irgendeine Raststätte zwischen die LKWund verrammelten Fenster und Türen. Wir sahen noch einen Film bei Netflix und schliefen danach schnell ein. Am nächsten Tag klingelte der Wecker um 7 Uhr. Zwar dösten wir noch eine viertel Stunde ein, schafften es aber pünktlich um 8 Uhr 30 loszukommen. Es war immer noch saukalt. Wie gut, dass ich um 4 Uhr kurz wach war und schon die Heizung angestellt hatte!! Es waren um die Uhrzeit nur 8 Grad im Saloon. Als wir aufstanden war es aber schon wohlig warm. Bernd verließ das Lenkrad nur zum Pinkeln und selbst das nur 2 Mal. Kilometer um Kilometer kamen wir unserem Ziel näher und schon gegen 17 Uhr passierten wir die spanische Grenze bei San Sebastian. Bernd war noch immer in Topform und so beschlossen wir noch weiter zu fahren. Bernd redete schon seit Tagen immer wieder davon, dass wir in Schnee geraten würden und er wollte vorher unbedingt viele Kilometer hinter sich bringen. Wir fuhren dann noch bis kurz vor Burgos und schliefen abermals auf einer Raststätte. Wie auch den Morgen zuvor standen wir früh auf. Gegen 9 Uhr waren wir abfahrbereit. Bereits nach 10 Kilometer fing es wie der Teufel an zu schneien. Bei minus 4 Grad blieb natürlich auch alles sofort liegen. Die linke Spur war in null komma nix weiß, die rechte ging noch und so ließ er den Parkplatz rechts liegen und fuhr weiter. Die nächste Parkgelegenheit gab es in 20 Kilometern, also nicht allzu weit entfernt. Leute ich sag euch, diese 20 Kilometer hatten es wahrlich in sich. Erstens ging es immer höher und schon nach gefühlten 2 Kilometern lag viel mehr Schnee auf unserer Spur. Dieser war ziemlich matschig, weil ja auch andere Autos hier fuhren und es wurde glatt. Zudem gab es jetzt einen richtigen Schneesturm. Vor lauter Schnee konnten wir fast nichts sehen. Wir hatten das Gefühl, unterwegs in den Skiurlaub zu sein, allerdings mit Sommerreifen. Wer rechnet in Spanien schon mit solchen Schneemassen??? Bernd fuhr hochkonzentriert und man sah ihm die Anspannung an. Hoch ging ja noch, aber runter , hatte selbst ich Todesangst. Schließlich wiegt unser Auto mehr als 8 Tonnen und wenn die ins Rutschen kommen, hält den keiner mehr. Das war selbst mir klar und so saß ich ausnahmsweise mal angeschnallt auf meinem Platz. Bernd schwitzte ganz schön, aber irgendwie und irgendwann hatten wir die 20 Kilometer geschafft und sicher auf dem Rastplatz kurz vor Burgos gelandet. Und wegen den paar Kilometern waren wir so früh aufgestanden. Es nützte nichts, wir konnten nicht weiterfahren. Daggi schickte uns eine Sprachnachricht, dass alle Autobahnen bei Madrid gesperrt seien. Auch dort war es mächtig am schneien und die Spanier kamen mit dem Räumen und streuen nicht hinterher.Scheiß Klimaerwärmung! Für uns hieß das: Zwangspause. Wir scrabbleten, telofonierten, tranken Tee und warteten. Es schneite den ganzen Tag weiter. Gegen 23 Uhr gingen wir ins Bett und am nächsten Tag hatte es endlich aufgehört ztu schneien. Bei minus 4 Grad aber nicht gerade warm. Bernd schlief erstmal bis 9 Uhr. Beim Frühstück sah er dann 2 Männer aus ihren Räumfahrzeugen kommen und quatschte sie fröhlich aus dem Fenster an.“ Bueno Job?“ Damit wollte er fragen, ob sie gute Arbeit geleistet hatten. Einer der Männer kam lachend zum Fenster (natürlich wurde die AHA Regel eingehalten) und mit si si si, strahlte er Bernd an. Bernd fragte in fast perfektem spanisch, ob die Straße frei wäre. Der Mann verstand ihn anscheinend, denn stolz berichtete “ Todo perfecto“, also alles perfekt. Heute würde es auch nicht mehr schneien, war er sich sicher. Jedenfalls verstanden wir es so. Grund genug unsere Fahrt fortzusetzten. Die Strassen waren tatsächlich toll geräumt und trocken und so ging es weiter. Vorbei an unzähligen schneebedeckten Olivenbäumen und zugefrorenen Seen. Ein Wintermärchen. Für Spanien aber doch sehr unüblich. Ich musste an die armen Leute denken, die keine Heizung hatten. Davon gab es hie ja jede Menge. Hoffentlich geht es bald mit den Temperaturen aufwärts. Wir hatten noch 900 Kilometer vor uns uns als wir nur noch 600 hatten beschloss Bernd durch zu Sarah zu fahren. Dort würden wir dann heute gegen 21 Uhr eintreffen. Ab der Höhe Cacares, nun waren es nur noch 400 Kilometer verschwand der Schnee allmählich und das Termometer kletterte auf 8 Grad. Endlich sahen wir nach langer Zeit mal wieder blauen Himmel.

