Womo

Besuch von Bernd und Tanja aus Westerstede

Anmerkung: Im folgenden Artikel nenne ich meinen Bruder Bernd = Bernd
und meinen lieben Mann Bernd = Bernado , damit es verständlicher wird.

Am 27.06 gegen 1 Uhr mittags trafen mein Bruder Bernd und Tanja bei uns ein. Sie hatten einen günstigen Flug nach Jerez ergattern können und brauchten demzufolge von dort nur 40 Kilometer mit ihrem Leihwagen, um zu uns zu kommen. Wir freuten uns riesig, hatten aber auch etwas Manschetten, weil wir den Auftrag bekommen hatten den beiden 2 Rennräder zu mieten. Das war hier aber nirgends möglich gewesen. Beide sind sehr sportbegeistert. Bei meinem Bruder ist das noch untertrieben. Er ist geradezu süchtig und hatte mir schon am Telefon gesagt, das er ohne Sport schlechte Laune bekommen würde. Dementsprechend ängstlich war ich, als ich ihm mitteilte, dass wir leider keine Räder bekommen hatten.
Erstaunlicherweise sah er es ganz locker, was vielleicht an dem selbstgemachten Eierpflaumencocktail lag, den wir den beiden zur Begrüßung kredenzten.

Die Grundlage für den selbstgemachten Cocktail …. einige der letzten Pflaumen (insgesamt hatten wir bestimmt über 1.000 an unserem Baum…. und zu 99,5% hat Ines die alle alleine vertilgt 🙂

Ein einziges Glas und es war einem, wie mein Vater sagen würde, schon wieder alles scheißegal. Die beiden waren begeistert von unserem Haus, Garten und Pool und auch mit dem Wetter hatten sie wirklich Glück. Es war lange nicht so heiß wie angesagt und blieb während der ganzen Woche bei 35 Grad, wobei es zumindest in den ersten 3 Tagen nachts noch ordentlich abkühlte.
Nachdem wir die leckeren, grandiosen Schnitzel gegessen hatten, die Bernado schon gestern gemacht hatte, machten wir uns auf zu unserem See. Seitdem ein Bademeister dort war, durfte man nicht mehr quer durchschwimmen, sondern musste eigentlich in dem mit Bojen abgesteckten Bereich bleiben. Wenn man allerdings im hinteren Teil gleich rechts rum schwamm, konnte er einen nicht sehen und man hatte den riesigen hinteren Teil des Sees für sich. Ich schwamm sofort los, Bernd und Tanja hinterher. Beide erst einmal , wie abgesprochen rechts herum. Tanja korrigierte dann und schwamm kraulenderweise mit Höllentempo geradeaus mitten durch den See. Ich rief ihr zu, dass sie rechts bleiben sollte, aber sie hörte mich nicht. Meinen Bruder sah ich gar nicht mehr. So schwamm ich alleine 20 Minuten. Zurück am Land, erwartete mich schon der Bademeister und wollte von mir wissen, wieviele noch im nicht abgesperrten Gewässer unterwegs waren. Ich sagte: solo uno, was heißt: nur einer. Der sprach daraufhin in sein Funkgerät und orderte das Motorboot, mit welchem meine Schwester und ich ja auch schon Bekanntschaft gemacht hatten. Dieses suchte dann den ganzen See ab und wurde natürlich auch fündig. Bernd und Tanja sollten sofort zurückschwimmen, was sie natürlich auch taten.
In den Folgetagen wurde von uns dann nur noch früh morgens geschwommen, wenn der Bademeister noch schlief. Eigentlich schwamm von nun an nur noch Tanja, denn mein Bruder hat irgendeine Seeallergie und war den restlichen ersten Tag ständig am niesen. Abends aßen wir dann gemütlich auf unserer Terasse mein überaus gelungenes Curry- Huhn indonesisch. Wir aßen alle viel zu viel und machten Pläne für den nächsten Tag.

29.06.

