Womo

Wir sehen zum ersten Mal unser Haus 12.01.2021

Vordergarten-Eingang Haus

Endlich war es soweit, heute sollte unsere Hausbesichtigung stattfinden. Unser Freund Jürg hatte sich bereit erklärt uns zu fahren, denn noch wußten wir nicht, ob man mit unserem Wohnmobil dort parken konnte. Jürg erschien pünktlich morgens um 10 Uhr 30 und los gings. Von El Soto waren es 78 Kilometer und eine Stunde Fahrt musste man rechnen. Unser Termin war um 12 Uhr. Unterwegs waren wir mal wieder ganz verzückt von der Landschaft, waren wir doch diesmal auf der Hintour nach Spanien nur Autobahn gefahren. Schnell wurde es hügelig und weil es extrem viel geregnet hatte, “ Gott sei Dank“, bevor wir gekommen sind, war es extrem grün überall.

Die Landschaft hier im Landesinnere war traumhaft und ich konnte mich gar nicht sattsehen. Auch Jürg fand die Gegend hier viel schöner als in Chiclana, wo wir ursprünglich ein Haus kaufen wollten. Wir kamen gut voran, nur als letztes ging es in Arcos de la Frontera durch sehr enge Gassen und Bernd schwitzte allein bei der Vorstellung, hier mit unserem riesigen Wohnmobil rum zu gurken. Jürg beruhigte ihn und versicherte, es gäbe natürlich auch noch einen anderen Weg.
Weil wir gut in der Zeit lagen und uns einige Lebensmittel sowie Getränke fehlten, hielt Jürg kurzerhand beim Carefour (spanischer Einkaufsmarkt). Ich sprintete aus dem Wagen (jedenfalls in Gedanken) und versprach mich zu beeilen, denn allzu viel Zeit blieb uns nun nicht mehr bis 12 Uhr. Ich schnappte mir von draußen einen Einkaufswagen, setzte meine Maske auf und betrat den Laden. Sofort brach großes Chaos aus. Unter keuen Umständen durfte man mit einem Wagen von draußen in den Markt. Wußte ich ja nicht!! Sofort entrissen mir behandschuhte Hände den anscheinend coronaverseuchten Wagen und gaben mir einen frisch desinfizierten mit Banderole, zum Beweis. Uih uih uih, war der Markt groß. Wie sollte ich mich hier denn so schnell zurechtfinden? Allzuweit wollte ich mich auch nicht von den Kassen fortbewegen, denn dann würde ich hier wahrscheinlich nie wieder rausfinden und die Zeit drängte. Schließlich wollte ich nicht den Eindruck, bezüglich der deutschen Tugend „Pünktlichkeit“ bei den Spaniern zerstören. Ich kaufte also nur das Aller- notwendigste und bezahlte 11 Euro. Zum Glück war an der Kasse nichts los. Auf dem Parkplatz kam mir Bernd schon entgegen und rollte den Wagen die letzten Meter zu Jürgs Auto. Die Sachen wurden schnell unter die Plane seiner Ladefläche verstaut., einen normalen Kofferraum hat er nicht, denn er fährt einen großen, coolen Dodge Ram. Das muss er auch, denn sonst bekäme er seinen amerikanischen Trailer (Sattelauflieger), in dem er wohnt, nicht mit. Jetzt stand dieser aber auf dem fast leeren Campinplatz in Conil. Nun hatten wir noch 5 Minuten bis 12 Uhr und noch 7,4 Kilometer.

Ganz pünktlich schafften wir es nicht, aber mit 3 Minuten Verspätung parkten wir vor unserem Haus. Die Besitzer und die Maklerin waren schon da und aus einiger Entfernung zogen wir alle mal kurz unsere Masken nach unten, damit wir gegenseitig sehen konnten, wie wir aussahen. Dann begrüßten wir uns mit der mittlerweise üblichen Ghettofaust und betraten das Grundstück.

Ein paar Anmerkungen zu der schlechten Qualität der folgenden Fotos: Sie geben in keinster weise die Schönheit des Anwesens wieder. Wenn wir ab Ende Februar eingezoigen sind, der Garten gemacht ist, machen wir neue Fotos. 1. haben wir die unprofessionell in aller Eile bei der Besichtihgung gemacht; 2. im Haus war es etwas dunkel (wg. teils heruntergelassener Schalusien);
In der Hausanounce waren tolle professionelle Fotos aus dem Herbst, die ich leider von der Internetseite nicht auf meinen PC herunterladen konnte!

Vordergarten-Eingang Haus

Um es kurz zu machen, es gefiel uns super!!! Es traf zu 100 Prozent unseren Geschmack, denn wir stehen ja nicht so auf hypermodern. Die Küche hat einen Tresen und Bernd und Jürg setzten sich sofort auf die Barhocker und bestellten “ una cerveza“: So stellte ich mir eine Wohnküche vor. Traumhaft!!!

Küchentresen, dahinter die Einbauküche
Blick von der Küche/Esszimmer in den Garten

Es grenzte sogar ein kleiner Vorratsraum an ihr, worin auch die Waschmaschine untergeracht war. Davon war im Internet nichts zu sehen gewesen, aber war natürlich Gold wert! Weiter ging es zum Wohnzimmer. Dieses sah im Internet aus, wie ein riesiger Schlauch. In Natura aber überhaupt nicht und auch davon waren wir hin und weg.

Weiter ging es zu den beiden Schlafzimmern. Das Hauptschlafzimmer war irre groß und hatte Platz für zwei Kleiderschränke. Diese nehmen die Besitzer aber mit. Das war uns ganz recht, denn wie wir sahen, hatte das Zimmer zusätzlich einen tollen begehbaren Kleiderschrank. Zusätzlich gab es noch ein wunderschönes Bad „en suite“. In Gedanken verteilte ich schon die Plätze in dem schönen großen Bett. Ich natürlich auf der Seite des Bades, denn jede Nacht muss ich 2 mal raus. Bernd nie! Das andere Schlafzimmer war kleiner, aber auch echt schön und das eigene Bad ist auch gleich nebenan. Im ganzen Haus sind braune Naturfliesen und keine hatte auch nur annährend einen Sprung. Die Fliesen fand ich weltklasse und was wichtig ist, auch pflegeleicht. Das war bei meinem Putzfimmel eigentlich egal, aber gut zu wissen. Ah, ich freu mich wie blöde, bald mal wieder richtig putzen zu können. Das kann ich in unserem Saloon zwar auch, aber man ist ja leider immer so schnell fertig. Uns gefiel alles, sogar die Farbe der Wände, die konnten allerdings einen neuen Anstrich gebrauchen. Mal überschlagen, ob wir uns das überhaupt noch leisten können…..Sieht nicht so gut aus, aber egal, schick ich Bernd ein bißchen Gitarre spielen. Ach ja, ist ja Corona und keine Touristen da. Ach, so schlimm sehen die Wände nun auch wieder nicht aus;-)

Jetzt ging es in den Garten. Dieser war zwar nicht so riesig groß, aber genau so wollten wir es haben!! Man hat weniger Arbeit, denn Gartenarbeit gehört nicht gerade zu meinen allerliebsten Aufgaben.

Was wichtig war, das Haus hatte eine große überdachte Terasse, auf der wir mit Freunden gemütlich sitzen konnten, auch wenn es mal regnen sollte und natürlich zum scrabblen. Ja, das machen wir tatsächlich noch immer!! Es gab einen Orangenbaum, einen Pflaumen- und einen Mandelbaum. Klasse, oder?? Natürlich hat das Haus auch einen kleinen Pool, in dem man sich in den Sommermonaten schön abkühlen kann.

Und zum Schwimmen haben wir ja dann in 300 Meter Entfernung den riesigen See mit Strandabschnitt!!!

Herrlich, wir sind schon wieder im Paradies gelandet!!! Dann gab es noch zwei 12 qm2 Häuschen, eins für Gartengeräte und eins für Die Heizung mit dem Heizöltank. Achja, wir haben eine Ölheizung, mit der die Fußbodenheizung betrieben wird. Außerdem war an der Seite noch ein 15 Meter langes Carport, dass aber leider wahrscheinlich nicht hoch genug für unser Wohnmobil war (es fehlen nur ca. 120m zu unserer 3,4m-WoMO-Höhe). Egal, nehmen wir halt einfach das Dach ab, ist eh besser, dann werden jedenfalls die Solarpanele aufgefüllt. Da fällt mir ein, dass das Haus auch Solarthermie hat. So brauchen wir keinen Strom, um das Wasser zum Duschen zu erwärmen. Ein paar Beete gab es auch, aber es hielt sich in Grenzen,. Gott sei Dank! Wir hielten uns dort ziemlich lange auf und fragten die Vorbesitzer Löcher in den Bauch. Zum Glück konnte der Mann englisch. Beide waren irre nett und die Maklerin auch. Ach ja, irgendwann mussten wir das Haus aber doch verlassen und fuhren mit Jürg zurück.

Im Hintergrund das weisse Dorf (pueblo blanco) von Arcos dde la Frontera
Die Steilwand auf der Rückseite von Arcos de la Frontera

Unterwegs fanden wir ein nettes Lokal, in dem wir Jürg für seine Mühe zum Essen einluden. Lecker war es!!! Nun mussten wir uns sputen, denn wir hatten Sarah versprochen 3 Stunden auf die Zwillinge aufzupassen. Ach, war das alles aufregend!

Womo

Trotz Corona unbehelligt in El Soto angekommen! 10.01.2021

Eigentlich dachte ich, als wir gegen halb 11 in Burgos starteten, dass wir irgendwo noch eine Übernachtung einlegen würden, aber wir kamen so gut voran, dass Bernd gegen 5 Uhr beschloss durchzufahren. Ich brachte ihn zwischendurch immer mal wieder etwas zum Essen und so musste er nur 2 Mal das Lenkrad verlassen. Einmal zum Tanken und einmal zum Pinkeln. Wir konnten es gar nicht abwarten anzukommen und endlich kurz vor 21 Uhr waren wir da. Wir fuhren durch das große Tor auf unseren Stellplatz bei Sarah in El Soto und es war, als wären wir nie weggewesen. Ich sprang aus dem Auto, schnappte mir die gefrorenen Fressalien, die uns meine Schwester mitgegeben hatte und machte mich schnurstracks auf den Weg zu Sarah. War das eine Freude!!!! Nach der Begrüßung holte Sarah einen Hammer und schlug das Eis entzweim, um an den Grünkohl, die Rouladen und die anderen Köstlichkeiten zu kommen. Sarah war total begeistert und deponierte schnell alles im Kühlschrank. Die Kinder schliefen natürlich schon und so konnten wir in Ruhe quatschen. Allzu spät wurde es aber nicht, denn Bernd war ganz schön groggy. Man merkt doch sehr deutlich, dass er nun schon 57 Jahre alt ist. Sarah musste auch ins Bett, denn die Kinder sind immer schon um 5Uhr 30 wach.

