Womo

Einzug ins Haus

Am 23.02, war es dann endlich soweit. Heute sollte der Notartermin stattfinden und vorher sollte noch einmal das Haus besichtigt werden. Bernd und ich fuhren schon ein Tag vorher los, denn wir wollten auf jeden Fall pünktlich sein und nicht in aller Herrgottsfrühe aufstehen. Die Fahrt von Sarahs Finca bis nach El Santiscal, wo unser Haus steht dauerte fast 1,5 Stunden. Hinter unserem zukünftigen Haus war ein Wendehammer, direkt angrenzend an unseren Garten und an den stellten wir uns. Ach, war ich aufgeregt. Ich lurte an dem Blickschutz vorbei auf unser Grundstück. Das Auto des Besitzers stand dort, soviel konnte ich sehen. Klar, die hatten auch noch viel zu tun. Es mussten noch jede Menge Sachen raus. Außerdem wurde noch gefegt und alles schön gemacht. Vor Aufregung machte ich in dieser Nacht kein Auge zu und war froh, als es endlich Morgen war. Pünktlich um 10 Uhr kam die Maklerin ebenfalls und gemeinsam betraten wir das Haus. Es war noch viel schöner, als ich es in Erinnerung hatte, aber auch leerer. Bernd ließ sich vom Besitzer schonmal alles erklären. Wie funktionierte die Fußbodenheizung, wieviel Salz muss in die Entkalkungsanlage für unser Trinkwasser. Wo war der Sicherungskasten und und und. Ich unterhielt mich unterdessen mit Juana, der wirklich netten Maklerin und fragte, wie das mit der Stom- und Wasserummeldung vonstatten ging. Sie sagte bei jeder meiner Fragen immer nur:“ no te preocupes1″ Das verstand ich. Zu Deutsch: Mach dir keine Sorgen. Ein wirklich beruhigender Satz! Und tatsächlich kam sie schon am nächsten Tag und machte mit uns den nötigen Papierkram, um die Ummeldung auf den Weg zu bringen. Um es vorweg zu sagen, alleine hätten wir das niemals geschafft. Um 11 Uhr 30 dann fuhren wir los zum Notar. Die Maklerin nahm uns mit. Mit unserem Womo wäre es unmöglich gewesen durch Arcos zu fahren, wo der Termin stattfand. Bernd und die Maklerin verschwanden sogleich in irgendeinem Büro , ich glaube um die Personalien durchzugeben und die Pässe zu kopieren, aber so ganz genau weiß ich es gar nicht, denn ich blieb mit den Eigentümern im Wartebereich sitzen und wir unterhielten uns schleppend, mal auf englisch, mal auf spanisch. Seitdem ich etwas spanisch spreche, ist mein englisch grottenschlecht geworden, weil mir einige Wörter jetzt nur noch auf spanisch einfallen. Egal, wir verstanden uns und das war die Hauptsache. Nach einer halben Stunde ging es dann rein zum Notar. Unser Anwalt Jose Maria, den wir heute zum ersten Mal sahen, war auch anwesend und wirklich nett. Beim Notar war es ganz anders als in Deutschland. Es wurde nicht viel vorgelesen, weil wir ja eh nichts verstanden und der Notar bemerkte, dass er beim damaligen Kauf vor 15 Jahren der Nochbesitzer, ebenfalls als Notar fungiert hatte. Mit einem Lachen sagte er, dass man allen die 15 Jahre ansehen würde, nur nicht dem Vorbessitzer. Der war in unserem Alter und hatte sich tatsächlich prächtig gehalten. Für seine Frau war diese Aussage natürlich nicht so schön und unter ihrer Maske entgleisten ihr bestimmt die Gesichtszüge. Unterdessen stellten Bernd und unser Anwalt fest, das beide Gitarristen waren und singen. Spasseshalber sagte ich, dass die beiden ja eine Band gründen könnten. Wir lachten viel und besonders der Notar, der noch ein bißchen vorlas. Bernd und ich verstanden ständig „gato“, was Katze auf deutsch heißt und Bernd fragte, ob wir eine Katze mit übernehmen müssten. Das war dann der Brüller des Tages. Was genau gesagt wurde verstanden wir aber nicht wirklich. Schon nach 30 Minuten war alles unter Dach und Fach und wir mussten jetzt nur noch auf die Kopien der Verträge warten. Das dauerte am Längsten. Ich fragte unseren Anwalt, ob er sich um eine Mietlizenz für unser Haus kümmern könnte, denn die braucht man zwingend, wenn man vermieten will. Der Anwalt strahlte mich an und sagte: Klar, das mach ich euch als Geschenk umsonst. Super, oder??