Natürlich waren Bernd und Tanja schon geraume Zeit vor uns wach und joggten ersteinmal 10 Kilometer und wenn Tanja nicht so nötig gemusst hätte, wären es sicher 15 geworden. Nachdem die beiden geduscht hatten, frühstückten wir ausgiebig und dann sollte es nach Arcos gehen. Da die beiden in atemberaubender Kondition waren, ging ich 7 Minuten vor ihnen los. Ich gab Gummi und so dauerte es tatsächlich 2, 5 Kilometer, bis mich alle eingeholt hatten. Mir grauste schon vor der Steigung, die jetzt anfing. Natürlich war ich in null komma nichts wieder die Letzte. Zum Glück musste dann Tanja wieder zur Toilette. Bernd und Bernado warteten auf sie, ich natürlich nicht. Mit hochrotem Kopf und schweißnass kämpfte ich mich den Berg hoch. Ohne Pause setzte ich kontinuierlich einen Fuß vor den anderen. Keinen Blick hatte ich für die Landschaft, sondern sah mich nur alle paar Schritte panisch um, ob sie mir schon auf den Fersen waren. Anscheinend war es aber ein größeres Geschäft seitens Tanja, denn ich sah sie den ganzen Weg nicht.

Ziel war die Aussichtsplattform, von der man einen unglaublichen Blick über die wunderschöne Landschaft hatte. Mit meiner Schwester hatte ich dort alleine (ohne Bernado) nie hingefunden und natürlich verlief ich mich auch jetzt. Wie gut, dass soviele Lokale geöffnet hatten, so fragte ich einen netten Kellner, der mir den Weg so erklärte, dass ich dort wirklich ankam. Kaum dort, kamen auch schon die anderen. Bernado war klitschenass und wechselte ersteinmal sein T-Shirt. Hier oben wehte ein herrlich frischer Wind und wir genossen den Ausblick. Nun wollten wir etwas trinken und gingen zurück, zu dem netten Kellner, der mir den Weg erklärt hatte. Wir bekamen ein nettes Plätzchen zugewiesen und beschlossen auch eine Kleinigkeit zu essen. Der Kellner war weltklasse! Lustig, freundlich und souverän. Wir fühlten uns hier pudelwohl, lachten viel und unterhielten uns blendent. Das Essen war auch lecker und so machten wir uns geraume Zeit später zufrieden und gestärkt auf den Rückweg, diesmal durch die Neustadt. Natürlich nicht, ohne nocheinmal irgendwo einzukehren und ein Bierchen zu schlabbern, denn die Wirkung des Weines ließ schon etwas nach.

Zurück Zuhause sprangen wir alle in den Pool. Ach war das herrlich erfrischend!!!!

Am Abend machte ich uns einen Thunfischsalat.

30.06.

Nachdem wir alle herrlich geschlafen hatten, Bernd und Tanja ihr morgentliches Fitnessprogramm durchgezogen hatten und wir ausgiebig gefrühstückt hatten, machten wir uns mit dem Leihauto auf nach Ronda. Das schönste weiße Dorf überhaupt. Schon die Landschaft unterwegs war ein Traum und bereits nach 45 Minuten waren wir dann schon dort. Ein Parkplatz war schnell gefunden und ich war total beeindruckt, denn mitten durch die Stadt führt eine immens hohe Brücke. (Dieses ist die Puente Nuevo = neue Brücke; obwohl sie nicht wirklich neu ist, sondern im 18. Jahrhundert in 43. jähriger Bauzeit erstellt wurde und eine 12om tiefe Schlucht in der Stadt überspannt). Der Ausblick von hier oben war einfach gigantisch und gar nicht zu beschreiben.

Für Bernado und mich war sofort klar, dass dies nicht unser letzter Besuch hier sein würde. Hier gab es unzählige Wanderwege mit so richtigen Höhenmetern. Kurz gesagt, hier war die Chance echt groß, dass ein oder andere Kilo zu verlieren. Wir schlenderten den halben Tag durch die Gassen und kehrten schließlich in einem Restaurant mit unglaublicher Aussicht und unglaublich unbequemen Stühlen ein.

Eine einsame Pferderkutsche wear unterwegs … aufgrund von Corona war in Ronda kaum Publikumsverkehr;
zu dieser Jahreszeit wäre es hier ansonsten proppevoll mit Touristen-

Besonders mein Bernado, der anstatt eines Hinterns ja nur verlängerte Oberschenkel hat, litt sehr. Aus diesem Grund wollten wir hier auf keinen Fall etwas essen. Rauchen durfte man hier auch nicht, also nichts für uns. Stattdessen wollten wir dann in El Santiscal, also in unserem Heimatdorf etwas essen.
Kaum wieder zuhause angekommen, machten wir uns chic und fuhren mit dem Auto zu dem Hotel, welches so wunderschön direkt an unserem See liegt.