Am nächsten Morgen war ich natürlich wieder mal um 4 Uhr wach. Brrrrrrr, war das kalt im Saloon.Auch in Andalusien war Winter und draußen hatte es nur 2 Grad. Im Wohnmobil kuschelige 8. Mit 2 Jacken, dicken Socken und einer Wolldecke, setzte ich mich leise vor den PC und spielte bis um halb 7 Doppelkopf. Dann war ich endlich wieder müde und total durchgefroren. Zeit wieder ins Bett zu gehen. Ich kuschelte mich ganz dicht an Bernd an. Der schrie entsetzt auf und schob mich soweit es das nur 1,40 m breite Bett zuließ, von sich und schlief sofort wieder ein. Sehr fürsorglich!! Bei mir war an Schlaf nicht zu denken. Ich fröstelte also bis halb 9 vor mich hin. Endlich wachte Bernd aus und ich trieb ihn an, sich schnell anzuziehen und mit mir zu den Kindern zu gehen. Denn die würden von 10 Uhr bis 14 Uhr im Kindergarten sein und wir konnten es gar nicht abwarten sie wieder zu sehen. Emilio sah uns zuerst durch die geschlossene Schiebetür und jauchste und lachte und rannte von einem Raum in den nächsten. Wir schoben die Tür auf und er flog mir in die Arme. Ach, war das herrlich!!! Er drückte mich ein ums andere Mal und dann war Bernd dran. Tiago war etwas reservierter, aber nach 5 Minuten war das Eis gebrochen und Bernd bekam schon einen Fuß ins Gesicht. Wir gaben ihnen die mitgebrachten Bücher und während Bernd sich mit seinem Tiaogo beschäftigte, lagen Emilio und ich eine geschlagene Stunde auf dem Boden und suchten die Gegenstände in dem mitgebrachten Wimmelbuch. Er hatte sofort begriffen, um was es ging und war wesentlich schneller als ich. In Sekunden zeigte er auf das gesuchte Objekt. Sprechen tun die beiden noch nicht allzu viel. Sind halt Jungs, aber verstehen tun sie alles und zwar in Deutsch und in spanisch. Ich bin Eini und Bernd ist Bär. Als es Zeit wurde in den Kindergarten zu fahren, waren beide todmüde und schliefen auf der Fahrt dorthin im Auto ein. Wir tranken dann mit Sarah noch einen Kaffee, bevor wir uns wieder zum Wohnmobil begaben, um dort zu frühstücken. Mittlerweile war es 11 Uhr. Das Thermometer zeigte nur 11 Grad, aber die Sonne, die vom wolkenlosen Himmel schien, hatte ordentlich Wumms und so wechselten wir vom Wollpullover auf T-shirt. Kurze Hose geht erst, wenn ich mich heimlich irgendwo gesonnt habe, denn meine Beine sind so kalkweiß, dass ich es keinem zumuten möchte. Ihr wisst ja, ich finde braunes Fett sieht besser aus als weißes. Nach dem Frühstück, im Wohnmobil war es jetzt richtig warm geworden, riefen wir die Maklerin an, um einen Termin zur Besichtigung zu machen. Wir waren ja sooo aufgeregt!!! Lange mussten wir nicht mehr warten, denn die Maklerin hatte schon am nächsten Tag Zeit.

Am Nachmittag, als die Kinder zurück vom Kindergarten waren, kamen auch noch Sarahs Mutter, Jürg, der Schweizer , der wie jeden Winter mit seinem Trailer in Conil ist und Alex dazu. Gemeinsam auf Sarahs Terasse, tranken wir alle zusammen grünen Tee und aßen die kleinen Christstollen, die meine Schwägerin Tanja uns in Deutschland mitgegeben hatten. Sie , beziehungsweise die Hausdame ihres Hotels, hatte davon nämlich 3 Kartons a 2,5 Kilo bestellt. Und dann kam, anstatt der Gäste, der zweite Lockdown und das Gebäck geriet in Vergessenheit und wurde erst kurz vor unserer Abreise wieder gefunden. Wir nahmen gerne einen Karton mit und jetzt sind auch nur noch maximal 150 Gramm da. Danke Tanja!!! Hier sind alle ganz begeistert und das Abnehmen wird wieder mal nach hinten verschoben! Später nahmen wir noch die kleinen Racker mit zu uns und wir machten uns mit den anderen Campern, die ebenfalls mit ihren drei Mobilen auf Sarahs Stellplatz stehen bekannt. Ausnahmslos nette junge Leute, aus Italien, Spanien und Holland. Geredet wurde in allen Sprachen und Verständigungsprobleme gab es nur einmal. Und da haben wir uns fast gekugelt vor Lachen. Sarahs Mutter stattete uns einen Besuch ab und Bernd, sie und ich saßen am Tisch beim Wohnmobil. Das holländische Pärchen hatte einen 2,5 jährigen strohblonden Sohn dabei der sich die ganze Zeit alleine beschäftigte.Irgendwann krabbelte er, auf den noch freien Stuhl ,bei uns am Tisch und erzählte uns etwas. Bernd sprach die ganze Zeit Plattdeutsch mit ihm und er schien alles zu verstehen. Auch konnte er wirklich gut und viel reden. Wir tranken gerade Kaffeeee, als er immer wieder sein rechtes Auge rieb und immerzu sagte :“ Auge tut weh.“ Nun kam auch Sarah und bekam das mit. Sie ging zu den Eltern und sagte ihnen auf englisch, dass ihrem Sohn wohl das Auge weh täte. Die Mutter antwortete: Nein , er sagt auf hölländisch ook coffjee. Man haben wir gelacht.

Womo

Wir haben ein Haus gekauft!

Irgendwie habe ich es verpennt euch weiter vom Hauskauf zu berichten. Das wird jetzt auf der Stelle nachgeholt. Bitte verzeiht die vielen Fehler, aber alles was ich in den letzten Tagen geschrieben hatte, geschah im Wohnmobil, während der Fahrt. Da sitze ich auch jetzt und zwischendurch ist es sehr holprig und ich verfehle die Buchstaben und die Kommata. Zu allem Überfluss hat sich das Programm, in dem ich schreibe und die Buchstaben sind soo klein, dass ich sie nicht mal mit Bernds Brille sehen kann. Ich sehe also nicht, was falsch ist und damit ihr endlich mal wieder etwas zu lesen habt, lasse ich es auch nicht von Bernd korrigieren, denn der fährt ja und ist beschäftigt.

Nun zum Hauskauf. Schon in Holland ging es los, das die Maklerin uns den Vorvertrag schickte. Diesen schickten wir zu Sarah, diese widerum zu ihrem Anwalt, der jetzt auch unser sein sollte und der alles prüfte. Das ist in Spanien so üblich. Der Anwalt sagte der Vertrag sei ok, schrieb aber er wolle noch 2 Sachen ändern. Das tat er auch und schickte ihn wieder zu Sarah. Diese konnte ihn nicht öffnen und uns nicht schicken. Wir hatten das Haus reserviert. Das geht über 48 Stunden. Diese waren jetzt abgelaufen und Bernd und ich echt verzweifelt, wussten wir doch, dass es noch andere Intressenten gab. Ich schrieb an die dreizig mal mit der Maklerin hin und her. Diese beruhigte mich zwar, aber das nützte nach den schlechten Erfahrungen, die wir mit ihren Berufskolleginnen gemacht hatten gar nichts. Der Anwalt war nicht mehr zu erreichen und am nächsten Tag war ein Feiertag. Auch an diesem gingen zwischen der Maklerin unzählige Nachrichten hin und her. Das hört sich jetzt vielleicht einfach an, war es aber nicht, denn das Sprachproblem war nicht unerheblich. Wir mussten alles erst mit google übersetzten und ihr ging es genauso. Am nächsten Morgen wollte uns der Anwalt sofort den Vewrtrag schicken. Sein Büro öffnete um 9 Uhr. Um 9 Uhr 30 erreichte Sarah ihn, allerdings im Auto auf den Weg zum Büro. Ich war mehr als panisch. Die Frist war jetzt schon lange vorbei und ich hatte regelrechte Schnappatmung. Plötzlich konnte Sarah den Vertrag dann doch öffnen und schickte ihn zu uns. Bernd fuhr auf den nächsten Parkstreifen. Wir öffneten ihn. Verstehen konnten wir gar nichts, war ja auf spanisch, aber egal. Klar war, dass wir jedes Blatt unterschreiben mussten. Irgendwie elektronisch. Es waren 2 Kästchen dort. Bernd setzte seine Unterschrift in das eine und wollte meine in das andere Feld setzten. Das ging aber nicht. Nachdem Bernd es wohl 6 mal versucht hatte, gab er auf. In das zweite Feld setzte er das Datum und meine Unterschrift setzte er mit zu seiner ins erste Feld. Dann wurde alles abgeschickt. Freudig sprach ich der Maklerin aufs Band. Juchhu, Vertrag unterschrieben. Ach ja und die Anzahlung von 10600 Euro auch überwiesen. Die Maklerin hatte Mittagspause und antwortete erst 2 Stunden später. Vertrag ungültig, weil meine Unterschrift alleine in einem Feld sein musste. Wir erklärten verzweifelt, dass das nicht geht. Daraufhin sagte sie uns, dass ich einen eigenen Vertrag bekommen hätte, auf m e i n e e-mailadresse und dieser müsse nun noch unterschrieben werden. Da wären wir nie im Leben drauf gekommen. Bernd also wieder rechts ran und diesselbe Prozedur noch einmal. Später erfuhren wir, dass die Verkäufer denselben Fehler gemacht haben. Egal, jetzt ist alles perfekt und wir stolze Hausbesitzer. Dabei haben wir das Haus noch nicht mal live gesehen. Also Leute, drückt uns mal die Daumen, dass es annährend so ist, wie wir uns es uns vorstellen. Man war das ein aufregender Tag. Wir waren fix und fertig und konnten uns überhaupt nicht freuen.

Jetzt kommt eine Menge Arbeit auf uns zu. Ein Konto eröffnen, einen Notartermin machen, eine Hausbesichtigung durchführen, eine Mietlizenz beantragen und und und. Mitte Februar wollen wir allles über die Bühne gebracht haben.