Endlich war alles erledigt und wir stolze Hausbesitzer. Der Vorbesitzer übergab uns die Schlüssel, packte sein Frau ein und zog von dannen. Wir stiegen in das Auto der Maklerin und sie fuhr uns zu unserem Haus. Dort ließ sie uns allein und fuhr nach Hause. Wir fingen an das Wohnmobil auszuräumen. Im Vorweg hatte ich ja jeden erzählt, dass wir ungefähr 15 Minuten brauchen würden. Da hatte ich mich aber gewaltig getäuscht. Wir brauchten 7 !!!! Stunden, bis halbwegs alles was wir benötigen würden im Haus war. Mein Gott, wir hatten das Gefühl Tonnen zu schleppen und fanden Sachen, von denen ich gar nicht wusste, das wir sie dabei hatten. Auch Konservermäßig waren wir sehr gut aufgestellt. Dieses Jahr muss ich auf keinen Fall mehr Kidneybohnen, Bonduelle Erbsen und Wurzeln und Tomaten in Stücke kaufen, soviel steht fest. Die Hühnersuppe in Dosen wird wahrscheinlich noch etwas länger halten und die Putzlappen bis zum Lebensende. Wir liefen hin und her und hin und her nun als endlich so gut wie alles draußen war, wurde es schon dunkel. Da wir bisher weder einen Fernseher angeschlossen hatten, noch sonst etwas zu Zerstreuung hatten, ging ich sehr früh schlafen. Bernd tüdelte derweil noch etwas herum. Sortierte seinen Schreibtisch ein und suchte Sachen bei Amazon, die wir noch brauchten. Ich schlief wie ein Murmeltier und hörte nicht einmal als Bernd kam. Das Bett war urgemütlich und tatsächlich breit genug. 1,50 m glaube ich. Nach den 4 Jahren bei 1,30m eine absolute Wohltat. Ich merkte die ganze Nacht rein gar nichts von Bernd. Das war auch mal schön!! Am nächsten Morgen war ich um 5 Uhr wach. Es war saukalt, denn die Heizung war ja noch nicht an. Trotzdem ging ich raus und fing an den Garten in Schuss zu bringen. Auf allen Vieren robbte ich von Beet zu Beet und zupfte Unkraut, bis ich meine Hände nicht mehr spürte. Zum Warmwerden fegte ich zwischendurch immer mal wieder. Ich positionierte die Blumen, die uns die Vorbestitzer dagelassen hatten, so wie es mir gefiel und zupfte dann wieder Unkraut. Als Bernd um 10 Uhr endlich aufstand, war sogut wie alles fertig und es wurde langsam wärmer.

So liebe Leute morgen gehts weiter!! Liebe Grüße an Euch!

Veröffentlicht von Ines & Bernd Hoormann

Bernd ist am 17.12.63 in Papenburg geboren und dort auch aufgewachsen ,Er hat 2 Kinder: Bennet und Carina.Bis zum 1 Juli 2017 Geschäftsführer in einem Lingener Ingenieurbüro und leidenschaftlicher Musiker.Er spielt Gitarre,am allerliebsten Country und singt,wie ein junger Gott .:-)Meine ganz persönliche Meinung.Und ich,Ines geb.11.02.65 in Westerstede,habe 3 Kinder:Jessica 31 Jahre,David 30 Jahre und Kim 27 Jahre und bin ein typischer Wassermann.Freiheitsliebend,läßt sich nicht gerne sagen wo´s langgeht und das absolute Gegenteil von Bernd,der daran manchmal zu verzweifeln droht.Kennengelernt haben wir uns im Mai 2006.Ich habe Bernd im Internet bei ilove(Datingline) gefunden und nach einem sehr holperigen Start, mit mindestens 3 Trennungen für immer,leben wir seit April 2007 zusammen in Lingen.Erst in einer gemieteten Doppelhaushälfte ,mit wahnsinnig netten Nachbarn,die später,obwohl unser Dackel,gleich am ersten Tag unseres Einzugs,deren Hamster umgebracht hat,später sogar unsere Trauzeugen wurden. dann in unserem Häuschen im Gauerbach.(Stadtteil von Lingen),welches wir nach 8,5Jahren verkauften um nur noch im WOMO zu leben.

2 Gedanken zu „Einzug ins Haus“

  1. Renate Lorey-Girschke sagt:

    Hallo Ines,
    ich habe dich heute Nacht auf Facebook gefunden und bin dann auf deinen Blog gestoßen.
    Da habe ich tatsächlich bis heute früh um 6 Uhr in deinen Geschichten gelesen.
    Ich finde es toll, diesen Schritt in die Freiheit, den ihr gemacht habt und es ist Klasse, wie du über alles schreibst.
    Dein Schreibstil ist ganz natürlich, sicher auch authentisch, aber das kann ich nicht beurteilen da ich dich nicht kenne.
    Du schreibst immer mit ein bisschen Witz, aber nicht schräg oder aufgesetzt, so wie es viele machen.
    Ich werde sicher noch oft bei Euch vorbeischauen.

    Viel Glück in eurem neuen Haus,
    Renate und Anhang.
    Auf FB „Renate Logirschke“, falls du wissen möchtest mit wem du es hier zu tun hast 😊

    1. Hallo Renate, ich konnte dir über FB keine Nachricht senden, aber toll, dass dir unser Blog gefällt!!! Finde ich toll, deinen Blog. Du bist doch die Hundemama, oder? Liebe Grüße Ines

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