Zuvor hatten wir dort telefonisch einen Tisch bestellt. Unsere Erwartungen waren groß, denn die Preise waren gesalzen. Wir setzten uns an einen Tisch und ein Kellner kam und wischte diesen ab. So sind ja die Coronabestimmungen und dem wäre auch nichts entgegenzusetzten, wenn der Lappen nicht so abartig gestunken hätte. Uns wurde richtig übel. Dann brachte uns ein wirklich lustloser Kellner die Speisekarte. Diese war auf spanisch, was etwas schwierig war, denn dass hatten Bernd und ich noch nicht gelernt.

Da war uns noch einigermassen zum Lachen … da waren die Speisen noch nicht da

Zudem gab es nur eine einzige Karte, was dazu führte, dass diese reihum ging und jeder mit google übersetzten musste. Auf meine Frage, ob es auch eine deutsche Karte geben würde, erntete ich nur ein unfreundliches nein. Ob wir denn jedenfalls noch eine Speisekarte mehr bekommen könnten, gab es nur ein Kopfschütteln. Ich war schon so richtig bedient und hätte am Liebsten das Lokal gewechselt. So dauerte es geraume Zeit, bis wir unser Essen ausgesucht hatten, zumal Bernd und Tanja noch eine Vorspeise auswählten. Der Kellner, der unsere Bestellung zuvor aufnehmen wollte, als wir, wegen der nur einen Karte, noch nicht fertig waren, bestrafte uns jetzt erst einmal und ließ weitere 15 Minuten vergehen. Tanja, die dann noch ein kleines Bier nachorderte, wartete 20 Minuten. Dann kam die Vorspeise. Was Tanja hatte, weiß ich gar nicht mehr, aber Bernd hatte Tintenfisch bestellt. Der war, wie Bernd schnell feststellt, ungenießbar. Nicht gesalzen, keine Beilagen und nur nach Paprikapulver schmeckend, den der Koch sehr großzügig 2 cm dick über alles gekippt hatte. Tanjas Essen schmeckte auch nicht und sie ließen fast alles über. Nun kam der Hauptgang. Tanjas Risotto gänzlich ungewürzt, Bernds Scampis in der Pfanne anscheinend ohne Fett gebraten, ohne Salz und ohne Knoblauchsoße und unsere Fischpfanne ebenfalls ungesalzen und der Fisch knochenhart, die Miesmuscheln total gubbelig und der restliche Fisch furztrocken. Ich winkte den Kellner heran und orderte Salz für alle. Dieses Mal war er schnell zurück. 2 kleine Minitütchen Salz, welches mal gerade für ein Ei gereicht hätte. Katastrophe. Ich hatte an diesem Tag noch nichts gegessen und mordmäßigen Hunger, also bestellte ich noch eine Portion Pommes dazu. Diese kam nach 25 Minuten, natürlich auch ohne Salz. Ich orderte sofort welches nach. Dieses kam aber nicht. Wir alle waren echt frustriert und immer noch hungrig, denn wir hatten kaum etwas von den Speisen angerührt. Nun kam abermals der Kellner, um abzuräumen. Ich fragte, ob der Chef da wäre, er bejahte und besaß die Frechheit zu fragen, ob irgendetwas nicht in Ordnung gewesen wäre. Darauf sagte ich ihm in fast perfektem spanisch, dass alles ganz große scheiße gewesen ist und das er nun auch die Pommes mitnehmen könnte, die jetzt kalt und immernoch ohne Salz waren. Außerdem wollten wir den Chef sprechen, blaffte ich hinterher. Er zuckte merklich zusammen und wollte abräumen. Ich überlegte schnell, dass es besser wäre alles stehen zu lassen, damit der Chef probieren konnte und so stellte der unfreundliche Kellner alles zurück auf den Tisch. Es dauerte eine Ewigkeit, dann kam ein junger Mann, welcher Deutsch sprach. Der Chef wäre nicht da, meinte er und was denn nicht in Ordnung gewesen wäre. So, ein Feigling von Chef!!! Mein Bruder Bernd, der uns schon vorweg gesagt hatte, dass man sehr unglaubwürdig wird, wenn man an allem etwas zu meckern hatte, nahm freundlich das Gespräch in die Hand. Tatsächlich erzählte er nur einen Bruchteil von dem, was alles schlecht war. Der, wie sich rausstellte Rezeptionist hörte sich alles an, entschuldigte sich und meinte dann, wir müssten das Essen nicht bezahlen. Mein Bruder daraufhin:“ Darum geht es gar nicht, natürlich zahlen wir“. Das durfte ja wohl nicht wahr sein, dachte ich und lautstark sagte ich, dass ich mein Essen auf keinen Fall zahlen wolle, mein Bernado war derselben Meinung und tat dies nun auch kund. Ich zählte noch einmal alles auf, was schief gelaufen war, von den unmotivierten Kellnern, den unfähigem Koch, dem stinkenden Lappen, den Frühstücksresten unter den Tischen und noch einiges mehr. Wieso sollte ich das Essen bezahlen`??? Wir hatten schließlich noch immer Hunger !!! Einen Gutschein wollte ich auch nicht! Dieser Laden würde mich nie wieder sehen. Mein Bernado sah es genauso. Tanja sagte gar nichts, was wahrscheinlich der Grund dafür war, dass später ihr Essen noch auf der Rechnung zu finden war. Unverständlicherweise auch die Vorspeise meines Brunders. Übrig blieben immer noch 53 Euro, weils halt ein teurer Schuppen war. Trinkgeld gab es keines und wir machten uns auf den Weg nach Hause , wo wir jede Menge Nutella-Brote vertilgten. Der Laden sieht uns nie wieder!!