Womo

Die Fahrt 07.01.2021

Wir schafften es tatsächlich pünktlich um 8 Uhr von Papenburg loszukommen. Es wurde gerade hell und war saukalt. Das war gut für das Essen in den Eimern. Diese hatten wir in der Nacht neben das Wohnmobil gestellt und tiefgefroren kam es dann in die Garage unseres Saloons. Ab ging die Fahrt. Ein kurzer Stop in Haren, wo Bernd noch ein letztes Mal in Deutschland tankte und schwupps waren wir auch schon in Holland. Dieses Mal sollte unsere Fahrt über Holland, Belgien und Frankreich gehen. Das war die kürzeste Strecke. Bernd hatte natürlich Bedenken, wie immer wenn er etwas noch nicht kennt, aber weil auch sein Musikerfreund Burkhard ihn vor einigen Tagen dazu geraten hatte, ließ er sich darauf ein. Auf mich hört er ja leider nicht. Wie anders ist es doch durch Holland zu fahren. Im Gegensatz zu Deutschland hatten wir keine verstopften Straßen, keine Staus, ja nicht einmal Verkehr. Aussteigen durften wir aber nicht, nicht einmal zum Tanken. Das war dort eine der Coronaregeln. Unser Tank fasst 125 Liter, eigentlich sogar 175. Der Vorbesitzer hatte damals den Tank vergrößern lassen. Leider weiß dies die Tankanzeige nicht und so geht sie immer auf Reserve wenn wir eigentlich noch 55 Liter drin haben. Und Bernd geht nun mal kein Risiko ein, Planer halt !! So fahren wir nun seit exakt 4 Jahre 50 Liter Ersatzdisel mit uns spazieren und das , obwohl wir ständig überladen sind. Bernd spart da lieber an Wasser. Macht ja nix, wen n wir stinken, ist ja Corona und wir sind unter uns.;-) Die 125 Liter reichten aber auch aus, um durch Holland zu kommen. Ja, wir kamen damit sogar durch Belgien. Dort verpassten wir allerdings das Tanken und durften daraufhin in Frankreich tanken. Ein Liter Disel 1, 46 Euro. Hammer!!! Auch Maut war happig!!! Naja, trifft ja keinen Armen:-( Wir kamen am ersten Tag bis hinter Paris und lediglich kurz vorher gab es leicht zähfließenden Verkehr. Unser Auto lief wie am Schnürchen und wurde immer wieder liebevoll von uns gestreichelt. Es verbrauchte in der ersten Etappe auch nur 14 Liter auf 100. Wir waren ganz begeistert. Hinter Paris stellten wir uns auf irgendeine Raststätte zwischen die LKWund verrammelten Fenster und Türen. Wir sahen noch einen Film bei Netflix und schliefen danach schnell ein. Am nächsten Tag klingelte der Wecker um 7 Uhr. Zwar dösten wir noch eine viertel Stunde ein, schafften es aber pünktlich um 8 Uhr 30 loszukommen. Es war immer noch saukalt. Wie gut, dass ich um 4 Uhr kurz wach war und schon die Heizung angestellt hatte!! Es waren um die Uhrzeit nur 8 Grad im Saloon. Als wir aufstanden war es aber schon wohlig warm. Bernd verließ das Lenkrad nur zum Pinkeln und selbst das nur 2 Mal. Kilometer um Kilometer kamen wir unserem Ziel näher und schon gegen 17 Uhr passierten wir die spanische Grenze bei San Sebastian. Bernd war noch immer in Topform und so beschlossen wir noch weiter zu fahren. Bernd redete schon seit Tagen immer wieder davon, dass wir in Schnee geraten würden und er wollte vorher unbedingt viele Kilometer hinter sich bringen. Wir fuhren dann noch bis kurz vor Burgos und schliefen abermals auf einer Raststätte. Wie auch den Morgen zuvor standen wir früh auf. Gegen 9 Uhr waren wir abfahrbereit. Bereits nach 10 Kilometer fing es wie der Teufel an zu schneien. Bei minus 4 Grad blieb natürlich auch alles sofort liegen. Die linke Spur war in null komma nix weiß, die rechte ging noch und so ließ er den Parkplatz rechts liegen und fuhr weiter. Die nächste Parkgelegenheit gab es in 20 Kilometern, also nicht allzu weit entfernt. Leute ich sag euch, diese 20 Kilometer hatten es wahrlich in sich. Erstens ging es immer höher und schon nach gefühlten 2 Kilometern lag viel mehr Schnee auf unserer Spur. Dieser war ziemlich matschig, weil ja auch andere Autos hier fuhren und es wurde glatt. Zudem gab es jetzt einen richtigen Schneesturm. Vor lauter Schnee konnten wir fast nichts sehen. Wir hatten das Gefühl, unterwegs in den Skiurlaub zu sein, allerdings mit Sommerreifen. Wer rechnet in Spanien schon mit solchen Schneemassen??? Bernd fuhr hochkonzentriert und man sah ihm die Anspannung an. Hoch ging ja noch, aber runter , hatte selbst ich Todesangst. Schließlich wiegt unser Auto mehr als 8 Tonnen und wenn die ins Rutschen kommen, hält den keiner mehr. Das war selbst mir klar und so saß ich ausnahmsweise mal angeschnallt auf meinem Platz. Bernd schwitzte ganz schön, aber irgendwie und irgendwann hatten wir die 20 Kilometer geschafft und sicher auf dem Rastplatz kurz vor Burgos gelandet. Und wegen den paar Kilometern waren wir so früh aufgestanden. Es nützte nichts, wir konnten nicht weiterfahren. Daggi schickte uns eine Sprachnachricht, dass alle Autobahnen bei Madrid gesperrt seien. Auch dort war es mächtig am schneien und die Spanier kamen mit dem Räumen und streuen nicht hinterher.Scheiß Klimaerwärmung! Für uns hieß das: Zwangspause. Wir scrabbleten, telofonierten, tranken Tee und warteten. Es schneite den ganzen Tag weiter. Gegen 23 Uhr gingen wir ins Bett und am nächsten Tag hatte es endlich aufgehört ztu schneien. Bei minus 4 Grad aber nicht gerade warm. Bernd schlief erstmal bis 9 Uhr. Beim Frühstück sah er dann 2 Männer aus ihren Räumfahrzeugen kommen und quatschte sie fröhlich aus dem Fenster an.“ Bueno Job?“ Damit wollte er fragen, ob sie gute Arbeit geleistet hatten. Einer der Männer kam lachend zum Fenster (natürlich wurde die AHA Regel eingehalten) und mit si si si, strahlte er Bernd an. Bernd fragte in fast perfektem spanisch, ob die Straße frei wäre. Der Mann verstand ihn anscheinend, denn stolz berichtete “ Todo perfecto“, also alles perfekt. Heute würde es auch nicht mehr schneien, war er sich sicher. Jedenfalls verstanden wir es so. Grund genug unsere Fahrt fortzusetzten. Die Strassen waren tatsächlich toll geräumt und trocken und so ging es weiter. Vorbei an unzähligen schneebedeckten Olivenbäumen und zugefrorenen Seen. Ein Wintermärchen. Für Spanien aber doch sehr unüblich. Ich musste an die armen Leute denken, die keine Heizung hatten. Davon gab es hie ja jede Menge. Hoffentlich geht es bald mit den Temperaturen aufwärts. Wir hatten noch 900 Kilometer vor uns uns als wir nur noch 600 hatten beschloss Bernd durch zu Sarah zu fahren. Dort würden wir dann heute gegen 21 Uhr eintreffen. Ab der Höhe Cacares, nun waren es nur noch 400 Kilometer verschwand der Schnee allmählich und das Termometer kletterte auf 8 Grad. Endlich sahen wir nach langer Zeit mal wieder blauen Himmel.

Womo

Kein Bock mehr auf Deutschland

Unsere Sehnsucht nach Spanien wuchs immer mehr und im neuen Jahr gab es kein Halten mehr. Täglich lag ich Bernd in den Ohren, wann es endlich losgehen würde. Das Wetter war kalt und ungemütlich und die Coronalage würde wohl so schnell nicht besser werden. Aussitzen war keine Option mehr. Wir wollten los. Am allerliebsten wollten wir natürlich unser altes Leben wieder. Unbeschwert reisen, an schönen Stränden stehen, viele Leute kennenlernen usw. Dank scheiß Corona ging das aber nicht. Zwart kannten wir einige, die trotz allem ziemlich unbehelligt an irgend einem Strand stehen, aber genau so viele kannten wir auch, die weggeschickt wurden oder richtig Ärger bekamen. Deshalb und auch weil keiner weiß, wie es nach Corona weitergeht, wollte ich unser Geld sichern. Meine Befürchtung war und ist es immernoch, das wir entweder eine riesige Inflation bekommen, oder anders zur Kasse gebeten werden. Der Bauer von Dangast, bei dem wir immer auf der Wiese gestanden hatten, hatte meine Ängste noch zusätzlich angeheizt. Er war sich absolut sicher, es käme zur Zwangsenteignung und Geldentwertung.Mir wurde Angst und bange und deshalb guckte ich vermehrt nach Häusern in Spanien. 3 mal hatte ich schöne und erschwingliche Häuser gefunden und jedesmal trat ich mit den Maklerinnen, es waren tatsächlich alles Frauen ,in Verhandlung. Natürlich mussten die Häuser erst geprüft werden, denn in Chiclana, wo wir wohnen wollten, weil dort die Häuser im Vergleich zu anderen Regionen recht günstig waren und wir unsere Freunde , unsere Patenkinder und unser geliebtes Roche in der Nähe hatten, waren 80 Prozent der Häuser ilegal gebaut worden. Das könnte mächtige Strafen und gegebenenfalls den Abriss auf eigene Kosten nach sich ziehen. Das wollten wir natürlich keinesfalls. So schnell, wie die Objekte unserer Begierde verkauft wurden konnten wir gar nicht gucken. Bei Haus Nummer 3 versprach uns die für dieses Haus zuständige Maklerin, dass wir das Haus auf jeden Fall bekommen würden und sie uns sofort unterrichte, falls ein anderer Interessent da wäre. Das war am Donnerstag. Wir setzten uns mit unserer deutschen Anwältin in Verbindung, die auch sofort aktiv wurde. Bereits am selben Tag hatte sie schon einige Papiere zusammen un d stand mit der Maklerin in Verbindung. Freitag setzte sie ihre Arbeit fort. Dann kam das Wochenende und Montag morgen rief unsere Maklerin an und bedauerte sehr, dass das HAus soeben verkauft worden war. Die blöde Kuh!!!! Ich war soooo sauer und heulte erst einmal 2 Stunden. Bernd rief noch mal bei ihr an und fragte, ob man denn gar nichts mehr machen könne. Als sie verneinte, ließ Bernd seinen Unmut lauthals auf sie niederprasseln. Von mir bekam sie eine superschlechte Bewertung!! Wir durften dann 300 Euro an unsere Anwältin bezahlen, die ja schließlich auch nicht von der Wohlfahrt ist.

Zwei Wochen später hatte ich dann wieder ein Haus gefunden. Zwar 70 Ki.ometer weit von Conil entfernt, aber das Haus sah toll aus. Es lag in El Santiscal , einen Ortsteil von Arcos de la frontera. Dort waren wir vor 2 Jahren schon einmal ein paar Tage gewesen. Es war zwar im Landesinneren, hatte aber einen riesigen See, der mindestens 8 mal so groß, wie das Zwischenahner Meer ist. Zudem noch einen Strandabschnitt, vor dem Bernd und ich seinerzeit mit dem Womo gestanden hatten. Man konnte dort, anders als im Atlantik, wo die Wellen ja im mer so groß und wuchtig sind, herrlich schwimmen. Dieser See lag nur 300 Meter von unserem hoffentlich zukünftigen Haus entfernt. Ein Traum!!!

Ich hatte panische Angst, dass auch dieses Haus wieder schnell weg sein würde und so machte ich richtig Dampf. Legal war es schonmal und für mich gab es kein Halten mehr. Unbesehen wollte ich es kaufen. Bernd hatte ich auch schon soweit, wenn er auch heftige Magenschmerzen hatte. Sarah, mit der wir telefonierten, meinte wir können doch kein Haus unbesehen kaufen. Sowieso wollte sie uns lieber etwas näher dran haben. Wir waren aber so in unseren Wahn, dass ich zu Sarah sagte, wir nehmen es auf jeden Fall. Sarah meinte darauf hin, dass ginge nun wirklich nicht und bot uns an, es selbst zu besichtigen und mit uns via Facetime eine Hausbesichtigung zu ermöglichen. Das war total nett von ihr und Bernd hatte nicht mehr ein ganz so schlechtes Gefühl. 3 Tage später war es soweit. Sarah rief an. Das Haus war zwar nicht Sarahs Geschmack, aber sie war sich sicher, dass es unser war. Und so war es auch!!! 45 Minuten ging Sarah mit uns durch die Räume und den Garten. Alles sah super aus, roch nicht, war nicht feucht und sogar möbeliert. Sarahs Segen hatten wir und sie war sogar ganz begeistert von der Gegend dort. Sarah hatte allerdings auch mitbekommen, dass die Nachbarn dieses Haus auch kaufen wollten. Ich geriet schon wieder in Panik. Gott sei Dank stand aber deren Finanzierung noch nicht und so hatten wir einen kleinen Vorsprung. Wir beschlossen sofort am nächsten Tag loszufahren. Am Abend besuchten wir noch Bernd und Tanja in ihrem Wochenendhäuschen, wo wir mit Sekt auf das Haus anstießen. Nach dem zweien Glas hatte ich schonwieder alle Lampen an. Mein Bruder machte uns dann noch leckere Poulardenbrust mit Reis, Currysauce und gebratenen Früchten. Wir ließen kein Krümelchen über. Gegen 23 Uhr verabschiedeten wir uns, fuhren zurück nach Westerstede und am nächsten Abend nach Emden, wo wir uns von meiner Schwester und meinen Schwager verabschiedeten. Dort gab es dann Lachs aus dem Räucherofen mkit Blumenkohl, Brokkoli und Bechamelkartoffeln. Ein Gedicht!! Am nächsten Tag durfte ich in Rainers Küche kochen. Ich hatte viel zu viel eingekauft und einiges war schon abgelaufen. Das musste unbedingt verwertet werden. Sarah hatte uns den Auftrag erteilt unbedingt Grünkohl und Rouladen mitzubringen. Leider gab es keinen Platz mehr im Kühlschrank und erst recht nicht im Gefrierschrank. Meine Schwester aber hatte eine großartige Idee. Sie füllte 4 Eimer mit Wasser und ließ dann die eingefrorenen und vakumierten Fressalien dort hinein plumpsen. Dann ab mit den Eimern in den FRoster. Am nächsten Tag war alles eingefroren und die Fahrt konnte weitergehen. Nächster Halt war Papenburg. Dort wohnte Bernds Bruder nebst Frau und von ihnen wollten wir uns auch noch verabschieden. Außerdem hatten wir dort auf dem Boden unseren großen Fernseher untergestellt und der musste natürlich mit. Auch Claudia hatte beim Kochen alles gegeben. Es gab Hähnchenkeulen, Rosenkohl und einen Auflauf. Eigentlich wollte ich ja nichts essen, aber na ja………. Es war köstlich!!! Nun hatten wir uns bei der ganzen Verwandtschaft durch gefressen. Ihr Lieben, wir revangieren uns. Kommt nach Spanien, wenn wir in unserem Haus sitzen!! Wir verbrachten noch schöne Stunden bei den beiden und am nächsten Tag ging es dann endgültig los. Vive Espania!! Spanien wir kommen!!!!!