Womo

Kein Bock mehr auf Deutschland

Unsere Sehnsucht nach Spanien wuchs immer mehr und im neuen Jahr gab es kein Halten mehr. Täglich lag ich Bernd in den Ohren, wann es endlich losgehen würde. Das Wetter war kalt und ungemütlich und die Coronalage würde wohl so schnell nicht besser werden. Aussitzen war keine Option mehr. Wir wollten los. Am allerliebsten wollten wir natürlich unser altes Leben wieder. Unbeschwert reisen, an schönen Stränden stehen, viele Leute kennenlernen usw. Dank scheiß Corona ging das aber nicht. Zwart kannten wir einige, die trotz allem ziemlich unbehelligt an irgend einem Strand stehen, aber genau so viele kannten wir auch, die weggeschickt wurden oder richtig Ärger bekamen. Deshalb und auch weil keiner weiß, wie es nach Corona weitergeht, wollte ich unser Geld sichern. Meine Befürchtung war und ist es immernoch, das wir entweder eine riesige Inflation bekommen, oder anders zur Kasse gebeten werden. Der Bauer von Dangast, bei dem wir immer auf der Wiese gestanden hatten, hatte meine Ängste noch zusätzlich angeheizt. Er war sich absolut sicher, es käme zur Zwangsenteignung und Geldentwertung.Mir wurde Angst und bange und deshalb guckte ich vermehrt nach Häusern in Spanien. 3 mal hatte ich schöne und erschwingliche Häuser gefunden und jedesmal trat ich mit den Maklerinnen, es waren tatsächlich alles Frauen ,in Verhandlung. Natürlich mussten die Häuser erst geprüft werden, denn in Chiclana, wo wir wohnen wollten, weil dort die Häuser im Vergleich zu anderen Regionen recht günstig waren und wir unsere Freunde , unsere Patenkinder und unser geliebtes Roche in der Nähe hatten, waren 80 Prozent der Häuser ilegal gebaut worden. Das könnte mächtige Strafen und gegebenenfalls den Abriss auf eigene Kosten nach sich ziehen. Das wollten wir natürlich keinesfalls. So schnell, wie die Objekte unserer Begierde verkauft wurden konnten wir gar nicht gucken. Bei Haus Nummer 3 versprach uns die für dieses Haus zuständige Maklerin, dass wir das Haus auf jeden Fall bekommen würden und sie uns sofort unterrichte, falls ein anderer Interessent da wäre. Das war am Donnerstag. Wir setzten uns mit unserer deutschen Anwältin in Verbindung, die auch sofort aktiv wurde. Bereits am selben Tag hatte sie schon einige Papiere zusammen un d stand mit der Maklerin in Verbindung. Freitag setzte sie ihre Arbeit fort. Dann kam das Wochenende und Montag morgen rief unsere Maklerin an und bedauerte sehr, dass das HAus soeben verkauft worden war. Die blöde Kuh!!!! Ich war soooo sauer und heulte erst einmal 2 Stunden. Bernd rief noch mal bei ihr an und fragte, ob man denn gar nichts mehr machen könne. Als sie verneinte, ließ Bernd seinen Unmut lauthals auf sie niederprasseln. Von mir bekam sie eine superschlechte Bewertung!! Wir durften dann 300 Euro an unsere Anwältin bezahlen, die ja schließlich auch nicht von der Wohlfahrt ist.

