Gleich nach dem Frühstück verließen wir unser schönes Plätzchen an der Playa Noche y Bano.

Als erstes stand ein Großeinkauf auf unseren Zettel. Dafür fuhren wir die ca. 12 Kilometer nach Mojacar. Schon beim Einfahren in die Stadt war ich hin und weg und machte Bernd ein ums andere Mal darauf aufmerksam, wo unser Wohnmobil überall stehen könnte und wie schön es hier sei.

Direkt am Meer gab es überall Parkflächen aus Sand und zwar ohne Verbotsschilder. Besser ging es doch gar nicht, oder? Die Strände waren total muckelig und ich wollte unbedingt hier den Tag verbringen, zmual das Wetter mit 24 Grad, meiner Meinung nach, viel zu schade war, um im Auto rumzusitzen. Bernd aber verstand meine Winks mit dem Zaunpfahl überhaupt nicht und steuerte als erstes einen Mercadona an. Hier luden wir dann wie immer unseren Einkaufswagen randvoll und während ich noch die Toilette vom Supermarkt benutzte, (spart Wasser) verstaute Bernd schon fast alles im Wohnmobil.
Dann ging die Fahrt zu meinem großen Entsetzten weiter. Ich wollte doch unbedingt hierbleiben!!! Bernd war dann so genervt, dass er nach 4 Kilometern wendete und zurück fuhr. Mit der Bemerkung, dass ich mich nächstes Mal klarer ausdrücken sollte, landeten wir also wieder in Mojacar.

Ein Parkplatz war schnell gefunden und wir machten zu allererst einen kleinen Spaziergang.


In einer Strandbar, die toll am Wasser lag, kehrten wir ein und tranken einen Kaffee.
Danach besorgten wir für unseren Freund Nico aus Hamburg, 7 Stangen Luky Strike Zigaretten. Zum Glück konnte man mit Karte zahlen. Nun ging es zurück zum Wohnmobil und ich machte uns leckere Hamburger. Kaum aufgegessen begaben wir uns zum Strand um ein Verdauungsnickerchen zu machen.
Aus dem Nickerchen wurde nichts, denn Bernd hatte wohl Sabbelwasser getrunken, denn er erzählte mir non stop aus seinem früheren Arbeitsleben. Und auch wenn ich ab und an in einen kurzen Sekundenschlaf fiel, war es so interassant, das ich mich fragte, ob er die Arbeit wohl vermisste. Dem war aber nicht so, wie er mir glaubhaft versicherte.
Gegen 17 Uhr gingen wir zurück zum Wohnmobil. Ein Schlafplatz musste gefunden werden, denn wir waren uns sicher, dass es nicht gestattet war, hier auf dem Strandparkplatz zu übernachten. Schnell waren wir uns einig 3 Kilometer hoch in die Berge zu fahren. Dort war nämlich der andere Teil von Mojacar und hieß Mojacar Pueblo. Es ging stetig bergauf und auf der anderen Seite des Bergstädtchens gab es eine riesige Fläche aus Kalkstein, auf der insgesamt nur 3 Autos parkten (Hatte Bernd schon vorher bei google-maps ausfindig gemacht).

Das sollte unser Nachtquartier werden, waren wir uns einig. Die Aussicht war der Hammer und es war etwas kühler hier, weil wir ja jetzt um etliches höher waren.
Schnell wurde der Tisch und unsere beiden Stühle herausgeholt und wir scrabbelten. Von der Straße aus konnte uns keiner sehen, also konnte sich auch niemand aufregen. Nachdem Bernd beim gestrigen Spiel mit über Hundert Punkten Vorsprung gewonnen hatte, gewann ich heute, wenn auch nur knapp. Weil uns die fetten Hamburger noch immer schwer im Magen lagen, beschlossen wir in den kleinen Ort zu gehen.
Oh, was waren wir begeistert. Der Ort zog sich steil den ganzen Berg hinauf und war so etwas von knuffelig. Überall kleine, aber ausgesprochen hübsche Lokale und Läden.

Und dann erst das Panorama von da oben…….. Unendliche Weite, Berge und das Mittelmeer. Unbeschreiblich!!!!

Die Speisekarten die draußen angeschlagen waren, versprachen gute Küche zu einem kleinen Preis und schnell war klar, dass wir hier einen Tag länger bleiben würden um in diesen kulinarischen Genuss zu kommen. Auch war es mittlerweile etwas dämmerich und wir wollten unbedingt Fotos bei Sonnenschein machen, damit ihr nachvollziehen könnt, wie schön es hier ist. Wohnen möchte ich allerdings hier nicht, denn der Ort ist geradezu gebiergig. Obwohl wir nur bummelten war es trotzdem megaanstrengend, also nichts für Fußkranke. Auch Bernd war absolut begeistert und nun froh, nicht weitergefahren zu sein. Zwar haben wir uns heute nur ca. 12 Km von unserem alten Stellplatz weg bewegt, aber das macht ja nichts, zumal wir wissen, dass bald die Gegend kommt, die ohne Ende mit Bettenburgen zugebaut ist und demzufolge nicht besonders schön sein soll.
Die Idylle genießen, ist unsere Devise und in einer besonders ansprechenden Bar mit guter Musik, kehrten wir ein und tranken ein kleines Bier.

Wir waren die einzigen dort und unterhielten uns die ganze Zeit, tatsächlich auf spanisch, mit dem netten Wirt. Dieser sprach kein Wort englisch und endlich konnten wir unser mühsam Erlerntes auch einmal anwenden. Wir waren überrascht, wie gut es funktionierte. Man konnte es schon fast als Gespräch gelten lassen und wir waren ziemlich stolz auf uns.
Bevor wir zurück bummelten, kaufte Bernd sich noch ein weißes Cappy, das ihm außerordentlich gut steht und nur 4 Euro kostete. Auch kaufte Bernd den Glücksbringer des Ortes als Schlüsselanhänger für 3 Euro (= Indalo, das Symbol von Almeria).
https://de.wikipedia.org/wiki/Indalo
Dieser hängt jetzt im Wohnmobil und soll vor Feuer, Blitz, Donner und Einbrüche schützen. Nun kann eigentlich gar nichts mehr schief gehen.
Nun ist es gleich halb 10 morgens. Ich habe klasse geschlafen und Bernd tut es noch immer. Wenn ich aus unserem Mobil sehe, machen sich schon wieder Glücksgefühle über diesen grandiosen Blick in mir breit.
Was haben wir doch für einen wunderschönen Planeten und was haben wir es doch gut.