Womo

Uns gibt es noch!!!

So Leute, ab heute wird wieder mehr geschrieben!! Wir waren ja jetzt seit April in Deutschland und haben zum größten Teil bei meinem Bruder auf dem leeren Hotelparkplatz gestanden. Natürlich waren wir im Sommer auch mal an einem See und sogar mal für ein paar Tage im Teuteburger Wald, wo wir herrliche Wanderungen unternommen haben. Auch Gronau haben wir natürlich besucht und dort hat mir Birgit, eine Friseurmeisterin meine Haare im August geschnitten und zwar ganz kurz!!! Zwischendurch war sogar Sarah mit ihrem Wohnmobil und den Kindern in Deutschland. Unsere große Befürchtung, dass sie uns nicht wiedererkennen würden ,traf aber nicht ein. Sie erkannten uns sofort und Sarah überließ sie uns und war froh, mal ihre Ruhe zu haben. Wir nahmen die 2 Racker mit zum Ferienhaus meiner Eltern nach Greabstede und verbrachten dort die Tage. Leider war das Wetter nur am ersten Tag schön. Die Nächte mit den beiden waren eine Tortur. In der ersten Nacht schlief Bernd im Womo und ich mit den Kindern im 2 mal 2 Meter Bett in der Hütte. Das Einschlafen der beiden war kein Problem, aber sie robbten und strampelten im Schlaf so dermaßen, dass ich es vorzog auf der Erde, auf den Auflagen der Liegen zu schlafen. Diese hatte ich vorsichtshalber links und rechts neben das Bett ausgelegt, falls eins der Kinder rausfällt. Das passierte dann auch prompt. Emil fiel mit Schwung auf meinen Rücken und schrie wie am Spieß. Der arme Kerl hatte sich richtig erschrocken und wusste gar nicht wo er war. Tiago wachte zum Glück nicht auf. Nach 10 Minuten hatte sich Emilio beruhigt und schlief wieder selig. Kurze Zeit später gab es einen lauten Knall. Jetzt war Tiago rausgefallen, allerdings beimFußende, wo ich keine Matten ausgelegt hatte. Schnell machte ich das Licht an.Da ich kein Weinen gehört hatte, hatte ich schon mächtig Angst, er könne sich das Genick gebrochen haben. Dem war zum Glück nicht so. Selig schlummernd lag er auf dem Fußboden und war durch den Sturz nicht mal aufgewacht. Vorsichtig trug ich ihn wieder auf das Bett und legte dann vorsichtshalber auch noch Kissen auf den Boden des Fußendes. Gegen 6 Uhr wachten die Kinder auf und wir tobten eine Weile rum. Dann gab es Frühstück. Nun kam auch Bernd völlig erholt und ausgeschlafen dazu. Mit den Worten“ Heute darfst du bei den Kindern schlafen“ , begrüßte ich ihn todmüde. Den Tag verbrachten wir dann gemeinsam, aber um 18 Uhr konnte ich nicht mehr und verzog mich ins Wohn mobil, wo ich 5 Minuten später in einen tiefen Schlaf fiel. Als ich am nächsten Morgen frisch und ausgeruht erwachte, saß Bernd schon fröhlich mit den Kindern am Tisch und fütterte sie. Alle drei hatten prima geschlafen und hatten allerbeste Laune. Nachdem ich dann mit den beiden Kleinen einen langen Spaziergang gemacht hatte, wo es viel zum Entdecken gab und wir jede Menge Weintrauben, die an Reben wuchsen, klauten und vertilgten ging es zurück. Wir räumten alles wieder auf, mähten noch schnell den Rasen und machten dann das Wohnmobil startklar. Wir fuhren zurück nach Westerstede. Die Kinder juchsten und plapperten fröhlich vor sich hin. In Westerstede ging es dann zum Albert-Post- Platz. Dort gab es ein paar kostenlose Stellplätze und wir wollten uns dort mit Sarah treffen, damit sie die Kinder wieder nehmen konnte. Kaum waren wir dort, kam sie auch schon. Tiago, der im Kindersitz auf dem Beifahrersitz saß, sah sie sofort und schlagartig war es mit der guten Laune und dem Frieden vorbei. Er schrie wie am Spieß und wollte sich überhaupt nicht beruhigen. Sarah betrat das Wohnmobil und jetzte legte auch Emilio los. Sarah hatte alle Hände voll zu tun, sie zu beruhigen und wir waren komplett abgeschrieben. Später gingen wir dann zum Marktplatz, wo wir Kaffee tranken. Die Kinder hatten sich beruhigt, aber als Sarah mal kurz zum Klo musste, wollten sie sie nicht weglassen, klammerten sich an sie und brüllten abermals wie verrückt.

Ansonsten passierte in Deutschland nicht viel. Schließlich war ja Corona und es war wirklich langweilig. Alle 10 Tage fuhren wir mit dem Rad zum Haus am See, fegten, mähten den Rasen, putzen ab und zu die Fenster, reinigten die Dachrinnen usw und fuhren wieder zurück. Zwischendurch spielte Bernd ehrenamtlich in Altersheimen und manchmal auch auf dem Marktplatz. . End April brach sich der Gärtner, der die Beete auf unserem Parkplatz sauberhält den Fuß. Der Bruch war sehr kompliziert, aber wegen Corona konnte er nicht ins Krankenhaus. Die nötige Operation bekam er erst im November. Danach noch etliche Wochen Reha. Kurzerhand übernahmen Bernd und ich diese Aufgabe. So konnten wir uns etwas nützlich machen und uns damit für unseren kostenfreien Stellplatz bedanken.

Nach dem ersten Lockdown, durften nun wieder Geschäftsreisende im Hotel übernachten und wir waren nicht mehr so ganz allein auf unserem Parkplatz.

An den Wochenenden fuhren wir oft nach Dangast. Dort war es herrlich und die Leute sooo nett. Als im September der Wohnmobilstellplatz, wie jedes Jahr, geschlossen wurde, durften wir auf der Wiese eines Bauern stehen, die er als Parkplätze deklariert hatte. Dort stand auch Peter mit seinem alten Wohnmobil und verkaufte seine handgearbeiteten Holzkunststücke. Außerdem Wolfgang, genannt Wolle, mit seiner Crepebude. Wir wurden schnell eine eingeschworene Gemeinschaft. Peter führte mich in seine Kunst ein und brachte mir Holzrohlinge mit, die ich in stundenlanger Arbeit feilte und schmiergelte. Bei Gelegenheit gibt es mal Fotos. Bei Wolle konnten wir umsonst so viele Crepes essen, wie wir wollten und auch für Kaffee war immer gesorgt. ( Das erklärt meine zusätzlichen 3 Kilo). Bernd gab rund um die Uhr Privatkonzerte für die Beiden, so ging ihnen die Arbeit leichter von der Hand. Und ich sorgte für das Abendessen. So partizipierte jeder vom anderen und wir hatten viel Spaß. Das werde ich wirklich vermissen.

Reparaturen hatten wir in der Zeit jede Menge. Unser Kühlschrank, der ja erst 2 Jahre alt war, kühlte nicht richtig und unsere Heizung wärmte nicht. Zu allem Überfluss fiel unser Womo auch noch noch durch den Tüv. Der Kostenvoranschlag hierfür belief sich auf 600 Euro. Eigentlich mussten nur die 2 Eintrittsbleche geschweißt werden, aber wie es so ist, kam eins zum anderen und ehe wir uns versahen, waren wir 2500 Euro ärmer. Zum Glück waren es bei der Heizung “ nur 185 Euro“. Ein netter Herr Schulte kam vom mobilen Alde Kundendienst und wechselte sie aus. Bernd hatte alles gut vorbereitet, sodass er schon nach 35 Minuten fertig war. Leider kostete aber die Anfahrt schon 95 Euro. Wir waren froh, dass es nichts ernstes war, denn es war mittlerweile empfindlich kalt in Deutschland geworden. Wir schrieben November.Das Problem mit dem Kühlschrank, wurde auf Kulanz behoben. Wir mussten “ nur“ die Arbeitszeit zahlen. Auch das war Bernds Verdienst, denn er machte im Vorweg so richtig Alarm. Trotzdem hatten wir alles in Allem Reparaturkosten von 4200 Euro. Wir hoffen das dieses Jahr besser wird. Ach, bei der Gelegenheit wünschen wir euch , liebe Leser, ein ganz tolles 2021. Es kann ja eigentlich nur besser werden, oder???

Womo

Wir sind in Deutschland

So, endlich kann ich wieder auf unseren Blog zugreifen und euch berichten, wie es uns in den letzten Monaten so ergangen ist. Nachdem wir den Lockdown 3 Wochen gemeinsam mit Sarah, Alex und den Kindern verbracht hatten, die Meldungen bezüglich Corona immer krasser wurden und wir dann auch noch am 06.04. nachmittags aus dem Fernseher erfuhren, dass wer später als am 10.04. über die deutsche Grenze fuhr 14 Tage in Zwangsquarantäne musste, beschlossen wir, sofort unsere Sachen zu packen und unsere Zelte hier abzubrechen. Wir gingen zu Sarah und Alex und schweren Herzens setzten wir sie davon in Kenntnis. Die beiden fanden es natürlich richtig doof und wir ja auch, aber was blieb uns übrig? Wir wussten ja nicht, ob wir später überhaupt noch rauskommen würden und wir mussten unbedingt nach Deutschland, auch weil Bernd jede Menge Musikauftritte hatte. Zudem ging es mir noch immer schlecht. Wir knuddelten noch einmal ausgiebig mit unseren Patenkindern und beschlossen am nächsten Morgen um 7 Uhr zu starten. Nach einer unruhigen Nacht standen wir bereits um 6 Uhr auf und machten nach dem Frühstück das Wohnmobil startklar. Alex und Sarah kamen dann noch mit den Kindern, um uns zum Abschied nachzuwinken. Man war das traurig.

Unterwegs sahen wir ein paar Polizei-Kontrollen, durften aber unbehelligt durchfahren. Um es kurz zu machen….. Bernd fuhr täglich 10-12h/ 1000 Kilometer und wir schafften es tatsächlich am 09.04. über die Grenze nach Deutschland. Es war schon ein komisches Gefühl nach so vielen Jahren wieder richtige Grenzen zu haben. In Frankreich hatten die Grenzbeamten sogar Maschinenpistolen dabei, aber überall ließ man uns ohne Schwierigkeiten durch. Wartezeiten gab es auch keine und so waren wir erst einmal glücklich wieder in Deutschland zu sein. Unterwegs waren alle Stellplätze geschlossen und so parkten wir immer irgendwo am Strassenrand. Raus durften wir nicht und wollten wir auch gar nicht. Wieder in Deutschland machten wir Halt in Freiburg, wo wir im vorletzten Jahr so toll am Rhein gestanden hatten, aber an diesem Platz prangten jetzt überall Wohnmobil parken Verbotsschilder. So stellten wir uns einfach an den Wegesrand, holten eine Decke raus und legten uns ans Ufer. Das Wetter war herrlich und es war toll, wieder Leute zu sehen. Zwar war mittlerweile auch hier der Lockdown, aber längst nicht so streng wie in Spanien, wo ja niemand vor die Haustür durfte. Am nächsten Tag ging es dann weiter Richtung Ammerland. Unterwegs trafen wir uns aber mit viel Abstand noch mit Bennet, Carina und ihrem Freund Tim auf einem Autobahnrastplatz in der Nähe von Osnabrück. Das Wiedersehen mit Bernds Kids war echt schön, auch wenn wir uns nicht umarmen durften und draussen in Abständen von mind. 2 m auf den Campingstühlen saßen. Danach ging es weiter nach Westerstede. Dort konnten wir auf dem Hotelparkplatz meines Bruders stehen. Der war gänzlich leer, denn Hotelübernachtungen waren wg. Corona verboten.