Zwei Wochen später hatte ich dann wieder ein Haus gefunden. Zwar 70 Ki.ometer weit von Conil entfernt, aber das Haus sah toll aus. Es lag in El Santiscal , einen Ortsteil von Arcos de la frontera. Dort waren wir vor 2 Jahren schon einmal ein paar Tage gewesen. Es war zwar im Landesinneren, hatte aber einen riesigen See, der mindestens 8 mal so groß, wie das Zwischenahner Meer ist. Zudem noch einen Strandabschnitt, vor dem Bernd und ich seinerzeit mit dem Womo gestanden hatten. Man konnte dort, anders als im Atlantik, wo die Wellen ja im mer so groß und wuchtig sind, herrlich schwimmen. Dieser See lag nur 300 Meter von unserem hoffentlich zukünftigen Haus entfernt. Ein Traum!!!

Ich hatte panische Angst, dass auch dieses Haus wieder schnell weg sein würde und so machte ich richtig Dampf. Legal war es schonmal und für mich gab es kein Halten mehr. Unbesehen wollte ich es kaufen. Bernd hatte ich auch schon soweit, wenn er auch heftige Magenschmerzen hatte. Sarah, mit der wir telefonierten, meinte wir können doch kein Haus unbesehen kaufen. Sowieso wollte sie uns lieber etwas näher dran haben. Wir waren aber so in unseren Wahn, dass ich zu Sarah sagte, wir nehmen es auf jeden Fall. Sarah meinte darauf hin, dass ginge nun wirklich nicht und bot uns an, es selbst zu besichtigen und mit uns via Facetime eine Hausbesichtigung zu ermöglichen. Das war total nett von ihr und Bernd hatte nicht mehr ein ganz so schlechtes Gefühl. 3 Tage später war es soweit. Sarah rief an. Das Haus war zwar nicht Sarahs Geschmack, aber sie war sich sicher, dass es unser war. Und so war es auch!!! 45 Minuten ging Sarah mit uns durch die Räume und den Garten. Alles sah super aus, roch nicht, war nicht feucht und sogar möbeliert. Sarahs Segen hatten wir und sie war sogar ganz begeistert von der Gegend dort. Sarah hatte allerdings auch mitbekommen, dass die Nachbarn dieses Haus auch kaufen wollten. Ich geriet schon wieder in Panik. Gott sei Dank stand aber deren Finanzierung noch nicht und so hatten wir einen kleinen Vorsprung. Wir beschlossen sofort am nächsten Tag loszufahren. Am Abend besuchten wir noch Bernd und Tanja in ihrem Wochenendhäuschen, wo wir mit Sekt auf das Haus anstießen. Nach dem zweien Glas hatte ich schonwieder alle Lampen an. Mein Bruder machte uns dann noch leckere Poulardenbrust mit Reis, Currysauce und gebratenen Früchten. Wir ließen kein Krümelchen über. Gegen 23 Uhr verabschiedeten wir uns, fuhren zurück nach Westerstede und am nächsten Abend nach Emden, wo wir uns von meiner Schwester und meinen Schwager verabschiedeten. Dort gab es dann Lachs aus dem Räucherofen mkit Blumenkohl, Brokkoli und Bechamelkartoffeln. Ein Gedicht!! Am nächsten Tag durfte ich in Rainers Küche kochen. Ich hatte viel zu viel eingekauft und einiges war schon abgelaufen. Das musste unbedingt verwertet werden. Sarah hatte uns den Auftrag erteilt unbedingt Grünkohl und Rouladen mitzubringen. Leider gab es keinen Platz mehr im Kühlschrank und erst recht nicht im Gefrierschrank. Meine Schwester aber hatte eine großartige Idee. Sie füllte 4 Eimer mit Wasser und ließ dann die eingefrorenen und vakumierten Fressalien dort hinein plumpsen. Dann ab mit den Eimern in den FRoster. Am nächsten Tag war alles eingefroren und die Fahrt konnte weitergehen. Nächster Halt war Papenburg. Dort wohnte Bernds Bruder nebst Frau und von ihnen wollten wir uns auch noch verabschieden. Außerdem hatten wir dort auf dem Boden unseren großen Fernseher untergestellt und der musste natürlich mit. Auch Claudia hatte beim Kochen alles gegeben. Es gab Hähnchenkeulen, Rosenkohl und einen Auflauf. Eigentlich wollte ich ja nichts essen, aber na ja………. Es war köstlich!!! Nun hatten wir uns bei der ganzen Verwandtschaft durch gefressen. Ihr Lieben, wir revangieren uns. Kommt nach Spanien, wenn wir in unserem Haus sitzen!! Wir verbrachten noch schöne Stunden bei den beiden und am nächsten Tag ging es dann endgültig los. Vive Espania!! Spanien wir kommen!!!!!

