Pünktlich um 8 Uhr verließen wir unseren tollen Stell-Platz und fuhren zur Werkstatt Fernandez in Sevilla. Diese Fachwerkstatt für LPG-Gasanlagen hatten wir nach stundenlanger Recherche im Internet gefunden. Es war die einzige Werkstatt weit und breit, die sich bereit erklärt hatte unseren Gasschlauch, welcher ein Loch hatte, zu wechseln. Die 150 Kilometer schaffte unser Wohnmobil in 2 Stunden und nur um Sevilla herum herrschte etwas höheres Verkehrsaufkommen. Während der Fahrt schien ununterbrochen die Sonne und wieder einmal waren wir von der unendlichen Weite hier in Spanien fasziniert. Besonders beeindruckt waren wir unterwegs von der riesigen Kathedrale mit ihren unzähligen Türmen in El Palmar de Troya.


Dort hatte es in der Vergangenheit angeblich Marienerscheinungen gegeben, was früher der Anlass vieler Gläubiger war dorthin zu pilgern. Diese wollten wir uns auf dem Rückweg unbedingt ansehen. Im Internet erfuhr ich aber, dass diese Kathedrale nicht zu besichtigen ist und Mauern um sich herum hat. Besucher sind nicht erwünscht und es ist das Domizil des Gegenpapstes. Außerdem sympathisieren die selbsternannten Heiligen, die dort wohnen mit Franco und Adolf Hitler. Damit wollten wir nichts zu tun haben und strichen es sofort wieder als Ausflugsziel.
In Sevilla angekommen fanden wir die Werkstatt auf Anhieb und wurden auch schon erwartet. Unser Wohnmobil war zu groß für die Halle und so machte sich der Meister draußen vor dem Tor ans Reparieren.


Er fragte nach einem Schlüssel und Bernd und ich sahen uns nur verständnislos an. Beim Tanken hatten wir nie einen Schlüssel benötigt und wir waren schon leicht verzweifelt, als Bernd einfiel, dass wir an einem kleinen Bund 2 klitzekleine Schlüssel hatten, von denen wir nie wussten wofür sie waren. Wir gaben ihn den Mechaniker und schickten ein kleines Stoßgebet zum Himmel. Hat was genützt. Der Schlüssel passte und der defekte Schlauch war ratz fatz abmontiert. Er hatte wirklich ein riesiges Loch. Es war abzusehen, dass es etwas länger dauern würde und Bernd und ich gingen in eine kleine Bar ganz in der Nähe mitten im Industriegebiet. Wir bestellten dort eine Cola, einen Kaffe und ein belegtes Schinkenbrötchen mit Tomate. Ich war so freudig überrascht, dass alles zusammen nur 3 Euro 50 kostete, das wir gleich noch einmal dasselbe bestellten. Gemütlich saßen wir draussen vor dem Lokal, ließen uns die Sonne ins Gesicht scheinen und vertilgten mit gutem Appetit unser leckeres Frühstück.
Nun wurde es Zeit zu unserer Werkstatt zurück zugehen. Von dem Mechaniker fehlte jede Spur und er war auch noch nicht wirklich weiter gekommen. Da die Vermutung nahe lag, dass er Mittagspause hatte, fragten wir mit unseren mageren Spanischkenntissen die Damen am Empfang, ob sie uns anrufen können, sobald das Auto fertig wäre und fuhren mit unseren Rädern die 8 Kilometer ins Zentrum von Sevilla. Die netten Damen beschrieben uns den Weg, aber wir verstanden natürlich kein Wort. Wie gut, dass Bernd ein i-phone hatte und so fanden wir die Innenstadt problemlos. Wir bestaunten die Gebäude und die unzähligen Kathedralen.


Sevilla ist toll und es herrschte emsiges Treiben, war aber längst nicht so voll, wie unsere großen Städte.




Irgendwo setzten wir uns vor ein kleines Restaurant und bestellten 6 verschiedene Tappas. Das war vielleicht etwas viel, aber im Vorweg hatten wir nicht gedacht, dass die Portionen so groß sind.

Wie dem auch sei, es war echt lecker. 
Dann besichtigten wir weiter die Stadt und waren total begeistert.



Kurz setzten wir uns noch vor einem Straßenmusiker, der Blues auf seiner Gitarre spielte und um seinen Fuß die Simpsonsfamilie gebunden hatte. Diese tanzte jedesmal, sobald er diesen bewegte. Sah echt lustig aus.

Dann machten wir uns auf den Rückweg, denn wir hatten auf dem Hinweg einen Mercadona Supermarkt gesehen und wollten unbedingt dort noch einkaufen. Unsere Vorräte waren mal wieder aufgebraucht und ebenso unser Tabak. Leider versagte diesmal die Routenführung von Bernds Handy total und wir fuhren irgendwie im Zickzack zurück zur Werkstatt. Kein Supermarkt war nun auf unserer Route und auch kein Tabakladen. Bernd fluchte ein ums andere Mal und wir brauchten bestimmt doppelte so lange wie auf der Hinfahrt. Mittlerweile hatte auch die Werkstatt angerufen, um uns mit zuteilen, das das Auto fertig sei. Endlich fanden wir die Werkstatt und der Mechaniker fragte uns, ob wir einen Adapter hätten, damit er prüfen könnte, ob auch wirklich alles dicht ist. Man man man, wir müssen wirklich besser spanisch lernen, denn es war verflucht schwer zu verstehen, was er wollte. Natürlich hatten wir keinen Adapter und so telefonierte er. Dann gab er uns zu verstehen, dass wir mit dem Wohnmobil hinter ihm her fahren sollten. Das taten wir auch und kamen nach geschätzen 6 Kilometern zu einer Tankstelle, die sowohl Gas als auch einen Adapter zum Betanken hatte. Er füllte unseren Tank randvoll und nun hatten wir die Gewissheit, dass alles wieder in Ordnung war. Der Spaß kostete 200 Euro, aber nun können wir wieder hemmungslos kochen und duschen. Nachdem wir uns überschwenglich bedankt hatten und noch 10 Euro Trinkgeld gaben, verabschiedeten wir, den wirklich netten Reparaturmeister und suchten uns einen Schlafplatz keine 2 Kilometer von der Tankstelle entfernt an einer viel befahrenen Straße

und machten Pläne für morgen. Als erstes mussten wir einkaufen und Tabak holen, denn mittlerweile hatten wir keine einzige Zigarette mehr. Die Raucher unter euch, werden verstehen was das bedeutet. In Spanien gibt es Tabak und Zigartetten nur in den sogenannten Estancos ( Tabakläden) und nicht an Tankstellen oder Supermärkten . Hier war aber weit und breit keiner. Unser Freund Nico schickte uns freundlicherweise pausenlos Fotos von seiner glimmenden Kippe. Das machte die Sache nicht besser und wir gingen sehr sehr früh ins Bett.