Meine Eltern, mit denen ich telefonierte, setzten uns davon in Kenntnis, dass sie uns nicht sehen wollten, mein Bruder ebenfalls nicht. Erstmal sollte ich einen Test machen. Verständlich, denn ich hatte noch immer einen mega Husten. Der Test dauerte dann wegen der Osterfeiertage noch ein paar Tage, war dann aber negativ. Nichts anderes hatte ich erwartet, denn wir hatten ja, außer zu den vieren auf der Finca, seit Wochen keinenerlei Kontakt gehabt. Nun durfte ich endlich zum Arzt. Tatsächlich hatte ich eine Kehlkopfentzündung und endlich bekam ich dank der verschriebenen Medikamente diese endlich in den Griff. Es dauerte nur ein paar Tage und mir ging es endlich besser. Jetzt besuchten uns auch unsere Eltern. Natürlich kamen wir uns nicht zu nahe. Das Wetter war nach wie vor gut und wir konnten den kleinen Garten des Außensaunabereichs meines Bruders nutzen. Der war klasse. Dort standen 2 Liegen, ein paar Stühle und ein Tisch und es war richtig gemütlich. Mit mindestens 4 Metern Abstand unterhielten wir uns dann stundenlang mit meinen Eltern. Als Dank, dass wir dort stehen durften putzen wir die Fenster des Schwimmbades und bepflegten den Garten, was natürlich keinem auffiel. Meinen Bruder sah ich dann auch erst an Tag 4 unseren Aufenthaltes. Der hatte so richtig, richtig schlechte Laune. Kein Wunder, machte er sich doch große Sorgen um seinen Laden, der seit geraumer Zeit leer stand. Ein ums andere Mal sagte er, dass er kotzen könnte und wenn ich versuchte ihm mitzuteilen, dass es momentan der ganzen Welt wirtschaftlich gesehen scheiße ging, blaffte er mich nur mit den Worten , ob das jetzt ein Trost sein sollte, an. Wir gingen ihm also lieber erstmal aus dem Weg. Morgen geht es wieter, liebe Leser!!!

Es war schön wieder spazieren gehen zu dürfen und die Unterschiede zu Spanien, wo wir wochenlang das Grundstück nicht verlassen durften waren gravierend. Hier konnte man nun auf dem wunderschönen Marktplatz in Westerstede sitzen und dem Treiben zusehen. Bei dem schönen Wetter im gesammten April zog es viele Leute an die frische Luft und überall auf den Bänken saßen die Menschen. Die Abstandsregelung wurde aber immer eingehalten. Masken waren zu dieser Zeit noch kein Thema. Alle Restaurants hatten natürlich geschlossen, nur die Eisdielen machten ein Megageschäft.

Damit keine Langeweile aufkam, halfen wir meinen Eltern und kümmerten uns, wie in jedem Jahr, um ihren Garten , bei ihrem Ferienhäuschen in Grabstede. Das heißt, Bernd erledigte dieses und ich putzte Fenster und machte Frühjahrsputz. Grabstede liegt 13 Kilometer von Westerstede entfernt und Bernd und ich fuhren mit dem Rad dorthin. Das gelang uns 3 Mal, dann war mein e-bike mal wieder kaputt. Ich hatte echt den Kaffe auf und wollte nie wieder eins. Blöd bloß, dass ich anders nicht mit Bernd mithalten konnte. Ich überlegte hin und her, ob ich mir dann doch ein neues anschaffen sollte, aber die Dinger waren so verflucht teuer. Erschwerend kam hinzu, dass sämtliche Musikauftritte von Bernd nach und nach storniert wurden. Wegen Corona fielen alle Veranstaltungen/Festivals, etc. aus und auch Hochzeiten, auf denen Bernd spielen sollte, wurden auf das nächste Jahr verschoben. So beschloss ich, erst einmal zu Fuß wieder mobiler zu werden. Dazu brauchte ich unbedingt neue Schuhe und ganz wichtig neue Einlagen. Ich ging zu Schuhhaus Janßen und kaufte 2 Paar Schuhe. Das hört sich jetzt so locker an, aber tatsächlich verbrachte ich dort mindestens 4 Stunden. So lange brauchte ich, um Schuhe zu finden, die nicht drückten und genügend Halt boten. Dann wurden noch Abdrücke für die Einlagen gemacht. Die Schuhe ließ ich dann ersteinmal dort, denn es mussten Abrollhilfen in diese eingebaut werden. Dazu braucht man aber ein Rezept, welches man widerum nur vom Orthopäden bekommt. Einen Termin dort hatte ich aber erst in 6 Wochen. Ich fragte im Schuhgeschäfft, ob ich dieses auch nachreichen könnte und weil man mich kannte ging es. Super!!! Nun musste ich nur 10 Tage warten und dann konnte ich meine Schuhe nebst Einlagen abholen. Froh, endlich wieder richtig atmen zu können, denn in dem Laden herrschte Maskenpflicht, ging ich zurück zu Bernd.

Kaum dort angekommen, rief mich meine Mutter an und wollte unsere Kontonummer wissen !? Anscheinend hatten meine Eltern zu viel Geld, denn sie hatten beschlossen mir und meinen Geschwistern etwas zukommen zu lassen. Ich freute mich wahnsinnig und ging gleich noch einmal zum Schuhhaus Janßen und leistete mir noch ein drittes Paar neuer Schuhe. Außerdem schleppte ich dann Bernd mit zum Fahrradhändler und gemeinsam suchten wir für mich ein neues e-bike aus. Das Geld musste schließlich wieder unter die Leute gebracht- und die Wirtschaft angekurbelt werden. Total happy, fuhren wir anschließend mit der neuesten Errungenschaft wieder zu unseren Saloon. Danke liebe Mama und lieber Papa. Wie schön, dass ich soo0 reiche Eltern habe 😉

Ich greife jetzt mal sechs Wochen vor und berichte, wie es mir beim Orthopäden ergegangen ist. Mittlerweile hatte ich nämlich nicht nur meine üblichen Fußprobeme, sondern auch wahnsinnige Schmerzen in meinem rechten Daumen. Das kam so. Mein Vater hatte seit Monaten unerträglich Rückenschmerzen, war damit schon bei etlichen Ärzten, Masseuren und seiner Heilpraktikerin. Eine wirkliche Besserung war aber nicht in Sicht und so nahm ich mich seiner an. 7 Tage in Folge machte ich mit ihm Rückenübungen und zusätzlich gab es täglich eine Fußreflexzonenmassage, jeweils 45 Minuten. Meiner Mutter, die es ja liebt, wenn man an ihren Füßen rumdrückt, kam dann auch noch ein paar Mal in den Genuß. Einen Tag war dann noch meine Schwester zu Besuch, bei meinen Eltern und wie sollte es anders sein, hatte auch sie Rückenschmerzen. Auch sie bekam eine Massage. Zufällig hatte dann mein Bruder seinen Rücken auch noch verrenkt und bekam gleich in 2 aufeinander folgenden Tagen ebenfalls eine Behandlung von meinen heilenden Händen. Nun waren alle wieder hergestellt, nur hatte ich es dabei wohl mächtig übertrieben, denn meine Hand schmerzte so doll, dass ich nicht einmal eine Flasche aufdrehen konnte. Ich schaffte es nicht einmal, mir einen Tee einzuschenken. So kam mir der Termin beim Orthopäde gerade recht. Pünktlich kam ich dort an und musste nicht einmal warten, sondern durfte sofort ins Behandlungszimmer. Der Arzt kam eine Minute später. Das war aber auch schon alles positive, was ich aus dieser Praxis berichten kann. Er fragte mich, was mich zu ihn führen würde und ich sagte, ich bräuchte ein Rezept für 2 Paar Einlagen und 2 Paar Abrollleisten. Daraufhin sagte er, er könne mir jeweils nur ein Paar verschreiben, für das nächste Rezept müsste ich dann in 6 Wochen wiederkommen. Leute, ich bekomme diese Dinger seit Jahren und weiß ganz genau, dass man Anspruch auf 2 Paar Einlagen im Jahr hat und ebenfalls 2 Paar Abrollleisten. Außerdem hatte ich vorher den Schuhmacher gefragt und zur Sicherheit noch Dr. Google. Das sagte ich dem Arzt. Mein Gott, regte der sich auf. Als ich ihm dann noch sagte, dass ich die Schuhe und auch die Einlagen schon hätte, regte er sich noch mehr auf. Ich hätte ja eine sonderbare Reihenfolge, meinte er, worauf ich dann sagte, dass ich nunmal auf diese Sachen angewiesen bin und ich nichts dafür könne, dass man bei ihm so lange Wartezeiten hätte. Tatsächlich hatte ich den Termin bei ihm nämlich schon 6 Monate früher, von Spanien aus gemacht. Und der erste freie Termin war nunmal erst im Mai. Trotzdem wollte er mir nur ein Paar verschreiben. Nun gut, sagte ich, dann komm ich halt in 6 Wochen wieder. Arschloch, dachte ich. Dann erzählte ich ihm von den Problemen mit meiner Hand. Darauf wollte er aber keinen Blick werfen, denn angeblich durfte er sich von der Krankenkasse aus, pro Behandlung immer nur um eine Malesche kümmern. Super, sagte ich, wenn ich das gewusst hätte, hätten sie lieber keinen Blick auf meine Füße werfen müssen, denn daran kann man eh nichts ändern, sondern ich hätte ihnen statt dessen lieber meine Hand gezeigt. Irgendwie ging jetzt ein Sinneswandel in ihm vor. Er witterte Geld. Zwar warf er noch immer keinen Blick auf meinen Daumen, aber er schickte mich zum Röntgen. Nachdem die Bilder angefertigt wurden, saß ich wieder bei ihm und er erklärte, dass es Arthrose wäre, dass ich von nun an, mit diesen Schmerzen leben müsse, aber dass er mir Hyalleron (keine Ahnung, wie das geschrieben wird) — Hyaluron- !! spritzen könne. 6 Behandlungen 460 Euro. Die Kasse würde das allerdings nicht bezahlen. Puh ganz schön teuer. Sofort blaffte er mich wieder an und meinte, bei seinem Auto würde man schließlich auch eine Inspektion machen. Ich hatte noch nie im Leben, bei eines meiner zahlreichen alten Autos eine Inspektion machen lassen, aber das behielt ich lieber für mich. Ich ging kurz in mich und erklärte mich dann, mit den Worten, dass ich aber nicht so viel Geld bei mir hatte, zu der Behandlung bereit. Das würde gar nichts machen, erklärte er mir , ich könne am Ende der letzten Behandlung zahlen. Mein Gott, der Mann konnte ja auch freundlich mit mir sprechen. Und nicht nur das, plötzlich meinte er gönnerhaft, dass er mir ausnahmsweise doch das Rezept über jeweils 2 Paar ausstellen würde. Ich könnte mich ja dann mit der Krankenkasse rumschlagen. ( Von der habe ich bis dato nichts gehört und werde ich auch nicht!) Der Mann war wie ausgewechselt. Nun wies er eine Schwester an, die Spritze bereit zu legen. Diese fragte ganz überrascht, jetzt?? Ja, können wir sofort machen, sagte der Arzt. Vorher allerdings musste ich noch einen Zettel ausfüllen, auf dem stand, dass ich die Kosten zu tragen hätte. Dann gab er mir noch mein Rezept und eine Broschüre über den Nutzen dieser Behandlung. Damit verließen beide den Raum. Ich füllte den Zettel aus und las mir die Broschüre durch. Darin stand, dass es helfen k ö n n t e. Hm, das war nicht mal sicher??? Und dann soviel Geld??? Ich meine, wir waren ja schließlich nicht Rockefeller. Unschlüssig wartete ich 1 Minute, dann 2, dann 3. Unterdessen wurde ich immer unschlüssiger, was diese Behandlung betraf. In Minute 4 schlich im mich, mit dem Klemmbrett auf dem der Zettel mit meiner Einwilligung klemmte, aus dem Behandlungsraum, sah vorsichtig nach links und recht (vom Arzt, weit und breit nichts zu sehen) und ging zur Anmeldung. Unterwegs nahm ich den Zettel raus, faltete ihn zusammen, steckte ihn in meine Tasche und gab das Klemmbrett ab. Fluchtartig verließ ich die Praxis, schmiss mich auf mein herrliches e- bike und flüchtete. Ich fühlte mich jetzt richtig gut. Dieses Gefühl verstärkte sich noch, als ich bei meinen Eltern anrief und ihnen sagte, das ich eine Hyalleronbehandlung bekommen sollte. Sofort sagte mein Vater, der eine solche Behandlung auch schon genossen hatte, allerdings im Knie, die hilft nur einem, nämlich dem Arzt. Ich erzählte von meiner Flucht und wir mussten laut lachen. Nur schade, dass ich dass dumme Gesicht des Arztes nicht sehen konnte, als er wieder ins Behandlungszimmer kam und keine Ines dort vorfand, denn die war mit dem Rezept schon längst über alle Berge. Das hat dem sicher den ganzen Tag verhagelt und der war lang, denn mein Termin war ja schon um halb 9 morgens. Wie dem auch sei, dort kann ich mich nicht mehr blicken lassen, will ich aber auch gar nicht. Morgen gehts weiter….. Euch einen tollen Tag!!

