Womo

Die Fahrt 07.01.2021

Wir schafften es tatsächlich pünktlich um 8 Uhr von Papenburg loszukommen. Es wurde gerade hell und war saukalt. Das war gut für das Essen in den Eimern. Diese hatten wir in der Nacht neben das Wohnmobil gestellt und tiefgefroren kam es dann in die Garage unseres Saloons. Ab ging die Fahrt. Ein kurzer Stop in Haren, wo Bernd noch ein letztes Mal in Deutschland tankte und schwupps waren wir auch schon in Holland. Dieses Mal sollte unsere Fahrt über Holland, Belgien und Frankreich gehen. Das war die kürzeste Strecke. Bernd hatte natürlich Bedenken, wie immer wenn er etwas noch nicht kennt, aber weil auch sein Musikerfreund Burkhard ihn vor einigen Tagen dazu geraten hatte, ließ er sich darauf ein. Auf mich hört er ja leider nicht. Wie anders ist es doch durch Holland zu fahren. Im Gegensatz zu Deutschland hatten wir keine verstopften Straßen, keine Staus, ja nicht einmal Verkehr. Aussteigen durften wir aber nicht, nicht einmal zum Tanken. Das war dort eine der Coronaregeln. Unser Tank fasst 125 Liter, eigentlich sogar 175. Der Vorbesitzer hatte damals den Tank vergrößern lassen. Leider weiß dies die Tankanzeige nicht und so geht sie immer auf Reserve wenn wir eigentlich noch 55 Liter drin haben. Und Bernd geht nun mal kein Risiko ein, Planer halt !! So fahren wir nun seit exakt 4 Jahre 50 Liter Ersatzdisel mit uns spazieren und das , obwohl wir ständig überladen sind. Bernd spart da lieber an Wasser. Macht ja nix, wen n wir stinken, ist ja Corona und wir sind unter uns.;-) Die 125 Liter reichten aber auch aus, um durch Holland zu kommen. Ja, wir kamen damit sogar durch Belgien. Dort verpassten wir allerdings das Tanken und durften daraufhin in Frankreich tanken. Ein Liter Disel 1, 46 Euro. Hammer!!! Auch Maut war happig!!! Naja, trifft ja keinen Armen:-( Wir kamen am ersten Tag bis hinter Paris und lediglich kurz vorher gab es leicht zähfließenden Verkehr. Unser Auto lief wie am Schnürchen und wurde immer wieder liebevoll von uns gestreichelt. Es verbrauchte in der ersten Etappe auch nur 14 Liter auf 100. Wir waren ganz begeistert. Hinter Paris stellten wir uns auf irgendeine Raststätte zwischen die LKWund verrammelten Fenster und Türen. Wir sahen noch einen Film bei Netflix und schliefen danach schnell ein. Am nächsten Tag klingelte der Wecker um 7 Uhr. Zwar dösten wir noch eine viertel Stunde ein, schafften es aber pünktlich um 8 Uhr 30 loszukommen. Es war immer noch saukalt. Wie gut, dass ich um 4 Uhr kurz wach war und schon die Heizung angestellt hatte!! Es waren um die Uhrzeit nur 8 Grad im Saloon. Als wir aufstanden war es aber schon wohlig warm. Bernd verließ das Lenkrad nur zum Pinkeln und selbst das nur 2 Mal. Kilometer um Kilometer kamen wir unserem Ziel näher und schon gegen 17 Uhr passierten wir die spanische Grenze bei San Sebastian. Bernd war noch immer in Topform und so beschlossen wir noch weiter zu fahren. Bernd redete schon seit Tagen immer wieder davon, dass wir in Schnee geraten würden und er wollte vorher unbedingt viele Kilometer hinter sich bringen. Wir fuhren dann noch bis kurz vor Burgos und schliefen abermals auf einer Raststätte. Wie auch den Morgen zuvor standen wir früh auf. Gegen 9 Uhr waren wir abfahrbereit. Bereits nach 10 Kilometer fing es wie der Teufel an zu schneien. Bei minus 4 Grad blieb natürlich auch alles sofort liegen. Die linke Spur war in null komma nix weiß, die rechte ging noch und so ließ er den Parkplatz rechts liegen und fuhr weiter. Die nächste Parkgelegenheit gab es in 20 Kilometern, also nicht allzu weit entfernt. Leute ich sag euch, diese 20 Kilometer hatten es wahrlich in sich. Erstens ging es immer höher und schon nach gefühlten 2 Kilometern lag viel mehr Schnee auf unserer Spur. Dieser war ziemlich matschig, weil ja auch andere Autos hier fuhren und es wurde glatt. Zudem gab es jetzt einen richtigen Schneesturm. Vor lauter Schnee konnten wir fast nichts sehen. Wir hatten das Gefühl, unterwegs in den Skiurlaub zu sein, allerdings mit Sommerreifen. Wer rechnet in Spanien schon mit solchen Schneemassen??? Bernd fuhr hochkonzentriert und man sah ihm die Anspannung an. Hoch ging ja noch, aber runter , hatte selbst ich Todesangst. Schließlich wiegt unser Auto mehr als 8 Tonnen und wenn die ins Rutschen kommen, hält den keiner mehr. Das war selbst mir klar und so saß ich ausnahmsweise mal angeschnallt auf meinem Platz. Bernd schwitzte ganz schön, aber irgendwie und irgendwann hatten wir die 20 Kilometer geschafft und sicher auf dem Rastplatz kurz vor Burgos gelandet. Und wegen den paar Kilometern waren wir so früh aufgestanden. Es nützte nichts, wir konnten nicht weiterfahren. Daggi schickte uns eine Sprachnachricht, dass alle Autobahnen bei Madrid gesperrt seien. Auch dort war es mächtig am schneien und die Spanier kamen mit dem Räumen und streuen nicht hinterher.Scheiß Klimaerwärmung! Für uns hieß das: Zwangspause. Wir scrabbleten, telofonierten, tranken Tee und warteten. Es schneite den ganzen Tag weiter. Gegen 23 Uhr gingen wir ins Bett und am nächsten Tag hatte es endlich aufgehört ztu schneien. Bei minus 4 Grad aber nicht gerade warm. Bernd schlief erstmal bis 9 Uhr. Beim Frühstück sah er dann 2 Männer aus ihren Räumfahrzeugen kommen und quatschte sie fröhlich aus dem Fenster an.“ Bueno Job?“ Damit wollte er fragen, ob sie gute Arbeit geleistet hatten. Einer der Männer kam lachend zum Fenster (natürlich wurde die AHA Regel eingehalten) und mit si si si, strahlte er Bernd an. Bernd fragte in fast perfektem spanisch, ob die Straße frei wäre. Der Mann verstand ihn anscheinend, denn stolz berichtete “ Todo perfecto“, also alles perfekt. Heute würde es auch nicht mehr schneien, war er sich sicher. Jedenfalls verstanden wir es so. Grund genug unsere Fahrt fortzusetzten. Die Strassen waren tatsächlich toll geräumt und trocken und so ging es weiter. Vorbei an unzähligen schneebedeckten Olivenbäumen und zugefrorenen Seen. Ein Wintermärchen. Für Spanien aber doch sehr unüblich. Ich musste an die armen Leute denken, die keine Heizung hatten. Davon gab es hie ja jede Menge. Hoffentlich geht es bald mit den Temperaturen aufwärts. Wir hatten noch 900 Kilometer vor uns uns als wir nur noch 600 hatten beschloss Bernd durch zu Sarah zu fahren. Dort würden wir dann heute gegen 21 Uhr eintreffen. Ab der Höhe Cacares, nun waren es nur noch 400 Kilometer verschwand der Schnee allmählich und das Termometer kletterte auf 8 Grad. Endlich sahen wir nach langer Zeit mal wieder blauen Himmel.