Womo

Uns gibt es noch!!!

So Leute, ab heute wird wieder mehr geschrieben!! Wir waren ja jetzt seit April in Deutschland und haben zum größten Teil bei meinem Bruder auf dem leeren Hotelparkplatz gestanden. Natürlich waren wir im Sommer auch mal an einem See und sogar mal für ein paar Tage im Teuteburger Wald, wo wir herrliche Wanderungen unternommen haben. Auch Gronau haben wir natürlich besucht und dort hat mir Birgit, eine Friseurmeisterin meine Haare im August geschnitten und zwar ganz kurz!!! Zwischendurch war sogar Sarah mit ihrem Wohnmobil und den Kindern in Deutschland. Unsere große Befürchtung, dass sie uns nicht wiedererkennen würden ,traf aber nicht ein. Sie erkannten uns sofort und Sarah überließ sie uns und war froh, mal ihre Ruhe zu haben. Wir nahmen die 2 Racker mit zum Ferienhaus meiner Eltern nach Greabstede und verbrachten dort die Tage. Leider war das Wetter nur am ersten Tag schön. Die Nächte mit den beiden waren eine Tortur. In der ersten Nacht schlief Bernd im Womo und ich mit den Kindern im 2 mal 2 Meter Bett in der Hütte. Das Einschlafen der beiden war kein Problem, aber sie robbten und strampelten im Schlaf so dermaßen, dass ich es vorzog auf der Erde, auf den Auflagen der Liegen zu schlafen. Diese hatte ich vorsichtshalber links und rechts neben das Bett ausgelegt, falls eins der Kinder rausfällt. Das passierte dann auch prompt. Emil fiel mit Schwung auf meinen Rücken und schrie wie am Spieß. Der arme Kerl hatte sich richtig erschrocken und wusste gar nicht wo er war. Tiago wachte zum Glück nicht auf. Nach 10 Minuten hatte sich Emilio beruhigt und schlief wieder selig. Kurze Zeit später gab es einen lauten Knall. Jetzt war Tiago rausgefallen, allerdings beimFußende, wo ich keine Matten ausgelegt hatte. Schnell machte ich das Licht an.Da ich kein Weinen gehört hatte, hatte ich schon mächtig Angst, er könne sich das Genick gebrochen haben. Dem war zum Glück nicht so. Selig schlummernd lag er auf dem Fußboden und war durch den Sturz nicht mal aufgewacht. Vorsichtig trug ich ihn wieder auf das Bett und legte dann vorsichtshalber auch noch Kissen auf den Boden des Fußendes. Gegen 6 Uhr wachten die Kinder auf und wir tobten eine Weile rum. Dann gab es Frühstück. Nun kam auch Bernd völlig erholt und ausgeschlafen dazu. Mit den Worten“ Heute darfst du bei den Kindern schlafen“ , begrüßte ich ihn todmüde. Den Tag verbrachten wir dann gemeinsam, aber um 18 Uhr konnte ich nicht mehr und verzog mich ins Wohn mobil, wo ich 5 Minuten später in einen tiefen Schlaf fiel. Als ich am nächsten Morgen frisch und ausgeruht erwachte, saß Bernd schon fröhlich mit den Kindern am Tisch und fütterte sie. Alle drei hatten prima geschlafen und hatten allerbeste Laune. Nachdem ich dann mit den beiden Kleinen einen langen Spaziergang gemacht hatte, wo es viel zum Entdecken gab und wir jede Menge Weintrauben, die an Reben wuchsen, klauten und vertilgten ging es zurück. Wir räumten alles wieder auf, mähten noch schnell den Rasen und machten dann das Wohnmobil startklar. Wir fuhren zurück nach Westerstede. Die Kinder juchsten und plapperten fröhlich vor sich hin. In Westerstede ging es dann zum Albert-Post- Platz. Dort gab es ein paar kostenlose Stellplätze und wir wollten uns dort mit Sarah treffen, damit sie die Kinder wieder nehmen konnte. Kaum waren wir dort, kam sie auch schon. Tiago, der im Kindersitz auf dem Beifahrersitz saß, sah sie sofort und schlagartig war es mit der guten Laune und dem Frieden vorbei. Er schrie wie am Spieß und wollte sich überhaupt nicht beruhigen. Sarah betrat das Wohnmobil und jetzte legte auch Emilio los. Sarah hatte alle Hände voll zu tun, sie zu beruhigen und wir waren komplett abgeschrieben. Später gingen wir dann zum Marktplatz, wo wir Kaffee tranken. Die Kinder hatten sich beruhigt, aber als Sarah mal kurz zum Klo musste, wollten sie sie nicht weglassen, klammerten sich an sie und brüllten abermals wie verrückt.