So, weiter gehts. Was ist noch passiert in der Zeit? Achja, mein 14 jähriger Enkel besuchte uns und anscheinend hat er meine Gene, denn er sah aus wie ein kleiner Sumoringer, ( wie gut, dass er den Blog nicht liest! Kim, bitte nicht petzen!) . Auch meine Figur war völlig entgleist, aber bei mir ist das ja nichts Neues, aber bei Kilian war es noch in den Griff zu bekommen. Also fragte ich ihn, was er von einer gemeinsamen Diät halten würde. Originalton Kilian: “ Ehrlich gesagt, Oma Ines (er nennt mich immer Oma Ines) verspüre ich überhaupt keine Motivation zu einer Diät. Mein Gehirn arbeitete blitzschnell und ich fragte ihn, ob es ein Anreiz für ihn wäre, dass er 100 Euro bekäme, wenn er es schaffen würde in einem Monat 5 Kilogramm abzunehmen ? Das würde seine Motivation enorm steigern, antwortete er und so war es beschlossene Sache. Am nächsten Tag sollte es losgehen, aber heute schob ich uns erst einmal eine Wagner-Pizza in den Ofen. Morgen sollte es dann losgehen und dafür sollte er jeden Tag kommen um gemeinsam mit mir ein Sportprogramm zu absolvieren. Schule fiel wegen Corona ja noch immer aus und so erklärte er sich bereit. Pünktlich morgens um 10 Uhr erschien er dann. Wir machten in unserem Privatgarten bei der Faßsauna 40 Minuten Gymnastik und walkten dann los. Motivation sah dann doch etwas anders aus und ich musste ihn echt antreiben. Beim Laufen war er immer gut 100 Meter hinter mir und bei der Gymnastik war er nur am rumjammern. Nach unserem Pensum kochte ich uns dann etwas Gesundes und Kalorienarmes. Für den Abend zuhause gab ich ihm dann meist auch noch etwas mit. Wir hatten uns für die 8/16 Diät entschieden. Dabei darf man 8 Stunden essen und 16 halt nichts. Am nächsten Tag konnte Kilian sich vor Muskelkater fast nicht mehr rühren, machte aber eisern weiter. Wir machten Radtouren und lange Spaziergänge und jeden Tag, wenn er kam, ging es zuallererst auf die Waage. Diese bewegte sich stetig nach unten. Jedenfalls bei ihm. Bei mir tat sich gar nichts. Kilian meinte, dass würde sicher daran liegen, dass ich älter war und einen verlangsamten Stoffwechsel hätte. Ich ließ ihn in dem Glauben, denn es lag einzig und allein daran, dass ich mich jetzt zwar bewegte, aber abends beim Fernsehen, alle verlorenen Kalorien wieder in mich reinfraß. Das Fleisch war schwach und auch der Geist war so willig nicht. Kilian aber schlug sich tapfer, war er die ersten 14 Tage noch sehr mürrisch und wortkarg, änderte sich das in der dritten Woche und er wurde gesprächig und bekam richtig Elan. Auch die Pläne, wie er die 100 Euro ausgeben wollte, änderten sich. Noch in der ersten Woche, wollte er diese komplett in Döner umsetzten. In der zweiten Woche nur noch zur Hälfte und ab Woche drei, wollte er sich nur noch einen einzigen gönnen. Muskelkater war Geschichte und nun war ich es, die 100 Meter hinter ihm lief. Mittlerweile war auch die Schule wieder angefangen. Jeden Tag erwartete ich ihn zum Schulschluss mit einer Mahlzeit. Das Fitnessprogramm fiel jetzt weitgehend aus, aber nun machte er mit seinen Freunden ausgedehnte Radtouren. Dann kam der große Tag, der Monat war rum und die letzten 3 Tage hatten wir uns nicht mehr gesehen. Kilian erschien pünktlich und hatte zwei seiner Freunde dabei. Falls die Waage gnädig gestimmt war, wollte er mit beiden seinen heißgeliebten Döner essen gehen. Ein letztes Mal zog er seine Schuhe aus und bestieg nun die Waage. Wahnsinn, er hatte es geschafft. Die Waage zeigte sogar noch 500 Gramm weniger als gefordert an. Kilian war mächtig stolz, sah unglaublich gut aus und hatte sich von einer Valiumtablette zu Extasy verwandelt. Ich freute mich total für ihn, war allerdings auch etwas neidisch. Total happy nahm er die 100 Euro entgegen und fuhr mit seinen Kumpels Döner essen.

Fortsetztumg folgt….

Womo

Ausnahmezustand in Spanien März 2020

Bernd und ich waren am 08.03 von der Finca nach Roche gefahren. Das Wetter war spitze und wir befürchteten schon, dass es dort so voll sein würde, dass wir keinen Platz mehr finden würden. Die Zeiten, dass wir dort sogar manchmal alleine standen, waren, wie uns die paar Male, die wir dort waren erfahren mussten, wohl endgültig vorbei. Wie überrascht waren wir, dass dort wirklich verhältnismäßig wenig los war. Weil Bernd und ich etwas unsere Ruhe haben wollten, parkten wir aber nicht oben auf der Klippe mit Meerblick, sondern unten mit Blick in dem Wald. Hier war es angenehm windstill. Schnell wurden die Stühle und der Tisch rausgestellt und ich machte es mir mit einer heißen Zitrone in der Sonne gemütlich. Ich war seit zwei Tagen unglaublich erkältet, was aber auch kein Wunder war, denn auf der Finca lebten ja unsere Zwillinge, die sich,seitdem sie in den Kindergarten gingen im Dauererkältungszustand befanden. Bernd indess wollte einen Strandspaziergang machen, kam aber nicht weit, denn gegenüber war stand ein ausgebauter Tourenbus und der Mann, der an diesem rumbastelte, begrüßte Bernd mit einem fröhlichen “ Moin“. Die beiden fingen an zu quatschen, während ich langsam auf meinem Liegestuhl in das Reich der Träume glitt. Nach 1,5 Stunden war ich wieder wach und Bernd wieder da. Auf meine Frage, wie es am Strand gewesen war, meinte er, er wäre noch nicht dort gewesen, weil er sich so gut unterhalten hätte. Jetzt aber wollte er gehen. Daraus wurde vorerst aber auch nichts, denn Simona, die wir bis dato gar nicht kannten, kam mit ihrem Hund aus dem Wald. Sie war von oben bis unten tätowiert und sagte, dass sie die Cousine von Sebastian war. Sebastian war ein irre netter Typ, den Bernd hier einige Wochen zuvor schon kennen gelernt hatte. Wir unterhielten uns von Anfang an prächtig. Sie hatte gerade eine Knochenkrebsoperation überstanen und da ihr deshalb ein Knochen aus dem Oberschenkel entnommen –  und durch Titan ersetzt worden war,humpelte sie noch ein wenig. Sie war mir gleich sympathisch, hatte sie doch einen ähnlichen Gang wie ich. Die Ärzte hatten ihr gesagt, dass sie für immer im Rollstuhl sitzen müsste und sie war zu Recht stolz darauf, sie eines Besseren belehrt zu haben. Seitdem hatte sich ihre ganze Lebenseinstellung geändert und sie war dem Krebs sogar dankbar dafür. Sie war nun schon seit November hier und hatte im Dezember hier in Roche ihre große Liebe kennengelernt. Einen athletisch gebauten, braungebrannten 32 jährigen jungen Franzosen mit Sixpack, der mich irgendwie an Jesus erinnerte. Simona war 10 Jahre älter, aber das tat ihrer Liebe keinerlei Abbruch. Das alles und noch viel mehr erzählte sie frisch von der Leber weg . Die Sympathie war beidseitig und zwei Tage später stattete ich ihr einen Besuch ab. Sie wohnte mit ihrem Bulli Luftlinie nur 30 Meter weiter weg. Nun lernte auch ich ihren Cousin Basti kennen und fand auch ihn auf Anhieb supersympathisch. Simona war wirklich eine oberinteressante Frau, die ein Heidengeld verdiente, denn sie war, haltet euch fest, Domina. Sie hatte Stories auf Lager, die glaubt kein Mensch und ich musste mich immer wieder schütteln, mal vor Lachen und mal vor Ekel. Da ich zwischendurch immer mal wieder husten musste, erklärte ich jedem, dass ich wohl kein Corona , sondern nur eine fette Erkältung hätte. Irgendwie sahen es alle, außer Bastie ganz entspannt. Bastie aber zog sich bei jedem Nieser meinerseits seinen Pullover über seine Nase und wartete in dieser Stellung dann 5 Minuten. Zu diesem Zeitpunkt war Corona hier zwar schon ein Thema, aber irgendwie nahm es noch keiner so richtig erst, denn es gab mal gerade 800 bekannte Fälle in ganz Spanien. Das änderte sich aber rasant und wir alle hatten irgendwie ein sehr mulmiges Gefühl. Die Welt redete über Italien und voller Sorge sahen wir, dass hier die Infzierten Deutschland überholten. Auf einem Mal wurde Abstand gehalten. Zwar saßen wir noch immer beieinander, aber wirklich sehr weit auseinander. Alex, Sarah und die Kinder besuchten uns auch einmal, denn wir hatten uns mittlerweile 2 volle Tage nicht gesehen und wir verbrachten einen schönen Tag. Alex konnte schon wieder recht gut laufen, aber die Kinder hatten nun zusätzlich zur Erkältung eine Bindehautentzündung, die ich jetzt, wo ich es schreibe auch habe. War ja klar, oder? Vom 12.ten März auf den 13.ten, stieg die Zahl der Infizierten um fast 1000 und diese Zahl verdoppelte sich dann sogar noch am Folgetag. Mit Sorge hörten wir von anderen, dass die Strände von El Palmar und Conil geräumt und gesperrt worden waren. Hier aber führ nach wie vor 2 mal täglich die Polizei vorbei und grüßte nur freundlich. Damit war es dann aber am 15.ten März vorbei. Am späten Nachmittag, ich kam gerade vom Strand, kam die Guardia Civil mit drei Polizeiautos und verkündete mit Megaphonen, dass der Platz sofort geräumt wird. Zusätzlich streckten sie ihre mit Gummihandschuhen aus den Fenstern und machten eindeutige Bewegungen, so dass auch der, der kein Spanisch verstand, wusste was los war und sein Wohnmobil zur Abreise bereit machte. Ein deutsches Ehepaar, welches erst gestern angekommen war, fragte immer nur auf deutsch: Wohin??? Ich übersetzte und fragte die Polizisten, die mittlerweile ausgestiegen waren und im Kreis mit gehörigem Abstand zusammenstanden. Diese waren wirklich sehr freundlich, sagten, dass es ihnen sehr leid täte, es aber das Beste wäre, wenn jeder sich in sein Heimatland aufmacht. Es dauerte keine 10 Minuten, da rollte auch das letzte Gefährt vom Platz und wir alle wussten, jetzt wird es ernst. Unterwegs war es gespenstisch, denn wir sahen auf der 35 Kilometer langen Strecke, zurück zu Sarah und Alex mal gerade ein einziges Auto. Jetzt herrschte hier Ausgangssperre und alle schienen sich daran zu halten. Es war irgendwie surreal und ich kam mir vor, wie in einem schlechten Tele 5 Katastrophenfilm. Mittlerweile hatte ich richtig Angst und mein blöder Husten wurde auch immer schlimmer.