Liebe Leser, wenn ihr mal hier in der Gegend seid, müsst ihr Euch Ronda unbedingt ansehen aber ums Hotel / Restaurant de la Molinera in El Santiscal einen großen Bogen machen.

30.06.

Gleich nach dem Frühstück wollten Bernd und Tanja eine 64 Kilometer lange Radtour machen. Bernado machte für den anderen Bernd sein Mountainbike fahrbereit (also hauptsächlich den Sattel um einiges niedriger) und Tanja sollte mein e- bike mitnehmen. Natürlich wollte sie ohne Antrieb fahren, aber zur Sicherheit erklärte ich ihr trotzdem noch schnell, wie es im Notfall funktionieren würde.

Sie starteten gegen 11 Uhr und Bernado und ich machten unsere Gymnastik und brachten dann Haus und Garten wieder in Schwung. Es war ziemlich warm und so machte ich noch eine Stunde Wassergymnastik in unserem Pool. Bernd und Tanja kamen gegen 16 Uhr 30 zurück und waren fix und fertig. Jede Menge Serpentimen und ordentliche Steigungen hatten es geschafft, dass die beiden endlich einmal total ausgepowert waren. Mein Bruder erzählte mir 3 mal, wie froh er war, noch eine Flasche Wasser zusätzlich bei einer Tanke gekauft zu haben. Auf Vorrat sozusagen. Wenn man seinen Erzählungen Glauben schenken darf, kam nirgendswo anschließend noch ein Laden oder Restaurant und sie wären mit an Sicherheit angrenzender Wahrscheinlichkeit unterwegs verdurstet. Tanja sprang sofort zu mir mit in den Pool. Die beiden Bernds mussten Einkaufen fahren, denn für morgen hatte sich Besuch angesagt und zwar mit 6 Leuten. Kaum waren sie wieder da und die Einkäufe verstaut kamen sie zu uns in den Pool. Anschließend saßen wir noch in unserer Chillecke und tranken Pflaumencocktails.

01.07.