Ansonsten passierte in Deutschland nicht viel. Schließlich war ja Corona und es war wirklich langweilig. Alle 10 Tage fuhren wir mit dem Rad zum Haus am See, fegten, mähten den Rasen, putzen ab und zu die Fenster, reinigten die Dachrinnen usw und fuhren wieder zurück. Zwischendurch spielte Bernd ehrenamtlich in Altersheimen und manchmal auch auf dem Marktplatz. . End April brach sich der Gärtner, der die Beete auf unserem Parkplatz sauberhält den Fuß. Der Bruch war sehr kompliziert, aber wegen Corona konnte er nicht ins Krankenhaus. Die nötige Operation bekam er erst im November. Danach noch etliche Wochen Reha. Kurzerhand übernahmen Bernd und ich diese Aufgabe. So konnten wir uns etwas nützlich machen und uns damit für unseren kostenfreien Stellplatz bedanken.

Nach dem ersten Lockdown, durften nun wieder Geschäftsreisende im Hotel übernachten und wir waren nicht mehr so ganz allein auf unserem Parkplatz.

An den Wochenenden fuhren wir oft nach Dangast. Dort war es herrlich und die Leute sooo nett. Als im September der Wohnmobilstellplatz, wie jedes Jahr, geschlossen wurde, durften wir auf der Wiese eines Bauern stehen, die er als Parkplätze deklariert hatte. Dort stand auch Peter mit seinem alten Wohnmobil und verkaufte seine handgearbeiteten Holzkunststücke. Außerdem Wolfgang, genannt Wolle, mit seiner Crepebude. Wir wurden schnell eine eingeschworene Gemeinschaft. Peter führte mich in seine Kunst ein und brachte mir Holzrohlinge mit, die ich in stundenlanger Arbeit feilte und schmiergelte. Bei Gelegenheit gibt es mal Fotos. Bei Wolle konnten wir umsonst so viele Crepes essen, wie wir wollten und auch für Kaffee war immer gesorgt. ( Das erklärt meine zusätzlichen 3 Kilo). Bernd gab rund um die Uhr Privatkonzerte für die Beiden, so ging ihnen die Arbeit leichter von der Hand. Und ich sorgte für das Abendessen. So partizipierte jeder vom anderen und wir hatten viel Spaß. Das werde ich wirklich vermissen.

Reparaturen hatten wir in der Zeit jede Menge. Unser Kühlschrank, der ja erst 2 Jahre alt war, kühlte nicht richtig und unsere Heizung wärmte nicht. Zu allem Überfluss fiel unser Womo auch noch noch durch den Tüv. Der Kostenvoranschlag hierfür belief sich auf 600 Euro. Eigentlich mussten nur die 2 Eintrittsbleche geschweißt werden, aber wie es so ist, kam eins zum anderen und ehe wir uns versahen, waren wir 2500 Euro ärmer. Zum Glück waren es bei der Heizung “ nur 185 Euro“. Ein netter Herr Schulte kam vom mobilen Alde Kundendienst und wechselte sie aus. Bernd hatte alles gut vorbereitet, sodass er schon nach 35 Minuten fertig war. Leider kostete aber die Anfahrt schon 95 Euro. Wir waren froh, dass es nichts ernstes war, denn es war mittlerweile empfindlich kalt in Deutschland geworden. Wir schrieben November.Das Problem mit dem Kühlschrank, wurde auf Kulanz behoben. Wir mussten “ nur“ die Arbeitszeit zahlen. Auch das war Bernds Verdienst, denn er machte im Vorweg so richtig Alarm. Trotzdem hatten wir alles in Allem Reparaturkosten von 4200 Euro. Wir hoffen das dieses Jahr besser wird. Ach, bei der Gelegenheit wünschen wir euch , liebe Leser, ein ganz tolles 2021. Es kann ja eigentlich nur besser werden, oder???