26.03.219 Auf der Finca

Mittlerweile sind wieder einige Tage vergangen und die Lage hier in Spanien spitzt sich zu. Stand heute 50000 Infizierte und mittlerweile 3700 Tote. Die Krankenhäuser sind völlig überlastet und kurz vorm Kollaps. Bernd und ich überlegen ständig, ob es nicht doch besser wäre zurück nach Deutschland zu fahren,solange dies noch möglich ist. Dafür sprechen würde auf jeden Fall das bessere Gesundheitsystem. Auf der anderen Seite sind wir hier auf der Finca relativsicher, solange wir uns alle an die Regeln halten. Außerdem brauchen Alex und Sarah uns, denn nach wie vor kümmern wir uns fast täglich um die Zwillinge. Das blöde ist nur, dass die beiden seit Wochen irgendwelche Infekte haben und ich mich jedes Mal anstecke. So ist mein Husten noch immer nicht weg, meine Nase muss ich gefühlt 1000 Mal am Tag putzen, dazu kommen starke Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Vor 2 Wochen hatten die beiden dann eine Bindehautentzündung, die ich jetzt natürlich auch habe. Vorgestern ging es Tiago so richtig schlecht. Er wollte nicht mehr stehen und laufen und mit Mühe und Not hatte Sarah es tatsächlich geschafft einen Termin beim Kinderarzt zu bekommen. Dieser war sich nicht so ganz sicher, ob es sich eventuell um eine Blinddarmentzündung handelte und verwies ihn zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus nach Cadiz. Bernd passte unterdessen auf den kleinen Emilio auf, während ich im Bett lag, weil es mir auch nicht gut ging.  Im Krankenhaus bekam Tiago einen Mundschutz verpasst, was er er doof fand, die Eltern aber nicht, was ich merkwürdig fand.Bei der Untersuchung wurde dann festgestellt, dass es sich wohl nur um Blähungen handelte. Des weiteren kam aber heraus, dass er eine Kehlkopfentzündung hatte. Da hatte er sich wohl bei Emilio angesteckt, denn auch er hatte Husten gehabt und keine Stimme mehr. Tiago war auch total heiser. Na fabelhaft, alle Symtome trafen auch auf mich zu, also hatte ich mich vermutlich auch angesteckt. Allemal besser als Covid 19, aber trotzdem Scheiße.

Ansonsten dürfen wir hier das Grundstück nur noch zum Einkaufen verlassen und das auch nur allein. Alle haben Ausgangssperre und wer sich nicht daran hält wird zu saftigen Strafen verdonnert. Ich finde das aber ok. Wir haben es trotzdem gut, denn die Finca hier hat einen großen Garten und ist sehr weitläufig. Leid tun mir die Familien mit Kindern in Mietskasernen. Die Ausgangssperre war zuerst über einen Zeitraum von 14 Tagen anberaumt, ist aber jetzt auf 4 Wochen aufgestockt worden. Auch das finde ich gut, ist es doch nur zur Sicherheit von uns allen. Ansonsten macht mir diese Pandemie wirklich Angst. Wo soll das noch hingehen???? Wann ist ein Ende in Sicht??? Und wir wird das Leben danach????? Wahrscheinlich lange lange Zeit nicht wie vorher.

Liebe Leser, bleibt alle gesund und zuhause!!!!!!

Gestern habe ich mit meiner Freundin Veronica telefoniert, die möchte nichts mehr von Corona lesen, wahrscheinlich geht es euch auch so, darum wird mein nächster Bericht wieder etwas frühlicher. Bis dahin, alles Liebe.

Womo

Tarifa Februar 2020

Hallo ihr Lieben,

Meine Schreiberei lässt wirklich zu wünschen übrig. Ihr habt ja recht.

Bernd und ich hatten hier auf der Finca bei Sarah und Alex ganz gut zu tun. Mehrere Monate haben wir hier die Gartenarbeit übernommen und uns zusätzlich um die kleinen Racker Tiago und Emilio gekümmert. Die beiden können mitlerweile laufen und zwar permanent in verschiedene Richtungen. Seit einem Monat gehen sie nun in den Kindergarten.  Wenn Saragh sie dort abgibt, gibt es zuerst immer ein Mordsgeschrei, aber sie beruhigen sich schnell. Am Nachmittag gehe ich oft zum Spielplatz mit ihnen, oder sie drehen das Wohnmobil auf links.

Das Wetter war den gesammten Januar und Februar traumhaft. Zwischendurch waren wir mal in Medina Sedonia und Bernd hat dort in der Stadt etwas Musik gemacht. Dort sind wir auch gewandert und die Gegend ist der absolute Traum. Pünktlich zu Alex Miniskusoperation waren wir aber wieder hier auf der Finca, denn Sarah konnte Hilfe gebrauchen, zumal Alex an Krücken ging und wirklich nichts machen konnte. Sarah hatte also 3 um die sie sich kümmern musste und das hält ja kein Mensch auf lange Sicht aus, also waren wir zur Stelle. Letzte Woche mussten wir hier aber mal raus und da Alex nun langsam wieder laufen konnte, war das auch kein Problem. Wir machten unseren Saloon startklar und anstandslos setzte er sich in Bewegung. Unser Ziel war Tarifa, bzw. eine riesige Wiese 3,5 Kilometer davor. Hier standen sicher an die 80 Wohnmobile und es hätten ohne Schwierigkeiten hier noch 100 weitere Platz gefunden. Hier gab es ja sooo viel zu sehen und den ersten Tag genossen wir die Ruhe auf unserem schönen Platz. Am nächsten Tag machte Bernd die Räder bereit und wir fuhren in die Stadt. Unglaublich, welch ein Wind dort immer herrscht. Nach einem ausgedehnten Stadtbummel besuchten wir den Strand. Unzählige Kiteschirme verwandelten das Strandbild in eine farbenfrohe bunte Kulisse. Kein Wunder, herrschten hier doch die idealsten Bedingungen zum Kiten. Das Wetter war der Traum und der Wind angenehm warm. Per Facetime riefen meine Eltern an und während wir am Strand saßen und mindestens eine Stunde alle Neuigkeiten austauschten, holte Bernd sich einen mächtigen Sonnenbrand im Gesicht. Wieder zurück zum Wohnmobil, kochte ich uns etwas Schönes und danach klimperte Bernd noch etwas auf seiner Gitarre. Am nächsten Tag ging es dann abermals nach Tarifa. Diesmal die Gitarre im Gepäck. Bernd spielte dann 2 Stunden in einer Seitengasse, während ich diese unzählige Male auf und ab ging. Dann lernten wir noch einen netten Berliner kennen, der hier Urlaub machte und mit dem wir uns vor einer Bar angeregt unterhielten. Nun wurde es Zeit nach Hause zu fahren. Dabei wurden wir kurz hintereinander von zwei verschiedenen Musikern angehalten, die beide Bernds Gesang gehört hatten und uns einluden am Folgetag (Sonntag) zu einer Strandbar zu kommen.Dort fand  jeden Sonntag eine Jamsession statt. Natürlich waren wir Feuer und Flamme. Erst einmal ging es aber zurück zu unserer schönen Wiese. Wir schliefen herrlich und lange. Danach machte ich mich an die Vorbereitung für ein orpulentes Frühstück, denn Sarah, Alex und die Kinder wollten kommen, schließlich hatten wir uns schon drei Tage lang nicht gesehen. Damit die Kinder uns nicht vergaßen, hatte Sarah ein großes Foto von uns an den Kühlschrank geklebt, welches jetzt immer von den Kindern geküsst wird. Süß, oder?? Überhaupt sind die beiden ganz grosse Klasse und wir fragen uns schon jetzt, wie wir monatelang ohne die beiden klarkommen werden, denn Ende März geht es für 3 Monate zurück nach Deutschland. An den Besitzverhältnissen hat sich seit der Geburt der Beiden nichts verändert. Noch immer ist Tiago Bernds Liebling und Emilio meiner. Das lassen wir die beiden aber nicht anmerken. Sie widerum uns schon, denn Tiaogo rennt, wann immer er uns sieht zuerst zu Bernd und Emilio zu mir. Ach, die beiden sind echt toll, aber auch anstrengend. Man merkt doch, dass man keine 20 mehr ist und dass es gleich zwei sind.

Die 4 kamen pünktlich und brachten Brötchen und einen Tisch mit. Sogleich kletterte Emilio auf meinen Schoß und blieb dort fast 40 Minuten sitzen. Tiago sorgte dafür, dass die Kaffeetassen ein ums andere Mal überschwappten, denn er hatte eine diebische Freude daran, am Tisch zu wackeln. Wir verbrachten einen schönen Tag zusammen und später kochte ich uns aus Resten noch ein Mittagessen. Die Kinder zeigten sich von ihrer besten Seite und als Emilio quarkig wurde, nahm ich ihn mit ins Wohnmobil und zu mir ins Bett, wo er nach 10 Minuten einschlief. Sarah unterdessen hatte Tiago in die Kinderkarre gelegt, wo auch er anstandslos einpennte. Sofort wurde die Gunst der Stunde genutzt und Karten gespielt. Gegen halb 5 fuhren die vier dann wieder abund Bernd und ich machten uns auf den Weg zu der Musiksession.

Dort angekommen war noch nicht allzuviel los, aber das änderte sich schnell. Jede Menge hochbegabter Musiker waren anwesend und es war ein wirklicher Ohrenschmaus. Immer mehr Zuhörer fanden sich ein und tanzten begeistert mit. Auch Bernd durfte mitspielen und bekam mächtig Applaus. Das Video dazu haben wir jaa schon vor ein paar Tagen auf der Womo-cowboys Facebookseite reingesetzt und da könnt ihr einen kleinen Überblick über die Stimmung bekommen. Es war ein toller Tag und Abend und im stockdunklen machten wir uns auf den 3,5 Kilometer langen Rückweg. Kaum beim Womo angekommen, bemerkte Bernd, dass er seinen Verstärker bei der Bar vergessen hatte und machte sich sogleich auf den Weg abermals dorthin. In Rekordzeit war er wieder da. Wir ließen die Glotze noch etwas flattern und schliefen ziemlich spät ein. Leider nur bis um 8 Uhr, denn dann wurde es ziemlich turbulent auf unseren sonst so ruhigen Stellplatz. Ein Blick aus dem Fenster genügte und wir wussten, wer diese Aufruhr verursachte. Sage und schreibe 35 Polizisten waren angerückt und räumten nun mit Nachdruck den gesammten Platz. Jedes Autokennzeichen wurde notiert und jeder Fahrzeughalter musste seinen Pass vorzeigen. Wir verstanden nur, dass der Platz privado sei und es von nun an untersagt sei hier zu stehen und zwar für immer. So ein Scheiß, hatten wir uns doch gerade eingelebt und uns sauwohl gefühlt. Hier standen auch keine Verbotsschilder oder ähnliches. Nun ja, nützte nichts. Wir machten unseren Sallon startklar und machten uns mit wirklich schlechter Laune, unausgeschlafen und ohne Frühstück auf den Rückweg zur Finca, wo wir jetzt noch immer sind. Bernd baut seit gestern mit Alex ein Klettergerüst für die Kinder auf. Das wird sicher noch 2 Tage dauern. Bilder gibt es darum keine, wird aber bald nachgeholt.