Heute am Nachmittag kamen Sarah mit den Kindern, Anna (Sarahs Internatfreundin), ihre fast 16 jährige Tochter Gwen und ihr Freund Fabi. Zuvor sollte es für die 6 aber noch zur Abkühlung an unseren See gehen. Natürlich rief Sarah mich beim dortigen Eintreffen sofort an und gab gleich das Telefon an Emilio, einen der Zwillinge ab. Dieser sagte ständig:“ Ines komm!“ So fuhr Bernado (Bernd heißt solange mein Bruder da ist Bernado, sonst kommen wir durcheinander) mich eben schnell mit dem Leihauto von meinem Bruder zum See. Wie gut, dass wir schon alles für den Besuch vorbereitet hatten. Bernd, mein Bruder hatte schon gestern den Pizzateig vorbereitet, denn es sollte zusätzlich zum Salat und Fleisch Pizzabrötchen geben. Ich passte gut auf, damit ich es in Zukunft auch mal hinbekommen würde. Der Tisch war schon gedeckt, die Getränke kalt gestellt und aufgeräumt war auch alles. Am See schnappte ich mir die Kids und begab mich mit ihnen ins Wasser. Sarah und die anderen chillten auf der Decke. Irgendwann brachte Sarah Schwimmärmel, die wollten die Kinder aber partout nicht. Ich erklärte ihnen, dass wenn sie sie umbinden würden und kurz versuchen zu schwimmen, dass es Bonbons geben würde. Emilio war sofort dabei. Tiago wollte aber unter keinen Umständen. Emilio ließ sich die Schwimmärmel anstandslos über die Arme schieben und ich legte ihn auf das Wasser und ließ ihn los. Er machte ein erschrockenes Gesicht und paddelte mit Armen und Beinen. Ich schrie die ganze Zeit wie verrückt:“ Super Emilio, du kannst schwimmen!!! Bravo!!!“ Die Leute um mich herum guckten schon etwas befremdlich. Nachdem Emilio die Challenge gewonnen hatte, wollte er die Schwimmärmel sofort wieder runter haben und von da an gab es nur noch ein Thema.“ Bonbon?, Bonbon? Bonbon?“ Da hatte ich ja etwas angerichtet. Ich rief Bernado an, damit er mich abholen kam und nahm Emilio gleich mit, denn er konnte überhaupt nicht verstehen, dass ich zufällig keine Bonbons bei mir hatte. Zuhause bekam er dann gleich mehrere. Mut muss eben belohnt werden!
In der Zwischenzeit waren auch Bernd und Tanja von einer weiteren , diesmal kürzeren Radtour zurück und Bernd bereitete den Salat vor. Der sah dann megalecker aus. Das fanden auch unsere Gäste, die 30 Minuten später eintrudelten. Bernado schmiss den Grill an und wir vertilgten schon mal vorweg das Pizzabrot und den Salat. Man war das lecker!!!

Wir hauten alle mächtig rein. Bernd kam immer wieder mit neu gebackener Pizza und als das Fleisch fertig war, war ich schon pappsatt. Tanja versorgte die Gäste mit Getränken. Sämtlichem Bier und auch dem Wein wurde ordentlich zugesprochen und so war die Stimmung klasse. Beim Öffnen des Kühlschrankes fiel leider eine Flasche Wein raus und zerplatzte auf dem Boden. Das war dann erst einmal eine ordentliche Sauerei. Natürlich war es mir passiert. Nach dem Essen tobten Bernado und dann mein Bruder und ich mit den Kindern rum. Die beiden jauchzten vor Vergnügen. Die anderen unterhielten sich derzeit ungestört von den Kiddis und fanden sich auf Anhieb richtig sympathisch. Auf Wunsch gab Bernado der kunsttalentierten Gwen auch noch schnell ein wenig Gitarrenunterricht. Es war ein megaschöner Tag und später am Abend, als die Gesellschaft schon wieder hungrig war, machte Bernd noch leckere belegte Brote. Erst gegen 21 Uhr verabschiedeten sich alle und fuhren die 75 Kilometer zurück nach El Soto. Gemeinsam räumten wir anderen alles wieder auf und ließen den Tag Revue passieren.

02.07.

Heute gab es ersteinmal nur ein Thema. Die Ferse meines Bruders. Diese schmerzte höllisch und das nicht zum ersten Mal. In der Vergangenheit hatte er öfter damit zu kämpfen gehabt und war schon von einem Arzt zum anderen gelaufen. Für uns anderen ist natürlich klar, dass es einzig und allein an der Überanstrengung liegt. Schließlich joggt er fast täglich und das nicht gerade wenig. Auch diverse Marathons hatte er schon gelaufen und natürlich auch Triathlons absolviert. Das alles fordert natürlich irgendwann seinen Tribut. Bernd will aber nichts davon hören und ist immer ganz verzweifelt, wenn der Schmerz wieder auftaucht, denn dann ist natürlich an joggen nicht zu denken. Heute war es anders. Mehrmals betonte er, dass er seinem Fuß jetzt 4 Wochen Pause gönnen wollte und bereits heute damit anfangen wollte. Tanja sollte ihn vorsichtshalber daran erinnern, falls er wieder rückfällig werden sollte. Die Erinnerung hat nichts genutzt, ich möchte wohl eine Wette machen, dass er zuhause schon längst wieder seine Runden gedreht hat 😉

Heute wollten wir nach Conil fahren, denn wir wollten den Beiden unbedingt den Atlantik und die herrlichen Strände präsentieren, an denen wir schon so oft mit dem Wohnmobil gestanden hatten. Nach dem Frühstück quetschten wir uns in das kleine Leihauto (Fiat 500 … ich glaube was anderes gibt es heute gar nicht mehr als Leihwagen ?!) und fuhren durch die herrliche Landschaft an den Strand von Conil.