Veröffentlicht von Ines & Bernd Hoormann

Bernd ist am 17.12.63 in Papenburg geboren und dort auch aufgewachsen ,Er hat 2 Kinder: Bennet und Carina.Bis zum 1 Juli 2017 Geschäftsführer in einem Lingener Ingenieurbüro und leidenschaftlicher Musiker.Er spielt Gitarre,am allerliebsten Country und singt,wie ein junger Gott .:-)Meine ganz persönliche Meinung.Und ich,Ines geb.11.02.65 in Westerstede,habe 3 Kinder:Jessica 31 Jahre,David 30 Jahre und Kim 27 Jahre und bin ein typischer Wassermann.Freiheitsliebend,läßt sich nicht gerne sagen wo´s langgeht und das absolute Gegenteil von Bernd,der daran manchmal zu verzweifeln droht.Kennengelernt haben wir uns im Mai 2006.Ich habe Bernd im Internet bei ilove(Datingline) gefunden und nach einem sehr holperigen Start, mit mindestens 3 Trennungen für immer,leben wir seit April 2007 zusammen in Lingen.Erst in einer gemieteten Doppelhaushälfte ,mit wahnsinnig netten Nachbarn,die später,obwohl unser Dackel,gleich am ersten Tag unseres Einzugs,deren Hamster umgebracht hat,später sogar unsere Trauzeugen wurden. dann in unserem Häuschen im Gauerbach.(Stadtteil von Lingen),welches wir nach 8,5Jahren verkauften um nur noch im WOMO zu leben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*