Womo

Kein Bock mehr auf Deutschland

Unsere Sehnsucht nach Spanien wuchs immer mehr und im neuen Jahr gab es kein Halten mehr. Täglich lag ich Bernd in den Ohren, wann es endlich losgehen würde. Das Wetter war kalt und ungemütlich und die Coronalage würde wohl so schnell nicht besser werden. Aussitzen war keine Option mehr. Wir wollten los. Am allerliebsten wollten wir natürlich unser altes Leben wieder. Unbeschwert reisen, an schönen Stränden stehen, viele Leute kennenlernen usw. Dank scheiß Corona ging das aber nicht. Zwart kannten wir einige, die trotz allem ziemlich unbehelligt an irgend einem Strand stehen, aber genau so viele kannten wir auch, die weggeschickt wurden oder richtig Ärger bekamen. Deshalb und auch weil keiner weiß, wie es nach Corona weitergeht, wollte ich unser Geld sichern. Meine Befürchtung war und ist es immernoch, das wir entweder eine riesige Inflation bekommen, oder anders zur Kasse gebeten werden. Der Bauer von Dangast, bei dem wir immer auf der Wiese gestanden hatten, hatte meine Ängste noch zusätzlich angeheizt. Er war sich absolut sicher, es käme zur Zwangsenteignung und Geldentwertung.Mir wurde Angst und bange und deshalb guckte ich vermehrt nach Häusern in Spanien. 3 mal hatte ich schöne und erschwingliche Häuser gefunden und jedesmal trat ich mit den Maklerinnen, es waren tatsächlich alles Frauen ,in Verhandlung. Natürlich mussten die Häuser erst geprüft werden, denn in Chiclana, wo wir wohnen wollten, weil dort die Häuser im Vergleich zu anderen Regionen recht günstig waren und wir unsere Freunde , unsere Patenkinder und unser geliebtes Roche in der Nähe hatten, waren 80 Prozent der Häuser ilegal gebaut worden. Das könnte mächtige Strafen und gegebenenfalls den Abriss auf eigene Kosten nach sich ziehen. Das wollten wir natürlich keinesfalls. So schnell, wie die Objekte unserer Begierde verkauft wurden konnten wir gar nicht gucken. Bei Haus Nummer 3 versprach uns die für dieses Haus zuständige Maklerin, dass wir das Haus auf jeden Fall bekommen würden und sie uns sofort unterrichte, falls ein anderer Interessent da wäre. Das war am Donnerstag. Wir setzten uns mit unserer deutschen Anwältin in Verbindung, die auch sofort aktiv wurde. Bereits am selben Tag hatte sie schon einige Papiere zusammen un d stand mit der Maklerin in Verbindung. Freitag setzte sie ihre Arbeit fort. Dann kam das Wochenende und Montag morgen rief unsere Maklerin an und bedauerte sehr, dass das HAus soeben verkauft worden war. Die blöde Kuh!!!! Ich war soooo sauer und heulte erst einmal 2 Stunden. Bernd rief noch mal bei ihr an und fragte, ob man denn gar nichts mehr machen könne. Als sie verneinte, ließ Bernd seinen Unmut lauthals auf sie niederprasseln. Von mir bekam sie eine superschlechte Bewertung!! Wir durften dann 300 Euro an unsere Anwältin bezahlen, die ja schließlich auch nicht von der Wohlfahrt ist.

Zwei Wochen später hatte ich dann wieder ein Haus gefunden. Zwar 70 Ki.ometer weit von Conil entfernt, aber das Haus sah toll aus. Es lag in El Santiscal , einen Ortsteil von Arcos de la frontera. Dort waren wir vor 2 Jahren schon einmal ein paar Tage gewesen. Es war zwar im Landesinneren, hatte aber einen riesigen See, der mindestens 8 mal so groß, wie das Zwischenahner Meer ist. Zudem noch einen Strandabschnitt, vor dem Bernd und ich seinerzeit mit dem Womo gestanden hatten. Man konnte dort, anders als im Atlantik, wo die Wellen ja im mer so groß und wuchtig sind, herrlich schwimmen. Dieser See lag nur 300 Meter von unserem hoffentlich zukünftigen Haus entfernt. Ein Traum!!!