Wir parkten unser Auto dort, wo wir letztes mal mit dem Womo übernachtet hatten, also etwas auswärts der Stadt. Nun ging es Richtung Strand. Ein paar Meter und wir konnten schon nach unten auf den Strand sehen. Bernado und mich traf fast der Schlag. Mein Gott, war es hier voll!!! So kannten wir es nun ja überhaupt nicht, waren wir doch sonst nur im Winter hier. Dann sah man höchstens vereinzelnd mal jemanden mit einem Hund spazieren gehen. Ganz anders heute. (Die Frage lautet heute doch: Wo ist der Hund geblieben?? Wer sieht ihn nun noch auf diesem Foto??) 🙂

Ein Gewusel sondergleichen. Überall Sonnenschirme und Liegen und Menschen über Menschen. Für uns schwer zu glauben, dass aufgrund von Corona nur 20 Prozent der Ausländer, die hier normalerweise ihren Urlaub verbringen, jetzt da sind. Also, in einem „normalen Sommer“ möchte ich nicht hier sein! Bernd und Tanja waren aber hin und weg und machten mit Bernado einen 10 Kilometer langen Strand-Spaziergang bis fast nach El Palmar.

Ich haute mich an den Strand und schlief, denn dass hatte ich letzte Nacht irgendwie verpasst. Ich hatte fürchterliche restless Legs gehabt und die ganze Nacht kein Auge zugetan. Trotzdem ich morgens wach gewesen bin, war ich noch liegengeblieben, immer in der Hoffnung vielleicht doch noch etwas zu schlafen. Deshalb hatte ich dann den Morgensport verpasst und war stinksauer, besonders auf Bernado, der mir nicht Bescheid gesagt hatte. Sorry, Schatz!!!

Als ich nach 2 Stunden erwachte, sprang ich zur Erfrischung in die Fluten und als ich hinauskam, hatte ich allerbeste Laune und nun sah ich auch die anderen zurückkommen. Wir setzten uns in eine Strandbar und bewunderten den Kellner, der erstaunlicherweise trotz der Menschenmassen, alles perfekt im Griff hatte. Eigentlich wollten wir nur etwas trinken, aber weil es so nett war, aßen wir dann dort noch. Ich bestellte mir nur eine Portion Pommes, die den anderen auch sehr gut schmeckten. Hinterher gab es dann für mich noch einen Käsekuchen. Klar, dass jeder auch davon mal probieren wollte!! Danke, liebe Familie, dass ihr so toll dafür sorgt, dass ich nicht wieder zunehme.

Jetzt ging es noch nach Roche, unserer zweiten Heimat. Wie oft hatten wir hier manchmal ganz allein mit unserem Saloon gestanden? Heute war es auch hier granatenvoll mit parkenden Autos. Natürlich durfte man mit dem Wohnmobil zu dieser Zeit nicht hier übernachten. War ja Saison. Auch hier am Strand gab es nun eine Strandbar und sogar Toiletten. Was für ein Luxus. Bernd und Tanja gefiel es so gut, dass sie gleich am nächsten Tag nocheinmal dorthin fuhren. Bernado und ich blieben dieses Mal zuhause, weil wir wieder einmal das Haus ausräumen und das Wohnmobil einräumen mussten, denn ab Montag ist es wieder vermietet. Es gab viel zu tun und so verging der Tag wie im Fluge. Gegen Abend kamen die beiden anderen dann zurück. Sie hatten abermals einen tollen Tag und wollten uns zum Essen einladen. Wir hatten aber schon Reste gegessen. So setzten wir uns auf die Terasse und tranken Wein und Bier, während wir wieder das Vornamenspiel spielten. (Tanja, jetzt kommts`.-) Mittlerweile waren wir bei G angelangt. Und eigentlich hatten wir so ziemlich alle Namen durch. Reihum mussten wir raten. Wer keinen Vornamen mehr wusste, hatte verloren. Nun war Tanja an der Reihe. Man konnte förmlich hören, wie sie sich das Gehirn zerbrach. Plötzlich rief sie:“ Ich hab einen!