Ich hoffe es geht euch allen gut und keiner hat sich den Coronavirus eingefangen.

Womo

Dezember 2019 Haus kaufen??? Oder lieber doch nicht jetzt????

Hallo ihr Lieben,

Da ich schon wieder sooo lange nichts geschrieben habe, geht es nun ans Nachschreiben.

Der Dezember war hier in Andalusien ziemlich verregnet und auch nicht besonders warm. So hatte ich das erste Mal seit nunmehr fast 3 Jahren tatsächlich mal wieder lange Hosen an. Nachts gingen die Temperaturen teilweise bis auf 6 Grad runter und da ich ja immer schon gegen 4 Uhr wach bin, saß ich dann in meiner Kühlhausjacke und eingewickelt in Wolldecken vor dem PC. Leider nicht, wie es sich gehört, um Blog zu schreiben, sondern um auf diversen Immobilienseiten Häuser anzusehen. Das ist so ein Tick von mir. Überall, wo es uns gefällt, studiere ich die Haus – und Gründstückspreise, denn irgendwann wollen wir wieder sesshaft werden. Da es uns überall gefällt, kenne ich mittlerweile annährend jedes Haus in ganz Spanien, welches unter 200.000 Euro kostet. Die schönsten werden gespeichert und wenn Bernd dann gegen 9 Uhr 30 endlich wach wird, muss er sie sich ansehen. Dem gefällt das gar nicht, denn er hat die Befürchtung, dass er schneller wieder in ein Haus ziehen muss, als ihm lieb ist.

Tatsächlich fand ich dann ein tolles Haus bei e – bay Kleineinzeigen, welches mir ausserordentlich gut gefiel. Auch Julia und Alex, die mit ihrem kleinen Noah längere Zeit mit uns bei Sarah und Alex standen, wurden von mir angefixt und surften nun genauso besessen im Internet nach Häusern wie ich. Da unsere Geschmäcker sehr unterschiedlich sind, kamen wir uns aber nicht ins Gehege 😉 . Ich setzte mich mit der netten Dame aus Deutschland in Verbindung. Stundenlang gingen Sprachnachrichten hin und her. Sie und ihr Mann hatten das Haus vor 6 Jahren gekauft und aufwendig renoviert. 6 Wochen im Jahr wohnten sie dann dort und brachten alles instand, was übers Jahr liegengeblieben war. Wenn sie damit fertig waren, war auch der Urlaub zuende. Von Erholung war also keine Rede, aber das Haus war wieder im 1A Zustand und wurde das restliche Jahr vermietet. Da die beiden aber nun krank geworden waren und nicht mehr in der Lage sind nach Spanien zu fahren, wollten sie es nun verkaufen und zwar für 185000 Euro. Natürlich hatten wir soviel Geld nicht einmal annährend flüssig, aber mein Vater und eine gute Freundin erklärten sich bereit uns es zu leien. Echt super nett, oder?

So kam es, dass sich Julia und Alex mit uns zusammen auf den Weg machten um gemeinsam die Objekte unserer Begierde zu besichtigen. Zuvor machten wir aber noch einen Termin mit Daggi, Bernds ehemaliger Studienkollegin und gute Freundin, die hier in Spanien wohnt. Diese gab uns wertvolle Tipps und warnte uns. Auch gab sie uns die Kontaktdaten von einem Fachmann für spanisches Immobilienrecht und erklärte uns, dass hier in Spanien alles anders ist. Angefangen mit der Erbfolge und schlussendlich mit dem Finanzamt, welches hier nämlich die Hand aufhält, wenn einer der beiden Hausbesitzer stirbt. Auch die Erbfolge ist in Spanien anders geregelt. So geht z.B im Falle des Todes die andere Ehehälfte leer aus und alles erben die Kinder. Wir waren ihr echt dankbar und machten am Abend mit ihr Pizza, dass heißt , wir belegten sie nur, denn den Teig hatte sie schon vorbereitet. Wir machten 2 Bleche und es war sooo lecker, dass nicht ein Krümelchen übrig blieb. Es war ein richtig schöner Tag mit Daggi und wir hoffen uns bald mal zu revangieren. Erst gegen 24 Uhr verabschiedeten wir uns. Danke liebe Dagmar!!!

Nicht desto trotz machten wir uns zwei Tage später auf , um die beiden Häuser zu besichtigen. Zuerst ging es zum Haus von Julia und Alex. Zwar war das Haus nicht schlecht, aber es hatte keinerlei Ausstrahlung und lag eingepfercht zwischen anderen Häusern. Auch der Garten war absolut ungepflegt. Da mir bei solchen Geschichten immer die Fantasie fehlt, wie es wohl gepflegt aussehen würde, hakte ich das Haus sofort ab. Auch Julia und Alex gefiel das Haus nicht mehr, machte es doch einen ganz anderen Eindruck, wie zuvor auf den Fotos. Wir verabschiedeten uns von dem Makler und dieser hielt Alex einen Zettel zum Unterschreiben hin, der besagte, dass er die Immobilie gesehen hatte. Anstandslos tat Alex das auch. Aus den Augenwinkeln hatte Julia aber gesehen, dass irgendwo etwas mit 3000 Euro stand und als sie es Alex sagte, wollte er das unterschriebene Schriftstück zurück haben. Der Makler allerdings wollte sich nicht von dem Blatt Papier trennen und so zogen beide dran.Alex gewann schließlich und der Makler erklärte, was es mit den 3000 Euro auf sich hatte. Natürlich tat er dies in Spanisch und weder Alex noch unsere Sprachkenntnisse reichten aus, dieses zu verstehen. Also wurde kurzerhand Sarah auf der Finca angerufen und sie übersetzte das Kleingedruckte für uns. Alles war ok. Das Schriftstück besagte nur, dass im Falle eines Kaufs dieses Objektes über einen anderen Makler 3000 Euro fällig wären. Da die beiden nicht vorhatten zu kaufen, war es also irrelevant. Alex, der zuvor ganz blass geworden war, bekam langsam wieder Farbe.

Nun ging die Fahrt weiter zu unserem Haus nach Chiclana (Pago del humo). Dort kamen nun auch der andere Alex mit Sarah und den Zwillingen hinzu. Die nette Spanierin, die sich in der Abwesenheit der Hausbesitzer um das Anwesen kümmert und auch die Schlüsselvergabe für die Sommergäste regelt, hatte 20 Minuten Verspätung, war aber sehr nett. Keine Ahnung was sie dachte, als wir mit 6 Erwachsenen und 3 Kindern das Haus besichtigten und es war uns auch egal. Die Gegend, in der das Haus stand, gefiel uns allen besser, als das Haus zuvor und auch der Garten war sehr gepflegt. Es hatte einen tollen Pool und ein 1000 Quadratmeter großes Grundstück.

Im Folgenden nur 3 Fotos, die ich von einem Handyvideo vom PC abfotografiert habe. Daher die sehr schlechte Qualität. Ich wollte keine evtl urheberrechtlich geschützten Fotos aus dem Internet nehmen. Ihr findet dieses (Ferienmiet)-Objekt:  Villa Rondi in Chiclana, wenn ihr dort den Namen eingebt.

Alex, Ines und ?? ich glaube Tiago ist das … betreten das Grundstück.

Das sind nochmal dickbäuche Palmen, gell. alles inclusive.

Drumherum, wie in Spanien fast überall üblich eine 2 Meter hohe Mauer. Das Haus selber besaß eine niedlich Küche mit Durchreiche zum Esszimmer, welches auch sehr schön war. Insgesammt machte das Haus einen guten Eindruck und der Preis war sicherlich nicht zu hoch, zumal wirklich alles inclusive war. Angefangen von Sonnenschirmen und Liegen bis hin zu Geschirr, Töpfen, Waschmaschine, Möbel und Bettwäsche. Man hätte sofort einziehen können, aber ich bekam plötzlich ganz kalte Füsse, was sicherlich auch an Daggis Warnungen lag. ( Was ich aber für mich behielt). Bernd aber gefiel das Haus und es war sozusagen schon beschlossene Sache, dieses käuflich zu erwerben. Nach Rücksprache mit der Hausherrin, hatten wir am nächsten Tag einen Termin mit dem Makler, der den Kaufvorvertrag schon mitbringen sollte. Also fuhren wir am Folgetag wieder dorthin. Der Makler wartete schon auf uns und wir inspizierten die Räume noch einmal. Ich war hin- und hergerissen, aber nachdem der Makler uns erzählte, wie gut vermietet es wäre und auch eine Vermietungslizenz vorläge, schwanden meine Bedenken. Bernd und ich haben nämlich keinesfalls vor, das Reisen mit dem Wohnmobil aufzugeben, denn schliesslich ( wie ihr ja wisst:-)) hatten wir außer Portugal, Spanien, Frankreich und Deutschland noch nichts gesehen und unser Ziel war es doch Europa zu erkunden. Zu diesem Zwecke wäre es natürlich klasse, dass Haus während unserer Abwesenheit zu vermieten. Plötzlich war ich Feuer und Flamme und wollte sofort einen Kaufvorvertrag unterschreiben. Der Makler hatte diesen aber nicht dabei und meinte, wir sollten erst einmal eine Nacht darüber schlafen. Wir verabschiedeten uns vorläufig und gingen in die nächste Kneipe, um auf „unser Haus“ anzustossen.
Am Abend sprach ich dann noch mit Sarah und sie fragte mich, ob das Haus auch wirklich nicht „pro invicio“wäre, denn das würde beeinhalten, dass es fast unmöglich ist, dieses Haus wieder zu verkaufen. Ich machte mich dann erstmal im Internet schlau und forschte, was pro invicio überhaupt bedeutete und wurde nach stundenlanger Suche fündig. Es bedeutet, dass irgendwann einmal irgendjemand ein großes Grundstück gekauft- und mehrere Häuser darauf gebaut hat. Um jedes Haus wurde zwar eine Mauer gezogen, doch sind die Grenzen im Katasteramt nicht eingetragen, was wiederum aussagt, dass man einfach kein festgelegtes Grundstück hat, sondern halt nur eines mit allen anderen Hausbesitzern zusammen.Sollte aus irgendeinem Grund irgeneinem von dem anderen Besitzern nicht mehr passen, was “ sein Grundstück“ ist, kann er klagen und im schlechtesten Fall wird alles neu verteilt. Auch wenn irgendjemand seine Hypotheken nicht mehr zahlen kann, haften die übrigen. Na, das wollten wir auf keinem Fall und ich rief beim Makler an. Innerlich betete ich, dass es “ pro invicio“ war, denn ich merkte immer deutlicher, dass ich doch noch gar nicht bereit für ein Haus war und erst recht nicht für dieses, denn durch die hohen Mauern fühlte ich mich irgendwie so gefangen. Klingt blöd, war aber so. Der Makler wand sich erst einmal etwas, gab dann aber zu, dass es “ pro invicio“ wäre. Ich sagte ihm dann kurz und knapp, dass wir dann das Haus nicht nehmen würden. Danach setzte ich noch die nette Besitzerin von unserem Beschluss in Kenntnis ( die fiel natürlich aus allen Wolken und wusste bis dato gar nichts von pro invivio) und atmete tief aus. Der Kelch war “ Gott sei Dank“ an uns vorrüber gegangen. Puh, Schwein gehabt!!! Juchhu, wir hatten unsere Freiheit wieder, was nicht heißen soll, dass wir nicht doch irgendwann (Ines guckt trotzdem auch jetzt schon wider ständig nach Häusern und ich hoffe Sie noch 2 Jahre hinhalten zu können) hier ein Häuschen kaufen werden. Aber das hat noch etwas Zeit.

Liebe Leser, ich wünsche euch auf diesem Wege, wenn auch reichlich verspätet,

ein ganz tolles neues Jahr!!!!!

Ich hoffe, ihr habt den Jahreswechsel gut überstanden. Liebe Grüße von uns!!