Ich hatte panische Angst, dass auch dieses Haus wieder schnell weg sein würde und so machte ich richtig Dampf. Legal war es schonmal und für mich gab es kein Halten mehr. Unbesehen wollte ich es kaufen. Bernd hatte ich auch schon soweit, wenn er auch heftige Magenschmerzen hatte. Sarah, mit der wir telefonierten, meinte wir können doch kein Haus unbesehen kaufen. Sowieso wollte sie uns lieber etwas näher dran haben. Wir waren aber so in unseren Wahn, dass ich zu Sarah sagte, wir nehmen es auf jeden Fall. Sarah meinte darauf hin, dass ginge nun wirklich nicht und bot uns an, es selbst zu besichtigen und mit uns via Facetime eine Hausbesichtigung zu ermöglichen. Das war total nett von ihr und Bernd hatte nicht mehr ein ganz so schlechtes Gefühl. 3 Tage später war es soweit. Sarah rief an. Das Haus war zwar nicht Sarahs Geschmack, aber sie war sich sicher, dass es unser war. Und so war es auch!!! 45 Minuten ging Sarah mit uns durch die Räume und den Garten. Alles sah super aus, roch nicht, war nicht feucht und sogar möbeliert. Sarahs Segen hatten wir und sie war sogar ganz begeistert von der Gegend dort. Sarah hatte allerdings auch mitbekommen, dass die Nachbarn dieses Haus auch kaufen wollten. Ich geriet schon wieder in Panik. Gott sei Dank stand aber deren Finanzierung noch nicht und so hatten wir einen kleinen Vorsprung. Wir beschlossen sofort am nächsten Tag loszufahren. Am Abend besuchten wir noch Bernd und Tanja in ihrem Wochenendhäuschen, wo wir mit Sekt auf das Haus anstießen. Nach dem zweien Glas hatte ich schonwieder alle Lampen an. Mein Bruder machte uns dann noch leckere Poulardenbrust mit Reis, Currysauce und gebratenen Früchten. Wir ließen kein Krümelchen über. Gegen 23 Uhr verabschiedeten wir uns, fuhren zurück nach Westerstede und am nächsten Abend nach Emden, wo wir uns von meiner Schwester und meinen Schwager verabschiedeten. Dort gab es dann Lachs aus dem Räucherofen mkit Blumenkohl, Brokkoli und Bechamelkartoffeln. Ein Gedicht!! Am nächsten Tag durfte ich in Rainers Küche kochen. Ich hatte viel zu viel eingekauft und einiges war schon abgelaufen. Das musste unbedingt verwertet werden. Sarah hatte uns den Auftrag erteilt unbedingt Grünkohl und Rouladen mitzubringen. Leider gab es keinen Platz mehr im Kühlschrank und erst recht nicht im Gefrierschrank. Meine Schwester aber hatte eine großartige Idee. Sie füllte 4 Eimer mit Wasser und ließ dann die eingefrorenen und vakumierten Fressalien dort hinein plumpsen. Dann ab mit den Eimern in den FRoster. Am nächsten Tag war alles eingefroren und die Fahrt konnte weitergehen. Nächster Halt war Papenburg. Dort wohnte Bernds Bruder nebst Frau und von ihnen wollten wir uns auch noch verabschieden. Außerdem hatten wir dort auf dem Boden unseren großen Fernseher untergestellt und der musste natürlich mit. Auch Claudia hatte beim Kochen alles gegeben. Es gab Hähnchenkeulen, Rosenkohl und einen Auflauf. Eigentlich wollte ich ja nichts essen, aber na ja………. Es war köstlich!!! Nun hatten wir uns bei der ganzen Verwandtschaft durch gefressen. Ihr Lieben, wir revangieren uns. Kommt nach Spanien, wenn wir in unserem Haus sitzen!! Wir verbrachten noch schöne Stunden bei den beiden und am nächsten Tag ging es dann endgültig los. Vive Espania!! Spanien wir kommen!!!!!

Veröffentlicht von Ines & Bernd Hoormann

Bernd ist am 17.12.63 in Papenburg geboren und dort auch aufgewachsen ,Er hat 2 Kinder: Bennet und Carina.Bis zum 1 Juli 2017 Geschäftsführer in einem Lingener Ingenieurbüro und leidenschaftlicher Musiker.Er spielt Gitarre,am allerliebsten Country und singt,wie ein junger Gott .:-)Meine ganz persönliche Meinung.Und ich,Ines geb.11.02.65 in Westerstede,habe 3 Kinder:Jessica 31 Jahre,David 30 Jahre und Kim 27 Jahre und bin ein typischer Wassermann.Freiheitsliebend,läßt sich nicht gerne sagen wo´s langgeht und das absolute Gegenteil von Bernd,der daran manchmal zu verzweifeln droht.Kennengelernt haben wir uns im Mai 2006.Ich habe Bernd im Internet bei ilove(Datingline) gefunden und nach einem sehr holperigen Start, mit mindestens 3 Trennungen für immer,leben wir seit April 2007 zusammen in Lingen.Erst in einer gemieteten Doppelhaushälfte ,mit wahnsinnig netten Nachbarn,die später,obwohl unser Dackel,gleich am ersten Tag unseres Einzugs,deren Hamster umgebracht hat,später sogar unsere Trauzeugen wurden. dann in unserem Häuschen im Gauerbach.(Stadtteil von Lingen),welches wir nach 8,5Jahren verkauften um nur noch im WOMO zu leben.

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