Goethe!!!!

Das ist kein Vorname, lachte ich sie aus. Voller Überzeugung sagte sie:“ Doch, Goethe Faust!“ Ich bekam einen Lachkoller und sagte, neee der heißt Wolfgang Amadeus mit Vornamen. Faust hat er nur geschrieben. Bernado und Bernd lachten jetzt mit mir um die Wette und wir konnten uns gar nicht mehr einkriegen. Tanja fand das gar nicht lustig und fand mich sooo richtig doof. Darüber musste ich nur noch mehr lachen. Wir hörten lieber auf mit dem Spiel. 2 Tage später als Bernado und ich uns die Situation noch einmal ins Gedächnis riefen, meinte Bernd, er hätte lange nicht mehr so gelacht. Nicht aber etwa wegen Tanja, sondern wegen meinem Wolfgang Amadeus. Erst jetzt fiel mir auf, dass so ja Beethoven mit Vornamen hieß und nicht Goethe. Quatsch, Mozart natürlich !!! Ich glaube Tanja hat auch gar nicht bemerkt, wie schief ich lag. Ach war das lustig. Fast hätten wir in die Hosen gemacht!!

Alle schönen Tage gehen aber leider viel zu schnell zuende und so war es auch mit dem Urlaub der Beiden. Am nächsten Morgen frühstückten wir in Herrgottsfrühe ein letztes Mal zusammen und dann verabschiedeten wir uns, denn um 7 Uhr 30 fuhren sie ab zum Flughafen. Wir winkten bis wir sie nicht mehr sehen konnten. Plötzlich hörten wir draussen ein lautes Zischen. Erschrocken sahen wir uns um und nach oben, woher das Geräusch kam. Ein riesiger Heißluftballon schwebte direkt über uns. Ein tolles Bild. Wir winkten und sie winkten zurück. Auch Bernd und Tanja konnten ihn von unterwegs aus dem Auto sehen und empfanden es als tollen Abschluss.

Liebe Tanja, lieber Bernd, es war toll mit euch!!!!!!

Das ist noch ein schönes Erinnerungsfoto aus dem tollen weissen Pueblo RONDA.

Wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen und hoffen, ihr besucht uns bald Mal wieder!!!

Brüderchen & Schwesterchen

Ganz liebe Grüße.
Jetzt fehlen nur noch meine Eltern, denen wir unser Häuschen natürlich auch gerne zeigen würden. Ihr seid herzlichst eingeladen und wir würden uns sehr freuen! Liebe Grüße

PS: leider habe ich nicht so viele Fotos, da die „Gäste“ meist selbst hier ihre Fotos im Urlaub schiessen.

Veröffentlicht von Ines & Bernd Hoormann

Bernd ist am 17.12.63 in Papenburg geboren und dort auch aufgewachsen ,Er hat 2 Kinder: Bennet und Carina.Bis zum 1 Juli 2017 Geschäftsführer in einem Lingener Ingenieurbüro und leidenschaftlicher Musiker.Er spielt Gitarre,am allerliebsten Country und singt,wie ein junger Gott .:-)Meine ganz persönliche Meinung.Und ich,Ines geb.11.02.65 in Westerstede,habe 3 Kinder:Jessica 31 Jahre,David 30 Jahre und Kim 27 Jahre und bin ein typischer Wassermann.Freiheitsliebend,läßt sich nicht gerne sagen wo´s langgeht und das absolute Gegenteil von Bernd,der daran manchmal zu verzweifeln droht.Kennengelernt haben wir uns im Mai 2006.Ich habe Bernd im Internet bei ilove(Datingline) gefunden und nach einem sehr holperigen Start, mit mindestens 3 Trennungen für immer,leben wir seit April 2007 zusammen in Lingen.Erst in einer gemieteten Doppelhaushälfte ,mit wahnsinnig netten Nachbarn,die später,obwohl unser Dackel,gleich am ersten Tag unseres Einzugs,deren Hamster umgebracht hat,später sogar unsere Trauzeugen wurden. dann in unserem Häuschen im Gauerbach.(Stadtteil von Lingen),welches wir nach 8,5Jahren verkauften um nur noch im WOMO zu leben.

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